{"id":67880,"date":"2017-10-24T16:09:47","date_gmt":"2017-10-24T14:09:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67880"},"modified":"2017-10-24T16:11:42","modified_gmt":"2017-10-24T14:11:42","slug":"x-b-170-16-ungenuegende-bezeichnung-des-gegenstands-des-klagebegehrens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-170-16-ungenuegende-bezeichnung-des-gegenstands-des-klagebegehrens\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;170\/16 &#8211; Ungen&uuml;gende Bezeichnung des Gegenstands des Klagebegehrens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.6.2017, X B 170\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.290617.XB170.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ungen&uuml;gende Bezeichnung des Gegenstands des Klagebegehrens<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 30. November 2016&nbsp;&nbsp;3 K 251\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg. Sie ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet, weil keiner der von ihnen geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde tats&auml;chlich gegeben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) stellt es einen Verfahrensfehler i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) dar, wenn &uuml;ber eine zul&auml;ssige Klage nicht zur Sache, sondern durch Prozessurteil entschieden wird (z.B. BFH-Beschluss vom 30.&nbsp;September 2014 I&nbsp;B&nbsp;164\/13, BFH\/NV&nbsp;2015, 216, unter II.1., m.w.N.). Ein solcher Mangel liegt im Streitfall jedoch nicht vor. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage zu Recht mit der Begr&uuml;ndung als unzul&auml;ssig abgewiesen, der Gegenstand des Klagebegehrens sei innerhalb der daf&uuml;r vom Gericht mit Schreiben vom 7.&nbsp;Januar 2016 bis zum 21.&nbsp;Februar 2016 gesetzten Ausschlussfrist von den Kl&auml;gern nicht hinreichend bezeichnet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO muss die Klage u.a. den Gegenstand des Klagebegehrens bezeichnen. Eine ausreichende Bezeichnung erfordert zumindest die substantiierte und schl&uuml;ssige Darlegung, was der Kl&auml;ger begehrt und worin er eine Rechtsverletzung sieht; dadurch soll das Gericht in die Lage versetzt werden, die Grenzen seiner Entscheidungsbefugnis zu bestimmen (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO). Entspricht die Klage diesen Anforderungen nicht, hat der Vorsitzende oder ein von ihm bestimmter Richter (Berichterstatter) den Kl&auml;ger zu der erforderlichen Erg&auml;nzung innerhalb einer bestimmten Frist aufzufordern (&sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO). Dem Kl&auml;ger kann f&uuml;r die Erg&auml;nzung eine Frist mit ausschlie&szlig;ender Wirkung gesetzt werden, wenn es an einem der in &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO genannten &quot;Muss-Erfordernisse&quot; fehlt (&sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie weit das Klagebegehren zu substantiieren ist, h&auml;ngt von den Umst&auml;nden des Einzelfalls, insbesondere dem Inhalt des angefochtenen Verwaltungsakts, der Steuerart und der Klageart, ab und kann nicht in abstrakt-genereller Form vorab bestimmt werden. Vielmehr kommt es entscheidend darauf an, ob das Gericht durch die Angaben des Kl&auml;gers im konkreten Fall in die Lage versetzt worden ist zu erkennen, worin die den Kl&auml;ger betreffende Rechtsverletzung nach dessen Ansicht jeweils liegt (Senatsbeschluss vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 X&nbsp;B&nbsp;158\/13, BFH\/NV 2014, 892, unter 1.b, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Konkretisierung des Klagebegehrens kann ein bestimmter Klageantrag ausreichen, denn der Gegenstand des Klagebegehrens kann auch