{"id":67870,"date":"2017-10-24T16:11:41","date_gmt":"2017-10-24T14:11:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67870"},"modified":"2017-10-24T16:12:37","modified_gmt":"2017-10-24T14:12:37","slug":"i-r-55-14-veraeusserungsgewinn-einer-stiftung-liechtensteinischen-rechts-durch-verzicht-auf-teilnahme-an-einer-kapitalerhoehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-55-14-veraeusserungsgewinn-einer-stiftung-liechtensteinischen-rechts-durch-verzicht-auf-teilnahme-an-einer-kapitalerhoehung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;55\/14 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn einer Stiftung liechtensteinischen Rechts durch Verzicht auf Teilnahme an einer Kapitalerh&ouml;hung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.2.2017, I R 55\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.080217.IR55.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn einer Stiftung liechtensteinischen Rechts durch Verzicht auf Teilnahme an einer Kapitalerh&ouml;hung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 3. Juni 2014&nbsp;&nbsp;9 K 5\/08 K aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nster zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) durch den Verzicht einer Tochtergesellschaft auf die Teilnahme an der Kapitalerh&ouml;hung einer in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) ans&auml;ssigen (Enkel-)Kapitalgesellschaft einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.V.m. &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;e EStG und &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) in den jeweils f&uuml;r das Streitjahr (2001) geltenden Fassungen erzielt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist eine Stiftung liechtensteinischen Rechts mit Sitz in B. Destinat&auml;re der Kl&auml;gerin sind in &Ouml;sterreich ans&auml;ssige Mitglieder (Ehefrau und Kinder) der Familie des Gr&uuml;nders der E&nbsp;Firmengruppe. Die Kl&auml;gerin hielt im Streitjahr s&auml;mtliche Anteile an einer ebenfalls in B ans&auml;ssigen Anstalt liechtensteinischen Rechts (D). Dieser standen zusammen mit einer ebenfalls in Liechtenstein ans&auml;ssigen Aktiengesellschaft (G) jeweils 50&nbsp;v.H. der Anteile an der in Deutschland ans&auml;ssigen E&nbsp;GmbH zu. Daneben war die Kl&auml;gerin alleinige Anteilseignerin der in Luxemburg ans&auml;ssigen E Holdings S.a.r.l., die wiederum s&auml;mtliche Anteile an der in Deutschland ans&auml;ssigen E&nbsp;Holding GmbH hielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>D und G haben am 3.&nbsp;Februar 1998 beschlossen, das Kapital der E&nbsp;GmbH zu erh&ouml;hen. Die neue Stammeinlage sollte gegen Zahlung eines Betrages von 30&nbsp;Mio.&nbsp;DM (Stammeinlage in H&ouml;he von 22,5&nbsp;Mio.&nbsp;DM zzgl. Agio in H&ouml;he von 7,5&nbsp;Mio.&nbsp;DM) von der (damals) noch zu gr&uuml;ndenden E&nbsp;Holding GmbH &uuml;bernommen werden. Zudem gew&auml;hrten D und G der E&nbsp;Holdings S.a.r.l. ein auf die zu gr&uuml;ndende E&nbsp;Holding GmbH &uuml;bertragbares Optionsrecht auf Erwerb weiterer Gesellschaftsanteile in H&ouml;he von nominell jeweils 5,25&nbsp;Mio.&nbsp;DM f&uuml;r den Fall, dass eine weitere Kapitalerh&ouml;hung von 22,5&nbsp;Mio.&nbsp;DM durchgef&uuml;hrt wird. D und G sollten von ihrem Bezugsrecht ausgeschlossen sein, weil sie nicht bereit waren, sich an der Finanzierung weiterer Investitionen bei der E&nbsp;GmbH zu beteiligen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 5.&nbsp;Februar 1998 fassten D und G als Gesellschafter der E&nbsp;GmbH einen Beschluss &uuml;ber die zwei Tage zuvor vereinbarte Erh&ouml;hung des Kapitals der E&nbsp;GmbH auf 37,5&nbsp;Mio.&nbsp;DM. Zur &Uuml;bernahme der neuen Stammeinlage wurde unter Ausschluss der bisherigen Gesellschafter (D und G) allein die (zu gr&uuml;ndende) E&nbsp;Holding GmbH zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner hat die Gesellschafterversammlung der E&nbsp;GmbH am 31.&nbsp;August 2001 beschlossen, das Stammkapital um weitere 22,5&nbsp;Mio.