{"id":68891,"date":"2018-01-14T13:01:39","date_gmt":"2018-01-14T11:01:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68891"},"modified":"2018-01-14T13:01:39","modified_gmt":"2018-01-14T11:01:39","slug":"vi-r-47-15-aufwendungen-fuer-ivf-einer-in-einer-gleichgeschlechtlichen-partnerschaft-lebenden-unfruchtbaren-frau-als-aussergewoehnliche-belastung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-47-15-aufwendungen-fuer-ivf-einer-in-einer-gleichgeschlechtlichen-partnerschaft-lebenden-unfruchtbaren-frau-als-aussergewoehnliche-belastung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;47\/15 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r IVF einer in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebenden unfruchtbaren Frau als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.10.2017, VI R 47\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.051017.VIR47.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufwendungen f&uuml;r IVF einer in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebenden unfruchtbaren Frau als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Aufwendungen einer empf&auml;ngnisunf&auml;higen (unfruchtbaren) Frau f&uuml;r eine heterologe k&uuml;nstliche Befruchtung durch In-vitro-Fertilisation (IVF) sind als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung (Krankheitskosten) auch dann zu ber&uuml;cksichtigen, wenn die Frau in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Da die Aufwendungen dazu dienen, die Fertilit&auml;tsst&ouml;rung der Steuerpflichtigen auszugleichen, sind sie als insgesamt &#8211;einschlie&szlig;lich der auf die Bereitstellung und Aufbereitung des Spendersamens entfallenden Kosten&#8211; auf dieses Krankheitsbild abgestimmte Heilbehandlung darauf gerichtet, die St&ouml;rung zu &uuml;berwinden. Eine Aufteilung der Krankheitskosten kommt insoweit nicht in Betracht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 23. Juli 2015&nbsp;&nbsp;6 K 93\/13 E aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Einkommensteuer f&uuml;r das Jahr 2011 wird unter &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2011 vom 30. Mai 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7. Dezember 2012 des Beklagten auf den Betrag festgesetzt, der sich bei der Ber&uuml;cksichtigung von zus&auml;tzlichen Krankheitskosten in H&ouml;he von 8.498,85 EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ergibt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Steuer wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) lebte im Streitjahr (2011) in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Eine eingetragene Partnerschaft bestand zu dieser Zeit noch nicht. Aufgrund einer prim&auml;ren Sterilit&auml;t (Unfruchtbarkeit) konnte die Kl&auml;gerin ohne medizinischen Eingriff nicht schwanger werden. Aus diesem Grund lie&szlig; sie sich ab dem Jahr 2010 durch verschiedene medizinische Ma&szlig;nahmen behandeln, um eine Schwangerschaft herbeizuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr lie&szlig; die Kl&auml;gerin in der Y-klinik in D&auml;nemark eine In-vitro-Fertilisation (IVF) unter Verwendung von Samenzellen eines Spenders durchf&uuml;hren. Die d&auml;nische Klinik unterlag der Kontrolle der d&auml;nischen Gesundheitsbeh&ouml;rden. Vor und nach der Behandlung nahm die Kl&auml;gerin Medikamente ein. Durch die Behandlung entstanden ihr Kosten in H&ouml;he von insgesamt 8.498,85&nbsp;EUR, die die Kl&auml;gerin in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung geltend machte. Die Aufwendungen setzen sich zusammen aus Kosten f&uuml;r von den behandelnden &Auml;rzten rezeptierte Medikamente (1.583,56&nbsp;EUR), die Durchf&uuml;hrung der IVF in der Klinik (5.800&nbsp;EUR) sowie f&uuml;r