{"id":68192,"date":"2017-12-29T20:25:41","date_gmt":"2017-12-29T18:25:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68192"},"modified":"2017-12-29T20:25:41","modified_gmt":"2017-12-29T18:25:41","slug":"x-k-3-7-16-entschaedigungsklage-wahrung-der-klagefrist-bestimmtheit-des-zahlungsantrags-auf-geldentschaedigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-k-3-7-16-entschaedigungsklage-wahrung-der-klagefrist-bestimmtheit-des-zahlungsantrags-auf-geldentschaedigung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;K&nbsp;3-7\/16 &#8211; Entsch&auml;digungsklage: Wahrung der Klagefrist, Bestimmtheit des Zahlungsantrags auf Geldentsch&auml;digung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.7.2017, X K 3-7\/16; X K 3\/16; X K 4\/16; X K 5\/16; X K 6\/16; X K 7\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.120717.XK3.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Entsch&auml;digungsklage: Wahrung der Klagefrist, Bestimmtheit des Zahlungsantrags auf Geldentsch&auml;digung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Auch nach der mit Wirkung zum 15. Oktober 2016 vorgenommenen Anf&uuml;gung des &sect; 66 Satz 2 FGO ist f&uuml;r die Wahrung der sechsmonatigen Klagefrist bei einer Entsch&auml;digungsklage bereits der Eingang dieser Klage beim BFH ma&szlig;gebend, nicht aber der &#8211;nunmehr erst mit der Zustellung der Klage beim Beklagten gegebene&#8211; Eintritt der Rechtsh&auml;ngigkeit.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Bei einer auf die Zahlung einer Geldentsch&auml;digung gerichteten Entsch&auml;digungsklage ist dem Kl&auml;ger grunds&auml;tzlich die Stellung eines bestimmten (bezifferten) Klageantrags zuzumuten. Etwas anderes gilt nur dann und nur insoweit, als der Kl&auml;ger in Anwendung der Billigkeitsnorm des &sect; 198 Abs. 2 Satz 4 GVG die Zuerkennung eines anderen Betrags als den gesetzlichen Regelbetrag f&uuml;r Nichtverm&ouml;gensnachteile begehrt (Pr&auml;zisierung der bisherigen Senatsrechtsprechung in den Urteilen vom 2. Dezember 2015 X K 7\/14, BFHE 252, 233, BStBl II 2016, 405, Rz 15 ff., und vom 2. Dezember 2015 X K 6\/14, BFH\/NV 2016, 755, Rz 17 ff.).<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Verfahren X K 3-7\/16 werden zu gemeinsamer Entscheidung verbunden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Beklagte wird verurteilt, an den Kl&auml;ger wegen unangemessener Dauer der beim Finanzgericht M&uuml;nchen anh&auml;ngigen Verfahren 3 K 752\/13, 6 K 768\/13 und 6 K 774\/13 jeweils 600 EUR (insgesamt 1.800 EUR) nebst seit dem 4. Januar 2017 zu berechnender Zinsen in H&ouml;he von f&uuml;nf Prozentpunkten &uuml;ber dem Basiszinssatz zu zahlen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Beklagte wird verurteilt, an die Kl&auml;gerin wegen unangemessener Dauer der beim Finanzgericht M&uuml;nchen anh&auml;ngigen Verfahren 6 K 768\/13, 6 K 770\/13 und 6 K 772\/13 jeweils 600 EUR (insgesamt 1.800 EUR) nebst seit dem 4. Januar 2017 zu berechnender Zinsen in H&ouml;he von f&uuml;nf Prozentpunkten &uuml;ber dem Basiszinssatz zu zahlen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten der Verfahren hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger begehren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) Entsch&auml;digung wegen der von ihnen als unangemessen angesehenen Dauer der seit dem 11.&nbsp;M&auml;rz 2013 vor dem Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen anh&auml;ngigen Verfahren 3&nbsp;K&nbsp;752\/13 sowie 6&nbsp;K&nbsp;768,&nbsp;770,&nbsp;772,&nbsp;774\/13. Das Verfahren 3&nbsp;K&nbsp;752\/13 wurde nach Erledigung der Hauptsache durch einen Kostenbeschluss vom 14.&nbsp;Juli 2016 beendet, die Verfahren 6&nbsp;K&nbsp;768,&nbsp;770,&nbsp;772,&nbsp;774\/13 wurden am 18.&nbsp;Mai 2016 durch Zustellung der Urteile an die Kl&auml;ger beendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Ausgangsverfahren liegt der folgende Sachverhalt zugrunde: Die Kl&auml;ger sind Eheleute, die im Jahr 1999 geheiratet haben. F&uuml;r das Jahr 1999 wurde auf Antrag die besondere Veranlagung f&uuml;r den Veranlagungszeitraum der Eheschlie&szlig;ung (&sect;&nbsp;26c des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211; in der damals geltenden Fassung) durchgef&uuml;hrt; seit 2000 werden die Kl&auml;ger zur Einkommensteuer zusammenveranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erzielte als Steuerberater sowohl Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit als auch &#8211;zun&auml;chst in nur geringem Umfang&#8211; Eink&uuml;nfte aus freiberuflicher T&auml;tigkeit. Die Kl&auml;gerin war bei ihm angestellt; die entsprechenden Lohnkosten zog er als Betriebsausgaben bei seinen freiberuflichen Eink&uuml;nften ab. Ferner machte die Kl&auml;gerin bei den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb Verluste aus dem Betrieb eines Nagelstudios geltend, wobei die von ihr erzielten Einnahmen sehr gering waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beide Eheleute waren zudem Gesellschafter einer GmbH. Diese mietete mit Vertrag vom 2.