{"id":67808,"date":"2017-10-07T15:43:22","date_gmt":"2017-10-07T13:43:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67808"},"modified":"2017-10-07T15:43:22","modified_gmt":"2017-10-07T13:43:22","slug":"ix-r-6-16-kosten-zur-beseitigung-von-nach-anschaffung-mutwillig-herbeigefuehrter-substanzschaeden-keine-anschaffungsnahe-herstellungskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-6-16-kosten-zur-beseitigung-von-nach-anschaffung-mutwillig-herbeigefuehrter-substanzschaeden-keine-anschaffungsnahe-herstellungskosten\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;6\/16 &#8211; Kosten zur Beseitigung von nach Anschaffung mutwillig herbeigef&uuml;hrter Substanzsch&auml;den keine &quot;anschaffungsnahe Herstellungskosten&quot;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.5.2017, IX R 6\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.090517.IXR6.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kosten zur Beseitigung von nach Anschaffung mutwillig herbeigef&uuml;hrter Substanzsch&auml;den keine &quot;anschaffungsnahe Herstellungskosten&quot;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Kosten f&uuml;r (unvermutete) Instandsetzungsma&szlig;nahmen zur Beseitigung eines Substanzschadens, der nachweislich erst nach Anschaffung des Geb&auml;udes durch das schuldhafte Handeln eines Dritten verursacht worden ist, sind auch dann nicht den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect; 6 Abs. 1 Nr. 1a Satz 1 EStG zuzuordnen, wenn die Ma&szlig;nahmen vom Steuerpflichtigen innerhalb von drei Jahren seit Anschaffung zur Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft des Geb&auml;udes durchgef&uuml;hrt werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 21. Januar 2016&nbsp;&nbsp;11 K 4274\/13 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob Aufwendungen zur Beseitigung von Sch&auml;den, die erst&nbsp;&nbsp;&nbsp;nach Erwerb&nbsp;&nbsp;&nbsp;einer zur Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung genutzten Eigentumswohnung (mutwillig) verursacht worden sind, als sofort abzugsf&auml;hige Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen sind, oder ob es sich insoweit um anschaffungsnahe Herstellungskosten i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a des Einkommensteuergesetzes (EStG) handeln kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wurden als Eheleute im Streitjahr 2008 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Die Kl&auml;gerin erwarb mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 13.&nbsp;Februar 2007 eine vermietete Eigentumswohnung, die sich im Zeitpunkt des &Uuml;bergangs von Nutzen und Lasten (1.&nbsp;April 2007) in einem betriebsbereiten und mangelfreien Zustand befand; die Anschaffungskosten f&uuml;r das Geb&auml;ude betrugen 104.101&nbsp;EUR. Ein f&uuml;r das Objekt bestehendes Mietverh&auml;ltnis ging nach &sect;&nbsp;566 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB) auf die Kl&auml;gerin &uuml;ber. Das Mietverh&auml;ltnis wurde zun&auml;chst unbeanstandet fortgesetzt. Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte dementsprechend f&uuml;r das Jahr 2007 im Rahmen ihrer Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung keine Erhaltungsaufwendungen f&uuml;r die vermietete Eigentumswohnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr kam es zu Leistungsst&ouml;rungen, da die Mieterin die Leistung f&auml;lliger Nebenkostenzahlungen verweigerte; ein in diesem Zusammenhang von der Kl&auml;gerin angestrengter Zivilrechtsstreit hatte Erfolg. Vor diesem Hintergrund k&uuml;ndigte die Kl&auml;gerin das Mietverh&auml;ltnis mit Schreiben vom 15.&nbsp;September 2008. Im Zuge der R&uuml;ckgabe der Mietsache stellte die Kl&auml;gerin umfangreiche, von der Mieterin zu vertretende Sch&auml;den (eingeschlagene Scheiben an T&uuml;ren, Schimmelbefall an W&auml;nden, zerst&ouml;rte Bodenfliesen) an der Eigentumswohnung fest. Dar&uuml;ber hi-naus hatte die Mieterin einen Rohrbruch im Badezimmer &uuml;ber Monate nicht gemeldet. Zur Beseitigung dieser Sch&auml;den machte die Kl&auml;gerin in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2008 einen Betrag von (17.091,48&nbsp;EUR zuz&uuml;glich Umsatzsteuer -soweit gesetzlich geschuldet-&nbsp;=) 19.913,36&nbsp;EUR als sofort abzugsf&auml;higen Erhaltungsaufwand geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; unter dem 17.