Fahrt- und &Uuml;bernachtungskosten in D&auml;nemark (954&nbsp;EUR zzgl. 161,29&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte die Aufwendungen nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung an. Der gegen den Einkommensteuerbescheid eingelegte Einspruch blieb ebenfalls erfolglos. Das FA war der Ansicht, die Ber&uuml;cksichtigung der Aufwendungen f&uuml;r die k&uuml;nstliche Befruchtung als Krankheitskosten komme nicht in Betracht, weil die Ma&szlig;nahme nicht in &Uuml;bereinstimmung mit den Richtlinien der &auml;rztlichen Berufsordnungen vorgenommen worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Anschluss erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 2071 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab. Es war im Wesentlichen der Ansicht, aufgrund der Unfruchtbarkeit der Kl&auml;gerin stelle die IVF zwar eine medizinisch indizierte Heilbehandlung dar. Es fehle jedoch an der erforderlichen Zwangsl&auml;ufigkeit zwischen der Krankheit der Kl&auml;gerin und den geltend gemachten Kosten. Denn die Kinderlosigkeit der Kl&auml;gerin sei nicht unmittelbare und ausschlie&szlig;liche Folge ihrer krankheitsbedingten Unfruchtbarkeit gewesen, sondern sei zugleich ma&szlig;geblich darin begr&uuml;ndet, dass sie in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebe, in der die Zeugung eines Kindes auf nat&uuml;rlichem Wege ausgeschlossen sei. Die IVF habe damit in erster Linie der Realisierung des Kinderwunsches gedient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2011 vom 30.&nbsp;Mai 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;Dezember 2012 dahingehend zu &auml;ndern, dass zus&auml;tzliche Krankheitskosten in H&ouml;he von 8.498,85&nbsp;EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die von der Kl&auml;gerin in Zusammenhang mit der k&uuml;nstlichen Befruchtung getragenen Aufwendungen zu Unrecht nicht als zwangsl&auml;ufig i.S. von &sect;&nbsp;33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) beurteilt. Aufgrund der vom FG getroffenen Feststellungen kann der Senat in der Sache selbst entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 EStG wird die Einkommensteuer auf Antrag erm&auml;&szlig;igt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse, gleicher Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstandes erwachsen. Aufwendungen entstehen einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tats&auml;chlichen oder sittlichen Gr&uuml;nden nicht entziehen kann, soweit die Aufwendungen den Umst&auml;nden nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht &uuml;bersteigen (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In st&auml;ndiger Rechtsprechung geht der Bundesfinanzhof (BFH) davon aus, dass Krankheitskosten &#8211;ohne R&uuml;cksicht auf die Art und die Ursache der Erkrankung&#8211; dem Steuerpflichtigen aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig erwachsen. Allerdings werden nur solche Aufwendungen als Krankheitskosten ber&uuml;cksichtigt, die zum Zwecke der Heilung einer Krankheit oder mit dem Ziel erbracht werden, die Krankheit ertr&auml;glich zu machen (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Juli 1981 VI&nbsp;R&nbsp;77\/78, BFHE 133, 545, BStBl II 1981, 711; vom 13.&nbsp;Februar 1987 III&nbsp;R&nbsp;208\/81, BFHE 149, 222, BStBl II 1987, 427, und vom 20.&nbsp;M&auml;rz 1987 III&nbsp;R&nbsp;150\/86, BFHE 149, 539, BStBl II 1987, 596; vom 2.&nbsp;September 2010 VI&nbsp;R&nbsp;11\/09, BFHE 231, 69, BStBl II 2011, 119).