{"id":68027,"date":"2017-12-01T10:09:20","date_gmt":"2017-12-01T08:09:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68027"},"modified":"2017-12-01T10:09:20","modified_gmt":"2017-12-01T08:09:20","slug":"i-r-82-15-nacherhebung-der-lohnsteuer-bei-beschraenkt-steuerpflichtigen-arbeitnehmern-rueckfallklausel-in-art-16-abs-1-dba-suedafrika-1973","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-82-15-nacherhebung-der-lohnsteuer-bei-beschraenkt-steuerpflichtigen-arbeitnehmern-rueckfallklausel-in-art-16-abs-1-dba-suedafrika-1973\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;82\/15 &#8211; Nacherhebung der Lohnsteuer bei beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern; R&uuml;ckfallklausel in Art. 16 Abs. 1 DBA-S&uuml;dafrika 1973"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, I R 82\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IR82.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Nacherhebung der Lohnsteuer bei beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern; R&uuml;ckfallklausel in Art. 16 Abs. 1 DBA-S&uuml;dafrika 1973<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Bei der Durchf&uuml;hrung des Lohnsteuerabzugs beschr&auml;nkt steuerpflichtiger Arbeitnehmer ersetzt die Freistellungsbescheinigung nach &sect; 39b Abs. 6 EStG aufgrund des Verweises in &sect; 39d Abs. 3 Satz 4 Halbsatz 1 EStG auf &sect; 41c EStG und &sect; 39b Abs. 6 EStG die Bescheinigung nach &sect; 39d Abs. 1 Satz 3 EStG und gilt nach &sect; 39d Abs. 3 Satz 4 Halbsatz 2 EStG als Lohnsteuerkarte. Soweit &sect; 39 Abs. 3b Satz 4 EStG ausdr&uuml;cklich anordnet, dass Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte als gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen i.S. des &sect; 179 AO anzusehen sind, ist damit &uuml;ber den Verweis in &sect; 39d Abs. 3 Satz 4 EStG auch f&uuml;r die Ausstellung oder &Auml;nderung einer Bescheinigung im Verfahren des &sect; 39d EStG die Korrekturvorschrift des &sect; 164 Abs. 2 AO er&ouml;ffnet.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Art. 16 Abs. 1 DBA-S&uuml;dafrika 1973 bestimmt, dass Ruhegeh&auml;lter und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen in Deutschland der Besteuerung unterworfen werden d&uuml;rfen und damit dem Lohnsteuerabzug nach &sect; 39d i.V.m. &sect; 50 Abs. 1 Satz 4 EStG unterliegen, wenn das ausgezahlte Altersruhegeld in S&uuml;dafrika (tats&auml;chlich) nicht besteuert wird, d.h. S&uuml;dafrika sein bestehendes Besteuerungsrecht nicht aus&uuml;bt (Best&auml;tigung Senatsbeschl&uuml;sse vom 24. Oktober 2012 I B 47\/12, BFH\/NV 2013, 196, und vom 13. Oktober 2015 I B 68\/14, BFH\/NV 2016, 558; Anschluss an Senatsurteil vom 17. Oktober 2007 I R 96\/06, BFHE 219, 534, BStBl II 2008, 953 zu Art. 24 Abs. 3 Buchst. a DBA-Italien 1989 und Abschn. 16 Buchst. d Prot. DBA-Italien 1989).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 6. Oktober 2015&nbsp;&nbsp;8 K 8061\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) befindet sich seit 1.&nbsp;Januar 2009 im Ruhestand und ist seit diesem Zeitpunkt in S&uuml;dafrika ans&auml;ssig. Er war zuvor Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer beim B&nbsp;e.V., von dem er ein monatliches Altersruhegeld bezieht. Er teilte dem B&nbsp;e.V. am 25.&nbsp;M&auml;rz 2009 unter Berufung auf seine Abmeldung nach S&uuml;dafrika und Beif&uuml;gung einer sog. Lebendbescheinigung f&uuml;r die deutsche Rentenversicherung sowie eines Schreibens der s&uuml;dafrikanischen Finanzaufsicht (South African Revenue Services &#8211;SARS&#8211;) zur Besteuerung ausl&auml;ndischer Pensionen mit, dass er nach dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik S&uuml;dafrika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen vom 25.&nbsp;Januar 1973 (BGBl II 1974, 1186, BStBl I 1974, 851) &#8211;DBA-S&uuml;dafrika 1973&#8211; in S&uuml;dafrika veranlagt werde und in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) mit seinem Einkommen nicht mehr steuerpflichtig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bescheinigte dem B&nbsp;e.V. daraufhin am 4.