{"id":68028,"date":"2017-12-01T10:09:17","date_gmt":"2017-12-01T08:09:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68028"},"modified":"2017-12-01T10:09:17","modified_gmt":"2017-12-01T08:09:17","slug":"viii-r-51-14-kapitaleinkuenfte-aus-einem-auslandsdepot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-51-14-kapitaleinkuenfte-aus-einem-auslandsdepot\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;51\/14 &#8211; Kapitaleink&uuml;nfte aus einem Auslandsdepot"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.5.2017, VIII R 51\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.090517.VIIIR51.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kapitaleink&uuml;nfte aus einem Auslandsdepot<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Allein der Umstand, in der Vergangenheit &uuml;ber ein ausl&auml;ndisches Wertpapierdepot verf&uuml;gt zu haben, reicht im Fall der Aufl&ouml;sung dieses Depots auch unter Ber&uuml;cksichtigung eines verminderten Beweisma&szlig;es wegen Verletzung der Mitwirkungspflichten nicht aus, dem Steuerpflichtigen den entsprechenden Kapitalstamm in den Folgejahren unver&auml;ndert als Grundlage der Erzielung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen zuzurechnen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die objektiven und subjektiven Voraussetzungen einer Steuerhinterziehung gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 169 Abs. 2 Satz 2, 370 AO sind dem Grunde nach auch bei der Verletzung von Mitwirkungspflichten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit festzustellen. Ein reduziertes Beweisma&szlig; ist nicht zul&auml;ssig. Dies gilt auch f&uuml;r die Verletzung der erweiterten Mitwirkungspflichten bei Auslandssachverhalten gem&auml;&szlig; &sect; 90 Abs. 2 AO (Anschluss an Senatsurteil vom 7. November 2006 VIII R 81\/04, BFHE 215, 66, BStBl II 2007, 364).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 19. September 2013&nbsp;&nbsp;3 K 4682\/10 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des gesamten Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten sich im Revisionsverfahren nur noch dar&uuml;ber, ob und in welcher H&ouml;he der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) der Einkommensteuerveranlagung des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) in den Streitjahren (1995 bis 2007) Kapitaleink&uuml;nfte aus dem Kapital zugrunde legen durfte, das bis Februar 1997 in dem Wertpapierdepot einer Schweizer Bank angelegt war, und ob die Vorentscheidung des Finanzgerichts (FG) verfahrensfehlerfrei zustande gekommen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger reichte f&uuml;r die Streitjahre keine Einkommensteuererkl&auml;rungen ein. Er berief sich darauf, seinen Wohnsitz ausschlie&szlig;lich in Gro&szlig;britannien zu haben. Den britischen Steuerbeh&ouml;rden erkl&auml;rte er, als Rentner keine steuerpflichtigen Eink&uuml;nfte zu erzielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anl&auml;sslich einer Strafanzeige ermittelte die Steuerfahndung A, dass der Kl&auml;ger in den Streitjahren in B ans&auml;ssig war und umfangreiche Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen im Inland und in der Schweiz sowie inl&auml;ndische Gewerbe- und Renteneink&uuml;nfte erzielt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kapitaleink&uuml;nfte aus der Schweiz sch&auml;tzte die Steuerfahndung auf Grundlage des Schweizer Depots, das dem Kl&auml;ger zuzurechnen sei. Der Bestand dieses Depots zum 31.&nbsp;Dezember 1995 ergab sich aus Unterlagen, welche die damalige Ehefrau des Kl&auml;gers im Rahmen des Scheidungsverfahrens eingereicht hatte, um den Anspruch des Kl&auml;gers auf Zugewinnausgleich zu reduzieren. In dem Scheidungsverfahren war streitig, ob das Depot tats&auml;chlich dem Kl&auml;ger zuzurechnen oder dieser lediglich Treuh&auml;nder gewesen sei. Das Verfahren endete im Jahr 1999 vor dem Oberlandesgericht (OLG) C mit einem Vergleich, auf dessen Grundlage der Kl&auml;ger eine Zahlung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM erhielt, die er u.a. in Argentinienanleihen investierte. Die Steuerfahndung ging bei der Ermittlung der Kapitaleink&uuml;nfte davon aus, dass der Kapitalstamm trotz Aufl&ouml;sung des Depots im Februar 1997 w&auml;hrend des gesamten Streitzeitraums dem Kl&auml;ger zuzurechnen sei und sich dessen H&ouml;he lediglich durch Wiederanlage der Ertr&auml;ge ver&auml;ndert habe. Die H&ouml;he der Ertr&auml;ge errechnete die Steuerfahndung unter Anwendung eines durchschnittlichen Zinssatzes in H&ouml;he von 6,43&nbsp;% f&uuml;r den Zeitraum bis Mai 1996 sowie 7,8&nbsp;% bis einschlie&szlig;lich Dezember 2000 und 9,3&nbsp;% ab Januar 2001. Ein gegen den Kl&auml;ger eingeleitetes Strafverfahren wegen falscher eidesstattlicher Versicherung und Betrugs durch Nichterkl&auml;rung des Guthabens in der Schweiz als sein Verm&ouml;gen stellte das Amtsgericht (AG) B nach &sect;&nbsp;153a der Strafprozessordnung (StPO) ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Steuerfahndung A das Verfahren an das FA abgegeben hatte, setzte dieses die Feststellungen der Steuerfahndung in den Einkommensteuerbescheiden vom 22.