{"id":67813,"date":"2017-10-07T15:52:15","date_gmt":"2017-10-07T13:52:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67813"},"modified":"2017-10-07T15:52:15","modified_gmt":"2017-10-07T13:52:15","slug":"i-r-51-15-anerkennung-einer-koerperschaftsteuerrechtlichen-organschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-51-15-anerkennung-einer-koerperschaftsteuerrechtlichen-organschaft\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;51\/15 &#8211; Anerkennung einer k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Organschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, I R 51\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IR51.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anerkennung einer k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Organschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Geht das Verm&ouml;gen eines Organtr&auml;gers innerhalb der ersten f&uuml;nf Jahre eines Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrags auf ein anderes Rechtssubjekt &uuml;ber, steht dies bei ununterbrochener Durchf&uuml;hrung des Vertrags der steuerrechtlichen Anerkennung der k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaft ab diesem Zeitpunkt auch dann nicht entgegen, wenn die Organschaft in den Vorjahren wegen fehlender finanzieller Eingliederung nicht anzuerkennen war.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 16. Juni 2015&nbsp;&nbsp;1 K 1109\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist die k&ouml;rperschaftsteuerrechtliche Anerkennung einer Organschaft im Streitjahr 2005.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine AG, wurde im Jahre 2000 als GmbH gegr&uuml;ndet. Am 2.&nbsp;November 2000 errichteten die Gesellschafter der Kl&auml;gerin &#8211;die ED&nbsp;AG und die SW&nbsp;AG&#8211; die GbRalt als sog. Willensbildungsgesellschaft, um eine sog. Mehrm&uuml;tterorganschaft (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;KStG&#8211; 2002) mit der (inzwischen in eine AG formgewechselten) Kl&auml;gerin als Organgesellschaft zu bilden. Der Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag (ebenfalls vom 2.&nbsp;November 2000) sah eine Laufzeit &quot;auf unbestimmte Zeit&quot; vor; er konnte zum Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2006 gek&uuml;ndigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte die organschaftliche Vereinbarung in den Veranlagungszeitr&auml;umen 2001 und 2002 steuerrechtlich an. Im Folgejahr war die GbRalt aufgrund der Aufhebung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 durch das Gesetz zum Abbau von Steuerverg&uuml;nstigungen und Ausnahmeregelungen (Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz) vom 16.&nbsp;Mai 2003 (BGBl I 2003, 660, BStBl I 2003, 321) nicht mehr als Organtr&auml;gerin anzusehen. Gleichwohl lie&szlig;en die Vertragsparteien den Vertrag bis zum 31.&nbsp;Dezember 2005 unver&auml;ndert fortbestehen und f&uuml;hrten ihn auch durch. F&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2003 und 2004 (Verlust&uuml;bernahme bzw. Gewinnabf&uuml;hrung) wurden bei der Kl&auml;gerin eine verdeckte Einlage bzw. eine verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) angesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einem nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) nicht datierten Vertrag &uuml;bertrug die SW&nbsp;AG ihren Anteil an der GbRalt &quot;r&uuml;ckwirkend zum 1.&nbsp;Januar 2005&quot; der ED&nbsp;AG zu einem Kaufpreis, der ihrer Beteiligung an dem von der SW&nbsp;AG an die GbRalt abgef&uuml;hrten Gewinn entsprach. Der &Uuml;bergang des Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrags auf die ED&nbsp;AG mit Wirkung vom 1.&nbsp;Januar 2005 wurde am 14.&nbsp;November 2005 in das Handelsregister eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 8.