{"id":68052,"date":"2017-12-01T10:10:14","date_gmt":"2017-12-01T08:10:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68052"},"modified":"2017-12-01T10:10:14","modified_gmt":"2017-12-01T08:10:14","slug":"iv-r-7-14-inhaltsadressat-eines-bescheids-zur-feststellung-verrechenbarer-verluste-im-rahmen-des-par-2a-abs-3-estg-af","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-7-14-inhaltsadressat-eines-bescheids-zur-feststellung-verrechenbarer-verluste-im-rahmen-des-par-2a-abs-3-estg-af\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;7\/14 &#8211; Inhaltsadressat eines Bescheids zur Feststellung verrechenbarer Verluste im Rahmen des &sect; 2a Abs. 3 EStG a.F."},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.8.2017, IV R 7\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.030817.IVR7.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Inhaltsadressat eines Bescheids zur Feststellung verrechenbarer Verluste im Rahmen des &sect; 2a Abs. 3 EStG a.F.<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Inhaltsadressat eines Bescheids, mit dem im Rahmen der Feststellung der zum Verlustausgleich heranziehbaren Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 2a Abs. 3 EStG a.F. verrechenbare Verluste nach &sect; 15a Abs. 4 EStG festgestellt werden, kann nur der Gesellschafter sein, dem die betreffenden Verluste zuzurechnen sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 22. Juli 2011&nbsp;&nbsp;1 K 4383\/09 F und die Einspruchsentscheidung des Beklagten vom 6. November 2009, soweit sie die Feststellung verrechenbarer Verluste betreffen, sowie die Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect; 15a Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes f&uuml;r 1995 bis 1997 und 1999 vom 20. Dezember 2005 sowie f&uuml;r 1999 vom 1. September 2009 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens IV R 7\/14 sowie die Kosten des Klageverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine inl&auml;ndische GmbH &#038; Co. KG, an deren Verm&ouml;gen in den Streitjahren (1995 bis 1997 und 1999) der alleinige Kommanditist B zu 100&nbsp;% beteiligt war. Ihrerseits war die Kl&auml;gerin in den Streitjahren als Kommanditistin mit 60&nbsp;% der Verm&ouml;gensanteile an der in der Republik &Ouml;sterreich (&Ouml;sterreich) ans&auml;ssigen &Ouml;-KG beteiligt. Die &uuml;brigen Anteile hielt ein in der Bundesrepublik Deutschland nicht steuerpflichtiger Kommanditist. In den Streitjahren erzielte die &Ouml;-KG Verluste, die das eingezahlte Kommanditkapital &uuml;berschritten. Jeweils vor dem Abschlussstichtag wurde jedoch eine entsprechende Kapitalerh&ouml;hung beschlossen und im Firmenbuch des zust&auml;ndigen Landesgerichts in &Ouml;sterreich eingetragen. Einzahlungen auf diese Kapitalerh&ouml;hungen wurden nicht geleistet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; f&uuml;r die Streitjahre unter dem 20.&nbsp;Dezember 2005 jeweils zwei Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen. In einem Bescheid wurden Verluste als &quot;Anteil an den nach DBA steuerfreien gewerblichen Eink&uuml;nften aus Betriebsst&auml;tten in &Ouml;sterreich, die bei Anwendung nach &sect;&nbsp;2&nbsp;a Absatz&nbsp;3 EStG zu ber&uuml;cksichtigen sind, oder alternativ laufende Eink&uuml;nfte, f&uuml;r die statt &sect;&nbsp;2&nbsp;a Absatz&nbsp;3 EStG der Progressionsvorbehalt nach &sect;&nbsp;32&nbsp;b EStG in Betracht kommt&quot; festgestellt. Der Bescheid f&uuml;r das Jahr 1999 enthielt au&szlig;erdem die Feststellung, dass die &Ouml;-KG zwei Betriebsst&auml;tten &quot;im Wirtschaftsjahr 1998\/1999 entgeltlich &uuml;bertragen hat (&sect;&nbsp;2&nbsp;a Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;2 EStG)&quot;. Der jeweils zweite Bescheid betraf verrechenbare Verluste als &quot;Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;15&nbsp;a Absatz&nbsp;4 EStG&quot;. Festgestellt wurden insoweit auf das Ende des jeweils am 28.\/29.