&nbsp;Dezember 2009 f&uuml;r die Jahre 1995 bis 2007 um. Einspruch und Klage blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG urteilte, das FA sei zu Recht von einem ausschlie&szlig;lichen Wohnsitz des Kl&auml;gers in B und damit auch zu Recht von im Inland zu besteuernden Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ausgegangen. Hinsichtlich der H&ouml;he der Einnahmen des Kl&auml;gers sei nach dem Er&ouml;rterungstermin allein die Sch&auml;tzung der Einnahmen aus dem Schweizer Depot streitig. Diese Sch&auml;tzung sei nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG sei &uuml;berzeugt, dass der Kl&auml;ger sowohl Inhaber als auch wirtschaftlich Berechtigter dieses Depots gewesen sei. Ein Treuhandkonto habe der Kl&auml;ger nicht belegt. Zwar habe die Steuerfahndung im Tresor der Sparkasse einen Treuhandvertrag vom 15.&nbsp;November 1980 gefunden. Aus diesem Vertrag sei jedoch kein Bezug zu dem Schweizer Depot erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem habe der Kl&auml;ger keine Nachweise f&uuml;r die behauptete R&uuml;ckzahlung der Gelder an die Erben der vermeintlichen Treugeberin vorgelegt. Das FG sei weiter &uuml;berzeugt, dass es keinen H&auml;ngeordner &#8230; mit entsprechenden Unterlagen gegeben habe, zumal sich nach dem Vortrag des Kl&auml;gers auch der Treuhandvertrag in diesem Ordner und nicht im Tresor der Sparkasse habe befinden sollen. Da der Kl&auml;ger noch nicht einmal Angaben zum Notar und dem Jahr der notariellen Abrechnung des Treuhandverh&auml;ltnisses gemacht habe, seien weitere Nachforschungen unm&ouml;glich. Auch das Verhalten im Scheidungsverfahren, in dem er trotz des Streits &uuml;ber die Zurechnung des Wertpapierdepots in der Schweiz keine Unterlagen &uuml;ber ein etwaiges Treuhandverh&auml;ltnis vorgelegt habe, spreche gegen eine Treuhandvereinbarung. Im &Uuml;brigen stehe zwar auf Grundlage der strafrechtlichen Ermittlungen fest, dass das Schweizer Depot im Februar 1997 aufgel&ouml;st worden sei. Der Kl&auml;ger habe jedoch keine Angaben gemacht, wohin die Gelder geflossen seien. Das FG sei deshalb &uuml;berzeugt, dass der Kl&auml;ger sein Guthaben lediglich auf eine andere, unbekannte Bank &uuml;bertragen habe. Ausschlie&szlig;lich der Kl&auml;ger habe den Sachverhalt weiter aufkl&auml;ren k&ouml;nnen. Diese Mitwirkungspflicht habe der Kl&auml;ger verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die H&ouml;he der gesch&auml;tzten Zinss&auml;tze k&ouml;nne bis 1997 aus den im Depotauszug ausgewiesenen hochverzinslichen Wertpapieren abgeleitet werden. Da der Kl&auml;ger in seinem inl&auml;ndischen Depot ebenfalls &uuml;berwiegend in hochverzinsliche Anleihen investiert habe, deren mittlerer Zins sich auf 9,01&nbsp;% belaufe, seien auch die ab 1997 gesch&auml;tzten Zinss&auml;tze nicht zu beanstanden. Von diesen Zinsen seien keine Verluste aus Argentinienanleihen abzuziehen. Diese Verluste seien der privaten Verm&ouml;genssph&auml;re zuzurechnen und somit steuerlich nicht anzuerkennen. Im &Uuml;brigen werde die Besteuerung der Zinseinnahmen auch nicht durch die Einstellung des Strafverfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;153a StPO gehindert, da das Besteuerungsverfahren eigenst&auml;ndig sei und ein etwaiger strafprozessualer Strafklageverbrauch keine Rolle spiele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich sei bis zum Zeitpunkt der Steuerfestsetzung keine Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten. Durch die vors&auml;tzliche Steuerhinterziehung des Kl&auml;gers habe sich die Festsetzungsfrist auf zehn Jahre verl&auml;ngert (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;). Innerhalb dieser Frist habe die Steuerfahndung mit ihren Ermittlungen begonnen, so dass die Festsetzungsfrist nicht habe ablaufen k&ouml;nnen (&sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen eingelegten Revision macht der Kl&auml;ger geltend, das angefochtene Urteil beruhe auf mehreren Verfahrensfehlern. Zum einen habe das FG wesentliche Tatsachen unber&uuml;cksichtigt gelassen, und zwar die fehlende &Uuml;berzeugung des sach- und zeitn&auml;heren AG B hinsichtlich der Zuordnung des Schweizer Wertpapierdepots zum Verm&ouml;gen des Kl&auml;gers im Scheidungsurteil sowie die Geheimhaltungsverpflichtung in dem aufgefundenen Treuhandvertrag. Zum anderen liege keine zur &Uuml;berzeugungsbildung des FG ausreichend hohe Wahrscheinlichkeit vor, wenn das OLG C in dem das Scheidungsverfahren abschlie&szlig;enden Vergleich das Wertpapierdepot &quot;vermutlich als Endverm&ouml;gen des Kl&auml;gers behandelt&quot; habe. Hinsichtlich der H&ouml;he der Zinss&auml;tze h&auml;tte das vom Kl&auml;ger im Schriftsatz vom 27.