{"id":67647,"date":"2017-09-14T18:33:36","date_gmt":"2017-09-14T16:33:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67647"},"modified":"2017-09-14T18:33:36","modified_gmt":"2017-09-14T16:33:36","slug":"viii-r-25-14-negative-einkuenfte-bei-rueckkauf-einer-sterbegeldversicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-25-14-negative-einkuenfte-bei-rueckkauf-einer-sterbegeldversicherung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;25\/14 &#8211; Negative Eink&uuml;nfte bei R&uuml;ckkauf einer Sterbegeldversicherung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.3.2017, VIII R 25\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.140317.VIIIR25.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Negative Eink&uuml;nfte bei R&uuml;ckkauf einer Sterbegeldversicherung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>&sect; 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 1 EStG in der f&uuml;r das Jahr 2010 geltenden Fassung findet beim R&uuml;ckkauf einer Sterbegeldversicherung auch auf negative Unterschiedsbetr&auml;ge zwischen der Versicherungsleistung und der Summe der auf sie entrichteten Beitr&auml;ge Anwendung.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 11. Februar 2014&nbsp;&nbsp;1 K 1465\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wurden im Streitjahr (2010) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin schloss im Jahr 2005 eine Sterbegeldversicherung ab. Im Todesfall sollte ihr Ehemann, der Kl&auml;ger, ein Sterbegeld in H&ouml;he von 3.705&nbsp;EUR zuz&uuml;glich einer nicht garantierten Bonusleistung in H&ouml;he von 1.296&nbsp;EUR erhalten. Ein Teil der Bonusleistung sollte durch Gewinnanteile aus den angelegten Monatsbeitr&auml;gen aufgebaut werden. Die Kl&auml;gerin zahlte hierf&uuml;r ab dem 1.&nbsp;Juni 2005 monatliche Beitr&auml;ge in H&ouml;he von 16,36&nbsp;EUR. Die Beitragspflicht endete am 31.&nbsp;Mai 2020. Der Kl&auml;ger schloss im Jahr 2007 ebenfalls eine Sterbegeldversicherung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 31.&nbsp;August 2010 k&uuml;ndigten die Kl&auml;ger ihre Sterbegeldversicherungen. Das Versicherungsunternehmen bescheinigte den Kl&auml;gern die Differenz zwischen den eingezahlten Beitr&auml;gen (1.599,66&nbsp;EUR bzw. 1.327,95&nbsp;EUR) und den R&uuml;ckkaufwerten (1.203,60&nbsp;EUR bzw. 683,29&nbsp;EUR) als Verluste aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von 396,06&nbsp;EUR f&uuml;r die Kl&auml;gerin und 644,66 EUR f&uuml;r den Kl&auml;ger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte diese Verluste im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr wegen fehlender &Uuml;berschusserzielungsabsicht nicht als negative Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) an. Das Einspruchsverfahren blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der hiergegen gerichteten Klage gab das Finanzgericht (FG) mit Urteil vom 11.&nbsp;Februar 2014 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 1671) hinsichtlich der Verluste der Kl&auml;gerin statt; im &Uuml;brigen wies das FG die Klage ab. Die erforderliche &Uuml;berschusserzielungsabsicht sei auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses und nicht auf den Zeitpunkt des R&uuml;ckkaufs festzustellen. Dabei seien im Wege einer modifizierenden Betrachtungsweise auch die nicht steuerbaren Eink&uuml;nfte einzubeziehen, indem die Summe der insgesamt vereinbarten Beitragszahlungen mit der H&ouml;he des Sterbegelds verglichen werde. Auf dieser Grundlage sei der Vertrag der Kl&auml;gerin als ertragbringend einzustufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht das FA geltend, zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses scheide eine &Uuml;berschusserzielungsabsicht wegen des vornehmlichen Zwecks der Sterbegeldversicherung aus. Bei Abschluss einer Sterbegeldversicherung sei keine Zahlung zu Lebzeiten und damit auch keine Erzielung steuerpflichtiger Eink&uuml;nfte geplant. Ein etwaiger R&uuml;ckkauf spiele wegen der geringen R&uuml;ckkaufwerte bei den Planungen regelm&auml;&szlig;ig keine Rolle. Dies habe sich erst zum Zeitpunkt des R&uuml;ckkaufs ge&auml;ndert. Zu diesem Zeitpunkt habe aber bereits festgestanden, dass kein Total&uuml;berschuss mehr m&ouml;glich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage insgesamt abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie folgen der Begr&uuml;ndung des FG und weisen erg&auml;nzend darauf hin, dass bei der Sichtweise des FA Verluste aus R&uuml;ckk&auml;ufen von Kapitallebensversicherungen stets vom Abzug ausgeschlossen w&auml;ren. Bei konsequenter Anwendung der Rechtsauffassung des FA w&uuml;rde dies sogar f&uuml;r s&auml;mtliche Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte gelten, sofern sie zu Verlusten f&uuml;hrten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Soweit das FG die Verluste der Kl&auml;gerin aus dem R&uuml;ckkauf der Sterbegeldversicherung als negative Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 EStG anerkannt hat, entspricht das angefochtene Urteil dem Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG geht zutreffend davon aus, dass &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 EStG die von der Kl&auml;gerin abgeschlossene Sterbegeldversicherung erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dieser Vorschrift geh&ouml;rt bei Kapitalversicherungen mit Sparanteil, deren Vertrag nach dem 31.