&nbsp;Mai 2009 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;39d i.V.m. &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Jahr 2009 geltenden Fassung (EStG), dass der Arbeitslohn des Antragstellers als beschr&auml;nkt Steuerpflichtiger nach &sect;&nbsp;39d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;39b Abs.&nbsp;6 EStG und Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 DBA-S&uuml;dafrika 1973 f&uuml;r den Zeitraum vom 1.&nbsp;Januar 2009 bis 31.&nbsp;Dezember 2011 nicht dem Steuerabzug unterliege, wenn die unter Nr.&nbsp;14 der Freistellungsbescheinigung genannten Voraussetzungen (ganzj&auml;hrige Ans&auml;ssigkeit in S&uuml;dafrika) vorl&auml;gen. Diese Bescheinigung sollte vom 1.&nbsp;Januar 2009 bis zum 31.&nbsp;Dezember 2011 gelten, wenn sie nicht widerrufen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der B&nbsp;e.V. zahlte dem Kl&auml;ger daraufhin die Ruhebez&uuml;ge aus, ohne Lohnsteuer einzubehalten. Dieser erkl&auml;rte gegen&uuml;ber der s&uuml;dafrikanischen Finanzaufsicht SARS seine ausl&auml;ndischen Ruhebez&uuml;ge, die jedoch in S&uuml;dafrika nicht besteuert wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA widerrief am 20.&nbsp;September 2011 die Freistellungsbescheinigung vom 4.&nbsp;Mai 2009 gegen&uuml;ber dem B&nbsp;e.V. und erteilte gleichzeitig f&uuml;r die Jahre 2009 bis 2011 ge&auml;nderte Bescheinigungen f&uuml;r den Steuerabzug nach Steuerklasse&nbsp;I. Es vertrat die Auffassung, dass nach Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 DBA-S&uuml;dafrika 1973 von einer Besteuerung in Deutschland nur dann abzusehen sei, wenn die Eink&uuml;nfte nachweislich in S&uuml;dafrika versteuert wurden. Der Kl&auml;ger wandte sich daraufhin mit Schreiben vom 26.&nbsp;September 2011 an das FA und beantragte, den Widerruf der Freistellungsbescheinigung zur&uuml;ckzunehmen. Dies lehnte das FA mit Schreiben vom 12.&nbsp;Oktober 2011 ab. Es erlie&szlig; gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger am 12.&nbsp;Oktober 2011 Lohnsteuernachforderungsbescheide f&uuml;r die Jahre 2009, 2010 und 2011 nach &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger legte sowohl gegen die Ablehnung, den Widerruf der Freistellungsbescheinigung zur&uuml;ckzunehmen, als auch gegen die Lohnsteuernachforderungsbescheide Einspruch ein. Dieser war insoweit erfolgreich, als die Nachforderungsbescheide um die vom B&nbsp;e.V. &#8211;nach dem Widerruf der Freistellungsbescheinigung&#8211; einbehaltenen und abgef&uuml;hrten Lohnsteuerbetr&auml;ge reduziert wurden; im &Uuml;brigen blieb der Einspruch erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen erhobenen Klage machte der Kl&auml;ger im Wesentlichen geltend, dass nach Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 DBA-S&uuml;dafrika 1973 die Ruhegeh&auml;lter nur in S&uuml;dafrika besteuert werden k&ouml;nnten. Die Eink&uuml;nfte unterl&auml;gen dort der Besteuerung, seien jedoch steuerbefreit. Mit Urteil vom 6.&nbsp;Oktober 2015&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;8061\/13 (ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2016, 544) hat das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg die Klage als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seine Revision st&uuml;tzt der Kl&auml;ger auf eine Verletzung materiellen Rechts. Er beantragt sinngem&auml;&szlig;, das FG-Urteil aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber den Widerruf der Freistellungsbescheinigung vom 20.