&nbsp;Januar 2001 das Dachgeschoss des offenbar von den Kl&auml;gern selbst bewohnten Einfamilienhauses von einer Steuerberaterkanzlei &#8211;bei der es sich wohl um die Arbeitgeberin des Kl&auml;gers handelte&#8211; f&uuml;r monatlich 800&nbsp;DM zzgl. Umsatzsteuer an. Mit weiterem Vertrag vom selben Tage gestattete die GmbH dem Kl&auml;ger die betriebliche &quot;Mitnutzung&quot; der von ihr angemieteten R&auml;ume f&uuml;r ebenfalls monatlich 800&nbsp;DM zzgl. Umsatzsteuer. Diese Betr&auml;ge machte der Kl&auml;ger als Betriebsausgaben bzw. Vorsteuern im Rahmen seiner freiberuflichen T&auml;tigkeit geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei den Kl&auml;gern, die damals noch in Baden-W&uuml;rttemberg wohnten, begann im Jahr 2004 eine Au&szlig;enpr&uuml;fung, die 2006 abgeschlossen wurde. Die ge&auml;nderten Steuerbescheide f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume ab 1999 ergingen Anfang 2007 und wurden von den Kl&auml;gern angefochten. 2008 verzogen die Kl&auml;ger nach Bayern in den Zust&auml;ndigkeitsbereich des in den Ausgangsverfahren beklagten Finanzamts (FA). Dieses erlie&szlig; am 19.&nbsp;September 2012 hinsichtlich der Einkommensteuer 2000 bis 2002 Teilabhilfebescheide und hinsichtlich der Einkommensteuer 2003 und 2004 verb&ouml;sernde Festsetzungen. Die Einspruchsverfahren wurden im Februar 2013 durch Erlass von Einspruchsentscheidungen abgeschlossen; darin wurden die Einspr&uuml;che &#8211;bei geringf&uuml;gigen Herabsetzungen der Einkommensteuer 2001 bis 2004&#8211; im Wesentlichen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einzelnen f&uuml;hrte das FA u.a. aus, Aufwendungen f&uuml;r das Ehegatten-Arbeitsverh&auml;ltnis k&ouml;nnten nicht als Betriebsausgaben der freiberuflichen T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers anerkannt werden. Die Vereinbarung, dass die Kl&auml;gerin &#8211;zur Erlangung der Steuerfreiheit nach &sect;&nbsp;3b EStG&#8211; haupts&auml;chlich Sonn- und Feiertagsarbeit durchf&uuml;hren solle, sei nicht fremd&uuml;blich. Auch sei die tats&auml;chliche Durchf&uuml;hrung des Arbeitsverh&auml;ltnisses nicht nachgewiesen, zumal aufgrund des &auml;u&szlig;erst geringen Umfangs der freiberuflichen Einnahmen des Kl&auml;gers die Notwendigkeit der Besch&auml;ftigung einer Angestellten nicht erkennbar sei. Die Raumkosten, die dem Kl&auml;ger aufgrund des &quot;Mitbenutzungsvertrags&quot; mit der GmbH entstanden seien, seien nicht allein durch seine freiberufliche T&auml;tigkeit, sondern auch durch das private Wohnen und das Nagelstudio der Kl&auml;gerin veranlasst. Einkommensteuerlich sei hierf&uuml;r der H&ouml;chstbetrag f&uuml;r h&auml;usliche Arbeitszimmer (2.400&nbsp;DM bzw. 1.250&nbsp;EUR j&auml;hrlich) zu ber&uuml;cksichtigen. Ein Vorsteuerabzug sei wegen &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a des Umsatzsteuergesetzes nicht m&ouml;glich. Negative gewerbliche Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus dem seit 1997 betriebenen Nagelstudio seien nur f&uuml;r die ersten beiden Jahre als Anlaufverluste anzuerkennen, ab 1999 jedoch nicht mehr. Die Einnahmen aus dieser T&auml;tigkeit seien geringf&uuml;gig geblieben; Werbema&szlig;nahmen seien nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Am 11.&nbsp;M&auml;rz 2013 erhoben die Kl&auml;ger beim FG die folgenden Klagen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Umsatzsteuer 2001, 2002 (3&nbsp;K&nbsp;752\/13; nur der Kl&auml;ger),<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Einkommensteuer 2000 bis 2004 (6&nbsp;K&nbsp;768\/13; beide Eheleute),<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlusts zum 31.&nbsp;Dezember der Jahre 2000 und 2001 (6&nbsp;K&nbsp;770\/13; nur die Kl&auml;gerin),<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Einkommensteuer 1999 (6&nbsp;K&nbsp;772\/13; nur die Kl&auml;gerin),<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Einkommensteuer 1999 (6&nbsp;K&nbsp;774\/13; nur der Kl&auml;ger)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem vor dem 3.&nbsp;Senat des FG gef&uuml;hrten Verfahren wegen Umsatzsteuer 2001 und 2002 (3&nbsp;K&nbsp;752\/13) endete der Wechsel der vorbereitenden Schrifts&auml;tze am 22.&nbsp;April 2013. Am 20.&nbsp;M&auml;rz 2016 erhob der Kl&auml;ger eine Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge. Am 31.&nbsp;M&auml;rz 2016 &uuml;bertrug das FG die Entscheidung auf den Einzelrichter. Dieser richtete am 1.&nbsp;April 2016 einen rechtlichen Hinweis an die Beteiligten, der mit einem pauschalen Vorschlag f&uuml;r eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung (Anerkennung von 25&nbsp;% der streitigen Vorsteuerbetr&auml;ge) verbunden war. Nach anf&auml;nglicher Ablehnung stimmte der Kl&auml;ger am 14.&nbsp;Juni 2016 dem Vorschlag des FG zu. Die Beteiligten erkl&auml;rten den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt. Das FG legte mit Beschluss vom 14.&nbsp;Juli 2016&nbsp;&nbsp;75&nbsp;% der Kosten des Verfahrens dem Kl&auml;ger und 25&nbsp;% der Kosten dem FA auf. Wann die &#8211;vom FG angeordnete&#8211; Zustellung des Kostenbeschlusses durch Empfangsbekenntnis vollzogen wurde, l&auml;sst sich den Akten des Ausgangsverfahrens nicht entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den vor dem 6.&nbsp;Senat des FG gef&uuml;hrten ertragsteuerrechtlichen Ausgangsverfahren 6&nbsp;K&nbsp;768,&nbsp;770,&nbsp;772\/13 endete der Wechsel der vorbereitenden Schrifts&auml;tze am 19.