&nbsp;Mai 2010 einen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr, in dem die geltend gemachten Aufwendungen zun&auml;chst als sofort abzugsf&auml;hige Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften der Kl&auml;gerin aus Vermietung und Verpachtung ber&uuml;cksichtigt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 16.&nbsp;Mai 2013 erlie&szlig; das FA einen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid, mit dem es den sofortigen Abzug der Erhaltungsaufwendungen versagte; das FA vertrat insoweit die Auffassung, dass es sich bei dem geltend gemachten Aufwand um anschaffungsnahe Herstellungskosten i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG handele, da dieser 15&nbsp;% der Anschaffungskosten f&uuml;r das Geb&auml;ude (104.101&nbsp;EUR x 15&nbsp;% = 15.615,15&nbsp;EUR) &uuml;berschreite.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der hiergegen gerichtete Einspruch der Kl&auml;ger hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 630 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt. Das FG vertrat die Auffassung, dass es sich bei den von den Kl&auml;gern geltend gemachten Aufwendungen zwar dem Wortlaut nach um anschaffungsnahe Herstellungskosten handele, da der insoweit aufgewendete Betrag in H&ouml;he von 19.913,36&nbsp;EUR nach Abzug der Umsatzsteuer die Grenze von 15&nbsp;% der Anschaffungskosten f&uuml;r den Geb&auml;udeanteil der Eigentumswohnung (15.615,15&nbsp;EUR) &uuml;berschreite. Die Vorschrift des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG sei indes teleologisch zu reduzieren mit dem Ergebnis, dass nachtr&auml;glich eingetretene Sch&auml;den an erworbenen Geb&auml;uden nicht unter ihren Anwendungsbereich fielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des FA. Es vertritt die Auffassung, dass &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG in Satz&nbsp;2 der Vorschrift abschlie&szlig;end diejenigen Ausnahmen vorsehe, die nicht unter den Begriff der anschaffungsnahen Herstellungskosten fallen sollen. Danach z&auml;hlten lediglich Aufwendungen f&uuml;r Erweiterungen i.S. des &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie Aufwendungen f&uuml;r Erhaltungsarbeiten, die j&auml;hrlich &uuml;blicherweise anfallen, nicht zu den anschaffungsnahen Herstellungskosten; Aufwendungen f&uuml;r die Beseitigung von Sch&auml;den, die nach Erwerb eines vermieteten Geb&auml;udes anfallen, seien demgegen&uuml;ber nicht vom Tatbestand der Regelung in &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG ausgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG vom 21.&nbsp;Januar 2016&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;4274\/13&nbsp;E aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie vertreten die Ansicht, das FG habe zu Recht eine teleologische Reduktion des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG vorgenommen und Aufwendungen f&uuml;r die Beseitigung von Sch&auml;den, die nach Erwerb eines vermieteten Geb&auml;udes anfallen, vom Anwendungsbereich der Regelung ausgenommen; denn solche Aufwendungen st&uuml;nden nicht mehr im Zusammenhang mit der Anschaffung des Geb&auml;udes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, dass die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r die durchgef&uuml;hrten Renovierungsma&szlig;nahmen nicht den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zuzuordnen und damit lediglich im Rahmen der Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) zu ber&uuml;cksichtigen sind, sondern sofort abziehbaren Erhaltungsaufwand darstellen und damit als Werbungskosten von den Eink&uuml;nften der Kl&auml;gerin aus Vermietung und Verpachtung abgezogen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Aufwendungen, die &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch die Absicht veranlasst sind, Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung i.S. des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zu erzielen, sind dann nicht als Werbungskosten (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG) sofort abziehbar, wenn es sich um Anschaffungs- oder Herstellungskosten handelt. In diesem Fall sind sie nur im Rahmen der AfA zu ber&uuml;cksichtigen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 i.V.m. &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1, 4 und 5 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Welche Aufwendungen zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten z&auml;hlen, bestimmt sich auch f&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 HGB. Danach sind Anschaffungskosten die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, ferner die Anschaffungsnebenkosten und nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten. Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von G&uuml;tern und die Inanspruchnahme von Diensten f&uuml;r die Herstellung eines Verm&ouml;gensgegenstandes, seine Erweiterung oder f&uuml;r eine &uuml;ber seinen urspr&uuml;nglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen (vgl. dazu Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12.&nbsp;September 2001 IX&nbsp;R&nbsp;52\/00, BFHE 198, 85, BStBl II 2003, 574; vom 22.&nbsp;September 2009 IX&nbsp;R&nbsp;21\/08, BFH\/NV 2010, 846).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den Herstellungskosten eines Geb&auml;udes geh&ouml;ren nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG auch Auf-wendungen f&uuml;r Instandsetzungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen, die innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Geb&auml;udes durchgef&uuml;hrt werden, wenn die Aufwendungen ohne die Umsatzsteuer 15&nbsp;% der Anschaffungskosten des Geb&auml;udes &uuml;bersteigen (anschaffungsnahe Herstellungskosten). Diese Aufwendungen erh&ouml;hen die AfA-Bemessungsgrundlage (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 EStG), sie sind nicht als Werbungskosten sofort abziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Begriff der Instandsetzungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG ist gesetzlich nicht definiert und bedarf daher der Auslegung. Hierunter sind bauliche Ma&szlig;nahmen zu verstehen, durch die M&auml;ngel oder Sch&auml;den an vorhandenen Einrichtungen eines bestehenden Geb&auml;udes oder am Geb&auml;ude selbst beseitigt werden oder das Geb&auml;ude durch Erneuerung in einen zeitgem&auml;&szlig;en Zustand versetzt wird. Zu den Aufwendungen i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG geh&ouml;ren daher unabh&auml;ngig von ihrer handelsrechtlichen Einordnung s&auml;mtliche Aufwendungen f&uuml;r bauliche Ma&szlig;nahmen, die im Rahmen einer im Zusammenhang mit der Anschaffung des Geb&auml;udes vorgenommenen Instandsetzung und Modernisierung anfallen; hierzu z&auml;hlen grunds&auml;tzlich auch sog. Sch&ouml;nheitsreparaturen (wie das Tapezieren, Anstreichen oder Kalken der W&auml;nde und Decken, das Streichen der Fu&szlig;b&ouml;den, Heizk&ouml;rper, der Innent&uuml;ren und Au&szlig;ent&uuml;ren sowie der Fenster) sowie Kosten f&uuml;r die Herstellung der Betriebsbereitschaft. Nicht zu den Aufwendungen i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG geh&ouml;ren nach dem Wortlaut des Satzes&nbsp;2 der Vorschrift ausdr&uuml;cklich nur Aufwendungen f&uuml;r Erweiterungen i.S. von &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 HGB sowie Aufwendungen f&uuml;r Erhaltungsarbeiten, die j&auml;hrlich &uuml;blicherweise anfallen. Der Senat verweist insoweit zur Vermeidung von Wiederholungen auf seine Urteile vom 14.&nbsp;Juni 2016 IX&nbsp;R&nbsp;25\/14 (BFHE 254, 236, BStBl II 2016, 992), IX&nbsp;R&nbsp;15\/15 (BFHE 254, 246, BStBl II 2016, 996) und IX&nbsp;R&nbsp;22\/15 (BFHE 254, 251, BStBl II 2016, 999), jeweils m.w.N.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r diese Auslegung hat der Senat in den genannten Grundsatzurteilen zum einen den Wortlaut und die Systematik der Vorschrift angef&uuml;hrt, die daf&uuml;r sprechen, dass der Gesetzgeber bewusst den Begriff der Aufwendungen f&uuml;r Instandsetzungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen weit verstehen und eine im Einzelfall schwierige Abgrenzung von Erhaltungsaufwendungen zu Kosten zur Herstellung der Betriebsbereitschaft vermeiden wollte. Zum anderen spricht f&uuml;r diese Auslegung der vom Gesetzgeber mit der Regelung des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG verfolgte Zweck, einerseits die bis zur Rechtsprechungs&auml;nderung des Senats durch die Urteile vom 12.