{"id":67926,"date":"2017-11-09T10:31:29","date_gmt":"2017-11-09T08:31:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67926"},"modified":"2017-11-09T10:31:29","modified_gmt":"2017-11-09T08:31:29","slug":"i-r-93-15-organschaft-ausgleichszahlungen-an-minderheitsgesellschafter-verlustuebernahmevereinbarung-bei-aenderung-des-aktienrechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-93-15-organschaft-ausgleichszahlungen-an-minderheitsgesellschafter-verlustuebernahmevereinbarung-bei-aenderung-des-aktienrechts\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;93\/15 &#8211; Organschaft: Ausgleichszahlungen an Minderheitsgesellschafter; Verlust&uuml;bernahmevereinbarung bei &Auml;nderung des Aktienrechts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, I R 93\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IR93.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Organschaft: Ausgleichszahlungen an Minderheitsgesellschafter; Verlust&uuml;bernahmevereinbarung bei &Auml;nderung des Aktienrechts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Vereinbarung von Ausgleichszahlungen des beherrschenden Unternehmens an einen au&szlig;enstehenden Gesellschafter der beherrschten Gesellschaft steht der k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Anerkennung eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags entgegen, wenn neben einem bestimmten Festbetrag ein zus&auml;tzlicher Ausgleich gew&auml;hrt wird, dessen H&ouml;he sich am Ertrag der vermeintlichen Organgesellschaft orientiert und der zu einer lediglich anteiligen Gewinnzurechnung an den vermeintlichen Organtr&auml;ger f&uuml;hrt (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 4. M&auml;rz 2009 I R 1\/08, BFHE 225, 312, BStBl II 2010, 407).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine k&ouml;rperschaftsteuerrechtliche Organschaft mit einer GmbH als Organgesellschaft setzt nach &sect; 17 Satz 2 Nr. 2 KStG a.F. voraus, dass ausdr&uuml;cklich die Verlust&uuml;bernahme entsprechend &sect; 302 AktG (in allen seinen Bestandteilen und in den jeweiligen Regelungsfassungen) vereinbart worden ist. Dieses Vereinbarungserfordernis bezieht sich auch auf solche Regelungsbestandteile des &sect; 302 AktG, die zum Zeitpunkt des Abschlusses des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags noch nicht in Kraft getreten waren (hier: &sect; 302 Abs. 4 AktG). Im Falle der &Auml;nderung des &sect; 302 AktG ist demnach eine dieser Vorschrift entsprechende Vereinbarung &#8211;durch Anpassung des urspr&uuml;nglichen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags&#8211; zu treffen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 11. November 2015&nbsp;&nbsp;6 K 386\/13, soweit es den Streitgegenstand K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag 2006 betrifft, aufgehoben und die Klage abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">A. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob zwischen der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH, und der WB&nbsp;GmbH (WB) ein Organschaftsverh&auml;ltnis begr&uuml;ndet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesch&auml;ftsgegenstand der im Jahr 2000 gegr&uuml;ndeten Kl&auml;gerin ist die Gas- und Wasserversorgung im Bereich der Stadt B und die Abwasserentsorgung f&uuml;r die St&auml;dte B und H.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Stadt B hielt zun&auml;chst unmittelbar 51&nbsp;% des Stammkapitals der Kl&auml;gerin. Die Kommune gliederte dann ihren B&auml;der-Regiebetrieb auf die neu gegr&uuml;ndete WB aus und &uuml;bertrug dieser die Mehrheitsbeteiligung. In H&ouml;he von 49&nbsp;% war die A&nbsp;GmbH im Streitzeitraum beteiligt, die zugleich den Betrieb der Kl&auml;gerin f&uuml;hrte. Der Gesellschaftsvertrag sah vor, dass die A&nbsp;GmbH von dem ausgewiesenen Jahres&uuml;berschuss vorab eine Gewinnaussch&uuml;ttung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR erhalten sollte. Der verbleibende Gewinn war im Verh&auml;ltnis der Beteiligungsquoten aufzuteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2004 schlossen die Kl&auml;gerin und die WB einen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag zwecks Begr&uuml;ndung einer ertragsteuerlichen Organschaft. Danach verpflichteten sich die Kl&auml;gerin zur Abf&uuml;hrung ihres gesamten Gewinns und die WB zur &Uuml;bernahme etwaiger Jahresfehlbetr&auml;ge. In Absatz&nbsp;2 der in &sect;&nbsp;2 des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags geregelten Verlust&uuml;bernahme war die entsprechende Anwendung des &sect;&nbsp;302 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;3 des Aktiengesetzes (AktG) angeordnet. Kurze Zeit sp&auml;ter f&uuml;gte der Gesetzgeber mit Wirkung zum 15.