{"id":68037,"date":"2017-12-01T10:10:17","date_gmt":"2017-12-01T08:10:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68037"},"modified":"2017-12-01T10:10:17","modified_gmt":"2017-12-01T08:10:17","slug":"v-r-2-17-zu-den-anforderungen-an-das-kennenmuessen-nach-par-25d-abs-1-ustg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-2-17-zu-den-anforderungen-an-das-kennenmuessen-nach-par-25d-abs-1-ustg\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;2\/17 &#8211; Zu den Anforderungen an das &quot;Kennenm&uuml;ssen&quot; nach &sect; 25d Abs. 1 UStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.8.2017, V R 2\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.100817.VR2.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zu den Anforderungen an das &quot;Kennenm&uuml;ssen&quot; nach &sect; 25d Abs. 1 UStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Das &quot;Kennenm&uuml;ssen&quot; i.S. des &sect; 25d Abs. 1 UStG muss sich im Rahmen eines konkreten Leistungsbezugs auf Anhaltspunkte beziehen, die f&uuml;r den Unternehmer den Schluss nahelegen, dass der Rechnungsaussteller bereits bei Vertragsschluss die Absicht hatte, die Umsatzsteuer nicht abzuf&uuml;hren.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 9. Juni 2016&nbsp;&nbsp;11 K 10303\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) betreibt einen Fahrzeughandel und bezog von der X-GmbH Fahrzeuge und Container, &uuml;ber deren Lieferung die X-GmbH mit Rechnungen vom 3.&nbsp;Januar 2012 (&#8230;&nbsp;EUR zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR) und vom 5.&nbsp;Januar 2012 (&#8230;&nbsp;EUR zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR) abrechnete. Die Umsatzsteuer f&uuml;r Januar 2012 wurde von der X-GmbH in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR nicht entrichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der X-GmbH war Y, der in der Vergangenheit bereits f&uuml;r mehrere andere Unternehmen aufgetreten war, zu denen die Kl&auml;gerin Gesch&auml;ftsbeziehungen unterhielt. Gegen Y wurde seit 2008 durch die Steuerfahndung wegen einer Vielzahl von F&auml;llen der Umsatzsteuerhinterziehung ermittelt. Mit Urteil vom 17.&nbsp;Januar 2014 verurteilte das Landgericht Y wegen Hinterziehung der Umsatzsteuer aus den Lieferungen an die Kl&auml;gerin vom 3. und 5.&nbsp;Januar 2012.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuerfahndung hatte die Kl&auml;gerin sp&auml;testens am 11.&nbsp;Januar 2012 &uuml;ber die Ermittlungsverfahren in Kenntnis gesetzt. Ob die Kl&auml;gerin bereits zuvor von den Ermittlungsverfahren Kenntnis hatte, war zwischen den Beteiligten streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm die Kl&auml;gerin mit dem streitbefangenen Haftungsbescheid nach &sect;&nbsp;25d des Umsatzsteuergesetzes (UStG) in Haftung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) unterstellte dabei als wahr, dass die Kl&auml;gerin seit 15.&nbsp;Oktober 2008 positive Kenntnis von steuerstrafrechtlichen Ermittlungen gegen Y gehabt habe. Das FA m&uuml;sse aber die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG darlegen und nachweisen; das sei ihm nicht gelungen. Es gebe keinen Erfahrungssatz, dass jemand, der einmal Umsatzsteuer nicht entrichtet habe, sp&auml;ter anl&auml;sslich eines anderen Gesch&auml;ftsvorfalles die vorgefasste Absicht habe, die Umsatzsteuer erneut nicht zu entrichten. Im &Uuml;brigen habe zugunsten des Y bis zu seiner Verurteilung im Jahr 2014 die Unschuldsvermutung gegolten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision. Die Kl&auml;gerin habe i.S. des &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG nach der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns von der vorgefassten Absicht der X-GmbH, die Umsatzsteuer aus den Ums&auml;tzen an die Kl&auml;gerin nicht zu entrichten, Kenntnis haben m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und wird deshalb zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass das Vorliegen der Voraussetzungen einer Inanspruchnahme der Kl&auml;gerin im Haftungswege nach &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG nicht nachgewiesen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG f&uuml;hrt zur Haftung des Unternehmers aus einem vorangegangenen Umsatz, soweit der Aussteller der Rechnung entsprechend seiner vorgefassten Absicht die ausgewiesene Steuer nicht entrichtet hat und der Unternehmer bei Abschluss des Vertrags &uuml;ber seinen Eingangsumsatz davon Kenntnis hatte oder nach der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns h&auml;tte haben m&uuml;ssen. Die Darlegungs- und Beweislast f&uuml;r das Vorliegen der Merkmale des &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG tr&auml;gt das FA (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 28.&nbsp;Februar 2008 V&nbsp;R&nbsp;44\/06, BFHE 221, 415, BStBl II 2008, 586, unter II.4.a; Schwarz in Schwarz\/Widmann\/Radeisen, UStG, &sect;&nbsp;25d Rz&nbsp;35; Mann in K&uuml;ffner\/ St&ouml;cker\/Zugmaier, UStG, &sect;&nbsp;25d Rz&nbsp;31; Zugmaier\/Kaiser in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, &sect;&nbsp;25d UStG Rz&nbsp;64; Schuska, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Mehrwertsteuerrecht &#8211;MwStR&#8211; 2015, 323, 324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, dass die Voraussetzungen einer Inanspruchnahme der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG nicht erf&uuml;llt sind. Das FA hat nicht nachgewiesen, dass die Kl&auml;gerin von einer etwaigen vorgefassten Absicht des Y Kenntnis hatte oder nach der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns Kenntnis h&auml;tte haben m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Selbst wenn man mit dem FG die Kenntnis der Kl&auml;gerin von steuerstrafrechtlichen Ermittlungen gegen Y unterstellt, folgt hieraus nicht, dass sie von dessen Absicht wusste, die Umsatzsteuer aus dem Liefergesch&auml;ft mit ihr nicht abzuf&uuml;hren. Zum einen gilt, worauf das FG zutreffend hingewiesen hat, bis zur Verurteilung des Y die Unschuldsvermutung. Zum anderen folgt selbst aus steuerstrafrechtlich bedeutsamen Verhalten bei anderen Gesch&auml;ftsvorf&auml;llen nicht der sichere Schluss auf die Absicht, auch bei zuk&uuml;nftigen Ums&auml;tzen die Umsatzsteuer zu hinterziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ferner trafen die Kl&auml;gerin selbst bei Kenntnis von steuerstrafrechtlichen Ermittlungen gegen Y keine Sorgfaltspflichten hinsichtlich einer Hinterziehungsabsicht des Y. Denn an das Kennenm&uuml;ssen i.S. des &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG sind, wenn &#8211;wie hier&#8211; die Regelvermutung des &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;2 UStG nicht eingreift, strenge Anforderungen zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG muss den allgemeinen Rechtsgrunds&auml;tzen, die Teil der Gemeinschaftsrechtsordnung sind und zu denen u.a. die Grunds&auml;tze der Rechtssicherheit und der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit geh&ouml;ren, gen&uuml;gen (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; Federation of Technological Industries u.a. vom 11.&nbsp;Mai 2006 C-384\/04, EU:C:2006:309, Rz&nbsp;29). Die Regelung darf also nicht &uuml;ber das hinausgehen, was erforderlich ist, um die Anspr&uuml;che des Staates m&ouml;glichst wirksam zu sch&uuml;tzen. Zudem d&uuml;rfen Wirtschaftsteilnehmer, die alle Ma&szlig;nahmen treffen, die vern&uuml;nftigerweise von ihnen verlangt werden k&ouml;nnten, um sicherzustellen, dass ihre Ums&auml;tze nicht zu einer Lieferkette geh&ouml;rten, die einen mit einem Mehrwertsteuerbetrug behafteten Umsatz einschlie&szlig;t, f&uuml;r die Zahlung der von einem anderen Steuerpflichtigen geschuldeten Steuer nicht gesamtschuldnerisch in Anspruch genommen werden (EuGH-Urteil Federation of Technological Industries u.a., EU:C:2006:309, Rz&nbsp;33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Annahme, dass einem Steuerpflichtigen bereits bei blo&szlig;er Kenntnis von steuerstrafrechtlichen Ermittlungen gegen einen Vertragspartner erh&ouml;hte Sorgfaltspflichten obliegen, w&uuml;rde trotz der dem Unternehmer zukommenden Aufgabe, &ouml;ffentliche Gelder als &quot;Steuereinnehmer f&uuml;r Rechnung des Staates&quot; (dazu EuGH-Urteile Balocchi vom 20.