{"id":67656,"date":"2017-09-14T18:54:51","date_gmt":"2017-09-14T16:54:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67656"},"modified":"2017-09-14T18:54:51","modified_gmt":"2017-09-14T16:54:51","slug":"ix-r-24-15-tatsaechliche-verstaendigung-wegfall-der-geschaeftsgrundlage-bei-beiderseitigem-motivirrtum-ueber-die-verfahrensrechtliche-umsetzbarkeit-einer-verstaendigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-24-15-tatsaechliche-verstaendigung-wegfall-der-geschaeftsgrundlage-bei-beiderseitigem-motivirrtum-ueber-die-verfahrensrechtliche-umsetzbarkeit-einer-verstaendigung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;24\/15 &#8211; Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &#8211; Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage bei beiderseitigem Motivirrtum &uuml;ber die verfahrensrechtliche Umsetzbarkeit einer Verst&auml;ndigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2017, IX R 24\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.110417.IXR24.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &#8211; Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage bei beiderseitigem Motivirrtum &uuml;ber die verfahrensrechtliche Umsetzbarkeit einer Verst&auml;ndigung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Bindungswirkung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung im Steuerfestsetzungsverfahren kann nach den Grunds&auml;tzen vom Fehlen oder Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage ausnahmsweise entfallen, wenn ihr eine (irrt&uuml;mlich) von beiden Parteien angenommene Gesch&auml;ftsgrundlage von vornherein gefehlt hat oder wenn sie nachtr&auml;glich weggefallen ist und einem der Beteiligten unter Ber&uuml;cksichtigung der Gesamtumst&auml;nde ein Festhalten an dem Vereinbarten nicht zuzumuten ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 13. Mai 2014&nbsp;&nbsp;5 K 1931\/10 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Bindungswirkung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die im Streitjahr (2007) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger war seit dem &#8230;&nbsp;November 1990 zun&auml;chst zu 75&nbsp;%, seit dem &#8230;&nbsp;August 2002 zu 94&nbsp;% an einer GmbH beteiligt. An dieser GmbH war die Kl&auml;gerin seit dem &#8230;&nbsp;April 1995 zun&auml;chst zu 1&nbsp;% und seit dem &#8230;&nbsp;August 2002 zu 6&nbsp;% beteiligt. Gegenstand des Unternehmens der GmbH war der An- und Verkauf, die Verwaltung und die Vermittlung von Immobilien sowie die Bautr&auml;gert&auml;tigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Anordnung eines dinglichen Arrests u.a. in das Verm&ouml;gen der GmbH im Oktober 2002 durch das zust&auml;ndige Amtsgericht stellte die GmbH im November 2002 ihren laufenden Gesch&auml;ftsbetrieb ein. Im Februar 2003 wurde &uuml;ber das Verm&ouml;gen der GmbH das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet und nach der Schlussverteilung im Jahr 2007 mit Beschluss vom &#8230;&nbsp;Mai 2008 eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einen entsprechenden Verlust aus der Aufl&ouml;sung der GmbH machten die Kl&auml;ger zun&auml;chst in der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2002 geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte dessen Ber&uuml;cksichtigung mit Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;Mai 2009 mit der Begr&uuml;ndung ab, es fehle im Veranlagungszeitraum 2002 an der erforderlichen Aufl&ouml;sung i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr ma&szlig;geblichen Fassung (EStG). Die Kl&auml;ger legten zun&auml;chst auch gegen die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2003 bis 2008, in denen das FA den geltend gemachten Aufl&ouml;sungsverlust ebenfalls unber&uuml;cksichtigt gelassen hatte, Einspruch ein. Mit Schreiben vom 11.&nbsp;Februar 2009 nahm der vormalige Steuerberater der Kl&auml;ger die Einspr&uuml;che gegen die ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide 2002 bis 2006 zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schriftsatz vom 19.&nbsp;Mai 2010 erhoben die Prozessbevollm&auml;chtigten f&uuml;r die Kl&auml;ger Unt&auml;tigkeitsklage betreffend die Einkommensteuer f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2004 und hilfsweise betreffend die Einkommensteuer f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2007. Sie begehrten hiermit die Ber&uuml;cksichtigung eines Aufl&ouml;sungsverlusts in H&ouml;he von insgesamt 1.001.177,02&nbsp;EUR. Der Betrag setzte sich im Wesentlichen aus dem Verlust der Stammeinlagen sowie nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten aus B&uuml;rgschaftsinanspruchnahmen und Darlehensverlusten zusammen. In ihrem Schriftsatz begr&uuml;ndeten die Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger die Erhebung einer Unt&auml;tigkeitsklage damit, dass gegen die Steuerbescheide 2004 und 2007 Einspruch eingelegt worden sei, das FA hier&uuml;ber aber nicht entschieden habe. Weiter f&uuml;hrten sie aus, dass &quot;auch hinsichtlich der Jahre 2003, 2005-2006 und 2008 (&#8230;) wegen der Anerkennung von Verlusten nach &sect;&nbsp;17 EStG rein vorsorglich Einspruch eingelegt&quot; worden sei und auch insoweit keine Einspruchsentscheidungen vorl&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Klageverfahrens erging am 28.