&nbsp;August 2013 beantragte Sachverst&auml;ndigengutachten, das auch Gegenstand der m&uuml;ndlichen Verhandlung am 19.&nbsp;September 2013 gewesen sei, eingeholt werden m&uuml;ssen. Jedenfalls k&ouml;nne aus dem Umstand, dass in dem Depot Wertpapiere mit Zinss&auml;tzen bis zu 11&nbsp;% enthalten gewesen seien, nicht auf die dauerhafte Erzielung von Zinsen in H&ouml;he von 6,43&nbsp;% bzw. 7,8&nbsp;% geschlossen werden, zumal auch das h&ouml;here Risiko eines Verm&ouml;gensverlusts hochverzinslicher Anlagen h&auml;tte ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssen. Au&szlig;erdem h&auml;tte das FG im Rahmen der Kapitalentwicklung realit&auml;tsgerechte Entnahmen abziehen m&uuml;ssen. Dass das FG die Sch&auml;tzungen auch f&uuml;r die Zeit nach Aufl&ouml;sung des Depots im Jahr 1997 unbeanstandet gelassen habe, sei eine &Uuml;berraschungsentscheidung, die zu einer Verletzung des Anspruchs auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs f&uuml;hre. Denn der Berichterstatter des FG habe im Er&ouml;rterungstermin vom 7.&nbsp;August 2013 darauf hingewiesen, dass er die R&uuml;ckschl&uuml;sse der Steuerfahndung auf die Zinseinnahmen nach Aufl&ouml;sung des Depots nicht teilen k&ouml;nne. Dar&uuml;ber hinaus sei der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r durch eine unzureichende Akteneinsicht verletzt worden. Die beim Kl&auml;ger beschlagnahmten Unterlagen h&auml;tten erst am Tag der m&uuml;ndlichen Verhandlung zur Einsichtnahme bereitgestanden. Au&szlig;erdem sei bis heute keine Einsicht in die losen Schriftst&uuml;cke m&ouml;glich gewesen, die sich in dem beschlagnahmten Koffer bef&auml;nden, der von der Steuerfahndung weder dem FG noch dem Bundesfinanzhof (BFH) vorgelegt worden sei. Schlie&szlig;lich habe das FG au&szlig;er Acht gelassen, dass das AG B das Strafverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;153a StPO gegen eine Geldauflage in H&ouml;he von 20.000&nbsp;DM eingestellt habe. Daraus sei auf die Nichterweislichkeit des Tatvorwurfs zu schlie&szlig;en. Diese Einsch&auml;tzung h&auml;tte das FG wegen der im Strafverfahren regelm&auml;&szlig;ig weitergehenden M&ouml;glichkeiten zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts auch zur Grundlage seiner Entscheidung machen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung sowie die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 1995 bis 2007 vom 22.&nbsp;Dezember 2009, f&uuml;r die Jahre 2003 bis 2005 ge&auml;ndert durch die Bescheide vom 7.&nbsp;Juli 2010, in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 30.&nbsp;November 2010, f&uuml;r die Jahre 2003 und 2005 nochmals ge&auml;ndert durch die Bescheide vom 13.&nbsp;September 2013, aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem FG seien keine Verfahrensfehler unterlaufen. Der Kl&auml;ger habe keine glaubhaften Belege f&uuml;r seine Treuh&auml;nderstellung vorgelegt. Aufgrund der Eigenst&auml;ndigkeit des Besteuerungsverfahrens gegen&uuml;ber dem Strafverfahren sei das FG auch nicht an die Einsch&auml;tzung des Strafrichters gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Sch&auml;tzung der Zinss&auml;tze habe das FG unter Ber&uuml;cksichtigung der Verletzung der Mitwirkungspflichten des Kl&auml;gers kein Sachverst&auml;ndigengutachten einholen m&uuml;ssen. Die Sch&auml;tzungen beruhten laut Steuerfahndungsbericht auf einer anonymen Depotaufstellung per 31.&nbsp;Dezember 1995 mit einem Depotbestand in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM, in der keine Argentinienanleihen mit Endf&auml;lligkeit nach 1997 enthalten gewesen seien, der Aufstellung des Kl&auml;gers vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1997 &uuml;ber den drohenden Zinsschaden bei Einbeziehung des Schweizer Depots in das Scheidungsverfahren, der Finanzierungsrechnung des Kl&auml;gers vom 24.