{"id":67940,"date":"2017-11-09T10:32:43","date_gmt":"2017-11-09T08:32:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67940"},"modified":"2017-11-09T10:32:43","modified_gmt":"2017-11-09T08:32:43","slug":"xi-b-24-17-vorsteuerabzug-einer-gemeinde-bei-verpachtung-von-schulmensa-und-freibad-unternehmereigenschaft-einer-juristischen-person-des-oeffentlichen-rechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-24-17-vorsteuerabzug-einer-gemeinde-bei-verpachtung-von-schulmensa-und-freibad-unternehmereigenschaft-einer-juristischen-person-des-oeffentlichen-rechts\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;24\/17 &#8211; Vorsteuerabzug einer Gemeinde bei Verpachtung von Schulmensa und Freibad &#8211; Unternehmereigenschaft einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.7.2017, XI B 24\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.180717.XIB24.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerabzug einer Gemeinde bei Verpachtung von Schulmensa und Freibad &#8211; Unternehmereigenschaft einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Beklagten wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 21. Dezember 2016&nbsp;&nbsp;14 K 2029\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin), eine Stadt, errichtete von 2007 (Streitjahr) bis 2009 zum Zwecke der Ganztagsbetreuung der Sch&uuml;ler ihres Schulzentrums ein Geb&auml;ude mit Aufenthaltsr&auml;umen und Schulmensa, diese bestehend aus K&uuml;che, Sp&uuml;l- und Speiseraum.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie verpachtete der A die Mensa f&uuml;r die Ausgabe von Speisen, Getr&auml;nken und Handelsware gegen einen monatlichen Pachtzins in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. Daneben schloss sie mit A einen Cateringvertrag. Dieser beinhaltete s&auml;mtliche T&auml;tigkeiten, die f&uuml;r die Ausgabe des Mittagessens notwendig sind; f&uuml;r jeden der mindestens 170&nbsp;Ausgabetage hatte die A monatlich eine Absatzstatistik zu erstellen, wof&uuml;r sie eine &quot;Verwaltungskostenpauschale&quot; in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR je Ausgabetag erhielt. Die Lieferung der Speisen, Getr&auml;nke und Handelswaren wurde in einem weiteren zwischen der Kl&auml;gerin und der B geschlossenen Vertrag &uuml;ber die Versorgungsbelieferung geregelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist auch Eigent&uuml;merin eines Freibades (Bad), das sie zun&auml;chst in eigener Regie betrieben und dabei laufend Verluste erzielt hatte. Bereits 1999 hatte sie mit der C einen noch im Streitjahr bestehenden Vertrag &uuml;ber die Verpachtung des Bades geschlossen. Als Pacht wurde ein Betrag in H&ouml;he von j&auml;hrlich &#8230;&nbsp;DM (&#8230;&nbsp;EUR) zuz&uuml;glich Umsatzsteuer vereinbart. C verpflichtete sich, das Bad mindestens zu bestimmten Zeiten zu &ouml;ffnen, die Benutzung durch Schulen und DLRG unentgeltlich zu gestatten, es der Kl&auml;gerin f&uuml;r eine Veranstaltung im Jahr zur Verf&uuml;gung zu stellen und die Eintrittspreise nur mit deren Zustimmung zu erh&ouml;hen. Zum Ausgleich dessen hatte die Kl&auml;gerin einen &quot;Zuschuss&quot; in H&ouml;he von j&auml;hrlich &#8230;&nbsp;DM (&#8230;&nbsp;EUR) zuz&uuml;glich Umsatzsteuer zu zahlen sowie gr&ouml;&szlig;ere Investitionen und Reparaturen zu &uuml;bernehmen. Der Vertrag wurde 2005 verl&auml;ngert. Die Pacht betrug im Streitjahr &#8230;&nbsp;EUR zuz&uuml;glich &#8230;&nbsp;EUR Umsatzsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin machte in ihrer Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr Vorsteuern u.a. in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR aus dem Bau der Schulmensa und &#8230;&nbsp;EUR &#8211;einschlie&szlig;lich eines die Zuschusszahlung an C betreffenden Vorsteuerbetrags in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR&#8211; aus der Verpachtung des Bades geltend. Die Umsatzsteuer hieraus setzte sie in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) war nach einer bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Umsatzsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung der Ansicht, dass die Verpachtung der Schulmensa kein Betrieb gewerblicher Art sei und k&uuml;rzte zun&auml;chst dementsprechend mit Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr vom 22.