{"id":68900,"date":"2018-01-14T13:06:33","date_gmt":"2018-01-14T11:06:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68900"},"modified":"2018-01-14T13:06:33","modified_gmt":"2018-01-14T11:06:33","slug":"ii-r-39-15-gesonderte-feststellung-nach-par-17-abs-3-grestg-mittelbare-aenderung-des-gesellschafterbestandes-einer-personengesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-39-15-gesonderte-feststellung-nach-par-17-abs-3-grestg-mittelbare-aenderung-des-gesellschafterbestandes-einer-personengesellschaft\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;39\/15 &#8211; Gesonderte Feststellung nach &sect; 17 Abs. 3 GrEStG; mittelbare &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes einer Personengesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.8.2017, II R 39\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.300817.IIR39.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Gesonderte Feststellung nach &sect; 17 Abs. 3 GrEStG; mittelbare &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes einer Personengesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Gegenstand der gesonderten Feststellung nach &sect; 17 Abs. 3 GrEStG ist auch der Zeitpunkt, auf den der Grundbesitz der Personengesellschaft nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG zu bewerten ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die blo&szlig;e Einr&auml;umung einer Vollmacht zur Aus&uuml;bung der Rechte aus einem Gesellschaftsanteil sowie zur Ver&auml;u&szlig;erung und Abtretung dieses Gesellschaftsanteils reicht f&uuml;r einen Anteils&uuml;bergang i.S. einer mittelbaren &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes einer Personengesellschaft nach &sect; 1 Abs. 2a GrEStG nicht aus.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 20. Januar 2015&nbsp;&nbsp;5 K 1652\/11, die Einspruchsentscheidung vom 31. M&auml;rz 2011 sowie der Feststellungsbescheid vom 13. August 2010 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine GmbH &#038; Co.&nbsp;KG. Alleinige Kommanditistin war eine KG. Die Komplement&auml;r-GmbH war nicht am Gesellschaftskapital der Kl&auml;gerin beteiligt. Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 12.&nbsp;April 2005 &uuml;bertrug die KG von ihrer Kommanditbeteiligung an der Kl&auml;gerin von nominal 1.000&nbsp;EUR einen Anteil von jeweils 470&nbsp;EUR, insgesamt 940 EUR = 94&nbsp;%, auf A und B. Die Abtretung der Kommanditbeteiligung erfolgte unter verschiedenen aufschiebenden Bedingungen, n&auml;mlich der Eintragung des ebenfalls vereinbarten Komplement&auml;rwechsels und der K&auml;ufer als neue Kommanditisten im Handelsregister sowie der vollst&auml;ndigen Zahlung des Kaufpreises. Der Kaufpreis wurde am 30.&nbsp;November 2005 bezahlt. Der Komplement&auml;rwechsel wurde am 28.&nbsp;Februar 2006 und der Kommanditistenwechsel am 7.&nbsp;M&auml;rz 2006 im Handelsregister eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 25.&nbsp;Mai 2005 erteilte die KG den beiden Erwerbern A und B unter Bezugnahme auf den Vertrag vom 12.&nbsp;April 2005 jeweils einzeln und unter Befreiung von &sect;&nbsp;181 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs eine umfassende, unbefristete und unwiderrufliche und etwaige Rechtsnachfolger bindende Vollmacht. Danach waren die Bevollm&auml;chtigten je einzeln und unwiderruflich befugt, die Gesellschafterrechte bei der Kl&auml;gerin auszu&uuml;ben, insbesondere das Stimmrecht in Gesellschafterversammlungen wahrzunehmen, die KG bei satzungs&auml;ndernden Gesellschafterbeschl&uuml;ssen zu vertreten und in deren Namen auf Gewinnverteilungsanspr&uuml;che zu verzichten. Ferner waren die Bevollm&auml;chtigten berechtigt, den von der KG an der Kl&auml;gerin gehaltenen Kommanditanteil zu ver&auml;u&szlig;ern, abzutreten, die Bedingungen der Ver&auml;u&szlig;erung oder Abtretung festzulegen und gegebenenfalls auf eine Gegenleistung v&ouml;llig zu verzichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte mit Feststellungsbescheid vom 13.