&nbsp;November 2005 gr&uuml;ndeten die ED&nbsp;AG und die SW&nbsp;AG eine gewerblich t&auml;tige GbR, die GbRneu, auf die die Anteile an der Kl&auml;gerin &uuml;bertragen wurden. Der mit der GbRalt geschlossene Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag &quot;wurde zum 31.&nbsp;Dezember 2005 beendet bzw. als beendet angesehen&quot;; die Kl&auml;gerin schloss einen neuen Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag mit der GbRneu ab (Laufzeit ab dem 1.&nbsp;Januar 2006).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer K&ouml;rperschaftsteuererkl&auml;rung des Streitjahrs ging die Kl&auml;gerin von einer k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Organschaft zwischen ihr und der ED&nbsp;AG aus. Dem folgte das FA nicht. Die gegen die Steuerfestsetzung (einkommenserh&ouml;hender Ansatz einer vGA in H&ouml;he der Gewinnabf&uuml;hrung) erhobene Klage war erfolgreich (Urteil des FG des Saarlandes vom 16.&nbsp;Juni 2015&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1109\/13, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2016, 396). Das FG hatte die Rechtsnachfolgerin der ED&nbsp;AG beigeladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung ist f&uuml;r die ordnungsgem&auml;&szlig; geladene Beigeladene niemand erschienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist nicht begr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat ohne Rechtsfehler dahin erkannt, dass im Streitjahr die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 n.F. erf&uuml;llt sind; die Gewinnabf&uuml;hrung ist demgem&auml;&szlig; nicht als vGA einkommenserh&ouml;hend anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Verpflichtet sich eine AG mit Gesch&auml;ftsleitung und Sitz im Inland (Organgesellschaft) durch einen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag i.S. des &sect;&nbsp;291 Abs.&nbsp;1 des Aktiengesetzes (AktG), ihren ganzen Gewinn an ein einziges anderes gewerbliches Unternehmen abzuf&uuml;hren, so ist das Einkommen der Organgesellschaft, soweit sich aus &sect;&nbsp;16 KStG 2002 n.F. nichts anderes ergibt, nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Satzteil KStG 2002 n.F. dem Tr&auml;ger des Unternehmens (Organtr&auml;ger) unter den dort benannten Voraussetzungen zuzurechnen. Dazu z&auml;hlen u.a. die finanzielle Eingliederung der Organgesellschaft in den Organtr&auml;ger (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F.). Dar&uuml;ber hinaus muss der Vertrag auf mindestens f&uuml;nf Jahre abgeschlossen und w&auml;hrend seiner gesamten Geltungsdauer durchgef&uuml;hrt werden (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F.). Mit dem Erfordernis der f&uuml;nfj&auml;hrigen Mindestdauer des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, Manipulationen zu verhindern: Die Organschaft soll nicht zum Zweck willk&uuml;rlicher Beeinflussung der Besteuerung und zu Einkommensverlagerungen von Fall zu Fall abgeschlossen bzw. beendet werden k&ouml;nnen (Senatsurteile vom 13.&nbsp;November 2013 I&nbsp;R&nbsp;45\/12, BFHE 244, 277, BStBl II 2014, 486; vom 12.&nbsp;Januar 2011 I&nbsp;R&nbsp;3\/10, BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der im Jahr 2000 abgeschlossene Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag zwischen der Kl&auml;gerin und der GbRalt war zivilrechtlich wirksam und entsprach den Ma&szlig;gaben des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 KStG 2002, so dass er in den Jahren 2001 und 2002 Grundlage einer Einkommenszurechnung an die GbRalt (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG 2002) sein konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat die Voraussetzungen f&uuml;r die steuerrechtliche Anerkennung der Organschaft auch im Streitjahr ohne Rechtsfehler als erf&uuml;llt angesehen. Der Vertrag war zivilrechtlich im Streitjahr (noch) wirksam und geeignet, ein Organschaftsverh&auml;ltnis