{"id":67651,"date":"2017-09-14T18:54:49","date_gmt":"2017-09-14T16:54:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67651"},"modified":"2017-09-14T18:54:49","modified_gmt":"2017-09-14T16:54:49","slug":"vi-r-82-14-treu-und-glauben-bei-rechtsfehlerhafter-uebertragung-einer-par-6c-ruecklage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-82-14-treu-und-glauben-bei-rechtsfehlerhafter-uebertragung-einer-par-6c-ruecklage\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;82\/14 &#8211; Treu und Glauben bei rechtsfehlerhafter &Uuml;bertragung einer &sect; 6c-R&uuml;cklage"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.3.2017, VI R 82\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.290317.VIR82.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Treu und Glauben bei rechtsfehlerhafter &Uuml;bertragung einer &sect; 6c-R&uuml;cklage<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerinnen wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 24. M&auml;rz 2014 13 K 2635\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Feststellungsbescheid 1990 des Beklagten &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen vom 23. Februar 2011 wird ge&auml;ndert.<\/p>\n<\/p>\n<p>Es werden Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung in H&ouml;he von 6.332 DM festgestellt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diese Eink&uuml;nfte werden der Kl&auml;gerin zu 1. in H&ouml;he von 4.750 DM und den Kl&auml;gerinnen zu 2. und 3. zu je 791 DM zugerechnet.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben der Beklagte zu 93 %, die Kl&auml;gerinnen zu 7 % zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob ver&auml;u&szlig;erte Grundst&uuml;cke zu einem verpachteten land- und forstwirtschaftlichen Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;rten oder Privatverm&ouml;gen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im&nbsp;Februar 1990 verstorbene Ehemann (E) der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin zu 1. (Kl&auml;gerin zu 1.) und Vater der Kl&auml;gerinnen und Revisionskl&auml;gerinnen zu 2. und 3. (Kl&auml;gerinnen zu 2. und 3.) bewirtschaftete bis zum Jahr 1978 einen Hof in S, der in seinem Alleineigentum stand. Nach erheblichen Fl&auml;chenverk&auml;ufen in den Jahren 1971 bis 1978 belief sich die im Eigentum des E stehende landwirtschaftliche Nutzfl&auml;che auf nur noch 4,204&nbsp;ha. Davon waren 3,8358&nbsp;ha verpachtet. Das Betriebsgeb&auml;ude nebst dazugeh&ouml;render Fl&auml;che nutzten E und die Kl&auml;gerin zu 1. weiter. E erwarb zusammen mit der Kl&auml;gerin zu 1. im&nbsp;September 1979 einen landwirtschaftlichen Betrieb in H, dessen Anschaffungskosten sich auf 840.881,41&nbsp;DM beliefen. Dieser Betrieb wurde sogleich an den vormaligen Eigent&uuml;mer verpachtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin zu 1. und E gaben zun&auml;chst keine Einkommensteuererkl&auml;rungen und auch keine Erkl&auml;rungen zur einheitlichen und gesonderten Feststellung ab. Bei einer Au&szlig;enpr&uuml;fung im Jahre 1981 wurde erstmals f&uuml;r die Wirtschaftsjahre ab 1974\/1975 der Gewinn nach &sect;&nbsp;13a des Einkommensteuergesetzes (EStG) ermittelt und festgestellt, dass E aus Grundst&uuml;cksverk&auml;ufen im Jahr 1977 einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 1.738.672,32&nbsp;DM erzielt hatte. Hierf&uuml;r bildete der Betriebspr&uuml;fer auf Antrag des E eine R&uuml;cklage nach &sect;&nbsp;6c EStG in gleicher H&ouml;he. Im Wirtschaftsjahr 1979\/1980 &uuml;bertrug er hiervon einvernehmlich mit der Kl&auml;gerin zu 1. und E einen Teilbetrag in H&ouml;he von 840.881,41&nbsp;DM auf die Anschaffungskosten des mit Kaufvertrag vom September 1979 von E und der Kl&auml;gerin zu 1. je zur ideellen H&auml;lfte erworbenen landwirtschaftlichen Betriebs in H.