{"id":67657,"date":"2017-09-14T19:00:18","date_gmt":"2017-09-14T17:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67657"},"modified":"2017-09-14T19:00:18","modified_gmt":"2017-09-14T17:00:18","slug":"vi-r-1-16-vergeblicher-aufwand-im-hinblick-auf-eine-angestrebte-vorstandsposition-sowie-zum-erwerb-einer-beteiligung-am-kuenftigen-arbeitgeber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-1-16-vergeblicher-aufwand-im-hinblick-auf-eine-angestrebte-vorstandsposition-sowie-zum-erwerb-einer-beteiligung-am-kuenftigen-arbeitgeber\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;1\/16 &#8211; Vergeblicher Aufwand im Hinblick auf eine angestrebte Vorstandsposition sowie zum Erwerb einer Beteiligung am k&uuml;nftigen Arbeitgeber"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.5.2017, VI R 1\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.170517.VIR1.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Vergeblicher Aufwand im Hinblick auf eine angestrebte Vorstandsposition sowie zum Erwerb einer Beteiligung am k&uuml;nftigen Arbeitgeber<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Erwerbsaufwand ist den Eink&uuml;nften zuzurechnen, zu denen der engere und wirtschaftlich vorrangige Veranlassungszusammenhang besteht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Aufwendungen eines Arbeitnehmers zum Erwerb einer Beteiligung an seinem (ggf. k&uuml;nftigen) Arbeitgeber sind regelm&auml;&szlig;ig auch dann nicht als (vorab entstandene) Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit abzugsf&auml;hig, wenn die Zahlung Voraussetzung f&uuml;r den Abschluss des Anstellungsvertrags ist. Derartige Aufwendungen sind abzugrenzen von solchen im Zusammenhang mit einer B&uuml;rgschafts&uuml;bernahme oder Darlehensgew&auml;hrung eines Arbeitnehmers zugunsten seines Arbeitgebers.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 21. Oktober 2015&nbsp;&nbsp;14 K 2767\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die f&uuml;r das Streitjahr (2002) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger erzielte im Streitjahr Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, wobei sein Arbeitsverh&auml;ltnis zum 31.&nbsp;Dezember 2002 endete. Im Jahr 2003 erzielte der Kl&auml;ger u.a. Betriebseinnahmen aus freiberuflicher T&auml;tigkeit als Rechtsanwalt in H&ouml;he von insgesamt 9.240,94&nbsp;EUR netto, die mit 4.577,59&nbsp;EUR auf &quot;X&quot; und mit 4.663,35&nbsp;EUR auf &quot;Y&quot; entfielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 13.&nbsp;Dezember 2002 unterzeichnete der Kl&auml;ger folgende Absichtserkl&auml;rung:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Hiermit erkl&auml;re ich, [Name des Kl&auml;gers], geb. am [Geburtsdatum des Kl&auml;gers], verbindlich, dass ich sp&auml;testens zum 1.&nbsp;April 2003 als Angestellter in die A-UNTERNEHMENSGRUPPE eintreten werde. Meine T&auml;tigkeit als Angestellter wird die &Uuml;bernahme einer Vorstandsposition in der noch zu gr&uuml;ndenden A&nbsp;HOLDING&nbsp;AG sein. Die Gr&uuml;ndung ist bis sp&auml;testens 31.&nbsp;M&auml;rz 2003 vorgesehen, sollte dies nicht der Fall sein, habe ich die M&ouml;glichkeit aufgrund noch zu vereinbarenden vertraglichen Regelungen aus dem noch zu schlie&szlig;enden Anstellungsvertrag regressfrei auszusteigen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Absichtserkl&auml;rung war zudem Voraussetzung f&uuml;r den Abschluss des Anstellungsvertrags die Hinterlegung einer Summe in H&ouml;he von 70.000&nbsp;EUR bis sp&auml;testens zum 31.&nbsp;Dezember 2002 durch den Kl&auml;ger auf ein noch zu benennendes Konto der A-UNTERNEHMENSGRUPPE (A-Gruppe). Vereinbart war, dass die zu hinterlegende Summe dem Erwerb von 7&nbsp;000 Aktien aus einer nach Gr&uuml;ndung der A&nbsp;HOLDING&nbsp;AG (AG) durchzuf&uuml;hrenden Kapitalerh&ouml;hung dienen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Herren M und K hatten als Mehrheitsgesellschafter der A-Gruppe bereits am 13.