{"id":67563,"date":"2017-08-23T08:30:45","date_gmt":"2017-08-23T06:30:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67563"},"modified":"2017-08-23T08:30:46","modified_gmt":"2017-08-23T06:30:46","slug":"iv-b-20-17-bindung-an-auslegung-der-klaegerstellung-im-zweiten-rechtsgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-20-17-bindung-an-auslegung-der-klaegerstellung-im-zweiten-rechtsgang\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;20\/17 &#8211; Bindung an Auslegung der Kl&auml;gerstellung im zweiten Rechtsgang"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.5.2017, IV B 20\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.300517.IVB20.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Bindung an Auslegung der Kl&auml;gerstellung im zweiten Rechtsgang<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde der Beigeladenen wird der Beschluss des Hessischen Finanzgerichts vom 29. M&auml;rz 2017 5 K 1751\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beigeladene und Beschwerdef&uuml;hrerin (Beschwerdef&uuml;hrerin) war einzige Kommanditistin der im Mai 2004 gegr&uuml;ndeten A-GmbH &#038; Co.&nbsp;KG (KG). Im November 2004 k&uuml;ndigte sie ihre Beteiligung mit Wirkung zum 31.&nbsp;Dezember 2004 mit der Folge, dass ihr Gesellschaftsanteil der einzigen Komplement&auml;rin B-GmbH (GmbH) anwuchs. Das Erl&ouml;schen der KG wurde im Mai 2005 im Handelsregister eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; unter dem 6.&nbsp;Oktober 2005 einen Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen und des verrechenbaren Verlustes nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes f&uuml;r das Streitjahr 2004, der an die GmbH als Empfangsbevollm&auml;chtigte der KG gerichtet und Steuerberater H, zugleich Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der jetzigen Prozessbevollm&auml;chtigten, als Zustellungsbevollm&auml;chtigtem der GmbH bekanntgegeben wurde. Mit dem Bescheid wurde ein Gewinn aus Gesamthandsbilanz von .\/.&nbsp;8.436,29&nbsp;EUR festgestellt, wovon 750&nbsp;EUR auf die GmbH und .\/.&nbsp;9.186,29&nbsp;EUR auf die Beschwerdef&uuml;hrerin entfielen. Gegen diesen Bescheid legte H f&uuml;r die KG, diese vertreten durch die GmbH, Einspruch ein. Mit Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;April 2006 stellte das FA neben den unver&auml;ndert gebliebenen Eink&uuml;nften aus Gesamthandsbilanz auch Eink&uuml;nfte aus Erg&auml;nzungsbilanz von .\/.&nbsp;154.000&nbsp;EUR fest, die der GmbH zugerechnet wurden. Die Einspruchsentscheidung war an die KG &quot;i.L.&quot;, vertreten durch H, gerichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen erhob H Klage namens der GmbH als Rechtsnachfolgerin der KG, mit der geltend gemacht wurde, dass die Einspruchsentscheidung fehlerhaft bekanntgegeben und dass zu Unrecht ein Aufgabegewinn der Beschwerdef&uuml;hrerin von 154.000&nbsp;EUR festgestellt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage durch Prozessurteil vom 21.&nbsp;Februar 2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1361\/06 ab. Die GmbH habe nicht f&uuml;r alle ehemaligen Gesellschafter der KG Klage erheben k&ouml;nnen. Soweit sie selbst als ehemalige Gesellschafterin klage, fehle ihr eine Beschwer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer Nichtzulassungsbeschwerde der GmbH hob der beschlie&szlig;ende Senat das Urteil des FG mit Beschluss vom 17.&nbsp;Juli 2012 IV&nbsp;B&nbsp;55\/11 nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 der Finanzgerichtsordnung (FGO) auf und verwies das Verfahren an das FG zur&uuml;ck. Das FG habe zu Unrecht eine Auslegung der Klage als &quot;auch im Namen der [Beschwerdef&uuml;hrerin] erhoben&quot; abgelehnt und diese als unzul&auml;ssig abgewiesen. Es bed&uuml;rfe demnach keiner Er&ouml;rterung, ob das FG aufgrund seiner Auslegung die Beschwerdef&uuml;hrerin h&auml;tte beiladen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im zweiten Rechtsgang lud das FG mit Beschluss vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2017&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;1751\/12 die Beschwerdef&uuml;hrerin nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO zu dem Verfahren bei. Als ausgeschiedene Gesellschafterin stehe ihr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 FGO ein eigenes Klagerecht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den Beschluss hat die Prozessbevollm&auml;chtigte am 4.