&nbsp;Juni 2010 ein &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2007, mit dem das FA erstmalig einen Aufl&ouml;sungsverlust anerkannte und die Einkommensteuer auf 0&nbsp;EUR herabsetzte. Zugleich stellte es den verbleibenden Verlustvortrag zum 31.&nbsp;Dezember 2007 mit 47.518&nbsp;EUR fest. Dabei ber&uuml;cksichtigte es im Rahmen der Ermittlung des Aufl&ouml;sungsverlusts ausschlie&szlig;lich den Verlust des eingezahlten Stammkapitals unter Anwendung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens. Hiergegen legten die Kl&auml;ger Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrem Schriftsatz vom 22.&nbsp;Juli 2010 f&uuml;hrten die Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger hierzu u.a. weiter aus, dass der am 28.&nbsp;Juni 2010 erlassene Verlustfeststellungsbescheid mehrfach fehlerhaft sei und insoweit zum Gegenstand des Verfahrens gemacht werde. Der Einspruch gegen die Einkommensteuerfestsetzung 2007 k&ouml;nne daher nicht, wie vom FA angeregt, zur&uuml;ckgenommen werden. Auch einer Erledigung des Einspruchs gegen die Einkommensteuerfestsetzung 2004 k&ouml;nne nicht zugestimmt werden. Am 3.&nbsp;November 2010 erlie&szlig; das FA einen ge&auml;nderten Verlustfeststellungsbescheid, in dem es die von den Kl&auml;gern erbrachten Stammeinlagen vollst&auml;ndig ber&uuml;cksichtigte und dementsprechend den festgestellten Verlust auf 215.967&nbsp;EUR erh&ouml;hte. Im &Uuml;brigen wies das FA den Einspruch gegen den Verlustfeststellungsbescheid mit seiner Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;November 2010 mit der Begr&uuml;ndung zur&uuml;ck, dass eine Ber&uuml;cksichtigung der geltend gemachten B&uuml;rgschafts- und Darlehensverluste ausscheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im weiteren Verlauf des Klageverfahrens haben die Kl&auml;ger und das FA auf Vorschlag des Finanzgerichts (FG) am 16.&nbsp;Oktober 2013 eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung getroffen, wonach &quot;unter Ber&uuml;cksichtigung der Aktenlage, insbesondere auch des Vergleichs des Insolvenzverwalters mit dem Kl&auml;ger, vorliegend von Tatsachen auszugehen ist, die zur Verlustentstehung im Jahr 2005 f&uuml;hren&quot;. In dem gerichtlichen Termin lagen die Akten f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2005 nicht vor. Ausweislich der Niederschrift &uuml;ber den Er&ouml;rterungstermin vom 16.&nbsp;Oktober 2013 wies der Berichterstatter des FG die Beteiligten darauf hin, dass hinsichtlich des im Wege der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung festgelegten Verlustentstehungsjahres 2005 keine Klage anh&auml;ngig sei<em>.<\/em> Unter Ber&uuml;cksichtigung des festgelegten Sachverhalts kamen die Beteiligten weiter darin &uuml;berein, dass die Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger dem FA die in der Niederschrift aufgegebenen Darlegungen und Unterlagen &uuml;bermitteln und nach Pr&uuml;fung der Unterlegung ein Besprechungstermin zur Einkommensteuerveranlagung 2005 im FA stattfinden w&uuml;rde. Die Klage gegen den Einkommensteuerbescheid 2007 haben die Beteiligten sodann in der Hauptsache f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt und die Kl&auml;ger ihre Klage gegen den Einkommensteuerbescheid 2004 zur&uuml;ckgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anl&auml;sslich der Umsetzung der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung stellte das FA fest, dass der Vorberater der Kl&auml;ger den Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid 2005 bereits am 11.&nbsp;Februar 2009 zur&uuml;ckgenommen hatte und die Einkommensteuerfestsetzung des Veranlagungszeitraums 2005 daher nicht mehr &auml;nderbar war. Vor diesem Hintergrund brachten die Kl&auml;ger im Klageverfahren schlie&szlig;lich vor, dass die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung wegen Wegfalls der Gesch&auml;ftsgrundlage aufzuheben und der Aufl&ouml;sungsverlust &#8211;ohne Bindung an die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung&#8211; im Veranlagungszeitraum 2007 anzusetzen sei. Der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung habe die von allen Beteiligten getragene Annahme zugrunde gelegen, dass die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r 2005 noch &auml;nderbar sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Argumentation ist das FG nicht gefolgt und hat die &#8211;auf Verlustber&uuml;cksichtigung im Veranlagungszeitraum 2007&#8211; gerichtete Klage mit seinem in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2016, 1073 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 13.