&nbsp;September 2001 IX&nbsp;R&nbsp;39\/97 (BFHE 198, 74, BStBl II 2003, 569) und in BFHE 198, 85, BStBl II 2003, 574 bestehende Rechtslage zum anschaffungsnahen Aufwand gesetzlich festzuschreiben und andererseits aus Gr&uuml;nden der Rechtsvereinfachung und -sicherheit eine typisierende Regelung zu schaffen (vgl. hierzu die ma&szlig;gebliche Gesetzesbegr&uuml;ndung im Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften &#8211;Steuer&auml;nderungsgesetz 2003&#8211;, BTDrucks 15\/1562, S.&nbsp;32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unbeschadet der Frage, ob mit dieser Gesetzesbegr&uuml;ndung die seinerzeitige h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung (BFH-Urteile in BFHE 198, 74, BStBl II 2003, 569, und in BFHE 198, 85, BStBl II 2003, 574) und die durch sie verworfene fr&uuml;here &quot;Rechtslage&quot; &#8211;in Form der in R&nbsp;157 Abs.&nbsp;4 der Einkommensteuer-Richtlinien niedergelegten Auffassung und der hiervon im Einzelnen auch abweichenden Praxis der Finanzverwaltung&#8211; zutreffend wiedergegeben worden ist (anderer Ansicht z.B. Spindler, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2004, 507, 509), findet sich darin kein Hinweis zu der im vorliegenden Streitfall entscheidenden Frage, ob Aufwendungen f&uuml;r &quot;anschaffungsnah&quot; durchgef&uuml;hrte Instandsetzungs- und Modernisierungsma&szlig;nahmen, welche durch nach dem Erwerb eingetretene Sch&auml;den &#8211;im Sinne einer Kausalit&auml;t&#8211; verursacht worden sind, vom Regelungsgehalt der Norm erfasst sein sollten. Der Gesetzgeber hat diese Frage erkennbar weder gesehen noch ausdr&uuml;cklich in dem Sinne regeln wollen, dass solche Kosten unter den Tatbestand der Regelung in &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zu subsumieren sind; da der nach der Gesetzesbegr&uuml;ndung verfolgte Normzweck vielmehr lediglich auf die Aufrechterhaltung des Status Quo vor Ergehen der BFH-Urteile in BFHE 198, 74, BStBl II 2003, 569 und in BFHE 198, 85, BStBl II 2003, 574 zielte, ist der zu weit gefasste Wortlaut der Vorschrift, wovon das FG zutreffend ausgegangen ist, teleologisch zu reduzieren. Danach fallen Kosten f&uuml;r (anschaffungsnahe, aber unvermutete) Instandsetzungsma&szlig;nahmen jedenfalls dann nicht unter den Tatbestand des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG, wenn der ma&szlig;gebliche Schaden nach Erwerb des Geb&auml;udes eingetreten und auf das schuldhafte Verhalten Dritter zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist (in diesem Sinne auch Schmidt\/Kulosa, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;382; Korn in Korn, EStG, &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;183.6; D&uuml;rr, DB 2016, 2380). Eine solche teleologische Reduktion zielt darauf ab, den Geltungsbereich der Norm mit R&uuml;cksicht auf ihren Gesetzeszweck gegen&uuml;ber dem zu weit gefassten Wortlaut einzuschr&auml;nken (vgl. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 2015 IV&nbsp;R&nbsp;37\/13, BFHE 252, 68, BStBl II 2016, 919, m.w.N.); sie ist im Streitfall vorzunehmen, weil eine auf den Wortlaut abstellende Auslegung &uuml;ber den Normzweck &#8211;die Wiederherstellung der Rechtslage vor Ergehen der ge&auml;nderten h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zum anschaffungsnahen Aufwand&#8211; hinausgehen und mithin zu einem sinnwidrigen Ergebnis f&uuml;hren w&uuml;rde (so zutreffend Dickh&ouml;fer, Anm.&nbsp;zur Vorinstanz, EFG 2016, 632, 633).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG im Streitfall zutreffend die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Aufwendungen insgesamt nicht den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zugeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Denn im Regelfall kann zwar von einer Renovierung und Modernisierung im Zusammenhang mit der Anschaffung des Geb&auml;udes ausgegangen werden, soweit bauliche Ma&szlig;nahmen innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung durchgef&uuml;hrt werden. Insoweit enth&auml;lt die Vorschrift des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG eine Regelvermutung f&uuml;r das Vorliegen anschaffungsnaher Herstellungskosten, ohne dass es einer Einzelfallpr&uuml;fung bedarf. &Uuml;bersteigen die hierf&uuml;r angefallenen Aufwendungen ohne die Umsatzsteuer 15&nbsp;% der f&uuml;r den Erwerb des Geb&auml;udes aufgewandten Anschaffungskosten, sind diese insgesamt als anschaffungsnahe Herstellungskosten i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zu behandeln (BFH-Urteile in BFHE 254, 236, BStBl II 2016, 992; in BFHE 254, 246, BStBl II 2016, 996, und in BFHE 254, 251, BStBl II 2016, 999).