{"id":68182,"date":"2017-12-29T20:26:28","date_gmt":"2017-12-29T18:26:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68182"},"modified":"2017-12-29T20:26:28","modified_gmt":"2017-12-29T18:26:28","slug":"vii-r-40-16-geschaeftsfuehrerhaftung-fuer-einfuhrumsatzsteuer-nach-bestellung-eines-vorlaeufigen-insolvenzverwalters-grundsatz-der-anteiligen-tilgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-40-16-geschaeftsfuehrerhaftung-fuer-einfuhrumsatzsteuer-nach-bestellung-eines-vorlaeufigen-insolvenzverwalters-grundsatz-der-anteiligen-tilgung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;40\/16 &#8211; Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerhaftung f&uuml;r Einfuhrumsatzsteuer nach Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters &#8211; Grundsatz der anteiligen Tilgung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.9.2017, VII R 40\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.260917.VIIR40.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerhaftung f&uuml;r Einfuhrumsatzsteuer nach Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters &#8211; Grundsatz der anteiligen Tilgung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wird die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer GmbH beantragt und ein vorl&auml;ufiger Insolvenzverwalter unter Anordnung eines allgemeinen Zustimmungsvorbehalts bestellt, verbleibt die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis beim gesetzlichen Vertreter der GmbH. Er wird durch den vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter nicht aus seiner Pflichtenstellung verdr&auml;ngt und hat weiterhin daf&uuml;r zu sorgen, dass die Steuern aus den Mitteln der GmbH entrichtet werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ist f&uuml;r Einfuhrabgaben ein laufender Zahlungsaufschub gew&auml;hrt worden, sind diese am F&auml;lligkeitstag vorrangig ohne R&uuml;cksicht auf das Bestehen etwaiger anderer Zahlungsverpflichtungen zu entrichten. In diesem Fall ist daher auf die Haftung des GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers f&uuml;r die Einfuhrabgaben der sog. Grundsatz der anteiligen Tilgung nicht anzuwenden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 22. November 2016&nbsp;&nbsp;4 K 1746\/16 H wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war neben einer weiteren Person Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH. Diese lie&szlig; zwischen dem 1. und dem 25.&nbsp;Februar 2011 mehrere Einfuhrsendungen zum freien Verkehr abfertigen. Die insoweit mit verschiedenen Abgabenbescheiden festgesetzte Einfuhrumsatzsteuer war wegen eines der GmbH gew&auml;hrten laufenden Zahlungsaufschubs am 16.&nbsp;M&auml;rz 2011 f&auml;llig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 1.&nbsp;M&auml;rz 2011 beantragte die GmbH die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber ihr Verm&ouml;gen. Daraufhin bestellte das Amtsgericht (AG) am 3.&nbsp;M&auml;rz 2011 einen vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter und ordnete an, dass Verf&uuml;gungen der GmbH nur mit dessen Zustimmung wirksam seien (&sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative der Insolvenzordnung &#8211;InsO&#8211;). Am 1.&nbsp;Juni 2011 wurde das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der GmbH er&ouml;ffnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die festgesetzte Einfuhrumsatzsteuer am F&auml;lligkeitstag mangels Deckung nicht vom angegebenen Konto abgebucht werden konnte und auch sonst keine Zahlung geleistet wurde, nahm der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) den Kl&auml;ger &#8211;gemeinsam mit dem weiteren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer&#8211; mit Haftungsbescheid in Anspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, der Kl&auml;ger sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;191 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) und &sect;&nbsp;69 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 AO zu Recht als Haftender in Anspruch genommen worden, weil er grob fahrl&auml;ssig seine Pflicht verletzt habe, die finanziellen Mittel der GmbH so zu verwalten, dass die p&uuml;nktliche Begleichung k&uuml;nftig f&auml;llig werdender Steuerschulden m&ouml;glich gewesen sei. Wegen des gew&auml;hrten laufenden Zahlungsaufschubs sei der Grundsatz der anteiligen Tilgung nicht anzuwenden. (Das FG-Urteil ist in der Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2017, Beilage&nbsp;2, 28 ver&ouml;ffentlicht.)