&nbsp;August 2010 nach &sect;&nbsp;17 des Grunderwerbsteuergesetzes in der im Jahr 2005 geltenden Fassung (GrEStG) die Besteuerungsgrundlagen &quot;f&uuml;r den Erwerb von mindestens 95&nbsp;% der Anteile an der Kl&auml;gerin durch Vertrag vom 25.&nbsp;Mai 2005&quot; gesondert fest. In den Erl&auml;uterungen f&uuml;hrte das FA aus, bei dem Vertrag vom 12.&nbsp;April 2005 i.V.m. mit der notariellen Urkunde vom 25.&nbsp;Mai 2005 handle es sich um eine steuerpflichtige &Auml;nderung im Gesellschafterbestand der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG. Die Steuer sei am 25.&nbsp;Mai 2005 mit dem Eintritt des letzten zur Tatbestandserf&uuml;llung erforderlichen Teilakts entstanden. Mit der Vereinbarung vom 25.&nbsp;Mai 2005 h&auml;tten die Erwerber die uneingeschr&auml;nkte Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die restlichen 6&nbsp;% der Gesellschaftsanteile und somit die Verf&uuml;gungsbefugnis an den Grundst&uuml;cken der Gesellschaft erlangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch blieb erfolglos. Das FA vertrat in der Begr&uuml;ndung der Einspruchsentscheidung vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2011 die Ansicht, die Steuer sei zwar wegen der vereinbarten aufschiebenden Bedingung erst mit der Kaufpreiszahlung am 30.&nbsp;November 2005 entstanden. Dies stehe aber der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Feststellungsbescheids nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Seiner Ansicht nach ist der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG erf&uuml;llt. Innerhalb von f&uuml;nf Jahren habe sich der Gesellschafterbestand der Kl&auml;gerin um 100&nbsp;% ver&auml;ndert, und zwar mittelbar in H&ouml;he von 6&nbsp;% durch die den Erwerbern am 25.&nbsp;Mai 2005 erteilten Vollmachten und unmittelbar in H&ouml;he von 94&nbsp;% mit dem Wirksamwerden der Abtretung der Kommanditanteile durch die am 7.&nbsp;M&auml;rz 2006 erfolgte Eintragung des Kommanditistenwechsels im Handelsregister. Dass das FA von einem anderen Zeitpunkt der Steuerentstehung ausgegangen sei, sei unerheblich. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1019 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die fehlerhafte Anwendung des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG. Bei der im Rahmen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG gebotenen gesellschaftsrechtlichen Betrachtung seien nur 94&nbsp;% der Anteile an ihr auf neue Gesellschafter &uuml;bertragen worden. Die blo&szlig;e Erteilung der Vollmachten f&uuml;hre auch nicht unter R&uuml;ckgriff auf &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) zu einem fiktiven Grundst&uuml;cksumsatz. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sei daf&uuml;r erforderlich, dass der K&auml;ufer des Anteils aufgrund b&uuml;rgerlich-rechtlicher Rechtsgesch&auml;fte bereits eine rechtlich gesch&uuml;tzte, auf den Erwerb des Rechts gerichtete Position erworben habe, die ihm gegen seinen Willen nicht mehr entzogen werden k&ouml;nne, und die mit dem Anteil verbundenen Rechte sowie das Risiko einer Wertminderung oder die Chance einer Wertsteigerung auf ihn &uuml;bergegangen seien. Diese Voraussetzungen seien im Streitfall nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Vorentscheidung und den Feststellungsbescheid vom 13.&nbsp;August 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und des angefochtenen Feststellungsbescheids in Gestalt der Einspruchsentscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Feststellungsbescheid ist rechtswidrig, weil er auf einen unzutreffenden Feststellungszeitpunkt ergangen ist. Zudem hat die Erteilung der Vollmachten vom 25.&nbsp;Mai 2005 entgegen der Auffassung des FG nicht zu einer mittelbaren &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes der Kl&auml;gerin i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der angefochtene Feststellungsbescheid bestimmt einen unzutreffenden Steuerentstehungszeitpunkt. Der Gesellschafterbestand der Kl&auml;gerin hat sich erst mit der Eintragung des Kommanditistenwechsels im Handelsregister am 7.