&nbsp;Januar 2001 anl&auml;sslich des Kaufs einer Eigentumswohnung, in der u.a. der Zinsverlust im Fall der vollst&auml;ndigen Finanzierung mit Eigenkapital beziffert worden sei, sowie der Berechnung der durchschnittlichen Verzinsung der inl&auml;ndischen Depots des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine &Uuml;berraschungsentscheidung scheide aus, weil eine Verst&auml;ndigung im Er&ouml;rterungstermin anderen Prinzipien als die abschlie&szlig;ende Entscheidung im finanzgerichtlichen Verfahren folge. Au&szlig;erdem habe der Berichterstatter des FG im Er&ouml;rterungstermin ausdr&uuml;cklich auf die negativen Folgen der Verletzung der Mitwirkungspflichten des Kl&auml;gers im Rahmen des Auslandssachverhalts hingewiesen. Kapitalentnahmen f&uuml;r den Eigenverbrauch seien im Hinblick auf das Schweizer Depot wenig glaubhaft, da die Kreditkartenums&auml;tze &uuml;ber ein anderes Konto abgebucht worden seien und der Kl&auml;ger &uuml;ber inl&auml;ndische Renteneink&uuml;nfte verf&uuml;gt habe. Au&szlig;erdem habe er die Wohnung in B unentgeltlich nutzen k&ouml;nnen. Der vom Kl&auml;ger in Bezug genommene Inhalt des zun&auml;chst fehlenden und erst sp&auml;ter aufgefundenen Koffers enthalte keine f&uuml;r das Verfahren wesentlichen Unterlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung ist aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG tragen nicht seine W&uuml;rdigung, dass das FA den Kl&auml;ger mit den angefochtenen Bescheiden zu Recht in der jeweils gesch&auml;tzten H&ouml;he zur Einkommensteuer f&uuml;r Kapitaleink&uuml;nfte in den Jahren 1995 bis 2007 aus dem bis 1997 in dem Schweizer Depot gef&uuml;hrten Kapital herangezogen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die erforderlichen tats&auml;chlichen Feststellungen hat das FG im zweiten Rechtsgang nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Im Ausgangspunkt zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass Einnahmen aus dem bis 1997 vom Kl&auml;ger auf dem Schweizer Konto angelegten Kapital dem Grunde nach zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und 7 EStG geh&ouml;ren, die dem Kl&auml;ger, nicht aber &#8211;mangels Nachweises einer behaupteten Treuhandabrede&#8211; einer anderen Person zuzurechnen sind (nachfolgend unter a). F&uuml;r die Zeit nach Aufl&ouml;sung des Kontos, mithin f&uuml;r den Zeitraum ab Februar 1997 bis 2007, fehlt es aber an hinreichenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG dazu, dass der Kl&auml;ger weiterhin &uuml;ber das Kapital verf&uuml;gte und daraus Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen erzielte (nachfolgend unter b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus fehlt es jedenfalls f&uuml;r die Streitjahre 1995 bis 1998, f&uuml;r die bei Erlass der angefochtenen Einkommensteuerbescheide die vierj&auml;hrige Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO bereits abgelaufen war, an hinreichenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG, dass die objektiven und subjektiven Voraussetzungen f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der &#8211;gewahrten&#8211; Frist von zehn Jahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO wegen Steuerhinterziehung gegeben sind (nachfolgend unter c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die W&uuml;rdigung des FG, die aus dem streitigen Kapital erzielten Eink&uuml;nfte &#8211;ihre Erzielung dem Grunde und der H&ouml;he nach unterstellt&#8211; seien dem Kl&auml;ger, nicht aber aufgrund einer behaupteten Treuhandabrede einer Treuh&auml;nderin zuzurechnen, ist aus Rechtsgr&uuml;nden nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO ist der Senat an die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen gebunden, es sei denn, es hat in Bezug auf diese Feststellungen gegen die Verfahrensordnung, gegen Denkgesetze oder gegen allgemeine Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en. Ein revisionsrechtlich beachtlicher Versto&szlig; gegen die rechtlichen Anforderungen an die &Uuml;berzeugungsbildung oder das erforderliche Ma&szlig; von &Uuml;berzeugung kann nur angenommen werden, wenn das FG die in &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO angeordneten gesetzlichen Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r die &Uuml;berzeugungsbildung in grundlegender Weise verkannt hat (Senatsurteil vom 15.&nbsp;Januar 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;22\/10, BFHE 240, 195, BStBl II 2013, 526).