{"id":67830,"date":"2017-10-07T15:39:41","date_gmt":"2017-10-07T13:39:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67830"},"modified":"2017-10-07T15:42:57","modified_gmt":"2017-10-07T13:42:57","slug":"v-r-25-16-medizinische-laborleistungen-in-der-umsatzsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-25-16-medizinische-laborleistungen-in-der-umsatzsteuer\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;25\/16 &#8211; Medizinische Laborleistungen in der Umsatzsteuer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.8.2017, V R 25\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.240817.VR25.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Medizinische Laborleistungen in der Umsatzsteuer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Medizinische Analysen, die von einem in privatrechtlicher Form organisierten Labor au&szlig;erhalb der Praxisr&auml;ume des praktischen Arztes durchgef&uuml;hrt werden, der sie angeordnet hat, k&ouml;nnen nach &sect; 4 Nr. 14 Buchst. b UStG steuerfrei sein.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 3. September 2015&nbsp;&nbsp;16 K 340\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Nieders&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, betrieb im Streitjahr 2009 ein medizinisches Labor. Die Kl&auml;gerin untersuchte biologisches Probenmaterial (Blutproben oder Serum), das ihr von &Auml;rzten und Heilpraktikern zugesandt wurde. Sie untersuchte diese Proben labortechnisch zur Bestimmung von IgG-Antik&ouml;rpern beim Nachweis von Nahrungsmittelallergien. Krankheitsbilder, bei denen Therapeuten in Absprache mit den Patienten den Test einsetzten, waren chronische Magen-Darm-Probleme, chronische Hautprobleme, chronische Schmerzen, rheumatische Erkrankungen, Aufmerksamkeitsdefizite, Atemwegsbeschwerden und chronisches &Uuml;bergewicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ihre Auftr&auml;ge erhielt die Kl&auml;gerin von den jeweiligen Patienten, gegen&uuml;ber denen sie ihre Leistungen auch abrechnete. Die Kl&auml;gerin besch&auml;ftigte in ihrem Labor durchschnittlich vier Arbeitnehmer, von denen zwei die Berufsausbildung zur technischen Assistentin in der Medizin hatten. Die &quot;Befundung&quot; der Laborergebnisse wurde seitens der Kl&auml;gerin durch einen Doktor der Biologie und einen Doktor der Chemie vorgenommen. Das Labor stand unter Leitung eines Allgemeinmediziners, der die Analytik der Testverfahren und auff&auml;llige Befunde kontrollierte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass die Leistungen der Kl&auml;gerin steuerpflichtig seien und erlie&szlig; einen entsprechenden &Auml;nderungsbescheid, der im Einspruchsverfahren ge&auml;ndert wurde. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das Finanzgericht (FG) der Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1825 ver&ouml;ffentlichen Urteil statt. Danach sind die Leistungen nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a des Umsatzsteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres &#8211;2009&#8211; (UStG) steuerfrei. Unter Ber&uuml;cksichtigung von Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) und der hierzu ergangenen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) und des Bundesfinanzhofs (BFH) komme es f&uuml;r die Steuerfreiheit nicht auf ein zwischen dem Behandelnden und dem Patienten bestehenden Vertrauensverh&auml;ltnis an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision. Die Steuerfreiheit erfordere ein Vertrauensverh&auml;ltnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Vertrauensverh&auml;ltnis sei kein geeignetes Abgrenzungskriterium. Sie sei kein Zentrum oder Einrichtung i.S. von Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL. Hilfsweise sei auf sie weiterhin die 40&nbsp;%-Grenze nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;b UStG a.F. anzuwenden und die Sache insoweit an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Sie habe sich nicht auf technische Analysen beschr&auml;nkt, sondern sei auch bei der Befunderhebung t&auml;tig geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist aus anderen als den geltend gemachten Gr&uuml;nden begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat bei seinem Urteil nicht hinreichend ber&uuml;cksichtigt, dass medizinische Analysen, die &#8211;wie im Streitfall von einem in privatrechtlicher Form organisierten Labor&#8211; au&szlig;erhalb der Praxisr&auml;ume des sie anordnenden praktischen Arztes durchgef&uuml;hrt werden, nur nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b UStG, nicht aber auch nach Buchst.