&nbsp;M&auml;rz 2006 unmittelbar ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Geh&ouml;rt zum Verm&ouml;gen einer Personengesellschaft ein inl&auml;ndisches Grundst&uuml;ck und &auml;ndert sich innerhalb von f&uuml;nf Jahren der Gesellschafterbestand unmittelbar oder mittelbar dergestalt, dass mindestens 95&nbsp;% der Anteile am Gesellschaftsverm&ouml;gen auf neue Gesellschafter &uuml;bergehen, gilt dies nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG als ein auf die &Uuml;bereignung dieses Grundst&uuml;cks auf eine neue Personengesellschaft gerichtetes Rechtsgesch&auml;ft. Die &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG kann in einem einzelnen Rechtsvorgang oder in Teilakten &uuml;ber einen Zeitraum von l&auml;ngstens f&uuml;nf Jahren erfolgen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Mai 2013 II&nbsp;R&nbsp;3\/11, BFHE 242, 169, BStBl II 2013, 963; vom 9.&nbsp;Juli 2014 II&nbsp;R&nbsp;49\/12, BFHE 246, 215, BStBl II 2016, 57, und vom 25.&nbsp;November 2015 II&nbsp;R&nbsp;18\/14, BFHE 251, 492; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine unmittelbare &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes einer grundbesitzenden Personengesellschaft liegt vor, wenn ein Mitgliedschaftsrecht an der Gesellschaft zivilrechtlich wirksam auf ein neues Mitglied der Personengesellschaft &uuml;bergeht (BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Januar 2013 II&nbsp;R&nbsp;66\/11, BFHE 240, 191, BStBl II 2014, 266; vom 24.&nbsp;April 2013 II&nbsp;R&nbsp;17\/10, BFHE 241, 53, BStBl II 2013, 833; in BFHE 242, 169, BStBl II 2013, 963; vom 25.&nbsp;September 2013 II&nbsp;R&nbsp;17\/12, BFHE 243, 404, BStBl II 2014, 268; in BFHE 246, 215, BStBl II 2016, 57, und in BFHE 251, 492). Der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG ist danach erst in dem Zeitpunkt erf&uuml;llt, in dem die Gesellschaftsanteile dinglich auf die neuen Erwerber &uuml;bergehen. Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG gilt &#8211;anders als bei &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG&#8211; nicht schon der (schuldrechtliche) Abschluss des Rechtsgesch&auml;fts, das einen Anspruch auf &Uuml;bertragung von Gesellschaftsanteilen begr&uuml;ndet, als ein auf die &Uuml;bertragung von Grundst&uuml;cken gerichtetes Rechtsgesch&auml;ft, sondern erst die (dingliche) &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei einer &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes einer grundbesitzenden Personengesellschaft von mindestens 95&nbsp;% (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG) werden nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 GrEStG die Besteuerungsgrundlagen durch das Finanzamt, in dessen Bezirk sich die Gesch&auml;ftsleitung der Gesellschaft befindet, gesondert festgestellt, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; ein au&szlig;erhalb des Bezirks dieses Finanzamts liegendes Grundst&uuml;ck betroffen ist. Gegenstand der gesonderten Feststellung nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 GrEStG sind die Besteuerungsgrundlagen. Zu diesen geh&ouml;rt in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG die verbindliche Entscheidung &uuml;ber die Steuerpflicht dem Grunde nach, &uuml;ber die als Steuerschuldner in Betracht kommenden Personen und &uuml;ber die Finanz&auml;mter, die zur Steuerfestsetzung berufen sind (vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Oktober 2014 II&nbsp;R&nbsp;14\/14, BFHE 248, 228, BStBl II 2015, 405, Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesondert festzustellen ist auch der Zeitpunkt, auf den der Grundbesitz der Personengesellschaft nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 GrEStG zu bewerten ist. Dies ist nach &sect;&nbsp;138 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Bewertungsgesetzes in der