&nbsp;August 2011 die geltend gemachten Vorsteuern um &#8230;&nbsp;EUR. Hiergegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer bei der Kl&auml;gerin ferner durchgef&uuml;hrten Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung gelangte das FA dar&uuml;ber hinaus zu der Auffassung, dass hinsichtlich der Verpachtung des Bades gleichfalls kein Betrieb gewerblicher Art vorliege, weil der von der Kl&auml;gerin gew&auml;hrte Zuschuss h&ouml;her als das von ihr vereinnahmte Pachtentgelt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA wies mit Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;Mai 2013 den Einspruch der Kl&auml;gerin als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck und setzte mit Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr vom 21.&nbsp;Mai 2013 die Umsatzsteuer um &#8230;&nbsp;EUR sowie die geltend gemachten Vorsteuern um weitere &#8230;&nbsp;EUR herab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte in vollem Umfang Erfolg. Das Finanzgericht (FG) setzte die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr dem Antrag der Kl&auml;gerin entsprechend fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG lie&szlig; die Revision gegen sein Urteil nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der vorliegenden Nichtzulassungsbeschwerde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es macht geltend, die Revision sei zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) sowie wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und daher durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist weder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung noch wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der vom FA geltend gemachte Zulassungsgrund der Divergenz i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO f&uuml;hrt nicht zur Zulassung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO wegen Divergenz setzt voraus, dass das FG bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage von der Rechtsprechung anderer Gerichte abgewichen ist; das FG muss seiner Entscheidung einen tragenden abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt haben, der mit den ebenfalls tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen in der Divergenzentscheidung des anderen Gerichts nicht &uuml;bereinstimmt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10.&nbsp;April 2014 X&nbsp;B&nbsp;250\/13, BFH\/NV 2014, 1045, Rz&nbsp;2; vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2016 XI&nbsp;B&nbsp;77\/15, BFH\/NV 2016, 1181, Rz&nbsp;26; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die mit der Beschwerde ger&uuml;gte entscheidungserhebliche Abweichung der Vorentscheidung vom BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 2015 V&nbsp;R&nbsp;44\/15 (BFHE&nbsp;256, 557, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2017, 302) liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FA bringt vor, das FG gehe davon aus, dass es f&uuml;r die Unternehmereigenschaft einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts auf weitere Voraussetzungen nicht ankomme, wenn sie auf privatrechtlicher Grundlage handele. Dagegen habe der BFH in seinem Urteil in BFHE&nbsp;256, 557, UR 2017, 302 (Rz&nbsp;11) im Anschluss an den Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) klargestellt, dass es an der f&uuml;r die Unternehmereigenschaft einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts erforderlichen Voraussetzung der wirtschaftlichen (unternehmerischen) T&auml;tigkeit fehle, wenn eine Gemeinde &uuml;ber die von ihr vereinnahmten Beitr&auml;ge nur einen kleinen Teil (im Fall des EuGH 3&nbsp;%) ihrer Kosten decke.