&nbsp;DM auf 60&nbsp;Mio.&nbsp;DM zu erh&ouml;hen. Zur &Uuml;bernahme des neuen Gesch&auml;ftsanteils war nur die E&nbsp;Holding GmbH zugelassen, die neben dem Nominalbetrag des neuen Anteils ein Aufgeld von 7,5&nbsp;Mio.&nbsp;DM zu leisten hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung hat der Pr&uuml;fer die Ansicht vertreten, dass durch den Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 31.&nbsp;August 2001 &uuml;ber die (zweite) Kapitalerh&ouml;hung zugunsten der D ein Anwartschaftsrecht\/Bezugsrecht in Bezug auf einen Teil des neuen Gesch&auml;ftsanteils an der E GmbH entstanden und dieses zun&auml;chst der Kl&auml;gerin und von dieser &uuml;ber die E&nbsp;Holdings S.a.r.l. der E&nbsp;Holding GmbH zugewendet worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Einlage des Anwartschaftsrechtes\/Bezugrechtes in die E&nbsp;Holding GmbH habe die Kl&auml;gerin einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nach &sect;&nbsp;17 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;e EStG erzielt, da nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn aus der verdeckten Einlage von Kapitalgesellschaftsanteilen in eine Kapitalgesellschaft geh&ouml;re. Die H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns bemesse sich nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG grunds&auml;tzlich nach dem Betrag, um den der Ver&auml;u&szlig;erungspreis nach Abzug der Ver&auml;u&szlig;erungskosten die Anschaffungskosten des eingelegten Anteils &uuml;bersteige. An die Stelle eines Ver&auml;u&szlig;erungspreises trete im vorliegenden Fall der gemeine Wert des eingelegten Anwartschaftsrechtes\/Bezugsrechtes. Als Anschaffungskosten der Rechtsposition seien, soweit der Steuerpflichtige den Anteil unentgeltlich oder &#8211;wie hier&#8211; im Wege der verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) erworben habe, nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 EStG die Anschaffungskosten des Rechtsvorg&auml;ngers ma&szlig;gebend, der den Anteil zuletzt entgeltlich erworben habe. Der gemeine Wert des der Kl&auml;gerin von der D zugewendeten Anwartschaftsrechtes\/Bezugsrechtes in H&ouml;he von 15.269.651&nbsp;DM sei mithin lediglich um die anteilig auf diese Rechtsposition entfallende Anschaffungskosten der D in H&ouml;he von 2.257.975&nbsp;DM zu vermindern. Damit ergebe sich letztlich ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von 13.011.676&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) schloss sich dieser Auffassung an und erlie&szlig; f&uuml;r das Streitjahr einen entsprechenden K&ouml;rperschaftsteuerbescheid.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Klageverfahrens haben sich die Beteiligten dar&uuml;ber tats&auml;chlich verst&auml;ndigt, dass der gemeine Wert der gesamten Anteile an der E&nbsp;GmbH vor der zweiten Kapitalerh&ouml;hung mit 161.671.340&nbsp;DM (statt 253.595.350&nbsp;DM) und der gemeine Wert der Anteile nach der zweiten Kapitalerh&ouml;hung mit 191.671.340&nbsp;DM (statt 283.595.350&nbsp;DM) zu bemessen ist, so dass stille Reserven von D auf die E&nbsp;Holding GmbH in H&ouml;he von 8.375.351&nbsp;DM (statt 15.269.651&nbsp;DM) &uuml;bergegangen seien. Die Beteiligten sind ferner &uuml;bereingekommen, dass sich die den &uuml;bergegangenen stillen Reserven anteilig zuzuordnenden historischen Anschaffungskosten der D auf 1.942.680&nbsp;DM (statt 2.257.975&nbsp;DM) belaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage (FG M&uuml;nster, Urteil vom 3.&nbsp;Juni 2014&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;5\/08&nbsp;K, ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 2076) insoweit begr&uuml;ndet angesehen, als das FA einen &uuml;ber den Betrag von 6.432.671&nbsp;DM hinausgehenden Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn angesetzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid f&uuml;r 2001 vom 28.