{"id":68051,"date":"2017-12-01T10:11:13","date_gmt":"2017-12-01T08:11:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68051"},"modified":"2017-12-01T10:11:13","modified_gmt":"2017-12-01T08:11:13","slug":"xi-b-57-17-fortbildung-zur-fuehrungskraft-handel-nicht-mehr-teil-der-erstausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-57-17-fortbildung-zur-fuehrungskraft-handel-nicht-mehr-teil-der-erstausbildung\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;57\/17 &#8211; Fortbildung zur &quot;F&uuml;hrungskraft Handel&quot; nicht mehr Teil der Erstausbildung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.8.2017, XI B 57\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.290817.XIB57.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Fortbildung zur &quot;F&uuml;hrungskraft Handel&quot; nicht mehr Teil der Erstausbildung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Eine Fortbildung zur &quot;F&uuml;hrungskraft Handel&quot; ist nicht mehr Teil einer einheitlichen Erstausbildung, wenn zwischen dem angeblichen vorherigen Ausbildungsabschnitt und der Fortbildung ein Zeitraum von zwei Jahren liegt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts vom 13. April 2017&nbsp;&nbsp;2 K 96\/16 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist Mutter des im Jahr 1993 geborenen Sohnes S.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S absolvierte von 2009 bis zum 6.&nbsp;Juni 2012 eine Ausbildung zum Kaufmann f&uuml;r Einzelhandel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von Oktober 2012 bis September 2013 nahm er mit Erfolg an dem Junioren-Aufstiegsprogramm des X-e.V. teil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S war danach als stellvertretender Marktleiter bei E t&auml;tig. In einem Erg&auml;nzungsvertrag zum Arbeitsvertrag (Fortbildungsvertrag) &uuml;ber die Teilnahme am Programm &quot;F&uuml;hrungskraft Handel&quot; zwischen E und S unter Beteiligung des X-e.V. vom 15.&nbsp;September 2015 vereinbarten die Beteiligten mit Wirkung zum 1.&nbsp;Oktober 2015, dass S daran zum Zwecke der Fortbildung teilnimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 3.&nbsp;Dezember 2015 lehnte die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) den Antrag der Kl&auml;gerin auf Gew&auml;hrung von Kindergeld f&uuml;r S ab Oktober 2015 ab. Der Einspruch, mit dem die Kl&auml;gerin geltend machte, S sei als in Ausbildung befindliches Kind zu ber&uuml;cksichtigen, blieb erfolglos (Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;April 2016).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab und lie&szlig; die Revision nicht zu. Es f&uuml;hrte in seinem Urteil, das der Kl&auml;gerin am 19.&nbsp;April 2017 zugestellt worden ist, aus, eine Ber&uuml;cksichtigung des S scheide aus, weil es sich bei der Fortbildung &quot;F&uuml;hrungskraft Handel&quot; um eine Zweitausbildung handele und S w&auml;hrend der Zweitausbildung mehr als 20 Stunden in der Woche arbeite. Die Erstausbildung sei mit dem Abschluss der Ausbildung zum Kaufmann f&uuml;r Einzelhandel im Juni 2012 abgeschlossen gewesen. Sowohl Teilnahme am Junioren-Aufstiegsprogramm als auch die Teilnahme an der Fortbildung &quot;F&uuml;hrungskraft Handel&quot; f&uuml;hre nicht zu einem Abschluss in einem &ouml;ffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang. S erreiche mit der erfolgreichen Teilnahme keinen weiteren, h&ouml;her qualifizierten Abschluss. Es handele sich um eine typische innerbetriebliche Fortbildung. Daneben &uuml;be S eine Erwerbst&auml;tigkeit als stellvertretender Marktleiter aus. Es verbleibe eine regelm&auml;&szlig;ige w&ouml;chentliche Arbeitszeit von mehr als 20&nbsp;Stunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision, deren Begr&uuml;ndung von den Prozessbevollm&auml;chtigten am 16.&nbsp;Juni 2017 abgesandt worden ist, aber beim Bundesfinanzhof (BFH) erst am 20.&nbsp;Juni 2017 eingegangen ist, macht die Kl&auml;gerin geltend, die Revision sei zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung und wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist bei Zweifeln an ihrer Zul&auml;ssigkeit jedenfalls unbegr&uuml;ndet. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zwar ist der Kl&auml;gerin wegen &uuml;berlanger Postlaufzeit (vgl. dazu Urteil des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 1.&nbsp;Dezember 1982&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;607\/82, BVerfGE 62, 334, Rz&nbsp;10; BVerfG-Beschluss vom 11.&nbsp;November 1999&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;762\/99, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2000, 140, Rz&nbsp;7; BFH-Urteile vom 27.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;R&nbsp;26\/12, BFH\/NV 2014, 1372, Rz&nbsp;11; vom 31.