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen dieser Regelvermutung sind auch die Kosten f&uuml;r Instandsetzungsma&szlig;nahmen zur Beseitigung verdeckter &#8211;im Zeitpunkt der Anschaffung des Geb&auml;udes jedoch bereits vorhandener&#8211; M&auml;ngel den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zuzuordnen; denn bei der Abgrenzung des sofort abzugsf&auml;higen Erhaltungsaufwands von den Herstellungskosten kommt es nicht auf die subjektiven Vorstellungen des Erwerbers vom Zustand des Geb&auml;udes an (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Januar 2003 X&nbsp;R&nbsp;36\/01, BFH\/NV 2003, 765). Soweit der BFH in fr&uuml;heren Entscheidungen die Auffassung vertreten hat, die Kosten der Beseitigung verdeckter M&auml;ngel seien allgemein nicht als anschaffungsnahe Herstellungskosten zu beurteilen, weil solche M&auml;ngel zu keiner Minderung des Kaufpreises gef&uuml;hrt h&auml;tten (s. etwa Urteil des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 22.&nbsp;August 1966 GrS&nbsp;2\/66, BFHE 86, 792, BStBl III 1966, 672, sowie Senatsurteil vom 9.&nbsp;Mai 1995 IX&nbsp;R&nbsp;63\/94, BFH\/NV 1996, 116), hat er hieran in der Folgezeit nicht weiter festgehalten (BFH-Urteile vom 22.&nbsp;Januar 2003 X&nbsp;R&nbsp;20\/01, BFH\/NV 2003, 763, und in BFH\/NV 2003, 765).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nichts anderes gilt f&uuml;r Kosten zur Beseitigung von bei Anschaffung des Geb&auml;udes angelegter, aber erst nach dem Erwerb auftretender alters&uuml;blicher M&auml;ngel und Defekte; auch solche Aufwendungen sind ihrer Natur nach verdeckte M&auml;ngel und mithin in die Betragsgrenze der anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG mit einzubeziehen (so zutreffend Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 30.&nbsp;August 2016&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;398\/15&nbsp;F, EFG 2016, 1774, rechtskr&auml;ftig). Denn auch insoweit kann es nicht darauf ankommen, ob der Steuerpflichtige nach seinen subjektiven Vorstellungen im Zeitpunkt des Erwerbs von einer M&auml;ngelfreiheit des Geb&auml;udes ausgegangen ist oder darauf vertraut hat, der Defekt werde nicht innerhalb von drei Jahren nach dessen Anschaffung auftreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Demgegen&uuml;ber sind Kosten f&uuml;r Instandsetzungsma&szlig;nahmen zur Beseitigung eines Schadens, der im Zeitpunkt der Anschaffung nicht vorhanden und auch nicht in dem oben genannten Sinne &quot;angelegt&quot; war, sondern nachweislich erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt durch das schuldhafte Handeln eines Dritten am Geb&auml;ude verursacht worden ist, nicht den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG zuzuordnen, wenn die Ma&szlig;nahmen &#8211;wie im Streitfall&#8211; vom Steuerpflichtigen innerhalb von drei Jahren seit Anschaffung zur Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft des Geb&auml;udes durchgef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen; denn die Regelvermutung f&uuml;r das Vorliegen anschaffungsnaher Herstellungskosten i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a EStG gilt jedenfalls f&uuml;r solche, von Dritten mutwillig herbeigef&uuml;hrte Sch&auml;den nicht. Diese Aufwendungen, die die mit dem gew&ouml;hnlichen Gebrauch der Mietsache verbundene Abnutzung (vgl. &sect;&nbsp;538 BGB) deutlich &uuml;bersteigen (und die den Steuerpflichtigen ggf. auch berechtigen w&uuml;rden, Absetzungen f&uuml;r au&szlig;ergew&ouml;hnliche Abnutzung nach &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 EStG in Anspruch zu nehmen), sind vielmehr als sofort abziehbare Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. hierzu auch BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Juli 2000 IX&nbsp;R&nbsp;48\/96, BFHE 192, 311, BStBl II 2001, 784).