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>E, der seine Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft ab dem Wirtschaftsjahr 1980\/1981 durch Bestandsvergleich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 EStG ermittelte, erwarb im M&auml;rz 1981 weitere landwirtschaftlich genutzte Fl&auml;chen (St&uuml;ckl&auml;ndereien) in T, die er seinem Einzelbetrieb in S widmete und sofort verpachtete. Von der verbleibenden R&uuml;cklage &uuml;bertrug E 825.634,81&nbsp;DM auf deren Anschaffungskosten. Die restliche R&uuml;cklage l&ouml;ste er in der Bilanz zum 30.&nbsp;Juni 1981 auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>E erkl&auml;rte die Eink&uuml;nfte aus dem verpachteten Hof in H und den verpachteten St&uuml;ckl&auml;ndereien seines Einzelbetriebs in der Folgezeit als Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft. Die Kl&auml;gerin zu 1. erkl&auml;rte keine Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft. Eine Feststellungserkl&auml;rung bez&uuml;glich des Hofes in H wurde ebenfalls nicht abgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertr&auml;gen vom 15.&nbsp;Januar 1991 und vom 11.&nbsp;Juli 1991 ver&auml;u&szlig;erten die Kl&auml;gerinnen, die E beerbt hatten, verschiedene zu dem Hof in H geh&ouml;rende landwirtschaftliche Fl&auml;chen. Den hieraus in H&ouml;he von 162.812&nbsp;DM erzielten Gewinn erkl&auml;rten sie zun&auml;chst als Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft. Das Finanzamt Oldenburg erlie&szlig; daraufhin einen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr (1990), in dem es die Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Grundst&uuml;cke zur H&auml;lfte als Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erfasste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrem hiergegen gerichteten Einspruch machten die Kl&auml;gerinnen erstmals unter Hinweis auf das zwischenzeitlich ergangene Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 20.&nbsp;April 1989 IV&nbsp;R&nbsp;95\/87 (BFHE 157, 365, BStBl II 1989, 863) vergeblich geltend, der Hof in H sei Privatverm&ouml;gen und die Ver&auml;u&szlig;erung daher nicht steuerbar. Die Klage wies das Nieders&auml;chsische Finanzgericht ab. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 1994, 875 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH hob mit Urteil vom 7.&nbsp;November 1996 IV&nbsp;R&nbsp;72\/95 (BFH\/NV 1997, 574) die Entscheidung des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts auf und verwies die Sache an dieses Gericht zur&uuml;ck. Er war der Auffassung, dass zun&auml;chst eine gesonderte Feststellung der Eink&uuml;nfte h&auml;tte vorgenommen werden m&uuml;ssen, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob die streitbefangenen Eink&uuml;nfte solche aus Vermietung und Verpachtung oder solche aus Land- und Forstwirtschaft seien. Das Nieders&auml;chsische Finanzgericht h&auml;tte in dieser verfahrensrechtlichen Situation das Klageverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) aussetzen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen 1990 stellte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Belegenheitsfinanzamt &#8211;FA&#8211;) die Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft letztlich mit 87.582&nbsp;DM fest. Darin enthalten ist ein laufender Gewinn, der nicht auf die Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erungen entf&auml;llt, in H&ouml;he von 6.332&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage wies das Hessische Finanzgericht (FG) ab. Es teilte die Auffassung des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts, bei den zum Hof in H geh&ouml;renden Grundst&uuml;cken habe es sich nach Treu und Glauben um Betriebsverm&ouml;gen und nicht um Privatverm&ouml;gen gehandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;gerinnen eine Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/>das Urteil des FG vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;2635\/12 und den Feststellungsbescheid 1990 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen vom 18.&nbsp;Dezember 1996 in der ge&auml;nderten Fassung vom 23.