{"id":68904,"date":"2018-01-14T13:06:35","date_gmt":"2018-01-14T11:06:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68904"},"modified":"2018-01-14T13:06:35","modified_gmt":"2018-01-14T11:06:35","slug":"iii-r-4-16-investitionszulage-fuer-verkaufslaeden-einer-baeckereikette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-4-16-investitionszulage-fuer-verkaufslaeden-einer-baeckereikette\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;4\/16 &#8211; Investitionszulage f&uuml;r Verkaufsl&auml;den einer B&auml;ckereikette"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.7.2017, III R 4\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.260717.IIIR4.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Investitionszulage f&uuml;r Verkaufsl&auml;den einer B&auml;ckereikette<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Die zu einer B&auml;ckereikette eines Investors geh&ouml;renden Verkaufsl&auml;den sind nicht dessen Betriebsst&auml;tten, wenn der Investor dort keine eigene gewerbliche T&auml;tigkeit aus&uuml;bt. F&uuml;r die Einrichtung solcher L&auml;den kann auch dann keine Investitionszulage gew&auml;hrt werden, wenn vor Ort die Backerzeugnisse durch die selbst&auml;ndigen Betreiber der L&auml;den aufgebacken werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 3. Dezember 2015 1 K 534\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine im F&ouml;rdergebiet ans&auml;ssige GmbH &#038; Co. KG, befasst sich mit der Herstellung von Backwaren. Diese und andere Lebensmittel (auch Kaffeegetr&auml;nke) werden &uuml;ber Ladengesch&auml;fte vertrieben, die zuvor von der Kl&auml;gerin angemietet wurden. In diesen R&auml;umlichkeiten verkaufen die Vertragspartner der Kl&auml;gerin in deren Namen und f&uuml;r deren Rechnung die Lebensmittel aufgrund von &quot;Kommissionsvertr&auml;gen&quot; zu den von der Kl&auml;gerin empfohlenen Preisen; auch werden kleine Imbisse angeboten. Die Kl&auml;gerin stellte den Vertragspartnern den jeweiligen Verkaufsladen nebst Einrichtung unentgeltlich zur Verf&uuml;gung. Die Vertragspartner waren verpflichtet, die L&auml;den zu den &uuml;blichen &Ouml;ffnungszeiten mit gen&uuml;gend Personal offen zu halten. Bei einem Versto&szlig; sollte die Kl&auml;gerin berechtigt sein, eigenes Personal auf Kosten des Vertragspartners einzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2011 richtete die Kl&auml;gerin an verschiedenen Orten im F&ouml;rdergebiet neue Verkaufsl&auml;den ein. Dar&uuml;ber hinaus investierte sie in bereits bestehende Ladengesch&auml;fte. F&uuml;r die damit zusammenh&auml;ngenden und f&uuml;r weitere Investitionen beantragte sie im Jahr 2013 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Gew&auml;hrung einer Investitionszulage von 57.872,60&nbsp;EUR. Dies war f&uuml;r das FA Anlass, bei der Kl&auml;gerin eine Au&szlig;enpr&uuml;fung durchzuf&uuml;hren. Der Pr&uuml;fer war der Auffassung, der Betrieb der Kl&auml;gerin geh&ouml;re zwar gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Investitionszulagengesetzes 2010 (InvZulG 2010) zum verarbeitenden Gewerbe, jedoch seien die Verkaufsstellen keine Betriebsst&auml;tten der Kl&auml;gerin i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b InvZulG 2010. Das FA schloss sich dieser Ansicht an und setzte durch Bescheid vom 14.&nbsp;November 2013 eine Investitionszulage von 6.799,80&nbsp;EUR f&uuml;r Wirtschaftsg&uuml;ter fest, deren Anschaffung nicht mit den Investitionen in den Ladengesch&auml;ften zusammenhing. Mit dem dagegen gerichteten Einspruch machte die Kl&auml;gerin geltend, die Verkaufsstellen seien als Betriebsst&auml;tten ihres Betriebs anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Rechtsbehelf hatte keinen Erfolg, ebenso wenig die anschlie&szlig;end erhobene Klage (Urteil vom 3.