&nbsp;November 2002 folgende Erkl&auml;rung unterzeichnet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Hiermit erkl&auml;ren die unterzeichnenden Mehrheitsgesellschafter der A-Gruppe verbindlich, die vorstehende Absichtserkl&auml;rung des [Name des Kl&auml;gers] anzunehmen und mit [Name des Kl&auml;gers] nach Hinterlegung der vereinbarten EUR&nbsp;70.000,00 einen Anstellungsvertrag mit den vorgenannten Grundbedingungen abzuschlie&szlig;en. Voraussetzung ist, dass der Anstellungsvertrag beinhaltet, dass mit [Name des Kl&auml;gers] eine j&auml;hrliche Bruttoverg&uuml;tung in H&ouml;he von EUR&nbsp;90.000,00 &#8230; vereinbart wird und die j&auml;hrliche Bruttoverg&uuml;tung in 12 monatlichen Raten zur Auszahlung gelangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Unterzeichnenden erkl&auml;ren weiterhin verbindlich, bis zum 31.&nbsp;M&auml;rz 2003 die AG zu gr&uuml;nden und die einzelnen Gesellschaften der A-Gruppe mit den von ihnen vertretenen Gesellschaftsanteilen in die AG einzubringen. Weiter erkl&auml;ren die Unterzeichner verbindlich, dass sie aufgrund ihrer Mehrheiten daf&uuml;r Sorge tragen werden, dass [Name des Kl&auml;gers] als Vorstand der noch zu gr&uuml;ndenden AG durch den noch einzusetzenden Aufsichtsrat der AG bestellt wird. Der Bestellungszeitraum wird 5 Jahre umfassen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls am 13.&nbsp;Dezember 2002 wurde Einigkeit zwischen dem Kl&auml;ger und der A-Gruppe dahingehend erzielt, dass anstelle des in der Absichtserkl&auml;rung genannten Betrags von 70.000&nbsp;EUR eine Summe von 75.000&nbsp;EUR zu hinterlegen war. Dadurch sollte die Beteiligungsh&ouml;he des Kl&auml;gers an der noch zu gr&uuml;ndenden AG auf 10&nbsp;% angehoben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger zahlte den Betrag von 75.000&nbsp;EUR am 18.&nbsp;Dezember 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 27.&nbsp;M&auml;rz 2003 wurde dem Kl&auml;ger bekannt, dass der von ihm gezahlte Betrag abredewidrig als &quot;Darlehen&quot; zu Gunsten der Y&nbsp;GmbH (GmbH) verwendet wurde. W&auml;hrend des I. und II.&nbsp;Quartals des Jahres 2003 wurde der Betrag abredewidrig zur Deckung operativer Kosten dieser Gesellschaft verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erkl&auml;rte daraufhin am 19.&nbsp;Mai 2003 seinen R&uuml;cktritt und forderte die R&uuml;ckzahlung des Betrags von 75.000&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundeter Erkl&auml;rung vom 19.&nbsp;September 2003 erkannten die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH eine Zahlungsverpflichtung gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger selbst&auml;ndig an. In der Folgezeit seitens des Kl&auml;gers vorgenommene Pf&auml;ndungen erbrachten jedoch keine Ergebnisse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger als Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb einen Verlust von 75.000&nbsp;EUR geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;hrte die Veranlagung ohne diesen Verlust durch. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er aus, es handele sich um einen Vorgang auf der privaten Verm&ouml;gensebene. Im weiteren Verlauf erlie&szlig; das FA mehrere aus nicht streitgegenst&auml;ndlichen Gr&uuml;nden ge&auml;nderte Bescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im erfolglos gebliebenen Einspruchsverfahren begehrten die Kl&auml;ger die Ber&uuml;cksichtigung des Betrags von 75.000&nbsp;EUR im Wege des Verlustr&uuml;cktrags als Betriebsausgabe bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus seiner freiberuflichen T&auml;tigkeit als Rechtsanwalt. Nachdem der Kl&auml;ger seinen R&uuml;cktritt erkl&auml;rt habe, habe er den Betrag als Darlehen ausgereicht. Dieses