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Ma&szlig;st&auml;be ist es revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das FG die vom Kl&auml;ger behauptete Treuhandabrede abgelehnt und das Schweizer Depot dem Kl&auml;ger zugerechnet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat auch ohne Einbeziehung des &sect;&nbsp;159 AO (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Oktober 2009 IX&nbsp;R&nbsp;14\/08, BFHE 228, 10, BStBl II 2010, 460) ausf&uuml;hrlich und nachvollziehbar dargelegt, weshalb es trotz des aufgefundenen Treuhandvertrags vom 15.&nbsp;November 1980 nicht von einer Treuhandabrede ausgeht und das Schweizer Depot dem Kl&auml;ger zurechnet. Insbesondere hat das FG zu Recht darauf abgestellt, dass weitere Sachverhaltsermittlungen nur m&ouml;glich gewesen w&auml;ren, wenn der Kl&auml;ger die notarielle Urkunde &uuml;ber die Abrechnung des Treuhandverh&auml;ltnisses vorgelegt oder zumindest den beurkundenden Notar und das Jahr der behaupteten Beurkundung benannt h&auml;tte. Letzteres w&auml;re unabh&auml;ngig von dem Verbleib der beschlagnahmten Unterlagen m&ouml;glich gewesen. Insofern hat das FG auch zutreffend darauf hingewiesen, dass es nicht nachvollziehbar sei, sich bei einer Abrechnung &uuml;ber ein Treuhandverm&ouml;gen in H&ouml;he von &uuml;ber 2&nbsp;Mio.&nbsp;DM nicht an die konkreten Umst&auml;nde erinnern zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch wenn danach das in dem Schweizer Depot bis zu dessen Aufl&ouml;sung im Februar 1997 gehaltene Kapital bis zu diesem Zeitpunkt dem Kl&auml;ger zuzurechnen ist, reichen die weiteren tats&auml;chlichen Feststellungen des FG nicht aus, um beurteilen zu k&ouml;nnen, ob der Kl&auml;ger in der Folgezeit aus diesem Kapital zuz&uuml;glich aufgelaufener Zinsen weitere Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen und gegebenenfalls wie lange und in welchem Umfang erzielt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt insbesondere f&uuml;r die &quot;&Uuml;berzeugung&quot; des FG, der Kl&auml;ger habe das Guthaben wegen der Entdeckung durch seine damalige Ehefrau lediglich auf eine andere, unbekannte Bank im Ausland &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Diese &Uuml;berzeugung des FG beruht letztlich allein auf der Feststellung, dass das Schweizer Depot bis zu dessen Aufl&ouml;sung dem Kl&auml;ger zuzurechnen war, sowie auf dem Umstand, dass der Kl&auml;ger keine Nachweise &uuml;ber die R&uuml;ckzahlung des Kapitals an die vermeintliche Treugeberin bzw. deren Erbin vorgelegt hat und diese Verletzung der Mitwirkungspflichten nach Ansicht des FG zu einem verminderten Beweisma&szlig; f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Allein diese Begr&uuml;ndung kann nicht die W&uuml;rdigung tragen, der Kl&auml;ger habe auch nach Aufl&ouml;sung des Schweizer Depots aus dem dort gef&uuml;hrten Kapital in den Folgejahren in der vom FA gesch&auml;tzten H&ouml;he Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Zwar kann ein FG nach der Rechtsprechung des BFH (Beschluss vom 19.&nbsp;Dezember 2007 X&nbsp;B&nbsp;34\/07, BFH\/NV 2008, 597, m.w.N.) zum Nachteil des Steuerpflichtigen von einem Sachverhalt ausgehen, f&uuml;r den unter Ber&uuml;cksichtigung der Beweisn&auml;he des Steuerpflichtigen und seiner Verantwortung f&uuml;r die Aufkl&auml;rung des Sachverhaltes (lediglich) eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht, wenn der Steuerpflichtige seine Mitwirkungspflicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 AO verletzt und der Sachverhalt anderweitig nicht aufkl&auml;rbar ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Mitwirkungspflicht sich auf Tatsachen und Beweismittel aus dem alleinigen Verantwortungsbereich des Steuerpflichtigen bezieht. Unter diesen Voraussetzungen soll der Steuerpflichtige nach dem Sinn des &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 AO den Nachteil des insoweit nicht aufgekl&auml;rten und durch das FG allein nicht aufkl&auml;rbaren Sachverhalts tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben kann indessen allein der Umstand, in der Vergangenheit &uuml;ber Kapital verf&uuml;gt zu haben, selbst unter Ber&uuml;cksichtigung eines verminderten Beweisma&szlig;es wegen Verletzung der Mitwirkungspflichten nicht f&uuml;r die (pauschale) W&uuml;rdigung ausreichen, der Kl&auml;ger habe aus diesem Kapital auch in den Folgejahren unver&auml;ndert (bzw. zuz&uuml;glich wieder angelegter Ertr&auml;ge) Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vielmehr h&auml;tte sich das FG f&uuml;r jedes Folgejahr erneut die &Uuml;berzeugung bilden und begr&uuml;nden m&uuml;ssen, dass der Kl&auml;ger das entsprechende Guthaben weiterhin zur Erzielung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen einsetzen konnte und eingesetzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt umso mehr, als hinreichende Feststellungen des FG fehlen, ob bzw. inwieweit sich der Kapitalstamm durch Verluste, insbesondere durch den Ausfall der Argentinienanleihen, oder durch Kapitalentnahmen zum Eigenverbrauch gemindert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch wenn mit dem FG von der steuerlichen Unbeachtlichkeit entsprechender Verluste auszugehen ist (vgl. Senatsurteile vom 13.