{"id":67936,"date":"2017-11-09T10:32:11","date_gmt":"2017-11-09T08:32:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67936"},"modified":"2017-11-09T10:32:11","modified_gmt":"2017-11-09T08:32:11","slug":"vii-r-24-15-zur-einreihung-von-hundeleinenhaken-bedeutung-bzw-stellenwert-der-erlaeuterungen-zum-harmonisierten-system","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-24-15-zur-einreihung-von-hundeleinenhaken-bedeutung-bzw-stellenwert-der-erlaeuterungen-zum-harmonisierten-system\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;24\/15 &#8211; Zur Einreihung von Hundeleinenhaken &#8211; Bedeutung bzw. Stellenwert der Erl&auml;uterungen zum Harmonisierten System"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.6.2017, VII R 24\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.200617.VIIR24.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Einreihung von Hundeleinenhaken &#8211; Bedeutung bzw. Stellenwert der Erl&auml;uterungen zum Harmonisierten System<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 11. September 2015&nbsp;&nbsp;4 K 165\/14 und die Bescheide des Hauptzollamts aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat das Hauptzollamt zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) wendet sich gegen die Nacherhebung von Einfuhrabgaben infolge der Einreihung der von ihr zur Fertigung von Hundeleinen aus Taiwan eingef&uuml;hrten &quot;Bolzenhaken&quot; als &quot;andere Waren aus Zink&quot; in die Pos.&nbsp;7907 der Kombinierten Nomenklatur (&#8211;KN&#8211;, Zollsatz 5&nbsp;%) statt in die Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN (Zollsatz 2,7&nbsp;%).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) dient die Ware, die &#8211;von einer Feder aus Karbonstahl abgesehen&#8211; aus Zinkdruckguss mit einem Aluminiumanteil von 4&nbsp;% besteht, der Befestigung einer Hundeleine an einem -halsband. Die Ware hat auf der einen Seite einen Haken und auf der anderen Seite eine &Ouml;se, mittels welcher die Ware fest mit der Leine verbunden werden kann. Mit dem Haken kann die Ware l&ouml;sbar mit einem Hundehalsband verbunden werden. (&quot;Befestigungs-&quot;)&Ouml;se und Haken sind untrennbar verbunden und &uuml;ber die Vertikalachse frei drehbar. Die Sicherung gegen ein versehentliches Aushaken erfolgt durch einen am Haken angebrachten Verschlussbolzen, auf den eine Feder, die sich in der Ware befindet, Druck aus&uuml;bt. Zum Ein- und Aushaken kann der Bolzen (unter Zusammendr&uuml;cken der Feder) zur&uuml;ckgeschoben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin meldete die Ware als &quot;Karabinerhaken&quot; aus Stahl mit der Codenummer 7326&nbsp;90&nbsp;98&nbsp;90&nbsp;0&nbsp;KN oder als &quot;Bolzenhaken&quot; aus Zink mit der Codenummer 8308&nbsp;10&nbsp;00&nbsp;00&nbsp;0&nbsp;KN an. Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r den Zeitraum Januar 2011 bis September 2013 kam der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) zu der Auffassung, bei der Ware handele es sich um &quot;Karabinerhaken&quot; aus Zink, die nach den Erl&auml;uterungen zum Harmonisierten System (ErlHS) 08.0, 11.0 zu Pos.&nbsp;8308 nicht in diese Position einzureihen und deshalb als &quot;andere Waren aus Zink&quot; der Pos.&nbsp;7907&nbsp;KN zu behandeln seien. Mit zwei Einfuhrabgabenbescheiden erhob das HZA Zoll nach. Hiergegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein und erhob sp&auml;ter Unt&auml;tigkeitsklage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG urteilte, das HZA habe zu Recht nach Art.&nbsp;220 Abs.&nbsp;1 des Zollkodex f&uuml;r die streitgegenst&auml;ndlichen Einfuhren Zoll nacherhoben, da die Ware in die Unterpos.