&nbsp;Dezember 2015&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;534\/15, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2016, 1625). Das Finanzgericht (FG) war der Ansicht, die Wirtschaftsg&uuml;ter, f&uuml;r die das FA die Investitionszulage nicht gew&auml;hrt habe, geh&ouml;rten nicht zum Betrieb der Kl&auml;gerin, auch seien die Verkaufsl&auml;den keine Betriebsst&auml;tten der Kl&auml;gerin. Die L&auml;den seien allein den &quot;Kommission&auml;ren&quot; zuzuordnen, nicht auch der Kl&auml;gerin. Deren jeweilige Vertragspartner seien Handelsvertreter i.S. des &sect;&nbsp;84 des Handelsgesetzbuchs (HGB). Die Kl&auml;gerin habe keine Einwirkungsm&ouml;glichkeit auf die Gesch&auml;ftsr&auml;ume sowie auf die Verkaufst&auml;tigkeit gehabt, abgesehen von der &#8211;im Streitfall irrelevanten&#8211; M&ouml;glichkeit, eigenes Personal unter eingeschr&auml;nkten Voraussetzungen zu stellen. Die Vertragspartner der Kl&auml;gerin k&ouml;nnten auch nicht als Subunternehmer angesehen werden, ebenso wenig habe die Kl&auml;gerin eine Betriebsst&auml;tte in der jeweiligen Betriebsst&auml;tte der Vertragspartner begr&uuml;ndet. Sie sei nicht befugt gewesen, die Einrichtung oder Anlage der &quot;Kommission&auml;re&quot; nach den Bed&uuml;rfnissen ihres Unternehmens zu nutzen. Auch unter dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes sei keine Investitionszulage zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt sie im Wesentlichen vor, das FG habe die Verkaufsstellen zu Unrecht nicht als ihre Betriebsst&auml;tten beurteilt. Diese seien unentgeltlich an die Vertragspartner &uuml;berlassen worden, im Gegensatz zu den F&auml;llen, &uuml;ber die der Bundesfinanzhof (BFH) in den vom FG zitierten Urteilen entschieden habe. Es habe keine Laufzeiten gegeben, wie dies bei Verpachtungen &uuml;blich sei. Das unternehmerische Risiko f&uuml;r die Investitionen sei bei ihr verblieben. Sie &#8211;die Kl&auml;gerin&#8211; habe die Filialen zeitweise mit eigenem Personal betrieben. Die &Ouml;ffnungszeiten der Verkaufsstellen seien exakt vorgegeben gewesen. Die Betreiber der Verkaufsstellen seien damit nicht in der Lage gewesen, die Arbeitszeit frei zu gestalten, was wesentlich f&uuml;r die Definition des freien Handelsvertreters sei. Das Aufbacken der &quot;Teiglinge&quot; in den Verkaufsstellen sei der letzte Produktionsschritt und sei von ihr &#8211;der Kl&auml;gerin&#8211; exakt vorgegeben gewesen. Die Vertragspartner seien insoweit keine Handelsvertreter, sondern Verrichtungsgehilfen, durch die nach dem BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;November 1962 I&nbsp;B&nbsp;224\/61&nbsp;U (BFHE 76, 201, BStBl III 1963, 71) eine Betriebsst&auml;tte betrieben werden k&ouml;nne. Das FA habe die Verkaufsstellen f&uuml;r fr&uuml;here Jahre bei der Gew&auml;hrung von Investitionszulage als Betriebsst&auml;tten behandelt und auch bei der Zerlegung der Gewerbesteuer als solche beurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und den Investitionszulagenbescheid 2011 vom 14.&nbsp;November 2013 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 31.&nbsp;Juli 2015 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Investitionszulage um 51.294,35&nbsp;EUR erh&ouml;ht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG war zu Recht der Ansicht, dass die Ladengesch&auml;fte, in denen die von der Kl&auml;gerin produzierten und gelieferten Produkte verkauft wurden, nicht als deren Betriebsst&auml;tten anzusehen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz 1 InvZulG 2010 wird eine Investitionszulage gew&auml;hrt f&uuml;r die Anschaffung und Herstellung von neuen abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens, die zu einem Erstinvestitionsvorhaben geh&ouml;ren (Nr.