{"id":67958,"date":"2017-11-09T10:36:14","date_gmt":"2017-11-09T08:36:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67958"},"modified":"2017-11-09T10:36:14","modified_gmt":"2017-11-09T08:36:14","slug":"iv-b-57-17-adv-eines-steuerbescheids-bei-einer-nichtigkeits-und-restitutionsklage-statthaftigkeit-einer-beschwerde-bei-adv-der-gerichtskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-57-17-adv-eines-steuerbescheids-bei-einer-nichtigkeits-und-restitutionsklage-statthaftigkeit-einer-beschwerde-bei-adv-der-gerichtskosten\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;57\/17 &#8211; AdV eines Steuerbescheids bei einer Nichtigkeits- und Restitutionsklage, Statthaftigkeit einer Beschwerde bei AdV der Gerichtskosten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.9.2017, IV B 57\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.260917.IVB57.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">AdV eines Steuerbescheids bei einer Nichtigkeits- und Restitutionsklage, Statthaftigkeit einer Beschwerde bei AdV der Gerichtskosten<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 28. Juli 2017&nbsp;&nbsp;6 V 1699\/16 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Antragsteller zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das Finanzgericht (FG) Baden-W&uuml;rttemberg hat mit Urteil vom 21.&nbsp;April 2015&nbsp; 6&nbsp;K&nbsp;883\/14 die Klage der V&nbsp;KG, mit der diese sich gegen die Zurechnung von Kapitaleink&uuml;nften wandte, als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Die Revision lie&szlig; das FG nicht zu. Die dagegen vom Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) als Rechtsnachfolger der V&nbsp;KG eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde hat der erkennende Senat mit Beschluss vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2016 IV&nbsp;B&nbsp;94\/15 als unzul&auml;ssig verworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Mai 2016 erhob der Antragsteller beim FG gegen das Urteil vom 21.&nbsp;April 2015 Nichtigkeits- und Restitutionsklage (Az.&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1615\/16). &Uuml;ber die Klage hat das FG noch nicht entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 7.&nbsp;Juni 2016 beantragte der Antragsteller, die Vollziehung und Vollstreckung des Urteils vom 21.&nbsp;April 2015&nbsp; 6&nbsp;K&nbsp;883\/14 bis zur rechtskr&auml;ftigen Entscheidung &uuml;ber die erhobene Nichtigkeits- und Restitutionsklage auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 28.&nbsp;Juli 2017 hat das FG den Antrag abgelehnt. Die Beschwerde an den Bundesfinanzhof (BFH) lie&szlig; es nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich der Antragsteller mit der Beschwerde. Diese sei ungeachtet der Nichtzulassung durch das FG statthaft, da &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) im Streitfall nicht einschl&auml;gig sei. Im &Uuml;brigen sei die Beschwerde auch begr&uuml;ndet und die Aussetzung der Vollziehung (AdV) des Urteils vom 21.&nbsp;April 2015 zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beantragt,<br \/>die Beschwerde als unzul&auml;ssig zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde des Antragstellers ist unzul&auml;ssig und daher durch Beschluss zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat legt das Antragsbegehren des Antragstellers dahin aus, dass dieser entgegen dem w&ouml;rtlichen Antrag nicht die AdV des Urteils vom 21.&nbsp;April 2015&nbsp; 6&nbsp;K&nbsp;883\/14 (im Weiteren FG-Urteil), sondern die AdV des Bescheids &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 2008 und des Gewerbesteuermessbescheids f&uuml;r 2008 jeweils vom 10.&nbsp;Februar 2015 begehrt. Grundlage der Vollziehung bzw. Vollstreckung einer Steuerschuld ist allein der Steuerbescheid. Dies gilt auch, wenn dieser nach dessen Anfechtung durch ein rechtskr&auml;ftiges Urteil best&auml;tigt worden ist (Schwarz in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;150 FGO Rz&nbsp;17; Beermann in HHSp, &sect;&nbsp;249 AO Rz&nbsp;18). Die Vollstreckung aus dem Steuerbescheid erfolgt ausschlie&szlig;lich nach den Regelungen der &sect;&sect;&nbsp;249&nbsp;ff. der Abgabenordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Aussetzung der Vollziehung bzw. Vollstreckung aus dem Urteil kommt nur hinsichtlich der darin enthaltenen Kostenentscheidung in Betracht (Schwarz in HHSp, &sect;&nbsp;150 FGO Rz&nbsp;11). Dass der Antragsteller sich gegen den Kostenansatz in dem FG-Urteil wendet, ist seiner Antragsbegr&uuml;ndung nicht zu entnehmen. Vielmehr f&uuml;hrt er eingangs seiner Antragsbegr&uuml;ndung aus, dass der Antrag auf AdV des FG-Urteils 6&nbsp;K&nbsp;883\/14 wegen beabsichtigter Einleitung von Vollstreckungsma&szlig;nahmen der Stadt, welche nunmehr erkl&auml;rterma&szlig;en die Rechtskraft der Hauptsache abwarten wolle, und des FA, welches die Hauptsache nicht abwarten wolle, gestellt worden sei. Daraus folgt, dass das Begehren des Antragstellers ausschlie&szlig;lich darauf gerichtet ist, die Vollziehung der mit der Klage angefochtenen Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen und den Gewerbesteuermessbetrag auszusetzen bzw. die Vollstreckung daraus zu verhindern. Mit der beim FG erhobenen Nichtigkeits- und Restitutionsklage begehrt der Antragsteller die Wiederaufnahme des durch das rechtskr&auml;ftige Urteil des FG vom 21.