{"id":68029,"date":"2017-12-01T10:09:24","date_gmt":"2017-12-01T08:09:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68029"},"modified":"2017-12-01T10:09:24","modified_gmt":"2017-12-01T08:09:24","slug":"x-r-26-15-abzugsfaehigkeit-von-schulgeldzahlungen-an-andere-einrichtungen-is-des-par-10-abs-1-nr-9-satz-3-estg-nachweiserfordernisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-26-15-abzugsfaehigkeit-von-schulgeldzahlungen-an-andere-einrichtungen-is-des-par-10-abs-1-nr-9-satz-3-estg-nachweiserfordernisse\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;26\/15 &#8211; Abzugsf&auml;higkeit von Schulgeldzahlungen an andere Einrichtungen i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 Satz 3 EStG &#8211; Nachweiserfordernisse"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.6.2017, X R 26\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.200617.XR26.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Abzugsf&auml;higkeit von Schulgeldzahlungen an andere Einrichtungen i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 Satz 3 EStG &#8211; Nachweiserfordernisse<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Pr&uuml;fung und Feststellung der schulrechtlichen Kriterien in Bezug auf die ordnungsgem&auml;&szlig;e Vorbereitung eines schulischen Abschlusses gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 Satz 3 EStG obliegt nicht den Schulbeh&ouml;rden, sondern ist Aufgabe der Finanzbeh&ouml;rden (gegen BMF-Schreiben vom 9. M&auml;rz 2009 IV C 4-S 2221\/07\/0007, BStBl I 2009, 487).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 7. Januar 2015&nbsp;&nbsp;9 K 166\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wurden im Streitjahr 2010 als Eheleute zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Ihre Tochter besuchte in diesem Jahr bei dem Institut X (X) in Y zun&auml;chst den Lehrgang zur Vorbereitung auf die Pr&uuml;fung zum externen staatlichen mittleren Schulabschluss und nach dessen Erwerb den Lehrgang zur Vorbereitung auf die externe staatliche Abiturpr&uuml;fung. Bei beiden Lehrg&auml;ngen handelte es sich um Vollzeitunterricht. X bereitet in privaten Klassen auf die staatlichen Abschlusspr&uuml;fungen Abitur, mittlerer Schulabschluss und qualifizierender Hauptschulabschluss in externer Form vor. Die Pr&uuml;fung findet an einer entsprechenden &ouml;ffentlichen Schule (Gymnasium, Realschule, Hauptschule\/Mittelschule) gem&auml;&szlig; den Bestimmungen f&uuml;r andere Bewerber der jeweiligen Schulordnung statt. X ist keine Ersatz- oder Erg&auml;nzungsschule im Sinne des Bayerischen Gesetzes &uuml;ber das Erziehungs- und Unterrichtswesen. Es besitzt im Wesentlichen die &uuml;bliche Organisationsform einer Schule. Der Vormittagsunterricht findet von Montag bis Freitag zwischen 08:15&nbsp;Uhr und 13:45&nbsp;Uhr statt; falls erforderlich wird auch Nachmittagsunterricht erteilt. Die Ferienordnung des Bayerischen Staatsministeriums f&uuml;r Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (KM) wird in der Regel angewandt. Der Unterricht wird nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) nach den entsprechenden Lehrpl&auml;nen des KM von qualifizierten Lehrkr&auml;ften durchgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr zahlte der Kl&auml;ger f&uuml;r den Besuch von X insgesamt 5.880&nbsp;EUR, die die Kl&auml;ger als Sonderausgaben geltend machten. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte diese Aufwendungen nicht an. Den hiergegen gerichteten Einspruch der Kl&auml;ger wies das FA mit der Begr&uuml;ndung zur&uuml;ck, die Kl&auml;ger h&auml;tten keinen Anerkennungsbescheid der zust&auml;ndigen Kultusbeh&ouml;rde f&uuml;r X vorgelegt. Die Kl&auml;ger vertraten im Klageverfahren die Auffassung, nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) komme es ausschlie&szlig;lich darauf an, dass der Abschluss, auf den die Schule in freier Tr&auml;gerschaft vorbereite, zu einem anerkannten allgemein bildenden Schulabschluss f&uuml;hre oder darauf vorbereite. Um was f&uuml;r eine Schule es sich handele, sei irrelevant.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 2058 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA begr&uuml;ndet seine Revision mit der Verletzung materiellen Rechts. Die Neuregelung des Sonderausgabenabzugs von Schulgeldzahlungen durch das Jahressteuergesetz 2009 (JStG 2009) vom 19.