{"id":68045,"date":"2017-12-01T10:10:22","date_gmt":"2017-12-01T08:10:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68045"},"modified":"2017-12-01T10:10:22","modified_gmt":"2017-12-01T08:10:22","slug":"vi-r-4-16-nachtraegliche-herabsetzung-eines-zivilrechtlich-wirksam-vereinbarten-ruhegehalts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-4-16-nachtraegliche-herabsetzung-eines-zivilrechtlich-wirksam-vereinbarten-ruhegehalts\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;4\/16 &#8211; Nachtr&auml;gliche Herabsetzung eines zivilrechtlich wirksam vereinbarten Ruhegehalts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.8.2017, VI R 4\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.230817.VIR4.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachtr&auml;gliche Herabsetzung eines zivilrechtlich wirksam vereinbarten Ruhegehalts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Verzichtet ein Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer gegen&uuml;ber seiner Kapitalgesellschaft auf eine bereits erdiente (werthaltige) Pensionsanwartschaft, ist darin nur dann keine verdeckte Einlage zu sehen, wenn auch ein fremder Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer unter sonst gleichen Umst&auml;nden die Pensionsanwartschaft aufgegeben h&auml;tte.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wurzelt die Zusage der Altersversorgung im Anstellungsvertrag, f&uuml;hrt der Verzicht auf die erdiente und werthaltige Anwartschaft zu einem Lohnzufluss in H&ouml;he des Teilwerts.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Insoweit handelt es sich um eine Verg&uuml;tung f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit, bei der die Anwendung der F&uuml;nftelregelung (&sect; 34 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 4 EStG) in Betracht kommt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 22. Dezember 2015&nbsp;&nbsp;8 K 380\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die f&uuml;r das Streitjahr (2003) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war im Streitjahr alleiniger Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der &#8230; GmbH (GmbH). Mit dieser hatte er im November 1989 einen Anstellungsvertrag geschlossen, nach welchem er ein Gesch&auml;ftsf&uuml;hrergehalt in H&ouml;he von monatlich 20.000&nbsp;DM, ein dreizehntes Monatsgehalt als Weihnachtsgeld sowie eine Tantieme erhielt, deren H&ouml;he in einer gesonderten Tantiemezusage vom selben Tag geregelt wurde. Zudem sah der Anstellungsvertrag vor, dass der Kl&auml;ger bei Vollendung des 65.&nbsp;Lebensjahres und Ausscheiden aus der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung eine Pension auf Lebenszeit in H&ouml;he von 45&nbsp;% seiner ihm zuletzt gezahlten monatlichen Bez&uuml;ge erhalten sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In zwei Nachtr&auml;gen zum Anstellungsvertrag wurde das Gehalt des Kl&auml;gers zun&auml;chst ab Januar 1992 auf monatlich 39.000&nbsp;DM und ab September 1994 auf nun 60.000&nbsp;DM monatlich erh&ouml;ht. Mit Wirkung ab 1.&nbsp;Januar 1998 erfolgte eine Herabsetzung des Gehalts auf 34.000&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 18.&nbsp;Januar 1998 schlossen der Kl&auml;ger und die GmbH zudem einen Pensionsvertrag, mit dem ihm bei Ausscheiden aus den Diensten der Gesellschaft (Beendigung des Dienstverh&auml;ltnisses) nach Vollendung des 65.&nbsp;Lebensjahres (vertragliches Pensionsalter), bei Inanspruchnahme eines vorgezogenen Altersruhegelds oder bei Invalidit&auml;t eine betriebliche Altersversorgung (Ruhegehalt) in H&ouml;he von 22.000&nbsp;DM monatlich zugesagt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Fall des vorzeitigen Ausscheidens sah &sect;&nbsp;4 des Pensionsvertrags vor, dass dem Kl&auml;ger &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob zu diesem Zeitpunkt ein gesetzlich unverfallbarer Anspruch nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) bestand&#8211; die Anwartschaft auf die zugesagten Versorgungsleistungen auch dann erhalten blieb, wenn weder der Invalidit&auml;tsfall eingetreten