im Wege der Auslegung und unter R&uuml;ckgriff auf die Steuerakten festgestellt werden. Bei der Auslegung einer Klage sind s&auml;mtliche dem FG erkennbaren Umst&auml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art zu ber&uuml;cksichtigen. Nur diese Auslegung des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO tr&auml;gt dem Grundsatz der Rechtsschutz gew&auml;hrenden Auslegung von Verfahrensvorschriften (Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) Rechnung (so BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;April 2007 VII&nbsp;B&nbsp;98\/04, BFH\/NV 2007, 1345, unter II.1.b, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Handelt es sich, wie vorliegend, um eine Klage gegen Steuerbescheide (d.h. eine Anfechtungsklage), ist der Gegenstand des Klagebegehrens nicht gleichzusetzen mit der blo&szlig;en Benennung der angegriffenen Verwaltungsentscheidungen. Nach dem Ziel der Regelung, n&auml;mlich das Verfahren durch eine wirksame Durchsetzung der Verpflichtung zur Vervollst&auml;ndigung des Klageinhalts zu beschleunigen (BTDrucks 12\/1061, S.&nbsp;15), sind Angaben erforderlich, die es dem Gericht erm&ouml;glichen, die Grenzen seiner Entscheidungsbefugnis zu bestimmen und eine effektive und auf das erforderliche Ma&szlig; reduzierte Sachaufkl&auml;rung zu betreiben. Zu Ermittlungen ins Blaue hinein, die es anstellen w&uuml;rde, wenn es einem nicht beanstandeten Teilaspekt der Streitsache nachginge, ist es nicht verpflichtet (vgl. Senatsbeschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;November 2013 X&nbsp;B&nbsp;130\/13, BFH\/NV 2014, 371, unter&nbsp;1.b; und in BFH\/NV 2014, 892, unter&nbsp;1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies zugrunde gelegt, haben die Kl&auml;ger den Gegenstand ihres Klagebegehrens in ihrer Klageschrift vom 18.&nbsp;Juli 2014 nicht hinreichend bezeichnet, sodass das FG ihnen zul&auml;ssigerweise eine Ausschlussfrist i.S. des &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO gesetzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In der genannten Klageschrift wurden lediglich die Einkommensteuerbescheide der Jahre 2010 und 2011 (Streitjahre) angef&uuml;hrt, gegen die sich die Klage richtete; zudem waren in einer Anlage &quot;K&nbsp;1&quot; Kopien der zugeh&ouml;rigen Einspruchsentscheidungen vom 14.&nbsp;bzw. 11.&nbsp;Juli 2014 beigef&uuml;gt. Die Antr&auml;ge und die Begr&uuml;ndung der Klage sollten einem gesonderten Schriftsatz vorbehalten bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Streitjahre hatten die Kl&auml;ger jeweils erst nach Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen durch den Beklagten und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) Steuererkl&auml;rungen abgegeben. Gegenstand der anschlie&szlig;enden Einspruchsverfahren waren zahlreiche Einzelstreitpunkte. Insoweit traf das FA zum Teil bereits im Verwaltungsverfahren Abhilfeentscheidungen (z.B. hinsichtlich der H&ouml;he des Aufl&ouml;sungsverlusts der Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes in 2010); zum Teil waren die umstrittenen Fragen auch schon durch das FG f&uuml;r andere Streitjahre rechtlich beurteilt worden (Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 14.&nbsp;November 2012&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;345\/11, nicht ver&ouml;ffentlicht, zur Umqualifizierung von Eink&uuml;nften aus der Beteiligung an &quot;X Centern&quot; von solchen aus Vermietung und Verpachtung in solche aus gewerblichem Grundst&uuml;ckshandel einschlie&szlig;lich der &#8211;die Geltendmachung von Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) ausschlie&szlig;enden&#8211; Zuordnung der ver&auml;u&szlig;erten Grundst&uuml;cke zum Umlaufverm&ouml;gen des Kl&auml;gers; die Nichtzulassungsbeschwerde war erfolglos geblieben, vgl. BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;Mai 2013 IX&nbsp;B&nbsp;45\/13, BFH\/NV 2013, 1435).