&nbsp;Mai 2014 als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Aufgrund der das FG bindenden tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung stehe fest, dass der Aufl&ouml;sungsverlust im Veranlagungszeitraum 2005 und nicht im Streitjahr entstanden sei. Die Bindungswirkung sei vorliegend nicht dadurch entfallen, dass die Beteiligten bei Abschluss der Verst&auml;ndigung irrig von einer &Auml;nderbarkeit des Einkommensteuerbescheids 2005 ausgegangen sind. Die Frage der m&ouml;glichen verfahrensrechtlichen Umsetzbarkeit sei nicht rechtserhebliche Gesch&auml;ftsgrundlage der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung geworden. Diese Verfahrensfrage sei vielmehr der alleinigen Risikosph&auml;re der Kl&auml;ger zuzuordnen und rechtfertige nicht, die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung formellen (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und materiellen Rechts (Versto&szlig; gegen den Grundsatz von Treu und Glauben sowie fehlerhafte Anwendung des &sect;&nbsp;313 Abs.&nbsp;2 und 3 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;). Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hren die Kl&auml;ger an, die im Klageverfahren getroffene tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung k&ouml;nne keine Bindungswirkung entfalten. Sie sei bereits unwirksam, weil sie von vornherein verfahrensrechtlich nicht habe umgesetzt werden k&ouml;nnen und &uuml;berdies zu einem offensichtlich unzutreffenden Ergebnis f&uuml;hre. Jedenfalls aber seien sie nach den Grunds&auml;tzen des &sect;&nbsp;313 BGB wirksam von der Vereinbarung zur&uuml;ckgetreten. Die Verst&auml;ndigung &uuml;ber die Zurechnung der Verluste zum Veranlagungszeitraum 2005 sei beiderseitig unter der Pr&auml;misse getroffen worden, dass die Steuerfestsetzung f&uuml;r 2005 noch &auml;nderbar sei. Andernfalls h&auml;tte die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung keinen Sinn gehabt, zumal das Jahr 2005 nicht streitgegenst&auml;ndlich gewesen sei. Jedenfalls h&auml;tten sie die Verst&auml;ndigung offensichtlich nicht getroffen, wenn den Beteiligten die fehlende &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit bewusst gewesen w&auml;re. Die Unkenntnis &uuml;ber diesen Umstand k&ouml;nne aber nicht allein ihnen angelastet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des FG vom 13.&nbsp;Mai 2014&nbsp; 5&nbsp;K&nbsp;1931\/10 aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an einen anderen Senat des FG Baden-W&uuml;rttemberg zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO). Entgegen der Auffassung des FG ist nach den Grunds&auml;tzen &uuml;ber das Fehlen der Gesch&auml;ftsgrundlage mit der R&uuml;cktrittserkl&auml;rung der Kl&auml;ger die Bindungswirkung der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung vom 16.&nbsp;Oktober 2013 entfallen. Ob der Aufl&ouml;sungsverlust &#8211;wie von den Kl&auml;gern vorgetragen&#8211; im Streitjahr entstanden ist, wird das FG ungeachtet der Ergebnisse der getroffenen Verst&auml;ndigung erneut zu beurteilen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist in F&auml;llen erschwerter Sachverhaltsermittlung eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber die tats&auml;chlichen Merkmale, die der Besteuerung zugrunde zu legen sind, grunds&auml;tzlich zul&auml;ssig (BFH-Urteile vom 12.&nbsp;August 1999 XI&nbsp;R&nbsp;27\/98, BFH\/NV 2000, 537, und vom 8.&nbsp;Oktober 2008 I&nbsp;R&nbsp;63\/07, BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121). Voraussetzung einer solchen tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung ist u.a., dass sie sich auf Sachverhaltsfragen und nicht auf Rechtsfragen bezieht, die Sachverhaltsermittlung erschwert ist und die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung nicht zu einem offensichtlich unzutreffenden Ergebnis f&uuml;hrt (vgl. BFH-Urteile vom 7.&nbsp;Juli 2004 X&nbsp;R&nbsp;24\/03, BFHE&nbsp;206, 292, BStBl II&nbsp;2004, 975, und in BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121; zur Rechtsfolge der Unwirksamkeit einer zu einem offensichtlich unzutreffenden Ergebnis f&uuml;hrenden Verst&auml;ndigung BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;September 2015 X&nbsp;B&nbsp;58\/15, BFH\/NV 2016, 48). Dass die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung mittelbar auch den Tatbestandsbereich einer Norm betrifft, ist indes unsch&auml;dlich (BFH-Urteil in BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121, m.w.N., sowie BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;August 2012 I&nbsp;B&nbsp;86\/11, I&nbsp;B&nbsp;87\/11, BFH\/NV 2013, 6). Ob eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung zu einem offensichtlich unzutreffenden Ergebnis f&uuml;hrt, ist im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung aller objektiven Umst&auml;nde des Einzelfalls zu beurteilen (BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Oktober 2005 X&nbsp;B&nbsp;41\/05, BFH\/NV 2006, 243).