&nbsp;April 2017 unter Vorlage einer Vollmacht der Beschwerdef&uuml;hrerin in deren Namen Beschwerde eingelegt. Das FG hat der Beschwerde mit Beschluss vom 4.&nbsp;April 2017 nicht abgeholfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdef&uuml;hrerin tr&auml;gt vor, sie sei ausweislich des Beschlusses des Bundesfinanzhofs (BFH) im ersten Rechtsgang als Kl&auml;gerin anzusehen. Die Beiladung sei deshalb rechtsfehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<br \/>den Beiladungsbeschluss ersatzlos aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin habe nicht auch f&uuml;r die Beschwerdef&uuml;hrerin Klage erhoben. Aus der Entscheidung des BFH im ersten Rechtszug ergebe sich nichts Anderes. Tragend habe der BFH lediglich entschieden, dass zu Unrecht ein Prozessurteil ergangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet. Das FG hat die Beschwerdef&uuml;hrerin rechtsfehlerhaft zu dem Verfahren beigeladen, so dass der Beiladungsbeschluss aufzuheben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig. Insbesondere ist die Beschwerdef&uuml;hrerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;57 FGO als Beigeladene berechtigt, gegen den Beiladungsbeschluss Beschwerde einzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Voraussetzungen einer notwendigen Beiladung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO liegen nicht vor, weil die Beschwerdef&uuml;hrerin bereits als Kl&auml;gerin an dem Verfahren beteiligt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 Satz 1 FGO sind Dritte zum Verfahren beizuladen, wenn sie an dem streitigen Rechtsverh&auml;ltnis derart beteiligt sind, dass die Entscheidung auch ihnen gegen&uuml;ber nur einheitlich ergehen kann (notwendige Beiladung). Klagen nicht alle von mehreren nach &sect;&nbsp;48 FGO Klagebefugten, m&uuml;ssen deshalb die &uuml;brigen Klagebefugten mit Ausnahme solcher klagebefugter Personen, die unter keinem denkbaren Gesichtspunkt von dem Ausgang des Rechtsstreits betroffen sind, zum Verfahren beigeladen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Beschwerdef&uuml;hrerin ist als ehemalige Gesellschafterin der erloschenen KG klagebefugt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erlischt eine Personengesellschaft durch Vollbeendigung ohne Abwicklung, kann nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ein Gewinnfeststellungsbescheid nur noch von den fr&uuml;heren Gesellschaftern angefochten werden, deren Mitgliedschaft die Zeit ber&uuml;hrt, die der anzufechtende Gewinnfeststellungsbescheid betrifft. Die aus &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO folgende Befugnis der Personengesellschaft, in Prozessstandschaft f&uuml;r ihre Gesellschafter Rechtsbehelfe gegen die Gewinnfeststellungsbescheide einzulegen, ist mit deren Vollbeendigung erloschen. Insoweit lebt die bis zum Zeitpunkt der Vollbeendigung &uuml;berlagerte Klagebefugnis der einzelnen Gesellschafter wieder auf. Die Klagebefugnis geht deshalb auch nicht auf den Gesamtrechtsnachfolger der Personengesellschaft &uuml;ber (z.B. BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;Oktober 2013 IV&nbsp;R&nbsp;25\/10, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdef&uuml;hrerin war im Jahr 2004 Gesellschafterin der durch ihr Ausscheiden liquidationslos vollbeendeten KG und ist deshalb zur Klage gegen den hier streitgegenst&auml;ndlichen Gewinnfeststellungsbescheid 2004 befugt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Beschwerdef&uuml;hrerin ist selbst als Kl&auml;gerin anzusehen und war deshalb nicht zu dem Verfahren beizuladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie der Senat in seinem Beschluss vom 17.