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenstand der Einspruchsentscheidungen waren danach folgende Sachverhalte: F&uuml;r 2010 (1) Ankauf und teilweiser Einzug einer entgeltlich erworbenen Forderung gegen die F-GmbH; (2-4) Qualifizierung von Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus Beteiligungen an &quot;X Center&quot;-Grundst&uuml;cksgesellschaften an drei Standorten (&#8230;) samt Geb&auml;ude-AfA. F&uuml;r das Jahr 2011 identifizierte das FG folgende potentielle Streitkomplexe: (1, 2) steuerliche Behandlung der Aufgabe der Unternehmensberatung gegen&uuml;ber der F-GmbH und der S-GmbH, (3) weiterer Einzug der Forderung gegen die F-GmbH, (4, 5) weitere Eink&uuml;nfte aus Beteiligungen an den &quot;X Centern&quot; &#8230; und &#8230;, (6) Verkauf von Anteilen an der S-GmbH, (7, 8) Abzugsf&auml;higkeit der Krankenversicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r die S&ouml;hne der Kl&auml;ger als Vorsorgeaufwendungen sowie der Kosten f&uuml;r fr&uuml;here Finanzgerichtsprozesse als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung (vgl. FG-Urteil, S.&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus &auml;nderte das FA die angefochtenen, weiterhin unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Einkommensteuerbescheide am 22.&nbsp;Oktober 2014 ab und erfasste jeweils zus&auml;tzlich Zinseink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus einem dem Kl&auml;ger gew&auml;hrten Darlehen. In einer weiteren, w&auml;hrend der bereits laufenden Ausschlussfrist am 1.&nbsp;Februar 2016 vorgenommenen &Auml;nderung erfasste das FA in beiden Streitjahren zus&auml;tzliche Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus Kapitalverm&ouml;gen als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen (Nutzung des Firmenfahrzeugs); au&szlig;erdem ber&uuml;cksichtigte es die Aufhebung zweier Feststellungsbescheide zu Grundst&uuml;cksgemeinschaften, an denen der Kl&auml;ger urspr&uuml;nglich beteiligt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei dieser tats&auml;chlichen wie rechtlichen Gemengelage kann &#8211;anders als bei einem durchweg homogenen Streitgegenstand&#8211; der Gegenstand des Klagebegehrens (auch ein wie auch immer geartetes &quot;Rumpfbegehren&quot;) durch Auslegung nicht hinreichend sicher bestimmt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie sich aus dem angefochtenen Urteil ergibt, hat das FG zur Feststellung des &#8211;bis zur Setzung der Ausschlussfrist nicht ausdr&uuml;cklich bezeichneten&#8211; Klagebegehrens sowohl den Inhalt der Einspruchsentscheidungen als auch alle weiteren bis dahin bekannt gewordenen Umst&auml;nde herangezogen (FG-Urteil, S.&nbsp;8&nbsp;f.). Dabei hat es im Rahmen der gebotenen Auslegung mit Recht Zweifel daran gehegt, ob die Kl&auml;ger abermals eine gleichgelagerte steuerrechtliche Beurteilung der Beteiligungen des Kl&auml;gers an den &quot;X Center&quot;-Grundst&uuml;cksgesellschaften anstrebten. Dies lag im Streitfall angesichts der dabei mit erh&ouml;hter Wahrscheinlichkeit zu gew&auml;rtigenden negativen Kostenfolgen (&sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO) ebenso wenig auf der Hand wie die Antwort auf die sich wegen &sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO stellende Frage, ob die aufgrund der zwischenzeitlich vorgenommenen Bescheids&auml;nderungen zus&auml;tzlich im Raum stehenden Streitpunkte (Komplex &quot;Darlehenszinsen&quot;) gleichfalls von dem Anfechtungsbegehren umfasst