&nbsp;November 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;Dezember 2007 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die K&ouml;rperschaftsteuer auf 0&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Dessen bisherige Feststellungen reichen f&uuml;r eine abschlie&szlig;ende Entscheidung durch den Senat nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 KStG sind K&ouml;rperschaften, Personenvereinigungen und Verm&ouml;gensmassen, die weder ihre Gesch&auml;ftsleitung noch ihren Sitz im Inland haben, mit ihren inl&auml;ndischen Eink&uuml;nften beschr&auml;nkt k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig. Zu diesen Voraussetzungen hat das FG festgestellt, dass die Kl&auml;gerin eine rechtsf&auml;hige Stiftung liechtensteinischen Rechts sei, die Sitz und Gesch&auml;ftsleitung in Liechtenstein habe. Ob aber die Kl&auml;gerin, die dem Recht des F&uuml;rstentums Liechtenstein untersteht, nach ihrer wirtschaftlichen und rechtlichen Struktur &#8211;ungeachtet einer ggf. nach ausl&auml;ndischem Recht bestehenden Rechtspers&ouml;nlichkeit (Senatsurteile vom 3.&nbsp;Februar 1988 I&nbsp;R&nbsp;134\/84, BFHE 153, 14, BStBl II 1988, 588; vom 26.&nbsp;August 1993 I&nbsp;R&nbsp;44\/92, BFH\/NV 1994, 318)&#8211; einem deutschen K&ouml;rperschaftsteuersubjekt entspricht (sog. Typenvergleich, vgl. zuletzt Senatsurteil vom 25.&nbsp;Oktober 2016 I&nbsp;R&nbsp;54\/14, BFHE 256, 66, m.w.N. aus der Rechtsprechung) und damit eine beschr&auml;nkt steuerpflichtige K&ouml;rperschaft, Personenvereinigung oder Verm&ouml;gensmasse i.S. des &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 KStG darstellt, l&auml;sst sich anhand der vom FG getroffenen Feststellungen nicht beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die f&uuml;r den Typenvergleich erforderlichen Feststellungen zum ausl&auml;ndischen Recht geh&ouml;ren zu den Tatsachenfeststellungen i.S. des &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO, die das FG von Amts wegen und unter Beachtung des &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) vorzunehmen hat (vgl. &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;293 der Zivilprozessordnung) und die im Revisionsverfahren nicht nachgeholt werden k&ouml;nnen (Senatsurteile vom 22.&nbsp;Dezember 2010 I&nbsp;R&nbsp;84\/09, BFHE 232, 352, BStBl II 2014, 361; vom 6.&nbsp;Juni 2012 I&nbsp;R&nbsp;52\/11, BFHE 237, 356, BStBl II 2014, 240). Dabei hat das FG eine Gesamtw&uuml;rdigung der tats&auml;chlichen und rechtlichen Gesichtspunkte im Einzelfall vorzunehmen (Senatsurteil vom 20.&nbsp;August 2008 I&nbsp;R&nbsp;34\/08, BFHE 222, 521, BStBl II 2009, 263). Die Art und Weise der Ermittlung ausl&auml;ndischen Rechts steht im pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessen des Gerichts (vgl. dazu Senatsurteil vom 19.&nbsp;Dezember 2007 I&nbsp;R&nbsp;46\/07, BFH\/NV 2008, 930, m.w.N.). Eine Bindung des Bundesfinanzhofs (BFH) als Revisionsgericht an eine Tatsachenw&uuml;rdigung besteht allerdings (schon) dann nicht, wenn aus den Gr&uuml;nden des angefochtenen Urteils nicht nachvollziehbar ist, aus welchen Tatsachen das FG eine Schlussfolgerung tats&auml;chlicher Art ableitet (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 14.&nbsp;Dezember 2011 XI&nbsp;R&nbsp;33\/10, BFH\/NV 2012, 1009; vom 17.&nbsp;Mai 2005 VII&nbsp;R&nbsp;76\/04, BFHE 210, 70; vom 25.&nbsp;August 1999 X&nbsp;R&nbsp;74\/96, BFH\/NV 2000, 416). Hierin liegt ein materiell-rechtlicher Fehler, der auch ohne entsprechende R&uuml;ge zur Aufhebung des Urteils f&uuml;hrt (vgl. z.B. Senatsurteil vom 27.&nbsp;Mai 1981 I&nbsp;R&nbsp;123\/77, BFHE 133, 412, BStBl II 1982, 211; BFH-Urteil vom 5.&nbsp;M&auml;rz 1968 II&nbsp;R&nbsp;36\/67, BFHE 92, 416, BStBl II 1968, 610).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit mit der Feststellung der Vorinstanz, die Kl&auml;gerin weise die Rechtsform einer Stiftung liechtensteinischen Rechts auf, &uuml;berhaupt eine Vergleichbarkeit zu einer einem deutschen K&ouml;rperschaftsteuersubjekt entsprechenden Rechtspers&ouml;nlichkeit angesprochen worden sein soll, wird diese Einsch&auml;tzung durch die tats&auml;chlichen Feststellungen nicht getragen. Es fehlen tragf&auml;hige Feststellungen sowohl zu der rechtlichen Struktur der Kl&auml;gerin selbst wie zu den einschl&auml;gigen ausl&auml;ndischen Rechtsnormen (vgl. hierzu Personen- und Gesellschaftsrecht des F&uuml;rstentums Liechtenstein vom 20.