sei im Jahr 2003 wertlos geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Klageverfahren hielten die Kl&auml;ger zun&auml;chst an der vorgenannten Auffassung fest, bevor sie schlie&szlig;lich die Ber&uuml;cksichtigung als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit begehrten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 469 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt. Die Zahlung des Betrags von 75.000&nbsp;EUR sei durch die angestrebte Anstellung des Kl&auml;gers als Vorstand in der noch zu gr&uuml;ndenden AG veranlasst gewesen. Diese berufliche Veranlassung werde nicht von dem weiteren Veranlassungszusammenhang mit der geplanten, aber nicht verwirklichten Beteiligung von 10&nbsp;% an der noch zu gr&uuml;ndenden AG verdr&auml;ngt. Damit handele es sich um vorweggenommene, vergebliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung von &sect;&nbsp;9 des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A) Die Revision ist zul&auml;ssig. Insbesondere entspricht die Revisionsbegr&uuml;ndung den Anforderungen des &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a FGO muss die Revisionsbegr&uuml;ndung die bestimmte Bezeichnung der Umst&auml;nde enthalten, aus denen sich die Rechtsverletzung ergibt. Dies erfordert, dass erkennbar sein muss, welche Norm der Revisionskl&auml;ger f&uuml;r verletzt h&auml;lt. Ferner muss der Revisionskl&auml;ger die Gr&uuml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art angeben, die nach seiner Auffassung das erstinstanzliche Urteil als unrichtig erscheinen lassen. Das folgt aus dem Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a FGO, das Revisionsgericht zu entlasten und den Revisionskl&auml;ger zu zwingen, Inhalt, Umfang und Zweck des Revisionsangriffs von vornherein klarzustellen (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30.&nbsp;April 2002 VII&nbsp;R&nbsp;109\/00, BFH\/NV 2002, 1185, und vom 31.&nbsp;Oktober 2002 VII&nbsp;R&nbsp;4\/02, BFH\/NV 2003, 328). Demgem&auml;&szlig; muss sich der Revisionskl&auml;ger mit den tragenden Gr&uuml;nden des finanzgerichtlichen Urteils auseinandersetzen und darlegen, weshalb er diese f&uuml;r unrichtig h&auml;lt (BFH-Beschl&uuml;sse vom 16.&nbsp;Oktober 1998 III&nbsp;R&nbsp;7\/98, BFH\/NV 1999, 501; vom 27.&nbsp;November 2003 VII&nbsp;R&nbsp;49\/03, BFH\/NV 2004, 521, und vom 20.&nbsp;April 2010 VI&nbsp;R&nbsp;44\/09, BFHE 228, 407, BStBl II 2010, 691; BFH-Urteil vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2000 III&nbsp;R&nbsp;21\/99, BFHE 192, 169, BStBl II 2000, 700). Aus der Revisionsbegr&uuml;ndung muss erkennbar sein, welche Rechtsnorm der Revisionskl&auml;ger f&uuml;r verletzt h&auml;lt (BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Dezember 1970 III&nbsp;R&nbsp;32\/70, BFHE 101, 349, BStBl II 1971, 329; vom 25.&nbsp;Juni 2003 X&nbsp;R&nbsp;66\/00, BFH\/NV 2004, 19, und vom 28.&nbsp;November 2007 X&nbsp;R&nbsp;24\/06, BFH\/NV 2008, 774).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revisionsschrift gen&uuml;gt diesen Anforderungen. Aus der Revisionsbegr&uuml;ndung ergibt sich, welche Rechtsnorm &#8211;n&auml;mlich &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 EStG&#8211; das FA f&uuml;r verletzt h&auml;lt. Dar&uuml;ber hinaus hat sich das FA auch in ausreichendem Ma&szlig;e mit den tragenden Gr&uuml;nden des angefochtenen Urteils auseinandergesetzt. So hat es insbesondere mit seinem Vorbringen, nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung seien Verm&ouml;gensverluste in Form eines Darlehens oder aus der Inanspruchnahme einer B&uuml;rgschaft einerseits und einer (auch erst k&uuml;nftigen) Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft andererseits steuerrechtlich unterschiedlich zu behandeln, dargetan, weshalb es die Vorentscheidung f&uuml;r rechtsfehlerhaft