{"id":67819,"date":"2017-10-07T15:51:53","date_gmt":"2017-10-07T13:51:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67819"},"modified":"2017-10-07T15:51:53","modified_gmt":"2017-10-07T13:51:53","slug":"ix-r-27-16-geschlossener-immobilienfonds-veraeusserung-oder-rueckabwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-27-16-geschlossener-immobilienfonds-veraeusserung-oder-rueckabwicklung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;27\/16 &#8211; Geschlossener Immobilienfonds &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung oder R&uuml;ckabwicklung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2017, IX R 27\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.110717.IXR27.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Geschlossener Immobilienfonds &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung oder R&uuml;ckabwicklung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 1. Juni 2016&nbsp;&nbsp;14 K 545\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob ein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) vorliegt und wie ggf. der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn zu berechnen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden als Eheleute im Streitjahr (2009) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger trat im August 1999 mit Wirkung zum 31.&nbsp;Oktober 1999 als Treugeber-Kommanditist mit einem Kapitalanteil von 50.000&nbsp;DM der Z-KG bei. Der Gesellschaftszweck der als geschlossener Immobilienfonds konzipierten Gesellschaft bestand im Erwerb, in der Errichtung, der Verwaltung, der Vermietung sowie der Verwertung von Immobilien. Die Z-KG war Eigent&uuml;mer von Immobilien oder erwarb Beteiligungen an Objektgesellschaften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Z-KG war &#8211;neben weiteren geschlossenen Immobilienfonds&#8211; ab 1995 von der B-AG initiiert worden. Diese hatte sich dazu mehrerer zwischengeschalteter Tochtergesellschaften bedient, u.a. der L-Bank sowie der Y-GmbH. An den Fondsgesellschaften wurden Treuhandkommanditisten beteiligt, die sowohl im eigenen Namen als auch f&uuml;r noch zu werbende Treugeber Gesellschaftsanteile hielten. Kapitalanlegern wie dem Kl&auml;ger wurde nach einheitlichem Muster der Abschluss von Treuhandvertr&auml;gen angeboten, wonach sich der Treuhandkommanditist verpflichtete, seine Beteiligung k&uuml;nftig treuh&auml;nderisch f&uuml;r die Kapitalanleger (Treugeber) zu verwalten. Der Treuhandkommanditist &uuml;bte seine Gesellschafterrechte nach deren Weisungen aus. Im Innenverh&auml;ltnis der Gesellschafter zueinander und im Verh&auml;ltnis zur Gesellschaft wurden die Treugeber wie unmittelbar beteiligte Kommanditisten behandelt. Sie durften an den Gesellschafterversammlungen teilnehmen und die auf ihre Beteiligungen entfallenden Stimmrechte sowie die einem Kommanditisten nach dem Gesetz zustehenden Kontroll- und sonstigen Rechte unmittelbar selbst aus&uuml;ben. Dem Kl&auml;ger stand au&szlig;erdem ein Andienungsrecht zu, nach Ablauf von 25&nbsp;Jahren den Anteil zum Nominalwert und nach Ablauf von 30&nbsp;Jahren zu 115&nbsp;% des Nominalwerts an eine Konzern-Gesellschaft der B-AG zur&uuml;ckzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die wirtschaftliche Entwicklung des Fonds entsprach nicht den Erwartungen des Kl&auml;gers. Zusammen mit einer Vielzahl weiterer Anleger beteiligte sich der Kl&auml;ger an einem Sammelklageverfahren und erhob eine Schadensersatzklage gegen die L-Bank und die Y-GmbH. Mit der Klage begehrte der Kl&auml;ger u.a. die Zahlung von 16.115,72&nbsp;EUR nebst Zinsen sowie die Freistellung von den Verpflichtungen aus dem Bankdarlehen zur Finanzierung der Beteiligung Zug um Zug gegen &Uuml;bertragung der Beteiligung an der Z-KG. Inhaltlich war die Klage auf vertragliche und deliktische Schadensersatzanspr&uuml;che und einen Einwendungsdurchgriff nach dem Verbraucherkreditgesetz gest&uuml;tzt. Der Fondsprospekt habe vielfach erhebliche unrichtige oder unvollst&auml;ndige Angaben enthalten bzw. nachteilige Umst&auml;nde nicht dargestellt. Der geltend gemachte Schaden ermittelte sich aus dem Betrag der Einlage zzgl. eines Agio von 5&nbsp;% sowie den Finanzierungskosten der Beteiligung und entgangenen Zinsen f&uuml;r den Eigenkapitalanteil abz&uuml;glich aller erhaltenen Aussch&uuml;ttungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2005 unterbreitete die Y-GmbH dem Kl&auml;ger ein Angebot zum Erwerb seiner Fondsanteile, das er aber nicht annahm. Vielmehr hielt der Kl&auml;ger seine Klage aufrecht. Die Y-GmbH machte dem Kl&auml;ger am 1.&nbsp;Dezember 2008 ein neues Angebot. Der als Vergleichsvertrag bezeichnete Vertrag bestimmte als Zahlungsverpflichtung einen Prozentsatz der auf die Fondsbeteiligung gezahlten Kapitaleinlage zzgl. einer Verzinsung f&uuml;r den Zeitraum vom 1.&nbsp;Januar 2009 bis sechs Wochen nach der Annahme des Angebots abz&uuml;glich der Aussch&uuml;ttungen und Quellensteuern, die f&uuml;r den genannten Zeitraum gezahlt wurden. Das Angebot war unwiderruflich und befristet. Die Annahme des Angebots war nur m&ouml;glich, wenn die Schadensersatzklage vor dem Annahmetag zur&uuml;ckgenommen war. Der Kl&auml;ger nahm das Angebot innerhalb laufender Frist am 23.