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. An eine zul&auml;ssige und wirksam zustande gekommene tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung sind die Beteiligten nach dem Grundsatz von Treu und Glauben grunds&auml;tzlich gebunden, auch wenn die Verst&auml;ndigung nicht s&auml;mtliche schwer aufkl&auml;rbaren Umst&auml;nde des Besteuerungssachverhalts umfasst (dazu unter a). Die gegenseitige Bindung ist dabei jeder tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung immanent, ohne dass es einer ausdr&uuml;cklichen Erkl&auml;rung der Beteiligten bedarf (BFH-Urteile vom 31.&nbsp;Juli 1996 XI&nbsp;R&nbsp;78\/95, BFHE 181, 103, BStBl II 1996, 625, und in BFH\/NV 2000, 537). Die Bindungswirkung der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung kann jedoch ausnahmsweise (nachtr&auml;glich) entfallen, wenn einem der Beteiligten nach den Grunds&auml;tzen von dem Fehlen oder dem Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage ein Festhalten an dem Vereinbarten nicht (mehr) zuzumuten ist (dazu unter b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zweck des Instituts der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung ist es, zu jedem Zeitpunkt des Besteuerungsverfahrens hinsichtlich bestimmter Sachverhalte, deren Kl&auml;rung schwierig, aber zur Festsetzung der Steuer notwendig ist, den m&ouml;glichst zutreffenden Besteuerungssachverhalt i.S. des &sect;&nbsp;88 der Abgabenordnung einvernehmlich festzulegen. Dieser Zweck w&uuml;rde unterlaufen, wenn die Beteiligten zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt von den abgegebenen Erkl&auml;rungen (einseitig) wieder abr&uuml;cken k&ouml;nnten, weil sie vermeintliche Nachteile der Einigung festzustellen glauben (BFH-Urteil in BFH\/NV 2000, 537). Eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung im Steuerfestsetzungsverfahren ist daher nicht schon deshalb unwirksam, weil sie zu einer von einem Beteiligten nicht vorhergesehenen Besteuerungsfolge f&uuml;hrt (BFH-Urteil in BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121). Dies gilt grunds&auml;tzlich auch dann, wenn dadurch die vor der Verst&auml;ndigung offengelegten Beweggr&uuml;nde des Beteiligten zum Abschluss der Verst&auml;ndigung entwertet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Bindung der Beteiligten an die Vereinbarungen einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung kann nach den Grunds&auml;tzen &uuml;ber das Fehlen oder den Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage jedoch ausnahmsweise (nachtr&auml;glich) entfallen, wenn ihr eine (irrt&uuml;mlich) angenommene gemeinsame Gesch&auml;ftsgrundlage von vornherein gefehlt hat oder wenn sie nachtr&auml;glich weggefallen ist und einem der Beteiligten ein Festhalten an dem Vereinbarten nicht (mehr) zuzumuten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Anwendbarkeit dieser Grunds&auml;tze auf die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung hat der BFH zuletzt grunds&auml;tzlich anerkannt (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;September 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;78\/06, BFH\/NV 2010, 593; offengelassen noch im BFH-Urteil in BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121). Auch die Finanzverwaltung bejaht dies ausdr&uuml;cklich (vgl. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 30.&nbsp;Juli 2008, BStBl I 2008, 831, unter Tz.&nbsp;8.2.), ebenso ein Teil des Schrifttums (Frotscher in Schwarz\/Pahlke, AO, &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;202; Koenig\/W&uuml;nsch, Abgabenordnung, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;88 Rz 55; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, vor &sect;&nbsp;118 AO Rz&nbsp;33; M&ouml;sbauer, Betriebs-Berater 2003, 1037, 1041; Bruschke, Deutsches Steuerecht &#8211;DStR&#8211; 2010, 2611, 2614; Kr&uuml;ger, Deutsche Steuerzeitung 2015, 478, 484; Hartmann, Neue Wirtschafts-Briefe 2016, 1014, 1019).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat braucht dabei nicht zu entscheiden, ob auf die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung im Steuerverfahren die zivilrechtlichen Regelungen zur St&ouml;rung der Gesch&auml;ftsgrundlage (&sect;&nbsp;313 BGB) anwendbar sind oder ob stattdessen &sect;&nbsp;60 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) entsprechende Anwendung findet (vgl. auch BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 593), da beide Vorschriften in den hier zu entscheidenden Fragen inhaltsgleich auszulegen sind. &Uuml;ber ihren Wortlaut hinaus findet die Regelung des &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 Satz 1 VwVfG nicht nur Anwendung bei einer wesentlichen &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse nach Abschluss des Vertrages, sondern auch dann, wenn sich wesentliche Vorstellungen der Vertragsparteien vom Vorhandensein oder Fehlen bestimmter tats&auml;chlicher oder rechtlicher Umst&auml;nde, die zur erkennbaren Grundlage des Vertrags geworden sind, als falsch herausstellen (Bonk\/Neumann in Stelkens\/Bonk\/Sachs, VwVfG, 8.