&nbsp;7907&nbsp;00&nbsp;00&nbsp;KN (&quot;Andere Waren aus Zink&quot;) einzureihen sei. Sie entspreche keiner der in Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN beschriebenen Waren und sei diesen auch nicht &auml;hnlich. Es handele sich insbesondere nicht um einen &quot;Haken&quot;. Aus der Auflistung &quot;Klammern, Haken und &Ouml;sen&quot; folge, dass nur vergleichsweise einfache, jedenfalls nicht mit zus&auml;tzlichen Vorrichtungen ausgestattete Waren gemeint seien. Der Wortlaut der Unterpos.&nbsp;8308&nbsp;10&nbsp;00&nbsp;KN k&ouml;nne nicht in dem Sinne gelesen werden, dass &quot;Haken und &Ouml;sen&quot; gleichsam als eine Ware (&quot;Haken mit &Ouml;sen&quot;) angesehen werden. Unter einem &quot;Haken&quot; sei nur ein &quot;winkliges oder gebogenes St&uuml;ck Metall (&#8230;) zum Anhaken, Festhalten von etwas&quot;, also eine Ware zu verstehen, die geeignet sei, Gegenst&auml;nde zu verbinden oder zu halten, ohne &uuml;ber weitere Vorrichtungen zu verf&uuml;gen. Die streitgegenst&auml;ndliche Ware biete zwar die M&ouml;glichkeit, etwas einzuhaken bzw. festzuhalten, sie verf&uuml;ge aber noch &uuml;ber einen Drehring und damit &uuml;ber eine zus&auml;tzliche Vorrichtung, die neben der Befestigung die weitere Funktion biete, ein Verdrehen der verbundenen Gegenst&auml;nde zu verhindern. Zwar verschlie&szlig;e der vorliegende Haken auch etwas. Da er jedoch mit dem Drehring &uuml;ber eine zus&auml;tzliche Funktion verf&uuml;ge, sei er kein &quot;Verschluss&quot; i.S. der Pos.&nbsp;8308 KN.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Auslegung werde durch die ErlHS 08.0 und 11.0 zur Pos.&nbsp;8308 best&auml;tigt. Hiernach seien &quot;Karabinerhaken&quot; aus dieser Position ausdr&uuml;cklich ausgenommen. Aus der Historie dieser Erl&auml;uterung ergebe sich, dass Waren ausgewiesen werden sollten, die neben dem Haken &uuml;ber einen Drehwirbel bzw. Drehkopf verf&uuml;gten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Das Urteil verletzt Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Nacherhebung der Einfuhrabgaben ist rechtswidrig, da die Ware in die Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN einzureihen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das entscheidende Kriterium f&uuml;r die zollrechtliche Tarifierung von Waren ist allgemein in deren objektiven Merkmalen und Eigenschaften zu suchen, wie sie im Wortlaut der Positionen und Unterpositionen der KN und in den Anmerkungen zu den Abschnitten oder Kapiteln festgelegt sind. Daneben gibt es Erl&auml;uterungen und Einreihungsavise, die ein wichtiges, wenn auch nicht verbindliches Erkenntnismittel f&uuml;r die Auslegung der einzelnen Tarifpositionen sind (vgl. etwa Senatsurteil vom 7.&nbsp;Juli 2015 VII&nbsp;R&nbsp;65\/13, BFH\/NV 2015, 1605; Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; Vario Tek vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2015 C-178\/14, EU:C:2015:152; Metherma vom 27.&nbsp;November 2008 C-403\/07, EU:C:2008:657, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2009, 15, 16). Auf den Verwendungszweck einer Ware darf abgestellt werden, wenn im Wortlaut der Bestimmungen oder in den Erl&auml;uterungen auf dieses Kriterium Bezug genommen wird (Senatsurteil vom 8.&nbsp;November 2016 VII&nbsp;R&nbsp;9\/15, BFHE 256, 286, ZfZ 2017, 103).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des FG erf&uuml;llt die streitgegenst&auml;ndliche Ware die Tatbestandsvoraussetzungen der Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN. Damit scheidet gem&auml;&szlig; Anm.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 zu Absch.