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Hinblick auf die f&uuml;r den Abzug nach &sect;&nbsp;33 EStG erforderliche Zwangsl&auml;ufigkeit wird nicht danach unterschieden, ob &auml;rztliche Behandlungsma&szlig;nahmen oder medizinisch indizierte Hilfsmittel der Heilung dienen oder lediglich einen k&ouml;rperlichen Mangel ausgleichen sollen. Deshalb werden regelm&auml;&szlig;ig auch Aufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ber&uuml;cksichtigt, obwohl der k&ouml;rperliche Mangel durch die betreffende Ma&szlig;nahme nicht behoben, sondern nur &quot;umgangen&quot; oder kompensiert wird (Senatsurteil vom 16.&nbsp;Dezember 2010 VI&nbsp;R&nbsp;43\/10, BFHE 232, 179, BStBl II 2011, 414, Rz&nbsp;13). An der einzigen Ausnahme im BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Juli 2005 III&nbsp;R&nbsp;30\/03 (BFHE 210, 355, BStBl II 2006, 495) &#8211;kein Abzug von Aufwendungen f&uuml;r k&uuml;nstliche Befruchtungen einer unverheirateten empf&auml;ngnisunf&auml;higen Frau&#8211; hat der BFH nicht festgehalten (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Mai 2007 III&nbsp;R&nbsp;47\/05, BFHE 218, 141, BStBl II 2007, 871). Denn die Empf&auml;ngnisunf&auml;higkeit einer Frau ist &#8211;unabh&auml;ngig von ihrem Familienstand&#8211; eine Krankheit (BFH-Urteil in BFHE 210, 355, BStBl II 2006, 495, unter II.4.a). Dementsprechend erkennt der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung Aufwendungen f&uuml;r die k&uuml;nstliche Befruchtung als Behandlung bei Sterilit&auml;t an, wenn diese in &Uuml;bereinstimmung mit den Richtlinien der Berufsordnungen f&uuml;r &Auml;rzte vorgenommen wird (BFH-Urteile in BFHE 210, 355, BStBl II 2006, 495; in BFHE 218, 141, BStBl II 2007, 871; vom 21.&nbsp;Februar 2008 III&nbsp;R&nbsp;30\/07, BFH\/NV 2008, 1309; Senatsurteile in BFHE 232, 179, BStBl II 2011, 414, und vom 17.&nbsp;Mai 2017 VI&nbsp;R&nbsp;34\/15, BFHE 258, 358).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Voraussetzung ist allerdings weiter, dass die den Aufwendungen zugrunde liegende Behandlung mit der innerstaatlichen Rechtsordnung im Einklang steht. Denn eine nach nationalem Recht verbotene Behandlung kann keinen zwangsl&auml;ufigen Aufwand i.S. des &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 EStG begr&uuml;nden (Senatsurteil in BFHE 258, 358). Vielmehr ist von den Steuerpflichtigen zu erwarten, dass sie gesetzliche Verbote beachten. Aufwendungen f&uuml;r nach objektiv-rechtlichen Ma&szlig;st&auml;ben verbotene Behandlungsma&szlig;nahmen sind selbst dann nicht zwangsl&auml;ufig, wenn sie nicht straf- oder bu&szlig;geldbewehrt sind (Urteil des Bundessozialgerichts vom 18.&nbsp;November 2014 B&nbsp;1&nbsp;KR&nbsp;19\/13&nbsp;R, BSGE 117, 212, Rz&nbsp;11, zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung) oder wegen eines Strafausschlie&szlig;ungsgrundes nicht geahndet werden (FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 9.&nbsp;Mai 2003&nbsp;&nbsp;18&nbsp;K&nbsp;7931\/00&nbsp;E, EFG 2003, 1548; FG M&uuml;nchen, Beschluss vom 21.&nbsp;Februar 2000&nbsp;&nbsp;16&nbsp;V&nbsp;5568\/99, EFG 2000, 496). Als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen sind daher Kosten f&uuml;r eine k&uuml;nstliche Befruchtung nur zu ber&uuml;cksichtigen, wenn die aufwandsbegr&uuml;ndende Behandlung insbesondere nicht gegen das deutsche Embryonenschutzgesetz (ESchG) verst&ouml;&szlig;t und &#8211;wie bereits unter b) ausgef&uuml;hrt&#8211; mit den Richtlinien der Berufsordnungen f&uuml;r &Auml;rzte im Einklang steht (zuletzt Senatsurteil in BFHE 258, 358).