{"id":68963,"date":"2018-02-14T11:10:44","date_gmt":"2018-02-14T09:10:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68963"},"modified":"2018-02-14T11:10:44","modified_gmt":"2018-02-14T09:10:44","slug":"ii-r-32-16-schenkungsteuer-bei-zahlung-eines-ueberhoehten-entgelts-durch-eine-gmbh-an-eine-dem-gesellschafter-nahestehende-person-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-1392017-ii-r-54-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-32-16-schenkungsteuer-bei-zahlung-eines-ueberhoehten-entgelts-durch-eine-gmbh-an-eine-dem-gesellschafter-nahestehende-person-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-1392017-ii-r-54-15\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;32\/16 &#8211; Schenkungsteuer bei Zahlung eines &uuml;berh&ouml;hten Entgelts durch eine GmbH an eine dem Gesellschafter nahestehende Person &#8211; teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 13.9.2017 II R 54\/15"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.9.2017, II R 32\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.130917.IIR32.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Schenkungsteuer bei Zahlung eines &uuml;berh&ouml;hten Entgelts durch eine GmbH an eine dem Gesellschafter nahestehende Person &#8211; teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 13.9.2017 II R 54\/15<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Zahlung &uuml;berh&ouml;hter vertraglicher Entgelte durch eine GmbH an eine dem Gesellschafter nahestehende Person ist keine gemischte freigebige Zuwendung der GmbH i.S. des &sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG an die nahestehende Person, wenn der Gesellschafter beim Abschluss der Vereinbarung zwischen der GmbH und der nahestehenden Person mitgewirkt hat. In einem solchen Fall beruht die Vorteilsgew&auml;hrung auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis zwischen der GmbH und dem Gesellschafter.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Diese Rechtsgrunds&auml;tze gelten entsprechend, wenn mehrere Gesellschafter an der GmbH beteiligt sind, von denen zumindest einer bei der Vereinbarung zwischen der GmbH und der ihm nahestehenden Person mitgewirkt hat.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 8. Juni 2015&nbsp;&nbsp;3 K 72\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist die Ehefrau bzw. Mutter der beiden Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer A und B der S-GmbH. Sie vermietet an die S-GmbH ein bebautes Grundst&uuml;ck. A hatte bei der Unterzeichnung des Mietvertrags mitgewirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer bei der S-GmbH durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 2007 bis 2010 kam der Pr&uuml;fer zu dem Ergebnis, dass der Mietzins f&uuml;r das &uuml;berlassene Grundst&uuml;ck &uuml;berh&ouml;ht sei. Dieser &uuml;berh&ouml;hte Teil wurde ertragsteuerrechtlich als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) an A, den Ehemann der Kl&auml;gerin, behandelt. Die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Kl&auml;gerin und A wurden entsprechend ge&auml;ndert. F&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2007 bis 2010 wurden insgesamt 206.296&nbsp;EUR einvernehmlich als vGA einkommensteuererh&ouml;hend ber&uuml;cksichtigt; die vGA f&uuml;r das Jahr 2007 belief sich auf 47.574&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Erbschaft- und Schenkungsteuerstelle des Beklagten und Revisionskl&auml;gers (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah in der &uuml;berh&ouml;hten Mietzinszahlung eine freigebige Zuwendung der S-GmbH an die Kl&auml;gerin und setzte demgem&auml;&szlig; durch Bescheid vom 3.&nbsp;Juni 2014 gegen die Kl&auml;gerin f&uuml;r den Erwerb zum 31.&nbsp;Dezember 2007 Schenkungsteuer in H&ouml;he von 7.191&nbsp;EUR fest. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit der Begr&uuml;ndung statt, es gebe im Verh&auml;ltnis einer Kapitalgesellschaft zu ihren Gesellschaftern oder diesen nahestehenden Personen neben betrieblich veranlassten Rechtsbeziehungen lediglich offene und verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen sowie Kapitalr&uuml;ckzahlungen, aber keine freigebigen Zuwendungen i.S. von &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG). Die Zuwendung des Verm&ouml;gensvorteils an die einem Gesellschafter nahestehende Person sei im Hinblick auf die Anwendung der Vorschriften &uuml;ber die vGA so zu beurteilen, als h&auml;tte der Gesellschafter selbst den Vorteil erhalten und diesen an die nahestehende Person weitergegeben. Mit diesen Grunds&auml;tzen lasse es sich nicht vereinbaren, wenn eine vGA &#8211;anders als eine offene Gewinnaussch&uuml;ttung&#8211; zugleich als freigebige Zuwendung der