{"id":68191,"date":"2017-12-29T20:25:52","date_gmt":"2017-12-29T18:25:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68191"},"modified":"2017-12-29T20:25:52","modified_gmt":"2017-12-29T18:25:52","slug":"i-r-87-15-unionsrechtlicher-pruefungsmassstab-fuer-par-8b-abs-6-nr-1-kstg-1999-af-bei-steuerfreistellung-nach-dba","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-87-15-unionsrechtlicher-pruefungsmassstab-fuer-par-8b-abs-6-nr-1-kstg-1999-af-bei-steuerfreistellung-nach-dba\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;87\/15 &#8211; Unionsrechtlicher Pr&uuml;fungsma&szlig;stab f&uuml;r &sect; 8b Abs. 6 Nr. 1 KStG 1999 a.F. bei Steuerfreistellung nach DBA"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.7.2017, I R 87\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.190717.IR87.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Unionsrechtlicher Pr&uuml;fungsma&szlig;stab f&uuml;r &sect; 8b Abs. 6 Nr. 1 KStG 1999 a.F. bei Steuerfreistellung nach DBA<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>&sect; 8b Abs. 6 Nr. 1 KStG 1999 i.d.F. bis zur &Auml;nderung durch das StSenkG, der f&uuml;r den Fall, dass Gewinnanteile, die von einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft ausgesch&uuml;ttet werden, von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit sind, vorsieht, dass aussch&uuml;ttungsbedingte Teilwertabschreibungen bei der Gewinnermittlung nicht zu ber&uuml;cksichtigen sind, ist unionsrechtlich ausschlie&szlig;lich an der Niederlassungsfreiheit zu messen, wenn sich die Freistellung der Gewinnaussch&uuml;ttungen unmittelbar aus einem Doppelbesteuerungsabkommen ergibt, das eine Mindestbeteiligung von 25 % voraussetzt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 11. November 2015 13 K 2604\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine amerikanische Inc., die ihren (Satzungs-)Sitz in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und ihre Gesch&auml;ftsleitung in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) hat. Im Jahr 2001 (Streitjahr) war die A&nbsp;Inc., USA, zu 100&nbsp;% an der Kl&auml;gerin beteiligt. Letztere war bis zum Jahr 1999 u.a. zu 99,999&nbsp;% an der belgischen B beteiligt, die wiederum zusammen mit anderen ausl&auml;ndischen Tochtergesellschaften der Kl&auml;gerin 100&nbsp;% der Anteile an der belgischen C hielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 30.&nbsp;Dezember 1999 erwarb die Kl&auml;gerin von der B 52,655&nbsp;% der Anteile an der C. Der Kaufpreis in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM wurde durch ein Darlehen der B finanziert. Zum 31.&nbsp;Dezember 1999 hielt eine weitere 100&nbsp;%ige Tochtergesellschaft der Kl&auml;gerin, die D, die &uuml;brigen Anteile an der C.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum 29.&nbsp;Dezember 2000 sch&uuml;ttete die D Gewinne an die Kl&auml;gerin aus und beglich einen Teil ihrer Aussch&uuml;ttungsverpflichtung durch &quot;Einlage&quot; ihrer Beteiligung in H&ouml;he von 47,345&nbsp;% an der C. Ausweislich ihrer Bilanz auf den 31.&nbsp;Dezember 2000 war die Kl&auml;gerin damit zu 99,9&nbsp;% an der C beteiligt, w&auml;hrend sich 0,1&nbsp;% der Anteile im Eigentum Dritter befanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach ihrer Bilanz zum 31.