&nbsp;April 2015&nbsp; 6&nbsp;K&nbsp;883\/14 abgeschlossenen finanzgerichtlichen Verfahrens. Ziel dieser Klage ist es, die Rechtskraft dieses Urteils und damit ebenfalls die Bestandskraft der angefochtenen Steuerbescheide zu beseitigen, um Letztere im Hinblick auf ihre materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer erneuten gerichtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung zug&auml;nglich zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Davon ausgehend ist die Beschwerde gegen den AdV-Beschluss des FG nicht statthaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die AdV des Bescheids &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 2008 und des Gewerbesteuermessbescheids f&uuml;r 2008 jeweils vom 10.&nbsp;Februar 2015 richtet sich nach &sect;&nbsp;69 FGO. Dies gilt ebenso, wenn der Antrag auf AdV erstmals oder erneut w&auml;hrend der Anh&auml;ngigkeit einer Nichtigkeits- und Restitutionsklage gestellt wird, mit der der Antragsteller die Beseitigung des Urteils, mit dem die zur Vollstreckung anstehenden Steuerbescheide gerichtlich best&auml;tigt worden sind, begehrt. Soweit der Senat in dem Beschluss vom 12.&nbsp;August 1966 IV&nbsp;B&nbsp;6\/66 (BFHE 86, 544, BStBl III 1966, 596) die Auffassung vertreten hat, dass ein w&auml;hrend eines Wiederaufnahmeverfahrens gestellter Antrag auf AdV der gerichtlich best&auml;tigten Steuerbescheide in &sect;&nbsp;150 Satz&nbsp;3 FGO geregelt sei, h&auml;lt er daran nicht mehr fest (ebenso BFH-Beschluss vom 9.&nbsp;November 1976 VII&nbsp;B&nbsp;47\/76, BFHE 120, 162, BStBl II 1977, 49).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gegen die Entscheidung eines FG &uuml;ber die AdV nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 FGO ist die Beschwerde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 Satz 1 FGO nur statthaft, wenn sie vom FG zugelassen worden ist (vgl. dazu BFH-Beschl&uuml;sse vom 14.&nbsp;August 2013 III&nbsp;B&nbsp;49\/13, m.w.N.). Das FG hat die Beschwerde vorliegend indes nicht zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im &Uuml;brigen ist der Antrag auf AdV bereits deshalb nicht statthaft, weil es an den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 FGO fehlt. Nachdem der BFH bereits mit Beschluss vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2016 IV&nbsp;S&nbsp;15\/15 &uuml;ber einen Antrag auf AdV des Antragstellers entschieden hat, w&auml;re ein erneuter Antrag auf AdV nur unter denjenigen Voraussetzungen statthaft, unter denen nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 FGO eine &Auml;nderung jener Entscheidung verlangt werden k&ouml;nnte. Nach dieser Regelung kann der Beteiligte die &Auml;nderung oder Aufhebung des Beschlusses lediglich wegen ver&auml;nderter oder im urspr&uuml;nglichen Verfahren ohne Verschulden nicht geltend gemachter Umst&auml;nde beantragen. Solche Umst&auml;nde liegen nach Aktenlage im Hinblick auf die auch im vorliegenden summarischen Verfahren zu pr&uuml;fenden ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Steuerbescheide nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Sollte sich der Antrag auf AdV ungeachtet der Begr&uuml;ndung auch auf die Vollstreckung der Kosten beziehen, die dem Antragsteller in dem Urteil vom 21.&nbsp;April 2015&nbsp; 6&nbsp;K&nbsp;883\/14 auferlegt worden sind, w&auml;re die Beschwerde gegen den ablehnenden Beschluss des FG auch insoweit nicht statthaft. Denn eine Beschwerde gegen einen ablehnenden Beschluss des FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;150 Satz&nbsp;3 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;69 FGO ist ebenfalls nur statthaft, wenn die Beschwerde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO zugelassen wird (ebenso Bergkemper in HHSp, &sect;&nbsp;128 FGO Rz&nbsp;109).