&nbsp;Juni 2013; in dem weiteren Verfahren 6&nbsp;K&nbsp;774\/13 geschah dies am 22.&nbsp;Juli 2013. Auch in diesen Verfahren erhoben die Kl&auml;ger am 20.&nbsp;M&auml;rz 2016 Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen. Am 24.&nbsp;M&auml;rz 2016 &uuml;bertrug das FG die Entscheidung auf die Einzelrichterin, die noch am selben Tage f&uuml;r den 3.&nbsp;Mai 2016 zu m&uuml;ndlichen Verhandlungen lud. Im Anschluss an die m&uuml;ndlichen Verhandlungen ergingen in den Verfahren wegen Einkommensteuer 2000 bis 2004 sowie wegen der Feststellung des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlusts klageabweisende Urteile. In den Verfahren wegen der beiden Einkommensteuerfestsetzungen 1999 gab das FG den Klagen hingegen statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, die Verb&ouml;serung hinsichtlich der Einkommensteuer 2003 und 2004 sei zul&auml;ssig gewesen, weil das FA nach Vornahme der Verb&ouml;serung Verb&ouml;serungshinweise erteilt habe. In Bezug auf die Verluste aus dem Nagelstudio seien die Klagen insoweit begr&uuml;ndet, als noch f&uuml;r ein drittes Jahr (1999) Anlaufverluste zu ber&uuml;cksichtigen seien; danach aber nicht mehr. Das Ehegatten-Arbeitsverh&auml;ltnis sei anzuerkennen, weil das FA keine ausreichenden Feststellungen getroffen habe. Im Ergebnis komme es gleichwohl nicht zu einer Herabsetzung der Einkommensteuer f&uuml;r 2000, weil eine im Jahr 1998 gebildete Ansparr&uuml;cklage aufzul&ouml;sen sei. Hinsichtlich der Raumkosten sei der zwischen dem Kl&auml;ger und der GmbH geschlossene &Uuml;berlassungsvertrag nicht anzuerkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Urteile wurden den Kl&auml;gern am 18.&nbsp;Mai 2016 zugestellt. Sie wurden rechtskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vorliegend streitgegenst&auml;ndlichen Entsch&auml;digungsklagen gingen am 9.&nbsp;November 2016 beim Bundesfinanzhof (BFH) ein. Die Kostenstelle forderte am 18.&nbsp;November 2016 die Gerichtskostenvorsch&uuml;sse an, die am 14.&nbsp;Dezember 2016 gezahlt wurden. Die Klagen wurden dem Beklagten am 4.&nbsp;Januar 2017 zugestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger sind der Auffassung, die bis zum Eingang der Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge am 20.&nbsp;M&auml;rz 2016 unbearbeitet gebliebenen Verfahren seien jeweils um mindestens zw&ouml;lf Monate verz&ouml;gert worden. Trotz objektiver Klageh&auml;ufung bestehe ein Entsch&auml;digungsanspruch f&uuml;r jeden einzelnen Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis. Dies sei f&uuml;r die subjektive Klageh&auml;ufung (Klagen von Ehegatten gegen Zusammenveranlagungsbescheide) bereits entschieden worden. Auch bei der objektiven Klageh&auml;ufung bleibe die rechtliche Selbst&auml;ndigkeit jeder Klage unber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">den Beklagten zu verurteilen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">an den Kl&auml;ger wegen unangemessener Dauer der vor dem FG gef&uuml;hrten Verfahren 3 K 752\/13 und 6 K 774\/13,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">an die Kl&auml;gerin wegen unangemessener Dauer der vor dem FG gef&uuml;hrten Verfahren 6 K 770\/13 und 6 K 772\/13 und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">an beide Kl&auml;ger wegen unangemessener Dauer des vor dem FG gef&uuml;hrten Verfahrens 6&nbsp;K&nbsp;768\/13<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">eine angemessene Entsch&auml;digung in Geld, deren H&ouml;he in das Ermessen des Gerichts gestellt wird, mindestens aber jeweils 600&nbsp;EUR pro Verfahren (in Bezug auf das Verfahren 6&nbsp;K&nbsp;768\/13 mindestens jeweils 600&nbsp;EUR pro Kl&auml;ger) nebst Zinsen zu zahlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte beantragt,<br \/>die Klagen abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sachverhalte seien sehr un&uuml;bersichtlich und rechtlich schwierig zu beurteilen gewesen. Die Akten seien unvollst&auml;ndig gewesen. Der Zust&auml;ndigkeitswechsel des Jahres 2008 habe offenbar auch die Bearbeitung beim FG zus&auml;tzlich erschwert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Verfahren werden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zu gemeinsamer Entscheidung verbunden. Die Verbindung entspricht wegen der im Wesentlichen gleichgelagerten Sachverhalte dem Gebot der Prozess&ouml;konomie. Zwar handelt es sich auf Kl&auml;gerseite um zwei verschiedene Beteiligte (Eheleute); diese haben die f&uuml;nf Entsch&auml;digungsklagen aber in einem einheitlichen Schriftsatz erhoben und werden durch einen gemeinsamen Prozessbevollm&auml;chtigten vertreten. Die Beteiligten haben auf einen entsprechenden Hinweis der Senatsvorsitzenden erkl&auml;rt, gegen eine Verbindung der Verfahren keine Bedenken zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klagen sind zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Insbesondere ist die Klagefrist f&uuml;r s&auml;mtliche Entsch&auml;digungsklagen gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 GVG muss eine Entsch&auml;digungsklage sp&auml;testens sechs Monate nach Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung, die das Ausgangsverfahren beendet, oder einer anderen Erledigung des Ausgangsverfahrens erhoben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In Bezug auf das Ausgangsverfahren wegen Umsatzsteuer 2001 und 2002 (3&nbsp;K&nbsp;752\/13), dessen Erledigung fr&uuml;hestens mit dem Erlass des Kostenbeschlusses vom 14.