&nbsp;Dezember 2001 war die Kl&auml;gerin auch weiterhin zu 99,9&nbsp;% an der C beteiligt. Die Beteiligung wurde in der Bilanz aber nur noch mit 0&nbsp;EUR ausgewiesen. In den Bilanzerl&auml;uterungen war dazu ausgef&uuml;hrt, die C weise nur geringf&uuml;gige Posten auf und solle nur noch bis zum Abschluss der Betriebspr&uuml;fung bestehen bleiben. Mit Blick auf ihre bevorstehende Liquidation sei der bei der Kl&auml;gerin ausgewiesene Beteiligungsansatz aufgel&ouml;st worden. Sp&auml;tere Ermittlungen des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ergaben insoweit, dass im Streitjahr mit der Liquidation der C begonnen worden war, weil die Gesellschaft nicht mehr ben&ouml;tigt wurde. Dabei wurde das gesamte Eigenkapital der C im Streitjahr an die Kl&auml;gerin ausgesch&uuml;ttet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin wurde f&uuml;r das Streitjahr zun&auml;chst im Wesentlichen erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung veranlagt. Das betraf auch die von ihr geltend gemachte aussch&uuml;ttungsbedingte Teilwertabschreibung auf die Beteiligung an der C in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM, die allerdings sp&auml;ter aufgrund der Feststellungen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung einvernehmlich auf &#8230;&nbsp;DM gek&uuml;rzt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die urspr&uuml;nglichen Steuerbescheide wurden auf der Grundlage der Feststellungen der Au&szlig;enpr&uuml;fung bzw. teilweise korrigierter Steuererkl&auml;rungen mehrfach ge&auml;ndert. Zuletzt wurde mit Bescheiden vom 22.&nbsp;Januar 2007 f&uuml;r das Streitjahr der verbleibende Verlustabzug der Kl&auml;gerin zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und der vortragsf&auml;hige Gewerbeverlust auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Einspruchsverfahrens ergingen mehrere Teileinspruchsentscheidungen, die dazu f&uuml;hrten, dass das FA mit Bescheiden vom 18.&nbsp;Januar 2010 den verbleibenden Verlustabzug zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 mit &#8230;&nbsp;EUR und den vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 mit &#8230;&nbsp;EUR feststellte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen seiner Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Juli 2011 vertrat das FA die Auffassung, eine Teilwertabschreibung ohne au&szlig;erbilanzielle Hinzurechnung in gleicher H&ouml;he scheide im Streitfall aus, da nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) 1999 i.d.F. des Gesetzes zur Fortentwicklung des Unternehmenssteuerrechts (Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz &#8211;UntStFG&#8211;) vom 20.&nbsp;Dezember 2001 (BGBl I 2001, 3858, BStBl I 2002, 35) &#8211;KStG 1999 n.F.&#8211; Gewinnminderungen im Zusammenhang mit einem in &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 1999 n.F. genannten Anteil bereits im Streitjahr nicht mehr zu ber&uuml;cksichtigen seien. Das FA verwies insoweit auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 11.&nbsp;November 2010 (BStBl I 2011, 40), wonach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 KStG 1999 n.F. bereits Anwendung auf den Streitfall finde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen vor dem Finanzgericht (FG) K&ouml;ln erhobene Klage blieb erfolglos. Mit Urteil vom 11.&nbsp;November 2015&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;2604\/11 wies das FG die Klage als unbegr&uuml;ndet ab, da &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;6 KStG 1999 i.d.F. bis zur &Auml;nderung durch das Gesetz zur Senkung der Steuers&auml;tze und zur Reform der Unternehmensbesteuerung (Steuersenkungsgesetz &#8211;StSenkG&#8211;) vom 23.&nbsp;Oktober 2000 (BGBl I 2000, 1433, BStBl I 2000, 1428) &#8211;KStG 1999 a.F.&#8211; der Ber&uuml;cksichtigung entgegenstehe. Die Norm sei ungeachtet der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2001 erfolgten zahlreichen &Auml;nderungen des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes auf den Streitfall anwendbar und versto&szlig;e auch nicht gegen Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision beantragt die Kl&auml;gerin, das Urteil des FG K&ouml;ln vom 11.