&nbsp;Oktober 1993 C-10\/92, EU:C:1993:846, Rz&nbsp;25, und Netto Supermarkt vom 21.&nbsp;Februar 2008 C-271\/06, EU:C:2008:105, Rz&nbsp;21; BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 2013 V&nbsp;R&nbsp;31\/12, BFHE 243, 451, BStBl II 2015, 674, Rz&nbsp;21) zu vereinnahmen, gegen den Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz versto&szlig;en (vgl. EuGH-Urteile Farkas vom 26.&nbsp;April 2017 C-564\/15, EU:C:2017:302, Rz&nbsp;59&nbsp;f.; Maya Marinova vom 5.&nbsp;Oktober 2016 C-576\/15, EU:C:2016:740, Rz&nbsp;44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn eine am Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz orientierte Auslegung des &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG f&uuml;hrt dazu, dass sich das Kennenm&uuml;ssen i.S. des &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG auf Anhaltspunkte bezieht, die f&uuml;r den Unternehmer im Rahmen eines konkreten Leistungsbezugs den Schluss nahelegen, dass der Rechnungsaussteller bereits bei Vertragsschluss die Absicht hatte, die Umsatzsteuer nicht abzuf&uuml;hren. Hierf&uuml;r gibt es vorliegend in Bezug auf die konkreten Eingangsleistungen, die haftungsbegr&uuml;ndend sein sollen, aber weder nach den Feststellungen des FG noch nach Aktenlage oder nach dem Vortrag des FA irgendwelche Anhaltspunkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG nicht vorliegen, braucht der Senat nicht dar&uuml;ber zu entscheiden, in welchem Verh&auml;ltnis eine Haftung nach &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG zu einer Versagung des Vorsteuerabzugs nach den Grunds&auml;tzen der vom BFH &uuml;bernommenen Rechtsprechung des EuGH (vgl. hierzu z.B. EuGH-Urteile Italmoda u.a. vom 18.&nbsp;Dezember 2014 C-131\/13, C-163\/13, C-164\/13, EU:C:2014:2455; Optigen u.a. vom 12.&nbsp;Januar 2006 C-354\/03, C-355\/03, C-484\/03, EU:C:2006:16; Kittel und Recolta Recycling vom 6.&nbsp;Juli 2006 C-439\/04, 440\/04, EU:C:2006:446; BFH-Urteile vom 12.&nbsp;August 2009 XI&nbsp;R&nbsp;48\/07, BFH\/NV 2010, 259; vom 19.&nbsp;April 2007 V&nbsp;R&nbsp;48\/04, BFHE 217, 194, BStBl II 2009, 315) steht und ob &uuml;berhaupt eine Kumulation von Vorsteuerversagung und Haftung nach &sect;&nbsp;25d Abs.&nbsp;1 UStG in Betracht kommen kann (vgl. hierzu z.B. Dr&uuml;en, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2016, 777; Grube, MwStR 2013, 8; Heuermann, Deutsches Steuerrecht 2015, 1416; Treiber, MwStR 2015, 626; W&auml;ger, UR 2015, 81).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.8.2017, V R 2\/17ECLI:DE:BFH:2017:U.100817.VR2.17.0 Zu den Anforderungen an das &quot;Kennenm&uuml;ssen&quot; nach &sect; 25d Abs. 1 UStG Leits&auml;tze Das &quot;Kennenm&uuml;ssen&quot; i.S. des &sect; 25d Abs. 1 UStG muss sich im Rahmen eines konkreten Leistungsbezugs auf Anhaltspunkte beziehen, die f&uuml;r den Unternehmer den Schluss nahelegen, dass der Rechnungsaussteller bereits bei Vertragsschluss die Absicht hatte, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-2-17-zu-den-anforderungen-an-das-kennenmuessen-nach-par-25d-abs-1-ustg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;2\/17 &#8211; Zu den Anforderungen an das &quot;Kennenm&uuml;ssen&quot; nach &sect; 25d Abs. 1 UStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68037","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68037"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68037\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}