&nbsp;Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794) habe dazu gef&uuml;hrt, dass der Kreis der beg&uuml;nstigten Schulen um berufsbildende Erg&auml;nzungsschulen und Einrichtungen erweitert worden sei, die auf einen Beruf oder einen allgemein bildenden Abschluss vorbereiteten. Bereits aus dem Gesetzeswortlaut des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG ergebe sich, dass die andere Einrichtung ordnungsgem&auml;&szlig; auf einen Schulabschluss i.S. von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 EStG vorbereiten m&uuml;sse. Daher m&uuml;sse auch beim Besuch einer anderen Einrichtung &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob nach einem staatlich vorgegebenen, genehmigten oder beaufsichtigten Lehrplan ausgebildet werde. Diese schulrechtlichen Kriterien k&ouml;nnten nur durch die jeweils zust&auml;ndigen Kultusbeh&ouml;rden beurteilt werden, da dies vertiefte Kenntnisse des Schulrechts, von Lehrplaninhalten sowie der notwendigen Voraussetzungen einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Vorbereitung erfordere. Eine Bewertung durch die Finanzverwaltung komme daher nicht in Betracht. Zudem k&ouml;nne nur durch die zentralisierte Pr&uuml;fungskompetenz der Kultusbeh&ouml;rden gew&auml;hrleistet werden, dass eine einheitliche Beurteilung sowohl hinsichtlich der anzufordernden Unterlagen und angelegten Ma&szlig;st&auml;be als auch im Ergebnis f&uuml;r die jeweilige vorbereitende Einrichtung ergehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vorschlag des Bundesrates, eine Nachweispflicht des Steuerpflichtigen f&uuml;r das Vorliegen der Voraussetzungen des Sonderausgabenabzugs in die Regelung aufzunehmen, sei aufgrund europarechtlicher Bedenken durch den Bundestag abgelehnt worden (vgl. BTDrucks 16\/11108, S.&nbsp;12). Dennoch werde bei Privatschulen i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 EStG eine Anerkennung in Form eines Anerkennungs- bzw. Gleichwertigkeitsbescheides durch die zust&auml;ndige inl&auml;ndische Kultusbeh&ouml;rde gefordert. Um einer Ungleichbehandlung entgegenzuwirken, sei auch bei anderen Einrichtungen i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG ein Nachweis in Form eines Anerkennungs- bzw. Gleichwertigkeitsbescheides unabdingbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinem Urteil vom 20.&nbsp;August 2014 X&nbsp;R&nbsp;17\/13 (BFH\/NV 2015, 320, Rz&nbsp;21) bezeichne der angerufene Senat die Zeugnisanerkennungsstelle als die Beh&ouml;rde, welche die in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 und 3 EStG genannten Verwaltungsakte zu erlassen habe. Hierdurch werde deutlich, dass auch der Senat der Auffassung sei, andere Einrichtungen i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG unterl&auml;gen einer Nachweispflicht. Zudem stehe die Auffassung des FG im Widerspruch zur Verf&uuml;gung des Bayerischen Landesamts f&uuml;r Steuern vom 8.&nbsp;August 2014, in der die Notwendigkeit eines Anerkennungsbescheides vorausgesetzt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger haben sich weder zu der Revisionsbegr&uuml;ndung des FA ge&auml;u&szlig;ert noch einen Revisionsantrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zutreffend entschieden, dass &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG keinen ressortfremden Grundlagenbescheid in Form einer Bescheinigung einer Schulbeh&ouml;rde voraussetzt, in dem festgestellt wird, dass eine Einrichtung auf einen Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 EStG ordnungsgem&auml;&szlig; vorbereitet (unter 1.). Auch die W&uuml;rdigung des FG, X erf&uuml;lle die Kriterien des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 EStG, h&auml;lt einer revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung stand (unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Abzug des Schulgelds gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG setzt nicht voraus, dass die zust&auml;ndige Schulbeh&ouml;rde in einem Grundlagenbescheid bescheinigt, die Voraussetzungen dieser Vorschrift w&uuml;rden von der Privatschule erf&uuml;llt. Dies