sein sollten. Auch dazu hatten sich die Kl&auml;ger bis zur Setzung der Ausschlussfrist nicht ge&auml;u&szlig;ert. Das Fortbestehen des Vorbehalts der Nachpr&uuml;fung hinsichtlich beider Einkommensteuerbescheide lie&szlig; &#8211;nicht zuletzt vor dem Hintergrund des langen Zeitablaufs seit Klageeinreichung&#8211; zudem eine zwischenzeitlich auf den Weg gebrachte au&szlig;ergerichtliche Kl&auml;rung einzelner Streitpunkte nicht als unm&ouml;glich erscheinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach alledem war nicht hinreichend klar erkennbar, ob sich die Kl&auml;ger im Klageverfahren nunmehr gegen s&auml;mtliche Punkte oder nur gegen einzelne (weitere) Abweichungen im Veranlagungs- bzw. Verwaltungsverfahren wenden wollten. Aus der Zusammenschau von Steuerbescheiden, Einspruchsentscheidungen und &Auml;nderungsbescheiden war das konkrete Klagebegehren im Streitfall gerade nicht durch Auslegung eindeutig zu bestimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die Kl&auml;ger eine &quot;erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;e Veranlagung&quot; w&uuml;nschten, sich mithin pauschal gegen s&auml;mtliche Abweichungen von ihren nachgereichten Steuererkl&auml;rungen wenden wollten, haben sie in ihrer Klageschrift nicht zum Ausdruck gebracht. Das FG durfte hiervon aufgrund der Eigenheiten des Streitfalls auch nicht unbesehen ausgehen. Dies belegt die am 26.&nbsp;Februar 2016 ohne erkennbaren Grund erst &uuml;ber eineinhalb Jahre nach Klageerhebung eingereichte Klagebegr&uuml;ndung (FG-Akte, Bl.&nbsp;68&nbsp;ff.). Aus dieser geht hervor, dass das Klagebegehren der Kl&auml;ger betreffend das Jahr 2011 die Streitpunkte Verkauf von Anteilen an der S-GmbH sowie Abzugsf&auml;higkeit der Krankenversicherungsbeitr&auml;ge und der Kosten f&uuml;r fr&uuml;here Finanzgerichtsprozesse nicht mehr umfasste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die dagegen von den Kl&auml;gern vorgebrachten Argumente verfangen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Anders als die Kl&auml;ger ausf&uuml;hren (Begr&uuml;ndungsschrift, S.&nbsp;8), war in dem gerichtlichen Schreiben vom 7.&nbsp;Januar 2016 zugleich eine Fristsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79b Abs.&nbsp;1 FGO enthalten (FG-Akte, Bl.&nbsp;40&nbsp;f.). Auch diese Frist haben sie ungenutzt verstreichen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Diese Auslegung des Klagebegehrens wird nicht dadurch in Zweifel gezogen, dass die Kl&auml;ger unter Hinweis auf sog. &quot;Dauersachverhalte&quot; zu einem anderen, f&uuml;r sie g&uuml;nstigen Auslegungsergebnis gelangen. Insbesondere hat die Vorinstanz den &quot;Dauersachverhalt&quot; Eink&uuml;nftequalifizierung\/Geb&auml;ude-AfA zutreffend einbezogen. Dabei ist sie zu dem zutreffenden Ergebnis gelangt, es sei gerade nicht hinreichend gekl&auml;rt, ob hier&uuml;ber &#8211;trotz der den Kl&auml;gern bereits aus einem anderen Verfahren vor demselben FG-Senat bekannten Rechtsauffassung des Gerichts&#8211; erneut entschieden werden solle. Dass in den hier streitigen Veranlagungszeitr&auml;umen 2010 und 2011 Ver&auml;nderungen tats&auml;chlicher Art eingetreten sind, die die rechtliche Beurteilung des FG in dem genannten Bezugsverfahren in Frage stellen, haben die Kl&auml;ger nicht dargelegt. Ihr lediglich allgemein gehaltener Hinweis auf den Grundsatz der Abschnittsbesteuerung bzw. das Erfordernis fortlaufender Pr&uuml;fung (Begr&uuml;ndungsschrift, S.&nbsp;9&nbsp;f.) reicht insoweit nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Zuletzt hilft auch der Verweis auf die in &auml;hnlich- bzw. gleichgelagerten Parallelverfahren vor Setzung der Ausschlussfrist vorgenommene Bezeichnung des Klagebegehrens nicht weiter (Begr&uuml;ndungsschrift, S.