zwischen der Kl&auml;gerin und der ED&nbsp;AG (als Rechtsnachfolgerin der GbRalt) zu begr&uuml;nden (zu a). Dar&uuml;ber hinaus war die Kl&auml;gerin im Streitjahr in die (neue) Organtr&auml;gerin finanziell eingegliedert (zu b). Der Eintritt der Rechtsfolge ist im Streitjahr auch nicht dadurch &quot;gesperrt&quot;, dass in den beiden Vorjahren mit Blick auf die (alte) Organtr&auml;gerin die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 n.F. nicht erf&uuml;llt waren (&quot;unterbrochene Organschaft&quot; &#8211; s. zu c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die &Auml;nderung der gesetzlichen Regelungslage (Abschaffung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 KStG 2002) ber&uuml;hrt die zivilrechtliche Wirksamkeit der Vereinbarung nicht; der Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag ist auf die ED&nbsp;AG als Rechtsnachfolgerin der GbRalt &uuml;bergegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach Ansicht der Revision ist die GbRalt durch die Abschaffung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 &quot;steuerlich aufgel&ouml;st worden&quot; (Hinweis auf Rz&nbsp;7 des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 10.&nbsp;November 2005, BStBl I 2005, 1038); dies hatte zugleich zum Erl&ouml;schen des Vertrags gef&uuml;hrt. Es sei nicht auf das zivilrechtliche Fortbestehen der GbRalt abzustellen. Daher habe auch keine Gesamtrechtsnachfolge in den Vertrag stattfinden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem ist nicht zu folgen. Ein eigenst&auml;ndiger steuerrechtlicher Ma&szlig;stab zur Wirksamkeit eines Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrags ist dem Gesetz nicht zu entnehmen. Vielmehr ist die ED&nbsp;AG als Rechtsnachfolgerin der bis zu diesem Zeitpunkt zivilrechtlich fortbestehenden GbRalt in den Vertrag eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Das FG hat im Ergebnis zu Recht die Auffassung vertreten, dass die GbRalt bis 2005 (bis zum Zeitpunkt der &quot;&Uuml;bertragung der Beteiligung durch die SW&nbsp;AG auf die ED&nbsp;AG&quot;) weiterbestanden habe. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine gesetzliche Aufl&ouml;sung der GbRalt nach Erreichen oder Unm&ouml;glichwerden des vereinbarten Zwecks (&sect;&nbsp;726 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt. Angesichts des Zwecks der GbRalt, eine bestimmte organisatorisch-rechtliche Funktion in einem auf Dauer angelegten Konzernaufbau zu erf&uuml;llen (Hahn, juris PraxisReport Steuerrecht 13\/2016, Anm.&nbsp;6 &#8211; zu C.I.), kann auch unter Ber&uuml;cksichtigung der gesetzlichen Abschaffung der Mehrm&uuml;tterorganschaft nicht von einer Zweckerreichung gesprochen werden. Selbst wenn der Zweck der Errichtung der GbRalt eine Verbindung zu den erw&uuml;nschten Rechtsfolgen nach den (fr&uuml;heren) steuerrechtlichen Regeln der Mehrm&uuml;tterorganschaft aufweisen sollte, ist es jedenfalls auch nach der Gesetzes&auml;nderung nicht ausgeschlossen, ein &auml;hnliches Ergebnis durch eine Anpassung der Konzernstruktur zu erreichen (zutreffend Hahn, a.a.O.). So wird z.B. nach dem BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 1038 &quot;eine im VZ\/EZ 2002 steuerlich wirksame Organschaft &#8230; f&uuml;r die Zukunft steuerlich weiter anerkannt, wenn die Voraussetzungen der Aufnahme einer eigenen gewerblichen T&auml;tigkeit und des Haltens der Organbeteiligung im Gesamthandsverm&ouml;gen bis zum 31.&nbsp;Dezember 2003 vorgelegen haben&quot; (dort Rz&nbsp;22; s. im &Uuml;brigen zur gesetzlichen &Uuml;bergangsregelung den Senatsbeschluss vom 15.