Kapitalgesellschaft an ihren Gesellschafter oder an eine ihm nahestehende Person angesehen w&uuml;rde. Das FG-Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1818 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA eine Verletzung von &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beigetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Zahlung des &uuml;berh&ouml;hten Mietzinses der S-GmbH an die Kl&auml;gerin nicht als gemischte freigebige Zuwendung der S-GmbH der Schenkungsteuer unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG gilt als Schenkung unter Lebenden jede freigebige Zuwendung unter Lebenden, soweit der Bedachte durch sie auf Kosten des Zuwendenden bereichert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine freigebige Zuwendung setzt in objektiver Hinsicht voraus, dass die Leistung zu einer Bereicherung des Bedachten auf Kosten des Zuwendenden f&uuml;hrt und die Zuwendung objektiv unentgeltlich ist, und in subjektiver Hinsicht den Willen des Zuwendenden zur Freigebigkeit (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;Juni 2016 II&nbsp;R&nbsp;41\/14, BFHE 254, 64, BStBl II 2016, 865, Rz&nbsp;9, m.w.N.). Erforderlich ist eine Verm&ouml;gensverschiebung, d.h. eine Verm&ouml;gensminderung auf der Seite des Zuwendenden und eine Verm&ouml;gensmehrung auf der Seite des Bedachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Welche Personen als Zuwendender und als Bedachter an einer freigebigen Zuwendung beteiligt sind, bestimmt sich ausschlie&szlig;lich nach der Zivilrechtslage (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Juli 2013 II&nbsp;R&nbsp;37\/11, BFHE 242, 158, BStBl II 2013, 934, Rz&nbsp;12, und vom 27.&nbsp;August 2014 II&nbsp;R&nbsp;43\/12, BFHE 246, 506, BStBl II 2015, 241, Rz&nbsp;37, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Schenkung i.S. der &sect;&sect;&nbsp;516&nbsp;ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) muss jedoch nicht vorliegen (vgl. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;November 2013 II&nbsp;R&nbsp;25\/12, BFH\/NV 2014, 537, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Schenkungsteuerrechtlich erfasst wird nicht nur die reine, sondern auch eine gemischte freigebige Zuwendung. Sie ist dann gegeben, wenn einer h&ouml;herwertigen Leistung eine Gegenleistung von geringerem Wert gegen&uuml;bersteht und die h&ouml;herwertige Leistung neben Elementen der Freigebigkeit auch Elemente eines Austauschvertrags enth&auml;lt, ohne dass sich die h&ouml;herwertige Leistung in zwei selbst&auml;ndige Leistungen aufteilen l&auml;sst (vgl. BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Januar 2013 II&nbsp;R&nbsp;6\/12, BFHE 240, 178, BStBl II 2013, 930, Rz&nbsp;12). &Uuml;ber eine &#8211;teilweise&#8211; Unentgeltlichkeit und die Frage einer Bereicherung ist dabei nach zivilrechtlichen Grunds&auml;tzen zu entscheiden. Bei einer gemischten Schenkung unterliegt der Schenkungsteuer nur der (unselbst&auml;ndige) freigebige Teil der Zuwendung. Dieser Teil ist die Bereicherung i.S. von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ErbStG und bestimmt sich nach dem Verh&auml;ltnis des Verkehrswerts der Bereicherung des Bedachten zum Verkehrswert der Leistung des Schenkers (BFH-Urteil in BFHE 240, 178, BStBl II 2013, 930, Rz&nbsp;12, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich des subjektiven Tatbestands der freigebigen Zuwendung reicht bei Unausgewogenheit gegenseitiger Vertr&auml;ge regelm&auml;&szlig;ig das Bewusstsein des einseitig benachteiligten Vertragspartners &uuml;ber den Mehrwert seiner Leistung aus; auf die Kenntnis des genauen Ausma&szlig;es des Wertunterschieds kommt es hingegen nicht an (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;November 2007 II&nbsp;R&nbsp;28\/06, BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258, unter II.4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Zahlung &uuml;berh&ouml;hter vertraglicher Entgelte durch eine GmbH an eine dem Gesellschafter nahestehende Person ist keine gemischte freigebige Zuwendung der GmbH i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG an die nahestehende Person, wenn der Gesellschafter beim Abschluss der Vereinbarung zwischen der GmbH und der nahestehenden Person mitgewirkt hat. In einem solchen Fall beruht die Vorteilsgew&auml;hrung auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis zwischen der GmbH und dem Gesellschafter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r das Verh&auml;ltnis einer Kapitalgesellschaft zu ihren Gesellschaftern hat der BFH bereits entschieden, dass es neben betrieblich veranlassten Rechtsbeziehungen lediglich offene und verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen sowie Kapitalr&uuml;ckzahlungen gibt, aber