&nbsp;Dezember 2008 an. Zugleich verzichtete er auf alle gegenw&auml;rtigen und zuk&uuml;nftigen Schadensersatzanspr&uuml;che, die mit dem Erwerb der Beteiligung zusammenhingen. Der Kl&auml;ger erhielt im Jahr 2009 von der Y-GmbH eine Auszahlung in H&ouml;he von 23.603,19&nbsp;EUR. Die Z-KG bestand nach dem Ausscheiden des Kl&auml;gers als geschlossener Immobilienfonds fort.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"4\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"4\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Mit (ge&auml;ndertem) Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2009 vom 14.&nbsp;September 2012 erfasste der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit Blick auf den von der Y-GmbH geleisteten Auszahlungsbetrag bei dem Kl&auml;ger erstmals Eink&uuml;nfte aus einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft. Das FA &uuml;bernahm dabei die jeweilige Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnberechnung, die sich aus einer (informatorischen) Mitteilung des f&uuml;r die Fondsgesellschaften zust&auml;ndigen Finanzamts ergab. Danach wurden die nachfolgenden Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne ermittelt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:justify\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:justify\">Auszahlungsbetrag<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">23.603,19&nbsp;EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:justify\">+ anteilige Verbindlichkeiten<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">+ <span style=\"text-decoration:underline\">66.662,87&nbsp;EUR<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:justify\">= gesamter Ver&auml;u&szlig;erungspreis<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">90.266,06&nbsp;EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">x anteiliger Ver&auml;u&szlig;erungspreis der Immobilien<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">x 76,85&nbsp;%<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:justify\">=&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">69.372,81&nbsp;EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">.\/. anteilige steuerliche Buchwerte der Immobilien<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\"><span style=\"text-decoration:underline\">56.362,32&nbsp;EUR<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:justify\">= Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">13.010,49&nbsp;EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus den mitgeteilten Werten ergibt sich nicht, auf welchen Stichtag die anteiligen Verbindlichkeiten und der anteilige steuerliche Buchwert der Immobilien ermittelt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der vom Kl&auml;ger gegen den ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid eingelegte Einspruch blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1612 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab. Der Kl&auml;ger habe seine Beteiligung ver&auml;u&szlig;ert und dadurch den Tatbestand des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG erf&uuml;llt. Eine R&uuml;ckabwicklung der urspr&uuml;nglichen Anschaffung liege nicht vor. Der Verzicht auf Schadensersatz und die weiteren vom Kl&auml;ger eingegangenen Verpflichtungen h&auml;tten nur den Charakter von Nebenleistungen oder Klarstellungen. Das FA habe auch den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn zutreffend ermittelt. Der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn entfalle nicht in H&ouml;he von 36,35&nbsp;% auf Schadensersatzanspr&uuml;che.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung von Bundesrecht. Sie tragen u.a. vor, sie h&auml;tten f&uuml;r ihre Beteiligung an dem Fonds Schadensersatz erhalten. Der Wert des Fonds habe 0&nbsp;EUR betragen. Mehr h&auml;tte ein fremder Dritter nicht bezahlt. Es habe daher kein Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft, sondern eine R&uuml;ckabwicklung vorgelegen. Zudem sei der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn fehlerhaft ermittelt worden. Auch das rechtliche Geh&ouml;r sei verletzt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des FG K&ouml;ln vom 1.&nbsp;Juni 2016&nbsp;&nbsp;14&nbsp;K&nbsp;545\/14 und die Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;Januar 2014 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2009 vom 14.&nbsp;September 2012 dahin zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften des Kl&auml;gers um 13.011&nbsp;EUR niedriger angesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liege ein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft vor und der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn sei unter Einbeziehung der Verbindlichkeiten zutreffend ermittelt worden. Der Kl&auml;ger habe sich im Vergleichswege geeinigt und auf &quot;etwaige&quot; Schadensersatzanspr&uuml;che verzichtet. Daher sei nicht davon auszugehen, dass der Kl&auml;ger eine pauschale Schadensersatzzahlung erhalten habe. &Uuml;ber die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Schadensersatzanspr&uuml;che sei keine rechtsverbindliche Aussage getroffen worden. Ob daher Schadensersatzanspr&uuml;che &uuml;berhaupt bestanden h&auml;tten, sei ungekl&auml;rt. Daher sei auch keine Aufteilung des Kaufpreises vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3&nbsp;Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat zwar ohne Rechtsfehler den Vergleichsvertrag vom 23.