&nbsp;1), mindestens f&uuml;nf Jahre nach Beendigung dieses Vorhabens zum Anlageverm&ouml;gen eines Betriebs oder einer Betriebsst&auml;tte eines beg&uuml;nstigten Betriebs i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 InvZulG 2010 des Anspruchsberechtigten im F&ouml;rdergebiet geh&ouml;ren (Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a), in einer Betriebsst&auml;tte eines beg&uuml;nstigten Betriebs des Anspruchsberechtigten im F&ouml;rdergebiet verbleiben (Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b) und in jedem Jahr zu nicht mehr als zehn Prozent privat genutzt werden (Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Wirtschaftsg&uuml;ter, f&uuml;r die das FA keine Investitionszulage gew&auml;hrt hat, waren zwar Betriebsverm&ouml;gen und geh&ouml;rten damit zum Anlageverm&ouml;gen des Betriebs der Kl&auml;gerin (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a InvZulG 2010), sie sind jedoch nicht w&auml;hrend des Bindungszeitraums von f&uuml;nf Jahren in einer Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin verblieben (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b InvZulG 2010).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Begriff der Betriebsst&auml;tte richtet sich auch im Investitionszulagenrecht nach &sect;&nbsp;12 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211; (Senatsurteile vom 30.&nbsp;Juni 2005 III&nbsp;R&nbsp;47\/03, BFHE 210, 538, BStBl II 2006, 78, und vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2009 III&nbsp;R&nbsp;2\/06, BFH\/NV 2009, 1457; Senatsbeschluss vom 31.&nbsp;Oktober 2011 III&nbsp;B&nbsp;7\/11, BFH\/NV 2012, 267). Nach &sect;&nbsp;12 Satz&nbsp;1 AO ist eine Betriebsst&auml;tte jede feste Gesch&auml;ftseinrichtung oder Anlage, die der T&auml;tigkeit eines Unternehmens dient. Betriebsst&auml;tten sind auch Ein- oder Verkaufsstellen (&sect;&nbsp;12 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;6 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die feste Gesch&auml;ftseinrichtung oder Anlage muss der T&auml;tigkeit des Unternehmens unmittelbar dienen (z.B. BFH-Urteile vom 10.&nbsp;Februar 1988 VIII&nbsp;R&nbsp;159\/84, BFHE 153, 188, BStBl II 1988, 653, und vom 22.&nbsp;Dezember 2015 I&nbsp;R&nbsp;40\/15, BFHE 253, 174, BStBl II 2016, 537). Erforderlich ist, dass dort eine eigene unternehmerische T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt wird (BFH-Urteil in BFHE 153, 188, BStBl II 1988, 653). Diese Voraussetzung ist im Allgemeinen erf&uuml;llt, wenn der Unternehmer selbst, seine Arbeitnehmer, fremdes weisungsabh&auml;ngiges Personal oder Subunternehmer t&auml;tig werden oder wenn ihm die gewerbliche T&auml;tigkeit des P&auml;chters einer Gesch&auml;ftseinrichtung oder Anlage zuzurechnen ist (Senatsurteile in BFHE 210, 538, BStBl II 2006, 78, sowie vom 30.&nbsp;Juni 2005 III&nbsp;R&nbsp;76\/03, BFHE 210, 551, BStBl II 2006, 84).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch beim Einsatz eines Subunternehmers muss der Hauptunternehmer in der Gesch&auml;ftseinrichtung oder Anlage, in welcher der Subunternehmer t&auml;tig ist, eigene gewerbliche Handlungen vornehmen. Derartige T&auml;tigkeiten, die auch in einer &Uuml;berwachung des Subunternehmers bestehen k&ouml;nnen, begr&uuml;nden nur dann eine Betriebsst&auml;tte des Hauptunternehmers, wenn sie eine gewisse Nachhaltigkeit aufweisen (BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Juni 2006 I&nbsp;R&nbsp;84\/05, BFHE 