{"id":67956,"date":"2017-11-09T10:36:12","date_gmt":"2017-11-09T08:36:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67956"},"modified":"2017-11-09T10:36:12","modified_gmt":"2017-11-09T08:36:12","slug":"vii-r-26-16-keine-nachtraegliche-aenderung-der-stromsteuerfestsetzung-bei-versaeumung-der-antragsfrist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-26-16-keine-nachtraegliche-aenderung-der-stromsteuerfestsetzung-bei-versaeumung-der-antragsfrist\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;26\/16 &#8211; Keine nachtr&auml;gliche &Auml;nderung der Stromsteuerfestsetzung bei Vers&auml;umung der Antragsfrist"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.9.2017, VII R 26\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.260917.VIIR26.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine nachtr&auml;gliche &Auml;nderung der Stromsteuerfestsetzung bei Vers&auml;umung der Antragsfrist<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Festsetzungsfrist f&uuml;r einen Entlastungsanspruch nach &sect; 10 Abs. 1 StromStG beginnt mit Ablauf desjenigen Jahres, in dem der Anspruch durch die steuerbeg&uuml;nstigte Verwendung des Stroms zu betrieblichen Zwecken entstanden ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wird eine im Abrechnungszeitraum entnommene Strommenge entgegen &sect; 18 Abs. 4 Nr. 1 StromStV a.F. innerhalb der Antragsfrist im Antrag nicht angegeben, kommt hinsichtlich dieser Menge eine nachtr&auml;gliche &Auml;nderung der Steuerfestsetzung nicht in Betracht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 25. Februar 2016&nbsp;&nbsp;6 K 1482\/13 Z wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) beantragte am 25.&nbsp;M&auml;rz 2011 nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 des Stromsteuergesetzes (StromStG) f&uuml;r das Jahr 2010 eine Entlastung von der Stromsteuer, die der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzoll-amt &#8211;HZA&#8211;) antragsgem&auml;&szlig; mit Bescheid vom 14.&nbsp;April 2011 gew&auml;hrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Verschmelzungsvertrag vom &#8230;&nbsp;Juli 2010 war die X-GmbH (GmbH) r&uuml;ckwirkend zum 1.&nbsp;Januar 2010 vollst&auml;ndig auf die Kl&auml;gerin verschmolzen und die Verschmelzung im September 2010 in das Handelsregister eingetragen worden. Mit Wirkung vom 31.&nbsp;August 2010 hatte die Kl&auml;gerin den zuvor durch Verschmelzung erworbenen Produktionsbetrieb der GmbH im Wege der Einzelrechtsnachfolge an die Y-GmbH ver&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Begr&uuml;ndung, beim bisher gestellten Entlastungsantrag seien die von der GmbH verwendeten Strommengen sowie die von der GmbH entrichteten Rentenversicherungsbeitr&auml;ge unber&uuml;cksichtigt geblieben, beantragte die Kl&auml;gerin mit Schreiben vom 27.&nbsp;April 2012, eingegangen beim HZA am 3.&nbsp;Mai 2012, die Korrektur des am 25.&nbsp;M&auml;rz 2011 gestellten Antrags. Unter Hinweis auf den Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung lehnte das HZA den als &quot;Korrektur des zusammenfassenden Antrags nach &sect;&nbsp;10 StromStG f&uuml;r das Jahr 2010&quot; bezeichneten Antrag ab. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, die Kl&auml;gerin habe den Antrag f&uuml;r die von der GmbH bis zum &#8230;&nbsp;September 2010 verbrauchten Strommengen nicht rechtzeitig gestellt. Im Streitfall habe die Festsetzungsfrist f&uuml;r das Kalenderjahr 2010 mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2010 begonnen und mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2011 geendet. Eine Anwendung des &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO) komme nicht in Betracht. Insbesondere sei der Verg&uuml;tungsantrag keine Steueranmeldung, f&uuml;r deren Abgabe eine gesetzliche Verpflichtung bestehe. Nicht entscheidend sei, dass die Kl&auml;gerin den Antrag nicht ausdr&uuml;cklich als Rechtsnachfolgerin der GmbH gestellt habe. Unbeachtlich sei auch, zu welchem Stichtag die Verschmelzung wirksam geworden sei. Sofern der Korrektur-Antrag vom 27.&nbsp;April 2012 als Antrag auf &Auml;nderung der Erstbescheidung ausgelegt werden k&ouml;nnte, komme eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO aufgrund des Ablaufs der Festsetzungsfrist nicht in Betracht. Eine Auslegung des Entlastungsantrags vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2011 f&uuml;hre zu dem Ergebnis, dass dieser nicht die von der GmbH verbrauchten Strommengen erfasst habe, so dass eine Steuerentlastung auf dieser Grundlage nicht gew&auml;hrt werden k&ouml;nne. Dabei sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass die GmbH in der Auflistung der Betriebe bzw. Betriebsteile nicht genannt worden sei. Dar&uuml;ber hinaus seien auch die von der GmbH verbrauchten Strommengen nicht angegeben worden. Die Einbeziehung dieser Strommengen w&auml;re jedoch m&ouml;glich gewesen, denn der Verschmelzungsvertrag sei bereits im Juli 2010 geschlossen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, das FG habe die Regelungen &uuml;ber den Beginn der Festsetzungsverj&auml;hrung in &sect;&nbsp;170 AO unzutreffend ausgelegt. Im Zeitpunkt des &Auml;nderungsantrags vom 3.