&nbsp;September 2011 sowie die Bescheide &uuml;ber die Festsetzung von Lohnsteuer betreffend die Jahre 2009 bis 2011 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Februar 2013 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass die Nachforderungsbescheide &uuml;ber Lohnsteuer und S&auml;umniszuschl&auml;ge 2009, 2010 und 2011 rechtm&auml;&szlig;ig ergangen sind. Entsprechend war auch der &quot;Widerruf&quot; der Freistellungsbescheinigung rechtm&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG hat das Finanzamt zu wenig erhobene Lohnsteuer vom Arbeitnehmer nachzufordern, wenn der nachzufordernde Betrag 10&nbsp;EUR &uuml;bersteigt. &quot;Zu wenig&quot; Lohnsteuer wird erhoben, wenn nach &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG u.a. der Arbeitgeber die Lohnsteuer nach &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 EStG nicht nachtr&auml;glich einbeh&auml;lt und dies dem Betriebsst&auml;ttenfinanzamt unverz&uuml;glich angezeigt wird. Diese Voraussetzungen liegen im Streitfall &#8211;wie das FG im Ergebnis zutreffend entschieden hat&#8211; vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG ist der Arbeitgeber berechtigt, noch nicht erhobene Lohnsteuer nachtr&auml;glich einzubehalten, wenn ihm der Arbeitnehmer eine Lohnsteuerkarte mit r&uuml;ckwirkenden Eintragungen vorlegt (Nr.&nbsp;1), oder wenn er erkennt, dass er die Lohnsteuer nicht vorschriftsm&auml;&szlig;ig einbehalten hat (Nr.&nbsp;2). &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG erfasst dabei zumindest in seiner Nr.&nbsp;1 aufgrund der Bezugnahme auf die Eintragungen in der Lohnsteuerkarte unmittelbar nur die &Auml;nderung des Lohnsteuerabzugs f&uuml;r unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Arbeitnehmer. &Uuml;ber die Verweisung in &sect;&nbsp;39d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG ergibt sich jedoch, dass &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG entsprechend dem ihm zugrunde liegenden Gedanken der nachtr&auml;glichen Korrektur eines fehlerhaften Lohnsteuerabzugs auch beim Lohnsteuerabzug f&uuml;r beschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer anzuwenden ist. Im Streitfall kann letztlich offen bleiben, ob sich aufgrund der f&uuml;r die Jahre 2009 bis 2011 ge&auml;nderten Bescheinigungen f&uuml;r den Steuerabzug eine Berechtigung des B&nbsp;e.V. zur &Auml;nderung des Lohnsteuerabzugs aus &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG direkt oder aus &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG in entsprechender Anwendung ergibt, denn jedenfalls soll &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG auch bei beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen die nachtr&auml;gliche, r&uuml;ckwirkende Korrektur der Lohnsteuerabzugsmerkmale erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Berechtigung des Arbeitgebers zur Nacherhebung der Lohnsteuer &#8211;als Voraussetzung f&uuml;r die Nacherhebung beim Arbeitnehmer nach &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG&#8211; h&auml;ngt jedoch in jedem Fall davon ab, ob das FA die Rechtswirkungen der nach &sect;&nbsp;39b Abs.&nbsp;6 EStG erteilten Freistellungsbescheinigung r&uuml;ckwirkend beseitigen konnte. Konnte es dies nicht, liegt entweder keine r&uuml;ckwirkende Eintragung i.S. des &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG oder kein nicht vorschriftsm&auml;&szlig;iger Einbehalt i.S. des &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit die Vorinstanz unter Berufung auf das Senatsurteil vom 28.&nbsp;August 1991 I&nbsp;R&nbsp;3\/89 (BFHE 165, 404, BStBl II 1992, 107) die Auffassung vertritt, dass einer Inanspruchnahme des Kl&auml;gers nach &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG die dem B&nbsp;e.V. erteilte Freistellungsbescheinigung nicht entgegensteht, vermag dem der Senat nicht zu folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auffassung der Vorinstanz beruht offenbar auf einer Fehlinterpretation der Senatsentscheidung in BFHE 165, 404, BStBl II 1992, 107. Der Senat hatte dort entschieden, dass wie im Fall einer dem Arbeitgeber erteilten Anrufungsauskunft nach &sect;&nbsp;42e EStG auch bei einer dem Arbeitgeber erteilten Freistellungsbescheinigung die Bindungswirkung personenbezogen zu verstehen sei. Die Finanzbeh&ouml;rde sei daher nicht gehindert, gegen&uuml;ber dem Arbeitnehmer einen anderen ung&uuml;nstigeren Rechtsstandpunkt zu vertreten als im Auskunftsverfahren gegen&uuml;ber dem Arbeitgeber. Die Vorinstanz l&auml;sst, indem sie sich diese Grunds&auml;tze zu Eigen macht und auf den Urteilsfall anwendet, allerdings unber&uuml;cksichtigt, dass die Nacherhebung der Lohnsteuer vom Arbeitnehmer in &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG tatbestandlich &#8211;nach der hier allein einschl&auml;gigen 1.