{"id":68905,"date":"2018-01-14T13:06:40","date_gmt":"2018-01-14T11:06:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68905"},"modified":"2018-01-14T13:06:40","modified_gmt":"2018-01-14T11:06:40","slug":"i-r-34-14-goldgeschaefte-als-gewerbebetrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-34-14-goldgeschaefte-als-gewerbebetrieb\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;34\/14 &#8211; Goldgesch&auml;fte als Gewerbebetrieb"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2017, I R 34\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.110717.IR34.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Goldgesch&auml;fte als Gewerbebetrieb<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die inl&auml;ndischen Gesellschafter einer ausl&auml;ndischen Personengesellschaft sind bei einer Klage der Gesellschaft gegen einen Bescheid, mit dem eine Feststellung gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 5 Nr. 1 AO abgelehnt wird (negativer Feststellungsbescheid), notwendig zum Klageverfahren beizuladen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Ob der Ankauf und Verkauf von Gold als Gewerbebetrieb oder als private Verm&ouml;gensverwaltung anzusehen ist, muss anhand der Besonderheiten von Goldgesch&auml;ften beurteilt werden. Die Grunds&auml;tze des Wertpapierhandels sind auf den Handel mit physischem Gold nicht &uuml;bertragbar (Anschluss an BFH-Urteil vom 19. Januar 2017 IV R 50\/14, BFHE 257, 35, BStBl II 2017, 456).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 17. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;7 K 1792\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob der wiederholte An- und Verkauf von Gold eine gewerbliche T&auml;tigkeit darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine nach englischem Recht gegr&uuml;ndete Personengesellschaft in der Rechtsform der General Partnership. Sie wurde im Dezember 2007 gegr&uuml;ndet. Gesellschafter waren die (inl&auml;ndische) A-OHG mit einer Beteiligungsquote von 98&nbsp;% sowie die im Inland wohnhaften Eheleute B und C mit einer Beteiligungsquote von jeweils 1&nbsp;%. B ist alleiniger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin. B und C waren auch die alleinigen Gesellschafter der A-OHG. Der Sitz der Gesellschaft befand sich in England. Noch im Streitjahr wurde von der Kl&auml;gerin ein B&uuml;roraum in England angemietet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin nahm in 2007 ihre Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit auf. Zur Durchf&uuml;hrung ihrer gesch&auml;ftlichen Aktivit&auml;ten und der Einrichtung des B&uuml;ros hielt sich B wiederholt in England auf. Die Kl&auml;gerin schloss mit dem Kreditinstitut &#8230; (nachfolgend: Bank) einen Kreditvertrag ab. &Uuml;ber dieses Institut wurde auch der Goldankauf get&auml;tigt. Am 21.&nbsp;Dezember 2007 erteilte B der Bank den Auftrag zum Kauf von 220&nbsp;kg Barren Gold zu Lasten des Verm&ouml;gens der Kl&auml;gerin. Der Kauf wurde auftragsgem&auml;&szlig; durchgef&uuml;hrt, der Kaufpreis von &#8230;&nbsp;EUR wurde dem Konto der Kl&auml;gerin belastet. Es handelte sich um ein Kommissionsgesch&auml;ft, das die Bank entsprechend &sect;&nbsp;383 des Handelsgesetzbuchs im eigenen Namen f&uuml;r fremde Rechnung t&auml;tigte. Das Gold wurde in einem Edelmetalldepot, das die Bank bei der D-AG, unterhielt, physisch verwahrt. Der unmittelbare Verwahrvertrag bestand zwischen der Bank und der D-AG, die Bank stellte der Kl&auml;gerin die anteiligen Verwahrkosten in Rechnung. Im Depot befanden sich vertretbare Edelmetalle, die ohne besondere Identifizierungsmerkmale drittverwahrt wurden. Die Bank konnte jederzeit die Auslieferung des ihr geh&ouml;renden Edelmetalls verlangen. Am 14. und 25.&nbsp;Januar 2008 wurden f&uuml;r Rechnung der Kl&auml;gerin weitere 15&nbsp;kg bzw. 40&nbsp;kg Gold erworben. 220&nbsp;kg wurden am 4.&nbsp;Februar 2008 zum Preis von &#8230;&nbsp;EUR wieder ver&auml;u&szlig;ert. Im Laufe des Jahres 2008 erfolgten weitere An- und Verk&auml;ufe. Auch diese wurden s&auml;mtlich durch die Bank als Kommissionsgesch&auml;fte ausgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B erteilte ebenfalls am 21.&nbsp;Dezember 2007 der Bank den Auftrag zum Erwerb von insgesamt 522&nbsp;kg Gold zum Preis von &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r die E-Gesellschaften des B&uuml;rgerlichen Rechts I&nbsp;&#8211;&nbsp;X (GbR). Gesellschafter dieser GbR waren die E-GmbH und die E-KG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 10.