&nbsp;Februar 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist &uuml;berwiegend begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist daher aufzuheben und der Feststellungsbescheid zu &auml;ndern (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;1 FGO). FA und FG sind zu Unrecht davon ausgegangen, dass der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung der streitgegenst&auml;ndlichen Grundst&uuml;cke einkommensteuerbar ist. Die laufenden Eink&uuml;nfte sind aber &#8211;ungeachtet dessen, dass es sich insoweit um solche aus Vermietung und Verpachtung handelt&#8211; zu Recht mit 6.332&nbsp;DM erfasst worden. Sie sind den Kl&auml;gerinnen entsprechend ihrer Beteiligungsquoten zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das landwirtschaftliche Anwesen in H war kein ruhender land- und forstwirtschaftlicher Betrieb des E und der Kl&auml;gerin zu 1.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Steuerpflichtige hat auch im Fall der Verpachtung seines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ein Wahlrecht, ob er den Vorgang als Betriebsaufgabe i.S. des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;3 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;14 EStG behandeln und damit die Wirtschaftsg&uuml;ter seines Betriebs unter Aufl&ouml;sung der stillen Reserven in sein Privatverm&ouml;gen &uuml;berf&uuml;hren oder das Betriebsverm&ouml;gen w&auml;hrend der Verpachtung fortf&uuml;hren und daraus Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erzielen will (grundlegend Urteil des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 13.&nbsp;November 1963 GrS&nbsp;1\/63&nbsp;S, BFHE 78, 315, BStBl III 1964, 124; BFH-Urteile vom 18.&nbsp;M&auml;rz 1964 IV&nbsp;114\/61&nbsp;S, BFHE 79, 195, BStBl III 1964, 303, und in BFHE 157, 365, BStBl II 1989, 863). Dieses Recht des Steuerpflichtigen findet seine Rechtfertigung darin, dass die Einstellung der eigenen betrieblichen T&auml;tigkeit im Fall der Verpachtung nicht endg&uuml;ltig sein muss, solange die M&ouml;glichkeit der Wiederaufnahme durch die Beendigung des Pachtverh&auml;ltnisses besteht (BFH-Urteile vom 13.&nbsp;M&auml;rz 1986 IV&nbsp;R&nbsp;176\/84, BFHE 146, 399, BStBl II 1986, 601, und vom 6.&nbsp;April 2016 X&nbsp;R&nbsp;52\/13, BFHE 253, 359, BStBl II 2016, 710). Damit soll zugunsten des Steuerpflichtigen vermieden werden, dass bei der Betriebsverpachtung im Ganzen zwangsl&auml;ufig durch die Annahme einer Betriebsaufgabe steuerpflichtige stille Reserven aufgel&ouml;st werden, ohne dass dem Steuerpflichtigen &#8211;wie z.B. bei einer Betriebsver&auml;u&szlig;erung&#8211; Mittel zuflie&szlig;en, mit denen er die auf den Aufgabegewinn entfallende Einkommensteuer bezahlen k&ouml;nnte (BFH-Urteil in BFHE 157, 365, BStBl II 1989, 863).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Wahlrecht steht jedoch nur dem bisherigen Unternehmer des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs zu, nicht hingegen dem Erwerber eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes, der den Betrieb zu keinem Zeitpunkt selbst bewirtschaftet, sondern in unmittelbarem Anschluss an den entgeltlichen Erwerb verpachtet. Ein solcher Erwerber hat keine Land- und Forstwirtschaft betrieben, die er bei Verpachtung entweder aufgeben oder deren Betriebsverm&ouml;gen er als aussetzender Betrieb ohne Aufl&ouml;sung der stillen Reserven fortf&uuml;hren k&ouml;nnte. Er besitzt grunds&auml;tzlich &uuml;berhaupt kein Betriebsverm&ouml;gen mit im Lauf der Jahre angewachsenen stillen Reserven, deren Aufl&ouml;sung er vermeiden k&ouml;nnte. Vielmehr erwirbt er k&auml;uflich nur Verm&ouml;gen, das er weiter verpachtet, ohne mit diesem Verm&ouml;gen durch eigene betriebliche T&auml;tigkeit als Land- und Forstwirt Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erzielt zu haben bzw. erzielen zu wollen. Der Erwerber eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs, der nur das Eigentum erwirbt, aber zu keinem Zeitpunkt als Land- und Forstwirt t&auml;tig wird, bezieht daher im Fall der sofortigen Verpachtung des erworbenen Betriebes nur Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung (BFH-Urteil in BFHE 157, 365, BStBl II 1989, 863; seither st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Juni 1993 IV&nbsp;R&nbsp;110\/91, BFHE 171, 481, BStBl II 1993, 752; vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2001 IV&nbsp;R&nbsp;88\/99, BFHE 195, 267, BStBl II 2002, 791, und vom 19.