{"id":67561,"date":"2017-08-23T08:30:29","date_gmt":"2017-08-23T06:30:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67561"},"modified":"2017-08-23T08:30:29","modified_gmt":"2017-08-23T06:30:29","slug":"v-r-54-16-anforderungen-an-die-belegvorlage-im-verguetungsverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-54-16-anforderungen-an-die-belegvorlage-im-verguetungsverfahren\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;54\/16 &#8211; Anforderungen an die Belegvorlage im Verg&uuml;tungsverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.5.2017, V R 54\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.170517.VR54.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an die Belegvorlage im Verg&uuml;tungsverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Auch die Kopie einer Rechnungskopie ist eine Kopie der Rechnung i.S. von &sect; 61 Abs. 2 Satz 3 UStDV a.F.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 20. Januar 2016&nbsp;&nbsp;2 K 2807\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 27.&nbsp;September 2011 stellte die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) einen Antrag auf Verg&uuml;tung von Vorsteuerbetr&auml;gen f&uuml;r den Zeitraum Januar bis Dezember 2010 in H&ouml;he von 16.694,56&nbsp;EUR. Dem Antrag waren auf elektronischem Wege unter anderem Rechnungsdokumente der Firma A beigef&uuml;gt, welche den Aufdruck &quot;COPY&nbsp;1&quot; trugen. Dabei handelte es sich um die Positionen 34 bis 40 und 42 bis 49 der Anlage zum Verg&uuml;tungsantrag. Hieraus ergab sich ein Vorsteuerabzug von 9.300,33&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 29.&nbsp;Juni 2012 erteilte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern &#8211;BZSt&#8211;) einen Verg&uuml;tungsbescheid, nach dem Vorsteuerbetr&auml;ge in H&ouml;he von 6.699,74&nbsp;EUR zu verg&uuml;ten waren. Im &Uuml;brigen lehnte das BZSt den Antrag ab, da insoweit keine eingescannten Originalrechnungen vorgelegt worden seien. Hiergegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein und f&uuml;gte diesem eingescannte Originalrechnungen bei. Im Einspruchsverfahren erlie&szlig; das BZSt einen &Auml;nderungsbescheid, mit dem ein Zusatzbetrag von 409,44&nbsp;EUR verg&uuml;tet wurde. Im &Uuml;brigen wurde der Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber hatte die Klage zum Finanzgericht (FG) Erfolg. Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 419 ver&ouml;ffentlichten Urteil des FG hat die Kl&auml;gerin die Anforderungen erf&uuml;llt, die sich aus &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung in seiner im Streitjahr geltenden Fassung (UStDV) auf der Grundlage der Erm&auml;chtigung in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) ergeben. Unter Ber&uuml;cksichtigung von Art.&nbsp;10 der Richtlinie 2008\/9\/EG zur Erstattung der Mehrwertsteuer an nicht im Mitgliedstaat der Erstattung, sondern in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssige Steuerpflichtige (Richtlinie 2008\/9\/EG) sei mit dem Verg&uuml;tungsantrag auf elektronischem Weg eine Kopie der Rechnung einzureichen. Dabei m&uuml;sse nicht das Original der Rechnung unmittelbarer Ausgangspunkt der elektronischen &Uuml;bersendung sein. Eine einschr&auml;nkende Auslegung, nach der nicht auch eine Kopie der Rechnung elektronisch &uuml;bersandt werden k&ouml;nne, sei nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das BZSt mit seiner Revision. Die Kl&auml;gerin habe innerhalb der Antragsfrist lediglich die elektronische Kopie einer Kopie des Rechnungsoriginals eingereicht. Dies gen&uuml;ge nicht zur Fristwahrung, da &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStDV wie die Vorg&auml;ngerregelung auszulegen sei. Dies werde durch die ab 30.&nbsp;Dezember 2014 geltende Neufassung des &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UStDV, der nur deklaratorische Bedeutung zukomme, best&auml;tigt. Hierf&uuml;r spreche auch ein Vergleich mit &sect;&nbsp;15 UStG. Erforderlich sei eine originalgetreue Reproduktion. Die Kopie m&uuml;sse vom Original angefertigt werden. Der Besitz des Originals sei materielle Anspruchsvoraussetzung. Erforderlich sei ein &quot;Scan&quot; des Originals. Dies diene der Vermeidung von Missbrauchsgefahren. Die im Streitjahr geltende Neuregelung habe nur eine Verfahrensvereinfachung bezweckt, durch die die Nachweispflichten nicht verringert werden sollten. Im Hinblick auf den Zusatz Copy&nbsp;1 bestehe keine Identit&auml;t zwischen Kopien und Original.