&nbsp;Mai 2012 sei noch keine Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten. Die sinngem&auml;&szlig;e Anwendung der f&uuml;r die Steuerfestsetzung geltenden Vorschriften (&sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;5 AO) erfordere die Anwendung des &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO. Die daneben in &sect;&nbsp;18 der Stromsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (StromStV) festgelegte Antragsfrist k&ouml;nne an diesem Ergebnis nichts &auml;ndern. Denn auf dem Verordnungswege ohne ausdr&uuml;ckliche Erm&auml;chtigung festgelegte Antragsfristen k&ouml;nnten nicht als Ausschlussfristen ausgestaltet werden. Die Frage nach der Rechtsqualit&auml;t der in der StromStV geregelten Antragsfristen habe der Bundesfinanzhof (BFH) in seinen Entscheidungen vom 24.&nbsp;Januar 2008 VII&nbsp;R&nbsp;3\/07 (BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462), vom 1.&nbsp;Juli 2008 VII&nbsp;R&nbsp;37\/07 (BFH\/NV 2008, 2062) und vom 12.&nbsp;Mai 2009 VII&nbsp;R&nbsp;5\/08 (BFH\/NV 2009, 1602) noch nicht eindeutig beantwortet. Im &Uuml;brigen sei im Streitfall der &Auml;nderungsantrag nach &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;3 AO noch vor Ablauf der Festsetzungsfrist gestellt worden. Denn im Zeitpunkt der Stellung des &Auml;nderungsantrags habe bereits eine Festsetzung der Stromsteuerentlastung f&uuml;r 2010 vorgelegen. Weder aus &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;3 noch aus &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;4 AO lasse sich ein Anhaltspunkt daf&uuml;r herleiten, dass bei der Berechnung der Festsetzungsfrist im Rahmen des &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO allein auf die f&uuml;r die erstmalige Festsetzung geltende &quot;allgemeine&quot; Festsetzungsfrist abzustellen sei. Im Streitfall habe das FG verkannt, dass es um die &Auml;nderung einer bereits erfolgten Steuerfestsetzung gehe, so dass der Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;3 AO er&ouml;ffnet sei. Schlie&szlig;lich sei sie gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 AO als Gesamtrechtsnachfolgerin sowohl materiell- als auch verfahrensrechtlich in die abgabenrechtliche Rechtsstellung der GmbH als Vorg&auml;ngerin eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung des Urteils des FG und der angefochtenen Verwaltungsentscheidungen das HZA zu verpflichten, die Festsetzung der nach &sect;&nbsp;10 StromStG zu gew&auml;hrenden Stromsteuerentlastung f&uuml;r das Kalenderjahr 2010 um &#8230;&nbsp;EUR zu erh&ouml;hen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt die Zur&uuml;ckweisung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist der Auffassung, der Antrag der Kl&auml;gerin vom 3.&nbsp;Mai 2012 sei aufgrund der versp&auml;teten Antragstellung und fehlender Angaben in Bezug auf die GmbH und die von ihr verbrauchten Strommengen als Erstantrag auszulegen, so dass weder &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 noch &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;3 AO Anwendung finden k&ouml;nnten. Denn Entlastungsantr&auml;ge nach &sect;&nbsp;10 StromStG seien keine Steuererkl&auml;rungen, Steueranmeldungen oder Anzeigen, f&uuml;r deren Abgabe eine gesetzliche Verpflichtung bestehe. Somit beginne die Festsetzungsfrist f&uuml;r die erstmalige Festsetzung der Entlastung nach der Grundregel des &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;1 AO. Da es nicht um die &Auml;nderung einer bereits festgesetzten Steuer gehe, komme eine Anwendung des &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;3 AO nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil entspricht dem Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Kl&auml;gerin aufgrund des Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung hinsichtlich der von der GmbH verbrauchten Strommengen f&uuml;r das Kalenderjahr 2010 kein zus&auml;tzlicher Entlastungsanspruch nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 StromStG zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 StromStG in der im Streitjahr geltenden Fassung wird die Steuer f&uuml;r nachweislich versteuerten Strom, den ein Unternehmen des Produzierenden Gewerbes f&uuml;r betriebliche Zwecke, ausgenommen solche nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 StromStG, entnommen hat, auf Antrag nach Ma&szlig;gabe des Absatzes&nbsp;2 erlassen, erstattet oder verg&uuml;tet, soweit die Steuer im Kalenderjahr den Betrag von 512,50&nbsp;EUR &uuml;bersteigt. Erlass-, erstattungs- oder verg&uuml;tungsberechtigt ist das Unternehmen des Produzierenden Gewerbes, das den Strom entnommen hat. Nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 StromStV in der im streitigen Zeitraum geltenden Fassung ist die Entlastung f&uuml;r innerhalb eines Kalenderjahres (Abrechnungszeitraum) entnommenen Strom bis zum 31.