&nbsp;Februar 2012 I&nbsp;B&nbsp;7\/11, BFHE 236, 444, BStBl II 2012, 751). Jedenfalls ist ein mit der Existenz des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 verkn&uuml;pfter Zweck der Gesellschaft nicht ersichtlich. Auch die Ansicht, dass die Willensbildungs-GbR ohne eigenen anderweitigen gewerblichen Zweck f&uuml;r Besteuerungszwecke &quot;steuerlich als aufgel&ouml;st (gilt)&quot; (BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 1038, Rz&nbsp;7, 9 [kein Realisationstatbestand durch fehlendes Betriebsverm&ouml;gen, Fortfall der gewerbesteuerlichen Verlustvortr&auml;ge]), ber&uuml;hrt die im Bereich der Organschaftsregelungen entscheidenden zivilrechtlichen Ma&szlig;gaben (s. z.B. Senatsurteil vom 30.&nbsp;Juli 1997 I&nbsp;R&nbsp;7\/97, BFHE 184, 88, BStBl II 1998, 33) nicht. Nichts anderes wird man dem BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 1038 entnehmen k&ouml;nnen, wenn man die dort zu Rz&nbsp;24 niedergelegte Auffassung, die &Auml;nderung der gesetzlichen Regelungslage sei ein f&uuml;r die Mindestvertragslaufzeit steuerrechtlich &quot;unsch&auml;dlicher wichtiger Grund&quot; i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F., auf die K&uuml;ndigung einer noch wirksamen Vereinbarung bezieht (s.a. &#8211;im Zusammenhang mit &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung von EU-Richtlinien in nationales Steuerrecht und zur &Auml;nderung weiterer Vorschriften [Richtlinien-Umsetzungsgesetz] vom 9.&nbsp;Dezember 2004 [BGBl I 2004, 3310, ber. 3843, BStBl I 2004, 1158]&#8211; den Senatsbeschluss vom 27.&nbsp;November 2013 I&nbsp;R&nbsp;36\/13, BFHE 245, 108, BStBl II 2014, 651, dort Rz&nbsp;52).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Folge hiervon war des Weiteren, dass &#8211;entsprechend der Handelsregistereintragung am 14.&nbsp;November 2005&#8211; das Ausscheiden der SW&nbsp;AG als vorletzter Gesellschafterin der GbRalt zum &Uuml;bergang des genannten Gesellschaftsverm&ouml;gens auf die ED&nbsp;AG (&sect;&nbsp;738 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB: &quot;Eintritt in alle Aktiven und Passiven&quot; der Gesellschaft) und damit zu einer Gesamtrechtsnachfolge gef&uuml;hrt hat (s. Hahn, a.a.O., zu C.II.; s. zur Anwachsung auch z.B. Gosch\/Neumann, KStG, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;284; Kolbe in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;214), die sich auch auf den Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag bezieht. Auch waren mit R&uuml;cksicht auf das Rechtsstatut der ED&nbsp;AG und ihre den Feststellungen des FG zu entnehmende Qualifikation als unternehmerisch t&auml;tige Aktiengesellschaft die Erfordernisse des &sect;&nbsp;291 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AktG gewahrt. Dar&uuml;ber hinaus stand einer solchen Rechtswirkung auch &sect;&nbsp;296 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AktG nicht entgegen (zweifelnd Hahn, a.a.O.), da mit dem FG davon auszugehen ist, dass vermittels der Rechtsnachfolge das gesamte Gesch&auml;ftsjahr 2005 von der Ergebnisabf&uuml;hrungsverpflichtung betroffen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nichts anderes ist schlie&szlig;lich &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. zu entnehmen, nach dem der Gewinn der Organgesellschaft an &quot;ein einziges anderes gewerbliches Unternehmen&quot; abzuf&uuml;hren ist. Der Streitfall gibt dem Senat keine Gelegenheit, die mit diesem Tatbestandsmerkmal verbundenen Eingrenzungen der k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Organschaft abschlie&szlig;end zu bestimmen. Jedenfalls wird hierdurch &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht ausgeschlossen, dass die dem Organtr&auml;ger nach dem Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag zukommende Rechtsstellung im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf ein anderes Rechtssubjekt &uuml;bergeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin war im gesamten Streitjahr finanziell in das Unternehmen der Organtr&auml;gerin eingegliedert, da die ED&nbsp;AG mit einer Stimmrechtsmehrheit (51&nbsp;%) an