&nbsp;Alternative des Satzes&nbsp;1&#8211; vom Vorliegen eines Falles des &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG abh&auml;ngig gemacht wird, d.h. der Arbeitgeber berechtigt sein m&uuml;sste, die Lohnsteuer nachtr&auml;glich einzubehalten, dies aber nicht tut. Damit kommt es aber nicht &#8211;wie von der Vorinstanz angenommen&#8211; darauf an, ob eine dem Arbeitgeber erteilte Freistellungsbescheinigung gegen&uuml;ber dem Arbeitnehmer Bindungswirkung entfaltet oder nicht. Es kommt vielmehr allein darauf an, ob der Arbeitgeber nach &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG berechtigt w&auml;re, noch nicht erhobene Lohnsteuer nachtr&auml;glich einzubehalten. Die Berechtigung des Arbeitgebers zum nachtr&auml;glichen Einbehalt h&auml;ngt aber wiederum im Streitfall davon ab, ob eine Freistellungsbescheinigung besteht oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nichts anderes ergibt sich aus dem Senatsurteil vom 13.&nbsp;M&auml;rz 1985 I&nbsp;R&nbsp;86\/80 (BFHE 143, 455, BStBl II 1985, 500). Soweit der Senat dort entschieden hat, dass eine Freistellungsbescheinigung, die dem Arbeitgeber gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;39b Abs.&nbsp;6 EStG f&uuml;r Zwecke des Lohnsteuerabzuges erteilt worden ist, keine Bindungswirkung im Verh&auml;ltnis zum Arbeitnehmer entfaltet, betrifft diese Entscheidung nicht den Streitfall. Zum einen wird in dieser Entscheidung nur das Verh&auml;ltnis zwischen Lohnsteuerabzug und Einkommensteuerveranlagung des Arbeitnehmers angesprochen. Zum anderen bleibt wiederum die Ankn&uuml;pfung des &sect;&nbsp;41c Abs.&nbsp;4 EStG an die tatbestandlichen Voraussetzungen f&uuml;r einen nachtr&auml;glichen Lohnsteuereinbehalt durch den Arbeitgeber unber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Ergebnis zutreffend ist die Vorinstanz aber davon ausgegangen, dass die Freistellungsbescheinigung nach &sect;&nbsp;39b Abs.&nbsp;6 EStG im Urteilsfall r&uuml;ckwirkend ge&auml;ndert werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem in &sect;&nbsp;39d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 Halbsatz&nbsp;1 EStG f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung des Lohnsteuerabzugs bei beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern enthaltenen Verweis auf &sect;&nbsp;41c EStG und auf &sect;&nbsp;39b Abs.&nbsp;6 EStG ist zu entnehmen, dass die Bescheinigung nach &sect;&nbsp;39b Abs.&nbsp;6 EStG die sonst im Verfahren f&uuml;r beschr&auml;nkt steuerpflichtige Arbeitnehmer nach &sect;&nbsp;39d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG auf Antrag des Arbeitnehmers auszustellende Bescheinigung ersetzt und damit nach &sect;&nbsp;39d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 Halbsatz&nbsp;2 EStG als Lohnsteuerkarte gilt. Soweit &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;3b Satz&nbsp;4 EStG ausdr&uuml;cklich anordnet, dass Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte als gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen i.S. des &sect;&nbsp;179 der Abgabenordnung (AO), die unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehen, anzusehen sind, muss dies &uuml;ber den Verweis in &sect;&nbsp;39d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG auch f&uuml;r die Ausstellung oder &Auml;nderung einer Bescheinigung im Verfahren des &sect;&nbsp;39d EStG f&uuml;r beschr&auml;nkt steuerpflichtige Arbeitnehmer gelten. Demgem&auml;&szlig; konnte die Freistellungsbescheinigung im Streitfall nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO aufgehoben und ge&auml;ndert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den insoweit abweichenden Meinungen in der Literatur, die sich ausdr&uuml;cklich auf das Fehlen einer &sect;&sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;3b Satz&nbsp;4, 39a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG entsprechenden Regelung in &sect;&nbsp;39b Abs.