im Jahr 2005 geltenden Fassung der Zeitpunkt der Steuerentstehung (&sect;&nbsp;38 AO, &sect;&nbsp;14 GrEStG), soweit nicht einer der in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GrEStG geregelten Sonderf&auml;lle vorliegt. Die Entscheidung &uuml;ber den Bewertungszeitpunkt darf nach Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 GrEStG nicht den f&uuml;r die Bewertung der Grundst&uuml;cke zust&auml;ndigen Finanz&auml;mtern &uuml;berlassen werden. Nur die Feststellung im Bescheid nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 GrEStG kann eine einheitliche Beurteilung dieses Zeitpunkts gew&auml;hrleisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen ist der Feststellungsbescheid vom 13.&nbsp;August 2010 rechtswidrig. Er stellt ausdr&uuml;cklich fest, dass der Erwerbsvorgang durch den Vertrag vom 12.&nbsp;April 2005 i.V.m. der Vollmachtserteilung am 25.&nbsp;Mai 2005 verwirklicht worden sei. Zu diesen beiden Zeitpunkten ist jedoch, ebenso wenig wie am 30.&nbsp;November 2005, auf den die Einspruchsentscheidung abstellt, ein Erwerbsvorgang nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG verwirklicht worden. Denn erst mit Eintritt aller aufschiebenden Bedingungen, an die der Vertrag vom 12.&nbsp;April 2005 die &Uuml;bertragung der Kommanditanteile kn&uuml;pft, hat sich der Gesellschafterbestand der Kl&auml;gerin um 94&nbsp;% ver&auml;ndert. Mit der Eintragung der neuen Kommanditisten im Handelsregister am 7.&nbsp;M&auml;rz 2006 wurde die im Vertrag vom 12.&nbsp;April 2005 vereinbarte Abtretung der Gesellschaftsanteile wirksam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Das FG hat zwar zutreffend erkannt, dass erst mit der Erf&uuml;llung der aufschiebenden Bedingungen am 7.&nbsp;M&auml;rz 2006&nbsp;&nbsp;94&nbsp;% der Gesellschaftsanteile unmittelbar auf neue Gesellschafter &uuml;bergegangen sind. Es hat jedoch ausgehend von der zu Grunderwerbsteuerbescheiden ergangenen Rechtsprechung fehlerhaft angenommen, dass der Feststellungsbescheid den gesamten Lebenssachverhalt mit umfasse und es daher nicht auf die Angabe des zutreffenden Feststellungszeitpunkts ankomme. Daher war die Vorentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist spruchreif. Der angefochtene Feststellungsbescheid war aufzuheben. Er kann nicht in der Weise abge&auml;ndert werden, dass nunmehr der 7.&nbsp;M&auml;rz 2006 als Zeitpunkt der Steuerentstehung festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Feststellung auf diesen Zeitpunkt ist bereits aus formellen Gr&uuml;nden unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit ein angefochtener Verwaltungsakt rechtswidrig und der Kl&auml;ger dadurch in seinen Rechten verletzt ist, hebt das Gericht den Verwaltungsakt und die etwaige Entscheidung &uuml;ber den au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelf auf (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 1.&nbsp;Halbsatz FGO). Begehrt der Kl&auml;ger die &Auml;nderung eines Verwaltungsakts, der einen Geldbetrag festsetzt oder eine darauf bezogene Feststellung trifft, kann das Gericht den Betrag in anderer H&ouml;he festsetzen oder die Feststellung durch eine andere ersetzen (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO). Die &Auml;nderungsbefugnis des FG beschr&auml;nkt sich insoweit jedoch auf eine betragsm&auml;&szlig;ige &Auml;nderung. Sie erlaubt dem FG nicht, eine Feststellung auch in anderer Hinsicht zu &auml;ndern (BFH-Urteil in BFHE 248, 228, BStBl II 2015, 405, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das gilt auch f&uuml;r den Feststellungsbescheid i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;2 GrEStG. Die Feststellung des Steuerentstehungszeitpunkts kann vom FG nicht dahin ge&auml;ndert werden, dass die Steuer zu einem anderen Zeitpunkt entstanden ist. Hat das Finanzamt im Feststellungsbescheid den Zeitpunkt der Steuerentstehung unzutreffend festgestellt, ist der Bescheid rechtswidrig und nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz 1 FGO aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ungeachtet dessen ist im Streitfall der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG am 7.