&nbsp;Juli 2012 IV&nbsp;B&nbsp;55\/11 unter II.1. der Entscheidungsgr&uuml;nde ausgef&uuml;hrt hat, hat &quot;das FG zu Unrecht eine Auslegung der Klage als &#8218;auch im Namen der A [Beschwerdef&uuml;hrerin] erhoben&#8216; abgelehnt und diese als unzul&auml;ssig abgewiesen&quot;. Daraus folgt, dass der Senat die Klage zwingend f&uuml;r dahingehend auszulegen gehalten hat, dass sie auch f&uuml;r die Beschwerdef&uuml;hrerin erhoben worden ist. An diese rechtliche Beurteilung ist das FG in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;5 FGO gebunden. Eine Bindung nach dieser Vorschrift wird auch durch Aufhebung der Vorentscheidung und Zur&uuml;ckverweisung des Verfahrens aufgrund einer Nichtzulassungsbeschwerde ausgel&ouml;st (vgl. BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;April 2002 IX&nbsp;B&nbsp;66\/01, BFH\/NV 2002, 898, unter II.1.). Die Bindungswirkung ist unabh&auml;ngig davon, ob das FG die Rechtsauffassung des BFH teilt. Das gilt auch dann, wenn die Auffassung des BFH auf einem Rechtsfehler beruhen sollte. Denn der BFH selbst ist in einem folgenden Rechtsgang ebenfalls grunds&auml;tzlich an seine im vorangegangenen Rechtsgang vertretene Rechtsauffassung gebunden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Mai 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;21\/04, BFH\/NV 2006, 1839, m.w.N.). Eine solche Bindung besteht auch in einem folgenden Beschwerdeverfahren (Bergkemper in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;126 FGO Rz&nbsp;95) und gilt deshalb f&uuml;r den beschlie&szlig;enden Senat im hiesigen Verfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die Rechtsauffassung des Senats zur Kl&auml;gerstellung der Beschwerdef&uuml;hrerin tragend war, wird entgegen der Ansicht des FA nicht durch die Formulierung unter II.1.b der Entscheidungsgr&uuml;nde in Frage gestellt, dass &quot;die Klage gegen den Wortlaut nur dahin ausgelegt werden [kann], dass sie von einem oder allen ehemaligen Gesellschaftern eingelegt worden ist&quot;. Diese Formulierung ist lediglich ein nicht an den konkreten Fall angepasstes Zitat aus fr&uuml;heren Entscheidungen des BFH, auf die unmittelbar folgend in einem Klammerzusatz hingewiesen wird. Dass der Senat sich eine abschlie&szlig;ende Auffassung &uuml;ber die Kl&auml;gerstellung gebildet hat, ergibt sich im &Uuml;brigen auch daraus, dass anderenfalls Ausf&uuml;hrungen zur Beiladung erforderlich gewesen w&auml;ren. Ausf&uuml;hrungen dazu werden in dem Beschluss aber ausdr&uuml;cklich f&uuml;r nicht erforderlich erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine Kostenentscheidung war nicht zu treffen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Mai 1999 VIII&nbsp;B&nbsp;94\/98, BFH\/NV 1999, 1483, unter 3., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.5.2017, IV B 20\/17ECLI:DE:BFH:2017:B.300517.IVB20.17.0 Bindung an Auslegung der Kl&auml;gerstellung im zweiten Rechtsgang Tenor Auf die Beschwerde der Beigeladenen wird der Beschluss des Hessischen Finanzgerichts vom 29. M&auml;rz 2017 5 K 1751\/12 aufgehoben. Tatbestand 1&nbsp; I. Die Beigeladene und Beschwerdef&uuml;hrerin (Beschwerdef&uuml;hrerin) war einzige Kommanditistin der im Mai 2004 gegr&uuml;ndeten A-GmbH &#038; Co.&nbsp;KG (KG). &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-20-17-bindung-an-auslegung-der-klaegerstellung-im-zweiten-rechtsgang\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;B&nbsp;20\/17 &#8211; Bindung an Auslegung der Kl&auml;gerstellung im zweiten Rechtsgang<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67563","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67563"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67563\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}