{"id":67659,"date":"2017-09-14T18:54:58","date_gmt":"2017-09-14T16:54:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67659"},"modified":"2017-09-14T18:54:58","modified_gmt":"2017-09-14T16:54:58","slug":"x-r-4-16-bescheidkorrektur-bei-nichtberuecksichtigung-einer-umsatzsteuervorauszahlung-als-betriebsausgabe-im-jahr-ihrer-wirtschaftlichen-zugehoerigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-4-16-bescheidkorrektur-bei-nichtberuecksichtigung-einer-umsatzsteuervorauszahlung-als-betriebsausgabe-im-jahr-ihrer-wirtschaftlichen-zugehoerigkeit\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;4\/16 &#8211; Bescheidkorrektur bei Nichtber&uuml;cksichtigung einer Umsatzsteuervorauszahlung als Betriebsausgabe im Jahr ihrer wirtschaftlichen Zugeh&ouml;rigkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.5.2017, X R 4\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.030517.XR4.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Bescheidkorrektur bei Nichtber&uuml;cksichtigung einer Umsatzsteuervorauszahlung als Betriebsausgabe im Jahr ihrer wirtschaftlichen Zugeh&ouml;rigkeit<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 14. April 2015 1 K 1609\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das S&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr 2011 Eink&uuml;nfte aus der gewerblichen Vermietung von Arbeitsb&uuml;hnen. Den Gewinn seines Einzelunternehmens ermittelte er durch Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beglich die Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r November 2011 &#8211;unter Inanspruchnahme der Dauerfristverl&auml;ngerung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;46 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung&#8211; am 10.&nbsp;Januar 2012 mittels Lastschrifteinzug. Mit nicht unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehendem Bescheid vom 7.&nbsp;Februar 2013 stellte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Gewerbebetrieb im Streitjahr gesondert fest. Dem lagen die Angaben aus einer elektronisch an das FA &uuml;bermittelten Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung f&uuml;r 2011 zugrunde. Der darin in Zeile&nbsp;45 angegebene Gesamtbetrag der an das FA gezahlten Umsatzsteuer umfasste die Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r November 2011 nicht. Der Gewinnfeststellungsbescheid wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger machte die Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r November 2011 in der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung f&uuml;r das Folgejahr 2012 als Betriebsausgabe geltend. Dagegen wandte das FA ein, diese Vorauszahlung k&ouml;nne nicht in 2012 angesetzt werden, weil sie am 10.&nbsp;Januar 2012 geleistet worden sei und damit wegen der Regelung des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG bereits im Jahr 2011 zu ber&uuml;cksichtigen gewesen w&auml;re. Daraufhin beantragte der Kl&auml;ger, den Gewinnfeststellungsbescheid 2011 entsprechend zu korrigieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies lehnte das FA mit der Begr&uuml;ndung ab, es stehe keine Korrekturvorschrift zur Verf&uuml;gung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im darauffolgenden Klageverfahren obsiegte der Kl&auml;ger. Das Finanzgericht (FG) erkannte mit in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2016, 1200 ver&ouml;ffentlichtem Urteil, in Bezug auf den Gewinnfeststellungsbescheid 2011 l&auml;gen die Voraussetzungen einer Berichtigung nach &sect;&nbsp;129 der Abgabenordnung (AO) vor. Der Bescheid sei unrichtig, da die Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r November 2011 im Jahr 2011 als Betriebsausgabe abzuziehen gewesen sei. Diese Unrichtigkeit sei auch offenbar. Der Kl&auml;ger habe eine Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung f&uuml;r 2011 eingereicht und darin eine geleistete Vorauszahlung nicht ber&uuml;cksichtigt, obschon er diese Zahlung in der zeitgleich &uuml;bermittelten Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2011 ausgewiesen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mangelnde Sachaufkl&auml;rung sei