&nbsp;10&nbsp;f.). Auch daraus ist kein Schluss in Bezug auf die &quot;Dauersachverhalte&quot; Eink&uuml;nftequalifizierung\/ Geb&auml;ude-AfA und Ehegattendarlehenszinsen zu ziehen, zumal letzterer Aspekt in der Einspruchsentscheidung nicht behandelt worden war und mit Blick auf die Dispositionsmaxime (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO) das Klagebegehren f&uuml;r jedes anh&auml;ngige Verfahren gesondert zu bestimmen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall besteht ferner kein Zweifel daran, dass die Kl&auml;ger die am 21.&nbsp;Februar 2016 abgelaufene Ausschlussfrist tats&auml;chlich nicht eingehalten haben (Beschwerdebegr&uuml;ndung, S.&nbsp;12). Der von ihrem Prozessbevollm&auml;chtigten als amtswegige Verl&auml;ngerung der Ausschlussfrist aufgefassten weiteren Frist zur Stellungnahme (bis 21.&nbsp;M&auml;rz 2016) zu den Bescheids&auml;nderungen des FA vom 1.&nbsp;Februar 2016 (FG-Akte, Bl.&nbsp;67, R&uuml;ckseite) lag ersichtlich die Annahme zugrunde, die zuvor ablaufende Ausschlussfrist werde eingehalten. F&uuml;r einen diesbez&uuml;glichen Irrtum des Kl&auml;gervertreters hat das FG keine erkennbare Ursache gesetzt; er w&auml;re durch schlichte R&uuml;ckfrage bei Gericht auszur&auml;umen gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auch kam eine Wiedereinsetzung in die Ausschlussfrist vorliegend nicht in Betracht. Nach dem Beschwerdevortrag der Kl&auml;ger sei die Akte &quot;aufgrund der zweiten Fristsetzung (21.03.2016) &#8230; vom B&uuml;ropersonal aus der Fristenkontrolle genommen <span style=\"text-decoration:underline\">und dem Sachbearbeiter vorgelegt<\/span> worden&quot; (Beschwerdebegr&uuml;ndung, S.&nbsp;13, erster Absatz, a.E.; Hervorhebung durch den Senat). Bereits daraus ergibt sich, dass das geltend gemachte &quot;B&uuml;roversehen&quot; (FG-Urteil, S.&nbsp;10&nbsp;f.) nicht vorlag, sondern ein &#8211;den Kl&auml;gern gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 der Zivilprozessordnung zuzurechnendes&#8211; origin&auml;res Beraterverschulden anzunehmen ist (&sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Abweichung von dem von den Kl&auml;gern im Rahmen ihrer Divergenzr&uuml;ge (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) herangezogenen BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2014 III&nbsp;B&nbsp;65\/13 (BFH\/NV 2014, 1059) ist nicht gegeben. Wie bereits ausgef&uuml;hrt, hat das FG die Einspruchsentscheidungen zur Bestimmung des Klagebegehrens herangezogen, ist aber aufgrund der Eigenheiten des Streitfalls, die sich &#8211;wie vom FG dargelegt&#8211; von dem Sachverhalt der Divergenzentscheidung unterschieden, gleichwohl nicht zu einem eindeutigen Auslegungsergebnis gelangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiteren Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.6.2017, X B 170\/16ECLI:DE:BFH:2017:B.290617.XB170.16.0 Ungen&uuml;gende Bezeichnung des Gegenstands des Klagebegehrens Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 30. November 2016&nbsp;&nbsp;3 K 251\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-170-16-ungenuegende-bezeichnung-des-gegenstands-des-klagebegehrens\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;170\/16 &#8211; Ungen&uuml;gende Bezeichnung des Gegenstands des Klagebegehrens<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67880","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67880"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67880\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67880"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67880"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}