{"id":67558,"date":"2017-08-23T08:30:39","date_gmt":"2017-08-23T06:30:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67558"},"modified":"2017-08-23T08:30:39","modified_gmt":"2017-08-23T06:30:39","slug":"iv-r-30-15-sachliche-gewerbesteuerpflicht-gewerblich-gepraegter-personengesellschaft-gewaehrung-der-sog-erweiterten-kuerzung-bei-abgekuerztem-erhebungszeitraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-30-15-sachliche-gewerbesteuerpflicht-gewerblich-gepraegter-personengesellschaft-gewaehrung-der-sog-erweiterten-kuerzung-bei-abgekuerztem-erhebungszeitraum\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;30\/15 &#8211; Sachliche Gewerbesteuerpflicht gewerblich gepr&auml;gter Personengesellschaft; Gew&auml;hrung der sog. erweiterten K&uuml;rzung bei abgek&uuml;rztem Erhebungszeitraum"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.5.2017, IV R 30\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.180517.IVR30.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Sachliche Gewerbesteuerpflicht gewerblich gepr&auml;gter Personengesellschaft; Gew&auml;hrung der sog. erweiterten K&uuml;rzung bei abgek&uuml;rztem Erhebungszeitraum<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 5. Mai 2015 6 K 6359\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH &#038; Co. KG, wurde im November 2005 gegr&uuml;ndet. Komplement&auml;rin war die nicht am Verm&ouml;gen beteiligte B-GmbH. Alleinige Kommanditistin war die C-GmbH. Zur Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Kl&auml;gerin war nur die Komplement&auml;rin berechtigt. Unternehmensgegenstand der Kl&auml;gerin war die Vermietung des mit einem B&uuml;rogeb&auml;ude bebauten Grundst&uuml;cks D-Stra&szlig;e&nbsp;99 in E (Grundst&uuml;ck)<em>.<\/em> Zum 31.&nbsp;Dezember 2006 wies die Kl&auml;gerin neben dem Grundst&uuml;ck Forderungen aus drei Girokonten bei der F-Bank und bei der G-Bank in ihrer Bilanz aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am &#8230;&nbsp;Februar 2007 beschlossen die Gesellschafter der Kl&auml;gerin deren Aufl&ouml;sung; die Kl&auml;gerin wurde im August 2013 aus dem Handelsregister gel&ouml;scht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls am &#8230;&nbsp;Februar 2007 ver&auml;u&szlig;erte die Kl&auml;gerin das Grundst&uuml;ck mit Nutzen- und Lastenwechsel zum 1.&nbsp;Mai 2007 an einen fremden Dritten. Weiterer Grundbesitz verblieb nicht in ihrem Verm&ouml;gen. Der Kaufpreis wurde nach Abzug der Darlehensverbindlichkeiten gegen&uuml;ber der F-Bank am 10.&nbsp;Mai 2007 auf das Girokonto der Kl&auml;gerin ausbezahlt und am Folgetag auf ein Konto der Kommanditistin &uuml;berwiesen<em>.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erzielte im Streitjahr aus einer Festgeldanlage bei der G-Bank bis zum 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 Zinsertr&auml;ge in H&ouml;he von 1.501,96&nbsp;EUR. Zum 31.&nbsp;Dezember 2007 verf&uuml;gte die Kl&auml;gerin noch &uuml;ber ein Bankguthaben bei der F-Bank in H&ouml;he von 72.648,33&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Feststellungserkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2007) erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin u.a. einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 1.484.750,25&nbsp;EUR. In ihrer Gewerbesteuererkl&auml;rung erkl&auml;rte sie einen Gewinn aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von 1.461.108&nbsp;EUR und Dauerschuldzinsen in H&ouml;he von 58.860&nbsp;EUR. Zudem beantragte sie die erweiterte K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) in H&ouml;he von 1.489.037&nbsp;EUR (Gewinn in H&ouml;he von 1.461.108,82&nbsp;EUR zzgl. hinzuzurechnender Dauerschuldzinsen in H&ouml;he von 29.430&nbsp;EUR und abzgl. der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von 1.501&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin wurde zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; veranlagt. Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 2006 bis 2008 versagte die Betriebspr&uuml;fung die erweiterte K&uuml;rzung, da die Kl&auml;gerin die grundst&uuml;cksverwaltende T&auml;tigkeit nicht w&auml;hrend des gesamten Erhebungszeitraums ausge&uuml;bt, sondern diese zum 30.&nbsp;April 2007 beendet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte der Pr&uuml;fungsfeststellung und erlie&szlig; am 8.&nbsp;M&auml;rz 2012 einen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r 2007. Ausgehend von einem Gewinn aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von 1.203.360&nbsp;EUR, Hinzurechnungen von Entgelten f&uuml;r Dauerschulden in H&ouml;he von 29.430&nbsp;EUR sowie der einfachen K&uuml;rzung (1,2&nbsp;% des Einheitswerts des Grundst&uuml;cks) in H&ouml;he von 22.347&nbsp;EUR wurde der Messbetrag darin auf 58.095&nbsp;EUR festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den hiergegen gerichteten Einspruch der Kl&auml;gerin wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;September 2012 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Nach dem Grundst&uuml;cksverkauf sei zwar keine Fruchtziehung aus Kapitalverm&ouml;gen mehr erfolgt; allerdings sei das Erfordernis der ausschlie&szlig;lichen Grundst&uuml;cksverwaltung nicht erf&uuml;llt. Der Bundesfinanzhof (BFH) lege das Ausschlie&szlig;lichkeitsgebot restriktiv aus; nur bei einer Ver&auml;u&szlig;erung am 31.&nbsp;Dezember um 23:59&nbsp;Uhr habe er die erweiterte K&uuml;rzung zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegen den Gewerbesteuerbescheid und Gewerbesteuermessbescheid 2007 erhobene Klage hatte in Bezug auf den Gewerbesteuermessbescheid Erfolg. Mit Urteil vom 5.&nbsp;Mai 2015&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;6359\/12 entschied das Finanzgericht (FG), die Voraussetzungen der erweiterten K&uuml;rzung l&auml;gen vor. Die Kl&auml;gerin habe zwar nur bis zum &Uuml;bergang von Nutzungen und Lasten am 1.&nbsp;Mai 2007 eigenen Grundbesitz verwaltet und zuletzt im M&auml;rz 2007 Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen erzielt. Nach dem 1.&nbsp;Mai 2007 sei sie aber &uuml;berhaupt keiner relevanten Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit mehr nachgegangen und nicht mehr werbend t&auml;tig gewesen, da sie sich bereits in der Liquidation befunden und insbesondere auch kein Kapitalverm&ouml;gen mehr aktiv verwaltet habe. Das Innehaben unverzinslicher Forderungen und deren Einziehung sei keine Verwaltung eigenen Kapitalverm&ouml;gens gewesen, da die Erzielung von Ertr&auml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ausgeschlossen gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner hiergegen gerichteten Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung des &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG. Der Wortlaut des &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG stelle darauf ab, dass das Unternehmen ausschlie&szlig;lich eigenen Grundbesitz verwalte. Die Verwaltungst&auml;tigkeit sei danach Voraussetzung f&uuml;r die Inanspruchnahme der erweiterten K&uuml;rzung. Das Halten von Kapitalforderungen nach Verkauf des letzten Grundst&uuml;cks stelle daher auch dann eine sch&auml;dliche T&auml;tigkeit dar, wenn daraus keine Einnahmen erzielt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil auch insoweit aufzuheben und die Klage abzuweisen, als es den Gewerbesteuermessbescheid 2007 betrifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH sei die erweiterte K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG bei unterj&auml;hriger Beendigung der Grundst&uuml;cksverwaltung nur zu versagen, wenn der Steuerpflichtige weiterhin werbend t&auml;tig werde. Danach sei eine nicht werbende T&auml;tigkeit nicht sch&auml;dlich. Zu ber&uuml;cksichtigen sei, dass es sich bei der Kl&auml;gerin, anders als in den bislang entschiedenen F&auml;llen, nicht um eine Kapitalgesellschaft, sondern um eine GmbH &#038; Co. KG gehandelt habe. Die Gewerbesteuerpflicht einer solchen Personengesellschaft ende bereits mit Einstellung ihrer werbenden T&auml;tigkeit. Daraus folge, dass die Kl&auml;gerin