&nbsp;Dezember&nbsp;2008 als steuerbare Ver&auml;u&szlig;erung i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG gew&uuml;rdigt. Es hat aber den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn rechtlich fehlerhaft ermittelt. Zur Begr&uuml;ndung verweist der Senat auf seine Entscheidungen vom 6.&nbsp;September 2015 IX&nbsp;R&nbsp;27\/15 (BFHE 255, 176, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2016, 2950), IX&nbsp;R&nbsp;44\/14 (BFHE 255, 148, BFH\/NV 2017, 191) und IX&nbsp;R&nbsp;45\/14 (BFHE 255, 162, BFH\/NV 2017, 197), die sich mit vergleichbaren Fondsbeteiligungen befassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FA vorgenommene Ermittlung des Gewinns aus einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft l&auml;sst sich auch nicht auf die in der Folge des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 17.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912) ge&auml;nderte Fassung des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG st&uuml;tzen. Danach ist der Gewinn oder Verlust aus Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften nach Absatz&nbsp;1 der Unterschied zwischen Ver&auml;u&szlig;erungspreis einerseits und den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und den Werbungskosten andererseits. Auch dieser Formulierung des Gesetzes l&auml;sst sich eindeutig entnehmen, dass &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG die Frage der Steuerbarkeit der Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erung betrifft, aber nicht die &quot;Technik&quot; der Gewinnermittlung beeinflusst (so aber A. Fink, Neue Wirtschafts-Briefe &#8211;NWB&#8211; 2016, 3912 und NWB 2017, 643, 648; Lupczyk, Finanz-Rundschau 2017, 177, 184). Der Gesetzesbegr&uuml;ndung l&auml;sst sich ein derartiges, mit der Anpassung der Formulierung verfolgtes Regelungsziel ebenfalls nicht entnehmen, da dort lediglich von &quot;redaktionelle(n) &Auml;nderungen&quot; gesprochen wird (vgl. BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;58).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als das FG meint, ist die als Vergleichsbetrag bezeichnete Gegenleistung teilweise auch f&uuml;r den Verzicht auf Schadensersatzanspr&uuml;che des Ver&auml;u&szlig;erers erbracht worden. Soweit das FG zu dem Schluss gelangt ist, etwaige Schadensersatzanspr&uuml;che des Kl&auml;gers seien nicht werthaltig, wird dieser Schluss nicht von seinen tats&auml;chlichen Feststellungen getragen. Denn Sinn und Zweck der Vergleichsvereinbarung war es, den hinter der B-AG und L-Bank stehenden Gew&auml;hrtr&auml;ger der &ouml;ffentlichen Hand von seiner Haftung zu befreien. Aufgrund der bestehenden Gew&auml;hrtr&auml;gerhaftung ist es auch nicht m&ouml;glich, die Anspr&uuml;che des Kl&auml;gers als nicht durchsetzbar einzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Verfahren ist nicht spruchreif und an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Der Senat kann auf der Grundlage der Feststellungen des FG nicht beurteilen, ob der Kl&auml;ger aus der Ver&auml;u&szlig;erung seiner mittelbaren Beteiligung einen Gewinn oder Verlust erzielt hat. Hinsichtlich der vom FG vorzunehmenden Aufkl&auml;rungsma&szlig;nahmen und der weiteren Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns verweist der Senat ebenfalls auf seine Entscheidungen in BFHE 255, 176, DStR 2016, 2950, in BFHE 255, 148, BFH\/NV 2017, 191 und in BFHE 255, 162, BFH\/NV 2017, 197 und die dortigen Ausf&uuml;hrungen unter II.4. und II.5.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. &Uuml;ber die von den Kl&auml;gern erhobene Verfahrensr&uuml;ge braucht nicht mehr entschieden zu werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung bleibt dem FG vorbehalten (&sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2017, IX R 27\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.110717.IXR27.16.0 Geschlossener Immobilienfonds &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung oder R&uuml;ckabwicklung Tenor Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 1. Juni 2016&nbsp;&nbsp;14 K 545\/14 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Zwischen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-27-16-geschlossener-immobilienfonds-veraeusserung-oder-rueckabwicklung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;27\/16 &#8211; Geschlossener Immobilienfonds &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung oder R&uuml;ckabwicklung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67819","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67819","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67819"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67819\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}