&nbsp;Dezember des folgenden Kalenderjahres schriftlich bei dem Hauptzollamt zu beantragen, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen Gesch&auml;fts- oder Wohnsitz hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist die Verwendung des Stroms zu betrieblichen Zwecken eines Unternehmens des Produzierenden Gewerbes unstreitig. Zu entscheiden ist lediglich &uuml;ber die Frage, ob im Zeitpunkt der Antragstellung die einj&auml;hrige Festsetzungsfrist des &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO bzw. die in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 StromStV normierte Antragsfrist mit der Folge bereits abgelaufen war, dass der Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis nach &sect;&nbsp;47 AO erloschen ist, so dass ein nachtr&auml;glicher Entlastungsantrag nicht mehr mit Erfolg gestellt werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 StromStG entstandener Entlastungsanspruch kann durch Erlass, Erstattung oder Verg&uuml;tung der Steuer erf&uuml;llt werden. In den F&auml;llen der Verg&uuml;tung steht der Entlastungsanspruch demjenigen zu, der, ohne selbst Steuerschuldner bzw. Anmelder der Steuer sowie evtl. Adressat entsprechender Steuerbescheide zu sein, vorversteuerten Strom von einem Versorger bezogen und verwendet hat und dadurch zum eigentlichen Belastungstr&auml;ger geworden ist. Die Gew&auml;hrung einer Verg&uuml;tung kommt jedoch nicht mehr in Betracht, wenn im Zeitpunkt der Antragstellung bereits Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten ist. Auf die Festsetzung einer Steuerverg&uuml;tung finden nach &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;5 AO die f&uuml;r die Steuerfestsetzung geltenden Vorschriften sinngem&auml;&szlig;e Anwendung. F&uuml;r Verbrauchsteuern und Verbrauchsteuerverg&uuml;tungen betr&auml;gt die Festsetzungsfrist ein Jahr (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO), wobei die Frist nach &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;1 AO mit Ablauf des Kalenderjahrs beginnt, in dem die Steuer entstanden ist. Lediglich f&uuml;r die F&auml;lle, in denen wie im Streitfall eine Steueranmeldung f&uuml;r Strom abzugeben ist, enth&auml;lt &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Satz&nbsp;2 AO eine abweichende Regelung, die im Streitfall allerdings keine Anwendung findet, weil es in das Belieben des Entlastungsberechtigten gestellt ist, ob er die Steuerbeg&uuml;nstigung, d.h. im Streitfall den sog. Spitzenausgleich, in Anspruch nehmen will, und er somit zur Abgabe einer Steueranmeldung nicht verpflichtet ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 214, BStBl II 2008, 462; Banniza in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;170 AO Rz&nbsp;24). Demnach beginnt die Festsetzungsfrist bei nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 StromStG geltend gemachten Verg&uuml;tungsanspr&uuml;chen mit Ablauf desjenigen Jahres, in dem der Verg&uuml;tungsanspruch infolge der Verwirklichung des Entlastungstatbestands entstanden ist (Senatsurteile vom 8.&nbsp;Juni 2010 VII&nbsp;R&nbsp;37\/09, BFH\/NV 2010, 2122, und in BFH\/NV 2009, 1602).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Voraussetzung f&uuml;r die Begr&uuml;ndung eines Entlastungsanspruchs nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 StromStG ist die nachweisliche Versteuerung des bezogenen und f&uuml;r betriebliche Zwecke dem Netz entnommenen und verwendeten Stroms. Wie der erkennende Senat zu &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 des Energiesteuergesetzes &#8211;EnergieStG&#8211; (Senatsurteil vom 20.&nbsp;September 2016 VII&nbsp;R&nbsp;7\/16, BFHE 255, 360) und zu &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG (Senatsurteil vom 10.