&nbsp;November 2015&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;2604\/11 aufzuheben und die Bescheide &uuml;ber die Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer sowie die Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlustes auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Juli 2011 dahin gehend zu &auml;ndern, dass die Teilwertabschreibung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM zus&auml;tzlich ber&uuml;cksichtigt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;6 KStG 1999 a.F. der Ber&uuml;cksichtigung der von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Teilwertabschreibung auf ihre Beteiligung an der C entgegensteht und die Norm nicht gegen die Vorgaben des Unionsrechts verst&ouml;&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Es kann f&uuml;r den Streitfall dahin stehen, ob die Kl&auml;gerin als Kapitalgesellschaft ausl&auml;ndischen Rechts unmittelbar von den Oberbegriffen der &quot;K&ouml;rperschaften, Personenvereinigungen und Verm&ouml;gensmassen&quot; des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 KStG 1999 i.d.F. des Gesetzes zur Bereinigung von steuerlichen Vorschriften (Steuerbereinigungsgesetz 1999 &#8211;StBereinG 1999&#8211;) vom 22.&nbsp;Dezember 1999 (BGBl I 1999, 2601, BStBl I 2000, 13) oder von dem durch den Klammerzusatz erg&auml;nzten Begriff der Kapitalgesellschaften des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KStG 1999 i.d.F. dieses Gesetzes erfasst wird (bejahend Senatsurteile vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2002 I&nbsp;R&nbsp;15\/01, BFH\/NV 2002, 1411; vom 16.&nbsp;Dezember 1998 I&nbsp;R&nbsp;138\/97, BFHE 188, 251, BStBl II 1999, 437; s.a. Knobbe-Keuk, Bilanz- und Unternehmenssteuerrecht, 9.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;571; verneinend f&uuml;r das insoweit vergleichbare KStG 1934 Martini, Der pers&ouml;nliche K&ouml;rperschaftsteuertatbestand, 2016, S.&nbsp;112; vgl. auch Senatsurteil vom 17.&nbsp;Juli 1968 I&nbsp;121\/64, BFHE 93, 1, BStBl II 1968, 695) und damit die Aufz&auml;hlung des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KStG 1999 i.d.F. des StBereinG 1999 &#8211;wie im Fall von Gesellschaften deutschen Rechts (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs vom 25.&nbsp;Juni 1984 GrS&nbsp;4\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751)&#8211; als abschlie&szlig;end anzusehen ist. Jedenfalls besteht aufgrund der Vergleichbarkeit zu einer deutschen Kapitalgesellschaft die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 KStG 1999 als sonstige juristische Person des privaten Rechts. Aufgrund des &#8211;im Gegensatz zu &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 3 KStG 1999 i.d.F. des StBereinG 1999&#8211; fehlenden ausdr&uuml;cklichen Bezugs zu einer bestimmten Gesellschaftsform des deutschen Rechts l&auml;sst dieser Begriff die Subsumtion aufgrund einer typenm&auml;&szlig;igen Vergleichbarkeit zu den Kernelementen der juristischen Personen des deutschen Privatrechts zu (vgl. Senatsurteil vom 29.&nbsp;Januar 2003 I&nbsp;R&nbsp;6\/99, BFHE 201, 463, BStBl II 2004, 1043).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dem FG ist darin zu folgen, dass &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 KStG 1999 n.F., wonach Gewinnminderungen, die im Zusammenhang mit dem in Abs.&nbsp;2 genannten Anteil entstehen, bei der Gewinnermittlung nicht zu ber&uuml;cksichtigen sind, im Streitjahr nicht anwendbar ist. Zwar sah &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;6d Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 KStG 1999 i.d.F. des StSenkG bzw. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 KStG 1999 n.F. die Anwendung der Norm bei Beteiligungen an einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft, wenn das Wirtschaftsjahr der Kapitalgesellschaft mit dem Kalenderjahr &uuml;bereinstimmte, bereits f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2001 vor, w&auml;hrend dies f&uuml;r Beteiligungen an Inlandsgesellschaften regelm&auml;&szlig;ig erstmals f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2002 der Fall war. Doch hat der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) auf Vorlage des erkennenden Senats (Beschluss vom 4.&nbsp;April 2007 I&nbsp;R&nbsp;57\/06, BFHE 217, 541, BStBl II 2007, 945) mit Urteil STEKO Industriemontage vom 22.&nbsp;Januar 2009 C-377\/07 (EU:C:2009:29, BStBl II 2011, 95) entschieden, dass Art.&nbsp;56 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrags von Amsterdam zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte &#8211;EG&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; 1997, Nr.&nbsp;C&nbsp;340, 1), jetzt Art.&nbsp;63 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union und des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &#8211;AEUV&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2008, Nr.&nbsp;C&nbsp;115, 47) einer Regelung entgegensteht, wonach ein Verbot des Abzugs von Gewinnminderungen im Zusammenhang mit einer solchen Beteiligung f&uuml;r Beteiligungen an einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft fr&uuml;her in Kraft tritt als f&uuml;r Beteiligungen an einer inl&auml;ndischen Gesellschaft. Hieraus ergibt sich zum einen, dass &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;3 KStG 1999 n.F. im Veranlagungszeitraum 2001 nicht anwendbar ist (Senatsurteil vom 22.&nbsp;April 2009 I&nbsp;R&nbsp;57\/06, BFHE 231, 35, BStBl II 2011, 66; allgemein zur unionsrechtlich verbotenen Benachteiligung der Beteiligung an Auslandskapitalgesellschaften Senatsurteile vom 28.&nbsp;Oktober 2009 I&nbsp;R&nbsp;27\/08, BFHE 227, 73, BStBl II 2011, 229; vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2013 I&nbsp;R&nbsp;10\/11, BFHE 241, 157, BStBl II 2013, 707; Senatsbeschl&uuml;sse vom 8.&nbsp;Juni 2010 I&nbsp;B&nbsp;199\/09, BFH\/NV 2010, 1863, sowie vom 23.&nbsp;Mai 2011 I&nbsp;B&nbsp;11\/11, BFH\/NV 2011, 1698).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zum anderen ist aus dem Vorstehenden abzuleiten, dass f&uuml;r das Streitjahr &sect;&nbsp;8b KStG 1999 a.F. weiterhin zu beachten bleibt. Insoweit f&uuml;hrt der Vorrang des Gemeinschaftsrechts zwar zur Nichtanwendung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;6d Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 KStG 1999 i.d.F. des StSenkG bzw. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 KStG 1999 n.F. Deren S&auml;tze&nbsp;2 bleiben aber anwendbar und diese sahen vor, dass bis zu den in den S&auml;tzen&nbsp;1 der Vorschriften genannten Zeitpunkten &sect;&nbsp;8b KStG 1999 a.F. weiter Geltung entfalten sollte. Da &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;6d Satz&nbsp;2 KStG 1999 i.d.F. des StSenkG bzw. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG 1999 n.F. f&uuml;r alle Steuerpflichtigen gelten, kann sich &#8211;wovon auch die Beteiligten ausgehen&#8211; insoweit kein Versto&szlig; gegen die Grundfreiheiten ergeben (vgl. Senatsurteil in BFHE 241, 157, BStBl II 2013, 707).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Dem FG ist ferner darin zuzustimmen, dass im Streitfall die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;6 Nr.&nbsp;1 KStG 1999 a.F. erf&uuml;llt sind. Danach sind in dem Fall, dass Gewinnanteile, die von einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft ausgesch&uuml;ttet werden, nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 und 3 oder nach Abs.