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Gemessen an diesen Grunds&auml;tzen sind die Aufwendungen der Kl&auml;gerin f&uuml;r die medizinisch angezeigte k&uuml;nstliche Befruchtung als Krankheitskosten zu beurteilen und damit steuermindernd als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen nach &sect;&nbsp;33 EStG zu ber&uuml;cksichtigen (unter&nbsp;a). Der Umstand, dass die Kl&auml;gerin in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt, steht einer Ber&uuml;cksichtigung nicht entgegen (unter&nbsp;b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und den Senat deshalb bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) konnte die Kl&auml;gerin aufgrund einer prim&auml;ren Sterilit&auml;t (Unfruchtbarkeit) ohne medizinischen Eingriff nicht schwanger werden. Demzufolge hat das FG die gegebene Empf&auml;ngnisunf&auml;higkeit der Kl&auml;gerin zutreffend als Krankheit und die vorgenommene IVF als aus medizinischer Sicht erforderliche Heilbehandlung beurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die IVF ist eine zur Behandlung dieser Krankheit &#8211;bei Mann wie Frau&#8211; spezifisch erforderliche medizinische Leistung. Unerheblich ist, dass mit den &auml;rztlichen Ma&szlig;nahmen nicht bezweckt ist, die Ursachen der Fertilit&auml;tsst&ouml;rung zu beseitigen oder Schmerzen und Beschwerden zu lindern. Denn dem Begriff der Linderung einer Krankheit wohnt gerade nicht inne, dass damit auch eine Behebung ihrer Ursachen verbunden ist. Von der Linderung einer Krankheit kann vielmehr schon dann gesprochen werden, wenn die &auml;rztliche T&auml;tigkeit auf die Abschw&auml;chung oder eine partielle oder v&ouml;llige Unterbindung oder Beseitigung von Krankheitsfolgen gerichtet ist oder &#8211;wie vorliegend&#8211; eine Ersatzfunktion f&uuml;r ein ausgefallenes Organ bezweckt wird (Senatsurteil in BFHE 232, 179, BStBl II 2011, 414, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unsch&auml;dlich ist, dass die IVF im Streitfall mit heterologem Samen durchgef&uuml;hrt wurde (vgl. Senatsurteil in BFHE 232, 179, BStBl II 2011, 414, Rz&nbsp;19, f&uuml;r den Fall einer heterologen k&uuml;nstlichen Befruchtung bei einem verheirateten Paar). Im Fall einer gleichgeschlechtlichen (Frauen-)Partnerschaft ist bereits vom Grund her eine k&uuml;nstliche Befruchtung unter Verwendung homologen Samens, d.h. des Samen des Ehemannes oder des Partners in stabiler Partnerschaft (vgl. die Begriffsbestimmung unter 1.5. der (Muster-)Richtlinie zur Durchf&uuml;hrung der assistierten Reproduktion des Wissenschaftlichen Beirats der Bundes&auml;rztekammer (Novelle 2006) &#8211;Muster-RL&#8211;, Deutsches &Auml;rzteblatt 2006, 1392\/94), ausgeschlossen, das betroffene Paar vielmehr auf die Verwendung von heterologem Samen, d.h. Spendersamen, angewiesen. Die k&uuml;nstliche Befruchtung einer unter Sterilit&auml;t leidenden Frau in fester Partnerschaft zielt &#8211;wie auch eine homologe oder heterologe k&uuml;nstliche Befruchtung wegen Sterilit&auml;t eines heterosexuellen Partners&#8211; auf die Beseitigung der Kinderlosigkeit des Paares unter Ersetzung der durch Krankheit behinderten K&ouml;rperfunktion der sterilen Frau durch eine medizinische Ma&szlig;nahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des FG steht der Umstand, dass die Kl&auml;gerin in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt, der Anerkennung der Krankheitskosten nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So k&ouml;nnen Aufwendungen einer empf&auml;ngnisunf&auml;higen, in einer festen bzw. festgef&uuml;gten Partnerschaft lebenden Frau &#8211;und damit ohne R&uuml;cksicht auf ihren Familienstand&#8211; f&uuml;r Ma&szlig;nahmen zur Sterilit&auml;tsbehandlung durch IVF nach der Rechtsprechung des BFH als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung abziehbar sein (BFH-Urteile in BFHE 218, 141, BStBl II 2007, 871; in BFH\/NV 2008, 1309).