&nbsp;Juli 2016 eingetreten ist, kann offenbleiben, ob f&uuml;r die Wahrung der Sechs-Monats-Frist des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 GVG auf den Eingang der Entsch&auml;digungsklage beim BFH (hier: 9.&nbsp;November 2016) oder die Zustellung der Entsch&auml;digungsklage an den Beklagten (hier: 4.&nbsp;Januar 2017) abzustellen ist. Beide Termine liegen innerhalb der Sechs-Monats-Frist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In Bezug auf die vier ertragsteuerrechtlichen Ausgangsverfahren sind die verfahrensabschlie&szlig;enden Urteile den Kl&auml;gern am 18.&nbsp;Mai 2016 zugestellt worden, so dass sie am 20.&nbsp;Juni 2016 (Montag) rechtskr&auml;ftig wurden. Die Sechs-Monats-Frist zur Erhebung der Entsch&auml;digungsklage endete daher am 20.&nbsp;Dezember 2016. Diese Frist h&auml;tten die Kl&auml;ger nur gewahrt, wenn bereits auf den Klageeingang beim BFH, nicht aber erst auf die Zustellung beim Beklagten abzustellen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bis zur Anf&uuml;gung des &sect;&nbsp;66 Satz&nbsp;2 FGO i.d.F. des Gesetzes zur &Auml;nderung des Sachverst&auml;ndigenrechts und zur weiteren &Auml;nderung des Gesetzes &uuml;ber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie zur &Auml;nderung des Sozialgerichtsgesetzes, der Verwaltungsgerichtsordnung, der Finanzgerichtsordnung und des Gerichtskostengesetzes vom 11.&nbsp;Oktober 2016 (BGBl I 2016, 2222) trat die Rechtsh&auml;ngigkeit in finanzgerichtlichen Verfahren bereits mit Erhebung der Klage ein (&sect;&nbsp;66 [Satz&nbsp;1] FGO). Dieser Zeitpunkt war auch f&uuml;r die Wahrung der sechsmonatigen Klagefrist in Entsch&auml;digungsklageverfahren ma&szlig;geblich (Senatsurteile vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2014 X&nbsp;K&nbsp;8\/13, BFHE 244, 521, BStBl II 2014, 584, Rz&nbsp;39, und vom 25.&nbsp;Oktober 2016 X&nbsp;K&nbsp;3\/15, BFH\/NV 2017, 159, Rz&nbsp;48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Seit dem 15.&nbsp;Oktober 2016 (Art.&nbsp;10 des genannten Gesetzes vom 11.&nbsp;Oktober 2016) bestimmt &sect;&nbsp;66 Satz&nbsp;2 FGO, dass in Verfahren nach dem 17.&nbsp;Teil des GVG die Streitsache auch vor dem BFH erst mit Zustellung der Entsch&auml;digungsklage beim Beklagten rechtsh&auml;ngig wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings kn&uuml;pft &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 GVG f&uuml;r die Wahrung der Klagefrist nicht an den Eintritt der Rechtsh&auml;ngigkeit, sondern bereits an den Zeitpunkt der &quot;Klageerhebung&quot; an. F&uuml;r die Klageerhebung wird in &sect;&nbsp;64 Abs.&nbsp;1 FGO aber &#8211;durch das Gesetz vom 11.&nbsp;Oktober 2016 unver&auml;ndert&#8211; auf den Zeitpunkt der schriftlichen Einreichung der Klage bei Gericht abgestellt (demgegen&uuml;ber ist in der ordentlichen Gerichtsbarkeit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;253 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211; auch f&uuml;r die Klageerhebung ausdr&uuml;cklich erst die Zustellung beim Beklagten ma&szlig;gebend). Der Senat ist daher der Auffassung, dass es auch im zeitlichen Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;66 Satz&nbsp;2 FGO f&uuml;r die Frage der Wahrung der Klagefrist bei der Ma&szlig;geblichkeit des Zeitpunkts der Klageerhebung bleibt (angedeutet bereits im Senatsurteil in BFH\/NV 2017, 159, Rz&nbsp;48). Dies dient zudem der Rechtsklarheit, da im Fall der Abstellung auf die Rechtsh&auml;ngigkeit bei einem &#8211;wie hier&#8211; relativ langen Zeitraum zwischen dem Eingang der Entsch&auml;digungsklage beim BFH und der Zustellung der Klageschrift beim Beklagten ggf. im Einzelfall zus&auml;tzlich zu entscheiden w&auml;re, ob die Zustellung i.S. des &sect;&nbsp;167 ZPO noch als &quot;demn&auml;chst erfolgt&quot; angesehen werden k&ouml;nnte und daher die in dieser Vorschrift angeordnete R&uuml;ckwirkung auf den Zeitpunkt des Eingangs der Klage zu ber&uuml;cksichtigen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit beschr&auml;nkt sich die Bedeutung des &sect;&nbsp;66 Satz&nbsp;2 FGO zum einen auf die Hinausschiebung des Beginns des Laufs der Prozesszinsen (dazu noch unten IV.2.c) und zum anderen auf den &#8211;in den Materialien zum &Auml;nderungsgesetz allein erw&auml;hnten&#8211; Umstand, dass die Entsch&auml;digungsgerichte nunmehr erst nach Einzahlung des erforderlichen Gerichtskostenvorschusses t&auml;tig werden m&uuml;ssen (vgl. Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses f&uuml;r Recht und Verbraucherschutz vom 6.&nbsp;Juli 2016, BTDrucks 18\/9092, 20&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Umstand, dass die Kl&auml;ger ihren Zahlungsantrag lediglich in H&ouml;he eines Mindestbetrags beziffert haben, steht der hinreichenden Bestimmtheit des Klageantrags und damit der Zul&auml;ssigkeit der Klage nicht entgegen (Senatsurteil in BFH\/NV 2017, 159, Rz&nbsp;15, m.w.N.); zur gleichwohl bestehenden Begrenzung des Entscheidungsprogramms des angerufenen Gerichts siehe aber unten IV.2.b.