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht der Kl&auml;ger geltend, das FG habe zu Unrecht eine grob fahrl&auml;ssige Verletzung der Mittelvorsorgepflicht angenommen. Es habe nicht ber&uuml;cksichtigt, dass die wirtschaftliche Krise &uuml;berraschend aufgetreten sei und er (der Kl&auml;ger) alles in seiner Macht Stehende unternommen habe, um die Verbindlichkeit erf&uuml;llen zu k&ouml;nnen, indem er daf&uuml;r gesorgt habe, dass der erforderliche Betrag f&uuml;r die Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer im F&auml;lligkeitszeitpunkt auf dem Konto vorhanden gewesen sei. Im Zusammenhang mit der Schuldfrage habe das FG zudem die sich aus der Massesicherungspflicht des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;64 Satz&nbsp;1 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbHG) ergebende Pflichtenkollision nicht zutreffend bewertet. Au&szlig;erdem habe das FG insolvenzrechtliche Regelungen &uuml;bersehen, deren Anwendung den Steuerschaden abgewendet h&auml;tte. Zum einen habe die Einfuhrumsatzsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;4 InsO als Masseverbindlichkeit aus der Insolvenzmasse gezahlt werden m&uuml;ssen. Zum anderen habe das HZA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;51 Nr.&nbsp;4 InsO ein Recht auf abgesonderte Befriedigung gehabt, weshalb ein Schaden nur unter Abzug des Verwertungserl&ouml;ses entstanden sei. Auch ein Mitverschulden des HZA, das im Rahmen der Stundungsvereinbarung eine Sicherungs&uuml;bereignung h&auml;tte vereinbaren k&ouml;nnen, habe das FG nicht gepr&uuml;ft. Schlie&szlig;lich k&ouml;nne eine Haftung nicht in voller H&ouml;he, sondern allenfalls nach dem Grundsatz der anteiligen Tilgung angenommen werden. Der vom FG vertretenen Ansicht einer im Streitfall bestehenden Ausnahme von diesem Grundsatz sei nicht zu folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Klage im Ergebnis zu Recht abgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO). Der angefochtene Haftungsbescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wer kraft Gesetzes f&uuml;r eine Steuer haftet, kann nach &sect;&nbsp;191 Abs.&nbsp;1 Satz 1 AO durch Haftungsbescheid in Anspruch genommen werden. Nach &sect;&nbsp;69 Satz&nbsp;1 AO haften die in &sect;&sect;&nbsp;34 und 35 AO bezeichneten Personen, soweit (u.a.) Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis infolge vors&auml;tzlicher oder grob fahrl&auml;ssiger Verletzung der ihnen auferlegten Pflichten nicht oder nicht rechtzeitig erf&uuml;llt werden. Wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat, hatte der Kl&auml;ger als gesetzlicher Vertreter der GmbH gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 AO deren steuerliche Pflichten zu erf&uuml;llen, insbesondere daf&uuml;r zu sorgen, dass die Steuern aus den f&uuml;r die GmbH verwalteten Mitteln entrichtet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Im Streitfall ist diese Pflicht verletzt worden, da nach den Feststellungen des FG die f&uuml;r die Einfuhren der GmbH im Monat Februar 2011 entstandene Einfuhrumsatzsteuer nicht rechtzeitig im Zeitpunkt ihrer F&auml;lligkeit am 16.