&nbsp;5 von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit sind, Gewinnminderungen, die durch Ansatz des niedrigeren Teilwerts des Anteils an der ausl&auml;ndischen Gesellschaft entstehen, bei der Gewinnermittlung nicht zu ber&uuml;cksichtigen, soweit der Ansatz des niedrigeren Teilwerts auf die Gewinnaussch&uuml;ttungen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Zwischen den Beteiligten besteht Einvernehmen, dass die Gewinnaussch&uuml;ttung, die in der Gewinnermittlung der Kl&auml;gerin zur streitbefangenen aussch&uuml;ttungsbedingten Teilwertabschreibung auf die Beteiligung an der C f&uuml;hrte, nach Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem K&ouml;nigreich Belgien zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und zur Regelung verschiedener anderer Fragen auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen einschlie&szlig;lich der Gewerbesteuer und der Grundsteuern vom 11.&nbsp;April 1967 &#8211;DBA-Belgien&#8211; (BGBl II 1969, 18, BStBl I 1969, 39) in Deutschland steuerbefreit war, die Teilwertabschreibung mithin ausschlie&szlig;lich auf dieser Gewinnaussch&uuml;ttung beruhte und keine Auskehrung von R&uuml;cklagen betraf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Senat kann offen lassen, ob &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;6 Nr.&nbsp;1 KStG 1999 a.F. &uuml;berhaupt am Ma&szlig;stab der unionsrechtlichen Grundfreiheiten &uuml;berpr&uuml;ft werden kann, da die Norm auf der Umsetzung von Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 90\/435\/EWG des Rates vom 23.&nbsp;Juli 1990 &uuml;ber das gemeinsame Steuersystem der Mutter- und Tochtergesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten &#8211;Mutter\/Tochter-Richtlinie&#8211; (ABlEG 1990, Nr.&nbsp;L&nbsp;225, 6, ber. ABlEG 1990, Nr.&nbsp;L&nbsp;266, 20) beruht, wonach jeder Mitgliedstaat bestimmen kann, dass Minderwerte, die sich aufgrund der Aussch&uuml;ttung der Tochtergesellschaften ergeben, nicht vom steuerpflichtigen Gewinn der Muttergesellschaft abgesetzt werden k&ouml;nnen (f&uuml;r die &Uuml;berpr&uuml;fbarkeit des auf der Umsetzung von Sekund&auml;rrecht beruhenden nationalen Rechts am Ma&szlig;stab des Prim&auml;rrechts EuGH-Urteile Bosal vom 18.&nbsp;September 2003 C-168\/01, EU:C:2003:479; Keller Holding vom 23.&nbsp;Februar 2006 C-471\/04, EU:C:2006:143, BStBl II 2008, 834; auch Senatsurteil vom 9.&nbsp;August 2006 I&nbsp;R&nbsp;95\/05, BFHE 214, 504, BStBl II 2007, 279; dagegen aber EuGH-Urteile Euro Park Service vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2017 C-14\/16, EU:C:2017:177; Visnapuu vom 12.&nbsp;November 2015 C-198\/14, EU:C:2015:751; UNIC und Uni.co.pel vom 16.&nbsp;Juli 2015 C-95\/14, EU:C:2015:492, jeweils m.w.N.; s.a. EuGH-Urteil Inspire Art vom 30.&nbsp;September 2003 C-167\/01, EU:C:2003:512). Denn &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;6 Nr.&nbsp;1 KStG 1999 a.F. w&auml;re unter den Gegebenheiten des Streitfalls nur am Ma&szlig;stab der Niederlassungsfreiheit (Art.&nbsp;43 EG, jetzt Art.&nbsp;49 AEUV) zu messen; auf diese k&ouml;nnte sich die Kl&auml;gerin als nach dem Recht eines Drittstaates gegr&uuml;ndete Gesellschaft nicht berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Aus der Rechtsprechung des EuGH folgt insoweit, dass f&uuml;r die Frage, ob eine nationale Regelung unter die eine oder die andere Grundfreiheit f&auml;llt, auf den Gegenstand der betreffenden Regelung abzustellen ist (EuGH-Urteil Test Claimants in the FII Group Litigation vom 13.&nbsp;November 2012 C-35\/11, EU:C:2012:707, m.w.N.). Eine nationale Regelung, die nur auf Beteiligungen anwendbar ist, die es erm&ouml;glichen, einen sicheren Einfluss auf die Entscheidungen einer Gesellschaft auszu&uuml;ben und deren T&auml;tigkeiten zu bestimmen, f&auml;llt in den Anwendungsbereich der Niederlassungsfreiheit. Hingegen sind nationale Bestimmungen &uuml;ber Beteiligungen, die in der alleinigen Absicht der Geldanlage erfolgen, ohne dass auf die Verwaltung und Kontrolle des Unternehmens Einfluss genommen werden soll, ausschlie&szlig;lich im Hinblick auf den freien Kapitalverkehr zu pr&uuml;fen (vgl. Senatsbeschluss vom 12.