&nbsp;a dieser Vorschrift steuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a UStG befreit die &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Hebamme oder einer &auml;hnlichen heilberuflichen T&auml;tigkeit durchgef&uuml;hrt werden&quot;. Unionsrechtlich beruht dies auf Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL. Steuerfrei sind danach &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der von dem betreffenden Mitgliedstaat definierten &auml;rztlichen und arzt&auml;hnlichen Berufe durchgef&uuml;hrt werden&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b UStG befreit &quot;Krankenhausbehandlungen und &auml;rztliche Heilbehandlungen einschlie&szlig;lich der Diagnostik, Befunderhebung, Vorsorge, Rehabilitation, Geburtshilfe und Hospizleistungen sowie damit eng verbundene Ums&auml;tze, die von Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts erbracht werden&quot;. Nach Satz&nbsp;2 Doppelbuchst.&nbsp;bb sind diese Leistungen auch steuerfrei, wenn sie von &quot;Zentren f&uuml;r &auml;rztliche Heilbehandlung und Diagnostik oder Befunderhebung, die an der vertrags&auml;rztlichen Versorgung nach &sect;&nbsp;95 des F&uuml;nften Buches Sozialgesetzbuch teilnehmen oder f&uuml;r die Regelungen nach &sect;&nbsp;115 des F&uuml;nften Buches Sozialgesetzbuch gelten&quot; erbracht werden. Unionsrechtlich beruht dies auf Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b MwStSystRL. Steuerfrei sind danach &quot;Krankenhausbehandlungen und &auml;rztliche Heilbehandlungen sowie damit eng verbundene Ums&auml;tze, die von Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts oder unter Bedingungen, welche mit den Bedingungen f&uuml;r diese Einrichtungen in sozialer Hinsicht vergleichbar sind, von Krankenanstalten, Zentren f&uuml;r &auml;rztliche Heilbehandlung und Diagnostik und anderen ordnungsgem&auml;&szlig; anerkannten Einrichtungen gleicher Art durchgef&uuml;hrt beziehungsweise bewirkt werden&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zur Abgrenzung der Anwendungsbereiche von Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b und c MwStSystRL hat der EuGH im Urteil LuP vom 8.&nbsp;Juni 2006 C-106\/05 (EU:C:2006:380) entschieden, dass bei medizinischen Analysen, die von &#8211;in privatrechtlicher Form organisierten&#8211; Laboren au&szlig;erhalb der Praxisr&auml;ume des praktischen Arztes durchgef&uuml;hrt werden, der sie angeordnet hat, zu pr&uuml;fen ist, ob die Analysen unter Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) fallen k&ouml;nnen. Der EuGH hat dies bejaht, da derartige Labore als Einrichtung &quot;gleicher Art&quot; wie &quot;Krankenanstalten&quot; und &quot;Zentren f&uuml;r &auml;rztliche Heilbehandlung und Diagnostik&quot; anzusehen sind (EuGH-Urteil LuP, EU:C:2006:380, Rz&nbsp;35). Zu den nach dieser Bestimmung zu erf&uuml;llenden Voraussetzungen hat der EuGH entschieden, dass es der Steuerfreiheit nach Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 77\/388\/EWG &quot;immanent [ist], dass die Befreiung der medizinischen Analysen an Bedingungen gekn&uuml;pft werden kann, die f&uuml;r die &Auml;rzte, die die Analysen angeordnet haben, nicht gelten&quot; (EuGH-Urteil LuP, EU:C:2006:380, Rz&nbsp;46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der erkennende Senat hat sich dem angeschlossen und entschieden, dass &quot;der EuGH die Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin nach Art.&nbsp;13 Teil A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 77\/388\/EWG von den &auml;rztlichen Heilbehandlungen, die von einem in privatrechtlicher Form organisierten Labor nach Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 77\/388\/EWG erbracht werden, nach dem Ort ab[grenzt], an dem die Leistungen erbracht werden (Rz&nbsp;22 und 39 des EuGH-Urteils LuP, EU:C:2006:380). Nach Buchst.&nbsp;c sollen Leistungen steuerfrei sein, die au&szlig;erhalb von Krankenh&auml;usern (oder &auml;hnlichen Einrichtungen) im Rahmen eines pers&ouml;nlichen Vertrauensverh&auml;ltnisses erbracht werden, sei es in den Praxisr&auml;umen des Behandelnden, in der Wohnung des Patienten oder an einem anderen Ort, f&uuml;r alle anderen &auml;rztlichen Leistungen soll Buchst.&nbsp;b eingreifen&quot; (BFH-Urteil vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 V&nbsp;R&nbsp;55\/03, BFHE 217, 48, BStBl II 2008, 31, unter II.1.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat ist dabei f&uuml;r die alte Rechtslage (vor der im Streitjahr ma&szlig;geblichen &Auml;nderung durch das Jahressteuergesetz 2009 vom 19.