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BZSt beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen, hilfsweise das Verfahren f&uuml;r eine Vorlage an den Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG entspreche dem Gesetzeswortlaut und dem Neutralit&auml;tsgrundsatz. Der EuGH sei zu fragen, ob es einem Mitgliedstaat im Rahmen der Art.&nbsp;10 und Art.&nbsp;15 der Richtlinie 2008\/8\/EG gestattet sei, dass er jedem Antragsteller verpflichtend auferlege, seinem Verg&uuml;tungsantrag auf elektronischem Weg die Rechnungen als eingescannte Originale beizuf&uuml;gen, wenn das Entgelt f&uuml;r den Umsatz mindestens 1.000&nbsp;EUR, bei Rechnungen &uuml;ber den Bezug von Kraftstoff mindestens 250&nbsp;EUR betrage. Bejahendenfalls sei auch zu fragen, ob die deutsche Steuerbeh&ouml;rde im Lichte der Grunds&auml;tze der Neutralit&auml;t und Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit, die Grundprinzipien des gemeinsamen Mehrwertsteuersystems darstellten, die Grenzen dessen &uuml;berschritten habe, was erforderlich sei, indem sie dem Steuerpflichtigen das Recht auf Erstattung der Vorsteuer endg&uuml;ltig mit dem Argument versage, dass er seinem Verg&uuml;tungsantrag auf elektronischem Weg die Rechnungen als eingescannte Originale h&auml;tte beif&uuml;gen m&uuml;ssen, obwohl die nationale Vorschrift im Streitjahr vorsah, dass dem Verg&uuml;tungsantrag auf elektronischem Weg die Rechnungen in Kopie beizuf&uuml;gen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des BZSt ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass die Kl&auml;gerin die Antragsfrist gewahrt hat, da auch die Kopie einer Rechnungskopie als Kopie der Rechnung anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Auf der Grundlage von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 UStG ordnete &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStDV im Streitjahr an, dass dem Verg&uuml;tungsantrag &quot;auf elektronischem Weg die Rechnungen und Einfuhrbelege in Kopie beizuf&uuml;gen&quot; sind, wenn das Entgelt f&uuml;r den Umsatz oder die Einfuhr mindestens 1.000&nbsp;EUR, bei Rechnungen &uuml;ber den Bezug von Kraftstoffen mindestens 250&nbsp;EUR betr&auml;gt. Unionsrechtliche Grundlage war hierf&uuml;r Art.&nbsp;10 der Richtlinie 2008\/9\/EG. Danach kann der Mitgliedstaat der Erstattung verlangen, dass der Antragsteller zusammen mit dem Erstattungsantrag &quot;auf elektronischem Weg eine Kopie der Rechnung oder des Einfuhrdokuments einreicht&quot;, wenn bestimmte Steuerbemessungsgrundlagen &uuml;berschritten sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Wie das FG zutreffend entschieden hat, ist das Erfordernis, &quot;auf elektronischem Weg die Rechnungen und Einfuhrbelege in Kopie beizuf&uuml;gen&quot; auch dann gewahrt, wenn es sich nicht um eine Kopie des Originals, sondern um eine Kopie handelt, die von einer Kopie des Originals angefertigt wurde. Auch das BZSt r&auml;umt ein, dass &quot;letztlich jede elektronische Kopie auch eine Kopie des Originals darstellt&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Hierf&uuml;r spricht bereits, dass eine Kopie des Originals auch dann vorliegt, wenn von einer Kopie eine weitere Kopie angefertigt wird. Auch die Kopie einer Kopie des Originals ist &#8211;mittelbar&#8211; eine Kopie des Originals. Sie ist ein originalgetreues Abbild des Originaldokuments und damit wie vom BZSt gefordert eine &quot;originalgetreue Reproduktion&quot;. Dass diese mit einem die Kopie kenntlichmachenden Zusatz versehen ist, spielt hierf&uuml;r keine Rolle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sachgr&uuml;nde, die ein Unmittelbarkeitserfordernis dergestalt begr&uuml;nden, dass es sich bei der auf elektronischem Weg beizuf&uuml;genden Kopie um eine direkte Kopie des Originals handeln muss, bestehen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat dies zutreffend mit den Besonderheiten der &Uuml;bertragung auf elektronischem Weg begr&uuml;ndet. Diese &Uuml;bertragungsform schlie&szlig;t es anders als bei einer papierm&auml;&szlig;igen &Uuml;bersendung von Originalen aus, auf dem &uuml;bermittelten Dokument Markierungen anzubringen, die eine wiederholte missbr&auml;uchliche Nutzung einer Rechnung zu Verg&uuml;tungszwecken verhindert oder sicherstellt, dass der Antragsteller im Besitz der Originaldokumente war. Es kann mit einer Kopie naturgem&auml;&szlig; auch nicht gepr&uuml;ft werden, ob an dem Original nach dem Anfertigen der Kopie Manipulationen vorgenommen wurden. Eine Pr&uuml;fung des Originaldokuments auf seine Authentizit&auml;t ist ebenso ausgeschlossen, ohne dass es darauf ankommt, ob es sich bei der elektronisch beigef&uuml;gten Kopie um eine unmittelbare Kopie des Originals oder um die Kopie einer Originalkopie handelt. Im Hinblick hierauf besteht entgegen der Rechtsauffassung des BZSt kein Erfordernis, die Kopie unmittelbar vom Original anzufertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der erkennende Senat ber&uuml;cksichtigt dabei auch, dass f&uuml;r das BZSt bei begr&uuml;ndeten Zweifeln jeglicher Art nach &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UStDV die M&ouml;glichkeit besteht, die Vorlage von Rechnungen im Original zu verlangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Zudem tr&auml;gt die zutreffende Auslegung des FG dem Grundsatz der rechtsschutzgew&auml;hrenden Auslegung von Verfahrensvorschriften (Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 des Grundgesetzes) Rechnung (vgl. allgemein Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;September 2014 VI&nbsp;B&nbsp;75\/14, BFH\/NV 2015, 51; vom 17.&nbsp;Januar 2002 VI&nbsp;B&nbsp;114\/01, BFHE 198, 1, BStBl II 2002, 306, und vom 21.&nbsp;Juli 2016 V&nbsp;S&nbsp;20\/16&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2016, 1734). Um eine derartige Verfahrensvorschrift handelt es sich auch bei &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStDV, aus dem sich Anforderungen f&uuml;r den fristgebundenen Verg&uuml;tungsantrag ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die hiergegen gerichteten Einwendungen des BZSt greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit das BZSt geltend macht, dass die im Streitjahr geltende Regelung in &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStDV &quot;im Lichte der Vorg&auml;ngerregelung ausgelegt werden&quot; m&uuml;sste, nach der die Rechnung fristgebunden im Original vorzulegen war (vgl. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;November 2014 V&nbsp;R&nbsp;39\/13, BFHE 248, 399, BStBl II 2015, 352), folgt der erkennende Senat dem nicht. Dass &quot;Rechnungen nunmehr elektronisch und nicht mehr physisch einzureichen sind&quot;, f&uuml;hrt nicht dazu, dass &quot;mit dem Begriff Kopie nur eine Kopie des Originals der Rechnung gemeint sein kann&quot;. Denn es ist unerheblich, dass eine derartige Auslegung &quot;der alten Regelung &#8230; am N&auml;chsten kommt&quot;, wenn &#8211;wie das FG zutreffend dargelegt hat&#8211; die mit der alten Regelung verfolgten Zwecke aufgrund der Besonderheiten der elektronischen &Uuml;bermittlung obsolet geworden sind (s. oben II.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &Uuml;ber die Bedeutung und die Unionsrechtskonformit&auml;t der ab 30.&nbsp;Dezember 2014 geltenden Neufassung des &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStDV, wonach eingescannte Originale einzureichen sind, ist im Streitfall nicht zu entscheiden. Denn eine r&uuml;ckwirkende Anwendung dieser Verfahrensregelung auf Zeitr&auml;ume vor ihrem Inkrafttreten kommt nicht in Betracht. Die Neuregelung hat im Hinblick auf die eindeutigen Unterschiede im Wortlaut auch keine nur deklaratorische Bedeutung, die eine Ber&uuml;cksichtigung im Streitfall erm&ouml;glichen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gegenteiliges ergibt sich auch nicht aus dem vom BZSt angestellten Vergleich mit dem Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 UStG. &sect;&nbsp;15 regelt die Voraussetzungen, die alle Unternehmer f&uuml;r den Vorsteuerabzug