214, 178, BStBl II 2007, 94; Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;12 Rz&nbsp;20, m.w.N.). Auch in dem von der Kl&auml;gerin zur St&uuml;tzung ihrer Rechtsauffassung angef&uuml;hrten BFH-Beschluss in BFHE 76, 201, BStBl III 1963, 71 war entscheidend, dass an einer Baustelle eigene Arbeitskr&auml;fte des Unternehmers eingesetzt waren, die laufend die dort besch&auml;ftigten Subunternehmer beaufsichtigten und &uuml;berwachten. Das blo&szlig;e Recht zum Betreten der zur Nutzung &uuml;berlassenen R&auml;ume, zur Pr&uuml;fung der Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle oder zur Kontrolle des Betriebsablaufs ist nicht ausreichend (BFH-Urteil in BFHE 153, 188, BStBl II 1988, 653).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG im Streitfall zu Recht angenommen, dass die Verkaufsl&auml;den nicht unmittelbar der T&auml;tigkeit des Unternehmens der Kl&auml;gerin dienten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Betreiber dieser L&auml;den, die als &quot;Kommission&auml;re&quot; bezeichneten Vertragspartner der Kl&auml;gerin, verkauften in deren Namen und f&uuml;r deren Rechnung, jedoch mit eigenem Personal Backwaren und sonstige Lebensmittel. Insoweit lag keine eigengewerbliche unmittelbare T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin vor, sondern eine solche der Vertragspartner. Auch soweit diese in den Produktionsprozess eingebunden waren, weil die von der Kl&auml;gerin in die Ladengesch&auml;fte gelieferten Waren (&quot;Teiglinge&quot;) zum Teil erst noch vor Ort aufgebacken werden mussten, fehlte es an eigenbetrieblichen Handlungen der Kl&auml;gerin. Anderweitige nachhaltige eigenbetriebliche Handlungen der Kl&auml;gerin lagen nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) nicht vor. Aus dem &quot;Kommissionsvertrag&quot; ergibt sich au&szlig;erdem, dass die Vertragspartner nicht derart rechtlich abh&auml;ngig waren, dass die in den Verkaufsstellen ausge&uuml;bten gewerblichen T&auml;tigkeiten als eigene gewerbliche T&auml;tigkeiten der Kl&auml;gerin anzusehen gewesen w&auml;ren. Wegen des Fehlens einer unmittelbaren eigengewerblichen Bet&auml;tigung der Kl&auml;gerin in den einzelnen Ladengesch&auml;ften k&ouml;nnen diese auch nicht als ihre Verkaufsstellen i.S. von &sect;&nbsp;12 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;6 AO angesehen werden (Senatsurteile in BFHE 210, 538, BStBl II 2006, 78, sowie in BFHE 210, 551, BStBl II 2006, 84).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Hinweis der Kl&auml;gerin auf &sect;&nbsp;84 HGB sowie darauf, dass den Vertragspartnern die &Ouml;ffnungszeiten der Ladengesch&auml;fte vertraglich vorgegeben waren, f&uuml;hrt zu keiner anderen Beurteilung. Nach &sect;&nbsp;84 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB ist als Handelsvertreter selbst&auml;ndig, wer im Wesentlichen frei seine T&auml;tigkeit gestalten und seine Arbeitszeit bestimmen kann. Wer, ohne i.S. des &sect;&nbsp;84 Abs.&nbsp;1 HGB selbst&auml;ndig zu sein, st&auml;ndig damit betraut ist, f&uuml;r einen Unternehmer Gesch&auml;fte zu vermitteln oder in dessen Namen abzuschlie&szlig;en, gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;84 Abs.&nbsp;2 HGB als Arbeitnehmer. Allein aus dem Umstand, dass die Laden&ouml;ffnungszeiten vertraglich festgelegt waren, kann jedoch nicht gefolgert werden, dass die Vertragspartner der Kl&auml;gerin als deren Arbeitnehmer und die Ladengesch&auml;fte damit als deren Betriebsst&auml;tten anzusehen gewesen w&auml;ren. Die festen Laden&ouml;ffnungszeiten f&uuml;hren schon deshalb nicht zu einer Bestimmung der Arbeitszeit i.S. von &sect;&nbsp;84 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB, weil die Vertragspartner der Kl&auml;gerin nicht in eigener Person f&uuml;r eine Laden&ouml;ffnung zu vorgegebenen Zeiten zu sorgen hatten, sondern sich daf&uuml;r ihres eigenen Personals bedienen konnten. Sie schuldeten insoweit nicht ihre eigene Arbeitskraft. Auch ist ein unselbst&auml;ndiger Handelsvertreter voll in den Betrieb des Gesch&auml;ftsherrn eingegliedert und unterliegt dessen Weisungen (BFH-Urteil vom 31.