&nbsp;Januar 1926, LGBl 1926 Nr.&nbsp;4). Der Hinweis der Vorinstanz, die Destinat&auml;re der Kl&auml;gerin seien in &Ouml;sterreich ans&auml;ssige Mitglieder (Ehefrau und Kinder) der Familie des Gr&uuml;nders der E&nbsp;Firmengruppe, f&uuml;hrt mit Blick auf die rechtliche Struktur der Kl&auml;gerin zu keinen tragf&auml;higen Erkenntnissen. Weitere Feststellungen hat das FG nicht getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zudem l&auml;sst sich nach den bisherigen Feststellungen des FG nicht abschlie&szlig;end beurteilen, ob der Kl&auml;gerin &#8211;sollte sie ihrer wirtschaftlichen und rechtlichen Struktur nach einem deutschen K&ouml;rperschaftsteuersubjekt entsprechen&#8211; im Streitjahr die streitigen inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte i.S. von &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;e EStG &uuml;berhaupt zugerechnet werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des Senats kann bei einer ausl&auml;ndischen Stiftung bereits fraglich sein, ob die betreffenden Eink&uuml;nfte aufgrund allgemeiner Regelungen (&sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO) nicht der Stiftung, sondern einer anderen Person &#8211;beispielsweise dem Stifter&#8211; zuzurechnen sind (Senatsurteile vom 5.&nbsp;November 1992 I&nbsp;R&nbsp;39\/92, BFHE 170, 62, BStBl II 1993, 388; in BFHE 232, 352, BStBl II 2014, 361; vom 22.&nbsp;Dezember 2010 I&nbsp;R&nbsp;85\/09, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;; vom 22.&nbsp;Dezember 2010 I&nbsp;R&nbsp;86\/09, BFH\/NV 2011, 1140; vom 22.&nbsp;Dezember 2010 I&nbsp;R&nbsp;87\/09, n.v.). Da bei Stiftungen in Liechtenstein der Stiftungsrat regelm&auml;&szlig;ig an die Anweisungen des Stifters gebunden ist (vgl. Wassermeyer in Flick\/Wassermeyer\/Baumhoff\/Sch&ouml;nfeld, Au&szlig;ensteuerrecht, &sect;&nbsp;15 AStG Rz&nbsp;28; Sch&uuml;tz, Der Betrieb 2008, 603; zu &quot;kontrollierten&quot; Treuhandstiftungen vgl. auch Schulz in Lademann, Au&szlig;ensteuergesetz, &sect;&nbsp;15 AStG Rz&nbsp;8), kann &#8211;entgegen der Vorinstanz&#8211; nicht ohne weiteres unterstellt werden, dass das von der Stiftung verwaltete Verm&ouml;gen (hier die Anteile an der D) und die daraus erzielten Eink&uuml;nfte dieser steuerrechtlich zuzurechnen sind. Der Gestaltungs- und Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber das Stiftungsverm&ouml;gen, wie es sich insbesondere aus den Statuten und Beistatuten der Stiftung nach dem insoweit anwendbaren liechtensteinischen Recht ergibt, kommt insoweit entscheidende Bedeutung zu. Auch hierzu hat das FG bisher keine substantiierten Feststellungen getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz 1 des Au&szlig;ensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (AStG) wird f&uuml;r Zwecke der Einkommensteuer das Einkommen einer Familienstiftung i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 AStG, die sowohl ihren Sitz als auch ihre Gesch&auml;ftsleitung im Ausland hat, dem unbeschr&auml;nkt steuerpflichtigen Stifter bzw. unbeschr&auml;nkt steuerpflichtigen bezugsberechtigten oder anfallsberechtigten Personen zugerechnet. Diese Zurechnung setzt zum einen voraus, dass es sich um eine Familienstiftung im Sinne des Gesetzes handelt, die ein entsprechendes Einkommen im steuerrechtlichen Sinn erzielt (vgl. Senatsbeschluss vom 8.