w&auml;hrend des gesamten, mit der &Uuml;bergabe des Grundst&uuml;cks endenden, verk&uuml;rzten Erhebungszeitraums der beg&uuml;nstigten T&auml;tigkeit der Verwaltung und Nutzung eigenen Grundbesitzes nachgegangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu Recht hat das FG entschieden, dass der Kl&auml;gerin die sog. erweiterte K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG zu gew&auml;hren ist. Denn die Kl&auml;gerin hat im ma&szlig;geblichen Erhebungszeitraum neben eigenem Grundbesitz nur eigenes Kapitalverm&ouml;gen verwaltet und genutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1.&nbsp;a) Besteuerungsgrundlage f&uuml;r die Gewerbesteuer ist der Gewerbeertrag (&sect;&nbsp;6 GewStG); ma&szlig;gebend ist dabei der Gewerbeertrag, der in dem Erhebungszeitraum bezogen worden ist, f&uuml;r den der Steuermessbetrag (&sect;&nbsp;14 GewStG) festgesetzt wird (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 GewStG). Erhebungszeitraum ist nach &sect;&nbsp;14 Satz&nbsp;1 GewStG grunds&auml;tzlich das Kalenderjahr. Besteht die Gewerbesteuerpflicht jedoch nicht w&auml;hrend des ganzen Kalenderjahrs, tritt nach &sect;&nbsp;14 Satz&nbsp;3 GewStG an die Stelle des Kalenderjahrs der Zeitraum der Steuerpflicht (sog. abgek&uuml;rzter Erhebungszeitraum).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 GewStG ist Gewerbeertrag der nach den Vorschriften des EStG oder des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes zu ermittelnde Gewinn aus dem Gewerbebetrieb, der bei der Ermittlung des Einkommens f&uuml;r den dem Erhebungszeitraum (&sect;&nbsp;14 GewStG) entsprechenden Veranlagungszeitraum zu ber&uuml;cksichtigen ist, vermehrt und vermindert um die in den &sect;&sect;&nbsp;8 und 9 GewStG bezeichneten Betr&auml;ge. Zum Gewerbeertrag geh&ouml;rt dabei u.a. auch der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe des Betriebs einer Mitunternehmerschaft, soweit er nicht auf eine nat&uuml;rliche Person als unmittelbar beteiligter Mitunternehmer entf&auml;llt (&sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 GewStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GewStG wird die Summe des Gewinns und der Hinzurechnungen um 1,2&nbsp;% des Einheitswerts des zum Betriebsverm&ouml;gen des Unternehmers geh&ouml;renden Grundbesitzes gek&uuml;rzt (sog. einfache K&uuml;rzung). An Stelle der K&uuml;rzung nach Satz&nbsp;1 tritt nach &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG auf Antrag bei Unternehmen, die ausschlie&szlig;lich eigenen Grundbesitz oder neben eigenem Grundbesitz eigenes Kapitalverm&ouml;gen verwalten und nutzen oder daneben Wohnungsbauten betreuen oder Einfamilienh&auml;user, Zweifamilienh&auml;user oder Eigentumswohnungen errichten und ver&auml;u&szlig;ern, die K&uuml;rzung um den Teil des Gewerbeertrags, der auf die Verwaltung und Nutzung des eigenen Grundbesitzes entf&auml;llt (sog. erweiterte K&uuml;rzung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GewStG unterliegt der Gewerbesteuer nur der stehende Gewerbebetrieb. Einzelunternehmen und Mitunternehmerschaften &#8211;und damit auch gewerblich gepr&auml;gte Personengesellschaften i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG wie die Kl&auml;gerin&#8211; sind daher sachlich gewerbesteuerpflichtig nur, wenn und solange sie einen Gewerbebetrieb i.S. des Gewerbesteuerrechts unterhalten. Die sachliche Gewerbesteuerpflicht endet deshalb schon mit der dauerhaften Einstellung der werbenden T&auml;tigkeit. Ma&szlig;nahmen zur Verm&ouml;gensverwertung nach Einstellung des Betriebs werden danach &#8211;anders als bei Kapitalgesellschaften, deren T&auml;tigkeit nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GewStG stets und in vollem Umfang als Gewerbebetrieb gilt&#8211; nicht mehr von der Steuerpflicht erfasst (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 20.&nbsp;September 2012 IV&nbsp;R&nbsp;36\/10, BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498, Rz&nbsp;17, m.w.N.; vom 24.&nbsp;April 1980 IV&nbsp;R&nbsp;68\/77, BFHE 131, 70, BStBl II 1980, 658).