&nbsp;Januar 2017 IX&nbsp;R&nbsp;19\/16, BFH\/NV 2017, 885, Rz&nbsp;22&nbsp;ff.) Wiedereinsetzung in die vers&auml;umte Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist zu gew&auml;hren. Die Voraussetzungen hierf&uuml;r hat die Kl&auml;gerin hinreichend glaubhaft gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Rechtssache hat aber keine grunds&auml;tzliche Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rbar sein (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;Juli 2014 XI&nbsp;B&nbsp;37\/14, BFH\/NV 2014, 1779, Rz&nbsp;9; vom 14.&nbsp;Juni 2016 III&nbsp;B&nbsp;132\/15, BFH\/NV 2016, 1449, Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dabei ist auch im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde zu ber&uuml;cksichtigen, ob der BFH in einem sp&auml;teren Revisionsverfahren an eine W&uuml;rdigung durch ein FG gebunden ist, weil diese aufgrund der tats&auml;chlichen Feststellungen m&ouml;glich ist und weder gegen Denkgesetze noch gegen Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;Juli 2014 XI&nbsp;B&nbsp;29\/14, BFH\/NV 2014, 1780, Rz&nbsp;22, m.w.N.). F&uuml;hren die nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG unabh&auml;ngig von der Beantwortung der aufgeworfenen Rechtsfrage zu dem vom FG vertretenen Ergebnis, ist diese mangels Entscheidungserheblichkeit nicht kl&auml;rbar (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Dezember 2014 XI&nbsp;B&nbsp;12\/14, BFH\/NV 2015, 534, Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin macht geltend, kl&auml;rungsbed&uuml;rftig sei der weite Ausbildungsbegriff der Rechtsprechung des BFH und deren Anwendung auch auf betriebsinterne Fortbildungen. Vor dem Hintergrund, dass die Berufsausbildung des S erst mit der Fortbildung zur &quot;F&uuml;hrungskraft Handel&quot; abgeschlossen sei, m&uuml;sse der weite Ausbildungsbegriff gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Jedoch ist durch die Rechtsprechung des BFH bereits gekl&auml;rt, dass der Tatbestand &quot;Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung&quot; nicht bereits mit dem ersten (objektiv) berufsqualifizierenden Abschluss (z.B. in einem &ouml;ffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang) erf&uuml;llt sein muss (vgl. BFH-Urteil vom 8.&nbsp;September 2016 III&nbsp;R&nbsp;27\/15, BFHE 255, 202, BStBl II 2017, 278, Rz&nbsp;25) was aus einer gegen&uuml;ber &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes (EStG) engeren Auslegung des Berufsausbildungsbegriffs folge (vgl. BFH-Urteil vom 3.&nbsp;September 2015 VI&nbsp;R&nbsp;9\/15, BFHE 251, 10, BStBl II 2016, 166, Rz&nbsp;15). Der Berufsausbildungsbegriff des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG und des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG ist also nicht identisch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Ferner ist durch die Rechtsprechung des BFH bereits gekl&auml;rt, dass f&uuml;r die Frage, ob bereits der erste (objektiv) berufsqualifizierende Abschluss in einem &ouml;ffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang zum Verbrauch der Erstausbildung f&uuml;hrt oder ob bei einer mehraktigen Ausbildung auch ein nachfolgender Abschluss in einem &ouml;ffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang Teil der Erstausbildung sein kann, darauf abzustellen ist, ob sich der erste Abschluss als integrativer Bestandteil eines einheitlichen Ausbildungsgangs darstellt (BFH-Urteile vom 3.&nbsp;Juli 2014 III&nbsp;R&nbsp;52\/13, BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;25; vom 15.&nbsp;April 2015 V&nbsp;R&nbsp;27\/14, BFHE 249, 500, BStBl II 2016, 163, Rz&nbsp;20; vom 16.&nbsp;Juni 2015 XI&nbsp;R&nbsp;1\/14, BFH\/NV 2015, 1378, Rz&nbsp;26; in BFHE 251, 10, BStBl II 2016, 166, Rz&nbsp;16; in BFHE 255, 202, BStBl II 2017, 278, Rz&nbsp;26). Insoweit kommt es vor allem darauf an, ob die Ausbildungsabschnitte in einem engen sachlichen Zusammenhang zueinander stehen und in engem zeitlichen Zusammenhang durchgef&uuml;hrt werden. Setzt der zweite Ausbildungsabschnitt eine Berufst&auml;tigkeit voraus oder nimmt das Kind vor Beginn der zweiten Ausbildung eine Berufst&auml;tigkeit auf, die nicht nur der zeitlichen &Uuml;berbr&uuml;ckung bis zum Beginn der n&auml;chsten Ausbildung dient, liegt regelm&auml;&szlig;ig mangels notwendigen engen Zusammenhangs keine einheitliche Erstausbildung vor (vgl. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Februar 2016 III&nbsp;R&nbsp;14\/15, BFHE 253, 145, BStBl II 2016, 615).