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">IV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klagen sind auch in vollem Umfang begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Dauer der Ausgangsverfahren war unangemessen. Die Verz&ouml;gerung bel&auml;uft sich auf jeweils elf Monate.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG richtet sich die Angemessenheit der Verfahrensdauer nach den Umst&auml;nden des Einzelfalles, insbesondere nach der Schwierigkeit und Bedeutung des Verfahrens und nach dem Verhalten der Verfahrensbeteiligten und Dritter. Diese gesetzlichen Ma&szlig;st&auml;be beruhen auf der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte und des Bundesverfassungsgerichts (vgl. hierzu und zum Folgenden ausf&uuml;hrlich Senatsurteil vom 7.&nbsp;November 2013 X&nbsp;K&nbsp;13\/12, BFHE 243, 126, BStBl II 2014, 179, Rz&nbsp;48&nbsp;ff., auf das zur Vermeidung von Wiederholungen wegen der Einzelheiten Bezug genommen wird).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Entscheidung ist der Begriff der &quot;Angemessenheit&quot; f&uuml;r Wertungen offen, die dem Spannungsverh&auml;ltnis zwischen dem Interesse an einem m&ouml;glichst z&uuml;gigen Abschluss des Rechtsstreits einerseits und anderen, ebenfalls hochrangigen sowie verfassungs- und menschenrechtlich verankerten prozessualen Grunds&auml;tzen &#8211;wie dem Anspruch auf Gew&auml;hrung eines effektiven Rechtsschutzes durch inhaltlich m&ouml;glichst zutreffende und qualitativ m&ouml;glichst hochwertige Entscheidungen, der Unabh&auml;ngigkeit der Richter und dem Anspruch auf den gesetzlichen Richter&#8211; Rechnung tragen. Danach darf die zeitliche Grenze bei der Bestimmung der Angemessenheit der Dauer des Ausgangsverfahrens nicht zu eng gezogen werden; dem Ausgangsgericht ist ein erheblicher Spielraum f&uuml;r die Gestaltung seines Verfahrens &#8211;auch in zeitlicher Hinsicht&#8211; einzur&auml;umen. Zwar schlie&szlig;t es die nach der Konzeption des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG vorzunehmende Einzelfallbetrachtung aus, im Rahmen der Auslegung der genannten Vorschrift konkrete Fristen zu bezeichnen, innerhalb der ein Verfahren im Regelfall abschlie&szlig;end erledigt sein sollte. Gleichwohl kann f&uuml;r ein finanzgerichtliches Klageverfahren, das im Vergleich zu dem typischen in dieser Gerichtsbarkeit zu bearbeitenden Verfahren keine wesentlichen Besonderheiten aufweist, die Vermutung aufgestellt werden, dass die Dauer des Verfahrens angemessen ist, wenn das Gericht gut zwei Jahre nach dem Eingang der Klage mit Ma&szlig;nahmen beginnt, die das Verfahren einer Entscheidung zuf&uuml;hren sollen, und die damit begonnene (&quot;dritte&quot;) Phase des Verfahrensablaufs nicht durch nennenswerte Zeitr&auml;ume unterbrochen wird, in denen das Gericht die Akte unbearbeitet l&auml;sst. Dies gilt nicht, wenn der Verfahrensbeteiligte rechtzeitig und in nachvollziehbarer Weise auf Umst&auml;nde hinweist, aus denen eine besondere Eilbed&uuml;rftigkeit des Verfahrens folgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen sind die Ausgangsverfahren um jeweils elf Monate in unangemessener Weise verz&ouml;gert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Anwendung der in &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG beispielhaft genannten Kriterien vermittelt im Streitfall kein einheitliches Bild.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Schwierigkeitsgrad der Ausgangsverfahren war &#8211;anders als der Beklagte meint&#8211; lediglich als durchschnittlich anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verfahren wegen Umsatzsteuer ging es um eine isolierte Frage (Vorsteuerabzug aus dem Mitnutzungsvertrag). Der Einzelrichter konnte dieses Verfahren mit einem einzigen rechtlichen Hinweis (samt Vorschlag f&uuml;r eine pauschale tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung) erledigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den ertragsteuerrechtlichen Verfahren ging es zwar um mehrere Streitpunkte. Diese Einzelpunkte waren allerdings auch &uuml;ber insgesamt vier einzelne Verfahren (Aktenzeichen) verteilt. Da es sich bei jedem Einzelpunkt &#8211;wie die Kl&auml;ger zutreffend darlegen&#8211; f&uuml;r sich genommen um eine Standardfrage (Ehegatten-Arbeitsverh&auml;ltnis, Einkunftserzielungsabsicht bei dauerhaften Verlusten, Anerkennung von Raumkosten als Betriebsausgaben, Zul&auml;ssigkeit einer Verb&ouml;serung) handelte, ist nicht erkennbar, dass der Bearbeitungsaufwand f&uuml;r das FG um mehr als das Vierfache h&ouml;her war als in einem durchschnittlichen finanzgerichtlichen Verfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der &#8211;bereits im Jahr 2008 und damit f&uuml;nf Jahre vor Erhebung der Klagen in den Ausgangsverfahren&#8211; eingetretene Zust&auml;ndigkeitswechsel war entgegen der Auffassung des Beklagten ohne Bedeutung f&uuml;r die Verfahrensdauer. Die Einzelrichterin hat sich in der Lage gesehen, durch Urteile &uuml;ber die Klagen zu entscheiden, ohne Ma&szlig;nahmen zur Vervollst&auml;ndigung der Akten oder sonstige Sachaufkl&auml;rungsma&szlig;nahmen