&nbsp;Januar 2017 VII&nbsp;R&nbsp;26\/14, BFHE 257, 285) entschieden hat, ist die Erf&uuml;llung des Tatbestandsmerkmals der nachweislichen Versteuerung nicht von der Festsetzung der Steuer durch einen Steuerbescheid oder der Abgabe einer Steueranmeldung durch den Stromversorger oder Lieferer von Energieerzeugnissen abh&auml;ngig. Vielmehr entsteht der Verg&uuml;tungsanspruch bereits mit der steuerbeg&uuml;nstigten Verwendung des Stroms bzw. der Energieerzeugnisse oder mit dem Verbringen von Energieerzeugnissen in einen anderen Mitgliedstaat bzw. mit der Ausfuhr in ein Drittland, wobei im Falle der Verwendung von Strom der Verg&uuml;tungsanspruch mit der Entnahme des Stroms aus dem Versorgungsnetz entsteht, die regelm&auml;&szlig;ig mit dem Verbrauch des Stroms zusammenf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach den von der Kl&auml;gerin nicht angegriffenen Feststellungen des FG, die f&uuml;r den erkennenden Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend sind, hat die GmbH den von ihr bezogenen Strom im Jahr 2010 zu betrieblichen Zwecken dem Netz entnommen und verwendet. Demnach begann die einj&auml;hrige Festsetzungsfrist des &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO nach &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;1 AO mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2010 und endete mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2011. Im Mai 2012, in dem die Kl&auml;gerin nach der Verschmelzung als Rechtsnachfolgerin der GmbH hinsichtlich des von dieser im Zeitraum von Januar bis August 2010 verbrauchten Stroms einen Verg&uuml;tungsantrag gestellt hat, war demnach die Festsetzungsfrist im Zeitpunkt der Antragstellung bereits abgelaufen, so dass der f&uuml;r diesen Zeitraum geltend gemachte Entlastungsanspruch infolge des Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung nach &sect;&nbsp;47 AO erloschen ist. Dar&uuml;ber hinaus war auch die in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 StromStV normierte Antragsfrist abgelaufen, deren Festlegung der Verfahrensvereinfachung dient (&sect;&nbsp;11 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;10 StromStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. In dem fristgerecht gestellten Antrag vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2011 sind die von der GmbH im Abrechnungszeitraum entnommenen Strommengen nicht ausgewiesen, wie dies von &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 StromStV verlangt wird. Ausdr&uuml;cklich weist die Kl&auml;gerin in ihrem Antrag vom 3.&nbsp;Mai 2012 darauf hin, dass im bisher gestellten Antrag weder die Strommengen noch die entrichteten Rentenversicherungsbeitr&auml;ge der GmbH ber&uuml;cksichtigt worden sind; dies werde mit dem Antrag nachgeholt. Da die Verschmelzung der GmbH mit der Kl&auml;gerin im September 2010 in das Handelsregister eingetragen und somit wirksam geworden ist, w&auml;re es f&uuml;r die Kl&auml;gerin als Rechtsnachfolgerin der GmbH noch m&ouml;glich gewesen, vor Ablauf des Jahres 2011 einen fristgerechten Verg&uuml;tungsantrag f&uuml;r die von der GmbH verbrauchten Strommengen zu stellen. Von dieser M&ouml;glichkeit hat sie jedoch keinen Gebrauch gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Kl&auml;gerin die in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 StromStV festgelegte Antragsfrist nicht eingehalten und auch keine Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand geltend gemacht hat, kann offen bleiben, ob es sich bei der Antragsfrist um eine Verfahrensfrist oder Ausschlussfrist handelt. Auch bedarf es keiner Entscheidung dar&uuml;ber, ob im Streitfall &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;3 AO Anwendung finden k&ouml;nnte und ob es sich beim Antrag vom 3.&nbsp;Mai 2012 um einen Erst- oder &Auml;nderungsantrag handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.9.2017, VII R 26\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.260917.VIIR26.16.0 Keine nachtr&auml;gliche &Auml;nderung der Stromsteuerfestsetzung bei Vers&auml;umung der Antragsfrist Leits&auml;tze 1. Die Festsetzungsfrist f&uuml;r einen Entlastungsanspruch nach &sect; 10 Abs. 1 StromStG beginnt mit Ablauf desjenigen Jahres, in dem der Anspruch durch die steuerbeg&uuml;nstigte Verwendung des Stroms zu betrieblichen Zwecken entstanden ist. 2. Wird eine im Abrechnungszeitraum entnommene &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-26-16-keine-nachtraegliche-aenderung-der-stromsteuerfestsetzung-bei-versaeumung-der-antragsfrist\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;26\/16 &#8211; Keine nachtr&auml;gliche &Auml;nderung der Stromsteuerfestsetzung bei Vers&auml;umung der Antragsfrist<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67956","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67956","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67956"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67956\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67956"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67956"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67956"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}