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dieses Vorbringen des FA vermag indes die behauptete Divergenz nicht zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts war nach dem f&uuml;r das Streitjahr 2007 ma&szlig;gebenden &#8211;unionsrechtskonform auszulegenden&#8211; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) a.F. Unternehmer, wenn sie eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit auf privatrechtlicher Grundlage aus&uuml;bte; erfolgte ihre T&auml;tigkeit dagegen &#8211;anders als im Streitfall&#8211; auf &ouml;ffentlich-rechtlicher Grundlage, war sie nur Unternehmer, wenn eine Behandlung als Nichtunternehmer zu gr&ouml;&szlig;eren Wettbewerbsverzerrungen f&uuml;hren w&uuml;rde (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Dezember 2011 V&nbsp;R&nbsp;1\/11, BFHE 236, 235, BFH\/NV 2012, 534, Rz&nbsp;15; vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2012 XI&nbsp;R&nbsp;8\/10, BFH\/NV 2012, 1667, Rz&nbsp;28; vom 13.&nbsp;Februar 2014 V&nbsp;R&nbsp;5\/13, BFHE 245, 92, BFH\/NV 2014, 1159, Rz&nbsp;15; vom 10.&nbsp;Februar 2016 XI&nbsp;R&nbsp;26\/13, BFHE 252, 538, BFH\/NV 2016, 865, Rz&nbsp;34; jeweils m.w.N.). Hiervon ist das FG in der angefochtenen Entscheidung im Kern ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die (auch) f&uuml;r die Unternehmereigenschaft einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 und 2 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211; (im nationalen Recht: nachhaltige T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG) erforderliche Aus&uuml;bung einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit liegt nur vor, wenn &#8211;bezogen auf den Streitfall&#8211; die Kl&auml;gerin mit der Verpachtung von Schulmensa und Bad entgeltliche Dienstleistungen i.S. von Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL (im nationalen Recht: sonstige Leistungen gegen Entgelt i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG) erbracht hat (vgl. EuGH-Urteil Gemeente Borsele vom 12.&nbsp;Mai 2016 C-520\/14, EU:C:2016:334, UR 2016, 520, Rz&nbsp;21 bis 27; ferner BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Juni 2017 XI&nbsp;R&nbsp;12\/15, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2017, 1873, Rz&nbsp;31). Dies hat das FG hinsichtlich der Verpachtung sowohl der Schulmensa als auch des Bades festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Aus einer &quot;Asymmetrie&quot; zwischen Betriebskosten und den als Gegenleistung f&uuml;r die angebotenen Dienstleistungen erhaltenen Betr&auml;gen &#8211;wie sie der EuGH, worauf das FA zu Recht hinweist, bei einer Kostendeckungsquote von 3&nbsp;% erkannt hat (vgl. EuGH-Urteil Gemeente Borsele, EU:C:2016:334, UR 2016, 520, Rz&nbsp;33)&#8211; kann zwar im Rahmen der erforderlichen Gesamtbewertung folgen, dass es an einem tats&auml;chlichen Zusammenhang zwischen dem gezahlten Betrag und der Erbringung der Dienstleistungen fehlt (vgl. EuGH-Urteil Gemeente Borsele, EU:C:2016:334, UR 2016, 520, Rz&nbsp;34, m.w.N.; Senatsurteil in DStR 2017, 1873). Hiervon geht auch der BFH in seinem Urteil in BFHE 256, 557, UR 2017, 302, Rz&nbsp;11 aus, indem er auf das EuGH-Urteil Gemeente Borsele (EU:C:2016:334, UR 2016, 520, Rz&nbsp;33&nbsp;f.) Bezug nimmt; danach sind alle Umst&auml;nde zu pr&uuml;fen, unter denen die T&auml;tigkeit erfolgt ist (EuGH-Urteil Gemeente Borsele, EU:C:2016:334, UR 2016, 520, Rz&nbsp;29). Im Streitfall hat das FG indes im Rahmen der erforderlichen Gesamtbewertung das Ergebnis gefunden, dass dieser Zusammenhang besteht und die in Rede stehenden T&auml;tigkeiten der Kl&auml;gerin jeweils als eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit (i.S. von Art.