h&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B) Die Revision des FA ist auch begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO). Entgegen der Ansicht des FG kann der Kl&auml;ger den Betrag von 75.000&nbsp;EUR nicht als Werbungskosten (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 EStG) bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit (&sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG) abziehen. Der Kapitalverlust ist im Streitjahr auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Werbungskosten sind nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit i.S. von &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 EStG sind dies Aufwendungen, die durch den Beruf des Steuerpflichtigen veranlasst sind. Eine solche Veranlassung liegt vor, wenn ein objektiver Zusammenhang mit dem Beruf besteht und wenn die Aufwendungen subjektiv zur F&ouml;rderung des Berufs get&auml;tigt werden (Senatsurteil vom 19.&nbsp;Januar 2017 VI&nbsp;R&nbsp;37\/15, BFHE 257, 58, BStBl II 2017, 526, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Aufwendungen, die anfallen, bevor Einnahmen erzielt werden, k&ouml;nnen als vorab entstandene Werbungskosten abgezogen werden, sofern ein ausreichend bestimmter wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Aufwendungen und der Einkunftsart besteht, in deren Rahmen der Abzug begehrt wird (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 4.&nbsp;Juli 1990 GrS&nbsp;1\/89, BFHE 160, 466, BStBl II 1990, 830). Ein solcher Abzug ist von dem Zeitpunkt an gegeben, zu dem sich anhand objektiver Umst&auml;nde feststellen l&auml;sst, dass der Entschluss, Eink&uuml;nfte einer bestimmten Einkunftsart zu erzielen, endg&uuml;ltig gefasst worden ist (BFH-Urteile vom 29.&nbsp;November 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;96\/81, BFHE 140, 208, BStBl II 1984, 303; vom 29.&nbsp;Juli 1986 IX&nbsp;R&nbsp;206\/84, BFHE 147, 176, BStBl II 1986, 747; vom 6.&nbsp;September 2006 IX&nbsp;R&nbsp;13\/05, BFH\/NV 2007, 406; Vorlagebeschluss des Senats vom 17.&nbsp;Juli 2014 VI&nbsp;R&nbsp;8\/12, BFHE 247, 64). Die (vorab entstandenen) Aufwendungen k&ouml;nnen &#8211;als vergeblicher Aufwand&#8211; selbst dann zu ber&uuml;cksichtigen sein, wenn es entgegen den Planungen des Steuerpflichtigen nicht zu Einnahmen kommt, sofern nur eine erkennbare Beziehung zu den angestrebten Eink&uuml;nften besteht (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 160, 466, BStBl II 1990, 830, unter C.III.2.a; BFH-Urteil vom 29.&nbsp;November 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;160\/82, BFHE 140, 216, BStBl II 1984, 307, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG sind Werbungskosten bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie erwachsen sind. Stehen die Aufwendungen zu mehreren Einkunftsarten in einem wirtschaftlichen Zusammenhang, entscheidet nach st&auml;ndiger Rechtsprechung der engere und wirtschaftlich vorrangige Veranlassungszusammenhang (vgl. Senatsurteil vom 21.&nbsp;April 1961 VI&nbsp;158\/59&nbsp;U, BFHE 73, 449, BStBl III 1961, 431). Danach sind Aufwendungen der Einkunftsart zuzuordnen, die im Vordergrund steht und die die Beziehungen zu den anderen Eink&uuml;nften verdr&auml;ngt (Senatsurteile vom 8.&nbsp;Juli 2015 VI&nbsp;R&nbsp;77\/14, BFHE 250, 518, BStBl II 2016, 60; vom 3.&nbsp;September 2015 VI&nbsp;R&nbsp;58\/13, BFHE 251, 429, BStBl II 2016, 305).