&nbsp;Februar endenden Wirtschaftsjahrs verrechenbare Verluste von &#8230;&nbsp;DM f&uuml;r 1995, &#8230;&nbsp;DM f&uuml;r 1996, &#8230;&nbsp;DM f&uuml;r 1997 und &#8230;&nbsp;DM f&uuml;r 1999, die jeweils als &quot;Anteil an den nach DBA steuerfreien gewerblichen Eink&uuml;nften aus Betriebsst&auml;tten in &Ouml;sterreich, die bei Anwendung nach &sect;&nbsp;2&nbsp;a Absatz&nbsp;3 EStG zu ber&uuml;cksichtigen sind, oder alternativ laufende Eink&uuml;nfte, f&uuml;r die statt &sect;&nbsp;2&nbsp;a Absatz&nbsp;3 EStG der Progressionsvorbehalt nach &sect;&nbsp;32&nbsp;b EStG in Betracht kommt&quot; gekennzeichnet wurden. Der Berechnung lagen die im ersten Bescheid festgestellten Anteile an den steuerfreien gewerblichen Eink&uuml;nften aus Betriebsst&auml;tten in &Ouml;sterreich zugrunde. Als ausgleichsf&auml;hig behandelte das FA nur Verluste in H&ouml;he des eingezahlten Kapitals, weil der erweiterte Verlustausgleich nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) auf inl&auml;ndische Personengesellschaften beschr&auml;nkt sei. Die Bescheide waren an die Kl&auml;gerin als Gesellschafterin der &Ouml;-KG gerichtet. Gegen alle Bescheide erhob die Kl&auml;gerin Einspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung ergingen f&uuml;r 1999 unter dem 1.&nbsp;September 2009 ge&auml;nderte Bescheide, wobei mit dem Bescheid &uuml;ber die Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 EStG zum 28.&nbsp;Februar 1999 ein verrechenbarer Verlust von &#8230;&nbsp;DM festgestellt wurde. Auch gegen diese Bescheide erhob die Kl&auml;gerin Einspruch. Mit Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;November 2009 wurden s&auml;mtliche Einspr&uuml;che zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) insoweit als unzul&auml;ssig ab, als sie sich gegen die Feststellung der Anteile an den nach Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) steuerfreien gewerblichen Eink&uuml;nften aus Betriebsst&auml;tten in &Ouml;sterreich f&uuml;r die Jahre 1995 bis 1997 richtete, weil die Kl&auml;gerin insoweit keine Rechtsverletzung geltend mache. In Bezug auf die &uuml;brigen Streitgegenst&auml;nde hielt das FG die Klage f&uuml;r zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet (FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 22.&nbsp;Juli&nbsp;2011&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;4383\/09&nbsp;F).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG zugelassene Revision f&uuml;hrte zum Urteil des I.&nbsp;Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 24.&nbsp;Juli 2013 I&nbsp;R&nbsp;57\/11 (BFHE 243, 102, BStBl II 2016, 633). Der I.&nbsp;Senat legte die Revision dahin aus, dass sie nur die gesonderte Feststellung der Hinzurechnung nach &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;2 EStG in dessen damaliger Fassung (EStG a.F.) im Jahr 1999 sowie die gesonderten Feststellungen verrechenbarer Verluste betreffe. Das Verfahren betreffend die Feststellungen verrechenbarer Verluste trennte der I.&nbsp;Senat ab und verwies es zust&auml;ndigkeitshalber an den IV.&nbsp;Senat. Dem Antrag auf Aufhebung der Feststellung zur Hinzurechnung nach &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. gab der I.&nbsp;Senat statt, weil der Bescheid fehlerhaft an die Kl&auml;gerin selbst und nicht an deren Gesellschafter gerichtet gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Bezug auf die Feststellungen verrechenbarer Verluste tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, die verrechenbaren Verluste seien zwar auf der Grundlage des &sect;&nbsp;15a EStG zutreffend ermittelt worden. &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;5 EStG verletzten aber ungerechtfertigt die Niederlassungsfreiheit nach Art.&nbsp;43 des Vertrags &uuml;ber die Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Vorentscheidung und die Einspruchsentscheidung auch insoweit aufzuheben, als sie die Feststellung verrechenbarer Verluste betreffen, sowie die Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 EStG f&uuml;r 1995 bis 1997 und 1999 vom 20.