war noch der Kl&auml;ger das vorgezogene Altersruhegeld in Anspruch nahm. In diesem Fall berechnete sich die H&ouml;he der Anwartschaft in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 BetrAVG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In &sect;&nbsp;9 des Pensionsvertrags behielt sich die GmbH f&uuml;r den Fall, dass sich die bei der Erteilung der Pensionszusage ma&szlig;gebenden Verh&auml;ltnisse nachhaltig so wesentlich ge&auml;ndert haben sollten, dass ihr die Aufrechterhaltung der zugesagten Leistungen auch unter objektiver Beachtung der Belange des Ruhegehaltsberechtigten nicht mehr zugemutet werden k&ouml;nne, vor, diese zu k&uuml;rzen oder einzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Wirkung ab 1.&nbsp;Dezember 2002 wurde das Gehalt des Kl&auml;gers auf nunmehr 5.800&nbsp;EUR herabgesetzt. Mit &quot;Nachtrag zum Pensionsvertrag vom 18.&nbsp;Januar 1998&quot; vom 30.&nbsp;Dezember 2003 vereinbarten der Kl&auml;ger und die GmbH schlie&szlig;lich Folgendes:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Im Hinblick auf das zuletzt bezogene Gehalt mit EUR&nbsp;5.800,00 k&auml;me es zu einer &Uuml;berversorgung des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers unter Ber&uuml;cksichtigung der Zusage gem&auml;&szlig; dem Pensionsvertrag vom 18.01.1998.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; dem Urteil des BFH vom 13.11.1975 &#8211; IV&nbsp;R&nbsp;170\/73 &#8211; passen die Vertragsparteien das monatliche Ruhegehalt ab 2003 auf 75&nbsp;% des zuletzt bezogenen Gehalts zur Vermeidung der &Uuml;berversorgung an, mithin auf EUR&nbsp;4.350,00.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die R&uuml;ckstellung f&uuml;r die Pension des Kl&auml;gers war im Jahresabschluss der GmbH f&uuml;r das Jahr 2002 mit 813.132&nbsp;EUR ausgewiesen. Aufgrund der &Auml;nderung des Pensionsvertrags l&ouml;ste die GmbH die R&uuml;ckstellung im Jahresabschluss f&uuml;r das Streitjahr teilweise auf und ber&uuml;cksichtigt diese nur noch mit 339.971&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr erkl&auml;rten die Kl&auml;ger aus dem Dienstverh&auml;ltnis zu der GmbH Einnahmen des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in H&ouml;he von 69.000&nbsp;EUR. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;hrte die Veranlagung zun&auml;chst antragsgem&auml;&szlig;, aber unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung (&sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung) durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine bei der GmbH durchgef&uuml;hrte Au&szlig;enpr&uuml;fung erlie&szlig; das FA einen ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid und erh&ouml;hte die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit um 151.284&nbsp;EUR. Den dagegen eingelegten Einspruch wies das FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Anschluss erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1077 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene FG-Urteil aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2003 vom 9.&nbsp;Februar 2017 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit um 151.284&nbsp;EUR gemindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;ger ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Rechtssache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das angefochtene Urteil ist bereits aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben, da sich w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der Verfahrensgegenstand, &uuml;ber dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit das FG zu entscheiden hatte, ge&auml;ndert hat (&sect;&nbsp;127 FGO). Das FG hat &uuml;ber den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2003 vom 12.&nbsp;August 2009 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 23.&nbsp;November 2009 entschieden. An dessen Stelle ist w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der &Auml;nderungsbescheid vom 9.