zu treffen. Der Umstand, dass in den Akten einige der angefochtenen Steuerbescheide sowie weitere Unterlagen fehlten, ist daher nicht kausal f&uuml;r die Verfahrensdauer geworden. H&auml;tte die Einzelrichterin in diesen Punkten Sachverhaltsermittlungen angestellt, w&auml;re die daf&uuml;r erforderliche Verfahrensdauer nicht als unangemessen anzusehen gewesen. Es fehlte in den Ausgangsverfahren aber gerade an derartigen &#8211;ggf. zeitintensiven&#8211; Ermittlungshandlungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Streitwerte der Ausgangsverfahren &#8211;und damit die Bedeutung der Verfahren f&uuml;r die Kl&auml;ger&#8211; waren im Vergleich zu sonstigen finanzgerichtlichen Verfahren allenfalls durchschnittlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Besondere Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Eilbed&uuml;rftigkeit haben die Kl&auml;ger innerhalb der zweij&auml;hrigen Regelfrist weder geltend gemacht noch sind solche Gr&uuml;nde f&uuml;r das FG aus den Akten erkennbar gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die W&uuml;rdigung, dass die Verfahrensdauer in Bezug auf einen Zeitraum von jeweils elf Monaten unangemessen war, ergibt sich daher aus einer Betrachtung der konkreten Verfahrensabl&auml;ufe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem seit dem 11.&nbsp;M&auml;rz 2013 beim FG anh&auml;ngigen Ausgangsverfahren wegen Umsatzsteuer 2001 und 2002 endete der Wechsel der vorbereitenden Schrifts&auml;tze zwischen den Beteiligten am 22.&nbsp;April 2013. In den ebenfalls seit dem 11.&nbsp;M&auml;rz 2013 beim FG anh&auml;ngigen ertragsteuerrechtlichen Verfahren war der Schriftsatzaustausch am 19.&nbsp;Juni 2013 bzw. 22.&nbsp;Juli 2013 (Verfahren 6&nbsp;K&nbsp;774\/13) beendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Geht man nach den vorstehend unter a dargelegten Grunds&auml;tzen davon aus, dass die Angemessenheit der Verfahrensdauer zu vermuten ist, wenn das Gericht gut zwei Jahre nach dem Eingang der Klage mit Ma&szlig;nahmen beginnt, die das Verfahren einer Entscheidung zuf&uuml;hren sollen, h&auml;tte das FG die Verfahren ab April 2015 wieder aufgreifen und durch kontinuierliches T&auml;tigwerden zur Entscheidung f&uuml;hren m&uuml;ssen. Tats&auml;chlich ist es in allen Verfahren erst im M&auml;rz 2016 t&auml;tig geworden. Demzufolge sind die Verfahren in den Monaten April 2015 bis Februar 2016 (elf Monate) als verz&ouml;gert anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ab dem Beginn ihres T&auml;tigwerdens im M&auml;rz 2016 haben die jeweils zust&auml;ndigen Einzelrichter die Verfahren kontinuierlich bis zur Erledigung gef&uuml;hrt. Weitere Verz&ouml;gerungen sind daher nicht eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Klagen sind mit den gestellten Antr&auml;gen in vollem Umfang begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;ger haben beantragt, ihnen f&uuml;r jedes Verfahren und jeden Verfahrensbeteiligten eine angemessene Entsch&auml;digung in H&ouml;he von mindestens jeweils 600&nbsp;EUR zuzusprechen. Vorliegend ist jedes Verfahren um elf Monate verz&ouml;gert worden. Das Entstehen eines Nichtverm&ouml;gensnachteils wird in F&auml;llen unangemessener Verfahrensdauer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GVG vermutet. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass eine Wiedergutmachung auf andere Weise (&sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2, Abs.&nbsp;4 GVG) im Streitfall ausreichend w&auml;re, sind nicht erkennbar. Auch Umst&auml;nde daf&uuml;r, dass der in &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 GVG genannte Regelbetrag von 1.200&nbsp;EUR f&uuml;r jedes Jahr der Verz&ouml;gerung vorliegend unbillig (&sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 GVG) sein k&ouml;nnte, sind weder von den Beteiligten vorgetragen noch sonst ersichtlich. Obwohl im Gesetz ein Jahresbetrag genannt ist, ist dieser im konkreten Fall nach Monaten zu bemessen (Senatsurteil in BFHE 244, 521, BStBl II 2014, 584, Rz&nbsp;37, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei einem verz&ouml;gerten Ausgangsverfahren, das durch Ehegatten gef&uuml;hrt wurde, steht der Entsch&auml;digungsanspruch jedem Ehegatten gesondert zu (Senatsurteil vom 4.&nbsp;Juni 2014 X&nbsp;K&nbsp;12\/13, BFHE 246, 136, BStBl II 2014, 933, Rz&nbsp;47). Dies ist hier in Bezug auf die Klage wegen Einkommensteuer 2000 bis 2004 (6&nbsp;K&nbsp;768\/13) der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach werden die von den Kl&auml;gern jeweils beantragten Mindestbetr&auml;ge von 600&nbsp;EUR durch die eingetretenen Verz&ouml;gerungen in den Ausgangsverfahren in vollem Umfang getragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat sieht allerdings keinen Grund, &uuml;ber die beantragten Mindestbetr&auml;ge der Entsch&auml;digungen hinauszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;65 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO &quot;soll&quot; die Klage einen bestimmten Antrag enthalten (nach &sect;&nbsp;253 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 ZPO handelt es sich sogar um ein &quot;Muss&quot;-Erfordernis). Das Gericht darf &uuml;ber das Klagebegehren nicht hinausgehen, ist aber an die Fassung der Antr&auml;ge nicht gebunden (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO). Die Entsch&auml;digungsklage nach &sect;&nbsp;198 GVG ist eine auf Zahlung gerichtete Leistungsklage (Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 23.