{"id":67825,"date":"2017-10-07T15:40:10","date_gmt":"2017-10-07T13:40:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67825"},"modified":"2017-10-07T15:43:06","modified_gmt":"2017-10-07T13:43:06","slug":"ix-r-42-15-mietverhaeltnis-unter-nahen-angehoerigen-einkuenfteerzielungsabsicht-aufgabe-der-vermietungsabsicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-42-15-mietverhaeltnis-unter-nahen-angehoerigen-einkuenfteerzielungsabsicht-aufgabe-der-vermietungsabsicht\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;42\/15 &#8211; Mietverh&auml;ltnis unter nahen Angeh&ouml;rigen &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht &#8211; Aufgabe der Vermietungsabsicht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2017, IX R 42\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.110717.IXR42.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Mietverh&auml;ltnis unter nahen Angeh&ouml;rigen &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht &#8211; Aufgabe der Vermietungsabsicht<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 18. November 2014&nbsp;&nbsp;5 K 1403\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Rheinland-Pfalz zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten im Wesentlichen um die steuerliche Anerkennung eines Mietverh&auml;ltnisses zwischen nahen Angeh&ouml;rigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erwarb von seinen Eltern im Jahr 1992 das von ihnen Ende der 1970-er Jahre errichtete, selbst genutzte Einfamilienhaus in X. Dieses vermietete er seither an seine Eltern. Die Mietdauer betrug insgesamt etwa 17&nbsp;Jahre. Im November 2008 zogen die Eltern des Kl&auml;gers in ein Pflegeheim; zeitgleich wurde eine Betreuung angeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der vereinbarte monatliche Mietzins betrug zun&auml;chst 700&nbsp;EUR. Ab Juli 2003 zahlten die Eltern monatlich Miete in H&ouml;he von 600&nbsp;EUR. Seit der Unterbringung in das Pflegeheim leisteten die Eltern keine Mietzahlung mehr. Nach den Angaben des Kl&auml;gers wurde das Mietverh&auml;ltnis in der Vergangenheit mehrfach &uuml;berpr&uuml;ft und im Ergebnis bis zum Streitjahr (2009) als unter Fremden &uuml;blich anerkannt. Der Kl&auml;ger k&uuml;ndigte das Mietverh&auml;ltnis mit Telefax vom 1.&nbsp;Juni 2009 fristlos und forderte die Betreuerin auf, das Haus bis zum 30.&nbsp;Juni 2009 zu r&auml;umen. Das Haus wurde schlie&szlig;lich bis Ende Juli 2009 ger&auml;umt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den vom Kl&auml;ger f&uuml;r das Streitjahr geltend gemachten Werbungskosten&uuml;berschuss aus der Vermietung des Hauses in H&ouml;he von 16.830&nbsp;EUR lie&szlig; der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) in dem Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2009 vom 9.&nbsp;April 2010 unber&uuml;cksichtigt. Der Kl&auml;ger habe nicht nachgewiesen, dass die erforderliche Vermietungsabsicht noch fortbestanden habe. Da er bereits im Februar 2009 das Haus zum Verkauf angeboten habe, k&ouml;nnten die geltend gemachten Werbungskosten nicht mehr den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zugerechnet werden. Der Einspruch blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage hat das Finanzgericht (FG) im ersten Rechtsgang mit Urteil vom 17.&nbsp;Juni 2013&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;2636\/10 abgewiesen. Auf die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers hin hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Beschluss vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2014 IX&nbsp;B&nbsp;103\/13 (BFH\/NV 2014, 887) das Urteil aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufgehoben und den Rechtsstreit an das FG zur&uuml;ckverwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte auch im zweiten Rechtsgang keinen Erfolg. Das FG entschied mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 2177 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 18.