&nbsp;Februar 2017 getreten, der nach &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO Gegenstand des Verfahrens geworden ist. Damit liegt dem FG-Urteil ein nicht mehr existierender Bescheid zugrunde. Das angefochtene Urteil ist daher gegenstandslos geworden und aufzuheben (s. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 28.&nbsp;Mai 2015 IV&nbsp;R&nbsp;27\/12, BFHE 249, 544, BStBl II 2015, 837). Da sich durch die Bescheid&auml;nderung hinsichtlich des streitigen Punkts keine &Auml;nderungen ergeben und die Kl&auml;ger auch keinen weiter gehenden Antrag gestellt haben, bedarf es allein insoweit keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 FGO. Das finanzgerichtliche Verfahren leidet nicht an einem Verfahrensmangel, so dass die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen durch die Aufhebung des Urteils nicht weggefallen sind; sie bilden nach wie vor die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des Senats in der Sache (s. Senatsurteil vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 VI&nbsp;R&nbsp;29\/05, BFH\/NV 2007, 1076).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die W&uuml;rdigung des FG, dass dem Kl&auml;ger durch den Verzicht auf bereits erdiente (werthaltige) Pensionsanspr&uuml;che vorliegend Arbeitslohn in H&ouml;he von 151.284&nbsp;EUR zugeflossen ist, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Arbeitslohn ist i.S. des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) mit der Erlangung der wirtschaftlichen Verf&uuml;gungsmacht zugeflossen. Zu einem Zufluss von Einnahmen i.S. des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 EStG kann es aber auch bei einem Forderungsverzicht durch den Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft kommen, soweit mit ihm eine verdeckte Einlage erbracht wird (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 9.&nbsp;Juni 1997 GrS&nbsp;1\/94, BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine verdeckte Einlage liegt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH vor, wenn ein Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person der Gesellschaft einen einlagef&auml;higen Verm&ouml;gensvorteil zuwendet, ohne dass der Gesellschafter hierf&uuml;r neue Gesellschaftsanteile erh&auml;lt, und wenn diese Zuwendung ihre Ursache im Gesellschaftsverh&auml;ltnis hat. Letztere Voraussetzung ist gegeben, wenn ein Nichtgesellschafter der Gesellschaft den Verm&ouml;gensvorteil bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nicht einger&auml;umt h&auml;tte (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Juli 2005 X&nbsp;R&nbsp;22\/02, BFHE 210, 345, BStBl II 2006, 457, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Als verdeckte Einlagen sind nur Wirtschaftsg&uuml;ter geeignet, die das Verm&ouml;gen der Kapitalgesellschaft vermehrt haben, sei es durch den Ansatz oder die Erh&ouml;hung eines Aktivpostens, sei es durch den Wegfall oder die Verminderung eines Passivpostens (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;November 2003 IV&nbsp;R&nbsp;10\/01, BFHE 204, 438, BStBl II 2004, 416, m.w.N.). Ob das Verm&ouml;gen der Kapitalgesellschaft durch den Ansatz oder die Erh&ouml;hung eines Aktivpostens oder durch den Wegfall oder die Verminderung eines Passivpostens vermehrt ist, bestimmt sich nach Bilanzrecht (BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Mai 1984 I&nbsp;R&nbsp;166\/78, BFHE 141, 176, BStBl II 1984, 747; vom 22.&nbsp;November 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;133\/82, BFHE 140, 69, und vom 22.&nbsp;November 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;37\/79, BFHE 140, 63). Insofern ist ma&szlig;geblich, inwieweit Bilanzposten in eine Bilanz h&auml;tten eingestellt werden m&uuml;ssen, die zum Zeitpunkt des Verzichts erstellt worden w&auml;re (vgl. BFH-Urteil in BFHE 141, 176, BStBl II 1984, 747; Senatsurteil vom 15.&nbsp;Mai 2013 VI&nbsp;R&nbsp;24\/12, BFHE 241, 287, BStBl II 2014, 495).