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und daher den BFH bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) f&uuml;hrte die Kl&auml;gerin im Streitjahr an der Eigentumswohnung Renovierungsma&szlig;nahmen zur Beseitigung von zahlreichen Sch&auml;den durch, die zeitlich gesehen erst nach dem Erwerb des Geb&auml;udes verursacht worden sind und auf schuldhaftes Verhalten der Mieterin zur&uuml;ckzuf&uuml;hren waren. So hat das FG ausgef&uuml;hrt, dass die Mieterin sowohl die Eingangst&uuml;r der Eigentumswohnung als auch Bodenbel&auml;ge (mutwillig) in ihrer Substanz besch&auml;digt habe; ein weiterer Substanzschaden wurde durch einen nicht gemeldeten Wasserrohrbruch im Badezimmer verursacht. Demgegen&uuml;ber hat das FG keine Umst&auml;nde festgestellt, die den Schluss zulassen, die Kl&auml;gerin habe das schadenstiftende Ereignis dazu genutzt, die Eigentumswohnung in einem gr&ouml;&szlig;eren Umfang als erforderlich zu sanieren &#8211;&nbsp;was zwischen den Beteiligten auch zu keinem Zeitpunkt streitig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Ber&uuml;cksichtigung der von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Renovierungsaufwendungen ist auch nicht (anteilig) deshalb ausgeschlossen, weil die Instandsetzung auch Ma&szlig;nahmen umfasst haben k&ouml;nnte, die &#8211;wie das Entfernen alter und das Anbringen neuer Tapeten oder das Streichen von W&auml;nden, Decken und T&uuml;ren&#8211; isoliert betrachtet zu den Sch&ouml;nheitsreparaturen z&auml;hlen w&uuml;rden oder die &#8211;wie das Beseitigen eines Rohrbruches&#8211; der Behebung eines bei Anschaffung des Geb&auml;udes angelegten, aber erst nach dem Erwerb auftretenden alters&uuml;blichen Mangels gedient haben mag. Denn auch wenn solcher Aufwand nach der ge&auml;nderten Senatsrechtsprechung (BFH-Urteile in BFHE 254, 236, BStBl II 2016, 992; in BFHE 254, 246, BStBl II 2016, 996, und in BFHE 254, 251, BStBl II 2016, 999) grunds&auml;tzlich unabh&auml;ngig von seiner handelsrechtlichen Einordnung zu anschaffungsnahen Herstellungskosten f&uuml;hrt, w&auml;ren die weiteren tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG &#8211;auch bei einer im Streitfall durchgef&uuml;hrten isolierten Betrachtung der genannten Ma&szlig;nahmen&#8211; nicht erf&uuml;llt: Nach den dem Senat vorliegenden Akten des Streitfalles, auf die das FG im Tatbestand des angefochtenen Urteils Bezug genommen hat, &uuml;berschreiten die (Netto-)Kosten f&uuml;r die genannten Ma&szlig;nahmen den ma&szlig;geblichen Betrag von 15&nbsp;% der Anschaffungskosten des Geb&auml;udes nicht. Vor diesem Hintergrund besteht f&uuml;r eine grunds&auml;tzlich m&ouml;gliche Segmentierung der insgesamt aufgewandten Kosten kein Anlass.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Renovierungsaufwendungen sind mithin insgesamt als sofort abziehbare Werbungskosten bei ihren Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu ber&uuml;cksichtigen; sie stellen keine anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1a Satz&nbsp;1 EStG dar. Die H&ouml;he der Aufwendungen ist zwischen den Beteiligten ebenfalls nicht streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.5.2017, IX R 6\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.090517.IXR6.16.0 Kosten zur Beseitigung von nach Anschaffung mutwillig herbeigef&uuml;hrter Substanzsch&auml;den keine &quot;anschaffungsnahe Herstellungskosten&quot; Leits&auml;tze Kosten f&uuml;r (unvermutete) Instandsetzungsma&szlig;nahmen zur Beseitigung eines Substanzschadens, der nachweislich erst nach Anschaffung des Geb&auml;udes durch das schuldhafte Handeln eines Dritten verursacht worden ist, sind auch dann nicht den anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S. von &sect; 6 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-6-16-kosten-zur-beseitigung-von-nach-anschaffung-mutwillig-herbeigefuehrter-substanzschaeden-keine-anschaffungsnahe-herstellungskosten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;6\/16 &#8211; Kosten zur Beseitigung von nach Anschaffung mutwillig herbeigef&uuml;hrter Substanzsch&auml;den keine &quot;anschaffungsnahe Herstellungskosten&quot;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67808","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67808","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67808"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67808\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67808"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67808"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67808"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}