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ausgehend von den dargestellten Grunds&auml;tzen bestand die sachliche Gewerbesteuerpflicht der Kl&auml;gerin nicht das gesamte Kalenderjahr 2007, sondern nur bis zum 1.&nbsp;Mai 2007. Denn sp&auml;testens zu diesem Zeitpunkt hatte sie ihre werbende T&auml;tigkeit eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den nicht angegriffenen und daher den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin die Mietverh&auml;ltnisse nach dem &Uuml;bergang von Nutzen und Lasten am 1.&nbsp;Mai 2007 auf die K&auml;uferin &uuml;bergeleitet. Ihre T&auml;tigkeit hat sich ab diesem Zeitpunkt auf die Einziehung von Mietzahlungen f&uuml;r Monate nach dem Nutzen- und Lastenwechsel, deren Auskehrung an die K&auml;uferin sowie die Ein- und Auszahlung der Betriebskostendifferenzen beschr&auml;nkt. Die Abwicklung der Bankenfinanzierung ist &uuml;ber das Notaranderkonto erfolgt. Die in 2007 erzielten Zinseinnahmen sind vor Ver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks erzielt und vereinnahmt worden. Zudem hatten die Gesellschafter der Kl&auml;gerin bereits am &#8230;&nbsp;Februar 2007 die Aufl&ouml;sung der Kl&auml;gerin beschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die aus diesen Tatsachenfeststellungen gezogene Schlussfolgerung des FG, die Kl&auml;gerin habe sich seit dem 1.&nbsp;Mai 2007 auf die n&ouml;tigen Liquidierungsma&szlig;nahmen, insbesondere auf die Abwicklung bzw. &Uuml;berleitung der Mietverh&auml;ltnisse beschr&auml;nkt, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden und wird auch von dem FA letztlich nicht bestritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin hat danach ihre werbende T&auml;tigkeit zum 1.&nbsp;Mai 2007 eingestellt, so dass ihre sachliche Gewerbesteuerpflicht zu diesem Zeitpunkt endete. Zu Unrecht hat das FA daher der Festsetzung des Steuermessbetrags als Erhebungszeitraum das gesamte Kalenderjahr 2007 zugrunde gelegt. Vielmehr war ein Gewerbesteuermessbetrag als Grundlage f&uuml;r die Gewerbesteuer nur f&uuml;r den Zeitraum vom 1.&nbsp;Januar bis zum 30.&nbsp;April 2007, d.h. f&uuml;r einen abgek&uuml;rzten Erhebungszeitraum festzusetzen. Bezogen auf diesen Zeitraum hat die Kl&auml;gerin &#8211;was auch das FA nicht bestreitet&#8211; als Hauptt&auml;tigkeit eigenen Grundbesitz und daneben nur Kapitalverm&ouml;gen verwaltet, so dass die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;9 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG f&uuml;r die Gew&auml;hrung der sog. erweiterten K&uuml;rzung gegeben sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Entscheidung ergeht nach &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO im Einverst&auml;ndnis der Beteiligten ohne m&uuml;ndliche Verhandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.5.2017, IV R 30\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.180517.IVR30.15.0 Sachliche Gewerbesteuerpflicht gewerblich gepr&auml;gter Personengesellschaft; Gew&auml;hrung der sog. erweiterten K&uuml;rzung bei abgek&uuml;rztem Erhebungszeitraum Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 5. Mai 2015 6 K 6359\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-30-15-sachliche-gewerbesteuerpflicht-gewerblich-gepraegter-personengesellschaft-gewaehrung-der-sog-erweiterten-kuerzung-bei-abgekuerztem-erhebungszeitraum\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;30\/15 &#8211; Sachliche Gewerbesteuerpflicht gewerblich gepr&auml;gter Personengesellschaft; Gew&auml;hrung der sog. erweiterten K&uuml;rzung bei abgek&uuml;rztem Erhebungszeitraum<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67558","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67558","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67558"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67558\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67558"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67558"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}