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dies gilt auch, wenn der Gesellschafter (ganz oder teilweise) auf einen (werthaltigen) Pensionsanspruch verzichtet. Indem er auf seine im Zeitablauf als Verg&uuml;tung f&uuml;r erbrachte Leistungen erdiente Anwartschaft verzichtet, wendet er der Kapitalgesellschaft einen Verm&ouml;gensvorteil zu. Die Kapitalgesellschaft wird im Gegenzug von ihrer Verpflichtung auf Alters-, Invalidit&auml;ts- und Hinterbliebenenversorgung befreit und hat die insoweit gebildete R&uuml;ckstellung nach &sect;&nbsp;6a EStG aufzul&ouml;sen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein solcher Verzicht auf eine bereits erdiente werthaltige Pensionsanwartschaft ist regelm&auml;&szlig;ig durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst und daher eine verdeckte Einlage. Eine andere Wertung kommt nur in Betracht, wenn auch ein fremder Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer unter sonst gleichen Umst&auml;nden die Pensionsanwartschaft aufgegeben h&auml;tte. Dies kann nur in seltenen Ausnahmef&auml;llen angenommen werden. Denn selbst wenn sich die wirtschaftliche Lage der Kapitalgesellschaft nach Zusage des Ruhegehalts wesentlich verschlechtert, wird ein fremder Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer regelm&auml;&szlig;ig nur dann auf eine bereits erdiente (werthaltige) Pensionsanwartschaft verzichten, wenn die Versorgungszusage eine Widerrufsm&ouml;glichkeit f&uuml;r diesen Fall vorsieht oder die Kapitalgesellschaft aus anderen Gr&uuml;nden einen Anspruch auf Anpassung der Versorgungszusage auch f&uuml;r die Vergangenheit hat (Gosch KStG, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1109; BFH-Urteil vom 8.&nbsp;November 2000 I&nbsp;R&nbsp;70\/99, BFHE 193, 422, BStBl II 2005, 653).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nichts anderes gilt, wenn der &quot;Pensionsverzicht&quot; mit einer dauerhaften K&uuml;rzung der Aktivverg&uuml;tung einhergeht (Gosch, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1110). Auch in diesem Fall wird ein fremder Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nur dann auf den bereits unverfallbaren Teil seiner Versorgungsanwartschaft verzichten, wenn er hierzu rechtlich verpflichtet ist. Dies gilt unabh&auml;ngig davon, ob und inwieweit sich die Gehaltsminderung auf die bisherige Bilanzierung der Pensionsverpflichtung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6a EStG auswirkt. Denn selbst wenn die Absenkung der Aktivverg&uuml;tung zu einer teilweisen Aufl&ouml;sung der bisherigen Pensionsr&uuml;ckstellung beim Arbeitgeber gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6a EStG f&uuml;hrte, n&auml;hme dies ein fremder Arbeitnehmer nicht zum Anlass, den bereits erdienten Teil der Versorgungsanwartschaft aufzugeben, zumal auch der Verzicht auf die Versorgungsanwartschaft ebenfalls zur Aufl&ouml;sung der hierf&uuml;r gebildeten R&uuml;ckstellung f&uuml;hrt. Dessen ungeachtet f&uuml;hrt die Minderung des Aktivgehalts zwar regelm&auml;&szlig;ig zu einer &Uuml;berversorgung des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers i.S. des &sect;&nbsp;6a EStG, sofern die Altersversorgung nicht entsprechend gesenkt wird (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Dezember 2016 I&nbsp;R&nbsp;4\/15, BFHE 256, 483, BStBl II 2017, 678); dies gilt jedoch nicht f&uuml;r bereits erdiente Anwartschaften, die bis zur Absenkung der Aktivbez&uuml;ge nicht &uuml;berversorgend waren (BFH-Urteil in BFHE 256, 483, BStBl II 2017, 678, Rz&nbsp;26; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 3.&nbsp;November 2004, BStBl I 2004, 1045, Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Bewertung der Einlage erfolgt mit dem Teilwert der Pensionsanwartschaft des Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers und nicht etwa in H&ouml;he des nach &sect;&nbsp;6a EStG ermittelten &quot;Teilwerts&quot; der Pensionsverbindlichkeit der Kapitalgesellschaft (BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Oktober 1997 I&nbsp;R&nbsp;23\/93, BFH\/NV 1998, 826; s.a. BMF-Schreiben vom 14.&nbsp;August 2012, BStBl I 2012, 874).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Bei Heranziehung dieser Grunds&auml;tze ist die W&uuml;rdigung des FG, der Kl&auml;ger habe durch die mit der GmbH vereinbarte Herabsetzung der ihm zugesagten Pension aus gesellschaftsrechtlichen Gr&uuml;nden teilweise auf seine werthaltige Pensionsforderung verzichtet, wodurch ihm Arbeitslohn in H&ouml;he von 151.284&nbsp;EUR zugeflossen sei, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) haben der Kl&auml;ger und die GmbH am 30.