&nbsp;Dezember 2004 abgeschlossen worden ist, der Unterschiedsbetrag zwischen der Versicherungsleistung und der Summe der auf sie entrichteten Beitr&auml;ge zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weitere Voraussetzung ist, dass die Versicherungsleistung im Erlebensfall oder im Zuge des R&uuml;ckkaufs des Vertrags angefallen ist, d.h. die Zahlung der Versicherungsleistung im Todesfall ist &#8211;mit Ausnahme der im Streitfall nicht einschl&auml;gigen F&auml;lle des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 S&auml;tze&nbsp;7 und 8 EStG i.d.F. des Gesetzes zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur Europ&auml;ischen Union und zur &Auml;nderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom 25.&nbsp;Juli 2014 (BGBl I 2014, 1266)&#8211; nicht steuerbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die von der Kl&auml;gerin im Jahr 2005 abgeschlossene Sterbegeldversicherung ist zwar keine klassische Kapitalversicherung mit Sparanteil, da sie keine Zahlung der angesparten Betr&auml;ge im Erlebensfall, sondern nur eine Zahlung im Todesfall vorsieht. Trotzdem umfassen die Beitr&auml;ge zur Sterbegeldversicherung nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) nicht nur Verwaltungskosten- und Risikoanteile, sondern auch Sparanteile, die von der Versicherungsgesellschaft angelegt worden sind und der Ansammlung von Gewinnanteilen dienten. Dies reicht f&uuml;r die Qualifizierung als Kapitalversicherung mit Sparanteil aus (vgl. auch Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 1.&nbsp;Oktober 2009 IV&nbsp;C&nbsp;1-S&nbsp;2252\/07\/0001, BStBl I 2009, 1172, Rz&nbsp;30; Bl&uuml;mich\/ Ratschow, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;264; Jochum, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;C\/6&nbsp;33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Indem das Versicherungsunternehmen im Anschluss an die von der Kl&auml;gerin erkl&auml;rte K&uuml;ndigung den Versicherungsvertrag zur&uuml;ckkaufte, war auch der Tatbestand des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 EStG erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Tatsache, dass sich f&uuml;r die Kl&auml;gerin aus dem R&uuml;ckkauf ein negativer Unterschiedsbetrag ergibt, steht dem nicht entgegen. Denn weder aus dem Gesetzeswortlaut noch aus einer historischen, systematischen oder teleologischen Auslegung ist ableitbar, dass die Vorschrift nur positive Unterschiedsbetr&auml;ge erfassen soll. Vielmehr zeigt die Verwendung des neutralen Begriffs &quot;Unterschiedsbetrag&quot;, dass grunds&auml;tzlich sowohl positive als auch negative Differenzbetr&auml;ge steuerlich zu erfassen sind (im Ergebnis auch Jochum, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;C\/6 40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall kann die steuerliche Anerkennung des negativen Unterschiedsbetrags auch nicht unter Hinweis auf das Fehlen der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht versagt werden (zum grunds&auml;tzlichen Erfordernis der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 EStG, und zwar getrennt f&uuml;r jede einzelne Kapitalanlage, stellvertretend Senatsurteil vom 14.&nbsp;Mai 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;37\/12, BFH\/NV 2014, 1883).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch hier gilt nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912) die tats&auml;chliche Vermutung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht (grunds&auml;tzlich dazu Senatsurteil vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;38\/15, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt). Zu deren Widerlegung gen&uuml;gt weder das blo&szlig;e Vorliegen eines negativen Unterschiedsbetrags noch kann auf eine &#8211;ggf. fehlende&#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei Abschluss der Sterbegeldversicherung abgestellt werden. Zum einen stellt die den R&uuml;ckkauf ausl&ouml;sende K&uuml;ndigung der Sterbegeldversicherung eine &Auml;nderung der urspr&uuml;nglichen Investitionsplanung dar. Zum anderen ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Gesetzgeber auch f&uuml;r Sterbegeldversicherungen, die keine Versicherungsleistung im Erlebensfall vorsehen, die Steuertatbest&auml;nde des R&uuml;ckkaufs (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 EStG) sowie (ab 1.&nbsp;Januar 2009) des Verkaufs der Anspr&uuml;che aus dem Versicherungsvertrag an einen Dritten (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 EStG) vorgesehen hat, d.h. auch in diesen F&auml;llen die &#8211;ggf. negativen&#8211; Unterschiedsbetr&auml;ge erfassen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.3.2017, VIII R 25\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.140317.VIIIR25.14.0 Negative Eink&uuml;nfte bei R&uuml;ckkauf einer Sterbegeldversicherung Leits&auml;tze &sect; 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 1 EStG in der f&uuml;r das Jahr 2010 geltenden Fassung findet beim R&uuml;ckkauf einer Sterbegeldversicherung auch auf negative Unterschiedsbetr&auml;ge zwischen der Versicherungsleistung und der Summe der auf sie entrichteten Beitr&auml;ge Anwendung. Tenor Die Revision &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-25-14-negative-einkuenfte-bei-rueckkauf-einer-sterbegeldversicherung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;25\/14 &#8211; Negative Eink&uuml;nfte bei R&uuml;ckkauf einer Sterbegeldversicherung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67647","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67647"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67647\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}