&nbsp;Dezember 2004 dem &sect;&nbsp;302 AktG einen vierten Absatz an. Dieser enth&auml;lt eine Verj&auml;hrungsregelung f&uuml;r den Verlust&uuml;bernahmeanspruch des beherrschten Unternehmens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;3 des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags enthielt Bestimmungen f&uuml;r die Ausgleichszahlung an den au&szlig;enstehenden Gesellschafter. Danach garantierte die WB, an diesen f&uuml;r jedes volle Gesch&auml;ftsjahr eine j&auml;hrliche Ausgleichszahlung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR je 1.000&nbsp;EUR Nennbetrag eines Gesch&auml;ftsanteils zu leisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die WB verpflichtete sich weiterhin, j&auml;hrlich einen variablen Zuschlag zur Ausgleichszahlung zu gew&auml;hren. Im Einzelnen sah der Vertrag diesbez&uuml;glich vor, dass Ausgangsgr&ouml;&szlig;e der Berechnung der Jahres&uuml;berschuss der Kl&auml;gerin vor Ergebnisabf&uuml;hrung, Ausgleichszahlung und Ertragsteuern sein sollte. Davon waren laut Vertrag die origin&auml;re bzw. fiktive Gewerbeertragsteuer und die fiktive K&ouml;rperschaftsteuer einschlie&szlig;lich des Solidarit&auml;tszuschlags sowie der festen Ausgleichszahlung in Abzug zu bringen. Das Ergebnis dieser Berechnung war schlie&szlig;lich mit der Beteiligungsquote zu multiplizieren. Im Falle eines negativen Rechenergebnisses sollte dieser Wert auf neue Rechnung vorgetragen werden und die Ausgangsgr&ouml;&szlig;e f&uuml;r die Berechnung der k&uuml;nftigen variablen Ausgleichszahlung mindern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf dieser Grundlage erhielt die A&nbsp;GmbH als au&szlig;enstehende Gesellschafterin die vertraglich vereinbarten festen und variablen Ausgleichszahlungen. Die Verlust&uuml;bernahmeregelung blieb &#8211;ohne Anpassung der Klausel an die Verj&auml;hrungsregelung in &sect;&nbsp;302 Abs.&nbsp;4 AktG&#8211; unver&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging allerdings davon aus, dass wegen der H&ouml;he der Ausgleichszahlungen, die in den Streitjahren zwischen 56&nbsp;% und 63&nbsp;% des Jahres&uuml;berschusses der Kl&auml;gerin ausmachten, von einer Abf&uuml;hrung des gesamten Gewinnes, wie es f&uuml;r die Organschaft erforderlich sei, nicht gesprochen werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Nieders&auml;chsische Finanzgericht (FG) sah die am Gewinn der Organgesellschaft orientierte Ausgleichsregelung als sch&auml;dlich an. Es beanstandete zus&auml;tzlich die Verlust&uuml;bernahmeregelung in &sect;&nbsp;2 des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags wegen des fehlenden Verweises auf &sect;&nbsp;302 Abs.&nbsp;4 AktG als unzureichend (Urteil vom 11.&nbsp;November 2015 6&nbsp;K&nbsp;386\/13, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2016, 1193).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung des FG-Urteils die K&ouml;rperschaftsteuerbescheide 2004 bis 2007 dahingehend abzu&auml;ndern, dass als Einkommen diejenigen Betr&auml;ge angesetzt werden, die sich bei Anerkennung der Organschaft ergeben w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">B. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das angefochtene Urteil des FG ist, soweit es &uuml;ber den Bescheid &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag 2006 vom 22.&nbsp;April 2013 entschieden hat, aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben. An die Stelle dieses Bescheids ist w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der &Auml;nderungsbescheid vom 22.&nbsp;November 2016 getreten. Soweit dem FG-Urteil ein nicht mehr existierender Bescheid zugrunde liegt, kann es keinen Bestand haben (vgl. Senatsurteil vom 3.&nbsp;August 2005 I&nbsp;R&nbsp;94\/03, BFHE 210, 398, BStBl II 2006, 20, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Bescheid f&uuml;r 2006 &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag vom 22.