&nbsp;Dezember 2003 in einem Nachtrag zum Pensionsvertrag vom 18.&nbsp;Januar 1998 diesen insoweit ge&auml;ndert, als das zuletzt mit 22.000&nbsp;DM zugesagte monatliche Ruhegehalt auf nunmehr 4.350&nbsp;EUR herabgesetzt wurde. Anlass hierf&uuml;r war die im Dezember 2002 vorgenommene Gehaltsabsenkung auf 5.800&nbsp;EUR und die von der GmbH und dem Kl&auml;ger damit verbundene sog. &Uuml;berversorgung (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2012 I&nbsp;R&nbsp;56\/11, BFHE 236, 74, BStBl II 2012, 665).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat weiter festgestellt, dass es sich insoweit um einen Verzicht auf im Zeitpunkt der &Auml;nderungsvereinbarung bereits erdiente (und angesichts der Vereinbarung zum vorzeitigen Ausscheiden in &sect;&nbsp;4 des Pensionsvertrags i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 BetrAVG ratierlich unverfallbare) Anspr&uuml;che gehandelt hat. Durchgreifende Verfahrensr&uuml;gen machen die Kl&auml;ger insoweit nicht geltend. Zwar bestreiten sie, dass im Streitfall ein &quot;Pensionsverzicht&quot; gegeben sei. Dabei stellen sie indes f&auml;lschlicherweise auf die bereits Ende des Jahres 2002 erfolgte Minderung des laufenden Gehalts ab und &uuml;bersehen, dass die Ende des Streitjahres vorgenommene Absenkung der Versorgung von zuletzt 11.248&nbsp;EUR (22.000&nbsp;DM) auf nur noch 4.350&nbsp;EUR hiervon unabh&auml;ngig zu beurteilen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Bewertung des Verzichts mit 151.284&nbsp;EUR ist in Bezug auf Ermittlung und Werthaltigkeit im &Uuml;brigen zwischen den Beteiligten unstreitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auch die W&uuml;rdigung des FG, der Verzicht sei im Streitfall gesellschaftsrechtlich veranlasst, ist nicht zu beanstanden. Die GmbH hat dem Kl&auml;ger zivilrechtlich wirksam mit Vertrag vom 18.&nbsp;Januar 1998 ein Ruhegehalt in H&ouml;he von 22.000&nbsp;DM nach Vollendung des 65.&nbsp;Lebensjahres, bei Invalidit&auml;t oder bei Inanspruchnahme des vorgezogenen Altersruhegelds zugesagt. Dieser Anspruch war nach &sect;&nbsp;4 des Pensionsvertrags sofort unverfallbar (vgl. auch Gosch, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1082 und 1099a). Eine M&ouml;glichkeit, sich von dieser Verpflichtung zu l&ouml;sen, er&ouml;ffnete einzig &sect;&nbsp;9 des Pensionsvertrags. Danach konnte die GmbH die Leistungen k&uuml;rzen oder einstellen, falls sich die bei der Erteilung der Pensionszusage ma&szlig;gebenden Verh&auml;ltnisse nachhaltig so wesentlich &auml;nderten, dass ihr die Aufrechterhaltung der zugesagten Leistungen auch unter objektiver Beachtung der Belange des Ruhegehaltsberechtigten nicht mehr zugemutet werden konnte. Diese Voraussetzungen lagen im Streitfall &#8211;jedenfalls hinsichtlich der bereits erdienten&#8211; Pensionsanspr&uuml;che nicht vor. Denn nach den &#8211;von den Kl&auml;gern nicht bestrittenen&#8211; Feststellungen des FG war die GmbH ohne weiteres in der Lage, ihrer Verpflichtung aus der bisherigen Pensionszusage nachzukommen. Andere Anspruchsgrundlagen der GmbH gegen den Kl&auml;ger auf Anpassung der bereits erdienten Versorgungsanwartschaft an das ge&auml;nderte Gehalt sind nicht ersichtlich. Ein fremder Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer h&auml;tte unter diesen Umst&auml;nden nicht auf den erdienten Teil seiner Altersversorgung verzichtet. Er h&auml;tte sich allenfalls darauf eingelassen, dass sich die Anwartschaft ab dem 1.