&nbsp;M&auml;rz 2011 gezahlt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die f&uuml;r das Tatbestandsmerkmal des Verschuldens i.S. des &sect;&nbsp;69 Satz 1 AO zu stellende Frage, aus welchem Grund die Zahlung der f&auml;lligen Einfuhrumsatzsteuer unterblieb, l&auml;sst sich allerdings nach den im FG-Urteil enthaltenen tats&auml;chlichen Feststellungen nicht zweifelsfrei beantworten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Da sich das FG in den Urteilsgr&uuml;nden ausf&uuml;hrlich mit der Mittelvorsorgepflicht des GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers und dem (nach Ansicht des FG im Streitfall nicht anzuwendenden) Grundsatz der anteiligen Tilgung befasst hat, ist es anscheinend davon ausgegangen, dass der GmbH im Zeitpunkt der F&auml;lligkeit der Einfuhrumsatzsteuer am 16.&nbsp;M&auml;rz 2011 keine ausreichenden finanziellen Mittel zur Begleichung der Steuerschuld zur Verf&uuml;gung standen. F&uuml;r diese Annahme des FG k&ouml;nnten zum einen die Angabe im angefochtenen Haftungsbescheid sprechen, f&uuml;r die Abbuchung des f&auml;lligen Betrags vom angegebenen Konto sei keine Deckung vorhanden gewesen, und zum anderen das im Tatbestand des FG-Urteils wiedergegebene Vorbringen des Kl&auml;gers, er habe andere &quot;fr&uuml;her f&auml;llig werdende Verbindlichkeiten bedienen m&uuml;ssen&quot;. Eindeutige Feststellungen des FG hierzu fehlen jedoch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wollte man den vorgenannten Sachverhalt unterstellen, w&auml;re die Annahme des FG einer grob fahrl&auml;ssigen Verletzung der dem Kl&auml;ger als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer obliegenden Mittelvorsorgepflicht rechtlich nicht zu beanstanden. Insoweit hat das FG zutreffend die Rechtsprechung des erkennenden Senats zugrunde gelegt, der zufolge sich ein gesetzlicher Vertreter bereits vor F&auml;lligkeit einer Steuer der Verletzung seiner Pflicht zur Bereithaltung von Mitteln schuldig machen kann. Denn von ihm ist zu verlangen, dass er vorausschauend plant und insbesondere in der Krise finanzielle Mittel zur Entrichtung der geschuldeten Steuern bereith&auml;lt. Vom Eintritt der F&auml;lligkeit der Steuern ist diese Pflicht unabh&auml;ngig (vgl. Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;November 2015 VII&nbsp;B&nbsp;74\/15, BFH\/NV 2016, 370, unter Hinweis auf das Senatsurteil vom 9.&nbsp;Januar 1997 VII&nbsp;R&nbsp;51\/96, BFH\/NV 1997, 324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach best&uuml;nde im Streitfall kein Zweifel, dass der Kl&auml;ger verpflichtet war, die Mittel zur Zahlung der entstandenen Einfuhrumsatzsteuer rechtzeitig zur Abbuchung durch das HZA bereitzuhalten, denn es war nach den Feststellungen des FG bereits im Februar 2011 klar, dass die Einfuhrumsatzsteuer f&uuml;r die vom 1.&nbsp;bis zum 25.&nbsp;Februar 2011 angemeldeten Einfuhren entstanden und festgesetzt und wegen des bewilligten Zahlungsaufschubs bereits in naher Zukunft, n&auml;mlich am 16.&nbsp;M&auml;rz 2011, zu entrichten war. Anhaltspunkte f&uuml;r die Annahme, der GmbH h&auml;tten bereits im Februar 2011 die Mittel gefehlt, um f&uuml;r den F&auml;lligkeitstag vorausschauend zu planen, ergeben sich weder aus den Feststellungen des FG noch aus dem Kl&auml;gervortag. Zudem ist das Vorbringen des HZA im erstinstanzlichen Verfahren unwidersprochen geblieben, die Einfuhrabgaben h&auml;tten aus den Verkaufserl&ouml;sen der eingef&uuml;hrten Waren entrichtet werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FG die angenommene Verletzung der Mittelvorsorgepflicht als grob fahrl&auml;ssig angesehen hat, hat es einen der Rechtsprechung des erkennenden Senats entsprechenden rechtlichen Ma&szlig;stab zugrunde gelegt. An die an diesem Ma&szlig;stab ausgerichtete W&uuml;rdigung der festgestellten Tatsachen ist der Senat mangels zul&auml;ssiger und begr&uuml;ndeter Revisionsgr&uuml;nde gebunden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO). Seitens der Revision sinngem&auml;&szlig; ger&uuml;gte Verfahrensm&auml;ngel wegen unterbliebener Beweiserhebung liegen schon deshalb nicht vor, weil gem&auml;&szlig; dem Sitzungsprotokoll keine Beweisantr&auml;ge in der m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellt wurden. Aus welchem Grund sich dem FG auch ohne Beweisantr&auml;ge