&nbsp;November 2016 ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Gegenstand des Revisionsverfahrens geworden. Nachdem sich hinsichtlich der vorliegend streitigen Punkte keine &Auml;nderungen ergeben haben und die Kl&auml;gerin auch keinen weiter gehenden Antrag gestellt hat, bedarf es keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 FGO. Die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen sind nicht entfallen. Sie bilden unver&auml;ndert die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des erkennenden Senats. Diese kann in der Sache selbst ergehen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO; Senatsurteil in BFHE 210, 398, BStBl II 2006, 20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf den Streitgegenstand K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag f&uuml;r 2006 ist die Klage unbegr&uuml;ndet und daher abzuweisen. Im &Uuml;brigen ist die Revision unbegr&uuml;ndet und zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht das gesamte von der Kl&auml;gerin erzielte Einkommen derselben und nicht teilweise der WB zugerechnet, weil in den Streitjahren ein k&ouml;rperschaftsteuerrechtliches Organschaftsverh&auml;ltnis zwischen beiden Kapitalgesellschaften nicht bestanden hat. Sowohl die Regelungen &uuml;ber die Ausgleichszahlungen als auch die vertraglichen Verlust&uuml;bernahmebestimmungen gen&uuml;gen den gesetzlichen Anforderungen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Ausgleichszahlungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;16 Satz&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung (KStG) hat eine Organgesellschaft ihr Einkommen in H&ouml;he von 4\/3 der geleisteten Ausgleichszahlungen selbst zu versteuern. Diese Regelung gilt nach &sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;1 KStG entsprechend, wenn eine GmbH als Organgesellschaft sich verpflichtet hat, ihren ganzen Gewinn an ein anderes Unternehmen i.S. des &sect;&nbsp;14 KStG abzuf&uuml;hren. Die Versteuerung der Ausgleichszahlungen als eigenes Einkommen der Organgesellschaft setzt die wirksame Begr&uuml;ndung einer Organschaft voraus. Fehlt es daran, hat die GmbH &#8211;als vermeintliche Organgesellschaft&#8211; das von ihr erzielte Einkommen in voller H&ouml;he selbst zu versteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des Senats stehen Ausgleichszahlungen grunds&auml;tzlich der steuerlichen Anerkennung einer Organschaft nicht entgegen, weil der Steuergesetzgeber die Leistung von Ausgleichszahlungen an au&szlig;enstehende Gesellschafter bei der Statuierung der Selbstversteuerungspflicht der Organgesellschaft in &sect;&sect;&nbsp;16, 17 Satz&nbsp;1 KStG vorausgesetzt hat (Senatsurteil vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2009 I&nbsp;R&nbsp;1\/08, BFHE 225, 312, BStBl II 2010, 407). Allerdings darf durch eine &#8211;vollst&auml;ndige oder zumindest teilweise&#8211; Koppelung der Ausgleichszahlung an das Ergebnis der Organgesellschaft vor Gewinnabf&uuml;hrung die tats&auml;chliche Durchf&uuml;hrung der Gewinnabf&uuml;hrungsverpflichtung nicht in Frage gestellt werden. Jedenfalls dann, wenn dem au&szlig;enstehenden Gesellschafter infolge der Ausgleichszahlung der Gewinn der Organgesellschaft in dem Verh&auml;ltnis zuflie&szlig;t, in dem er ohne Organschaft mit Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag zu verteilen gewesen w&auml;re, liegt die von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG vorausgesetzte Abf&uuml;hrung des ganzen Gewinns an den Organtr&auml;ger nicht vor (Senatsurteil in BFHE 225, 312, BStBl II 2010, 407).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach dieser Rechtsprechung, an der trotz der Kritik des Schrifttums (vgl. z.B. Lohmann\/von Goldacker\/Annecke, Betriebs-Berater 2009, 2344; Marquardt\/Krack, Finanz-Rundschau 2009, 1098) festzuhalten ist, bestimmen die gesellschaftsrechtlichen Vorgaben die ertragsteuerliche Rechtsanwendung nicht abschlie&szlig;end. Ob bei einer Aktiengesellschaft &uuml;ber die Mindestanforderungen des &sect;&nbsp;304 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AktG (fester Ausgleich) hinausgehend privatautonom &quot;beliebig&quot; Ausgleichszahlungsregelungen gesellschaftsrechtlich vereinbart werden k&ouml;nnen (vgl. z.B. Lohmann\/von Goldacker\/Annecke, a.a.O.) und ob bei einer GmbH mangels einer ausdr&uuml;cklichen gesetzlichen Regelung erst recht gesellschaftsrechtliche Vertragsfreiheit bei der Vereinbarung von Ausgleichszahlungen herrscht (vgl. Walter, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2016, 975), kann dahinstehen. Jedenfalls sind die steuerrechtlichen Tatbestandsmerkmale, insbesondere die f&uuml;r die Anerkennung der Organschaft unabdingbare vereinbarungsgem&auml;&szlig;e und tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrte Abf&uuml;hrung