&nbsp;9 MwStSystRL) angesehen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Zulassung der Revision wegen Divergenz kommt auch nicht in Betracht, soweit das FA ferner geltend macht, das FG habe in der angefochtenen Vorentscheidung &#8211;anders als der BFH in seinem Urteil in BFHE 256, 557, UR 2017, 302 (Rz&nbsp;16)&#8211; die jeweilige Pacht nicht mit der Verwaltungskostenpauschale als Gegenleistung f&uuml;r die Erstellung der Absatzstatistik (Mensa) bzw. dem Betriebskostenzuschuss als Gegenleistung f&uuml;r die Betriebsf&uuml;hrung (Bad) saldiert. Diesbez&uuml;glich sind die Sachverhalte nach den f&uuml;r den Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen und W&uuml;rdigungen weder gleich noch vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist ebenso wenig wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rbar sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 19.&nbsp;Dezember 2014 XI&nbsp;B&nbsp;12\/14, BFH\/NV 2015, 534, Rz&nbsp;17; vom 17.&nbsp;November 2015 XI&nbsp;B&nbsp;52\/15, BFH\/NV 2016, 431, Rz&nbsp;24; vom 14.&nbsp;Februar 2017 VIII&nbsp;B&nbsp;43\/16, BFH\/NV 2017, 729, Rz&nbsp;8; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach f&uuml;hrt die vom FA aufgeworfene Rechtsfrage, ob bei der Verpachtung einer Einrichtung durch eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts von einer T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen auszugehen ist, wenn ein von ihr gew&auml;hrter Zuschuss zum Unterhalt und Betrieb der Einrichtung die Pachtzahlung &uuml;bersteigt und nach Saldierung aufgrund der tats&auml;chlichen und rechtlichen Verkn&uuml;pfung von Pacht und Zuschuss im Ergebnis weder Entgelt gezahlt noch Einnahmen erzielt werden, nicht zur Zulassung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Rechtsfrage ist im Streitfall nicht kl&auml;rbar. Es kommt in dem angestrebten Revisionsverfahren nicht auf die Kl&auml;rung der hervorgehobenen Rechtsfrage an, weil sie einen Sachverhalt voraussetzt, der sich in den tats&auml;chlichen Feststellungen des angefochtenen Urteils nicht wiederfindet (vgl. z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2016, 431, Rz&nbsp;46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn das FG hat die tats&auml;chlichen Umst&auml;nde des Einzelfalles f&uuml;r den Senat bindend i.S. von &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO dahingehend gew&uuml;rdigt, dass die Zahlungen der Kl&auml;gerin an A und C jeweils Entgelte f&uuml;r steuerbare Leistungen sind, die an die Kl&auml;gerin ausgef&uuml;hrt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Etwas anderes erg&auml;be sich nur, wenn in Bezug auf den vom FG festgestellten Sachverhalt zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Verfahrensr&uuml;gen erhoben worden w&auml;ren oder wenn die Bindung des BFH an den festgestellten Sachverhalt aus anderen Gr&uuml;nden entfiele (vgl. dazu z.B. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2015, 534, Rz&nbsp;29; in BFH\/NV 2016, 431, Rz&nbsp;49; jeweils m.w.N.). Dies liegt hier nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit das FA die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Entscheidung in Frage stellt, begr&uuml;ndet dies grunds&auml;tzlich keinen Revisionszulassungsgrund (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 21.&nbsp;Januar 2015 XI&nbsp;B&nbsp;88\/14, BFH\/NV 2015, 864, Rz&nbsp;29; vom 3.&nbsp;Februar 2016 XI&nbsp;B&nbsp;53\/15, BFH\/NV 2016, 954, Rz&nbsp;37; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat sieht von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.7.2017, XI B 24\/17ECLI:DE:BFH:2017:B.180717.XIB24.17.0 Vorsteuerabzug einer Gemeinde bei Verpachtung von Schulmensa und Freibad &#8211; Unternehmereigenschaft einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts Tenor Die Beschwerde des Beklagten wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 21. Dezember 2016&nbsp;&nbsp;14 K 2029\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. 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