nicht Ursache der Unrichtigkeit gewesen, denn dem FA sei bei Durchf&uuml;hrung der gesonderten Feststellung bekannt gewesen, dass die Umsatzsteuervorauszahlungen des Kl&auml;gers per Lastschrift geleistet worden seien. Daher habe sich aus der ma&szlig;geblichen Sicht eines objektiven Dritten und somit auch aus Sicht des FA ergeben, dass der Kl&auml;ger die umsatzsteuerlich ber&uuml;cksichtigte Zahlung nur aufgrund eines mechanischen Versehens nicht in seiner Feststellungserkl&auml;rung aufgenommen habe. Diese Fehlerhaftigkeit sei f&uuml;r das FA anhand der ihm zur Verf&uuml;gung stehenden Unterlagen, die sich nicht auf die Steuerart beschr&auml;nkten, bei der der Fehler unterlaufen sei, ohne Weiteres erkennbar gewesen; es habe sich das Versehen des Kl&auml;gers zu eigen gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA eine rechtsfehlerhafte Anwendung des &sect;&nbsp;129 AO. Au&szlig;erdem habe das FG Verfahrensrecht verletzt, indem es den Inhalt der von ihm zur Urteilsbegr&uuml;ndung herangezogenen Umsatzsteuererkl&auml;rung 2011 nicht ausgesch&ouml;pft habe (Versto&szlig; gegen das Vollst&auml;ndigkeitsgebot, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Anders als das FG ausf&uuml;hre, sei die Vorauszahlung f&uuml;r November 2011 darin nicht gesondert ausgewiesen. Stattdessen enthalte die Jahreserkl&auml;rung ebenfalls nur die Angabe eines Gesamtbetrags.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat keinen Revisionsantrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG getroffenen Feststellungen reichen nicht aus, um einen &#8211;hier sehr naheliegenden&#8211; Rechtsirrtum des Kl&auml;gers bzw. seines steuerlichen Beraters bei der Erstellung der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung f&uuml;r 2011 auszuschlie&szlig;en. Schon aus diesem Grund kann die Anwendung des &sect;&nbsp;129 AO im Streitfall keinen Bestand haben (unter 1.b&nbsp;aa). Des Weiteren hat die Vorinstanz zu Unrecht in der Nichtber&uuml;cksichtigung der Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r November 2011 eine offenbare Unrichtigkeit des Gewinnfeststellungsbescheids 2011 gesehen (unter 1.b&nbsp;bb, cc). Die Sache ist gleichwohl nicht spruchreif, weil sich anhand der bisher vom FG getroffenen Feststellungen nicht abschlie&szlig;end beurteilen l&auml;sst, ob die vom Kl&auml;ger begehrte Bescheidkorrektur ggf. auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO oder &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;3 AO gest&uuml;tzt werden kann (unter&nbsp;2.). Sollte dies der Fall sein, wird sich das FG zudem mit eventuellen Anschlusssaldierungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;2 AO befassen m&uuml;ssen (unter&nbsp;3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO kann die Finanzbeh&ouml;rde Schreibfehler, Rechenfehler und &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeiten, die beim Erlass eines Verwaltungsakts unterlaufen sind, jederzeit innerhalb der Verj&auml;hrungsfrist berichtigen. Bei berechtigtem Interesse des Beteiligten ist zu berichtigen (&sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Offenbare Unrichtigkeiten i.S. von &sect;&nbsp;129 AO sind mechanische Versehen wie beispielsweise Eingabe- oder &Uuml;bertragungsfehler. Dagegen schlie&szlig;en Fehler bei der Auslegung oder Anwendung einer Rechtsnorm, eine unrichtige Tatsachenw&uuml;rdigung oder die unzutreffende Annahme eines in Wirklichkeit nicht vorliegenden Sachverhalts eine offenbare Unrichtigkeit aus. &sect;&nbsp;129 AO ist ferner nicht anwendbar, wenn auch nur die ernsthafte M&ouml;glichkeit besteht, dass die Nichtbeachtung einer feststehenden Tatsache in einer fehlerhaften Tatsachenw&uuml;rdigung oder einem sonstigen sachverhaltsbezogenen Denk- oder &Uuml;berlegungsfehler begr&uuml;ndet ist oder auf mangelnder Sachverhaltsaufkl&auml;rung beruht. Die Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect;&nbsp;129 AO setzt grunds&auml;tzlich voraus, dass der offenbare Fehler in der Sph&auml;re der den Verwaltungsakt erlassenden Finanzbeh&ouml;rde entstanden ist (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;September 2015 IX&nbsp;R&nbsp;37\/14, BFHE 