der Kl&auml;gerin unmittelbar beteiligt war (s.a. Br&uuml;hl\/Binder, Die Unternehmensbesteuerung &#8211;Ubg&#8211; 2016, 647, 652). Nach den Feststellungen des FG hatten weder die ED&nbsp;AG noch die SW&nbsp;AG ihre Beteiligung an der Kl&auml;gerin in das Gesamthandsverm&ouml;gen der GbRalt eingebracht (s. insoweit auch &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 KStG 2002 [Beteiligung der &quot;Gesellschafter der Personengesellschaft an der Organgesellschaft&quot;]). Auch ist anerkannt, dass die Zurechnung der Beteiligung an die zivilrechtlichen Eigent&uuml;mer durch die Existenz einer Willensbildungs-GbR als reiner Innengesellschaft nicht ber&uuml;hrt wird (z.B. BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 1038, Rz&nbsp;8 [&quot;kein Betriebsverm&ouml;gen&quot;]); insbesondere lag wirtschaftliches Eigentum der GbRalt (&sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus hat das FG ohne Rechtsfehler dahin erkannt, dass eine im sog. Konsortialvertrag zwischen den Gesellschaftern der Kl&auml;gerin getroffene schuldrechtliche Einschr&auml;nkung der Stimmrechte f&uuml;r die Ermittlung der finanziellen Eingliederung nicht ma&szlig;geblich ist (s.a. Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 7.&nbsp;Juni 1990 VI 626\/88, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 1991, 290 [Rz&nbsp;34 des juris-Nachweises]; D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/ M&ouml;hlenbrock, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;258; Gosch\/ Neumann, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;133). Ferner hat das FG ohne Rechtsfehler angenommen, dass auch der Beherrschungsvertrag mit der GbRalt der Stimmrechtsmehrheit der ED&nbsp;AG nicht entgegensteht. Denn dieser Vertrag stellt keine Ab&auml;nderung des sich aus den Aktien origin&auml;r ergebenden Stimmrechts (&sect;&nbsp;12 AktG) dar: Weder war die GbRalt (unmittelbar) Aktion&auml;rin der Kl&auml;gerin geworden noch konnten die ED&nbsp;AG und die SW&nbsp;AG ihre Stimmrechte von ihren Aktien &quot;abspalten&quot; und auf die GbRalt &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;8 AktG). Die ED&nbsp;AG h&auml;tte ihren auf die Kl&auml;gerin bezogenen Gesch&auml;ftsleitungswillen nach dem dort vereinbarten Mehrheitsstimmrecht auch &uuml;ber die GbRalt durchsetzen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Eintritt der Rechtsfolge ist im Streitjahr auch nicht dadurch &quot;gesperrt&quot;, dass in den beiden Vorjahren mit Blick auf die (alte) Organtr&auml;gerin die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 n.F. nicht erf&uuml;llt waren (&quot;unterbrochene Organschaft&quot;). Dem Gesetz ist nicht zu entnehmen, dass stets alle Tatbestandsmerkmale der steuerrechtlichen Anerkennung erf&uuml;llt sein m&uuml;ssen, um dem Erfordernis des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. zu gen&uuml;gen, nach dem der Vertrag im Rahmen der Mindestvertragslaufzeit &quot;w&auml;hrend seiner gesamten Geltungsdauer&quot; durchgef&uuml;hrt werden muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Vertrag war auf unbestimmte Zeit geschlossen worden und erlaubte erstmals eine K&uuml;ndigung nach dem Ablauf von f&uuml;nf Jahren nach dem Wirksamwerden. Der Vertrag wurde &#8211;was unstreitig ist&#8211; w&auml;hrend seiner Laufzeit den gesetzlichen Ma&szlig;gaben entsprechend &quot;tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt&quot; (s. z.B. Senatsbeschluss vom 26.