&nbsp;6 EStG berufen (Becht in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;39b EStG Rz&nbsp;66; dezidiert Trzaskalik in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;39b Rz&nbsp;G&nbsp;4), vermag der Senat angesichts der dargestellten Verweisungstechnik des Gesetzes nicht zu folgen. Demgem&auml;&szlig; verbietet sich auch ein R&uuml;ckgriff auf die Erw&auml;gungen des Senats zur Freistellungsbescheinigung nach &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG (Senatsurteil vom 11.&nbsp;Oktober 2000 I&nbsp;R&nbsp;34\/99, BFHE 193, 336, BStBl II 2001, 291; a.A. Becht in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;39b EStG Rz&nbsp;66).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Best&auml;tigt wird dieses Ergebnis durch die mit dem Gesetz zur Umsetzung der Beitreibungsrichtlinie sowie zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften (Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz) vom 7.&nbsp;Dezember 2011 (BGBl I 2011, 2592, BStBl I 2011, 1171) ab dem Veranlagungszeitraum 2012 (EStG n.F.) beschlossene Neufassung des &sect;&nbsp;39 EStG. Darin wird in &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG n.F. ausdr&uuml;cklich geregelt, dass die Bildung von Lohnsteuerabzugsmerkmalen &#8211;hierunter f&auml;llt nach &sect;&nbsp;39a Abs.&nbsp;4 EStG n.F. i.V.m. &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;4 EStG n.F. auch der Freibetrag f&uuml;r beschr&auml;nkt steuerpflichtige Arbeitnehmer&#8211; eine gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen i.S. des &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;1 AO ist, die unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Schlie&szlig;lich steht Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 DBA-S&uuml;dafrika 1973 einer Nachforderung der Lohnsteuer bei dem Kl&auml;ger nicht entgegen. Da das Altersruhegeld nach den insoweit bindenden Feststellungen der Vorinstanz (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) in S&uuml;dafrika nicht besteuert wurde, d&uuml;rfen die Zahlungen in Deutschland der Besteuerung unterworfen werden und unterliegen damit dem Lohnsteuerabzug nach &sect;&nbsp;39d i.V.m. &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 DBA-S&uuml;dafrika 1973 bestimmt, dass Ruhegeh&auml;lter und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen, die einer in einem Vertragsstaat ans&auml;ssigen Person f&uuml;r fr&uuml;here unselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit gezahlt werden, &quot;nur&quot; im Ans&auml;ssigkeitsstaat besteuert werden k&ouml;nnen, wenn diese Eink&uuml;nfte im Ans&auml;ssigkeitsstaat &quot;der Besteuerung unterliegen&quot;. Die Regelung ordnet damit zwar ausdr&uuml;cklich an, dass &quot;nur&quot; der Ans&auml;ssigkeitsstaat &quot;Ruhegeh&auml;lter und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen&quot; besteuern darf. Dies wird aber unter den Vorbehalt gestellt, dass diese Eink&uuml;nfte im Ans&auml;ssigkeitsstaat auch &quot;der Besteuerung unterliegen&quot;. Im Umkehrschluss ist Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 DBA-S&uuml;dafrika 1973 mithin die Aussage zu entnehmen, dass der Quellenstaat &#8211;soweit dieser Vorbehalt nicht erf&uuml;llt ist&#8211; diese Eink&uuml;nfte besteuern darf. Der Senat hat hierzu in einem Verfahren zur Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes sowie in einem Verfahren wegen Nichtzulassung der Revision bereits entschieden, dass bei fehlender tats&auml;chlicher Besteuerung, d.h. der Nichtaus&uuml;bung eines bestehenden Besteuerungsrechts im Ans&auml;ssigkeitsstaat, dem Quellenstaat das Besteuerungsrecht zusteht (Senatsbeschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Oktober 2012 I&nbsp;B&nbsp;47\/12, BFH\/NV 2013, 196; vom 13.&nbsp;Oktober 2015 I&nbsp;B&nbsp;68\/14, BFH\/NV 2016, 558). Daran ist auch f&uuml;r den Streitfall festzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine andere Auslegung gebieten &#8211;entgegen der Revision&#8211; weder Sinn noch Zweck der Regelung. Insbesondere in seiner Entscheidung I&nbsp;R&nbsp;158\/90 zum DBA-Kanada 1981 (Urteil vom 5.