des ganzen Gewinns, eigenst&auml;ndig anhand der steuerrechtlichen Regelungszwecke und Sachgesetzlichkeiten auszulegen und anzuwenden (Senatsurteil vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2010 I&nbsp;R&nbsp;68\/09, BFH\/NV 2010, 1132). Gegen eine &quot;freie&quot; und vom Steuerrecht grunds&auml;tzlich zu akzeptierende Festlegung der Ausgleichszahlungen im Fall einer GmbH-Organgesellschaft spricht zudem die vom Steuergesetzgeber angeordnete entsprechende Anwendung der &sect;&sect;&nbsp;14 bis 16 KStG (&sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;1 KStG). Die f&uuml;r Aktiengesellschaften einschl&auml;gigen Organschaftsregelungen f&uuml;r Ausgleichszahlungen (&sect;&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 und 16 KStG i.V.m. &sect;&nbsp;304 AktG, vgl. Senatsurteil in BFHE 225, 312, BStBl II 2010, 407, wonach die Beachtung des &sect;&nbsp;304 AktG zivilrechtliches und auch steuerrechtliches Wirksamkeitserfordernis ist) gelten demnach f&uuml;r eine GmbH als Organgesellschaft entsprechend. &sect;&nbsp;304 AktG sieht lediglich einen festen Ausgleich (&sect;&nbsp;304 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AktG) und einen am Ergebnis des Organtr&auml;gers orientierten variablen Ausgleich (&sect;&nbsp;304 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AktG), nicht aber einen am (schwankenden) Gewinn der beherrschten Gesellschaft orientierten variablen Ausgleich vor (so Stephan in K. Schmidt\/Lutter, AktG, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;304 Rz&nbsp;19; a.A. wohl Meilicke\/Kleinertz in Heidel, Aktienrecht und Kapitalmarktrecht, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;304 AktG Rz&nbsp;20a). Mit einem derartigen variablen Ausgleich h&auml;tten es die Beteiligten faktisch in der Hand, das von der Organgesellschaft erzielte Einkommen beliebig zwischen Organgesellschaft (vgl. &sect;&nbsp;16 KStG), Organtr&auml;ger (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG) und au&szlig;enstehendem Gesellschafter aufzuteilen. Das ist zum einen mit dem Zweck des Tatbestandsmerkmals &quot;Abf&uuml;hrung des ganzen Gewinns&quot; nicht zu vereinbaren (gl.A. Frotscher in Frotscher\/ Dr&uuml;en, KStG\/GewStG\/UmwStG, &sect;&nbsp;16 KStG Rz&nbsp;31&nbsp;ff.; D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;16 KStG Rz&nbsp;25). Zum anderen w&uuml;rden damit die Organschaftsregelungen, die als Ausnahmebestimmungen einer Einkommensverwendungsabrede in engen Grenzen steuerliche Wirkung beilegen (vgl. Gosch\/ Neumann, KStG, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;6; abweichend z.B. Streck\/ Olbing, KStG, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;1), zweck- und systemwidrig ausgeweitet. Steuerrechtlich sind deshalb f&uuml;r die AG und &#8211;durch die Anordnung der entsprechenden Anwendung der aktienrechtlichen Organschaftsregelungen (&sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;1 KStG)&#8211; auch f&uuml;r die GmbH grunds&auml;tzlich nur solche Ausgleichszahlungsvereinbarungen anzuerkennen, die gesellschaftsrechtlich dem dort zwingend Gebotenen Rechnung tragen und nicht zu einer beliebigen Aufteilung des von der Organgesellschaft erzielten Einkommens f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist im Streitfall nicht von einer Gesamtgewinnabf&uuml;hrung auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ausgleichszahlungsregelung ist darauf angelegt, die Gesellschafter der Kl&auml;gerin finanziell im Wesentlichen so zu stellen, wie sie ohne Organschaft gestanden h&auml;tten. Ma&szlig;geblich hierf&uuml;r ist nicht die volle betragsm&auml;&szlig;ige &Uuml;bereinstimmung der Ergebnisverteilung vor und nach Abschluss des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags, sondern die wertende Betrachtung der Abrede. Danach hat im Streitfall eine Orientierung an der bisherigen Gewinnverteilungsregelung der &#8211;vermeintlichen&#8211; Organgesellschaft stattgefunden. So sah der Gesellschaftsvertrag vom 31.&nbsp;Juli 2001 in &sect;&nbsp;12 eine Vorabaussch&uuml;ttung an die A&nbsp;GmbH in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR vor. Der verbleibende Jahresgewinn war quotal aufzuteilen. Die Regelung in &sect;&nbsp;3 des Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrags gew&auml;hrte der A&nbsp;GmbH eine feste Ausgleichszahlung von &#8230;&nbsp;EUR. Damit wurde der Vorabaussch&uuml;ttungsanspruch weitgehend substituiert. Die variable Ausgleichszahlungsregelung kn&uuml;pft wie die bisherige gesellschaftsvertragliche Bestimmung an den nach Abzug der festen Ausgleichszahlung verbleibenden Teil des Gewinns an und verteilt diesen Restbetrag quotal. Damit wurde, wie im Antrag auf Erteilung einer verbindlichen Auskunft vom 18.