&nbsp;Dezember 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;62\/04, BFHE 216, 199, BStBl II 2007, 568, und vom 7.&nbsp;Dezember 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;37\/08, BFH\/NV 2011, 776), h&auml;tten solche Verluste den urspr&uuml;nglich in dem Schweizer Depot vorhandenen Kapitalstamm gemindert und dadurch die Grundlage f&uuml;r die Ermittlung der streitigen Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen ver&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die entsprechenden tats&auml;chlichen Feststellungen hat das FG im zweiten Rechtsgang nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG lassen ebenfalls eine abschlie&szlig;ende Pr&uuml;fung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre 1995 bis 1998 insbesondere mit Blick auf die Wahrung der Festsetzungsfrist durch das FA nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn f&uuml;r diese Streitjahre fehlt es &#8211;ungeachtet dessen, dass f&uuml;r die Streitjahre bis zur Aufl&ouml;sung des Schweizer Depots im Jahre 1997 von dem Kl&auml;ger zurechenbaren Kapitaleink&uuml;nften auszugehen ist&#8211; an hinreichenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG f&uuml;r dessen Annahme, im Streitfall habe die Frist f&uuml;r die Festsetzung der Einkommensteuer in den Streitjahren 1995 bis 1998 wegen Steuerhinterziehung nach &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO zehn Jahre betragen und sei deshalb mit den nach Ablauf der vierj&auml;hrigen regul&auml;ren Festsetzungsfrist (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO) erfolgten Veranlagungen f&uuml;r diese Jahre gewahrt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Ausgangspunkt geht das FG allerdings zu Recht davon aus, dass trotz Ber&uuml;cksichtigung der Anlaufhemmung der Festsetzungsfrist wegen fehlender Abgabe der Einkommensteuererkl&auml;rungen (&sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO) und der Ablaufhemmung mit Beginn der Ermittlungen der Steuerfahndung beim Kl&auml;ger bzw. mit Einleitung des Steuerstrafverfahrens (&sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO) zum Zeitpunkt des Erlasses der Einkommensteuerbescheide am 22.&nbsp;Dezember 2009 ein Teil der Steueranspr&uuml;che festsetzungsverj&auml;hrt gewesen w&auml;re, wenn sich die Festsetzungsfrist nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO auf zehn Jahre verl&auml;ngert h&auml;tte. Dies betrifft jedenfalls die Streitjahre 1995 bis 1998, da f&uuml;r diese auf Grundlage der Feststellungen des FG eine Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO fr&uuml;hestens im Jahr 2006 eingetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Indessen reichen die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG nicht f&uuml;r die Pr&uuml;fung durch den Senat aus, ob die objektiven und subjektiven Voraussetzungen einer Steuerhinterziehung i.S. des &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO i.V.m. &sect;&nbsp;370 AO und damit einer Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist auf zehn Jahre im Streitfall gegeben sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die objektiven und subjektiven Voraussetzungen einer Steuerhinterziehung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO i.V.m. &sect;&nbsp;370 AO sind nicht nach den Vorschriften der StPO, sondern nach den Vorschriften der AO und der FGO festzustellen. Bei nicht behebbaren Zweifeln f&uuml;hrt jedoch der Grundsatz &quot;in dubio pro reo&quot; dazu, dass die Feststellung der Steuerhinterziehung durch ein reduziertes Beweisma&szlig; &#8211;mithin im Wege der Sch&auml;tzung&#8211; unzul&auml;ssig ist. Das Gericht muss vielmehr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO die volle &Uuml;berzeugung erlangen, dass die Voraussetzungen der Steuerhinterziehung dem Grunde nach vorliegen. Anders als bei einer Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 AO darf dem Steuerpflichtigen die Verletzung von Mitwirkungspflichten nicht zum Vorwurf gemacht werden. Dies gilt auch f&uuml;r die Verletzung der erweiterten Mitwirkungspflichten bei Auslandssachverhalten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 AO (Senatsurteil vom 7.