{"id":6760,"date":"2012-11-30T21:50:26","date_gmt":"2012-11-30T19:50:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6760"},"modified":"2012-11-30T21:50:26","modified_gmt":"2012-11-30T19:50:26","slug":"x-r-31-10-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-19052011-x-r-30-10-erwerb-der-versorgungszusage-des-gesellschaftergeschaeftsfuehrers-zu-lasten-seiner-mitgesellschafter-eigene-beitragsleistung-kein-durchgri","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-31-10-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-19052011-x-r-30-10-erwerb-der-versorgungszusage-des-gesellschaftergeschaeftsfuehrers-zu-lasten-seiner-mitgesellschafter-eigene-beitragsleistung-kein-durchgri\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;31\/10 &#8211; Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.05.2011 X R 30\/10 &#8211; Erwerb der Versorgungszusage des Gesellschaftergesch&auml;ftsf&uuml;hrers zu Lasten seiner Mitgesellschafter &#8211; Eigene Beitragsleistung &#8211; Kein Durchgriff durch eine Kapitalgesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.5.2011, X R 31\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.05.2011 X R 30\/10 &#8211; Erwerb der Versorgungszusage des Gesellschaftergesch&auml;ftsf&uuml;hrers zu Lasten seiner Mitgesellschafter &#8211; Eigene Beitragsleistung &#8211; Kein Durchgriff durch eine Kapitalgesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die im Streitjahr 2006 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger erzielte im Streitjahr als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer (GF) der W-GmbH, der U-GmbH und der V-GmbH Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An den Gesellschaften bestanden im Streitjahr folgende Beteiligungsverh&auml;ltnisse: An der T-GmbH waren der Kl&auml;ger und sein Bruder jeweils zu 50 % beteiligt; beide waren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer. Beteiligte der W-GmbH waren der Kl&auml;ger und sein Bruder zu jeweils 45 %; die weiteren 10 % der Anteile wurden von der U-GmbH gehalten, an der wiederum der Kl&auml;ger und sein Bruder zu jeweils 50 % beteiligt waren. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der U-GmbH und der W-GmbH waren ebenfalls der Kl&auml;ger und sein Bruder. Zudem waren der Kl&auml;ger und sein Bruder an der V-GmbH beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Kl&auml;ger ist von der W-GmbH eine Pensionszusage erteilt worden, nach der er ab Vollendung des 65. Lebensjahres eine j&auml;hrliche Rente in H&ouml;he von 23.008 EUR erh&auml;lt. Seinem Bruder hat die T-GmbH eine Pensionszusage gew&auml;hrt, wonach dieser ab Vollendung des 65. Lebensjahres eine j&auml;hrliche Rente von 23.004 EUR beanspruchen kann. Die U-GmbH und die V-GmbH haben dem Kl&auml;ger und seinem Bruder keine Pensionszusage erteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem Einkommensteuerbescheid 2006 k&uuml;rzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Vorwegabzug nach &sect; 10 Abs. 4a des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung (EStG n.F.) i.V.m. &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 Satz 2 Buchst. a Alternative 2 und &sect; 10c Abs. 3 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. bis zum 31. Dezember 2004 (EStG a.F.) auf 0 EUR. Infolgedessen wirkten sich die Vorsorgeaufwendungen in geringerem Umfang steuermindernd aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte aus, der Kl&auml;ger habe die Pensionszusage der W-GmbH nicht vollst&auml;ndig durch eigene Beitragsleistung, sondern auch zu Lasten seines Bruders und Mitgesellschafters erworben. Denn die W-GmbH habe seinem Bruder keine gleichlautende Pensionszusage erteilt. Die Pensionszusage der T-GmbH k&ouml;nne in diesem Zusammenhang nicht ber&uuml;cksichtigt