250, 332, BStBl II 2015, 1040, Rz&nbsp;17). Da die Unrichtigkeit nicht aus dem Bescheid selbst erkennbar sein muss, ist die Vorschrift aber auch dann anwendbar, wenn das FA offenbar fehlerhafte Angaben des Steuerpflichtigen als eigene &uuml;bernimmt (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;August 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;9\/11, BFHE 242, 302, BStBl II 2014, 439, Rz&nbsp;15, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob ein mechanisches Versehen oder ein die Berichtigung nach &sect;&nbsp;129 AO ausschlie&szlig;ender Tatsachen- oder Rechtsirrtum vorliegt, muss nach den Verh&auml;ltnissen des Einzelfalls und dabei insbesondere nach der Aktenlage beurteilt werden. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine Tatfrage, die der revisionsgerichtlichen Pr&uuml;fung nur in eingeschr&auml;nktem Umfang unterworfen ist (vgl. zuletzt Senatsurteile vom 3.&nbsp;August 2016 X&nbsp;R&nbsp;20\/15, BFH\/NV 2017, 438, und vom 26.&nbsp;Oktober 2016 X&nbsp;R&nbsp;1\/14, BFH\/NV 2017, 257, jeweils unter&nbsp;II.1.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daran gemessen erweist sich die W&uuml;rdigung des FG, der streitgegenst&auml;ndliche Gewinnfeststellungsbescheid k&ouml;nne gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;129 AO berichtigt werden, als rechtsfehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dies ergibt sich bereits daraus, dass die Vorinstanz erkennbar nicht in die Pr&uuml;fung eingetreten ist, ob vorliegend ein &#8211;die Anwendung von &sect;&nbsp;129 AO ausschlie&szlig;ender&#8211; Rechtsirrtum f&uuml;r die Unrichtigkeit des Feststellungsbescheids urs&auml;chlich geworden sein k&ouml;nnte. Eine solche Pr&uuml;fung war im Streitfall zwingend geboten, weil der Kl&auml;ger bzw. dessen steuerlicher Berater nicht nur die am 10.&nbsp;Januar 2012 beglichene Umsatzsteuervorauszahlung entgegen &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG nicht in der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung f&uuml;r 2011 angesetzt hat, sondern sie &#8211;unstreitig&#8211; erst in derjenigen des Folgejahres als Betriebsausgabe ber&uuml;cksichtigen wollte. Mit diesem Erkl&auml;rungsverhalten ist die tragende Schlussfolgerung des FG, der Kl&auml;ger habe die in Rede stehende Umsatzsteuervorauszahlung nur aufgrund eines mechanischen Versehens nicht im Jahr 2011 ber&uuml;cksichtigt, unvereinbar. Weitere Feststellungen zu der Frage, weshalb die Vorauszahlung von Anfang an im unzutreffenden Jahr 2012 steuermindernd in Ansatz gebracht und nur nach einem Hinweis durch das FA ein entsprechender Korrekturantrag gestellt worden ist, fehlen. Somit stellt sich bereits die Sachverhaltsw&uuml;rdigung des FG als l&uuml;ckenhaft dar, was schon f&uuml;r sich gesehen die Urteilsaufhebung nach sich ziehen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ungeachtet dessen kann im Streitfall nicht angenommen werden, die Unrichtigkeit des Gewinnfeststellungsbescheids sei &quot;offenbar&quot; gewesen. Die von der Vorinstanz durch Verweisung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FGO zum Urteilsgegenstand gemachte Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung f&uuml;r 2011 enth&auml;lt keine Angaben zu den einzelnen Umsatzsteuervorauszahlungen. Stattdessen sah Zeile&nbsp;45 des Steuererkl&auml;rungsformulars lediglich die Angabe eines Gesamtbetrags vor. Aus welchen Einzelpositionen &#8211;d.h. inklusive oder exklusive der Vorauszahlung f&uuml;r November 2011&#8211; sich die dort angegebene Summe zusammensetzte, war nicht erkennbar. Um dies aufzudecken, h&auml;tte das FA bzw. ein gedachter objektiver Dritter den Gesamtbetrag in die zugrunde liegenden Einzelpositionen aufl&ouml;sen und einen Abgleich mit allen f&uuml;r das Kalenderjahr 2011 &#8211;unter Beachtung des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG&#8211; abgeflossenen Umsatzsteuervorauszahlungen vornehmen m&uuml;ssen. Auf andere Weise w&auml;re bei der gegebenen Sachlage nicht feststellbar gewesen, dass die streitige Vorauszahlung nicht in der Gesamtsumme dieses Betriebsausgabenpostens enthalten war. In einer solchen, weitere