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar stellt die Rechtsprechung des BFH &#8211;wie oben ausgef&uuml;hrt&#8211; darauf ab, dass die Ma&szlig;nahme zur Sterilit&auml;tsbehandlung in &Uuml;bereinstimmung mit den Richtlinien der &auml;rztlichen Berufsordnungen vorgenommen wird (BFH-Urteile in BFHE 210, 355, BStBl II 2006, 495; in BFHE 218, 141, BStBl II 2007, 871; in BFH\/NV 2008, 1309; Senatsurteile in BFHE 232, 179, BStBl II 2011, 414, und in BFHE 258, 358; zustimmend Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;54 &quot;Befruchtung&quot;). F&uuml;r die Pr&uuml;fung dieser Frage ist dabei in der Regel die Richtlinie heranzuziehen, die von der &Auml;rztekammer des die Behandlung durchf&uuml;hrenden Arztes erlassen wurde. Wird die Behandlung &#8211;wie im Streitfall&#8211; im Ausland durchgef&uuml;hrt, ist es ausreichend, wenn der Steuerpflichtige diese zumindest in einem Bundesland h&auml;tte durchf&uuml;hren k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den Landes&auml;rztekammern erlassenen Berufsordnungen legen fest, dass bei speziellen medizinischen Ma&szlig;nahmen oder Verfahren, die ethische Probleme aufwerfen und zu denen die &Auml;rztekammer Richtlinien zur Indikationsstellung und zur Ausf&uuml;hrung als Bestandteil der Berufsordnung festgelegt hat, die &Auml;rztinnen und &Auml;rzte diese zu beachten haben. Dies gilt auch f&uuml;r die Muster-RL. Die Landes&auml;rztekammern haben bis auf den Freistaat Bayern sowie die L&auml;nder Berlin und Brandenburg auf der Grundlage der Muster-RL eigene Richtlinien zur assistierten Reproduktion erlassen. Zus&auml;tzlich enth&auml;lt die Muster-RL einen Kommentar, der nicht verbindlich ist und den lediglich einige Landes&auml;rztekammern &uuml;bernommen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Darin hei&szlig;t es im Hinblick auf die Muster-RL regelm&auml;&szlig;ig unter 3.1.1 zu den statusrechtlichen Voraussetzungen: &quot;Methoden der assistierten Reproduktion sollen unter Beachtung des Kindeswohls grunds&auml;tzlich nur bei Ehepaaren angewandt werden. &#8230; Methoden der assistierten Reproduktion k&ouml;nnen auch bei einer nicht verheirateten Frau angewandt werden. Dies gilt nur, wenn die behandelnde &Auml;rztin\/der behandelnde Arzt zu der Einsch&auml;tzung gelangt ist, dass die Frau mit einem nicht verheirateten Mann in einer festgef&uuml;gten Partnerschaft zusammenlebt und dieser Mann die Vaterschaft an dem so gezeugten Kind anerkennen wird.&quot; In den Kommentierungen ist interpretierend in der Regel ausgef&uuml;hrt, bei nicht miteinander verheirateten Paaren sei einer heterologen Insemination im Hinblick auf das Ziel, dem so gezeugten Kind eine stabile Beziehung zu beiden Elternteilen zu sichern, mit besonderer Zur&uuml;ckhaltung zu begegnen. Aus diesem Grund sei eine heterologe Insemination zurzeit bei Frauen ausgeschlossen, die in keiner Partnerschaft oder in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebten. Anders als zur Zeit vor Erlass der Muster-RL ist eine heterologe Insemination bei Frauen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, aber nicht mehr explizit verboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach stehen die Richtlinien der &auml;rztlichen Berufsordnungen des Freistaats Bayern sowie der L&auml;nder Berlin und Brandenburg der bei der Kl&auml;gerin vorgenommenen Kinderwunschbehandlung nicht entgegen. Aber auch in Hessen h&auml;tte sie die Behandlung vornehmen k&ouml;nnen (vgl. Senatsurteil vom 5.&nbsp;Oktober 2017 VI&nbsp;R&nbsp;2\/17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die Kl&auml;gerin sich gleichwohl gezwungen sah, die Behandlung in D&auml;nemark vornehmen zu lassen, ist deshalb im Streitfall unsch&auml;dlich. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die Behandlung gegen das ESchG versto&szlig;en haben k&ouml;nnte, liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ebenso wie bei Ehepaaren und heterosexuellen Lebenspartnerschaften kann in entsprechenden F&auml;llen einer k&uuml;nstlichen Befruchtung zur Umgehung einer vorhandenen Sterilit&auml;t eines Partners auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren eine tats&auml;chliche Zwangslage damit nicht verneint werden (ebenso Schmidt\/ Loschelder, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;35 &quot;K&uuml;nstliche Befruchtung&quot;; Nacke in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;33 Anh&nbsp;1 ABC der ag Belastungen &quot;K&uuml;nstliche Befruchtung&quot; Rz&nbsp;6; wohl auch Meurer, Der Ertragsteuerberater 2007, 402; a.A. Mellinghoff in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;54 &quot;Befruchtung&quot;). Entsprechend sind die von der Kl&auml;gerin getragenen Kosten f&uuml;r die k&uuml;nstliche Befruchtung in H&ouml;he von 8.498,85&nbsp;EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Infolgedessen kommt auch eine Aufteilung der Krankheits-kosten nicht in Betracht. Die Aufwendungen dienten dazu, die Fertilit&auml;tsst&ouml;rung der Kl&auml;gerin auszugleichen, und waren als insgesamt &#8211;einschlie&szlig;lich der auf die Bereitstellung und Aufbereitung des Spendersamens entfallenden Kosten&#8211; auf dieses Krankheitsbild abgestimmte Heilbehandlung darauf gerichtet, die St&ouml;rung zu &uuml;berwinden. Die Behandlung ist insoweit ebenso wie eine heterologe Insemination (Senatsurteil in BFHE 232, 179, BStBl II 2011, 414; zur Kombination mit einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion Senatsurteil in BFHE 258, 358; s. zur einheitlichen Gesamtma&szlig;nahme auch Urteil des Bundesgerichtshofs vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2004 IV&nbsp;ZR&nbsp;25\/03, BGHZ 158, 166) als untrennbare Einheit zu sehen (ebenso Bleschick, EFG 2017, 476; a.A. Hermenns\/Modrzejewski\/R&uuml;sch, Finanz-Rundschau 2017, 270, 275). Die Behandlung zielte auf die Beseitigung der Kinderlosigkeit der Kl&auml;gerin und ihrer Lebensgef&auml;hrtin. Auch wenn der Kinderlosigkeit selbst kein Krankheitswert zukommt (Senatsurteil in BFHE 232, 179, BStBl II 2011, 414), wird die krankheitsbedingte Empf&auml;ngnisunf&auml;higkeit der Kl&auml;gerin durch eine medizinische Ma&szlig;nahme (IVF unter Verwendung von Spendersamen) &uuml;berwunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Berechnung der Einkommensteuer wird dem FA &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.10.2017, VI R 47\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.051017.VIR47.15.0 Aufwendungen f&uuml;r IVF einer in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebenden unfruchtbaren Frau als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung Leits&auml;tze 1. Aufwendungen einer empf&auml;ngnisunf&auml;higen (unfruchtbaren) Frau f&uuml;r eine heterologe k&uuml;nstliche Befruchtung durch In-vitro-Fertilisation (IVF) sind als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung (Krankheitskosten) auch dann zu ber&uuml;cksichtigen, wenn die Frau in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt. 2. Da &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-47-15-aufwendungen-fuer-ivf-einer-in-einer-gleichgeschlechtlichen-partnerschaft-lebenden-unfruchtbaren-frau-als-aussergewoehnliche-belastung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;47\/15 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r IVF einer in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebenden unfruchtbaren Frau als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68891","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68891","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68891"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68891\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68891"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}