&nbsp;Oktober 1974 IV&nbsp;R&nbsp;98\/71, BFHE 113, 525, BStBl II 1975, 115). Davon kann im Streitfall nicht gesprochen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Wirtschaftsg&uuml;ter, f&uuml;r die das FG keine Investitionszulage gew&auml;hrt hat, sind auch nicht in der Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin an deren Sitz verblieben. Unter &quot;Verbleiben in einer Betriebsst&auml;tte des Anspruchsberechtigten&quot; ist eine dauerhafte zeitliche und r&auml;umliche Beziehung des Wirtschaftsguts zur Betriebsst&auml;tte des Investors zu verstehen. Auch bei einer kurzfristigen Nutzungs&uuml;berlassung von bis zu drei Monaten kann ein Wirtschaftsgut der Betriebsst&auml;tte des Investors zuzurechnen sein (z.B. Senatsurteil vom 28.&nbsp;Februar 2013 III&nbsp;R&nbsp;6\/12, BFH\/NV 2013, 1268). Im Streitfall waren die Kommissionsvertr&auml;ge nicht auf eine kurzfristige, sondern auf eine langfristige Nutzungs&uuml;berlassung ausgerichtet. Ein &quot;Verbleiben&quot; am Sitz der Kl&auml;gerin war ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das FG hat zutreffend einen Vertrauensschutz im Hinblick darauf, dass das FA in fr&uuml;heren Jahren die Verkaufsstellen sowohl in zulagen- als auch in gewerbesteuerrechtlicher Hinsicht als Betriebsst&auml;tten der Kl&auml;gerin behandelt hat, abgelehnt. Denn die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften ist bei jedem Antrag auf Investitionszulage erneut durch das FA zu pr&uuml;fen. Eine fr&uuml;here, der objektiven Rechtslage widersprechende rechtliche Beurteilung durch das FA hindert eine sp&auml;tere zutreffende Rechtsanwendung bei einem sp&auml;teren Zulagenantrag nicht, sofern sich das FA nicht durch Zusagen gebunden hat (s. Senatsurteil vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2002 III&nbsp;R&nbsp;30\/99, BFHE 198, 184, BStBl II 2002, 547, unter Hinweis auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 28.&nbsp;Juni 1993&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1346\/89, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1993, 544).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.7.2017, III R 4\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.260717.IIIR4.16.0 Investitionszulage f&uuml;r Verkaufsl&auml;den einer B&auml;ckereikette Leits&auml;tze NV: Die zu einer B&auml;ckereikette eines Investors geh&ouml;renden Verkaufsl&auml;den sind nicht dessen Betriebsst&auml;tten, wenn der Investor dort keine eigene gewerbliche T&auml;tigkeit aus&uuml;bt. F&uuml;r die Einrichtung solcher L&auml;den kann auch dann keine Investitionszulage gew&auml;hrt werden, wenn vor Ort die Backerzeugnisse durch die selbst&auml;ndigen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-4-16-investitionszulage-fuer-verkaufslaeden-einer-baeckereikette\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;4\/16 &#8211; Investitionszulage f&uuml;r Verkaufsl&auml;den einer B&auml;ckereikette<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68904","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68904"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68904\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68904"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}