&nbsp;Dezember 2005 sowie f&uuml;r 1999 vom 1.&nbsp;September 2009 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liege zwar ein Eingriff in die Niederlassungsfreiheit vor. Dieser sei aber durch die Erfordernisse der Steueraufsicht und der Missbrauchsbek&auml;mpfung gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 EStG seien ordnungsgem&auml;&szlig; bekanntgegeben worden. Sie seien nicht mit einer gesonderten Feststellung nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a i.V.m. Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) verbunden gewesen und h&auml;tten sich deshalb inhaltlich allein an die Kl&auml;gerin als Kommanditistin der &Ouml;-KG gerichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist auch in Bezug auf den noch anh&auml;ngigen Streitgegenstand begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt insoweit zur Aufhebung der Vorentscheidung und der Einspruchsentscheidung und zur Aufhebung der angefochtenen Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 EStG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 EStG f&uuml;r 1995 bis 1997 und 1999 sind wegen Bekanntgabe an den falschen Inhaltsadressaten unwirksam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie der I.&nbsp;Senat des BFH in seinem die Beteiligten bindenden Urteil in BFHE 243, 102, BStBl II 2016, 633 entschieden hat, waren Feststellungen zu den steuerfreien Auslandseink&uuml;nften sowie zu den damit zusammenh&auml;ngenden Besteuerungsgrundlagen nicht in einem zweistufigen Verfahren, sondern gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a i.V.m. Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 AO in einem einstufigen Verfahren auf der Ebene der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber deren Gesellschaftern als Feststellungsbeteiligten durchzuf&uuml;hren. Die Feststellung der nach &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;3 EStG a.F. bzw. im Rahmen des Progressionsvorbehalts nach &sect;&nbsp;32b EStG a.F. zu ber&uuml;cksichtigenden steuerbefreiten Eink&uuml;nfte h&auml;tte danach gesondert und einheitlich f&uuml;r die Gesellschafter der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen. Die stattdessen an die Kl&auml;gerin selbst gerichteten Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung der betreffenden Eink&uuml;nfte waren deshalb unwirksam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Bescheide &uuml;ber die Feststellung der verrechenbaren Verluste i.S. des &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 EStG unterliegen denselben M&auml;ngeln wie die Eink&uuml;nftefeststellungsbescheide. Diese betreffen inhaltlich einen Ausschnitt aus den Feststellungen &uuml;ber die nach &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;3 EStG a.F. bzw. im Rahmen des negativen Progressionsvorbehalts nach &sect;&nbsp;32b EStG a.F. zu ber&uuml;cksichtigenden Verluste. Nach &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG a.F. konnte ein Verlust, der aus einer nach einem DBA zu steuerbefreiten Eink&uuml;nften f&uuml;hrenden ausl&auml;ndischen Betriebsst&auml;tte stammte, auf Antrag nur insoweit bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte abgezogen werden, als er vom Steuerpflichtigen h&auml;tte ausgeglichen oder abgezogen werden k&ouml;nnen, wenn die Eink&uuml;nfte nicht steuerbefreit gewesen w&auml;ren. In gleicher Weise wurden in den Progressionsvorbehalt nach &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;1 EStG a.F. negative steuerbefreite Eink&uuml;nfte nur insoweit einbezogen, als diese nach &sect;&nbsp;15a EStG ausgleichsf&auml;hig waren (Schmidt\/ Heinicke, EStG, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;32b Rz&nbsp;22; vgl. auch L&uuml;demann in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;15a EStG Rz&nbsp;44, zur heutigen Rechtslage).