&nbsp;November 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;81\/04, BFHE 215, 66, BStBl II 2007, 364; BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Juli 2016 II&nbsp;R&nbsp;42\/14, BFHE 254, 105, BStBl II 2016, 868; Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;September 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;66\/07, BFH\/NV 2007, 2246; vgl. auch BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 2012 IX&nbsp;R&nbsp;33\/11, BFH\/NV 2013, 1057).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sch&auml;tzung der H&ouml;he hinterzogener Steuern nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;162 AO bleibt aber trotz Geltung des Grundsatzes &quot;in dubio pro reo&quot; m&ouml;glich. Insofern ist lediglich ausgeschlossen, die Sch&auml;tzung der hinterzogenen Steuern an der oberen Grenze des f&uuml;r den Einzelfall zu beachtenden Sch&auml;tzrahmens auszurichten (Senatsurteil in BFHE 215, 66, BStBl II 2007, 364; Senatsbeschluss vom 26.&nbsp;Oktober 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;144\/06, BFH\/NV 2008, 576).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nach diesen Grunds&auml;tzen reichen die bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG nicht zur Annahme einer Steuerhinterziehung (&sect;&nbsp;370 AO) aus, weil es die objektiven und subjektiven Voraussetzungen der Steuerhinterziehung im Streitfall lediglich damit bejaht, der Kl&auml;ger habe unter bewusst wahrheitswidriger Vort&auml;uschung eines ausl&auml;ndischen Wohnsitzes keine Steuererkl&auml;rungen eingereicht und dadurch seine Steuern nicht in zutreffender H&ouml;he entrichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es hat damit zum einen im Ergebnis eine objektive Steuerhinterziehung allein unter Bezugnahme auf die wegen fehlender Mitwirkung des Kl&auml;gers &#8211;und die Annahme einer deshalb nicht weiter gebotenen Sachaufkl&auml;rung&#8211; gegr&uuml;ndete Feststellung zur Zurechnung des Kapitalstamms des Schweizer Depots auf den Kl&auml;ger bejaht, obwohl dem Steuerpflichtigen nach der BFH-Rechtsprechung bei der Pr&uuml;fung, ob er objektiv eine Steuerhinterziehung begangen hat, die Verletzung von Mitwirkungspflichten &#8211;auch bei Auslandssachverhalten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 AO&#8211; nicht vorgehalten werden kann (BFH-Urteile in BFHE 215, 66, BStBl II 2007, 364; in BFHE 254, 105, BStBl II 2016, 868; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 2246).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen ist es zur Annahme der subjektiven Voraussetzungen einer Steuerhinterziehung nicht ausreichend, dass der Kl&auml;ger bewusst wahrheitswidrig einen ausl&auml;ndischen Wohnsitz vorget&auml;uscht und deshalb keine Steuererkl&auml;rung abgegeben hat. Vielmehr m&uuml;ssen sich die subjektiven Voraussetzungen einer Steuerhinterziehung auch auf die einzelnen Eink&uuml;nfte beziehen. Hierzu hat das FG keine Feststellungen getroffen; diese hat es im zweiten Rechtsgang nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist nicht spruchreif und daher zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r diejenigen Streitjahre, f&uuml;r welche die angefochtenen Bescheide innerhalb der regul&auml;ren Festsetzungsfrist ergangen sind (m&ouml;glicherweise 1999 bis 2007), wird das FG die fehlenden Feststellungen nachholen, ob der Kl&auml;ger auch nach Aufl&ouml;sung des Depots im Februar 1997 in den jeweiligen Streitjahren &uuml;ber das dort gef&uuml;hrte Kapital verf&uuml;gt und daraus sowie gegebenenfalls in welcher H&ouml;he Eink&uuml;nfte erzielt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r diejenigen Streitjahre, f&uuml;r die es auf eine Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist auf zehn Jahre ankommt (m&ouml;glicherweise 1995 bis 1998), wird das FG im zweiten Rechtsgang unter Beachtung der Rechtsauffassung des Senats pr&uuml;fen m&uuml;ssen, ob es auch ohne R&uuml;ckgriff auf die Verletzung der Mitwirkungspflichten durch den Kl&auml;ger zur vollen &Uuml;berzeugung einer Steuerhinterziehung (&sect;&nbsp;370 AO) gelangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daran w&auml;re das FG jedenfalls nicht durch die Einstellung des Strafverfahrens wegen falscher eidesstattlicher Versicherung und wegen Betrugs durch Nichterkl&auml;rung des Guthabens in der Schweiz gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;153a StPO gehindert, zumal der Straftatverdacht auch bei Anwendung des &sect;&nbsp;153a StPO bestehen bleibt (Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 16.