werden. Sie sei von einer rechtlich eigenst&auml;ndigen Gesellschaft erteilt worden, die nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) ein eigenes Steuersubjekt sei und nach dem sog. Trennungsprinzip ihre Eink&uuml;nfte unabh&auml;ngig von dem Gesellschafter zu versteuern habe. Eine wirtschaftliche Betrachtungsweise dahingehend, dass f&uuml;r die Frage, ob der Kl&auml;ger seine Pensionszusage auf Kosten seines Bruders erlangt habe, die Versorgungszusage der T-GmbH an den Bruder miteinbezogen werden k&ouml;nne, verbiete das Trennungsprinzip. Auch bei einem Konzernverbund zwischen den beiden Gesellschaften k&ouml;nnten sich diese Gesellschaften unterschiedlich entwickeln, beispielsweise k&ouml;nnte eine der Gesellschaften ver&auml;u&szlig;ert oder insolvent werden. Schlie&szlig;lich ber&uuml;hrten Versorgungszusagen allein die Gesellschaft als Arbeitgeber und den GF als Arbeitnehmer; deshalb k&ouml;nne es nur auf das direkte Verh&auml;ltnis zwischen diesen beiden Rechtspersonen und nicht auf Absprachen innerhalb eines Konzernverbunds ankommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger Verletzung der &sect;&sect; 10 Abs. 4a EStG n.F., 10 Abs. 3 Nr. 2 Satz 2 Buchst. a Alternative 2 i.V.m. &sect; 10c Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F. Der Bundesfinanzhof (BFH) habe mit Urteil vom 23. Februar 2005 XI R 29\/03 (BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634) entschieden, hinsichtlich der Frage, ob ein GF seine Pensionszusage durch eigene Beitragsleistung erworben habe, komme es darauf an, dass das Anwartschaftsrecht bei typisierender und wirtschaftlicher Betrachtungsweise ausschlie&szlig;lich durch einen der Beteiligungsquote des GF entsprechenden Verzicht auf gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che erworben werde. Sofern daher eine GmbH ihren beiden zu gleichen Teilen beteiligten GF eine gleich hohe betriebliche Altersversorgung zusage, beruhe diese auf eigener Beitragsleistung. Auch nach dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 22. Mai 2007 IV C 8-S 2221\/07\/0002 (BStBl I 2007, 493) sei f&uuml;r den Vergleich zwischen der pers&ouml;nlichen Beteiligungsquote des GF und dem auf seine Altersversorgungszusage entfallenden Anteil am Gesamtaufwand f&uuml;r die Altersversorgungszusagen aller GF eine typisierende Betrachtungsweise anzustellen. Im Streitfall sei eine konzernbezogene weite Betrachtung angebracht. Bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise habe der Kl&auml;ger die Beitr&auml;ge zu seiner Altersversorgung selbst in voller H&ouml;he aufgebracht, denn er habe f&uuml;r seine Pensionszusage durch die W-GmbH bei der T-GmbH auf eigene gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che in H&ouml;he seiner Beteiligungsquote verzichtet, w&auml;hrend sein Bruder seine Versorgungszusage bei der T-GmbH unter Verzicht auf eigene gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che in H&ouml;he seiner Beteiligungsquote bei der W-GmbH erworben habe. Die geringe Abweichung von 4 EUR sei auf Rundungsdifferenzen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, die nach Tz. 22 des BMF-Schreibens in BStBl I 2007, 493 unbedeutsam seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das erstinstanzliche Urteil aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2006 dahingehend abzu&auml;ndern, dass der Vorwegabzug nach &sect;&sect; 10 Abs. 4a EStG n.F. i.V.m. 10 Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F. ungek&uuml;rzt gew&auml;hrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Rahmen der G&uuml;nstigerpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 4a EStG n.F. zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;ger zum Personenkreis des &sect; 