&nbsp;September 2003 mitgeteilt, durch den Abschluss des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags im Wesentlichen erreicht, dass &quot;das auf die WB entfallende Ergebnis aus der Beteiligung an der SWB der WB zugerechnet&quot; wird. Eine solche nur anteilige Gewinnzurechnung widerspricht aber &#8211;wie aufgezeigt&#8211; dem Erfordernis der Gesamtgewinnabf&uuml;hrung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auch soweit das FG der Klage unter dem Aspekt der Bindungswirkung einer verbindlichen Auskunft den Erfolg versagt hat, ist die Entscheidung nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz hat im Wesentlichen darauf abgestellt, dass den Schreiben des FA vom 13.&nbsp;November 2003 und vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2004 keine &#8211;verbindlichen&#8211; Aussagen zur Anerkennung der im Entwurf des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags enthaltenen Ausgleichszahlungsregelungen zu entnehmen seien. Der Senat schlie&szlig;t sich dem an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Verlust&uuml;bernahme<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach st&auml;ndiger Spruchpraxis des Bundesfinanzhofs (BFH) zu &sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG muss der Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag eine dem &sect;&nbsp;302 AktG entsprechende Vereinbarung &uuml;ber die Verlust&uuml;bernahme durch den Organtr&auml;ger enthalten. Einbezogen werden muss seit Einf&uuml;gung der Verj&auml;hrungsregelung des &sect;&nbsp;302 Abs.&nbsp;4 AktG durch das Gesetz zur Anpassung von Verj&auml;hrungsvorschriften an das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts vom 9.&nbsp;Dezember 2004 (BGBl I 2004, 3214) mit Wirkung vom 15.&nbsp;Dezember 2004 (Art.&nbsp;25 des besagten Gesetzes) auch diese (s. nunmehr auch das Erfordernis eines &quot;dynamischen&quot; Verweises auf &sect;&nbsp;302 AktG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG i.d.F. des Gesetzes zur &Auml;nderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20.&nbsp;Februar 2013, BGBl I 2013, 285, BStBl I 2013, 188). Die Tatsache, dass zivilrechtlich &sect;&nbsp;302 AktG im GmbH-Vertragskonzern analog anzuwenden ist und damit auch ohne gesonderte Regelung im Vertrag zivilrechtlich &quot;automatisch&quot; gilt, ist steuerrechtlich unbeachtlich (Senatsurteile in BFH\/NV 2010, 1132; vom 24.&nbsp;Juli 2013 I&nbsp;R&nbsp;40\/12, BFHE 242, 139, BStBl II 2014, 272, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die in &sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;1 KStG f&uuml;r den GmbH-Konzern angeordnete entsprechende Anwendung von &sect;&nbsp;14 KStG betrifft auch die Voraussetzungen zu Beginn und Ende der Wirksamkeit des Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrags. Der Vertrag muss demnach gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG auf mindestens f&uuml;nf Jahre abgeschlossen sein und w&auml;hrend seiner gesamten Geltungsdauer durchgef&uuml;hrt werden. Diese zeitlichen Erfordernisse erstrecken sich gleicherma&szlig;en auf die Einbeziehung der Verlust&uuml;bernahme entsprechend den Vorschriften des &sect;&nbsp;302 AktG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG (vgl. Senatsurteile vom 22.&nbsp;Februar 2006 I&nbsp;R&nbsp;74\/05, BFH\/NV 2006, 1513, und I&nbsp;R&nbsp;73\/05, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2006, 1009).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auch nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben war die Organschaft in den Streitjahren steuerrechtlich nicht anzuerkennen. Zwar gen&uuml;gte die Verlust&uuml;bernahmeregelung im streitgegenst&auml;ndlichen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses am 30.&nbsp;November 2004 den Anforderungen des &sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG, weil diese den hierf&uuml;r ausreichenden Verweis auf die Abs&auml;tze&nbsp;1 und 3 des &sect;&nbsp;302 AktG enthielt (vgl. R&nbsp;66 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 der K&ouml;rperschaftsteuer-Richtlinien 2004; Senatsurteil in HFR 2006, 1009) und Absatz&nbsp;4 jener Vorschrift erst am 15.&nbsp;Dezember 2004 in Kraft getreten ist (Art.&nbsp;11 Nr.&nbsp;6 und Art.