&nbsp;Mai 2002&nbsp; 1&nbsp;BvR&nbsp;2257\/01, Neue Juristische Wochenschrift 2002, 3231) und das FG wegen der Eigenst&auml;ndigkeit des Besteuerungsverfahrens nicht an die Feststellungen im Strafverfahren gebunden ist (vgl. BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;Mai 2013 VII&nbsp;B&nbsp;167\/12, BFH\/NV 2013, 1588, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen bleibt es auch im Rahmen der Pr&uuml;fung der Steuerhinterziehung zul&auml;ssig, das Fehlen von Belegen und Informationen aus der Sph&auml;re des Kl&auml;gers zumindest als Indiz zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. auch Senatsbeschluss vom 18.&nbsp;Juni 2013 VIII&nbsp;B&nbsp;92\/11, BFH\/NV 2013, 1448).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Des Weiteren wird das FG die nachzuholenden tats&auml;chlichen Feststellungen unter Auswertung aller Akten einschlie&szlig;lich der Pr&uuml;fernotizen zu treffen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der vom Kl&auml;ger behaupteten Kapitalentnahmen zum Eigenverbrauch weist der Senat f&uuml;r die weiteren Pr&uuml;fungen im zweiten Rechtsgang darauf hin, dass Kapitaleink&uuml;nfte nach der Rechtsprechung des Senats &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum ohne Ber&uuml;cksichtigung einer Verwendung f&uuml;r eigene Zwecke (nur) gesch&auml;tzt werden k&ouml;nnen, wenn hierf&uuml;r besondere Anhaltspunkte wie eine besonders ausgepr&auml;gte Sparneigung, die Existenz umfangreicher anderweitiger liquider Mittel oder die Eigenschaft des Auslandskontos als Aufbewahrungsort f&uuml;r nur schwer in den legalen Wirtschaftskreislauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hrendes Steuerflucht- oder Schwarzgeld bestehen (Senatsurteil vom 19.&nbsp;November 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;12\/12, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegebenenfalls wird das FG auch f&uuml;r die Streitjahre ab 1999 den konkreten Zeitpunkt der Ablaufhemmung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO sowie eine Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist auf f&uuml;nf Jahre wegen leichtfertiger Steuerverk&uuml;rzung (&sect;&nbsp;378 AO) pr&uuml;fen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der auch im Rahmen einer Steuerhinterziehung m&ouml;glichen Sch&auml;tzung der H&ouml;he von aus einem Auslandsdepot erzielten Eink&uuml;nften (Senatsurteil in BFHE 215, 66, BStBl II 2007, 364; Senatsbeschluss in BFH\/NV 2008, 576) ist im &Uuml;brigen bei grunds&auml;tzlich zul&auml;ssiger Ableitung aus dem sonstigen Anlageverhalten des Steuerpflichtigen f&uuml;r jedes einzelne Streitjahr ein gewichteter durchschnittlicher Zinssatz s&auml;mtlicher inl&auml;ndischer Depots des Steuerpflichtigen zu ermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FG auch im zweiten Rechtszug von im Streitfall steuerbaren Eink&uuml;nften gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und 7 EStG ausgeht, wird es schlie&szlig;lich ab dem zeitlichen Anwendungsbereich des Halb- bzw. Teileink&uuml;nfteverfahrens auch die unterschiedliche Besteuerung von Dividenden und Zinsen zu ber&uuml;cksichtigen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zu dem vom Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung &uuml;berreichten Petitions-Antrag bedarf es schon deshalb keiner Stellungnahme des Senats, weil sich der Bevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers diesem Antrag nicht angeschlossen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.5.2017, VIII R 51\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.090517.VIIIR51.14.0 Kapitaleink&uuml;nfte aus einem Auslandsdepot Leits&auml;tze 1. NV: Allein der Umstand, in der Vergangenheit &uuml;ber ein ausl&auml;ndisches Wertpapierdepot verf&uuml;gt zu haben, reicht im Fall der Aufl&ouml;sung dieses Depots auch unter Ber&uuml;cksichtigung eines verminderten Beweisma&szlig;es wegen Verletzung der Mitwirkungspflichten nicht aus, dem Steuerpflichtigen den entsprechenden Kapitalstamm in den Folgejahren unver&auml;ndert &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-51-14-kapitaleinkuenfte-aus-einem-auslandsdepot\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;51\/14 &#8211; Kapitaleink&uuml;nfte aus einem Auslandsdepot<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68028","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68028","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68028"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68028\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68028"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}