zeigt nicht nur der Wortlaut der Vorschrift, sondern auch ihre Entstehungsgeschichte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 EStG sind 30&nbsp;% des Entgelts, h&ouml;chstens 5.000&nbsp;EUR, das der Steuerpflichtige f&uuml;r ein Kind, f&uuml;r das er Anspruch auf einen Freibetrag nach &sect;&nbsp;32 Absatz&nbsp;6 oder auf Kindergeld hat, f&uuml;r dessen Besuch einer Schule in freier Tr&auml;gerschaft oder einer &uuml;berwiegend privat finanzierten Schule entrichtet, mit Ausnahme des Entgelts f&uuml;r Beherbergung, Betreuung und Verpflegung als Sonderausgaben abziehbar. Voraussetzung ist, dass die Schule in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union (EU) oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum (EWR) Anwendung findet, und die Schule zu einem von dem zust&auml;ndigen inl&auml;ndischen Ministerium eines Landes, von der Kultusministerkonferenz der L&auml;nder oder von einer inl&auml;ndischen Zeugnisanerkennungsstelle anerkannten oder einem inl&auml;ndischen Abschluss an einer &ouml;ffentlichen Schule als gleichwertig anerkannten allgemein bildenden oder berufsbildenden Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss f&uuml;hrt. Der Besuch einer anderen Einrichtung, die auf einen Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss im Sinne des Satzes&nbsp;2 ordnungsgem&auml;&szlig; vorbereitet, steht einem Schulbesuch i.S. des Satzes&nbsp;1 gleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da es sich bei X &#8211;zwischen den Beteiligten unstreitig&#8211; um eine Einrichtung handelt, die auf einen staatlich anerkannten Abschluss lediglich vorbereitet, ist Satz&nbsp;3 des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 EStG einschl&auml;gig. Dieser nennt zwei Voraussetzungen f&uuml;r einen Sonderausgabenabzug: Zum einen muss auf einen Abschluss im Sinne des Satzes&nbsp;2 vorbereitet werden und zum anderen muss diese Vorbereitung ordnungsgem&auml;&szlig; sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Bezugnahme auf den Satz&nbsp;2 in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG f&uuml;hrt zwar dazu, dass der angestrebte Abschluss als solcher von dem zust&auml;ndigen inl&auml;ndischen Ministerium eines Landes, von der Kultusministerkonferenz der L&auml;nder (KMK) oder von einer inl&auml;ndischen Zeugnisanerkennungsstelle anerkannt bzw. als gleichwertig anerkannt werden muss. Die staatliche Anerkennung ist aber eindeutig &#8211;wie das FG zutreffend erkannt hat&#8211; nur auf die erste Voraussetzung des Satzes&nbsp;3 des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 EStG gerichtet, n&auml;mlich den anzuerkennenden Abschluss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Bedingung ist im Streitfall erf&uuml;llt. Die Tochter der Kl&auml;ger hat ihren mittleren Schulabschluss durch die Pr&uuml;fung an einer &ouml;ffentlichen Schule erreicht, auch das angestrebte Abitur soll an einer staatlich anerkannten Schule abgelegt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r die Erf&uuml;llung der zweiten Voraussetzung, die ordnungsgem&auml;&szlig;e Vorbereitung, sieht der Gesetzeswortlaut hingegen kein besonderes Anerkennungsverfahren durch eine Schulbeh&ouml;rde vor. Insofern unterscheidet sich diese gesetzliche Regelung ausdr&uuml;cklich von der umsatzsteuerlichen Befreiungsvorschrift des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;21 Buchst.&nbsp;a Doppelbuchst.&nbsp;bb des Umsatzsteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung, nach der unmittelbar dem Schul- und Bildungszweck dienende Leistungen privater Schulen und anderer allgemeinbildender oder berufsbildender Einrichtungen steuerfrei sind, wenn die zust&auml;ndige Landesbeh&ouml;rde bescheinigt, dass sie auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts abzulegende Pr&uuml;fung ordnungsgem&auml;&szlig; vorbereiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Abziehbarkeit des Schulgelds nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG muss damit die Finanzbeh&ouml;rde die ordnungsgem&auml;&szlig;e Vorbereitung auf einen anerkannten Abschluss pr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieser Befund wird durch die Entstehungsgeschichte der Neuregelung des Schulgeldabzugs durch das JStG 2009 best&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzentwurf der Bundesregierung, mit dem diese auf die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union, insbesondere dessen Urteile vom 11.