&nbsp;25 des Gesetzes zur Anpassung von Verj&auml;hrungsvorschriften an das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts vom 9.&nbsp;Dezember 2004, BGBl I 2004, 3214).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Allerdings erstrecken sich die zeitlichen Erfordernisse des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG auch auf die Verlust&uuml;bernahmeregelung mit der Folge, dass eine dem &sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG gen&uuml;gende Regelung w&auml;hrend der gesamten f&uuml;nfj&auml;hrigen Geltungsdauer durchgef&uuml;hrt worden sein muss. Hieran fehlt es im Streitfall. Denn bereits ab dem 15.&nbsp;Dezember 2004 galt hinsichtlich der Verj&auml;hrung des Verlust&uuml;bernahmeanspruchs die von den allgemeinen Verj&auml;hrungsvorschriften abweichende Sonderregelung des &sect;&nbsp;302 Abs.&nbsp;4 AktG. Diese war indes nicht Grundlage der vertraglichen Rechtsbeziehungen zwischen der Kl&auml;gerin und der WB, weil sie in den streitgegenst&auml;ndlichen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag nicht einbezogen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieser rechtlichen Beurteilung steht der Wortlaut des &sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG nicht entgegen (a.A. wohl Schoth&ouml;fer, GmbHR 2005, 982; Erle\/Heurung in Erle\/Sauter, KStG, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;17 Rz&nbsp;44; Stangl\/Winter, Organschaft 2013\/2014, Rz&nbsp;A&nbsp;68&nbsp;f.). Dieser ist zwar auslegungsbed&uuml;rftig. Die dort verwendete Formulierung &quot;vereinbart wird&quot; besagt allerdings nicht, dass es f&uuml;r die ertragsteuerliche Anerkennung der Verlust&uuml;bernahmevereinbarung und damit der Organschaft allein auf die Fassung des &sect;&nbsp;302 AktG zum Zeitpunkt des Abschlusses des organschaftsbegr&uuml;ndenden Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags ankommen w&uuml;rde. Sie enth&auml;lt vielmehr die Aufforderung des Gesetzgebers an die Rechtsanwender, im Falle einer &Auml;nderung des &sect;&nbsp;302 AktG die &Uuml;berstimmung des zuvor geschlossenen Vertrags mit dem neu gefassten &sect;&nbsp;302 AktG wieder herzustellen, indem eine den &#8211;ge&auml;nderten&#8211; Vorschriften des &sect;&nbsp;302 AktG entsprechende Klausel &quot;vereinbart wird&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r dieses Rechtsverst&auml;ndnis spricht zudem der Zweck des &sect;&nbsp;17 KStG und seiner weitgehend inhaltsgleichen Vorg&auml;ngerregelung in &sect;&nbsp;7a Abs.&nbsp;5 KStG i.d.F. des Gesetzes zur &Auml;nderung des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes und anderer Gesetze vom 15.&nbsp;August 1969 &#8211;KStG a.F.&#8211; (BGBl I 1969, 1182, BStBl I 1969, 471). Der Gesetzgeber wollte die aktienrechtliche und die au&szlig;eraktienrechtliche Organschaft in den Voraussetzungen und den steuerrechtlichen Wirkungen &quot;soweit wie m&ouml;glich&quot; einander anpassen (vgl. BTDrucks V\/3017, S.9, zu &sect;&nbsp;7a Abs.&nbsp;5 KStG a.F.) und die Anerkennung einer k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Organschaft an die inhaltsgleiche Verlust&uuml;bernahmeverpflichtung des Organtr&auml;gers anbinden (vgl. Senatsurteile vom 17.&nbsp;Dezember 1980 I&nbsp;R&nbsp;220\/78, BFHE 132, 285, BStBl II 1981, 383; vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2000 I&nbsp;R&nbsp;43\/99, BFH\/NV 2000, 1250). W&auml;hrend bei der aktienrechtlichen Organschaft aber jede in Kraft getretene &Auml;nderung des &sect;&nbsp;302 AktG als zwingendes Recht (Stephan in K.&nbsp;Schmidt\/ Lutter, a.a.O., &sect;&nbsp;302 Rz&nbsp;9, m.w.N.) sofort den Inhalt der gesetzlichen Verlust&uuml;bernahmeverpflichtung des Organtr&auml;gers mit steuerlicher Folgewirkung ver&auml;ndert, w&uuml;rde &#8211;ohne Anpassung der getroffenen Verlust&uuml;bernahmevereinbarung&#8211; bei der GmbH-Organschaft &quot;die alte vertragliche&quot; Verlust&uuml;bernahmeverpflichtung weitergelten. Damit w&auml;re nicht nur der vom Gesetzgeber bezweckte Besteuerungsgleichlauf gest&ouml;rt. Hinzu kommt, dass im Falle einer langj&auml;hrigen Organschaft die vertraglichen Grundlagen der Organschaft &#8211;abweichend von der Absicht des Gesetzgebers&#8211; auf Jahre hinaus im Widerspruch zu den materiell-rechtlichen Vorgaben stehen k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Allgemeine steuerrechtliche Grunds&auml;tze best&auml;tigen das gefundene Auslegungsergebnis. So gebietet der Grundsatz der Abschnittsbesteuerung bzw. das Stichtagsprinzip, dass f&uuml;r jeden Veranlagungszeitraum (&sect;&sect;&nbsp;30 Nr.