&nbsp;April 2016 I&nbsp;B&nbsp;77\/15, BFH\/NV 2016, 1177, m.w.N.), indem es in den Jahren 2001 bis 2005 zu einer Ergebnis&uuml;bernahme im Verh&auml;ltnis zwischen den Parteien kam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Umstand, dass in den Jahren 2003 und 2004 die Organschaft steuerrechtlich nicht anzuerkennen war, da die GbRalt in diesem Zeitraum steuerrechtlich nicht als gewerbliches Unternehmen zu qualifizieren und die Kl&auml;gerin in diese nicht finanziell eingegliedert war, schlie&szlig;t die M&ouml;glichkeit der steuerrechtlichen Anerkennung der mit dem urspr&uuml;nglichen Vertrag begr&uuml;ndeten Organschaft im Streitjahr nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Ob eine &quot;Unterbrechung der Organschaft&quot; vor dem Ablauf der Mindestlaufzeit des Vertrags dazu f&uuml;hrt, dass die Organschaft insgesamt (r&uuml;ckwirkend und zuk&uuml;nftig) zu versagen ist, ist bisher vom Bundesfinanzhof nicht entschieden. Die Frage wird von einem Teil der Literatur (z.B. Walter in Ernst &#038; Young, KStG, &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;637, 720; M&uuml;ller in M&uuml;ller\/St&ouml;cker\/ Lieber, Die Organschaft, 10.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;822; Gosch\/Neumann, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;532; Lange, GmbHR 2011, 806, 808) und wohl auch der Finanzverwaltung bejaht (evtl. R&nbsp;60 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der K&ouml;rperschaftsteuer-Richtlinien &#8211;KStR&#8211; 2004 und R&nbsp;14.5 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStR 2015 [Hinweis auf den Eintritt der Rechtsfolgen des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG]). Dies wird ma&szlig;geblich damit begr&uuml;ndet, dass hinsichtlich der Mindestlaufzeit der Beginn an die erstmalige steuerliche Zurechnung des Einkommens an den Organtr&auml;ger und damit an das Vorliegen aller Organschaftsvoraussetzungen angekn&uuml;pft werde. Nach anderer Auffassung ist die Organschaft f&uuml;r die Jahre anzuerkennen, in denen alle Voraussetzungen vorliegen (D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, a.a.O., &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;633; Brink in Schnitger\/Fehrenbacher, KStG, &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;493; Br&uuml;hl\/Binder, Ubg 2016, 647, 652&nbsp;f.; Beinert\/Nees in Prinz\/Witt, Steuerliche Organschaft, Rz&nbsp;11.7, m.w.N., u. Rz&nbsp;11.9; wohl auch Bl&uuml;mich\/Krumm, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;131), so dass eine &quot;Unterbrechung&quot; nicht schadet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Der Senat folgt &#8211;wie auch das FG&#8211; im Grundsatz der zuletzt genannten Ansicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Wortlaut des Gesetzes muss der Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag auf mindestens f&uuml;nf Jahre abgeschlossen und w&auml;hrend seiner gesamten Geltungsdauer durchgef&uuml;hrt werden (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F.). Das Erfordernis der Vertragsdurchf&uuml;hrung bezieht sich auf die zivilrechtlichen Vertragspflichten (z.B. Kolbe in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;14 KStG Rz 203; Bl&uuml;mich\/Krumm, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;134&nbsp;ff.), nicht allgemein auf die steuerrechtlichen Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;14 KStG. Wenn die Mindestvertragsdauer dazu dient, auszuschlie&szlig;en, dass die Organschaft zum Zweck willk&uuml;rlicher Beeinflussung der Besteuerung und zu Einkommensverlagerungen von Fall zu Fall abgeschlossen bzw. beendet wird, ist dem durch die laufzeitbezogene vertragliche Verpflichtung begegnet (ebenso Br&uuml;hl\/Binder, Ubg 2016, 647, 653). Dem Hinweis, dass auch mit Blick auf die &uuml;brigen Tatbestandserfordernisse ein Bedarf bestehe, Manipulationen (i.S. eines gezielten &quot;Verungl&uuml;ckenlassens&quot; der Einkommenszurechnung) auszuschlie&szlig;en (s. etwa Gosch\/Neumann, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;531; Tiedchen, EFG 2016, 401&nbsp;f.; dazu ablehnend Beinert\/Nees in Prinz\/Witt, a.a.O., Rz&nbsp;11.7), kommt jedenfalls in der dem Streitfall zugrunde liegenden Konstellation (&Auml;nderung der Rechtslage) kein entscheidendes Gewicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus verdeutlicht die in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. getroffene und ausdr&uuml;cklich zeitpunktbezogene Regelung, nach der die finanzielle Eingliederung vom Beginn des Wirtschaftsjahrs der Organgesellschaft an gegeben sein muss, dass &sect;&nbsp;14 KStG nicht von einem allgemeinen Grundsatz vertragslaufzeitbezogener Erfordernisse getragen wird. Hierauf hat der Senat bereits in seinem Urteil vom 24.