&nbsp;Januar 2014 III&nbsp;ZR&nbsp;37\/13, BGHZ 200, 20, Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der erkennende Senat hat bisher Entsch&auml;digungsklagen, in denen lediglich ein Mindestbetrag angegeben und die H&ouml;he der Entsch&auml;digung im &Uuml;brigen in das Ermessen des Entsch&auml;digungsgerichts gestellt worden war, als zul&auml;ssig angesehen und sich f&uuml;r befugt gehalten, &uuml;ber den vom Entsch&auml;digungskl&auml;ger bezeichneten Mindestbetrag hinauszugehen (Senatsurteile vom 2.&nbsp;Dezember 2015 X&nbsp;K&nbsp;7\/14, BFHE 252, 233, BStBl II 2016, 405, Rz&nbsp;15&nbsp;ff., und vom 2.&nbsp;Dezember 2015 X&nbsp;K&nbsp;6\/14, BFH\/NV 2016, 755, Rz&nbsp;17&nbsp;ff.). Zur Begr&uuml;ndung hat er sich auf Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) und des BGH bezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Darin hat das BVerwG formuliert, bei einer unmittelbar auf Zahlung gerichteten Klage sei die Forderung grunds&auml;tzlich der H&ouml;he nach im Klageantrag zu beziffern. Ein unbezifferter Klageantrag sei aber ausnahmsweise zul&auml;ssig, wenn die Schwierigkeit, den Klageantrag hinreichend genau zu bestimmen, durch au&szlig;erhalb der Kl&auml;gersph&auml;re liegende Umst&auml;nde verursacht werde. Dies gelte f&uuml;r die Entsch&auml;digungsklage &quot;jedenfalls&quot; deshalb, weil sie von Amts wegen eine Ermessensaus&uuml;bung des Gerichts nach &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 GVG erfordere (Urteil des BVerwG vom 26.&nbsp;Februar 2015&nbsp;&nbsp;5&nbsp;C&nbsp;5\/14&nbsp;D, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht &#8211; Rechtsprechungsreport 2015, 641, Rz&nbsp;15). Der BGH hat in der vom erkennenden Senat herangezogenen Entscheidung ausgef&uuml;hrt, wenn ein Entsch&auml;digungskl&auml;ger den Regelsatz des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 GVG geltend machen wolle, sei ihm &quot;die Bezifferung des Klageantrags unproblematisch m&ouml;glich&quot;. Nur in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 GVG k&ouml;nne er sich darauf beschr&auml;nken, einen unbezifferten Klageantrag zu stellen (BGH-Urteil in BGHZ 200, 20, Rz&nbsp;55&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die vom Senat schon seiner bisherigen Rechtsprechung zugrunde gelegten Entscheidungen anderer oberster Gerichtsh&ouml;fe des Bundes sowie angesichts der grunds&auml;tzlichen Zumutbarkeit und gesetzlichen Notwendigkeit eines bestimmten Klageantrags pr&auml;zisiert der Senat seine Rechtsprechung dahingehend, dass der Verzicht auf einen bestimmten Klageantrag (Beschr&auml;nkung auf die Nennung eines Mindestbetrags) und die Inanspruchnahme einer Befugnis des Gerichts, &uuml;ber einen bezifferten Mindestbetrag hinauszugehen, nur insoweit erforderlich und geboten ist, als das Gericht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 GVG in F&auml;llen der &quot;Unbilligkeit&quot; einen h&ouml;heren oder niedrigeren als den im Gesetz genannten Pauschalbetrag f&uuml;r Nichtverm&ouml;gensnachteile festsetzen kann. Soweit die H&ouml;he des Entsch&auml;digungsanspruchs hingegen ma&szlig;geblich durch die Dauer der Verz&ouml;gerung (vgl. &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 GVG: &quot;1.200&nbsp;EUR f&uuml;r jedes Jahr der Verz&ouml;gerung&quot;) bestimmt wird, ist es dem Entsch&auml;digungskl&auml;ger &#8211;wie jedem anderen Kl&auml;ger auch&#8211; zuzumuten, sich in seinem Klageantrag auf die Annahme einer bestimmten Dauer der Verz&ouml;gerung festzulegen, seinen Antrag danach auszurichten und den Entscheidungsumfang des Gerichts sowie sein eigenes Kostenrisiko damit zu begrenzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) In Anwendung dieser Grunds&auml;tze kommt die Zuerkennung einer h&ouml;heren Entsch&auml;digung als 600&nbsp;EUR pro Verfahren und Verfahrensbeteiligten vorliegend nicht in Betracht. Die Kl&auml;ger haben durch die Benennung des Betrages von 600&nbsp;EUR zu erkennen gegeben, dass sie von einer entsch&auml;digungspflichtigen Verz&ouml;gerung von sechs Monaten je Verfahren ausgehen. Dies entspricht auch der Rechtsprechung des erkennenden Senats, wonach eine Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge im Regelfall nur gut sechs Monate zur&uuml;ckwirkt (Senatsurteile vom 6.&nbsp;April 2016 X&nbsp;K&nbsp;1\/15, BFHE 253, 205, BStBl II 2016, 694, Rz&nbsp;46&nbsp;ff., und in BFH\/NV 2017, 159, Rz&nbsp;39).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend wurden die Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen am 20.&nbsp;M&auml;rz 2016 erhoben. Nach den dargelegten Grunds&auml;tzen der Senatsrechtsprechung w&uuml;rden sie bis einschlie&szlig;lich September 2015 zur&uuml;ckwirken, so dass f&uuml;r die sechs Monate von September 2015 bis Februar 2016 Entsch&auml;digung zu gew&auml;hren w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der vom Senat angenommenen Begrenzung seiner Entscheidungsbefugnis auf den jeweils gestellten Antrag von 600&nbsp;EUR ist nicht dar&uuml;ber zu befinden, ob in der Senatsrechtsprechung, die von einer nur eingeschr&auml;nkten R&uuml;ckwirkung der Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge ausgeht, eine Abweichung zum Urteil des BVerwG vom 29.