&nbsp;November 2014&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;1403\/14, dass das zwischen dem Kl&auml;ger und seinen Eltern bestehende Mietverh&auml;ltnis sp&auml;testens seit Dezember 2008 steuerrechtlich nicht mehr anzuerkennen sei und daher der geltend gemachte Verlust aus der Vermietung des Hauses im Streitjahr nicht steuermindernd ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nne. Zudem habe der Kl&auml;ger bereits zu diesem Zeitpunkt seine Vermietungsabsicht (&quot;Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht&quot;) aufgegeben. Er habe das Haus nach der Unterbringung der Eltern im Pflegeheim nicht weiter vermieten wollen und es bereits ab Februar 2009 zum Verkauf angeboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat im ersten Rechtsgang einen schriftlichen Hinweis erteilt, wonach die vom Kl&auml;ger vorgebrachten Tatsachen (Zahlungsunf&auml;higkeit der Eltern; Umst&auml;nde zur Durchf&uuml;hrung und Abwicklung des Mietverh&auml;ltnisses nach der Unterbringung in das Pflegeheim) als wahr unterstellt werden k&ouml;nnten, soweit diese &uuml;berhaupt entscheidungserheblich seien. Von dieser Sachverhaltsw&uuml;rdigung hat sich das FG im zweiten Rechtsgang durch entsprechenden Hinweis in der m&uuml;ndlichen Verhandlung distanziert. Die daraufhin beantragte Vertagung der m&uuml;ndlichen Verhandlung hat das FG abgelehnt. Ebenso hat es die in diesem Zusammenhang gestellten Beweisantr&auml;ge des Kl&auml;gers (Vernehmung der Betreuerin der Eltern; Vernehmung von Mitarbeitern der Sozialverwaltung) im Urteil zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung formellen (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und materiellen Rechts (&sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres &#8211;EStG&#8211;). Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrt der Kl&auml;ger an, seine Eltern h&auml;tten seit ihrer Unterbringung im Pflegeheim das Haus zwar nicht mehr bewohnt und keine Mietzahlung mehr geleistet. Die r&uuml;ckst&auml;ndigen Mieten h&auml;tten aber nicht durchgesetzt werden k&ouml;nnen, da die Eltern nach der Einweisung in das Pflegeheim nicht mehr &uuml;ber freie Mittel verf&uuml;gt h&auml;tten. Ein gerichtliches Verfahren h&auml;tte im Zweifel mehr Zeit in Anspruch genommen als die vom Kl&auml;ger durchgef&uuml;hrte Abwicklung des Mietverh&auml;ltnisses. Das Mietverh&auml;ltnis sei daher bis zu seiner Beendigung im Juli 2009 steuerrechtlich anzuerkennen. Auch die alternative Begr&uuml;ndung des FG trage nicht. Dass er im Februar 2009 das Haus auch zum Verkauf angeboten habe, schlie&szlig;e seine fortbestehende Vermietungsabsicht nicht aus. In der Rechtsprechung des BFH sei anerkannt, dass jedenfalls die bis zur Beendigung der Vermietungst&auml;tigkeit entstandenen Aufwendungen weiterhin durch die urspr&uuml;nglich zur Erzielung von Eink&uuml;nften aufgenommene Vermietungst&auml;tigkeit veranlasst seien. Dar&uuml;ber hinaus seien die vom Kl&auml;ger entrichteten Schuldzinsen f&uuml;r das gesamte Streitjahr als Werbungskosten abziehbar, da der aus der Ver&auml;u&szlig;erung des Hauses im Jahr 2012 erzielte Erl&ouml;s nicht zur vollst&auml;ndigen Tilgung der Verbindlichkeiten ausgereicht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das Urteil des FG vom 18.&nbsp;November 2014 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2009 vom 9.&nbsp;April 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 9.