&nbsp;Juli 2013 I&nbsp;R&nbsp;40\/12 (BFHE 242, 139, BStBl II 2014, 272) hingewiesen. Dort war dar&uuml;ber zu entscheiden, ob die gewerbliche T&auml;tigkeit einer Organtr&auml;ger-Personengesellschaft schon zu Beginn des Wirtschaftsjahrs ausge&uuml;bt werden muss. Diese Frage hat der Senat verneint, da der Wortlaut des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG 2002 n.F. f&uuml;r eine solche zeitliche Anforderung nichts hergibt. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber ausdr&uuml;cklich festgelegt h&auml;tte, dass die gewerbliche Bet&auml;tigung bereits zu Beginn des Wirtschaftsjahrs der Organgesellschaft ausge&uuml;bt werden m&uuml;sse, wenn er dies h&auml;tte bestimmen wollen (s. insoweit nochmals D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/ M&ouml;hlenbrock, a.a.O., &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;635; Frotscher in Frotscher\/ Dr&uuml;en, KStG\/GewStG\/UmwStG, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;666; s.a. die nach dem Streitjahr durch das Gesetz zur &Auml;nderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20.&nbsp;Februar 2013 [BGBl I 2013, 285, BStBl I 2013, 188] eingef&uuml;gte und mit einem konkreten Zeitbezug verbundene Tatbestandsvoraussetzung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 KStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Organschaft ist hiernach im Streitjahr anzuerkennen. Ein Anhaltspunkt f&uuml;r die in erster Instanz von den Beteiligten diskutierte Frage, dass durch die (erst) im Streitjahr (als letztem Jahr der Vertragslaufzeit) wirksam werdende Rechtsnachfolge ein Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten des Rechts i.S. des &sect;&nbsp;42 AO vorliegen k&ouml;nnte, ist insbesondere mit R&uuml;cksicht darauf, dass die Beteiligten auf eine ge&auml;nderte Gesetzeslage reagiert haben, nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Kosten der Beigeladenen sind nicht erstattungsf&auml;hig (&sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, I R 51\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IR51.15.0 Anerkennung einer k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Organschaft Leits&auml;tze Geht das Verm&ouml;gen eines Organtr&auml;gers innerhalb der ersten f&uuml;nf Jahre eines Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrags auf ein anderes Rechtssubjekt &uuml;ber, steht dies bei ununterbrochener Durchf&uuml;hrung des Vertrags der steuerrechtlichen Anerkennung der k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaft ab diesem Zeitpunkt auch dann nicht entgegen, wenn die Organschaft in den Vorjahren &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-51-15-anerkennung-einer-koerperschaftsteuerrechtlichen-organschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;51\/15 &#8211; Anerkennung einer k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Organschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67813","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67813","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67813"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67813\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67813"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67813"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67813"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}