&nbsp;Februar 2016&nbsp;&nbsp;5&nbsp;C&nbsp;31\/15&nbsp;D (Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2016, 3464, Rz&nbsp;33&nbsp;ff.) liegt. Dort geht das BVerwG in seinen abstrakten Rechtsausf&uuml;hrungen von einer R&uuml;ckwirkung der Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge aus, ohne sich zu einer etwaigen Begrenzung zu &auml;u&szlig;ern. Im konkret entschiedenen Fall hat das BVerwG aber nur eine R&uuml;ckwirkung von gut zwei Monaten angenommen: Das dortige Ausgangsgericht hatte im Juni 2013 seine verfahrensabschlie&szlig;ende Entscheidung getroffen; das BVerwG hat eine Verfahrensverz&ouml;gerung um sechs Monate angenommen (BVerwG-Urteil in NJW 2016, 3464, Rz&nbsp;41). Daraus ergibt sich ein Verz&ouml;gerungszeitraum von Dezember 2012 bis Mai 2013. Die Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge war von der dortigen Kl&auml;gerin am 25.&nbsp;Februar 2013 erhoben worden. Bei einer solchen Fallkonstellation h&auml;tte auch die Rechtsprechung des erkennenden Senats zu der vom BVerwG angenommenen R&uuml;ckwirkung der Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge um letztlich gut zwei Monate gef&uuml;hrt, so dass in der Sache selbst keine Divergenz besteht. Hinzu kommt, dass die dortigen Ausf&uuml;hrungen des BVerwG allein dadurch veranlasst waren, dass die Vorinstanz die Auffassung vertreten hatte, eine Verz&ouml;gerung k&ouml;nne f&uuml;r die Zeit vor Erhebung einer Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge niemals und f&uuml;r die ersten sechs Monate nach Erhebung der Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge nur in Ausnahmef&auml;llen angenommen werden. Diese Auffassung erachtet auch der erkennende Senat f&uuml;r unzutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ebenso muss der Senat nicht dar&uuml;ber entscheiden, ob die Entsch&auml;digungsanspr&uuml;che der Kl&auml;ger in den F&auml;llen, in denen sie im Ausgangsverfahren mehrere angefochtene Steuerbescheide in einer einzigen Klage zusammengefasst haben (objektive Klageh&auml;ufung), mit der Zahl der Steuerbescheide zu multiplizieren sind. Eine solche Entsch&auml;digung k&ouml;nnte den Kl&auml;gern nur zugesprochen werden, wenn der Senat &uuml;ber den gestellten Antrag hinausginge. Hinreichende Billigkeitsgr&uuml;nde daf&uuml;r, den Kl&auml;gern zu gestatten, diese Rechtsfrage durch den BFH auch ohne Stellung eines entsprechenden bezifferten Klageantrags entscheiden zu lassen, sind nicht ersichtlich. Es handelt sich um eine reine Rechtsfrage, so dass es demjenigen, der die Kl&auml;rung dieser Rechtsfrage erstrebt, zuzumuten ist, die Entscheidungsbefugnis des Gerichts durch seinen Antrag ausdr&uuml;cklich zu definieren und ein entsprechendes Kostenrisiko einzugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Sache selbst neigt der Senat aber zu der Auffassung, dass die von den Kl&auml;gern vertretene Vervielfachung des Regel-Entsch&auml;digungsanspruchs in F&auml;llen objektiver Klageh&auml;ufung nicht vorzunehmen ist. Die Kl&auml;ger berufen sich auf die zur subjektiven Klageh&auml;ufung (Klageerhebung durch mehrere Personen, insbesondere durch Eheleute) ergangene Rechtsprechung, wonach jedem Verfahrensbeteiligten ein eigener Entsch&auml;digungsanspruch zusteht. Diese vom BVerwG begr&uuml;ndete und vom erkennenden Senat &uuml;bernommene Rechtsprechung beruht aber auf der menschenrechtlichen Grundlage des Entsch&auml;digungsanspruchs und darauf, dass er als Jedermann-Recht konzipiert ist und es sich um einen personenbezogenen Anspruch handelt (BVerwG-Urteil vom 27.&nbsp;Februar 2014&nbsp;&nbsp;5&nbsp;C&nbsp;1\/13&nbsp;D, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 2014, 1523, Rz&nbsp;37; Senatsurteil in BFHE 246, 136, BStBl II 2014, 933, Rz&nbsp;47). Keiner dieser tragenden Gr&uuml;nde trifft auf die objektive Klageh&auml;ufung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Anspruch auf Prozesszinsen in H&ouml;he von f&uuml;nf Prozentpunkten &uuml;ber dem Basiszinssatz vom Zeitpunkt des Eintritts der Rechtsh&auml;ngigkeit der Entsch&auml;digungsklage an folgt aus &sect;&nbsp;291 i.V.m. &sect;&nbsp;288 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs. Da &sect;&nbsp;66 Satz&nbsp;2 FGO im Streitfall bereits anwendbar ist (vgl. oben III.1.b), ist die Rechtsh&auml;ngigkeit in Bezug auf die Prozesszinsen erst mit der Zustellung der Entsch&auml;digungsklagen beim Beklagten (4.&nbsp;Januar 2017) eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO. Die Kl&auml;ger haben in H&ouml;he des von ihnen gestellten Antrags in vollem Umfang obsiegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.7.2017, X K 3-7\/16; X K 3\/16; X K 4\/16; X K 5\/16; X K 6\/16; X K 7\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.120717.XK3.16.0 Entsch&auml;digungsklage: Wahrung der Klagefrist, Bestimmtheit des Zahlungsantrags auf Geldentsch&auml;digung Leits&auml;tze 1. Auch nach der mit Wirkung zum 15. 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