Sachaufkl&auml;rungsma&szlig;nahmen und Berechnungen des FA notwendig machenden Situation ist die betreffende Unrichtigkeit aber nicht mehr offenbar (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;August 2012 IX&nbsp;R&nbsp;4\/12, BFH\/NV 2013, 1, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Daran &auml;nderte der vom FG herangezogene Inhalt der Umsatzsteuererkl&auml;rung 2011 nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Hierzu ist zun&auml;chst zu bemerken, dass der Senat aus den Gr&uuml;nden der angefochtenen Entscheidung nicht nachvollziehen kann, aufgrund welcher Tatsachen die Vorinstanz zu der Feststellung gelangt ist, der Kl&auml;ger habe die Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r November 2011 in der zeitgleich &uuml;bermittelten Umsatzsteuererkl&auml;rung 2011 &quot;ausgewiesen&quot;. Die hierf&uuml;r auf Seite&nbsp;5, zweiter Absatz, des FG-Urteils vorgenommene Verweisung auf Blatt&nbsp;16 der Bilanzakte f&uuml;hrt lediglich zu einem vom 21.&nbsp;Dezember 2012 datierenden Schriftsatz des steuerlichen Beraters des Kl&auml;gers, in dem dieser dem FA nachrichtlich mitteilt, welche Steuererkl&auml;rungen an jenem Tag elektronisch &uuml;bermittelt wurden. Die Umsatzsteuererkl&auml;rung 2011 (einschlie&szlig;lich etwaiger freitextlicher bzw. schrifts&auml;tzlicher Erg&auml;nzungen) ist demgegen&uuml;ber nicht Bestandteil der Bilanzakte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Selbst wenn man davon ausginge, die Umsatzsteuererkl&auml;rung habe tats&auml;chlich eine Auflistung s&auml;mtlicher Umsatzsteuervorauszahlungen des Jahres 2011 enthalten, begr&uuml;ndet dies keine offenbare Unrichtigkeit des Gewinnfeststellungsbescheids. Auch in diesem Fall w&auml;ren weitere Pr&uuml;fungen des FA unumg&auml;nglich gewesen. Angesichts der systematischen Unterschiede zwischen Einkommen- und Umsatzsteuererhebung ist es n&auml;mlich keineswegs unwahrscheinlich, sondern sogar regelm&auml;&szlig;ig zu erwarten, dass der Gesamtbetrag der in die Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung und die Umsatzsteuererkl&auml;rung desselben Jahres aufgenommenen Vorauszahlungen differiert. Dies ist darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass das im Einkommensteuerrecht in F&auml;llen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 EStG geltende Abflussprinzip nicht auf das Umsatzsteuerrecht erstreckt worden ist. Anders als &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 EStG stellt &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) einheitlich auf die Summe der Vorauszahlungen ab, ohne dass es darauf ank&auml;me, zu welchem Zeitpunkt sie entrichtet worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Die erforderliche &quot;Offenbarkeit&quot; der Unrichtigkeit l&auml;sst sich ferner nicht damit begr&uuml;nden, dem FA sei bekannt gewesen, dass die Umsatzsteuervorauszahlungen per Lastschrift geleistet worden seien (FG-Urteil, Seite&nbsp;5, zweiter Absatz). &sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 AO betrifft lediglich die Bestimmung des Zeitpunkts der Entrichtung, d.h. im hiesigen Kontext des Abflusses (&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 EStG), von Zahlungen an das FA, die wirksam geleistet worden sind. Damit ist die Gutschrift des Betrags auf dem Konto des FA gemeint (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;675t Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs). Kommt eine solche Gutschrift z.B. wegen fehlender Kontodeckung bzw. ausgesch&ouml;pften Kreditrahmens oder aufgrund Widerspruchs nicht zustande, kann trotz erteilter Einzugserm&auml;chtigung kein Betriebsausgabenabzug beansprucht werden (vgl. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Januar 1986 IX&nbsp;R&nbsp;51\/80, BFHE 146, 48, BStBl II 1986, 453, unter&nbsp;2.; BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2016 VIII&nbsp;B&nbsp;58\/15, BFH\/NV 2016, 1008, unter&nbsp;1.b). Demzufolge war die Teilnahme des Kl&auml;gers am Lastschriftverfahren allein nicht geeignet, die genannten weiteren &Uuml;berpr&uuml;fungen durch das FA entbehrlich zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Auch aus dem BFH-Urteil in BFHE 242, 302, BStBl II 2014, 439 ergibt sich nichts Gegenteiliges. In dieser Entscheidung hat der VIII.