&nbsp;M&auml;rz 2006 nicht verwirklicht worden. Zwar hat sich zu diesem Zeitpunkt der Gesellschafterbestand der Kl&auml;gerin unmittelbar um 94&nbsp;% ge&auml;ndert. Entgegen der Auffassung des FG hat sich aber der Gesellschafterbestand allein durch die Erteilung der Vollmachten am 25.&nbsp;Mai 2005 nicht mittelbar in H&ouml;he von 6&nbsp;% ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die &quot;mittelbare&quot; &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes einer grundbesitzenden Personengesellschaft i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG ist &#8211;im Gegensatz zur unmittelbaren &Auml;nderung&#8211; nur nach wirtschaftlichen Ma&szlig;st&auml;ben zu beurteilen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 246, 215, BStBl II 2016, 57, Rz&nbsp;14, und in BFHE 251, 492, Rz&nbsp;13, m.w.N.). Eine Ankn&uuml;pfung an das Zivilrecht scheidet aus, da es zivilrechtlich keine mittelbare &Auml;nderung eines Gesellschafterbestandes gibt und bei der mittelbaren &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG zivilrechtlich kein Anteil an der grundbesitzenden Gesellschaft auf einen neuen Gesellschafter &uuml;bergeht. Es bleibt nur eine am Sinn und Zweck der Regelung und an wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgerichtete Auslegung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die mittelbare &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz 1 GrEStG kann sich auch aus schuldrechtlichen Bindungen der an der Personengesellschaft unmittelbar beteiligten Gesellschafter ergeben. Schuldrechtliche Bindungen k&ouml;nnen es nach den &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG zugrunde liegenden Wertungen rechtfertigen, den Anteil am Gesellschaftsverm&ouml;gen einem Dritten zuzurechnen und diesen wie einen neuen Gesellschafter der grundbesitzenden Personengesellschaft zu behandeln. Die &Auml;nderung der Zurechnung des Anteils ist unter bestimmten Voraussetzungen einem zivilrechtlichen Erwerb des Anteils durch einen neuen Rechtstr&auml;ger gleichzustellen. Ein dinglicher &Uuml;bergang von Anteilen am Gesellschaftsverm&ouml;gen auf neue Gesellschafter ist hierzu nicht erforderlich (vgl. BFH-Urteile in BFHE 246, 215, BStBl II 2016, 57, Rz&nbsp;15&nbsp;f., und in BFHE 251, 492, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r die nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorzunehmende Zurechnungsentscheidung kann unter Beachtung grunderwerbsteuerrechtlicher Besonderheiten auf die Grunds&auml;tze des &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO zur&uuml;ckgegriffen werden (BFH-Urteile in BFHE 246, 215, BStBl II 2016, 57, Rz&nbsp;17, und in BFHE 251, 492, Rz&nbsp;18). Die Zurechnung aufgrund wirtschaftlichen Eigentums ist dabei jedoch nicht auf bestimmte Vertragstypen oder bestimmte Sachverhaltsgruppen beschr&auml;nkt. Entscheidend ist das Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse im jeweiligen Einzelfall (BFH-Urteil in BFHE 246, 215, BStBl II 2016, 57, Rz&nbsp;20, m.w.N.). Ist danach der Gesellschaftsanteil dem Erwerber wirtschaftlich zuzurechnen, gilt dies als mittelbare &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) In F&auml;llen der Vereinbarung einer &quot;Doppeloption&quot;, bei der dem K&auml;ufer ein Ankaufsrecht und zugleich dem Verk&auml;ufer ein Andienungsrecht zu jeweils feststehenden Konditionen einger&auml;umt wird, liegt wirtschaftliches Eigentum hinsichtlich nicht &uuml;bertragener Gesellschaftsanteile nur vor, wenn der Erwerber aufgrund eines (b&uuml;rgerlich-rechtlichen) Rechtsgesch&auml;fts bereits eine rechtlich gesch&uuml;tzte, auf den Erwerb des Rechts gerichtete Position erworben hat, die ihm gegen seinen Willen nicht mehr entzogen werden kann, und die mit dem Anteil verbundenen wesentlichen Rechte sowie das Risiko einer