&nbsp;September 2007 Schwarz\/Gootjes-Schwarz, C-76\/05 (EU:C:2007:492, Slg. 2007, I-6849) und Kommission\/Deutschland, C-318\/05 (EU:C:2007:495, Slg. 2007, I-6957) zur Unionsrechtswidrigkeit des Ausschlusses des Schulgeldabzugs f&uuml;r in der EU\/im EWR belegene Privatschulen reagiert hat, umfasste noch nicht die Schulen, die lediglich auf die Abschl&uuml;sse vorbereiten (siehe BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;8 und 49).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Bundesrat mahnte in seiner Stellungnahme zu diesem Gesetzentwurf demgegen&uuml;ber an, auch der Besuch entsprechender privater Vorbereitungseinrichtungen, die nicht selbst zu einem Schulabschluss f&uuml;hrten, sondern darauf nur vorbereiteten, sei steuerlich zu f&ouml;rdern (BTDrucks 16\/10494, S.&nbsp;3), und schlug die letztlich als &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG zum Gesetz gewordene Formulierung vor. Nicht &uuml;bernommen wurde dagegen sein Vorschlag, in einem Satz&nbsp;4 des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 EStG die gesetzliche Verpflichtung aufzunehmen, dass der Steuerpflichtige einen entsprechenden Nachweis der Schule oder Einrichtung in deutscher Sprache oder mit &Uuml;bersetzung, best&auml;tigt durch die jeweilige inl&auml;ndische Stelle, vorzulegen habe. Hiermit wollte der Bundesrat langwierigen Sachverhaltsaufkl&auml;rungen und Rechtsstreitigkeiten vorbeugen (BTDrucks 16\/10494, S.&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Gegen&auml;u&szlig;erung war die Bundesregierung indes der Auffassung, die vorgeschlagene zus&auml;tzliche Nachweispflicht sei nicht notwendig, da in Zweifelsf&auml;llen die Feststellungslast den Steuerpflichtigen treffe. Bei Auslandssachverhalten ergebe sich zudem bereits aus &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) eine erh&ouml;hte Mitwirkungspflicht. Auch sei die vorgeschlagene Formulierung nicht hinreichend klar und w&auml;re europarechtlich bedenklich, wenn damit den ausl&auml;ndischen Schulen auferlegt werden solle, die Anerkennung ihrer Abschl&uuml;sse in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) nachzuweisen. Dies w&auml;re ihnen nicht m&ouml;glich. Obendrein w&auml;re diese zus&auml;tzliche Darlegungslast vor allem durch die Ans&auml;ssigkeit der Schulen au&szlig;erhalb Deutschlands verursacht und w&uuml;rde damit einer faktischen Einschr&auml;nkung gegen&uuml;ber EU\/EWR-Staaten gleichkommen (BTDrucks 16\/10494, S.&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages (Finanzausschuss) nahm eine zus&auml;tzliche Nachweispflicht des Steuerpflichtigen bzw. der Schule f&uuml;r das Vorliegen der Voraussetzungen des Sonderausgabenabzugs in seine Beschlussempfehlung zum JStG 2009 ausdr&uuml;cklich nicht auf und schloss sich damit den Bedenken der Bundesregierung an (vgl. BTDrucks 16\/11108, S.&nbsp;12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei dieser Ausgangslage ist es dem Senat nicht m&ouml;glich, die vom FA vertretene Auffassung zu teilen, dass die Pr&uuml;fung und Feststellung der schulrechtlichen Kriterien in Bezug auf die ordnungsgem&auml;&szlig;e Vorbereitung eines schulischen Abschlusses gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG wegen der fehlenden Sachkompetenz der Finanzbeh&ouml;rden allein dem zust&auml;ndigen inl&auml;ndischen Landesministerium (z.B. dem Schul- oder Kultusministerium), der KMK oder der zust&auml;ndigen inl&auml;ndischen Zeugnisanerkennungsstelle obliege und die Finanzverwaltung an deren Entscheidung gebunden sei (so aber der Erlass des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2009 IV&nbsp;C&nbsp;4-S&nbsp;2221\/07\/0007, BStBl I 2009, 487, unter 1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein von dem FA geforderter Grundlagenbescheid bedarf nach Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) einer gesetzgeberischen Verfahrensentscheidung. Nach dem Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 11.