&nbsp;Januar 2008 schlossen alle GbR, vertreten durch die E-GmbH (Auftraggeber), einen &quot;Dienstleistungsvertrag&quot; mit der Kl&auml;gerin (Auftragnehmer) ab. Aus dieser Vermittlungst&auml;tigkeit f&uuml;r die GbR flossen der Kl&auml;gerin im Jahr 2008 Einnahmen zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin reichte eine Erkl&auml;rung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Grundlagen f&uuml;r die Einkommensbesteuerung beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein. Ihren Gewinn ermittelte sie anhand einer Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung. Infolge des im Streitjahr 2007 get&auml;tigten Ankaufs von 220&nbsp;kg Gold und weiterer betrieblich veranlasster Ausgaben ergab sich ein Verlust von &#8230;&nbsp;EUR, der nach Auffassung der Kl&auml;gerin aufgrund des einschl&auml;gigen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) von der deutschen Einkommensteuer freizustellen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA folgte dem nicht und erlie&szlig; unter dem 14.&nbsp;Dezember 2010 einen negativen Feststellungsbescheid. Es f&uuml;hrte aus, eine Feststellung nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) sei nicht zu treffen, da keine gewerblichen und somit nach DBA steuerfreien Eink&uuml;nfte vorl&auml;gen. Die Kl&auml;gerin sei verm&ouml;gensverwaltend t&auml;tig gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen begr&uuml;ndete sein Urteil vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;1792\/12 im Wesentlichen damit, dass die eigenen Goldgesch&auml;fte der Kl&auml;gerin den Rahmen privater Verm&ouml;gensverwaltung nicht &uuml;berschritten h&auml;tten und die &#8211;gewerblichen&#8211; Vermittlungst&auml;tigkeiten f&uuml;r die GbR erst im Folgejahr entfaltet worden seien. F&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus der Verm&ouml;gensverwaltung st&uuml;nde der Bundesrepublik Deutschland das Besteuerungsrecht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision, mit der die Kl&auml;gerin die Verletzung sachlichen und formellen Rechts r&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt (sinngem&auml;&szlig;), das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und den Feststellungsbescheid vom 14.&nbsp;Dezember 2010 dahingehend abzu&auml;ndern, dass negative, unter Progressionsvorbehalt freizustellende Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR festgestellt und auf die Gesellschafter entsprechend ihrer Beteiligungsquoten verteilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat es verfahrensfehlerhaft unterlassen, die Gesellschafter der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO (notwendig) beizuladen. Eine unterbliebene notwendige Beiladung stellt einen vom Revisionsgericht von Amts wegen zu pr&uuml;fenden Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens dar (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12.&nbsp;Mai 2016 IV&nbsp;R&nbsp;27\/13, BFH\/NV 2016, 1559, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO sind Dritte (notwendig) beizuladen, wenn sie an dem streitigen Rechtsverh&auml;ltnis derart beteiligt sind, dass die Entscheidung auch ihnen gegen&uuml;ber nur einheitlich ergehen kann. Dies gilt nicht f&uuml;r Mitberechtigte, die nach &sect;&nbsp;48 FGO nicht klagebefugt sind (&sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FGO). Klagen nicht alle von mehreren nach &sect;&nbsp;48 FGO Klagebefugten, m&uuml;ssen deshalb die &uuml;brigen Klagebefugten mit Ausnahme solcher, die unter keinem denkbaren Gesichtspunkt von dem Ausgang des Rechtsstreits betroffen sind, zum Verfahren beigeladen werden (z.B. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;November 2003 VIII&nbsp;R&nbsp;38\/01, BFH\/NV 2004, 1372, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des BFH gilt &sect;&nbsp;48 FGO auch dann, wenn verfahrensgegenst&auml;ndlich die Feststellung der aus einer ausl&auml;ndischen Personengesellschaft erzielten und dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 AO ist. Danach ist grunds&auml;tzlich die ausl&auml;ndische Personengesellschaft (&sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO) klagebefugt; die Klagebefugnis der Gesellschafter ist an das Vorliegen einer der in &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;2 bis 5 FGO genannten Tatbest&auml;nde gebunden (Senatsurteil vom 18.&nbsp;August 2015 I&nbsp;R&nbsp;42\/14, BFH\/NV 2016, 164; BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Januar 2017 IV&nbsp;R&nbsp;50\/13, BFH\/NV 2017, 751).