&nbsp;April 2009 I&nbsp;B&nbsp;223\/08, BFH\/NV 2009, 1437; Senatsurteil in BFHE 170, 62, BStBl II 1993, 388), und zum anderen, dass ein unbeschr&auml;nkt steuerpflichtiger Stifter bzw. unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige bezugsberechtigte oder anfallsberechtigte Personen vorhanden sind. Den Feststellungen der Vorinstanz, die Destinat&auml;re der Kl&auml;gerin seien die Ehefrau und die Kinder des Gr&uuml;nders der E Firmengruppe, mag zwar zu entnehmen sein, dass es sich bei der Kl&auml;gerin um eine Familienstiftung i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 AStG handelt; soweit aber mit der weiteren Feststellung, dass es sich um in &Ouml;sterreich &quot;ans&auml;ssige&quot; Familienmitglieder handelt, &uuml;berhaupt eine im Inland nicht bestehende Steuerpflicht der betreffenden Personen angesprochen worden sein soll, wird auch diese Einsch&auml;tzung durch die tats&auml;chlichen Feststellungen nicht getragen. Der abkommensrechtliche Begriff der Ans&auml;ssigkeit (vgl. Art.&nbsp;4 des Musterabkommens der Organisation for Economic Cooperation and Development &#8211;OECD-Musterabkommen&#8211;) l&auml;sst ohne weitere Feststellungen keinen zwingenden Schluss darauf zu, dass nicht doch ein Wohnsitz oder gew&ouml;hnlicher Aufenthalt der Familienmitglieder im Inland nach &sect;&sect;&nbsp;8, 9 AO anzunehmen ist und damit eine unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG besteht. Demgem&auml;&szlig; kann der erkennende Senat auch nicht dar&uuml;ber entscheiden, ob im Streitfall die Abschirmwirkung des ausl&auml;ndischen Rechtstr&auml;gers nach &sect;&nbsp;15 AStG durchbrochen und das Einkommen der Kl&auml;gerin den Familienmitgliedern zuzurechnen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vorinstanz hat eine abweichende Rechtsauffassung vertreten. Ihr Urteil war deshalb aufzuheben. Die Sache ist zur erneuten Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen, um die aufgezeigten Feststellungen nachzuholen. Sollte das FG dabei im zweiten Rechtsgang zu dem Ergebnis gelangen, dass die Kl&auml;gerin ihrer wirtschaftlichen und rechtlichen Struktur nach einem deutschen K&ouml;rperschaftsteuersubjekt entspricht, dem die entsprechenden Eink&uuml;nfte auch zugerechnet werden k&ouml;nnen, wird sich das FG im weiteren damit zu befassen haben, ob der D &#8211;einer Anstalt liechtensteinischen Rechts&#8211; die Anteile an der E&nbsp;GmbH sowie das Anwartschaftsrecht\/Bezugsrecht an den neuen Gesch&auml;ftsanteilen &uuml;berhaupt zuzurechnen waren. Letzteres h&auml;ngt wiederum davon ab, ob die D nach den Grunds&auml;tzen des Typenvergleichs, d.h. nach ihrer wirtschaftlichen und rechtlichen Struktur, einem deutschen K&ouml;rperschaftsteuersubjekt entspricht. Sollte dies zu verneinen sein, w&auml;re das Anwartschaftsrecht\/Bezugsrecht direkt der Kl&auml;gerin mit der Folge zuzurechnen, dass sich die Frage, ob eine vGA zur Annahme eines unentgeltlichen Erwerbs i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 EStG berechtigt, im Streitfall nicht stellen w&uuml;rde. Das FG wird daher Feststellungen zur rechtlichen Struktur der D sowie zu den f&uuml;r Anstalten liechtensteinischen Rechts einschl&auml;gigen ausl&auml;ndischen Rechtsnormen zu treffen haben (vgl. hierzu Art.&nbsp;534&nbsp;ff. Personen- und Gesellschaftsrecht des F&uuml;rstentums Liechtenstein vom 20.&nbsp;Januar 1926, LGBl 1926 Nr.&nbsp;4). Dabei wird insbesondere zu ber&uuml;cksichtigen sein, dass das liechtensteinische Recht der Rechtsform der Anstalt weitgehende Freiheit in der Festlegung der Statuten und der Organisation einr&auml;umt (vgl. Marxer\/Goop\/Kieber, Gesellschaften und Steuern in Liechtenstein, 9.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;160; Wanger, Liechtensteinisches Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht, 3.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;86).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.2.2017, I R 55\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.080217.IR55.14.0 Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn einer Stiftung liechtensteinischen Rechts durch Verzicht auf Teilnahme an einer Kapitalerh&ouml;hung Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 3. Juni 2014&nbsp;&nbsp;9 K 5\/08 K aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nster zur&uuml;ckverwiesen. 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