&nbsp;Oktober 2016 I&nbsp;R&nbsp;80\/14, BFHE 256, 223, BStBl II 2017, 615, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bezogen auf den eindeutigen Wortlaut des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;6 Nr.&nbsp;1 KStG 1999 a.F., der danach differenziert, ob die Gewinnanteile, die von einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft ausgesch&uuml;ttet werden, (alternativ) nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (DBA), nach (&sect;&nbsp;8b) Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 und 3 oder nach (&sect;&nbsp;8b) Abs.&nbsp;5 von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit sind, ist unter den Gegebenheiten des Streitfalls die Niederlassungsfreiheit einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat hat bereits f&uuml;r &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 KStG 1999 n.F., der einen Anteil i.S. von &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 1999 i.d.F. des Gesetzes zur weiteren steuerlichen F&ouml;rderung von Stiftungen vom 14.&nbsp;Juli 2000 (BGBl I 2000, 1034, BStBl I 2000, 1192) &#8211;KStG 1999 a.F.&#8211; voraussetzte und damit nicht allgemein an die steuerfreien Bez&uuml;ge aus Anteilen an ausl&auml;ndischen Gesellschaften, sondern nur an solche Gewinnaussch&uuml;ttungen der Auslandsgesellschaft ankn&uuml;pfte, die nach einem DBA von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit waren, entschieden, dass die Kapitalverkehrsfreiheit &#8211;auch in Drittstaatsf&auml;llen&#8211; von der insoweit vorrangig anzuwendenden Niederlassungsfreiheit verdr&auml;ngt wird (Senatsurteil in BFHE 241, 157, BStBl II 2013, 707). Dabei hat der Senat &#8211;ungeachtet der Frage, ob die dortige Beteiligungsschwelle von 10&nbsp;% dem Schutzbereich der Niederlassungsfreiheit untersteht&#8211; ausschlie&szlig;lich auf Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Satz&nbsp;1 und 3 i.V.m. Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen und einiger anderer Steuern (DBA-USA 1989\/1991) abgestellt; er hat es mithin nicht als ma&szlig;geblich angesehen, dass &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 1999 a.F. &#8211;ebenso wie &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;6 KStG 1999 a.F.&#8211; alternativ auch auf eine Befreiung nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 1999 a.F. (Erstreckung des DBA-Schachtelprivilegs auf Beteiligungen ab 10&nbsp;%) abstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) In &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;6 Nr.&nbsp;1 KStG 1999 a.F. hat sich der Gesetzgeber hinsichtlich der Frage, nach welcher Vorschrift die Gewinnanteile, die von einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft ausgesch&uuml;ttet werden, von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit sind, f&uuml;r eine gestufte Pr&uuml;fung entschieden. Dies wird im Gesetzeswortlaut dadurch deutlich, dass alternativ auf eine Befreiung nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, nach (&sect;&nbsp;8b) Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 und 3 &quot;oder&quot; nach (&sect;&nbsp;8b) Abs.&nbsp;5 abgestellt wird. Entsprechend ergibt sich die Freistellung der Gewinnaussch&uuml;ttungen angesichts der Beteiligung der Kl&auml;gerin von 99,9&nbsp;% an der C unmittelbar aus Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 DBA-Belgien, der eine Mindestbeteiligung von 25&nbsp;% voraussetzt, ohne dass es eines R&uuml;ckgriffs auf &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 1999 a.F. bedarf. Die Frage nach der Anwendbarkeit der Kapitalverkehrsfreiheit ist danach f&uuml;r das in Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 DBA-Belgien enthaltene Mindestbeteiligungserfordernis von 25&nbsp;% zu beantworten. Bei einem solchen Quorum ist jedoch grunds&auml;tzlich die Niederlassungsfreiheit einschl&auml;gig (EuGH-Urteil Idryma Typou vom 21.