&nbsp;November 2010 mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens zus&auml;tzlich die negativen Eink&uuml;nfte aus der Vermietung des Hauses in X in H&ouml;he von 15.138,40&nbsp;EUR steuermindernd ber&uuml;cksichtigt werden. Ferner beantragt er, die Hinzuziehung eines Bevollm&auml;chtigten f&uuml;r das au&szlig;ergerichtliche Vorverfahren f&uuml;r notwendig zu erkl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur erneuten Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO). Die Beurteilung des zwischen dem Kl&auml;ger und seinen Eltern bestehenden Mietverh&auml;ltnisses durch das FG am Ma&szlig;stab des Fremdvergleichs h&auml;lt einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand. Auch tragen die Feststellungen des FG seine Schlussfolgerung nicht, der Kl&auml;ger habe mit der Unterbringung der Eltern in das Pflegeheim seine Vermietungsabsicht aufgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG erzielt, wer ein Grundst&uuml;ck, Geb&auml;ude oder Geb&auml;udeteil gegen Entgelt zur Nutzung &uuml;berl&auml;sst und beabsichtigt, daraus auf Dauer der Nutzung ein positives Ergebnis zu erzielen (BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Dezember 2007 IX&nbsp;R&nbsp;30\/07, BFH\/NV 2008, 1300, und vom 9.&nbsp;Oktober 2013 IX&nbsp;R&nbsp;2\/13, BFHE 244, 247, BStBl II 2014, 527). Die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht kann erst nachtr&auml;glich einsetzen und auch wieder wegfallen (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;September 2002 IX&nbsp;R&nbsp;63\/01, BFH\/NV 2003, 454).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem Regelungszweck des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ist bei einer auf Dauer angelegten Vermietungst&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich und typisierend davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, einen solchen Einnahmen&uuml;berschuss zu erwirtschaften, auch wenn sich &uuml;ber l&auml;ngere Zeitr&auml;ume Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse ergeben. Ausnahmen von diesem Grundsatz gelten lediglich, wenn besondere Umst&auml;nde gegen das Vorliegen der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht sprechen (BFH-Urteile in BFHE 244, 247, BStBl II 2014, 527, und vom 16.&nbsp;Februar 2016 IX&nbsp;R&nbsp;28\/15, BFH\/NV 2016, 1006). Hat der Steuerpflichtige den Entschluss auf Dauer zu vermieten endg&uuml;ltig gefasst, gilt die Regelvermutung f&uuml;r das Vorliegen der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht f&uuml;r die Dauer seiner Vermietungst&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich auch dann, wenn er die vermietete Immobilie aufgrund eines neu gefassten Entschlusses ver&auml;u&szlig;ert (vgl. BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Juli 2003 IX&nbsp;R&nbsp;102\/00, BFHE 203, 86, BStBl II 2003, 940, und vom 11.&nbsp;Dezember 2012 IX&nbsp;R&nbsp;9\/12, BFH\/NV 2013, 718).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Stellt der Steuerpflichtige seine auf Eink&uuml;nfteerzielung gerichtete T&auml;tigkeit ein, sind die bis zur Beendigung der Vermietungst&auml;tigkeit entstandenen Aufwendungen weiterhin durch die urspr&uuml;nglich zur Erzielung von Eink&uuml;nften begonnene und unver&auml;ndert fortgef&uuml;hrte T&auml;tigkeit veranlasst (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2003 IX&nbsp;R&nbsp;16\/99, BFH\/NV 2003, 1043). Bei auf die Vermietungszeit entfallenden Aufwendungen ist typisierend anzunehmen, dass sie der Eink&uuml;nfteerzielung dienen. Hierunter fallen auch Aufwendungen f&uuml;r Abwicklungsma&szlig;nahmen, die die negativen Eink&uuml;nfte unter Umst&auml;nden sogar erh&ouml;hen (BFH-Urteil in BFH\/NV 2003, 1043). Dabei ist davon auszugehen, dass die Vermietungst&auml;tigkeit solange andauert, als der Vermieter dem Mieter die Nutzung der Mietsache entgeltlich &uuml;berl&auml;sst, also in der Regel bis zum Ende des Mietverh&auml;ltnisses (&sect;&nbsp;542 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;; BFH-Urteil in BFH\/NV 2003, 1043). Mit dem &#8211;gegebenenfalls vorzeitigen, konkludent vereinbarten&#8211; Wegfall des Nutzungsrechts des Mieters endet die Vermietungszeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steht die Wohnung sodann nach vorheriger auf Dauer angelegter Vermietung leer, sind die hierauf get&auml;tigten Aufwendungen solange noch als Werbungskosten abziehbar, als der Steuerpflichtige den urspr&uuml;nglichen Entschluss zur Eink&uuml;nfteerzielung im Zusammenhang mit dem Leerstand der Wohnung nicht endg&uuml;ltig aufgegeben hat (BFH-Urteil in BFHE 203, 86, BStBl II 2003, 940). Daran fehlt es, solange sich der Steuerpflichtige ernsthaft und nachhaltig um eine Vermietung bem&uuml;ht, selbst wenn er das Vermietungsobjekt daneben &#8211;z.B. wegen der Schwierigkeiten einer Vermietung&#8211; auch zum Erwerb anbietet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die steuerliche Anerkennung von Mietvertr&auml;gen unter nahe stehenden Personen setzt u.a. voraus, dass die Vertr&auml;ge zivilrechtlich wirksam vereinbart worden sind und sowohl die Gestaltung als auch die Durchf&uuml;hrung des Vereinbarten dem zwischen Fremden &Uuml;blichen entspricht (vgl. BFH-Urteile vom 7.&nbsp;Juni 2006 IX&nbsp;R&nbsp;4\/04, BFHE 214, 173, BStBl II 2007, 294, und vom 21.&nbsp;November 2013 IX&nbsp;R&nbsp;26\/12, BFH\/NV 2014, 529). Sie sind daraufhin zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob sie durch die Eink&uuml;nfteerzielung (&sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG) oder den steuerrechtlich unbeachtlichen privaten Bereich (&sect;&nbsp;12 EStG) veranlasst sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Was unter &quot;nahe stehenden Personen&quot; zu verstehen ist, ist gesetzlich nicht definiert. Im Rahmen der Pr&uuml;fung, ob ein Mietverh&auml;ltnis unter nahe stehenden Personen dem steuerlich bedeutsamen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 EStG) oder dem privaten Bereich (&sect;&nbsp;12 EStG) zuzuordnen ist, ist ma&szlig;geblich zu ber&uuml;cksichtigen, ob ein den Gleichklang wirtschaftlicher Interessen indizierendes, den Einzelfall bestimmendes N&auml;heverh&auml;ltnis angenommen werden kann. Ma&szlig;gebend ist hierbei die Gesamtheit der objektiven Gegebenheiten (BFH-Urteil in BFH\/NV 2016, 1006).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Entscheidung, ob das Mietverh&auml;ltnis zwischen nahe stehenden Personen dem steuerlich bedeutsamen oder dem privaten Bereich zuzuordnen ist, hat das FG nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung zu treffen. Gleiches gilt im Hinblick auf die vom FG zu treffende Feststellung, ob der Steuerpflichtige weiterhin beabsichtigte, langfristig Eink&uuml;nfte aus dem Vermietungsobjekt zu erzielen oder ob er seine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bereits aufgegeben hat. Dabei hat es alle Indizien zu ber&uuml;cksichtigen und in eine Gesamtw&uuml;rdigung einzubeziehen. Die revisionsrechtliche Pr&uuml;fung durch den BFH beschr&auml;nkt sich darauf, ob das FG von zutreffenden Kriterien ausgegangen ist, alle ma&szlig;geblichen Beweisanzeichen in seine Beurteilung einbezogen und dabei nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en hat (BFH-Urteil in BFH\/NV 2014, 529).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ma&szlig;gebliche Beweisanzeichen f&uuml;r die Pr&uuml;fung, ob die streitigen Aufwendungen in einem sachlichen Zusammenhang mit der Erzielung von Eink&uuml;nften stehen oder dem nicht steuerbaren privaten Bereich zugeh&ouml;rig sind, bilden insbesondere die Beachtung der zivilrechtlichen Formerfordernisse bei Vertragsabschluss und die Kriterien des Fremdvergleichs (BFH-Urteil in BFH\/NV 2014, 529). Voraussetzung ist dabei grunds&auml;tzlich, dass die Hauptpflichten der Vertragsparteien wie die &Uuml;berlassung der Mietsache zum Gebrauch sowie die Entrichtung der vereinbarten Miete klar und eindeutig vereinbart sowie entsprechend dem Vereinbarten durchgef&uuml;hrt worden sind (BFH-Urteile vom 24.