&nbsp;Senat des BFH die Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;129 AO f&uuml;r den Fall bejaht, dass in den vom Steuerpflichtigen erstellten Gewinnermittlungen &uuml;berhaupt keine Umsatzsteuerzahlungen als Betriebsausgaben geltend gemacht wurden, obwohl das FA entsprechende Zahlungen bei der Umsatzsteuerfestsetzung ber&uuml;cksichtigt hatte. Der wesentliche Unterschied zur vorliegenden Konstellation besteht darin, dass dort eine unschwer erkennbare versehentliche Nichtangabe zu beurteilen war, wohingegen hier eine nicht ohne Weiteres zu durchschauende unzutreffende Gesamtbetragsangabe in Streit steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Fall, den der VIII.&nbsp;Senat zu beurteilen hatte, lag es aus Sicht eines objektiven Dritten auf der Hand, dass nicht alle Umsatzsteuerzahlungen au&szlig;erhalb des ertragsteuerrechtlich ma&szlig;geblichen Zeitraums abgeflossen sein konnten, was die &quot;Offenbarkeit&quot; jener (vom FA &uuml;bernommenen) Unrichtigkeit begr&uuml;ndete. Die weitere M&ouml;glichkeit, der dortige Kl&auml;ger sei einem Rechtsirrtum unterlegen, wonach die Umsatzsteuerzahlungen generell nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden k&ouml;nnten, schied ersichtlich aus. So ist der hiesige Streitfall jedoch nicht gelagert. Vorliegend hat der Kl&auml;ger nicht s&auml;mtliche Umsatzsteuervorauszahlungen au&szlig;er Acht gelassen (in Zeile&nbsp;45 der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung gar keine Eintragung vorgenommen), sondern an dieser Stelle des Vordrucks einen Gesamtbetrag eingesetzt, der zudem vor dem Hintergrund seiner &uuml;brigen Angaben nicht von vornherein unrealistisch war. In einem solchen Fall liegt ein schlicht mechanisch bedingtes &Uuml;bertragungsversehen indes nicht offen zu Tage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist nicht spruchreif und muss deshalb an das Tatsachengericht zur&uuml;ckgehen. Das FG hat sich &#8211;ausgehend von seinem rechtlichen Standpunkt zu Recht&#8211; nicht mit &Auml;nderungsm&ouml;glichkeiten nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO und &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;3 AO befasst und folglich keine darauf bezogenen Feststellungen getroffen. Dies wird es nunmehr im zweiten Rechtsgang nachholen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierzu weist der Senat &#8211;ohne Bindungswirkung&#8211; auf folgende Gesichtspunkte hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der durch Bezugnahme in das FG-Urteil &uuml;bernommenen Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung des Kl&auml;gers f&uuml;r 2011 ist u.a. neben der streitgegenst&auml;ndlichen Zeile&nbsp;45 ein handschriftlicher Vermerk angebracht, dem der Senat den Inhalt &quot;laut i.&nbsp;Abfrge&quot; entnimmt (Schreibfehler im Original). Zudem ist der dort angegebene Gesamtbetrag mit einem von links unten nach rechts oben verlaufenden Schr&auml;gstrich oder Haken versehen; sowohl auf Seite&nbsp;1 als auch auf Seite&nbsp;2 der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung findet sich die Paraphe &quot;&#8230;&quot;. Diese nachtr&auml;glich auf dem elektronisch &uuml;bermittelten Steuererkl&auml;rungsformular angebrachten Bearbeitungsvermerke geben Anlass zu weiterer Sachaufkl&auml;rung (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Aus Sicht des erkennenden Senats handelt es sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit um Bearbeitungsvermerke des das Gewinnfeststellungsverfahren durchf&uuml;hrenden Amtstr&auml;gers. Sollte dies der Fall sein, m&uuml;sste das FG dessen Kenntnisstand bei abschlie&szlig;ender Zeichnung des Feststellungsbescheids n&auml;her untersuchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) W&auml;re danach davon auszugehen, dass dem Sachbearbeiter zu diesem Zeitpunkt bereits positiv bekannt war, dass die Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r November 2011 &#8211;trotz Abflusses am 10.