&nbsp;Oktober 2010 C-81\/09, EU:C:2010:622; EuGH-Beschluss Lasertec vom 10.&nbsp;Mai 2007 C-492\/04, EU:C:2007:273; jeweils f&uuml;r Beteiligungsschwellen von 25&nbsp;%).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Umstand, dass die Kl&auml;gerin nach US-amerikanischem Recht gegr&uuml;ndet wurde, f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis. Die Kl&auml;gerin ist nicht in den pers&ouml;nlichen Anwendungsbereich der Niederlassungsfreiheit einbezogen. Gesellschaften stehen nur dann nach Art.&nbsp;48 EG (jetzt Art.&nbsp;54 AEUV) f&uuml;r Zwecke der Anwendung der Niederlassungsfreiheit einer nat&uuml;rlichen Person gleich, wenn sie nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats gegr&uuml;ndet worden sind. Die Mitgliedstaaten k&ouml;nnen zwar die Ankn&uuml;pfung bestimmen, die eine Gesellschaft aufweisen muss, um als nach seinem innerstaatlichen Recht gegr&uuml;ndet angesehen zu werden. In F&auml;llen, in denen sie &#8211;wie im Streitfall&#8211; eine Gesellschaft ausl&auml;ndischen Rechts als solche anerkennen, ist es ihnen aber verwehrt, den pers&ouml;nlichen Anwendungsbereich der Niederlassungsfreiheit einseitig zu erweitern (EuGH-Urteil Kronos International vom 11.&nbsp;September 2014 C-47\/12, EU:C:2014:2200). In Situationen, in denen der Schutzbereich der Niederlassungsfreiheit aufgrund der Zugeh&ouml;rigkeit der Dividenden beziehenden Gesellschaft zur Rechtsordnung eines Drittstaats nicht er&ouml;ffnet ist, ist eine nationale Regelung &uuml;ber die steuerliche Behandlung von Dividenden mit Ursprung in einem anderen Mitgliedstaat oder einem Drittstaat aber nur dann nach Art.&nbsp;56 EG (jetzt Art.&nbsp;63 AEUV) zu beurteilen, wenn sie nicht ausschlie&szlig;lich auf Situationen anwendbar ist, in denen die Muttergesellschaft einen entscheidenden Einfluss auf die Dividenden aussch&uuml;ttende Gesellschaft aus&uuml;bt (EuGH-Urteil Kronos International, EU:C:2014:2200). Andernfalls w&uuml;rde es die Auslegung von Art.&nbsp;56 EG (jetzt Art.&nbsp;63 AEUV) Wirtschaftsteilnehmern, die sich nicht auf die Niederlassungsfreiheit berufen k&ouml;nnen, erlauben, in den Genuss dieser Freiheit zu gelangen (vgl. EuGH-Urteil Test Claimants in the FII Group Litigation, EU:C:2012:707).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Senat erachtet die Unionsrechtslage in Anbetracht des aufgezeigten Stands der Rechtsprechung des EuGH sowie des Senats als eindeutig. Einer Vorlage an den EuGH gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;267 AEUV bedarf es daher nicht (vgl. EuGH-Urteil CILFIT vom 6.&nbsp;Oktober 1982 Rs.&nbsp;283\/81, EU:C:1982:335).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Nichts anderes ergibt sich aus Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;3 des Freundschafts-, Handels und Schifffahrtsvertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika (Freundschaftsvertrag) vom 29.