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH sind bei einem negativen Feststellungsbescheid neben der Gesellschaft nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO auch die Gesellschafter selbst klagebefugt (z.B. Senatsurteil in BFH\/NV 2016, 164, sowie BFH-Urteile in BFH\/NV 2004, 1372; vom 11.&nbsp;November 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;37\/11, juris; in BFH\/NV 2017, 751). Ein negativer Feststellungsbescheid liegt auch dann vor, wenn das FA &#8211;wie hier&#8211; die Durchf&uuml;hrung eines Feststellungsverfahrens nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO mit der Begr&uuml;ndung ablehnt, es seien keine nach einem DBA von der Bemessungsgrundlage ausgenommenen Eink&uuml;nfte gegeben (BFH-Urteil in BFH\/NV 2017, 751).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze sind im Streitfall die Gesellschafter der Kl&auml;gerin notwendig zum Klageverfahren beizuladen. Wie dargelegt, handelt es sich bei dem angegriffenen Feststellungsbescheid um einen negativen Feststellungsbescheid. Dass das FA in der Einspruchsentscheidung (hilfsweise) f&uuml;r den Fall des Vorliegens gewerblicher Eink&uuml;nfte u.a. darauf hingewiesen hat, es komme auch die Verlustabzugsbegrenzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15b des Einkommensteuergesetzes (EStG) zur Anwendung und ein sofortiger Betriebsausgabenabzug scheide deshalb aus, weil die streitigen Goldbest&auml;nde unter den Begriff der vergleichbaren nicht verbrieften Forderungen und Rechte des Umlaufverm&ouml;gens i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 Alternative&nbsp;2 EStG fielen, &auml;ndert hieran nichts. Da das Vorliegen eines negativen Feststellungsbescheids zwischen den Beteiligten auch nicht streitig ist, sieht der Senat insoweit von weiteren Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. &sect;&nbsp;123 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO er&ouml;ffnet dem BFH die M&ouml;glichkeit, eine notwendige Beiladung im Revisionsverfahren nachzuholen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;September 2014 IV&nbsp;R&nbsp;44\/13, BFH\/NV 2015, 209).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat &uuml;bt dieses Ermessen dahingehend aus, die unterbliebene Beiladung nicht nachzuholen und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Dies ist im Streitfall zweckm&auml;&szlig;ig und ermessensgerecht. Die Gesellschafter der Kl&auml;gerin haben bisher weder im Einspruchs- noch im Klageverfahren die M&ouml;glichkeit gehabt, sich zu dem angegriffenen negativen Feststellungsbescheid in tats&auml;chlicher und rechtlicher Hinsicht zu &auml;u&szlig;ern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im zweiten Rechtsgang wird das FG die Frage nach der Qualifikation der Eink&uuml;nfte aus den Goldgesch&auml;ften erneut zu beurteilen haben. Der Senat verweist insoweit insbesondere auf die j&uuml;ngere Rechtsprechung zu dieser Frage. Der IV.&nbsp;Senat hat in seinen Urteilen vom 19.&nbsp;Januar 2017 (IV&nbsp;R&nbsp;50\/14, BFHE 257, 35, BStBl II 2017, 456; in BFH\/NV 2017, 751) Rechtsgrunds&auml;tze zur Abgrenzung der privaten Verm&ouml;gensverwaltung vom gewerblichen Goldhandel entwickelt, denen sich der Senat anschlie&szlig;t. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die Entscheidungen des IV.&nbsp;Senats und im &Uuml;brigen auf die einschl&auml;gige Senatsrechtsprechung (Senatsurteile vom 25.&nbsp;Juni 2014 I&nbsp;R&nbsp;24\/13, BFHE 246, 404, BStBl II 2015, 141; vom 10.&nbsp;Dezember 2014 I&nbsp;R&nbsp;3\/13, BFH\/NV 2015, 667) verwiesen. Im zweiten Rechtsgang werden die Beteiligten und die notwendig Beizuladenden au&szlig;erdem die Gelegenheit erhalten, auch zu den nicht die Eink&uuml;nftequalifikation betreffenden Streitfragen (z.B. Vermittlung von Goldgesch&auml;ften f&uuml;r die GbR, Qualifikation des von der Kl&auml;gerin in Gro&szlig;britannien gef&uuml;hrten &quot;Rechnungswesens&quot;, Vorliegen einer DBA-Betriebsst&auml;tte) erneut Stellung zu nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2017, I R 34\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.110717.IR34.14.0 Goldgesch&auml;fte als Gewerbebetrieb Leits&auml;tze 1. NV: Die inl&auml;ndischen Gesellschafter einer ausl&auml;ndischen Personengesellschaft sind bei einer Klage der Gesellschaft gegen einen Bescheid, mit dem eine Feststellung gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 5 Nr. 1 AO abgelehnt wird (negativer Feststellungsbescheid), notwendig zum Klageverfahren beizuladen. 2. 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