&nbsp;August 2006 IX&nbsp;R&nbsp;40\/05, BFH\/NV 2006, 2236, und in BFH\/NV 2014, 529).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Grunds&auml;tzen liegt die &Uuml;berlegung zugrunde, dass eine tats&auml;chlich nicht durchgef&uuml;hrte Vereinbarung indiziell gegen ihre Ernsthaftigkeit spricht. Allerdings schlie&szlig;t nicht jede Abweichung vom &Uuml;blichen notwendigerweise die steuerrechtliche Anerkennung des Vertragsverh&auml;ltnisses aus (BFH-Urteile in BFH\/NV 2006, 2236, und vom 1.&nbsp;August 2012 IX&nbsp;R&nbsp;18\/11, juris). Entscheidend ist stets eine Gesamtabw&auml;gung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls. Dabei k&ouml;nnen gewichtige sonstige Umst&auml;nde, die f&uuml;r ein ernsthaftes Mietverh&auml;ltnis zwischen nahe stehenden Personen sprechen, trotz versp&auml;teter oder zeitweise ausbleibender Mietzahlungen den Ausschlag geben. Hierzu k&ouml;nnen beispielsweise eine langj&auml;hrige beanstandungsfreie Durchf&uuml;hrung der Vereinbarungen sowie eine zeitnahe Abwicklung eines gest&ouml;rten Mietverh&auml;ltnisses geh&ouml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG dem zwischen dem Kl&auml;ger und seinen Eltern &#8211;bis zur Beendigung und R&auml;umung im Juli 2009&#8211; bestehenden Mietverh&auml;ltnis zu Unrecht die steuerrechtliche Anerkennung versagt. Auch die Schlussfolgerung des FG, der Kl&auml;ger habe seine Vermietungsabsicht mit der Unterbringung der Eltern in das Pflegeheim aufgegeben, wird von seinen Feststellungen nicht getragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat seine Entscheidung, das Mietverh&auml;ltnis halte im Streitjahr einem Fremdvergleich nicht mehr stand, im Wesentlichen darauf gest&uuml;tzt, dass seit der Unterbringung der Eltern in das Pflegeheim keine Mietzahlungen mehr geleistet worden sind und damit das Mietverh&auml;ltnis tats&auml;chlich nicht mehr wie vereinbart durchgef&uuml;hrt worden ist. Der Kl&auml;ger habe das Ausbleiben der Mietzahlungen &uuml;ber ein halbes Jahr unbeanstandet gelassen und sich daher nicht wie ein fremder Vermieter verhalten. Weder seien Zahlungsaufforderungen oder Mahnungen noch eine sonstige Regelung in Bezug auf die ausstehende Miete ersichtlich. Gegen&uuml;ber einem fremden Dritten h&auml;tte der Kl&auml;ger seinen Mietanspruch gerichtlich geltend gemacht, im Zweifel das Mietverh&auml;ltnis nach &sect;&nbsp;543 BGB bereits mit Ablauf des Januar 2009 &#8211;und nicht wie geschehen erst im Juni 2009&#8211; fristlos gek&uuml;ndigt und notfalls im Wege einer R&auml;umungsklage auf einer R&auml;umung zu einem fr&uuml;heren Zeitpunkt bestanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese W&uuml;rdigung h&auml;lt einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand. Der Senat vermag dem FG nicht darin zu folgen, dass sich der Kl&auml;ger im Streitfall in der Durchf&uuml;hrung und Abwicklung des Mietverh&auml;ltnisses nicht wie ein fremder Vermieter verhalten habe. Zwar ist das FG im Ausgangspunkt zutreffend davon ausgegangen, dass ein Vermieter regelm&auml;&szlig;ig ein notleidendes Mietverh&auml;ltnis durch ordentliche oder au&szlig;erordentliche K&uuml;ndigung (&sect;&nbsp;543 BGB) beenden und eine R&auml;umung des Mietobjekts &#8211;gegebenenfalls auch gerichtlich&#8211; durchsetzen wird. Das FG hat aber vorliegend unber&uuml;cksichtigt gelassen, dass es sich aufgrund der eingetretenen Pflegebed&uuml;rftigkeit der Mieter um eine f&uuml;r beide Vertragsparteien besondere Situation gehandelt hat. In dieser Situation ist dem Vermieter &#8211;insbesondere eines langj&auml;hrigen beanstandungsfreien Mietverh&auml;ltnisses&#8211; hinsichtlich der Abwicklung ein gewisser Entscheidungsspielraum zuzubilligen, ob er das Mietverh&auml;ltnis einvernehmlich und kooperativ oder durch K&uuml;ndigung und etwaige R&auml;umungsklage einseitig beendet. In diesem Zusammenhang h&auml;tte das FG in seine