&nbsp;3, 31 Abs.&nbsp;1 KStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;7, 25 des Einkommensteuergesetzes; vgl. Becht in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;30 KStG Rz&nbsp;15) die Besteuerungsgrundlagen selbst&auml;ndig festzustellen und der Sachverhalt und die Rechtslage neu zu pr&uuml;fen sind; ma&szlig;geblich sind die tats&auml;chlichen und rechtlichen Verh&auml;ltnisse dieses Zeitraumes. Das Prinzip der Abschnittsbesteuerung kommt unbeschadet des Umstands zum Tragen, dass sich die Frage des Bestehens einer Organschaft &uuml;ber einen mehrere Veranlagungszeitr&auml;ume umfassenden Zeitraum hinzieht (BFH-Urteil vom 3.&nbsp;September 2009 IV&nbsp;R&nbsp;38\/07, BFHE 226, 283, BStBl II 2010, 60). Zu den jeweiligen Besteuerungsstichtagen (31.&nbsp;Dezember) enthielt der Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag in keinem Streitjahr die gesetzlich vorgeschriebene Verlust&uuml;bernahmeregelung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat braucht nicht zu entscheiden, wie &#8211;insbesondere innerhalb welcher zeitlichen Grenzen&#8211; der Vertrag im Streitfall nach Inkrafttreten des &sect;&nbsp;302 Abs.&nbsp;4 AktG anzupassen gewesen w&auml;re. Jedenfalls bestehen nach Auffassung des Senats keine durchgreifenden Bedenken gegen eine Anpassungsobliegenheit (f&uuml;r Anpassung z.B. Lawall in Schnitger\/Fehrenbacher, KStG, &sect;&nbsp;17 Rz&nbsp;86; ablehnend gegen&uuml;ber Anpassungspflichten Schoth&ouml;fer, a.a.O.; Erle\/Heurung, a.a.O.; Stangl\/Winter, a.a.O.; eine Anpassung wegen Unklarheit der Rechtslage empfehlend Walter in Ernst &#038; Young, KStG, &sect;&nbsp;17 Rz&nbsp;14). Bei Dauerrechtsverh&auml;ltnissen ist es grunds&auml;tzlich Sache der Vertragsbeteiligten, die &Uuml;bereinstimmung der vertraglichen Abmachungen mit den gesetzlichen Vorgaben im Zeitverlauf sicherzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Zu einer Heilung der unzureichenden Verlust&uuml;bernahmeklausel gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 KStG i.d.F. des Gesetzes zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur &Auml;nderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom 25.&nbsp;Juli 2014 (BGBl I 2014, 1266, BStBl I 2014, 1126) i.V.m. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;10b KStG i.d.F. des Gesetzes zur Anpassung des Investmentsteuergesetzes und anderer Gesetze an das AIFM-Umsetzungsgesetz (AIFM-Steuer-Anpassungsgesetz) vom 18.&nbsp;Dezember 2013 (BGBl I 2013, 4318, BStBl I 2014, 2) ist es, obgleich die Voraussetzungen hierf&uuml;r nach den Grunds&auml;tzen des Senatsurteils in BFHE 242, 139, BStBl II 2014, 272 im Streitfall tatbestandlich vorlagen (Fallgruppe des unvollst&auml;ndigen Verweises auf &sect;&nbsp;302 AktG), nicht gekommen. Die hierf&uuml;r erforderliche Vertragsanpassung h&auml;tte bis zum 31.&nbsp;Dezember 2014 vorgenommen werden m&uuml;ssen. Das ist aber nach den bindenden Feststellungen des FG nicht geschehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Eine Anerkennung der Organschaft trotz des fehlenden Verweises auf die Verj&auml;hrungsregelung des &sect;&nbsp;302 Abs.&nbsp;4 AktG auf der Grundlage des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 16.&nbsp;Dezember 2005 (BStBl I 2006, 12) kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach diesem Schreiben soll das Fehlen eines Hinweises auf &sect;&nbsp;302 Abs.&nbsp;4 AktG in vor dem 1.&nbsp;Januar 2006 abgeschlossenen Gewinnabf&uuml;hrungsvertr&auml;gen von der Finanzverwaltung nicht beanstandet werden. Auch die streitgegenst&auml;ndliche Konstellation, dass nach Inkrafttreten des &sect;&nbsp;302 Abs.&nbsp;4 AktG der bereits zuvor abgeschlossene Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag nicht entsprechend angepasst wurde, wird nach deren Wortlaut von der Nichtbeanstandungsregelung erfasst; der streitige Vertrag wurde zudem vor dem genannten Stichtag abgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Jedoch kann sich die Kl&auml;gerin nach den Grunds&auml;tzen des Senatsurteils in BFHE 242, 139, BStBl II 2014, 272 im finanzgerichtlichen Prozess nicht auf die Verwaltungsanweisung berufen, da sie f&uuml;r die Gerichte keine Bindungswirkung entfaltet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die hieran ge&uuml;bte Kritik, wonach die &#8211;gebotene&#8211; Auseinandersetzung mit &auml;lterer Senatsrechtsprechung unterblieben sei (z.B. Walter, GmbHR 2013, 1105), rechtfertigt keine abweichende Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach dem Senatsurteil vom 8.