&nbsp;Februar 1992 I&nbsp;R&nbsp;158\/90, BFHE 167, 496, BStBl II 1992, 660 zu Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 DBA-Kanada 1981) hat der Senat herausgestellt, dass die R&uuml;ckfallklausel im Methodenartikel des Abkommens zum Ziel hat, nicht mehr die sog. virtuelle Doppelbesteuerung, sondern nur die tats&auml;chliche Doppelbesteuerung zu vermeiden (dort Rz&nbsp;20). Obwohl Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;3 DBA-Kanada 1981 lediglich danach fragt, ob Eink&uuml;nfte &quot;im anderen Vertragsstaat besteuert werden&quot;, hat der Senat ma&szlig;gebend auf die tats&auml;chliche Besteuerung der streitigen Eink&uuml;nfte und damit auf die Zahlung eines entsprechenden Steuerbetrags abgestellt. Nachdem der Senat diese Rechtsprechung zwischenzeitlich aufgegeben hatte (vgl. Senatsurteil vom 17.&nbsp;Dezember 2003 I&nbsp;R&nbsp;14\/02, BFHE 204, 263, BStBl II 2004, 260), ist er nachfolgend wieder zu seinem urspr&uuml;nglichen Abkommensverst&auml;ndnis zur&uuml;ckgekehrt (Senatsurteil vom 17.&nbsp;Oktober 2007 I&nbsp;R&nbsp;96\/06, BFHE 219, 534, BStBl II 2008, 953 zu Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a DBA-Italien 1989 und Abschn.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;d des dazu ergangenen Protokolls) und hat dabei insbesondere dem Wortlaut der fraglichen Abkommensbestimmungen (&quot;effektiv nicht besteuert&quot; bzw. &quot;besteuert werden&quot;) keine weitergehende Bedeutung beigemessen (vgl. Senatsurteil in BFHE 219, 534, BStBl II 2008, 953, dort Rz&nbsp;23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Abkommensverst&auml;ndnis des Senats in Bezug auf R&uuml;ckfallklauseln im Methodenartikel eines Abkommens ist auf die R&uuml;ckfallklausel in den Verteilungsnormen eines Abkommens &#8211;im Streitfall Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 DBA-S&uuml;dafrika 1973&#8211; zu &uuml;bertragen. Der Senat versteht Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 DBA-S&uuml;dafrika 1973 dabei als sog. R&uuml;ckfallklausel, ohne dass der Vorschrift eine entsprechende Anordnung des R&uuml;ckfalls des Besteuerungsrechts ausdr&uuml;cklich zu entnehmen ist (vgl. insoweit auch Senatsurteile in BFHE 219, 534, BStBl II 2008, 953, und in BFHE 167, 496, BStBl II 1992, 660, betreffend den DBA-Methodenartikel).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrte Bestimmung des &sect;&nbsp;50d Abs.&nbsp;8 EStG, die die Freistellung ausl&auml;ndischer Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit nach dem Methodenartikel des jeweiligen Abkommens (auch) gew&auml;hrt, wenn der ausl&auml;ndische Staat auf sein Besteuerungsrecht verzichtet hat, nimmt auf die Auslegung der hier ma&szlig;geblichen Abkommensvorschriften keinen Einfluss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist hiernach auch soweit sie sich gegen den Bescheid &uuml;ber den Widerruf der Freistellungsbescheinigung vom 20.&nbsp;September 2011 richtet unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, I R 82\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IR82.15.0 Nacherhebung der Lohnsteuer bei beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern; R&uuml;ckfallklausel in Art. 16 Abs. 1 DBA-S&uuml;dafrika 1973 Leits&auml;tze 1. NV: Bei der Durchf&uuml;hrung des Lohnsteuerabzugs beschr&auml;nkt steuerpflichtiger Arbeitnehmer ersetzt die Freistellungsbescheinigung nach &sect; 39b Abs. 6 EStG aufgrund des Verweises in &sect; 39d Abs. 3 Satz 4 Halbsatz 1 EStG &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-82-15-nacherhebung-der-lohnsteuer-bei-beschraenkt-steuerpflichtigen-arbeitnehmern-rueckfallklausel-in-art-16-abs-1-dba-suedafrika-1973\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;82\/15 &#8211; Nacherhebung der Lohnsteuer bei beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern; R&uuml;ckfallklausel in Art. 16 Abs. 1 DBA-S&uuml;dafrika 1973<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68027","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68027"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68027\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}