&nbsp;April 2005 GrS&nbsp;2\/02 (BFHE 209, 399, BStBl II 2005, 679, unter C.4.a) ist das ein Gebot der Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Verwaltung gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes. In Einklang damit w&uuml;rden Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;1 AO durch Feststellungsbescheid nur dann gesondert festgestellt, &quot;soweit dies in diesem Gesetz oder sonst in den Steuergesetzen bestimmt ist&quot;. Die sonach gebotene und unverzichtbare Rechtsgrundlage k&ouml;nne nicht durch allgemeine Zweckm&auml;&szlig;igkeitserw&auml;gungen oder vergleichbare sinnvolle &Uuml;berlegungen ersetzt werden. Es erscheine gleicherma&szlig;en als zu weitgehend, zumindest aber als zweifelhaft, eine Grundlagenwirkung auch ohne gesetzlich angeordnete Bindungswirkung f&uuml;r m&ouml;glich zu halten, &quot;wo Sachverhalte zu beurteilen sind, die die Finanzbeh&ouml;rde mangels eigener Sachkunde nicht selbst nachzupr&uuml;fen vermag&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall bedarf es keiner Entscheidung, ob nach diesen Aussagen des Gro&szlig;en Senats des BFH ein ressortfremder Grundlagenbescheid ohne eine gesetzlich angeordnete Bindungswirkung dort f&uuml;r m&ouml;glich gehalten werden kann, wo Sachverhalte zu beurteilen sind, die die Finanzbeh&ouml;rden mangels eigener Sachkunde nachzupr&uuml;fen nicht in der Lage sind (so aber BFH-Entscheidungen vom 20.&nbsp;August 2009 V&nbsp;R&nbsp;25\/08, BFHE 226, 479, BStBl II 2010, 15, Rz&nbsp;28, und wohl auch vom 26.&nbsp;Oktober 2011 VII&nbsp;R&nbsp;64\/10, BFH\/NV 2012, 712, Rz&nbsp;10). Hat n&auml;mlich der Gesetzgeber &#8211;wie bei der streitgegenst&auml;ndlichen Regelung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG&#8211; bewusst und ausdr&uuml;cklich von der gesetzlichen Anordnung eines Grundlagenbescheides Abstand genommen, muss dieser gesetzgeberische Wille respektiert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Im Gegensatz zum FA vermag der Senat hierin keinen Versto&szlig; gegen den Gleichheitssatz zu erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Gesetzgeber ist in der Entscheidung dar&uuml;ber, was steuerlich gef&ouml;rdert werden soll, weitgehend frei. Zwar bleibt er auch hier an den Gleichheitssatz gebunden. Das bedeutet aber nur, dass er seine Leistungen nicht nach unsachlichen Gesichtspunkten, also nicht willk&uuml;rlich verteilen darf. Sachbezogene Gesichtspunkte aber stehen ihm im weitesten Umfang zu Gebote; solange die Regelung sich auf eine der Lebenserfahrung nicht geradezu widersprechende W&uuml;rdigung der jeweiligen Lebensverh&auml;ltnisse st&uuml;tzt, insbesondere der Kreis der von der Ma&szlig;nahme Beg&uuml;nstigten sachgerecht abgegrenzt ist, kann sie von der Verfassung her nicht beanstandet werden (st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211;, vgl. statt vieler BVerfG-Urteil vom 20.&nbsp;April 2004&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;905\/00, 1&nbsp;BvR&nbsp;1748\/99, BVerfGE 110, 274, unter C.I.4., m.w.N.; s.a. Senatsurteil vom 6.&nbsp;April 2016 X&nbsp;R&nbsp;42\/14, BFH\/NV 2016, 1157, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Grundgedanken sind auch f&uuml;r die unterschiedlichen Nachweiserfordernisse in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 und 3 EStG nutzbar zu machen. Der Gesetzgeber ist ebenso frei, zu entscheiden, welche Unterlagen er als Nachweis f&uuml;r eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Vorbereitung auf einen anerkannten Abschluss i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG fordert. Wenn er hierbei im Gegensatz zu Satz&nbsp;2 auf eine verbindliche Entscheidung durch eine der in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 EStG genannten Beh&ouml;rden verzichtet und die Finanzbeh&ouml;rden mit der Pr&uuml;fung betraut, mag das vielleicht nicht zweckm&auml;&szlig;ig sein, eine Willk&uuml;r ist hierin aber nicht zu erkennen. Es bleibt dem zust&auml;ndigen Finanzamt zudem unbenommen, sich mit den Schulbeh&ouml;rden in Verbindung zu setzen und deren Einsch&auml;tzung zur Erf&uuml;llung der schulischen Kriterien, hier der ordnungsgem&auml;&szlig;en Vorbereitung auf einen anerkannten Abschluss, bei seiner Entscheidung zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Dem