&nbsp;Dezember 2008 &#8211;JStG 2009&#8211; BGBl I 2008, 2794) davon ausgegangen, dass diese &quot;der Richtlinie 77\/388\/EWG zugrunde liegende Systematik &#8230; sich aber nicht im Wege der Auslegung in das nationale Umsatzsteuergesetz &uuml;bertragen [l&auml;sst], soweit es diesem Ansatz des europ&auml;ischen Rechts schon dem Grunde nach nicht folgt. In &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG 1980\/1991\/1993 finden sich sowohl &Auml;rzte als auch klinische Chemiker, deren Leistungen nicht in der Arztpraxis oder der Wohnung des Patienten erbracht werden, als auch solche, bei denen dies der Fall ist. Durch das UStG 1980 wurde die Befreiung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG 1980\/1991\/1993 auf die klinischen Chemiker ausgedehnt, um eine Wettbewerbsbenachteiligung dieser Unternehmer gegen&uuml;ber den Labor&auml;rzten zu verhindern (BTDrucks 8\/2827, S.&nbsp;14). Das nationale Gesetz kn&uuml;pft damit hinsichtlich der Steuerbefreiung (auch der Labor&auml;rzte) in erster Linie an den Beruf an und nicht an den Ort der Leistung. Die von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG 1980\/1991\/1993 erfassten Ums&auml;tze k&ouml;nnen nicht gegen den Gesetzeswortlaut im Wege der Auslegung in den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;c UStG 1980\/1991\/1993 &#8218;umdefiniert&#8216; werden. Es bleibt vielmehr dabei, dass sich in einem derartigen Fall der Steuerpflichtige auf das f&uuml;r ihn g&uuml;nstigere nationale Recht &#8211;wie hier &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Satz&nbsp;1 UStG 1980\/ 1991\/1993&#8211; berufen kann, solange dieses nicht entsprechend den Vorgaben der Richtlinie 77\/388\/EWG angepasst wird&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Diese vom erkennenden Senat f&uuml;r erforderlich gehaltene Anpassung hat das JStG 2009 vorgenommen. Wie sich aus der amtlichen Gesetzesbegr&uuml;ndung (BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;74) ergibt, bezweckte der nationale Gesetzgeber damit ausdr&uuml;cklich eine Anpassung an die unionsrechtliche Systematik: &quot;Kriterium f&uuml;r die Abgrenzung des Anwendungsbereichs der beiden Befreiungstatbest&auml;nde in Artikel&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchstabe&nbsp;b und c MwStSystRL ist weniger die Art der Leistung als vielmehr der <span style=\"text-decoration:underline\">Ort<\/span> ihrer Erbringung. Der EuGH hat festgestellt, dass solche Leistungen nach Artikel 132 Abs.&nbsp;1 Buchstabe&nbsp;b MwStSystRL von der Mehrwertsteuer zu befreien sind, die aus einer Gesamtheit von &auml;rztlichen Heilbehandlungen in Einrichtungen mit sozialer Zweckbestimmung wie der des Schutzes der menschlichen Gesundheit bestehen, w&auml;hrend Buchstabe&nbsp;c auf Leistungen anwendbar ist, die au&szlig;erhalb von Krankenh&auml;usern oder &auml;hnlichen Einrichtungen im Rahmen eines pers&ouml;nlichen Vertrauensverh&auml;ltnisses zwischen Patienten und Behandelndem, z.B. in den Praxisr&auml;umen des Behandelnden, in der Wohnung des Patienten oder an einem anderen Ort erbracht werden (vgl. EuGH-Urteil Dornier vom 6.&nbsp;November 2003 C-45\/01, EU:C:2003:595, Rz&nbsp;47)&quot;. Dabei wurden die Leistungen der &quot;Einrichtungen von Labor&auml;rzten oder klinischen Chemikern&quot; entsprechend der unionsrechtlichen Systematik ausdr&uuml;cklich dem neuen &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b Satz&nbsp;2 Doppelbuchst.&nbsp;bb UStG zugeordnet (BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;75).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Danach ist das Urteil des FG aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Das FG wird im zweiten Rechtsgang die bislang &#8211;von seinem Rechtsstandpunkt aus zu Recht&#8211; fehlenden Feststellungen zur Anwendung von &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;b Satz&nbsp;2 Doppelbuchst.&nbsp;bb UStG nachzuholen haben. Dabei wird das FG auch zu entscheiden haben, ob diese Regelung im Hinblick auf einen unzul&auml;ssigen Bedarfsvorbehalt unionsrechtswidrig sein k&ouml;nnte (vgl. BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Oktober 2014 V&nbsp;R&nbsp;20\/14, BFHE 248, 376, BStBl II 2016, 785).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Steuerfreiheit nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 Buchst.&nbsp;a UStG kommt im Streitjahr 2009 aufgrund der bisherigen Feststellungen des FG nicht Betracht. Gegebenenfalls sind hierzu im zweiten Rechtsgang weitere Feststellungen zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.8.2017, V R 25\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.240817.VR25.16.0 Medizinische Laborleistungen in der Umsatzsteuer Leits&auml;tze Medizinische Analysen, die von einem in privatrechtlicher Form organisierten Labor au&szlig;erhalb der Praxisr&auml;ume des praktischen Arztes durchgef&uuml;hrt werden, der sie angeordnet hat, k&ouml;nnen nach &sect; 4 Nr. 14 Buchst. b UStG steuerfrei sein. 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