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese Rechtsgrunds&auml;tze hat der erkennende Senat in st&auml;ndiger Rechtsprechung in Bezug auf die Frage, ob B&uuml;rgschaftsverluste &#8211;oder auch Darlehensverluste&#8211; durch das Arbeitsverh&auml;ltnis veranlasst sind, konkretisiert (hierzu Senatsurteile in BFHE 250, 518, BStBl II 2016, 60, Rz&nbsp;21, und in BFHE 251, 429, BStBl II 2016, 305, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Hiervon abzugrenzen sind jedoch solche Aufwendungen des Arbeitnehmers, die den Erwerb einer Beteiligung an dem Arbeitgeber betreffen. Derartige Aufwendungen sind nach der Rechtsprechung des BFH jedenfalls &quot;nicht ohne weiteres&quot; den Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zuzurechnen, weil sie &quot;im allgemeinen&quot; nicht unmittelbar mit diesen Eink&uuml;nften, sondern mit solchen aus Kapitalverm&ouml;gen im Zusammenhang stehen, selbst wenn damit auch die Arbeitnehmert&auml;tigkeit gef&ouml;rdert wird (Senatsurteil in BFHE 73, 449, BStBl III 1961, 431; BFH-Urteil vom 5.&nbsp;April 2006 IX&nbsp;R&nbsp;111\/00, BFHE 213, 341, BStBl II 2006, 654). Vielmehr spricht eine Vermutung daf&uuml;r, dass der Arbeitnehmer mit dem Erwerb einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft nicht nur die Sicherung seines Arbeitsplatzes beabsichtigt, sondern auch die mit der Stellung als Gesellschafter verbundenen Rechte erstrebt (Senatsurteil vom 12.&nbsp;Mai 1995 VI&nbsp;R&nbsp;64\/94, BFHE 177, 472, BStBl II 1995, 644; BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Oktober 2016 IX&nbsp;R&nbsp;43\/15, BFHE 255, 442). Dies gilt auch dann, wenn der Erwerb der Beteiligung (arbeitsvertragliche) Voraussetzung f&uuml;r die Erlangung der angestrebten Position ist (Senatsurteile in BFHE 73, 449, BStBl III 1961, 431; in BFHE 177, 472, BStBl II 1995, 644; BFH-Urteile in BFHE 213, 341, BStBl II 2006, 654, und vom 5.&nbsp;April 2006 IX&nbsp;R&nbsp;80\/01, BFH\/NV 2006, 1817) oder wenn der Steuerpflichtige sich beteiligt, um durch die Zuf&uuml;hrung von Kapital den Fortbestand der Gesellschaft und damit gleichzeitig seinen eigenen Arbeitsplatz zu erhalten (BFH-Urteil in BFHE 213, 341, BStBl II 2006, 654). Insoweit besteht nach der Rechtsprechung des BFH ein vorrangiger Zusammenhang mit den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die unterschiedliche steuerliche Behandlung von Verm&ouml;gensverlusten in Form eines Darlehens oder einer B&uuml;rgschaftsinanspruchnahme einerseits und einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft andererseits hat der erkennende Senat insbesondere deshalb als gerechtfertigt angesehen, weil der Arbeitnehmer bei der Darlehens- oder B&uuml;rgschaftsgew&auml;hrung ausschlie&szlig;lich das einseitige Risiko eines wirtschaftlichen Verlustes des Darlehens oder der Inanspruchnahme aus der B&uuml;rgschaft auf sich nimmt (Senatsurteil in BFHE 177, 472, BStBl II 1995, 644, f&uuml;r Darlehensgew&auml;hrung durch den Arbeitnehmer). Demgegen&uuml;ber besteht bei der Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft nicht nur die Gefahr eines Wertverlustes, sondern das &uuml;bernommene Risiko enth&auml;lt umgekehrt auch die Chance einer Wertsteigerung. Ein hieraus resultierender Gewinn w&auml;re im Falle der Ver&auml;u&szlig;erung entweder nach &sect;&nbsp;17 EStG oder &sect;&nbsp;23 EStG, nicht aber nach &sect;&nbsp;19 EStG zu versteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nur ausnahmsweise kann auf dieser Grundlage die Annahme in Betracht kommen, dass der Arbeitnehmer mit dem Erwerb einer Beteiligung nicht die mit der Stellung als Gesellschafter verbundenen Rechte (vgl. dazu Senatsurteile in BFHE 73, 449, BStBl III 1961, 431, und in BFHE 177, 472, BStBl II 1995, 644, sowie BFH-Urteil in BFHE 213, 341, BStBl II 2006, 654, m.w.N.), sondern nahezu ausschlie&szlig;lich die Sicherung seines bestehenden oder die Erlangung eines h&ouml;herwertigen Arbeitsplatzes erstrebt. Das kann insbesondere bei negativer &Uuml;berschussprognose und damit erkennbar fehlender Absicht zur Erzielung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen aus einer solchen Beteiligung der Fall sein (BFH-Urteil in BFHE 213, 341, BStBl II 2006, 654).