&nbsp;Aufl. 2014, &sect;&nbsp;60 Rz&nbsp;13&nbsp;f.; Kopp\/Ramsauer, Verwaltungsverfahrensgesetz, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;60 Rz&nbsp;7, 22; Ziekow, Kommentar zum VwVfG, &sect;&nbsp;60 Rz&nbsp;4). Der Grundsatz vom Fehlen oder Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage ist ungeschriebener Bestandteil des Bundesverfassungsrechts (vgl. auch Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 30.&nbsp;Januar 1973&nbsp; 2&nbsp;BvH&nbsp;1\/72, BVerfGE&nbsp;34, 216) und gilt grunds&auml;tzlich auch f&uuml;r die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung im Steuerverfahren. Soweit nicht die Besonderheiten der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung eine Abweichung erfordern, kann die im Zivilrecht zu den vormals ungeschriebenen und nunmehr in &sect;&nbsp;313 BGB kodifizierten Grunds&auml;tzen entwickelte Rechtsprechung herangezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Berufung auf die Grunds&auml;tze von dem Fehlen oder dem Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage durch einen der Beteiligten setzt voraus, dass wesentliche tats&auml;chliche oder rechtliche Umst&auml;nde, deren Bestand die Parteien als gemeinsame Grundlage der Verst&auml;ndigung angenommen und vorausgesetzt haben, von vornherein gefehlt haben oder nach Abschluss der Verst&auml;ndigung weggefallen sind. Wesentlich sind die Umst&auml;nde nur, wenn die Beteiligten bei objektiver Betrachtung und bei Kenntnis ihres Fehlens oder ihrer &Auml;nderung die Verst&auml;ndigung nicht oder jedenfalls nicht mit diesem Inhalt getroffen h&auml;tten (vgl. auch M&uuml;nchKommBGB\/Finkenauer, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;313 Rz&nbsp;58). Einseitige Erwartungen eines Beteiligten, die f&uuml;r dessen Willensbildung ma&szlig;geblich waren, geh&ouml;ren nur dann zur Grundlage der Verst&auml;ndigung, wenn sie zumindest stillschweigend in den der Verst&auml;ndigung zugrunde liegenden gemeinschaftlichen Gesch&auml;ftswillen aufgenommen worden sind (vgl. auch BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 593). Dass die eine Partei ihre Erwartungen der anderen Partei mitgeteilt hat, gen&uuml;gt hierf&uuml;r allein noch nicht (BFH-Urteil in BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121). Entscheidend ist vielmehr, dass das Verhalten der anderen Partei nach Treu und Glauben als Einverst&auml;ndnis und Aufnahme der Erwartung in die gemeinsame Grundlage der Verst&auml;ndigung zu werten ist (Palandt\/ Gr&uuml;neberg, BGB, 76.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;313 Rz&nbsp;9). Ma&szlig;gebend hierf&uuml;r sind die gesamten Umst&auml;nde des Einzelfalls.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Anwendung der Grunds&auml;tze von dem Fehlen oder dem Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage setzt weiter voraus, dass unter Ber&uuml;cksichtigung der Gesamtumst&auml;nde, insbesondere der vertraglichen oder gesetzlichen Risikoverteilung, jedenfalls f&uuml;r eine Partei ein Festhalten an den getroffenen Inhalt der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung unzumutbar ist (vgl. auch Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 6.&nbsp;Juli 2016 IV&nbsp;ZR&nbsp;44\/15, Monatsschrift f&uuml;r Deutsches Recht 2016, 1334). Hierf&uuml;r gen&uuml;gt nicht, dass sich das mit der Verst&auml;ndigung verbundene Vertragsrisiko realisiert hat oder die betroffene Partei nach der gegenw&auml;rtigen Interessenlage vern&uuml;nftigerweise nicht mehr in die Verst&auml;ndigung einwilligen w&uuml;rde. Die sich aus dem Fehlen oder der nachtr&auml;glichen &Auml;nderung der bei Abschluss der Verst&auml;ndigung gemeinsam vorausgesetzten tats&auml;chlichen und rechtlichen Verh&auml;ltnisse ergebenden Folgen m&uuml;ssen vielmehr so schwerwiegend sein, dass sie den von der benachteiligten Partei billigerweise zu tragenden Risikorahmen &uuml;berschreiten (&auml;hnlich auch Bundesverwaltungsgericht &#8211;BVerwG&#8211;, Urteil vom 18.&nbsp;Juli 2012&nbsp; 8&nbsp;C&nbsp;4\/11, BVerwGE&nbsp;143, 335, m.w.N., zur Zumutbarkeit des Festhaltens an den Regelungen eines &ouml;ffentlich-rechtlichen Vertrags). Dabei ist ein objektiver Ma&szlig;stab zugrunde zu legen. Das von den Parteien nach Treu und Glauben jeweils zu tragende Risiko ergibt sich aus den getroffenen Regelungen und dem Zweck der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung sowie aus dem im Streitfall anzuwendenden Recht (f&uuml;r das Zivilrecht Palandt\/ Gr&uuml;neberg, a.a.O., &sect;&nbsp;313 Rz&nbsp;19; Erman\/L.