&nbsp;August 2001 I&nbsp;R&nbsp;25\/00 (BFHE 196, 485, BStBl II 2003, 923) war in einer &#8211;ebenfalls die Organschaftsanerkennung betreffenden&#8211; fr&uuml;heren Nichtbeanstandungsanweisung eine sachliche Billigkeitsregelung der Verwaltung i.S. des &sect;&nbsp;163 der Abgabenordnung (AO) zu sehen. Treffe das FA eine darauf gest&uuml;tzte (Billigkeits-)Entscheidung (steuerliche Anerkennung der Organschaft trotz materiell-rechtlicher Unzul&auml;nglichkeit des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags), komme dieser f&uuml;r die Steuerfestsetzung Bindungswirkung i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Schrifttum wird vertreten, dass es sich bei dem BMF-Schreiben in BStBl I 2006, 12 ebenfalls um eine sachliche Billigkeitsregelung handele (Hasbach\/Br&uuml;hl, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2016, 2361; Br&uuml;hl, Die Unternehmensbesteuerung 2016, 742).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Indessen bed&uuml;rfte auch eine solche Billigkeitsregelung der Umsetzung in eine konkrete Einzelfallentscheidung (abweichende Steuerfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;163 AO) der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde. Davon ist ersichtlich auch der Senat in seinem Urteil in BFHE 196, 485, BStBl II 2003, 923 ausgegangen. In dem damals entschiedenen Fall hatte das FA in der Einspruchsentscheidung zum Ausdruck gebracht, dass die zivilrechtliche Unwirksamkeit des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags der steuerrechtlichen Anerkennung der Organschaft nicht entgegensteht. Ein solcher Billigkeitserweis, d.h. eine nach au&szlig;en hin als solche erkennbare Willens&auml;u&szlig;erung des FA, fehlt im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Dass die auf der Annahme einer Organschaft beruhenden Steuererkl&auml;rungen der Kl&auml;gerin zun&auml;chst zu einer entsprechenden Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung f&uuml;hrten, &auml;ndert daran nichts (zur Problematik vgl. Hasbach\/ Br&uuml;hl, DStR 2016, 2361). Aus der ma&szlig;geblichen Sicht eines objektiven Empf&auml;ngers kommt einem solchen unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden K&ouml;rperschaftsteuerbescheid nicht der Erkl&auml;rungswert zu, dass das Vorliegen der Organschaftsvoraussetzungen bereits abschlie&szlig;end materiell-rechtlich gepr&uuml;ft und &#8211;dar&uuml;ber hinaus&#8211; unter Vornahme einer vom materiellen Recht abweichenden Steuerfestsetzung i.S. des &sect;&nbsp;163 AO in Anwendung des BMF-Schreibens in BStBl I 2006, 12 endg&uuml;ltig anerkannt worden sei. Vielmehr will sich die Finanzbeh&ouml;rde mit dem Nachpr&uuml;fungsvorbehalt erkennbar gerade die abschlie&szlig;ende W&uuml;rdigung des Steuerfalles unter allen denkbaren rechtlichen und tats&auml;chlichen Gesichtspunkten offenhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, I R 93\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IR93.15.0 Organschaft: Ausgleichszahlungen an Minderheitsgesellschafter; Verlust&uuml;bernahmevereinbarung bei &Auml;nderung des Aktienrechts Leits&auml;tze 1. Die Vereinbarung von Ausgleichszahlungen des beherrschenden Unternehmens an einen au&szlig;enstehenden Gesellschafter der beherrschten Gesellschaft steht der k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Anerkennung eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrags entgegen, wenn neben einem bestimmten Festbetrag ein zus&auml;tzlicher Ausgleich gew&auml;hrt wird, dessen H&ouml;he sich am Ertrag der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-93-15-organschaft-ausgleichszahlungen-an-minderheitsgesellschafter-verlustuebernahmevereinbarung-bei-aenderung-des-aktienrechts\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;93\/15 &#8211; Organschaft: Ausgleichszahlungen an Minderheitsgesellschafter; Verlust&uuml;bernahmevereinbarung bei &Auml;nderung des Aktienrechts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67926","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67926","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67926"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67926\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67926"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67926"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67926"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}