10c Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F. geh&ouml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 10 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 EStG a.F. steht zusammen veranlagten Ehegatten f&uuml;r sog. Vorsorgeaufwendungen (&sect; 10 Abs. 2 Satz 1 EStG) als H&ouml;chstbetrag ein Vorwegabzug von 6.136 EUR zu. Der Vorwegabzug ist nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 Satz 2 Buchst. a EStG a.F. i.V.m. &sect; 10c Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F. u.a. dann um 16 % der Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect; 19 EStG &#8211;ohne Versorgungsbez&uuml;ge i.S. des &sect; 19 Abs. 2 EStG&#8211; zu k&uuml;rzen, wenn der Steuerpflichtige w&auml;hrend des ganzen oder eines Teils des Kalenderjahres nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegt, eine Berufst&auml;tigkeit ausge&uuml;bt und im Zusammenhang damit aufgrund vertraglicher Vereinbarungen Anwartschaftsrechte auf eine Altersversorgung ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistung erworben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diese Voraussetzungen sind im Streitfall erf&uuml;llt, da der Kl&auml;ger seine Altersversorgung nicht vollst&auml;ndig durch eigene Beitragsleistung erworben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des BFH ist unter dem Begriff der &quot;Beitragsleistung&quot; f&uuml;r den Erwerb von Anwartschaftsrechten auf eine (eigene) Altersversorgung nicht nur eine Geldzahlung, sondern jede Minderung eines Verm&ouml;gensanspruchs zu verstehen (Senatsurteil vom 25. M&auml;rz 1992 X R 121\/90, BFH\/NV 1992, 596; BFH-Urteil vom 16. Oktober 2002 XI R 25\/01, BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546). Der XI. Senat des BFH hat &#8211;ausgehend von diesem Grundsatz&#8212; mit seinen Urteilen in BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546, und vom 28. Juli 2004 XI R 9\/04 (BFH\/NV 2005, 196) entschieden, dass dem Alleingesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH der Vorwegabzug f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen ungek&uuml;rzt zu belassen ist, weil dieser &#8211;wirtschaftlich betrachtet&#8211; eine ihm von der GmbH zugesagte Altersversorgung durch Verzicht auf entsprechende gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che (&sect;&sect; 29, 72 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung) und damit letztlich ausschlie&szlig;lich durch eigene Beitragsleistungen erwirbt. In seinem Urteil in BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634 hat der XI. Senat dann dargelegt, dieselben Grunds&auml;tze seien auch anzuwenden, wenn eine GmbH mehreren GF, die zu gleichen Teilen an der GmbH beteiligt sind, eine Altersversorgung zugesagt und der einzelne GF bei typisierender und wirtschaftlicher Betrachtung sein Anwartschaftsrecht auf Altersversorgung auf Dauer gesehen ausschlie&szlig;lich durch einen seiner Beteiligungsquote entsprechenden Verzicht auf gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che erworben hat. Die Frage, ob bei mehreren GF der einzelne sein Anwartschaftsrecht auf Altersversorgung ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistung &#8211;d.h. auch zu Lasten der gesellschaftsrechtlichen Anspr&uuml;che seiner Mitgesellschafter&#8211; erwirbt, beantwortet sich danach, ob der Aufwand der GmbH f&uuml;r die Altersversorgung des jeweiligen GF dessen quotaler Beteiligung an der GmbH entspricht. Im Wege einer vorausschauenden Betrachtung ist zu ermitteln, ob danach jeder GF f&uuml;r seine Versorgung wirtschaftlich betrachtet letztlich selbst aufkommen soll. Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass selbst zu gleichen Teilen beteiligte fremde Gesellschafter typischerweise nicht bereit sind, zugunsten von Mitgesellschaftern auf ihre Gewinnanspr&uuml;che zu verzichten; auch das Gesetz geht von der Gleichbehandlung der Gesellschafter aus (BFH-Urteil in BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634, unter II.3.