&nbsp;Januar 2012&#8211; nicht in dem in Zeile&nbsp;45 der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung angegebenen Gesamtbetrag ber&uuml;cksichtigt wurde, schiede eine Anwendung von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO mangels &quot;nachtr&auml;glich&quot; bekannt gewordener Tatsache aus. Auf Fragen eines &#8211;dem Kl&auml;ger zuzurechnenden&#8211; &quot;groben Verschuldens&quot; seines steuerlichen Beraters k&auml;me es dann nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ist der konkrete Kenntnisstand des Sachbearbeiters nicht mehr aufzukl&auml;ren, w&auml;re zu bedenken, dass nach der Rechtsprechung des BFH &#8211;neben dem Inhalt der bei der zust&auml;ndigen Dienststelle gef&uuml;hrten Akten&#8211; auch all diejenigen Tatsachen als &quot;bekannt&quot; i.S. von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 AO gelten, die dem Sachbearbeiter von vorgesetzten Dienststellen &uuml;ber ein elektronisches Informationssystem zur Verf&uuml;gung gestellt werden; auf eine tats&auml;chlich erlangte individuelle Kenntnis des jeweiligen Bearbeiters kommt es insoweit nicht an (vgl. BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Januar 2011 VI&nbsp;R&nbsp;61\/09, BFHE 232, 5, BStBl II 2011, 479, Rz&nbsp;15, und vom 13.&nbsp;Juni 2012 VI&nbsp;R&nbsp;85\/10, BFHE 238, 295, BStBl II 2013, 5, Rz&nbsp;25, jeweils m.w.N.). Ob bzw. inwieweit eine solche M&ouml;glichkeit im Streitfall bestand, w&auml;re daher u.U. ebenfalls aufkl&auml;rungsbed&uuml;rftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Sollte die weitere Sachaufkl&auml;rung zu dem Ergebnis f&uuml;hren, dem Sachbearbeiter des FA sei die Nichtber&uuml;cksichtigung der Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r November 2011 in der Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung tats&auml;chlich positiv bekannt gewesen oder aber es m&uuml;sse ihm zumindest die Aktenkundigkeit dieses Umstands als &quot;bekannt&quot; zugerechnet werden, w&auml;re weiter tatrichterlich zu ergr&uuml;nden, ob der Sachbearbeiter das Feststellungsverfahren in der unrichtigen &quot;Annahme&quot; fortgef&uuml;hrt hat, die Vorauszahlung sei erst im Jahr 2012 als Betriebsausgabe abziehbar (&sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO). Die rein mechanische &Uuml;bernahme des auf Seiten des Kl&auml;gers aufgetretenen Fehlers w&auml;re dann allerdings nicht ausreichend, weil das Tatbestandsmerkmal &quot;Annahme&quot; bereits seinem Wortsinn nach einen dar&uuml;ber hinausgehenden kognitiven Prozess bei dem t&auml;tig gewordenen Finanzamtsmitarbeiter voraussetzt (vgl. Frotscher in Schwarz\/Pahlke, AO\/FGO, &sect;&nbsp;174 AO Rz&nbsp;105). Dieses k&ouml;nnte insbesondere dann zu bejahen sein, wenn der Bearbeiter seinerseits bewusst die Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r November 2011 im Jahr 2011 nicht ber&uuml;cksichtigt hat, weil er sie dem Veranlagungsjahr 2012 zuordnen wollte. H&auml;tte er sich demgegen&uuml;ber dazu &uuml;berhaupt keine Gedanken gemacht, l&auml;ge keine &quot;Annahme&quot; im Sinne des Gesetzes vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. K&auml;me das FG nach alledem zu der &Uuml;berzeugung, der Gewinnfeststellungsbescheid 2011 sei dem Grunde nach einer &Auml;nderung zug&auml;nglich, m&uuml;ssten zuletzt noch diejenigen Feststellungen getroffen werden, die erforderlich sind um zu beurteilen, ob mit R&uuml;cksicht auf den Jahreswechsel 2010\/2011 m&ouml;glicherweise eine Saldierung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;2 AO vorzunehmen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat entscheidet mit Einverst&auml;ndnis der Beteiligten ohne m&uuml;ndliche Verhandlung (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.5.2017, X R 4\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.030517.XR4.16.0 Bescheidkorrektur bei Nichtber&uuml;cksichtigung einer Umsatzsteuervorauszahlung als Betriebsausgabe im Jahr ihrer wirtschaftlichen Zugeh&ouml;rigkeit Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 14. April 2015 1 K 1609\/14 aufgehoben. Die Sache wird an das S&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen. 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