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar hatte der BFH die Beschwerde gegen einen Beschluss des FG, mit dem dieses die AdV des Urteils bis zur rechtskr&auml;ftigen Entscheidung &uuml;ber eine Restitutionsklage abgelehnt hatte, als statthaft erachtet, obwohl das FG die Beschwerde nach Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs (BFHEntlG) nicht zugelassen hatte. Dies mit der Begr&uuml;ndung, der Verweis in &sect;&nbsp;150 Satz&nbsp;3 FGO beziehe sich nicht auf die in Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 BFHEntlG geregelte Zulassungsbeschr&auml;nkung einer Beschwerde gegen einen FG-Beschluss nach &sect;&nbsp;69 FGO (BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Juli 1989 V&nbsp;B&nbsp;41\/87, BFH\/NV 1990, 644). Diese Entscheidung ist allerdings nach der Einf&uuml;hrung des &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO durch das FGO-&Auml;nderungsgesetz (FGO&Auml;ndG) vom 21.&nbsp;Dezember 1992 (BGBl I 1992, 2109) &uuml;berholt. Denn der Gesetzgeber hat in Kenntnis der vorgenannten Rechtsprechung gleichwohl die Statthaftigkeit der Beschwerde gegen einen Beschluss gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;69 FGO wiederum ohne Ausnahme von einer Zulassungsentscheidung des FG abh&auml;ngig gemacht. Dem Gesetzgeber ging es mit der Neuregelung des &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 FGO um eine weitgehende Entlastung des BFH, da die Zahl der Eing&auml;nge st&auml;ndig zugenommen hatte und die finanzgerichtlichen Verfahren beschleunigt werden sollten (s. dazu Gesetzentwurf der Bundesregierung vom 14.&nbsp;August 1991, BTDrucks 12\/1061, S.&nbsp;1 und 24). Dass die Beschwerde gegen einen Beschluss &uuml;ber die AdV der dem Steuerpflichtigen in dem finanzgerichtlichen Urteil auferlegten Kosten auch ohne Zulassung des FG statthaft sein soll, widerspricht diesem Gesetzeszweck. Dies auch deshalb, weil der &Uuml;berpr&uuml;fung eines Beschlusses &uuml;ber die Ablehnung der AdV wegen der Kosten eines finanzgerichtlichen Verfahrens gegen&uuml;ber der &Uuml;berpr&uuml;fung eines Beschlusses &uuml;ber die Ablehnung der AdV wegen der Vollstreckung aus dem Steuerbescheid &#8211;insbesondere aus Sicht des rechtsschutzsuchenden Steuerpflichtigen&#8211; regelm&auml;&szlig;ig eine erheblich geringere Bedeutung zukommt und schon aus diesem Grund eine voraussetzungslose h&ouml;chstrichterliche &Uuml;berpr&uuml;fung nicht geboten ist. Diese W&uuml;rdigung wird auch durch die ebenfalls durch das FGO&Auml;ndG eingef&uuml;hrte Regelung des &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;4 FGO best&auml;tigt, wonach in Streitigkeiten &uuml;ber die Kosten eine Beschwerde generell ausgeschlossen ist. H&auml;lt der Gesetzgeber in Streitigkeiten &uuml;ber die Kosten eine Beschwerde grunds&auml;tzlich nicht f&uuml;r erforderlich, spricht dies auch daf&uuml;r, dass eine Beschwerde &uuml;ber die Ablehnung der AdV dieser Kosten nicht ohne die Beschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO statthaft sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat kann &uuml;ber die vorliegende Beschwerde entscheiden, obwohl das FG nicht zuvor gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;130 Abs.&nbsp;1 FGO durch f&ouml;rmlichen Beschluss &uuml;ber deren Abhilfe entschieden hat. Da wegen der Unzul&auml;ssigkeit der Beschwerde keine Abhilfe m&ouml;glich ist, steht der Abgabe an das FG und einer nochmaligen Vorlage an den BFH der Grundsatz der Prozess&ouml;konomie entgegen (vgl. BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Februar 2014 XI&nbsp;B&nbsp;140\/13, Rz&nbsp;14, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.9.2017, IV B 57\/17ECLI:DE:BFH:2017:B.260917.IVB57.17.0 AdV eines Steuerbescheids bei einer Nichtigkeits- und Restitutionsklage, Statthaftigkeit einer Beschwerde bei AdV der Gerichtskosten Tenor Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 28. Juli 2017&nbsp;&nbsp;6 V 1699\/16 wird als unzul&auml;ssig verworfen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Antragsteller zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-57-17-adv-eines-steuerbescheids-bei-einer-nichtigkeits-und-restitutionsklage-statthaftigkeit-einer-beschwerde-bei-adv-der-gerichtskosten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;B&nbsp;57\/17 &#8211; AdV eines Steuerbescheids bei einer Nichtigkeits- und Restitutionsklage, Statthaftigkeit einer Beschwerde bei AdV der Gerichtskosten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67958","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67958","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67958"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67958\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67958"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67958"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67958"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}