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Ebenso gekl&auml;rt ist, dass die Pr&uuml;fung, ob eine Erst- oder Zweitausbildung vorliegt, grunds&auml;tzlich dem FG als Tatsacheninstanz obliegt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 10, BStBl II 2016, 166, Rz&nbsp;17) und der BFH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO an die in dem angefochtenen Urteil getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen gebunden ist, es sei denn, dass in Bezug auf diese Feststellungen zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Revisionsgr&uuml;nde vorgebracht sind (vgl. BFH-Urteile in BFHE 249, 500, BStBl II 2016, 163, Rz&nbsp;15; vom 22.&nbsp;Juni 2016 V&nbsp;R&nbsp;32\/15, BFH\/NV 2016, 1554, Rz&nbsp;22&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen ist das FG in seinem Urteil ausgegangen und hat angenommen, die Ausbildung des S sei bereits mit dem Abschluss der Ausbildung zum Kaufmann f&uuml;r Einzelhandel im Juni 2012 abgeschlossen gewesen. An diese tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG, die aufgrund der vom FG festgestellten Tatsachen m&ouml;glich ist und nicht gegen Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t, w&auml;re der Senat in einem gedachten Revisionsverfahren gebunden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO). Daf&uuml;r, dass die W&uuml;rdigung nicht nur m&ouml;glich, sondern zutreffend ist, spricht u.a., dass die mindestens zweij&auml;hrige Berufst&auml;tigkeit des S (von Oktober 2013 bis September 2015) gegen einen engen zeitlichen Zusammenhang spricht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 253, 145, BStBl II 2016, 615).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>h) Die Auffassung des FG steht im &Uuml;brigen auch mit der Rechtsprechung des BFH in Einklang, dass ein Kind, das innerhalb eines bestehenden Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses an von seinem Arbeitgeber oder Dienstherrn angebotenen, verwendungsbezogenen Lehrg&auml;ngen teilnimmt, nur dann i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird, wenn die Erlangung beruflicher Qualifikationen, d.h. der Ausbildungscharakter, und nicht die Erbringung bezahlter Arbeitsleistungen, d.h. der Erwerbscharakter, im Vordergrund des Arbeits- oder Dienstverh&auml;ltnisses steht (vgl. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Februar 2017 III&nbsp;R&nbsp;20\/15, BFHE 257, 274, BStBl II 2017, 913). S war neben der Fortbildung stellvertretender Marktleiter. Er erhielt nach den vom FG in Bezug genommenen Vertr&auml;gen von seinem Arbeitgeber eine monatliche Verg&uuml;tung von &uuml;ber 2.000&nbsp;EUR (brutto). Dies spricht daf&uuml;r, dass der Erwerbscharakter des Arbeitsverh&auml;ltnisses &uuml;berwiegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die von der Kl&auml;gerin daneben geltend gemachte Divergenz ist nicht hinreichend dargelegt; denn die Kl&auml;gerin hat nicht &#8211;was erforderlich gewesen w&auml;re (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;August 2015 III&nbsp;B&nbsp;112\/14, BFH\/NV 2015, 1595, Rz&nbsp;19; vom 9.&nbsp;Mai 2017 XI&nbsp;B&nbsp;13\/17, BFH\/NV 2017, 1198, Rz&nbsp;16)&#8211; tragende abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus der behaupteten Divergenzentscheidung (BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Februar 2010 III&nbsp;R&nbsp;3\/08, BFH\/NV 2010, 1262; in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152; Beschluss des Th&uuml;ringer FG vom 21.&nbsp;April 2010&nbsp;&nbsp;3&nbsp;V&nbsp;41\/09, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2010, 1794) andererseits derart gegen&uuml;ber gestellt, dass eine Abweichung erkennbar wird. Das BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 1262 und der Beschluss des Th&uuml;ringer FG in EFG 2010, 1794 betreffen au&szlig;erdem eine andere Rechtsfrage, n&auml;mlich die Frage, ob eine Fortbildung eine Berufsausbildung ist. Dies hat das FG auf Seite&nbsp;4 und 5 des Urteils f&uuml;r die Fortbildung &quot;F&uuml;hrungskraft Handel&quot; implizit bejaht, indem es angenommen hat, S sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nicht als Kind zu ber&uuml;cksichtigen, weil eine sch&auml;dliche Erwerbst&auml;tigkeit des S mit einer durchschnittlichen w&ouml;chentlichen Arbeitszeit &uuml;ber 20&nbsp;Stunden vorliege, was voraussetzt, dass es sich an sich um ein nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG ber&uuml;cksichtigungsf&auml;higes Kind (hier: in Berufsausbildung) handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat sieht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.8.2017, XI B 57\/17ECLI:DE:BFH:2017:B.290817.XIB57.17.0 Fortbildung zur &quot;F&uuml;hrungskraft Handel&quot; nicht mehr Teil der Erstausbildung Leits&auml;tze NV: Eine Fortbildung zur &quot;F&uuml;hrungskraft Handel&quot; ist nicht mehr Teil einer einheitlichen Erstausbildung, wenn zwischen dem angeblichen vorherigen Ausbildungsabschnitt und der Fortbildung ein Zeitraum von zwei Jahren liegt. 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