&nbsp;Dezember 2002 nach dem geminderten Gehalt richtet (sog. future service; BMF-Schreiben in BStBl I 2012, 874; kritisch Gosch, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1134c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die Annahme einer verdeckten Einlage ist nach den Ausf&uuml;hrungen unter II.2.d entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger nicht deshalb ausgeschlossen, weil die Pensionszusage angepasst wurde, um eine steuerliche &Uuml;berversorgung zu vermeiden (ebenso Briese, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2015, 635, 639; Dommermuth\/ Killat\/Linden, Altersversorgung f&uuml;r Unternehmer und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, 2016, Rz&nbsp;641). &Uuml;berdies bezieht sich der steuerrechtliche Ma&szlig;stab der sog. &Uuml;berversorgung ausschlie&szlig;lich auf die aus &sect;&nbsp;6a EStG abzuleitende, stichtagsbezogene Bewertung der Pensionsanwartschaft (st&auml;ndige Rechtsprechung seit BFH-Urteil vom 13.&nbsp;November 1975 IV&nbsp;R&nbsp;170\/73, BFHE 117, 367, BStBl II 1976, 142; zuletzt BFH-Urteile in BFHE 236, 74, BStBl II 2012, 665, und in BFHE 256, 483, BStBl II 2017, 678), was auch bei einem Versorgungsversprechen einer Kapitalgesellschaft an ihren Anteilseigner keine Frage der Veranlassung aus dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes) ist (BFH-Urteil in BFHE 256, 483, BStBl II 2017, 678; s.a. Dommermuth\/Killat\/Linden, Altersversorgung f&uuml;r Unternehmer und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, 2016, Rz&nbsp;783 am Ende; Briese, GmbHR 2015, 635).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Da die Zusage der Altersversorgung an den Kl&auml;ger im Anstellungsvertrag wurzelt, f&uuml;hrt der Verzicht auf die bereits erdiente und werthaltige Anwartschaft nach dem BFH-Beschluss in BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307 zu einem Lohnzufluss in H&ouml;he des Teilwerts (Barwerts) an den Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer in H&ouml;he von unstreitig 151.284&nbsp;EUR (ebenso Briese, GmbHR 2015, 635, 639; Dommermuth\/Killat\/Linden, Altersversorgung f&uuml;r Unternehmer und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, 2016, Rz&nbsp;577).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die fiktiv zugeflossene Pensionsanwartschaft ist &#8211;ebenso wie eine tats&auml;chlich zugeflossene Abfindung (hierzu Senatsur-teil vom 12.&nbsp;April 2007 VI&nbsp;R&nbsp;6\/02, BFHE 217, 547, BStBl II 2007, 581)&#8211; eine Verg&uuml;tung f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit des Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers. Dementsprechend kommt die Anwendung der F&uuml;nftelregelung (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG) in Betracht (Dommermuth\/Killat\/Linden, Altersversorgung f&uuml;r Unternehmer und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, 2016, Rz&nbsp;988; H&ouml;fer\/Veit\/ Verhuven, Betriebsrentenrecht (BetrAVG), Band&nbsp;II, Kap.&nbsp;44, Rz&nbsp;375, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FG hierzu keine Feststellungen getroffen hat, war die Sache an dieses zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.8.2017, VI R 4\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.230817.VIR4.16.0 Nachtr&auml;gliche Herabsetzung eines zivilrechtlich wirksam vereinbarten Ruhegehalts Leits&auml;tze 1. Verzichtet ein Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer gegen&uuml;ber seiner Kapitalgesellschaft auf eine bereits erdiente (werthaltige) Pensionsanwartschaft, ist darin nur dann keine verdeckte Einlage zu sehen, wenn auch ein fremder Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer unter sonst gleichen Umst&auml;nden die Pensionsanwartschaft aufgegeben h&auml;tte. 2. Wurzelt die Zusage der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-4-16-nachtraegliche-herabsetzung-eines-zivilrechtlich-wirksam-vereinbarten-ruhegehalts\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;4\/16 &#8211; Nachtr&auml;gliche Herabsetzung eines zivilrechtlich wirksam vereinbarten Ruhegehalts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68045","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68045","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68045"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68045\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68045"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68045"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}