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es bedurfte deshalb im Rahmen der Feststellung der zum Verlustausgleich heranziehbaren Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;3 EStG a.F. bzw. der in den negativen Progressionsvorbehalt einzubeziehenden Eink&uuml;nfte einer Ermittlung des ausgleichsf&auml;higen Verlusts. Dieser h&auml;ngt seinerseits mit dem verrechenbaren Verlust zusammen, weshalb die gesonderte und einheitliche Feststellung der inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte und die gesonderte Feststellung des verrechenbaren Verlusts nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 EStG wechselseitig in einem Verh&auml;ltnis von Grundlagen- und Folgebescheid stehen (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Juni 2006 IV&nbsp;R&nbsp;31,&nbsp;32\/05, BFHE 214, 239, BStBl II 2007, 687).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann dahinstehen, ob im Rahmen der Feststellung der zum Verlustausgleich heranziehbaren Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;3 EStG a.F. bzw. der in den negativen Progressionsvorbehalt einzubeziehenden Eink&uuml;nfte auch ein eigenst&auml;ndiger Bescheid &uuml;ber die Feststellung des verrechenbaren Verlusts nach &sect;&nbsp;15a Abs.&nbsp;4 EStG erforderlich war. Jedenfalls kann Inhaltsadressat eines solchen Bescheids nur der Gesellschafter sein, dem im erstgenannten Fall die Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;3 EStG a.F., im zweiten Fall die verrechenbaren Verluste zuzurechnen sind. Dies waren im Streitfall nach dem Urteil des I.&nbsp;Senats in BFHE 243, 102, BStBl II 2016, 633 alle bzw. die beschr&auml;nkt haftenden Gesellschafter der Kl&auml;gerin. Selbst wenn der Verweis des &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;5 AO dahin zu verstehen sein sollte &#8211;was der I.&nbsp;Senat erwogen, aber f&uuml;r unzutreffend erachtet hat&#8211;, dass nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b i.V.m. Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO eine gesonderte Feststellung nur gegen&uuml;ber dem alleinigen Kommanditisten B zu treffen w&auml;re, m&uuml;sste dieser Inhaltsadressat des Bescheids sein. Die angefochtenen Bescheide sind jedoch s&auml;mtlich an die Kl&auml;gerin selbst als Inhaltsadressatin gerichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Unwirksamkeit der Bescheide infolge fehlerhafter Bekanntgabe ist auch im Rahmen einer Anfechtungsklage zu beachten. Zur Beseitigung ihres Rechtsscheins sind die Bescheide aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1, 136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.8.2017, IV R 7\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.030817.IVR7.14.0 Inhaltsadressat eines Bescheids zur Feststellung verrechenbarer Verluste im Rahmen des &sect; 2a Abs. 3 EStG a.F. Leits&auml;tze NV: Inhaltsadressat eines Bescheids, mit dem im Rahmen der Feststellung der zum Verlustausgleich heranziehbaren Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 2a Abs. 3 EStG a.F. verrechenbare Verluste nach &sect; 15a Abs. 4 EStG &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-7-14-inhaltsadressat-eines-bescheids-zur-feststellung-verrechenbarer-verluste-im-rahmen-des-par-2a-abs-3-estg-af\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;7\/14 &#8211; Inhaltsadressat eines Bescheids zur Feststellung verrechenbarer Verluste im Rahmen des &sect; 2a Abs. 3 EStG a.F.<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68052","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68052","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68052"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68052\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68052"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68052"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68052"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}