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat hat sich dieser Rechtsprechung des XI. Senats im Grundsatz angeschlossen und in mehreren Urteilen (vom 26. September 2006 X R 3\/05, BFHE 215, 165, BStBl II 2007, 452; vom 8. November 2006 X R 11\/05, BFH\/NV 2007, 673; vom 17. Januar 2007 X R 10\/06, BFH\/NV 2007, 1289, und vom 2. September 2008 X R 17\/08, BFH\/NV 2009, 141) klargestellt, dass der von dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH bezogene Arbeitslohn nur dann von der K&uuml;rzung des Vorwegabzugs auszunehmen ist, wenn die gegen die Gesellschaft erworbenen Anspr&uuml;che auf eine eigene Altersversorgung vollst&auml;ndig mit dem (gegebenenfalls wechselseitigen) Verzicht auf die dem Steuerpflichtigen in seiner Eigenschaft als (Mit-)Gesellschafter zustehenden Anspr&uuml;che in Verbindung gebracht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat der Kl&auml;ger die Versorgungszusage durch die W-GmbH nicht ausschlie&szlig;lich durch eigene Beitragsleistung, sondern auch zu Lasten seines Bruders und Mitgesellschafters erworben. Der Umstand, dass der Kl&auml;ger seinerseits bei der T-GmbH auf seine gesellschaftsrechtlichen Anspr&uuml;che verzichtet hatte, f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat bereits mit Urteil in BFH\/NV 2009, 141 (unter II.2.d) entschieden, der Verzicht des GF auf gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che bei einer anderen, nicht die Versorgungszusage gew&auml;hrenden Kapitalgesellschaft f&uuml;hre auch bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise nicht dazu, dass die Versorgungszusage durch eigene Beitragsleistung erworben werde. Eine Kapitalgesellschaft ist ein selbst&auml;ndiges Steuersubjekt (vgl. &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 KStG), das die von ihr aus der Beteiligung erzielten Eink&uuml;nfte unabh&auml;ngig vom Gesellschafter zu versteuern hat (sog. Trennungsprinzip). Ein Durchgriff durch die Gesellschaft kommt grunds&auml;tzlich nicht in Betracht (BFH-Urteil vom 27. M&auml;rz 2007 VIII R 64\/05, BFHE 217, 497, BStBl II 2007, 639). Auch eine &quot;wirtschaftliche Betrachtungsweise&quot;, die die Rechtsprechung zur K&uuml;rzung des Vorwegabzugs bei einem Alleingesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer oder bei identischen Beteiligungsquoten bei Mehrpersonengesellschaften pr&auml;gt, kann daher wegen des &quot;Trennungsprinzips&quot; nicht dazu f&uuml;hren, dass Pensionszusagen zweier Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung gegen&uuml;ber ihren jeweiligen Gesellschaftern wie die Pensionszusage einer GmbH gegen&uuml;ber ihren jeweils mit 50 % beteiligten Gesellschaftern behandelt werden. Wie das FG richtig ausgef&uuml;hrt hat, k&ouml;nnen unterschiedliche Gesellschaften verschiedene rechtliche Wege z.B. im Hinblick auf eine Aufl&ouml;sung oder Insolvenz gehen. Unter Umst&auml;nden k&ouml;nnen sie dann den Pflichten gegen&uuml;ber ihren GF &#8211;wie beispielsweise Pensionszusagen&#8211; auch nur auf unterschiedliche Weise nachkommen. Auch aus diesem Grund ist eine (wirtschaftliche) Gesamtbetrachtung unter Einbeziehung aller in einem Konzern befindlichen Kapitalgesellschaften nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.5.2011, X R 31\/10 Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 19.05.2011 X R 30\/10 &#8211; Erwerb der Versorgungszusage des Gesellschaftergesch&auml;ftsf&uuml;hrers zu Lasten seiner Mitgesellschafter &#8211; Eigene Beitragsleistung &#8211; Kein Durchgriff durch eine Kapitalgesellschaft Tatbestand 1&nbsp; I. 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