gefundenen Ergebnis steht das Senatsurteil in BFH\/NV 2015, 320 nicht entgegen. In diesem Urteil weist der Senat darauf hin, dass mit der Zeugnisanerkennungsstelle lediglich die Beh&ouml;rde bezeichnet wird, die im jeweiligen Bundesland die von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz 2 und 3 EStG genannten Verwaltungsakte (Anerkennungs- oder Gleichwertigkeitsbescheide) zu erlassen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem dortigen Verfahren war indes nicht die Frage streitgegenst&auml;ndlich, ob zum Nachweis der ordnungsgem&auml;&szlig;en Vorbereitung durch eine private schulische Einrichtung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG ein Grundlagenbescheid notwendig ist, sondern das Problem, wie die Zeugnisanerkennungsstelle gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 EStG in einem Bundesland ohne zentrale Zeugnisanerkennungsstelle zu ermitteln ist. Nur aus diesem Zusammenhang heraus ist die zitierte Textpassage zu verstehen. Der Senat wollte in diesem Urteil erkennbar keine verbindliche Aussage zu dem Erfordernis eines Anerkennungsbescheides bei dem nicht streitgegenst&auml;ndlichen &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist im Streitfall aufgrund der ihm vorliegenden Informationen in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise zu dem Ergebnis gekommen, dass X auf einen Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 EStG ordnungsgem&auml;&szlig; vorbereitet und so die Voraussetzungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;3 EStG erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu den Einrichtungen, die auf einen Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss ordnungsm&auml;&szlig;ig vorbereiten, k&ouml;nnen nur solche geh&ouml;ren, die nach einem staatlich vorgegebenen, genehmigten oder beaufsichtigten Lehrplan ausbilden (so bereits der Finanzausschuss, BTDrucks 16\/11108, S.&nbsp;12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG sah im Streitfall diese Voraussetzung als erf&uuml;llt an, da der Vollzeitunterricht nach den entsprechenden Lehrpl&auml;nen des KM von qualifizierten Lehrkr&auml;ften durchgef&uuml;hrt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese finanzgerichtliche Tatsachenw&uuml;rdigung des FG ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO revisionsrechtlich f&uuml;r den erkennenden Senat bindend, weil sie verfahrensfehlerfrei zustande gekommen ist, nicht gegen allgemeine Erfahrungss&auml;tze oder Denkgesetze verst&ouml;&szlig;t und &#8211;wenn auch nicht zwingend&#8211; so doch m&ouml;glich ist (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;November 2013 XI&nbsp;B&nbsp;99\/12, BFH\/NV 2014, 366, Rz&nbsp;13, und vom 18.&nbsp;Februar 2014 III&nbsp;B&nbsp;118\/13, BFH\/NV 2014, 897, Rz&nbsp;10, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.6.2017, X R 26\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.200617.XR26.15.0 Abzugsf&auml;higkeit von Schulgeldzahlungen an andere Einrichtungen i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 Satz 3 EStG &#8211; Nachweiserfordernisse Leits&auml;tze Die Pr&uuml;fung und Feststellung der schulrechtlichen Kriterien in Bezug auf die ordnungsgem&auml;&szlig;e Vorbereitung eines schulischen Abschlusses gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 Satz 3 EStG obliegt nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-26-15-abzugsfaehigkeit-von-schulgeldzahlungen-an-andere-einrichtungen-is-des-par-10-abs-1-nr-9-satz-3-estg-nachweiserfordernisse\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;26\/15 &#8211; Abzugsf&auml;higkeit von Schulgeldzahlungen an andere Einrichtungen i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 Satz 3 EStG &#8211; Nachweiserfordernisse<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68029","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68029","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68029"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68029\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68029"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68029"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68029"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}