unter Ber&uuml;cksichtigung seines &#8211;insoweit ma&szlig;geblichen&#8211; Rechtsstandpunkts eine weitere bestimmte Ma&szlig;nahme der Sachaufkl&auml;rung h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, legt die Revision nicht dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Abweichend von dem Sachverhalt, den das FG seiner Entscheidung (anscheinend) zugrunde gelegt hat, verneint die Revision eine Verletzung der Mittelvorsorgepflicht durch den Kl&auml;ger, indem sie sein erstinstanzliches Vorbringen wiederholt, der f&uuml;r die Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer erforderliche Betrag sei vorhanden gewesen und sei von der &quot;Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung (&#8230;) auf dem Konto zur Verf&uuml;gung gestellt&quot; worden (womit offenbar nicht das seinerzeit f&uuml;r Abbuchungen des HZA vorgesehene Konto gemeint ist). Ob diese Behauptung zutrifft, l&auml;sst sich mangels entsprechender tats&auml;chlicher Feststellungen des FG nicht beantworten. Gleichwohl sieht der erkennende Senat keinen Anlass, die Sache zur Kl&auml;rung dieser Frage an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Sollte n&auml;mlich das Vorbringen des Kl&auml;gers zutreffen, f&uuml;hrte dies zu keinem vom FG-Urteil abweichenden rechtlichen Ergebnis, denn die insoweit vertretene Ansicht der Revision, &quot;dies [h&auml;tte] den Pflichtversto&szlig; mit der Folge eines stattgebenden Urteils entfallen lassen&quot;, ist unzutreffend. Vielmehr m&uuml;sste gerade im Fall einer f&auml;lligen, aber trotz vorhandener Mittel nicht geleisteten Steuerzahlung eine vors&auml;tzliche, jedenfalls aber grob fahrl&auml;ssige Pflichtverletzung bejaht werden, falls keine anzuerkennenden Entschuldigungsgr&uuml;nde vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Frage, warum der Kl&auml;ger trotz angeblich ausreichend zur Verf&uuml;gung stehender finanzieller Mittel der GmbH die Einfuhrumsatzsteuer nicht zahlte, ist von ihm jedoch weder im finanzgerichtlichen Verfahren noch im Revisionsverfahren in einer sein Verschulden ausschlie&szlig;enden Weise beantwortet worden, denn soweit im Tatbestand des FG-Urteils das Vorbringen des Kl&auml;gers wiedergegeben ist, er habe die &quot;f&auml;lligen Steuerschulden nach Bestellung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters nicht mehr erf&uuml;llen k&ouml;nnen&quot; und er habe im Zeitpunkt der F&auml;lligkeit &quot;die Steuern (&#8230;) weder zahlen k&ouml;nnen noch d&uuml;rfen&quot;, kann dem nicht gefolgt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seinem Beschluss vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2011 hatte das AG n&auml;mlich kein allgemeines Verf&uuml;gungsverbot gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Alternative InsO auferlegt, sondern angeordnet, dass Verf&uuml;gungen der Schuldnerin (der GmbH) &uuml;ber Gegenst&auml;nde ihres Verm&ouml;gens nur mit Zustimmung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters wirksam seien (&sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative InsO). Die f&uuml;r eine Verf&uuml;gung nach dieser Vorschrift erforderliche Zustimmung kann im Voraus (Einwilligung) oder nachtr&auml;glich (Genehmigung) erteilt werden (vgl. &sect;&sect;&nbsp;182 bis 184 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs). Solange sie fehlt, ist eine getroffene Verf&uuml;gung schwebend unwirksam (Schr&ouml;der, Hamburger Kommentar zum Insolvenzrecht, 6.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;24 Rz&nbsp;2, 11; M&uuml;nchKommInsO\/Haarmeyer, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;24 Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die bereits mit der Klagebegr&uuml;ndung im finanzgerichtlichen Verfahren vertretene Ansicht des Kl&auml;gers, aufgrund mangelnder Verf&uuml;gungsbefugnis sei eine Zahlung am 16.