&nbsp;Juli 2011 IV&nbsp;R&nbsp;10\/09, BFHE 234, 212, BStBl II 2012, 93).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hiernach wurden E und die Kl&auml;gerin zu 1., die vor dem Erwerb keinen gemeinsamen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb unterhalten hatten, allein durch den Erwerb des landwirtschaftlichen Anwesens in H nicht land- und forstwirtschaftliche Unternehmer. Sie haben den Hof in H unmittelbar nach dessen Erwerb gemeinschaftlich an den bisherigen Eigent&uuml;mer verpachtet und hatten zu keinem Zeitpunkt vor, ihn selbst zu bewirtschaften (vgl. dazu BFH-Urteile vom 12.&nbsp;September 1991 IV&nbsp;R&nbsp;14\/89, BFHE 165, 518, BStBl II 1992, 134; in BFHE 171, 481, BStBl II 1993, 752; in BFHE 234, 212, BStBl II 2012, 93, Rz&nbsp;38). Sie &uuml;berlie&szlig;en daher nur Privatverm&ouml;gen zur Nutzung und erzielten Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung (&sect;&nbsp;21 EStG). Die Ver&auml;u&szlig;erung von Grundst&uuml;cken des Privatverm&ouml;gens ist jedoch nur nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG einkommensteuerbar. Diese Frist von (im Streitjahr) zwei Jahren war zum Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung der Grundst&uuml;cke abgelaufen und der Verkauf somit nicht einkommensteuerbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Grundst&uuml;cke des verpachteten Betriebs in H, soweit sie im Eigentum des E standen, Betriebsverm&ouml;gen des land- und forstwirtschaftlichen Einzelunternehmens des E in S waren (bei einer Entfernung von mehr als 100&nbsp;Kilometern scheidet dies grunds&auml;tzlich aus, dazu BFH-Urteil in BFHE 234, 212, BStBl II 2012, 93), ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Denn der Feststellungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) bezieht sich stets nur auf die gemeinschaftlich verwirklichten Tatbestandsmerkmale. Erzielt eine Grundst&uuml;cksgesellschaft oder -gemeinschaft Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung und h&auml;lt ein Gesellschafter die Beteiligung (anteiligen Grundst&uuml;cke) in einem Betriebsverm&ouml;gen, werden die Eink&uuml;nfte erst im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer in betriebliche Eink&uuml;nfte umqualifiziert (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 11.&nbsp;April 2005 GrS&nbsp;2\/02, BFHE 209, 399, BStBl II 2005, 679, unter C.3.b&nbsp;aa; BFH-Urteil vom 18.&nbsp;April 2012 X&nbsp;R&nbsp;34\/10, BFHE 237, 135, BStBl II 2012, 647).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des FG kann der Grundsatz von Treu und Glauben keine Steuerpflicht der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar ist der Grundsatz von Treu und Glauben, wonach jeder auf die berechtigten Belange des anderen Teils angemessen R&uuml;cksicht zu nehmen hat und sich zu seinem fr&uuml;heren Verhalten nicht in Widerspruch setzen darf, auch im Steuerrecht anzuwenden. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH bringt jedoch der Grundsatz von Treu und Glauben keine Steueranspr&uuml;che zum Entstehen oder zum Erl&ouml;schen, sondern kann allenfalls verhindern, dass eine Forderung oder ein Recht geltend gemacht werden kann. Ein treuwidriges Verhalten kann daher nicht dazu f&uuml;hren, Steuerrechtsfolgen zu begr&uuml;nden oder zu verneinen, die materiell-rechtlich nicht bestehen (BFH-Urteile vom 8.&nbsp;August 2013 III&nbsp;R&nbsp;3\/13, BFHE 243, 198, BStBl II 2014, 576, Rz&nbsp;28&nbsp;f.; vom 30.&nbsp;Juli 1997 I&nbsp;R&nbsp;7\/97, BFHE 184, 88, BStBl II 1998, 33; vom 8.&nbsp;Februar 1996 V&nbsp;R&nbsp;54\/94, BFH\/NV 1996, 733, und vom 29.&nbsp;Januar 2009 VI&nbsp;R&nbsp;12\/06, BFH\/NV 2009, 1105; ebenso Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;4 AO Rz&nbsp;164).