&nbsp;XV&nbsp;KN &#8211;wonach Waren der Kap.&nbsp;82 und 83 grunds&auml;tzlich nicht zu den Kap.&nbsp;72 bis 76 und 78 bis 81 geh&ouml;ren&#8211; eine Einreihung in die Pos.&nbsp;7907&nbsp;KN aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Anders als das FG geurteilt hat, erfasst Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN, die in der Fassung der Streitjahre (bis 2016) f&uuml;r &quot;Verschl&uuml;sse, Verschlussb&uuml;gel, Schnallen, Spangen, Klammern, Haken, &Ouml;sen und &auml;hnliche Waren, aus unedlen Metallen, f&uuml;r Kleidung, Schuhe, Planen, T&auml;schnerwaren oder zum Fertigen oder Ausr&uuml;sten anderer Waren&quot; gilt, nicht nur einfache Haken, Verschl&uuml;sse und &auml;hnliche Waren ohne (Befestigungs-)&Ouml;se, Drehring oder Verschlussbolzen. (Taschen- und Koffer-)Verschl&uuml;sse sind vielmehr &uuml;blicherweise aus mehreren in sich beweglichen, teilweise auch unter Federspannung stehenden Teilen &#8211;eher komplex&#8211; zusammengesetzt. Verschl&uuml;sse, Haken und &auml;hnliche Waren, die an Kleidung, insbesondere Miederwaren, Schuhen, T&auml;schnerwaren usw. angebracht werden, verf&uuml;gen zudem nahezu immer &uuml;ber mindestens eine (&quot;Befestigungs-&quot;)&Ouml;se, durch die zur Verbindung des Metallteils mit dem Leder oder Stoff z.B. F&auml;den, Nieten, Stoffstreifen oder Lederriemen gef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen. Die Verwendung einfacher Haken oder eine &quot;&ouml;senlose&quot; Befestigung (durch Verkleben o.&auml;.) kommt bei der Herstellung einer auch bei Bewegung, Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und sonstiger Beanspruchung stabilen Verbindung zwischen Metallhaken\/-verschluss und Stoff, Leder etc. regelm&auml;&szlig;ig nicht in Betracht. Das Vorhandensein einer (Befestigungs-)&Ouml;se ist somit ein objektives Merkmal, das &#8211;neben anderen&#8211; die Bestimmung eines Hakens oder Verschlusses &quot;f&uuml;r Kleidung, Schuhe, (&#8230;) T&auml;schnerwaren oder zum Fertigen oder Ausr&uuml;sten anderer Waren&quot; erkennen lassen kann und ihn von einfachen, gebogenen Drahtst&uuml;cken oder multifunktional verwendbaren (Karabiner-)Haken ohne &Ouml;se unterscheidet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Wortlaut der KN finden sich keine Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass eine Ware die Eigenschaft eines Hakens, (Teil eines) Verschlusses oder einer &quot;&auml;hnlichen Ware&quot; f&uuml;r Kleidung, T&auml;schnerwaren oder zum Fertigen oder Ausr&uuml;sten anderer Waren i.S. der Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN verliert, wenn die Ware zur Verbesserung des Nutzungskomforts in der Vertikalachse drehbar ist oder wenn ein Schutzmechanismus gegen versehentliches Aushaken existiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Wortlaut der Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN umfasst ausdr&uuml;cklich auch Waren, die &quot;zum Fertigen oder Ausr&uuml;sten anderer Waren&quot; als &quot;T&auml;schnerwaren&quot; im engeren Sinn dienen. Auch handelt es sich bei der (Fein-)T&auml;schnerei um einen Zweig des Sattlerhandwerks. Die ErlHS&nbsp;05.0 zu Pos.&nbsp;8308 (in Bezug auf Schnallen und Spangen) und die Neufassung des Wortlauts der Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN ab 2017 best&auml;tigen, dass es f&uuml;r die Einreihung in die Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN auf eine Unterscheidung zwischen &quot;Sattler-&quot; und &quot;T&auml;schnerwaren&quot; nicht ankommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ErlHS&nbsp;08.0, 11.0 zu Pos.