&nbsp;B&ouml;ttcher, BGB, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;313 Rz&nbsp;19; M&uuml;nchKommBGB\/Finkenauer, a.a.O., &sect;&nbsp;313 Rz&nbsp;61&nbsp;ff., 77, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Liegen die vorstehenden Voraussetzungen vor und ist die Durchf&uuml;hrung der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung unter Anpassung ihres Inhalts an die Verh&auml;ltnisse tats&auml;chlich oder rechtlich nicht m&ouml;glich, zur Wiederherstellung der Gesch&auml;ftsgrundlage ungeeignet oder einer der Parteien nicht zumutbar, kann die benachteiligte Partei ausnahmsweise von der Verst&auml;ndigung zur&uuml;cktreten (vgl. &sect;&nbsp;313 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 BGB; zum R&uuml;cktrittsrecht im Zivilrecht BGH-Urteile vom 30.&nbsp;September 2011 V&nbsp;ZR&nbsp;17\/11, BGHZ&nbsp;191, 139, und vom 3.&nbsp;November 2015 II&nbsp;ZR&nbsp;13\/14, DStR 2015, 2857; Erman\/L.&nbsp;B&ouml;ttcher, BGB, a.a.O., &sect;&nbsp;313 Rz 44, 44b; M&uuml;nchKommBGB\/Finkenauer, a.a.O., &sect;&nbsp;313 Rz&nbsp;115, 117; Palandt\/ Gr&uuml;neberg, a.a.O., &sect;&nbsp;313 Rz&nbsp;42; zum R&uuml;cktritt nach &sect;&nbsp;62 Satz&nbsp;2 VwVfG i.V.m. &sect;&nbsp;313 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 BGB bzw. zur K&uuml;ndigung nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 VwVfG bei &ouml;ffentlich-rechtlichen Vertragsverh&auml;ltnissen BVerwG-Urteil vom 21.&nbsp;Januar 2015&nbsp; 9&nbsp;C&nbsp;1\/14, BVerwGE 151, 171, m.w.N.; Kopp\/Ramsauer, a.a.O., &sect;&nbsp;60 Rz&nbsp;25, 30; Bonk\/Neumann in Stelkens\/Bonk\/Sachs, a.a.O., &sect;&nbsp;60 Rz&nbsp;25b&nbsp;ff.). Ein R&uuml;cktrittsrecht kommt dabei vor allem in Betracht, wenn die Parteien gemeinschaftlich von einer irrigen Gesch&auml;ftsgrundlage ausgegangen sind und anzunehmen ist, dass sie bei Kenntnis der Unrichtigkeit und bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung die Vereinbarung nicht getroffen h&auml;tten (vgl. f&uuml;r das Zivilrecht Erman\/L.&nbsp;B&ouml;ttcher, a.a.O., &sect;&nbsp;313 Rz&nbsp;44b). In diesem Fall entf&auml;llt mit der Abgabe der R&uuml;cktrittserkl&auml;rung die Bindungswirkung der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung und der zwischen den Beteiligten streitige Sachverhalt ist so zu beurteilen, als w&auml;re die Verst&auml;ndigung nicht getroffen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Entscheidung, ob die Voraussetzungen f&uuml;r die Anwendung der Grunds&auml;tze vom Fehlen oder Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage vorliegen und die Bindungswirkung der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung entfallen ist, hat das FG nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung zu treffen. Dabei hat es alle Indizien zu ber&uuml;cksichtigen und in eine Gesamtw&uuml;rdigung einzubeziehen. Diese Feststellung ist als Frage der Tatsachen- und Beweisw&uuml;rdigung vom Revisionsgericht nur daraufhin zu pr&uuml;fen, ob das FG von zutreffenden Kriterien ausgegangen ist, alle ma&szlig;geblichen Beweisanzeichen in seine Beurteilung einbezogen und dabei nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en hat (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO, z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Februar 2016 IX&nbsp;R&nbsp;28\/15, BFH\/NV&nbsp;2016, 1006).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Diesen Grunds&auml;tzen entspricht das angefochtene Urteil nicht; es ist daher aufzuheben. Unabh&auml;ngig davon, ob zwischen den Beteiligten eine wirksame und mit zul&auml;ssigem Inhalt abgeschlossene tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung vorgelegen hat, ist jedenfalls ihre Bindungswirkung mit der R&uuml;cktrittserkl&auml;rung der Kl&auml;ger nach den Grunds&auml;tzen &uuml;ber das Fehlen der Gesch&auml;ftsgrundlage entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat vermag dem FG nicht darin zu folgen, dass die Frage der m&ouml;glichen verfahrensrechtlichen Umsetzbarkeit der getroffenen Festlegungen als unbeachtlicher einseitiger Motivirrtum der Kl&auml;ger zu bewerten sei, der den Wegfall der Bindungswirkung der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung nicht rechtfertigen k&ouml;nne. Das FG hat seine Entscheidung im Wesentlichen darauf gest&uuml;tzt, dass diese Verfahrensfrage ausschlie&szlig;lich der Risikosph&auml;re der Kl&auml;ger zuzuordnen sei, da das FA anders als die Kl&auml;ger keinerlei Anlass gehabt habe, sich mit der Frage der Bestandskraft des Veranlagungszeitraums 2005 zu befassen. Diese W&uuml;rdigung h&auml;lt einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG geht zwar zutreffend davon aus, dass in der Regel die nur von einer Partei gehegten Erwartungen hinsichtlich der k&uuml;nftigen Steuerlast nicht in den gemeinsamen Gesch&auml;ftswillen aufgenommen werden sollen. Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; nach den Gesamtumst&auml;nden das Verhalten der anderen Partei nicht nur als Kenntnisnahme, sondern als Einverst&auml;ndnis und Aufnahme der Erwartung in den gemeinschaftlichen Gesch&auml;ftswillen zu werten ist (vgl. auch BFH-Vorlagebeschluss vom 6.