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die unrechtm&auml;&szlig;ige &Uuml;bertragung der R&uuml;cklage nach &sect;&nbsp;6c EStG im Wirtschaftsjahr 1979\/1980 auf die Anschaffungskosten der Grundst&uuml;cke des Anwesens in H kann daher nach Treu und Glauben nicht zu einer gesetzlich nicht vorgesehenen Steuerpflicht der streitgegenst&auml;ndlichen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne f&uuml;hren. Die Frage kann daher offenbleiben, ob sich ein Beteiligter &#8211;Finanzamt oder Steuerpflichtiger&#8211; &uuml;berhaupt treuwidrig verh&auml;lt, wenn er sich die Rechtsauffassung eines BFH-Urteils zu eigen macht, dem eine andere Rechtsauffassung zugrunde liegt als diejenige, die beide Beteiligten im Rahmen des urspr&uuml;nglichen, bestandskr&auml;ftig abgeschlossenen Steuerfestsetzungsverfahrens vertreten haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das BFH-Urteil vom 15.&nbsp;M&auml;rz 1990 IV&nbsp;R&nbsp;90\/88 (BFHE 160, 317, BStBl II 1990, 689) steht diesem Ergebnis schon deshalb nicht entgegen, weil der Kl&auml;ger in jenem Fall unstreitig einen Gewinn aus der Aufl&ouml;sung einer R&uuml;cklage nach &sect;&nbsp;6c EStG erzielt hatte und die Beteiligten nur dar&uuml;ber stritten, in welchem Wirtschaftsjahr der Gewinn zu erfassen war. Der BFH f&uuml;hrte aus, ein Steuerpflichtiger verhalte sich treuwidrig, wenn er zun&auml;chst die Auffassung vertrete, die mangels Reinvestition anzusetzende fiktive Betriebseinnahme nach &sect;&nbsp;6c Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;6b Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG in der damals g&uuml;ltigen Fassung sei erst nach Ablauf des vierten Wirtschaftsjahres nach der Ver&auml;u&szlig;erung zu erfassen, sp&auml;ter dann aber den Zuschlag als Betriebseinnahme mit der Begr&uuml;ndung anfechte, dieser h&auml;tte nach der (damaligen) gesetzlichen Regelung bereits zum Ende des zweiten auf das Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden Wirtschaftsjahres ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssen. Ungeachtet der Frage, ob dieses widerspr&uuml;chliche Verhalten nicht mittels &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO (s. dazu zuletzt BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Oktober 2016 X&nbsp;R&nbsp;31\/14, BFHE 255, 399, BStBl II 2017, 287, m.w.N.) h&auml;tte aufgel&ouml;st werden k&ouml;nnen, liegt dem BFH-Urteil in BFHE 160, 317, BStBl II 1990, 689 jedenfalls nicht die Meinung zugrunde, Treu und Glaube k&ouml;nnten materiell-rechtlich nicht bestehende Steueranspr&uuml;che begr&uuml;nden. Das Urteil verh&auml;lt sich vielmehr allein dazu, ob widerspr&uuml;chliches Verhalten eines Beteiligten dazu f&uuml;hren kann, dass ein unstreitig entstandener Gewinn in einem anderen Wirtschaftsjahr erfasst werden darf als gesetzlich vorgesehen. Auch nach dem BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Juni 1992 X&nbsp;R&nbsp;47\/88 (BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174) kann der Grundsatz von Treu und Glauben nur dazu f&uuml;hren, dass ein Beteiligter einen Anspruch nicht mehr durchsetzen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Sein Urteil ist daher aufzuheben und der Feststellungsbescheid dahingehend zu &auml;ndern, dass ein Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung der streitgegenst&auml;ndlichen Grundst&uuml;cke nicht mehr erfasst wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Unbegr&uuml;ndet ist die Revision jedoch, soweit die Kl&auml;gerinnen die Aufhebung des Feststellungsbescheids auch insoweit begehren, als laufende Eink&uuml;nfte aus der Verpachtung der Grundst&uuml;cke des Anwesens in H von 6.332&nbsp;DM festzustellen sind. Diese Eink&uuml;nfte hat das FA anhand der Pachtbeitr&auml;ge gesch&auml;tzt. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die Sch&auml;tzungen unzutreffend sind, liegen nicht vor. Einwendungen hiergegen haben die Kl&auml;gerinnen nicht erhoben. Zwar ist das FA f&uuml;r die Feststellung der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung &ouml;rtlich nicht zust&auml;ndig. Denn f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung ist nicht das Belegenheitsfinanzamt (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO), sondern das Finanzamt zust&auml;ndig, von dessen Bezirk die Verwaltung dieser Eink&uuml;nfte ausgeht (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 AO), im Streitfall demnach das f&uuml;r die Einkommensbesteuerung des E und der Kl&auml;gerinnen zust&auml;ndige Finanzamt &#8230; .