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Denn es hat die Frage, zu welcher Einkunftsart der engere und wirtschaftlich vorrangige Veranlassungszusammenhang besteht, anhand der vom Senat zu B&uuml;rgschafts- oder Darlehensverlusten konkretisierten Rechtsgrunds&auml;tze beantwortet und dabei insbesondere auf die erstrebte Beteiligungsh&ouml;he abgestellt. Seine Entscheidung kann daher keinen Bestand haben. Aufgrund der getroffenen Feststellungen kann der Senat in der Sache selbst entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der streitgegenst&auml;ndliche Betrag in H&ouml;he von 75.000&nbsp;EUR wurde vom Kl&auml;ger am 18.&nbsp;Dezember 2002 auf einem Konto der A-Gruppe hinterlegt, um damit 7&nbsp;500 Aktien an der AG im Rahmen ihrer beabsichtigten Gr&uuml;ndung im Folgejahr zu erwerben. Aus diesen Aktien h&auml;tte der Kl&auml;ger in Zukunft Gewinnanteile in Form von Dividenden und damit Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar bestand daneben offenkundig auch ein Zusammenhang mit den ab dem Jahr 2003 beabsichtigten Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, weil die Hinterlegung des Betrags von 75.000&nbsp;EUR und die damit beabsichtigte Beteiligung an der noch zu gr&uuml;ndenden AG ausweislich der Absichtserkl&auml;rung Voraussetzung f&uuml;r den Abschluss eines Anstellungsvertrags entsprechend den in der Absichtserkl&auml;rung niedergelegten Vereinbarungen war. Diese Beziehung wird im Streitfall indes durch den mit dem hinterlegten Geld verfolgten Zweck in Form des Anteilserwerbs an der AG &uuml;berlagert. Denn unabh&auml;ngig davon, ob und inwieweit der beabsichtigte Aktienerwerb auch durch das beabsichtigte Arbeitsverh&auml;ltnis mit der AG motiviert war, bezweckte der Betrag die Finanzierung des beabsichtigten Beteiligungserwerbs als eigenst&auml;ndige Einkunftsquelle. Dagegen wird der n&auml;here Zusammenhang zu einer Einkunftsart nicht allein durch eine Bedingung (wie im Streitfall der Verpflichtung zur Hinterlegung des Geldbetrags als Voraussetzung f&uuml;r den Abschluss des Anstellungsvertrags) im Sinne einer naturwissenschaftlichen Kausalkette begr&uuml;ndet (vgl. hierzu z.B. Senatsurteil vom 17.&nbsp;September 2009 VI&nbsp;R&nbsp;24\/08, BFHE 226, 321, BStBl II 2010, 198).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anhaltspunkte f&uuml;r eine ausnahmsweise anderweitige Beurteilung (Zuordnung zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit) sind weder aus den vom FG getroffenen Feststellungen noch sonst ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine steuerliche Ber&uuml;cksichtigung des Verlustes des hinterlegten Betrags von 75.000&nbsp;EUR nach &sect;&nbsp;17 EStG ist im Streitjahr ebenfalls nicht m&ouml;glich. Abgesehen davon, dass zweifelhaft ist, ob der Verlust insoweit bereits im Streitjahr zu ber&uuml;cksichtigen w&auml;re, scheitert der Ansatz insgesamt daran, dass &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;4 EStG nicht auf Verluste anwendbar sind, die dem Steuerpflichtigen im Zusammenhang mit einem geplanten, aber fehlgeschlagenen Erwerb einer qualifizierten Beteiligung an einer tats&auml;chlich nicht gegr&uuml;ndeten Kapitalgesellschaft entstehen (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;April 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;4\/02, BFHE 205, 292, BStBl II 2004, 597; BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Mai 2009 IX&nbsp;B&nbsp;221\/08, BFH\/NV 2009, 1265).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.5.2017, VI R 1\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.170517.VIR1.16.0 Vergeblicher Aufwand im Hinblick auf eine angestrebte Vorstandsposition sowie zum Erwerb einer Beteiligung am k&uuml;nftigen Arbeitgeber Leits&auml;tze 1. Erwerbsaufwand ist den Eink&uuml;nften zuzurechnen, zu denen der engere und wirtschaftlich vorrangige Veranlassungszusammenhang besteht. 2. 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