&nbsp;8308, nach denen &quot;Karabinerhaken&quot; (engl. &quot;snap hooks&quot;, franz. &quot;porte-mousquetons&quot;) nicht in die Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN einzureihen sind, sind ein Hilfsmittel f&uuml;r die Gew&auml;hrleistung einer einheitlichen Anwendung des Zolltarifs und liefern Hinweise f&uuml;r dessen Auslegung. Sie sind aber nicht verbindlich (EuGH-Urteile Sonos Europe vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2016 C-84\/15, EU:C:2016:184; Lemnis Lighting vom 8.&nbsp;Dezember 2016 C-600\/15, EU:C:2016:937, ZfZ 2017, 13). F&uuml;r die Einreihungsentscheidung ma&szlig;geblich sind der Wortlaut der Positionen und Unterpositionen der KN, die Anmerkungen zu den Abschnitten oder Kapiteln und die Allgemeinen Vorschriften (AV) f&uuml;r die Auslegung der Kombinierten Nomenklatur. Der Inhalt der Erl&auml;uterungen muss mit diesen Bestimmungen in Einklang stehen und darf deren Bedeutung nicht ver&auml;ndern (vgl. EuGH-Urteile Dinter und Europol Frost-Food vom 29.&nbsp;Oktober 2009 C-522\/07 und C-65\/08, EU:C:2009:663, ZfZ 2009, 331, m.w.N.). Die ErlHS k&ouml;nnen somit eine Ware, die nach ihren objektiven Merkmalen und Eigenschaften in eine Position einzureihen ist, aus dieser nicht &quot;ausweisen&quot;. Dies gilt unabh&auml;ngig von der Entstehungsgeschichte der ErlHS, die im &Uuml;brigen in Bezug auf &quot;Karabinerhaken&quot; unklar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die streitgegenst&auml;ndliche Ware erf&uuml;llt die Tatbestandsvoraussetzungen der Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN. Es handelt sich um eine Ware aus unedlen Metallen, da sie &#8211;gem&auml;&szlig; Anm.&nbsp;5&nbsp;a zu Abschn.&nbsp;XV&nbsp;KN und hinsichtlich der Feder aus Karbonstahl unter Ber&uuml;cksichtigung der Anm.&nbsp;7 zu Abschn.&nbsp;XV&nbsp;KN und AV&nbsp;3&nbsp;b&#8211; als Ware aus Zink anzusprechen ist. Gem&auml;&szlig; Anm.&nbsp;3 zu Abschn.&nbsp;XV&nbsp;KN geh&ouml;rt Zink zu den unedlen Metallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat weiter festgestellt, dass die Ware aus einem Haken und einer (&quot;Befestigungs-&quot;)&Ouml;se besteht und dass sie auch ein Verschluss ist. Da die Kombination aus Haken, Drehring und Verschlussbolzen f&uuml;r die Einreihung in die Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN unsch&auml;dlich bzw. f&uuml;r Anschlussst&uuml;cke zwischen Trageriemen und T&auml;schnerwaren sogar typisch ist, kann die streitgegenst&auml;ndliche Ware in diese Position eingereiht werden. Das gilt unabh&auml;ngig davon, ob man die Ware unmittelbar als Haken, &Ouml;se, Verschluss oder &quot;&auml;hnliche Ware&quot; i.S. der Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN ansieht oder ob man zur Einreihung der aus Haken, &Ouml;se, Verschlussbolzen und Feder zusammengesetzten Ware erg&auml;nzend die AV &#8211;vor allem die AV 3&nbsp;b&#8211; heranzieht. Da das FG die Ware als Haken, &Ouml;se und Verschluss angesprochen hat, die alle unter die Pos.&nbsp;8308&nbsp;KN fallen, und es keine Umst&auml;nde festgestellt hat, wonach Verschlussbolzen oder Feder der Ware ihren wesentlichen Charakter verleihen, f&uuml;hren im Streitfall beide Vorgehensweisen zum selben Ergebnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.6.2017, VII R 24\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.200617.VIIR24.15.0 Zur Einreihung von Hundeleinenhaken &#8211; Bedeutung bzw. Stellenwert der Erl&auml;uterungen zum Harmonisierten System Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 11. September 2015&nbsp;&nbsp;4 K 165\/14 und die Bescheide des Hauptzollamts aufgehoben. Die Kosten des gesamten Verfahrens hat das Hauptzollamt zu tragen. 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