W&uuml;rdigung einbeziehen m&uuml;ssen, dass der Kl&auml;ger das Mietverh&auml;ltnis im Ergebnis innerhalb von etwa einem halben Jahr und damit zeitnah zur Unterbringung der Mieter im Pflegeheim beendet und abgewickelt hat. Vor dem Hintergrund, dass sich aufgrund der Pflegebed&uuml;rftigkeit der Mieter deren Auszug aus dem Haus ohnehin abzeichnete, h&auml;tte auch ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssen, dass ein gerichtliches Verfahren im Zweifel &#8211;wie der Kl&auml;ger zu Recht eingewandt hat&#8211; mehr Zeit in Anspruch genommen h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch die Annahme des FG, der Kl&auml;ger habe seine Vermietungsabsicht bereits im Zeitpunkt der Unterbringung der Eltern in das Pflegeheim endg&uuml;ltig aufgegeben, weil er den Leerstand des Hauses hingenommen und das Haus bereits im Februar 2009 zum Verkauf angeboten habe, ist nicht frei von Rechtsfehlern. Das FG hat sich hierf&uuml;r im Wesentlichen auf die Senatsrechtsprechung zum Fortbestehen der Vermietungsabsicht bei l&auml;nger andauerndem Leerstand bei einer vorangehenden auf Dauer angelegten Vermietung gest&uuml;tzt (BFH-Urteile in BFHE 203, 86, BStBl II 2003, 940, und in BFH\/NV 2013, 718).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG zitierte BFH-Rechtsprechung l&auml;sst sich jedoch mangels Vergleichbarkeit der den Entscheidungen zugrunde liegenden Sachverhalte nicht auf den Streitfall &uuml;bertragen. Das FG hat insoweit au&szlig;er Acht gelassen, dass das Mietverh&auml;ltnis rechtlich erst zum Ablauf des Juni 2009 beendet worden ist und das Haus vor diesem Zeitpunkt noch nicht i.S. der Senatsrechtsprechung vertragslos leer gestanden hat. Aus dem Umstand, dass der Kl&auml;ger das Haus bereits im Februar 2009 zum Verkauf angeboten hat, folgt noch nicht, dass er bereits zu diesem Zeitpunkt seinen Entschluss, das Haus zu vermieten, endg&uuml;ltig aufgegeben hat. Zugunsten des Kl&auml;gers ist vielmehr davon auszugehen, dass die durch die Aufnahme der Vermietungst&auml;tigkeit gefasste Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht jedenfalls f&uuml;r die Dauer der Vermietungst&auml;tigkeit fortbesteht, auch wenn er die vermietete Immobilie aufgrund eines neu gefassten Entschlusses sp&auml;ter ver&auml;u&szlig;ert (BFH-Urteil in BFHE 203, 86, BStBl II 2003, 940).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entscheidend f&uuml;r die Abziehbarkeit der Aufwendungen ist insoweit, dass diese w&auml;hrend der Vermietungszeit entstanden sind (s. im Einzelnen BFH-Urteile vom 10.&nbsp;Oktober 2000 IX&nbsp;R&nbsp;15\/96, BFHE 193, 318, BStBl II 2001, 787; vom 20.&nbsp;Februar 2001 IX&nbsp;R&nbsp;49\/98, BFH\/NV 2001, 1022; vom 14.&nbsp;Dezember 2014 IX&nbsp;R&nbsp;34\/03, BFHE 208, 232, BStBl II 2005, 343, unter II.1.a am Ende), d.h. bezogen auf den Streitfall, solange ein Anspruch der Eltern auf Nutzungs&uuml;berlassung des Hauses gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger bestand. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass das w&auml;hrend der Dauer des Mietvertrags fortbestehende Nutzungsrecht ausnahmsweise durch eine konkludente oder ausdr&uuml;ckliche Vereinbarung bereits vor Beendigung des Mietverh&auml;ltnisses i.S. des &sect;&nbsp;542 BGB erloschen sein k&ouml;nnte, hat das FG nicht festgestellt. Auch insoweit kann dem Kl&auml;ger nicht entgegen gehalten werden, er habe die rechtliche M&ouml;glichkeit zur Beendigung des notleidend gewordenen Mietverh&auml;ltnisses zu einem fr&uuml;heren Zeitpunkt ungenutzt verstreichen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Da die Schlussfolgerungen des FG in seinen tats&auml;chlichen Feststellungen keine St&uuml;tze finden, ist sein Urteil aufzuheben. Der Senat kann die im Streitfall erforderliche W&uuml;rdigung auf der Grundlage der vom FG hinreichend getroffenen Feststellungen selbst vornehmen (vgl. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Oktober 2016 IX&nbsp;R&nbsp;8\/16, BFHE 255, 259, BStBl II 2017, 273). Danach sind jedenfalls die bis zur Beendigung des Mietverh&auml;ltnisses und R&auml;umung des Hauses Ende Juli 2009 durch die Vermietungst&auml;tigkeit angefallenen Aufwendungen dem Grunde nach als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif. Von seinem Standpunkt aus zu Recht hat das FG &#8211;entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers&#8211; noch keine Feststellungen zur H&ouml;he des im Streitjahr geltend gemachten Werbungskosten&uuml;berschusses getroffen. Dies wird im n&auml;chsten Rechtsgang nachzuholen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der geltend gemachten Werbungskosten wird das FG pr&uuml;fen m&uuml;ssen, welche Aufwendungen auf die Vermietungszeit entfallen sowie ob, zu welchem Zeitpunkt und aus welchen Gr&uuml;nden der Kl&auml;ger nach der Beendigung des Mietverh&auml;ltnisses seinen Entschluss zur Eink&uuml;nfteerzielung endg&uuml;ltig aufgegeben hat. In Bezug auf den Abzug der geltend gemachten Zinsaufwendungen verweist der Senat auf seine Ausf&uuml;hrungen im Urteil vom 21.&nbsp;Januar 2014 IX&nbsp;R&nbsp;37\/12 (BFHE 244, 550, BStBl II 2015, 631), wonach ein fortdauernder Veranlassungszusammenhang von nachtr&auml;glichen Schuldzinsen mit fr&uuml;heren Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;21 EStG nicht anzunehmen ist, wenn der Steuerpflichtige zwar urspr&uuml;nglich mit Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht gehandelt hat, seine Absicht zu einer (weiteren) Eink&uuml;nfteerzielung jedoch bereits vor der Ver&auml;u&szlig;erung des Immobilienobjekts aus anderen Gr&uuml;nden weggefallen ist. Kommt das FG hingegen zu dem Ergebnis, dass der Kl&auml;ger seine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht auch nach Beendigung des Mietverh&auml;ltnisses mit den Eltern noch nicht aufgegeben hat, k&ouml;nnen die Schuldzinsen f&uuml;r ein Darlehen, das der Finanzierung der Anschaffungskosten des Hauses gedient hat, grunds&auml;tzlich auch nach einer nicht steuerbaren Ver&auml;u&szlig;erung als nachtr&auml;gliche Werbungskosten abgezogen werden, wenn und soweit die Verbindlichkeiten durch den Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s nicht getilgt werden k&ouml;nnen (BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Juni 2012 IX&nbsp;R&nbsp;67\/10, BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275, und vom 8.&nbsp;April 2014 IX&nbsp;R&nbsp;45\/13, BFHE 244, 442, BStBl II 2015, 635).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da die Revision bereits in der Sache Erfolg hat, kommt es auf die geltend gemachten Verfahrensr&uuml;gen nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO. Der Antrag, die Zuziehung des Bevollm&auml;chtigten f&uuml;r das Vorverfahren f&uuml;r notwendig zu erkl&auml;ren (&sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO), ist im Revisionsverfahren unzul&auml;ssig. Die Entscheidung nach &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO geh&ouml;rt sachlich zum Kostenfestsetzungsverfahren; zust&auml;ndig ist daher das Gericht des ersten Rechtszugs, im Streitfall das FG (s. z.B. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2000 VIII&nbsp;R&nbsp;68\/96, BFHE 191, 505).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2017, IX R 42\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.110717.IXR42.15.0 Mietverh&auml;ltnis unter nahen Angeh&ouml;rigen &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht &#8211; Aufgabe der Vermietungsabsicht Tenor Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 18. November 2014&nbsp;&nbsp;5 K 1403\/14 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht Rheinland-Pfalz zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen. 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