&nbsp;November 2002 XI&nbsp;R&nbsp;42\/01, BFHE 200, 560, BStBl II 2003, 257). Kann der in der Verst&auml;ndigung von den Beteiligten gemeinschaftlich vorausgesetzte Zweck wegen der fehlenden &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit der betroffenen Bescheide von vornherein nicht erreicht werden, ist bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung anzunehmen, dass die Beteiligten ohne den Irrtum die Festlegungen so nicht getroffen h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ma&szlig;gebend f&uuml;r die Beurteilung, ob die &Auml;nderbarkeit der Einkommensteuerfestsetzung 2005 eine gemeinschaftliche Grundlage der Verst&auml;ndigung war, ist, dass der gemeinsame Gesch&auml;ftswille beider Parteien &#8211;zumindest stillschweigend&#8211; auf diesen Umstand gerichtet war. Insoweit hat das FG nicht hinreichend gew&uuml;rdigt, dass nach dem Inhalt der Akten sowohl die Kl&auml;ger als auch das FA beim Abschluss der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung von deren verfahrensrechtlicher Umsetzbarkeit ausgegangen sind und ihren gemeinsamen Willen darauf gerichtet haben. Dies folgt bereits daraus, dass die Beteiligten ausweislich der Niederschrift &uuml;ber den Er&ouml;rterungstermin vom 16.&nbsp;Oktober 2013 unter Ber&uuml;cksichtigung des festgelegten Sachverhalts weiter darin &uuml;bereingekommen waren, dass die Kl&auml;ger dem FA die in der Niederschrift aufgegebenen Darlegungen und Unterlagen &uuml;bermitteln sollten und dass nach Pr&uuml;fung dieser Unterlagen ein Besprechungstermin zur Einkommensteuerveranlagung 2005 im FA stattfinden sollte. Eine inhaltliche &Uuml;berpr&uuml;fung der Unterlagen im Hinblick auf eine Verlustber&uuml;cksichtigung im Veranlagungszeitraum 2005 macht jedoch nur Sinn, wenn auch das FA davon ausgegangen ist, dass die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r 2005 grunds&auml;tzlich verfahrensrechtlich noch ge&auml;ndert werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des FG hat sich im Streitfall weder lediglich das mit der Verst&auml;ndigung grunds&auml;tzlich verbundene Vertragsrisiko realisiert noch ist die Fehleinsch&auml;tzung hinsichtlich der verfahrensrechtlichen Umsetzbarkeit der Verst&auml;ndigung alleine dem Risikobereich der Kl&auml;ger zuzuweisen. Dem steht nicht entgegen, dass den Kl&auml;gern die von ihrem vormaligen Steuerberater erkl&auml;rte Einspruchsr&uuml;cknahme nach einer entsprechenden Akteneinsichtnahme h&auml;tte bekannt sein k&ouml;nnen. Zum einen besteht die Obliegenheit, sich vor Abschluss einer Verst&auml;ndigung &uuml;ber die m&ouml;gliche &Auml;nderbarkeit eines betroffenen Einkommensteuerbescheids zu informieren, nicht nur f&uuml;r den Steuerpflichtigen, sondern gleicherma&szlig;en auch f&uuml;r das FA. Unterliegen zum anderen beide Parteien einer Fehleinsch&auml;tzung hinsichtlich der rechtlichen Umsetzungsm&ouml;glichkeit der getroffenen Regelungen, ist diese nicht allein dem Verantwortungsbereich der hierdurch benachteiligten Partei zuzuweisen. Anders als das FG und das FA meinen, setzen die Anspr&uuml;che wegen beiderseitigen Irrtums auch nicht grunds&auml;tzlich voraus, dass die Fehlvorstellung auf Seiten des Anspruchstellers unverschuldet ist (vgl. zum Verschulden beim beiderseitigen Irrtum auch BGH-Urteil in BGHZ 191, 139 Rz&nbsp;18). In diesem Zusammenhang h&auml;tte das FG zudem in seine W&uuml;rdigung einbeziehen m&uuml;ssen, dass die Beteiligten die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung im Rahmen des gerichtlichen Er&ouml;rterungstermins getroffen haben, ohne dass im Vorfeld ein Anlass bestand, sich mit der Frage der Bestandskraft der nicht streitgegenst&auml;ndlichen Einkommensteuerfestsetzung 2005 zu befassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach alledem liegen im Streitfall die Voraussetzungen f&uuml;r die Anwendung der Grunds&auml;tze vom Fehlen einer f&uuml;r beide Parteien rechtserheblichen Gesch&auml;ftsgrundlage vor. Die erforderliche W&uuml;rdigung kann der Senat auf der Grundlage der vom FG hinreichend getroffenen Feststellungen selbst vornehmen (vgl. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Oktober 2016 IX&nbsp;R&nbsp;8\/16, BFHE 255, 259, BStBl II&nbsp;2017, 273). Eine Anpassung des Inhalts der Verst&auml;ndigung scheidet bereits deshalb aus, weil es hier um die zeitliche Zuordnung der den Aufl&ouml;sungsverlust begr&uuml;ndenden Umst&auml;nde geht. Es ist daher davon auszugehen, dass mit der R&uuml;cktrittserkl&auml;rung die Bindungswirkung der Verst&auml;ndigung entfallen ist. Dass der R&uuml;cktritt zun&auml;chst hilfsweise erkl&auml;rt worden ist, steht seiner Wirksamkeit nicht entgegen (vgl. auch M&uuml;nchKommBGB\/Finkenauer, a.a.O., &sect;&nbsp;313 Rz&nbsp;121).