Wertminderung und die Chance einer Wertsteigerung auf ihn &uuml;bergegangen sind (BFH-Urteil in BFHE 246, 215, BStBl II 2016, 57, Rz&nbsp;19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Dasselbe gilt nach Auffassung des Senats bei der Vereinbarung eines Treuhandverh&auml;ltnisses. Danach &auml;ndert sich der Gesellschafterbestand einer grundbesitzenden Personengesellschaft nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG mittelbar, wenn ein an der Personengesellschaft unmittelbar beteiligter Gesellschafter mit einem oder mehreren Treugebern vereinbart, den Gesellschaftsanteil treuh&auml;nderisch f&uuml;r die Treugeber zu halten, und die Treuhandvereinbarungen im ma&szlig;geblichen F&uuml;nfjahreszeitraum dazu f&uuml;hren, dass den Treugebern mindestens 95&nbsp;% der Anteile am Gesellschaftsverm&ouml;gen der Personengesellschaft als neuen Gesellschaftern zuzurechnen sind (BFH-Urteil in BFHE 251, 492, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Die Einr&auml;umung einer umfassenden, unwiderruflichen Vollmacht zur Aus&uuml;bung der Rechte aus einem Gesellschaftsanteil reicht demgegen&uuml;ber nicht aus, um eine mittelbare &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes im Hinblick auf den von der Vollmacht umfassten Gesellschaftsanteil anzunehmen. Insoweit wird dem Bevollm&auml;chtigten nur die blo&szlig;e M&ouml;glichkeit einger&auml;umt, die wesentlichen Gesellschafterrechte f&uuml;r den Gesellschafter wahrzunehmen. Es gen&uuml;gt auch nicht, wenn der Bevollm&auml;chtigte zudem berechtigt ist, den Gesellschaftsanteil auf sich ohne Gegenleistung zu &uuml;bertragen. Die wesentlichen Rechte des Gesellschafters, n&auml;mlich insbesondere die Stimmrechte und das Gewinnstammrecht sind damit gerade nicht auf den Bevollm&auml;chtigten &uuml;bergegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>gg) Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen f&uuml;hrte im Streitfall die blo&szlig;e Erteilung der Vollmachten in Bezug auf den Anteil der KG von 6&nbsp;% an der Kl&auml;gerin nicht zu einer mittelbaren &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 GrEStG. Durch die Vollmachten konnten die Erwerber zwar die Rechte aus dem Gesellschaftsanteil aus&uuml;ben. Sie waren zudem berechtigt, den Gesellschaftsanteil jederzeit auf sich selbst oder einen Dritten mit oder ohne Gegenleistung zu &uuml;bertragen. Solange sie jedoch von dieser rechtlichen M&ouml;glichkeit keinen Gebrauch gemacht haben, sind die wesentlichen Gesellschafterrechte noch nicht auf sie &uuml;bergegangen, sondern vollumf&auml;nglich bei der KG als Gesellschafterin verblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.8.2017, II R 39\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.300817.IIR39.15.0 Gesonderte Feststellung nach &sect; 17 Abs. 3 GrEStG; mittelbare &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes einer Personengesellschaft Leits&auml;tze 1. Gegenstand der gesonderten Feststellung nach &sect; 17 Abs. 3 GrEStG ist auch der Zeitpunkt, auf den der Grundbesitz der Personengesellschaft nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG zu bewerten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-39-15-gesonderte-feststellung-nach-par-17-abs-3-grestg-mittelbare-aenderung-des-gesellschafterbestandes-einer-personengesellschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;39\/15 &#8211; Gesonderte Feststellung nach &sect; 17 Abs. 3 GrEStG; mittelbare &Auml;nderung des Gesellschafterbestandes einer Personengesellschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68900","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68900","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68900"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68900\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68900"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68900"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68900"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}