gleicherma&szlig;en zu erf&uuml;llen haben. Die Vorschrift gilt gleicherma&szlig;en im Regelbesteuerungsverfahren &#8211;z.B. im Inland ans&auml;ssiger Unternehmer&#8211; wie auch f&uuml;r das Verg&uuml;tungsverfahren auf der Grundlage von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;9 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unzutreffend ist dabei die Annahme des BZSt, dass &quot;die Vorlage des Originals eine &#8211; wenn nicht die zwingende &#8211; Voraussetzung f&uuml;r den Vorsteuerabzug ist&quot;. Denn Originale sind nach &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStDV gerade nicht vorzulegen. Im &Uuml;brigen folgt aus dem Erfordernis des Rechnungsbesitzes bei dem den Vorsteuerabzug begehrenden Unternehmer (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Oktober 2014 V&nbsp;R&nbsp;23\/13, BFHE 247, 480, BStBl II 2015, 313, zum Nachweis der Inrechnungstellung) nicht auch eine Pflicht zur Vorlage der Originalrechnung beim Finanzamt oder beim BZSt. F&uuml;r das Verg&uuml;tungsverfahren ergibt sich dies zudem im Umkehrschluss aus &sect;&nbsp;61 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UStDV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit das BZSt auf die fehlende M&ouml;glichkeit hinweist, im Ausland ans&auml;ssige Unternehmer im Rahmen von Sonder- oder Au&szlig;enpr&uuml;fungen zu kontrollieren, rechtfertigt dies es nicht, Verfahrensvorschriften ohne Sachgrund (s. oben II.2.b) einengend auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Zudem folgt der erkennende Senat nicht der Auffassung des BZSt, durch die Neuregelung h&auml;tten im Streitjahr die Nachweispflichten nicht verringert werden sollen. Die mit der Neuregelung bezweckte Verfahrensvereinfachung durch elektronische Antragstellung ist vielmehr zwingend mit einer Nachweiserleichterung verbunden, da die nunmehr gen&uuml;gende elektronische Einreichung von Kopien einen geringeren Beweiswert als die k&ouml;rperliche Einreichung von Originalen hat. Somit ist mit dem Verzicht auf die Vorlage von Originalrechnungen eine Minderung der fristgebundenen Beweisanforderung zwingend verbunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat hat nicht zu entscheiden, ob das BZSt die Verfahrensr&uuml;ge einer &Uuml;berraschungsentscheidung ordnungsgem&auml;&szlig; dargelegt hat. Soweit sich das BZSt durch das klagestattgebende Urteil &uuml;berrascht sieht, da &quot;in einem der Parallelverfahren&quot; ein richterlicher Hinweis auf das klageabweisende FG-Urteil vom 16.&nbsp;September 2015&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;3594\/11 erfolgt sei, kann sich hieraus eine &Uuml;berraschungsentscheidung schon deshalb nicht ergeben, da dieses FG-Urteil noch zur alten bis 2009 geltenden Rechtslage ergangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auf die von der Kl&auml;gerin angeregte Vorlage zum EuGH kommt es nicht an, da der Senat an der zutreffenden Auslegung des Unionsrechts, soweit dieses f&uuml;r die Auslegung des nationalen Rechts von Bedeutung ist, keine Zweifel hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.5.2017, V R 54\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.170517.VR54.16.0 Anforderungen an die Belegvorlage im Verg&uuml;tungsverfahren Leits&auml;tze Auch die Kopie einer Rechnungskopie ist eine Kopie der Rechnung i.S. von &sect; 61 Abs. 2 Satz 3 UStDV a.F. Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 20. Januar 2016&nbsp;&nbsp;2 K 2807\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-54-16-anforderungen-an-die-belegvorlage-im-verguetungsverfahren\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;54\/16 &#8211; Anforderungen an die Belegvorlage im Verg&uuml;tungsverfahren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67561","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67561","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67561"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67561\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67561"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67561"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67561"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}