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. Der Senat kann mangels ausreichender Feststellungen nicht selbst beurteilen, ob der Aufl&ouml;sungsverlust wie von den Kl&auml;gern vorgetragen im Streitjahr zu ber&uuml;cksichtigen ist. Dies wird das FG im zweiten Rechtsgang ungeachtet der Ergebnisse der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung erneut zu beurteilen haben. In Bezug auf den Zeitpunkt der Verlustentstehung verweist der Senat auf seine Ausf&uuml;hrungen im BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Mai 2016 IX&nbsp;R&nbsp;16\/15 (BFH\/NV 2016, 1681), wonach es insoweit ma&szlig;geblich darauf ankommt, dass der gemeine Wert des dem Gesellschafter zugeteilten oder zur&uuml;ckgezahlten Verm&ouml;gens einerseits und die Liquidations- und (nachtr&auml;glichen) Anschaffungskosten des Gesellschafters andererseits im Wesentlichen feststehen. Davon ist bei einer Aufl&ouml;sung der Gesellschaft infolge Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens regelm&auml;&szlig;ig erst bei dessen Beendigung auszugehen (BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Oktober 2015 IX&nbsp;R&nbsp;41\/14, BFH\/NV 2016, 385), mithin wenn &#8211;in der Regel mit vollzogener Schlussverteilung&#8211; eine weitere Zuteilung oder Zur&uuml;ckzahlung von Restverm&ouml;gen an die Gesellschafter ausgeschlossen werden kann. Auf die Einstellung des Verfahrens kommt es dagegen nicht an. Nur ausnahmsweise kann daf&uuml;r auf einen fr&uuml;heren Zeitpunkt abgestellt werden; so beispielsweise, wenn sich aus einer Zwischenrechnungslegung des Insolvenzverwalters die endg&uuml;ltige Bewertung des Schuldnerverm&ouml;gens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ergibt (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2016, 385).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Da die Revision bereits in der Sache Erfolg hat, kommt es auf die geltend gemachten Verfahrensr&uuml;gen nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Senat sieht keinen sachlichen Grund, die Streitsache &#8211;wie von den Kl&auml;gern beantragt&#8211; an einen anderen Senat des FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;563 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Zivilprozessordnung). Da die Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat das Recht auf den gesetzlichen Richter (Art.&nbsp;101 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Grundgesetzes) ber&uuml;hrt, setzt sie besondere sachliche Gr&uuml;nde voraus, um eine willk&uuml;rfreie Ermessensaus&uuml;bung zu gew&auml;hrleisten. So kommt die Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat in Betracht, wenn ernstliche Zweifel an der Unvoreingenommenheit des erkennenden Senats des FG bestehen, der das angefochtene Urteil gesprochen hat (BFH-Urteile vom 28.&nbsp;Oktober 2015 X&nbsp;R&nbsp;47\/13, BFH\/NV 2016, 171, und vom 10.&nbsp;Mai 2016 IX&nbsp;R&nbsp;13\/15, BFH\/NV 2016, 1556). Von einer Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat ist insbesondere dann Gebrauch zu machen, wenn das Revisionsgericht aufgrund der besonderen Umst&auml;nde bef&uuml;rchten muss, dass es dem Vordergericht schwerfallen wird, sich die rechtliche Beurteilung, die zur Aufhebung des tatrichterlichen Urteils f&uuml;hrte, voll zu eigen zu machen (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;November 1993 I&nbsp;R&nbsp;68\/93, BFH\/NV 1994, 798).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierf&uuml;r liegen im Streitfall aber keine Anhaltspunkte vor. Da sich die Frage einer Zur&uuml;ckverweisung nur bei rechtsfehlerhafter Vorentscheidung stellt, kann die Zur&uuml;ckverweisung an einen anderen Senat des FG nicht mit der Unrichtigkeit des Urteils (&quot;greifbare Rechtswidrigkeiten&quot;) begr&uuml;ndet werden (BFH-Urteil in BFH\/NV 2016, 171). Auch die von den Kl&auml;gern angef&uuml;hrten Urteilspassagen reichen nicht aus, um auf eine unsachliche, unfaire oder voreingenommene Einstellung des FG den Kl&auml;gern gegen&uuml;ber schlie&szlig;en zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2017, IX R 24\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.110417.IXR24.15.0 Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &#8211; Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage bei beiderseitigem Motivirrtum &uuml;ber die verfahrensrechtliche Umsetzbarkeit einer Verst&auml;ndigung Leits&auml;tze Die Bindungswirkung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung im Steuerfestsetzungsverfahren kann nach den Grunds&auml;tzen vom Fehlen oder Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage ausnahmsweise entfallen, wenn ihr eine (irrt&uuml;mlich) von beiden Parteien angenommene Gesch&auml;ftsgrundlage von vornherein gefehlt hat &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-24-15-tatsaechliche-verstaendigung-wegfall-der-geschaeftsgrundlage-bei-beiderseitigem-motivirrtum-ueber-die-verfahrensrechtliche-umsetzbarkeit-einer-verstaendigung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;24\/15 &#8211; Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &#8211; Wegfall der Gesch&auml;ftsgrundlage bei beiderseitigem Motivirrtum &uuml;ber die verfahrensrechtliche Umsetzbarkeit einer Verst&auml;ndigung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67656","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67656"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67656\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}