<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;127 AO kann die Aufhebung eines Verwaltungsakts, der nicht nach &sect;&nbsp;125 AO nichtig ist, jedoch nicht allein deshalb beansprucht werden, weil er unter Verletzung von Vorschriften &uuml;ber die &ouml;rtliche Zust&auml;ndigkeit zustande gekommen ist, wenn keine andere Entscheidung in der Sache h&auml;tte getroffen werden k&ouml;nnen. Der Regelung des &sect;&nbsp;127 AO ist der Rechtsgedanke immanent, dass das Interesse an einer gesetzm&auml;&szlig;igen und gleichm&auml;&szlig;igen Steuerfestsetzung dasjenige der Steuerpflichtigen an einem formal rechtm&auml;&szlig;igen Verfahren &uuml;berwiegt (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;November 1997 VIII&nbsp;R&nbsp;4\/94, BFHE 184, 255, BStBl II 1998, 461, unter II.2.e). Deshalb soll gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 AO die Aufhebung dann ausgeschlossen sein, wenn der Fehler f&uuml;r die Entscheidung der Beh&ouml;rde nicht kausal gewesen sein kann (BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Juli 1985 VI&nbsp;R&nbsp;41\/81, BFHE 144, 240, BStBl II 1986, 169, unter 2.). So liegt der Fall hier. Der Feststellungsbescheid ist, soweit er laufende Eink&uuml;nfte von 6.332&nbsp;DM feststellt, mit der Ma&szlig;gabe richtig, dass es sich dabei um Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung handelt. Da der Bescheid insoweit rechtm&auml;&szlig;ig ist und ein neuer Feststellungsbescheid gleichen Inhalts ergehen m&uuml;sste, k&ouml;nnen die Kl&auml;gerinnen mit ihrem Begehren in diesem Punkt keinen Erfolg haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Eink&uuml;nfte sind den Kl&auml;gerinnen nach den Beteiligungsquoten zuzurechnen, der Kl&auml;gerin zu 1. zu 3\/4 und den Kl&auml;gerinnen zu 2. und 3. zu jeweils 1\/8. Nach den Feststellungen des FG haben die Kl&auml;gerinnen zwar schuldrechtlich vereinbart, dass die laufenden Eink&uuml;nfte allein der Kl&auml;gerin zu 1. zugerechnet werden sollen. Es handelt sich jedoch insoweit nur um eine Einkommensverwendungsabrede, die an der Zurechnung der Eink&uuml;nfte entsprechend den Beteiligungsverh&auml;ltnissen nichts &auml;ndert. Den objektiven Tatbestand der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung verwirklicht, wer einem anderen eines der in &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 EStG genannten Wirtschaftsg&uuml;ter entgeltlich auf Zeit zum Gebrauch oder zur Nutzung &uuml;berl&auml;sst und in diesem Zusammenhang Tr&auml;ger der Rechte und Pflichten aus einem Miet- oder Pachtvertrag ist. Hinsichtlich des objektiven Tatbestands der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung kommt es mithin darauf an, wer die ma&szlig;gebenden wirtschaftlichen Dispositionsbefugnisse &uuml;ber das Mietobjekt hat und damit eine Vermietert&auml;tigkeit selbst aus&uuml;bt (z.B. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Juli 2016 IX&nbsp;R&nbsp;21\/15, BFH\/NV 2016, 1695). Es ist nicht ersichtlich, dass die Kl&auml;gerinnen zu 2. und 3. sich ihrer wirtschaftlichen Dispositionsbefugnisse &uuml;ber das Mietobjekt in H begeben h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz 1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.3.2017, VI R 82\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.290317.VIR82.14.0 Treu und Glauben bei rechtsfehlerhafter &Uuml;bertragung einer &sect; 6c-R&uuml;cklage Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerinnen wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 24. M&auml;rz 2014 13 K 2635\/12 aufgehoben. Der Feststellungsbescheid 1990 des Beklagten &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen vom 23. 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