&nbsp;Oktober 1954 (BGBl II 1956, 488). Danach d&uuml;rfen Gesellschaften eines Vertragsteils &#8211;hier der USA&#8211; u.a. hinsichtlich der Zahlung von Steuern keinesfalls einer st&auml;rkeren Belastung unterliegen als unter gleichartigen Voraussetzungen die Gesellschaften irgendeines dritten Landes. Eine in Deutschland ans&auml;ssige US-amerikanische Gesellschaft darf damit grunds&auml;tzlich nicht h&ouml;her als eine &#8211;unter ansonsten gleichen Verh&auml;ltnissen&#8211; in Deutschland ans&auml;ssige Gesellschaft eines anderen EU-Mitgliedstaats besteuert werden. Jedoch erlaubt Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a des Freundschaftsvertrags, nach dem sich jeder Vertragsteil vorbeh&auml;lt, bestimmte Steuervorteile auf der Grundlage der Gegenseitigkeit einzur&auml;umen, eine Benachteiligung der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber im Inland ans&auml;ssigen Personen EU-ausl&auml;ndischen Rechts. Die Grundfreiheiten stellen &quot;Steuervorteile auf der Grundlage der Gegenseitigkeit&quot; i.S. des Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a des Freundschaftsvertrags dar, da sie nur Angeh&ouml;rigen der EU-Staaten und in diesen Staaten ans&auml;ssigen Personen einger&auml;umt werden. Auf der Grundlage der Gegenseitigkeit bestehen sie deshalb, weil das EU-Recht darauf aufbaut, dass jeder Mitgliedstaat sie den Angeh&ouml;rigen eines jeden anderen Mitgliedstaates gew&auml;hrt. Dass die Vorteile in einem zweiseitigen v&ouml;lkerrechtlichen Vertrag verankert sind, verlangt Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a des Freundschaftsvertrags nicht (Senatsurteil vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2011 I&nbsp;R&nbsp;63\/10, BFHE 233, 198, BStBl II 2011, 747).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Anwendung des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;6 Nr.&nbsp;1 KStG 1999 a.F. widerspricht schlie&szlig;lich nicht dem Diskriminierungsverbot des Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;1 des Freundschaftsvertrags, denn die Kl&auml;gerin als &quot;Gesellschaft eines Vertragsteils&quot; &#8211;hier der USA&#8211; unterliegt in Deutschland keiner &quot;st&auml;rkeren Belastung als unter gleichartigen Voraussetzungen die (&#8230;) Gesellschaften des anderen Vertragsteils&quot;. Aussch&uuml;ttungsbedingte Teilwertabschreibungen haben unabh&auml;ngig davon keine steuerlichen Auswirkungen, ob das K&ouml;rperschaftsteuersubjekt nach in- oder ausl&auml;ndischem Recht errichtet wurde (siehe zum Begriff der Gesellschaft eines Vertragsstaates Art.&nbsp;XXV Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 des Freundschaftsvertrags). Vor diesem Hintergrund kann sich die Kl&auml;gerin auch nicht auf Art.&nbsp;24 Abs.&nbsp;1 DBA-USA 1989\/1991 berufen, der ebenfalls nur eine belastendere Besteuerung als diejenige verbietet, denen Staatsangeh&ouml;rige des anderen Staates unter gleichen Verh&auml;ltnissen unterworfen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.7.2017, I R 87\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.190717.IR87.15.0 Unionsrechtlicher Pr&uuml;fungsma&szlig;stab f&uuml;r &sect; 8b Abs. 6 Nr. 1 KStG 1999 a.F. bei Steuerfreistellung nach DBA Leits&auml;tze &sect; 8b Abs. 6 Nr. 1 KStG 1999 i.d.F. bis zur &Auml;nderung durch das StSenkG, der f&uuml;r den Fall, dass Gewinnanteile, die von einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft ausgesch&uuml;ttet werden, von der K&ouml;rperschaftsteuer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-87-15-unionsrechtlicher-pruefungsmassstab-fuer-par-8b-abs-6-nr-1-kstg-1999-af-bei-steuerfreistellung-nach-dba\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;87\/15 &#8211; Unionsrechtlicher Pr&uuml;fungsma&szlig;stab f&uuml;r &sect; 8b Abs. 6 Nr. 1 KStG 1999 a.F. bei Steuerfreistellung nach DBA<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68191","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68191","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68191"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68191\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68191"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68191"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68191"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}