&nbsp;M&auml;rz 2011 nicht mehr m&ouml;glich gewesen, es habe ein &quot;rechtlicher absoluter Hinderungsgrund&quot; vorgelegen und die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung sei nicht mehr f&auml;hig gewesen zu handeln, trifft daher nicht zu. Vielmehr war der Kl&auml;ger an der Erf&uuml;llung seiner steuerlichen Pflicht nicht durch die Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters mit Zustimmungsvorbehalt gehindert. Wie der erkennende Senat bereits entschieden hat, steht die Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters der haftungsrechtlichen Inanspruchnahme des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der in Insolvenz geratenen GmbH nicht entgegen (Senatsurteil vom 16.&nbsp;Mai 2017 VII&nbsp;R&nbsp;25\/16, BFHE 257, 515, BStB II 2017, 934). Denn im Fall der Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters ohne Anordnung eines allgemeinen Verf&uuml;gungsverbots (vgl. &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO) verbleibt die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis beim gesetzlichen Vertreter der GmbH (M&uuml;nchKommInsO\/Haarmeyer, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;22 Rz&nbsp;133, 184). Der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter mit allgemeinem Zustimmungsvorbehalt ist kein Verm&ouml;gensverwalter i.S. des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO. Der GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer wird durch den vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter aus seiner Pflichtenstellung nicht verdr&auml;ngt (vgl. Sinz in Uhlenbruck, Insolvenzordnung, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;22 Rz&nbsp;209, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob bei einem angeordneten Zustimmungsvorbehalt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative InsO ein Verschulden des GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers i.S. des &sect;&nbsp;69 Satz&nbsp;1 AO zu verneinen ist, wenn er trotz fortbestehender Verf&uuml;gungsbefugnis und vorhandener finanzieller Mittel die Begleichung der Steuerschuld in einem Fall unterl&auml;sst, in dem der vorl&auml;ufige Insolvenzverwalter die erbetene Einwilligung hierzu versagt und deutlich zu erkennen gibt, eine getroffene Verf&uuml;gung auch nicht genehmigen zu wollen, kann offenbleiben, weil Entsprechendes im Streitfall vom FG nicht festgestellt und im &Uuml;brigen vom Kl&auml;ger auch nicht geltend gemacht worden ist. Eine derartige Situation w&auml;re ein allein in der Sph&auml;re der GmbH und des Kl&auml;gers liegender Umstand gewesen, weshalb es dem Kl&auml;ger oblegen h&auml;tte, dem FG substantiiert darzulegen und ggf. nachzuweisen, welche Schritte er zur Zahlung der Steuer am F&auml;lligkeitstag eingeleitet hatte, deren Weiterverfolgung sich jedoch wegen der Haltung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters als sinnlos darstellte. An einem solchen Vorbringen, das dem FG Anlass zu weiterer Sachaufkl&auml;rung gegeben h&auml;tte, fehlt es jedoch. Das im Tatbestand des FG-Urteils wiedergegebene kl&auml;gerische Vorbringen, &quot;er habe den Insolvenzverwalter auf die Pflicht zur Steuerzahlung angesprochen&quot;, war insoweit jedenfalls nicht ausreichend. Auch dem im finanzgerichtlichen Verfahren vorgelegten Bericht des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters vom 27.&nbsp;Juni 2011 l&auml;sst sich kein Anhaltspunkt f&uuml;r von diesem verweigerte Zustimmungen nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative InsO entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Anbetracht der Klagebegr&uuml;ndung im finanzgerichtlichen Verfahren sowie der Begr&uuml;ndung des Antrags auf Aussetzung der Vollziehung ist vielmehr der Schluss gerechtfertigt, dass der Kl&auml;ger nichts zur Zahlung der Steuerschuld am F&auml;lligkeitstag unternahm, weil er der irrigen Ansicht war, er sei hierzu &quot;weder rechtlich noch tats&auml;chlich in der Lage&quot; und m&uuml;sse sich ansonsten &quot;gegen den eindeutigen Wortlaut und Regelungsgehalt des Beschlusses des Amtsgerichts (&#8230;) verhalten&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese falsche Einsch&auml;tzung vermag das Verhalten des Kl&auml;gers nicht zu entschuldigen, weil der Irrtum in Anbetracht des Wortlauts des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative InsO, der sich auch im Beschluss des AG vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2011 wiederfindet, offenkundig war. Ist aber nach alledem kein Grund dargelegt, der trotz vorhandener Mittel die unterbliebene Zahlung der f&auml;lligen Steuer durch den Kl&auml;ger entschuldigt, so ist die Pflichtverletzung als zumindest grob fahrl&auml;ssig begangen anzusehen, zumal nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats die Nichtentrichtung der Steuer zum gesetzlichen F&auml;lligkeitstermin die Schuldhaftigkeit der damit verbundenen Pflichtverletzung indiziert (vgl. Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;Oktober 2005 VII&nbsp;B&nbsp;17\/05, BFH\/NV 2006, 241, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Anders als die Revision meint, bestand seinerzeit auch keine den Kl&auml;ger entschuldigende, aus der Massesicherungspflicht des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;64 GmbHG folgende Pflichtenkollision. Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats, die mit der ge&auml;nderten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) in Einklang steht, handelt ein organschaftlicher Vertreter, der bei Insolvenzreife der Gesellschaft seine steuerlichen Zahlungspflichten erf&uuml;llt, mit der Sorgfalt eines ordentlichen Gesch&auml;ftsmanns i.S. des &sect;&nbsp;64 Satz&nbsp;2 GmbHG und ist nicht nach &sect;&nbsp;64 Satz&nbsp;1 GmbHG gegen&uuml;ber der Gesellschaft erstattungspflichtig (BGH-Urteil vom 14.&nbsp;Mai 2007 II&nbsp;ZR&nbsp;48\/06, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2007, 1242; Senatsurteil vom 23.&nbsp;September 2008 VII&nbsp;R&nbsp;27\/07, BFHE&nbsp;222, 228, BStBl II&nbsp;2009, 129).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Eine i.S. des &sect;&nbsp;69 Satz 1 AO schuldhafte Pflichtverletzung des Kl&auml;gers ist daher unabh&auml;ngig davon zu bejahen, ob man von dem seitens des FG zugrunde gelegten oder dem vom Kl&auml;ger beschriebenen Sachverhalt ausgeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Hinsichtlich der Frage einer nur quotalen Haftung des Kl&auml;gers f&uuml;hren die Sachverhaltsalternativen ebenfalls zu keinen unterschiedlichen Ergebnissen. Da entweder f&uuml;r die Begleichung der Einfuhrumsatzsteuer am F&auml;lligkeitstag ausreichend finanzielle Mittel bereitstanden &#8211;wie die Revision geltend macht&#8211; oder, sollte dies nicht der Fall gewesen sein &#8211;wie das FG anscheinend angenommen hat&#8211;, jedenfalls die noch im Februar 2011 zur Verf&uuml;gung stehenden finanziellen Mittel der GmbH ausgereicht h&auml;tten, um f&uuml;r den F&auml;lligkeitstag vorzusorgen, k&auml;me die Anwendung des sog. Grundsatzes der anteiligen Tilgung allenfalls in Betracht, wenn die am F&auml;lligkeitstag bzw. im Februar 2011 noch vorhandenen finanziellen Mittel zwar f&uuml;r die Zahlung der Steuerschuld, nicht jedoch der ggf. vorhandenen weiteren Schulden der GmbH ausgereicht h&auml;tten, wof&uuml;r es allerdings nicht einmal einen substantiierten kl&auml;gerischen Vortrag, sondern nur die allgemein gehaltene Aussage gibt, er (der Kl&auml;ger) habe andere fr&uuml;her f&auml;llig werdende Verbindlichkeiten bedienen m&uuml;ssen, was sich im &Uuml;brigen mit seinem Vorbringen, der f&auml;llige Steuerbetrag habe auf den Konten bereitgestanden, nicht in Einklang bringen l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jedenfalls hat das FG richtigerweise keine Feststellungen hierzu getroffen, weil es zu Recht angenommen hat, dass der Grundsatz der anteiligen Tilgung im Streitfall nicht anzuwenden ist, da die Steuerforderung des HZA wegen des bewilligten laufenden Zahlungsaufschubs vorrangig h&auml;tte beglichen werden m&uuml;ssen. Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats hat der Schuldner der Einfuhrabgaben, wenn er einen Zahlungsaufschub in Anspruch nimmt, bei dem die Zollverwaltung auf die Sachhaftung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 AO verzichtet hat, die Einfuhrabgaben am F&auml;lligkeitstag ohne R&uuml;cksicht auf das Bestehen etwaiger anderer Zahlungsverpflichtungen abzuf&uuml;hren (Senatsurteil vom 21.&nbsp;Februar 1989 VII&nbsp;R&nbsp;165\/85, BFHE 156, 46, BStBl II 1989, 491). Wird dem Abgabenschuldner die M&ouml;glichkeit einger&auml;umt, den Verkaufserl&ouml;s schon vor Zahlung der Abgaben realisieren zu k&ouml;nnen, indem das HZA durch Gew&auml;hrung des Zahlungsaufschubs und die Freigabe der Ware vor Begleichung der Abgabenschuld auf die Sachhaftung verzichtet und es hinsichtlich der Einfuhrumsatzsteuer zudem davon absieht, eine Sicherheit zu fordern (&sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;3 des Umsatzsteuergesetzes &#8211;UStG&#8211;), ist der Abgabenschuldner verpflichtet, die Abgaben am F&auml;lligkeitstag vorrangig zu entrichten. An dieser Rechtsprechung h&auml;lt der Senat fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die M&ouml;glichkeit der Abwendung des Steuerschadens durch insolvenzrechtliche Regelungen bestand und besteht nicht. Anders als die Revision meint, war die Einfuhrumsatzsteuerschuld nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;4 InsO als Masseverbindlichkeit zu begleichen. Diese Steuerschuld ist durch die Einfuhren der GmbH im Februar 2011 begr&uuml;ndet worden und nicht durch den vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter oder die GmbH mit Zustimmung des vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters. Das HZA hatte auch kein Recht auf abgesonderte Befriedigung nach &sect;&nbsp;51 Nr.&nbsp;4 InsO, weil jedenfalls die nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 AO bestehende Sachhaftung einfuhrabgabenpflichtiger Waren im Streitfall gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 AO erloschen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auch soweit das FG Ermessensfehler bei der Inanspruchnahme des Kl&auml;gers verneint hat, sind Rechtsfehler nicht ersichtlich. Von einem &#8211;nur im Rahmen des Entschlie&szlig;ungsermessens zu ber&uuml;cksichtigenden (vgl. Senatsurteil vom 19.&nbsp;September 2007 VII&nbsp;R&nbsp;39\/05, BFH\/NV&nbsp;2008, 18; Senatsbeschluss vom 12.&nbsp;September 2014 VII&nbsp;B&nbsp;99\/13, BFH\/NV 2015, 161)&#8211; Mitverschulden des HZA, das nach Ansicht der Revision im Rahmen der Stundungsvereinbarung eine Sicherungs&uuml;bereignung h&auml;tte vereinbaren k&ouml;nnen, kann schon deshalb keine Rede sein, weil das HZA mit der GmbH keine Stundungsvereinbarung getroffen, sondern laufenden Zahlungsaufschub gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;224, Art.&nbsp;226 Buchst.&nbsp;b des Zollkodex gew&auml;hrt hat. Dass es den Aufschub &#8211;wie in &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;3 UStG vorgesehen&#8211; ohne Sicherheitsleistung bewilligte, kann ihm nicht als Mitverschulden entgegengehalten werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Schlie&szlig;lich sind Rechtsfehler weder seitens der Revision ger&uuml;gt noch ersichtlich, soweit das FG die Haftungsschuld als nicht verj&auml;hrt angesehen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.9.2017, VII R 40\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.260917.VIIR40.16.0 Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerhaftung f&uuml;r Einfuhrumsatzsteuer nach Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters &#8211; Grundsatz der anteiligen Tilgung Leits&auml;tze 1. Wird die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer GmbH beantragt und ein vorl&auml;ufiger Insolvenzverwalter unter Anordnung eines allgemeinen Zustimmungsvorbehalts bestellt, verbleibt die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis beim gesetzlichen Vertreter der GmbH. 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