keine freigebigen Zuwendungen (BFH-Urteil in BFHE 240, 178, BStBl II 2013, 930, Rz&nbsp;19). Gewinnaussch&uuml;ttungen an den Gesellschafter erfolgen nicht freigebig, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob sie offen oder verdeckt vorgenommen werden (BFH-Urteil in BFHE 240, 178, BStBl II 2013, 930, Rz&nbsp;20). Eine freigebige Zuwendung der GmbH an den Gesellschafter liegt ebenfalls nicht vor, wenn der Gesellschafter in Aus&uuml;bung des ihm zustehenden Entnahmerechts Geld oder andere Gegenst&auml;nde aus dem Verm&ouml;gen der GmbH entnimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Offene Gewinnaussch&uuml;ttungen einer GmbH beruhen auf einem handelsrechtlichen Gewinnverwendungsbeschluss der Gesellschafter (vgl. Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;32). Durch diesen entsteht der konkrete Gewinnauszahlungsanspruch des Gesellschafters (vgl. Fastrich in Baumbach\/Hueck, GmbHG, 21.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;42; Wicke, GmbHG, 3.&nbsp;Aufl. 2016, &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;8), den die GmbH mit der Aussch&uuml;ttung erf&uuml;llt. Vor Beschlussfassung steht dem Gesellschafter lediglich ein allgemeines Gewinnbezugsrecht zu (vgl. &sect;&nbsp;29 Abs.&nbsp;1 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung &#8211;GmbHG&#8211;). &Uuml;ber den sich hieraus ergebenden k&uuml;nftigen Aussch&uuml;ttungsanspruch kann der Gesellschafter jedoch bereits verf&uuml;gen, beispielsweise durch Abtretung oder Verpf&auml;ndung (vgl. Wicke, a.a.O., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;8&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Neben offenen Gewinnaussch&uuml;ttungen sind sog. Vorabaussch&uuml;ttungen auf den erwarteten Jahresgewinn zul&auml;ssig. Bei diesen handelt es sich um vorweggenommene Gewinnaussch&uuml;ttungen w&auml;hrend des Gesch&auml;ftsjahres oder nach dessen Ende vor Erstellung des Jahresabschlusses (vgl. Fastrich in Baumbach\/Hueck, a.a.O., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;60; Wicke, a.a.O., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;18&nbsp;f.). Voraussetzungen sind u.a. ein Gesellschafterbeschluss bzw. eine entsprechende Satzungsregelung, die begr&uuml;ndete Erwartung eines Gewinns f&uuml;r das laufende Gesch&auml;ftsjahr und die Einhaltung der Kapitalerhaltungsvorschriften nach &sect;&nbsp;30 GmbHG (vgl. Fastrich in Baumbach\/Hueck, a.a.O., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;60&nbsp;f.; Scholz\/Verse, GmbHG, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;107&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine vGA im gesellschaftsrechtlichen Sinne liegt dagegen vor, wenn eine GmbH ihrem Gesellschafter au&szlig;erhalb der f&ouml;rmlichen Gewinnverwendung Leistungen aus ihrem Verm&ouml;gen ohne ad&auml;quate Gegenleistung zuwendet (vgl. Fastrich in Baumbach\/Hueck, a.a.O., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;68).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Neben offenen und verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttungen k&ouml;nnen dem Gesellschafter aufgrund eines Gesellschafterbeschlusses oder einer Satzungsregelung auch Entnahmerechte zustehen (vgl. Wicke, a.a.O., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;19). Diese k&ouml;nnen sich auf Geld und andere Gegenst&auml;nde aus dem Gesellschaftsverm&ouml;gen beziehen und sind grunds&auml;tzlich unabh&auml;ngig von der Ertragslage der GmbH (vgl. Fastrich in Baumbach\/Hueck, a.a.O., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;64). Wird das Behaltend&uuml;rfen des entnommenen Betrags im Einzelfall jedoch von den voraussichtlichen Gewinnen der Gesellschaft abh&auml;ngig gemacht, so handelt es sich in der Sache um eine Vorabaussch&uuml;ttung (vgl. Fastrich in Baumbach\/Hueck, a.a.O., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;64; Scholz\/Verse, a.a.O., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;112). Eine Entnahme kann zugleich eine vGA sein (Fastrich in Baumbach\/Hueck, a.a.O., &sect;&nbsp;29 Rz&nbsp;64).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Zahlung &uuml;berh&ouml;hter Entgelte an die dem Gesellschafter nahestehende Person kann auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis beruhen, obwohl sie nicht an den Gesellschafter selbst erfolgt, sondern im abgek&uuml;rzten Zahlungsweg aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung zwischen der GmbH und der dem Gesellschafter nahestehenden Person dieser zuflie&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zahlt die GmbH &uuml;berh&ouml;hte vertragliche Entgelte nicht an den Gesellschafter selbst, sondern unter Mitwirkung des Gesellschafters an eine diesem nahestehende Person, liegt in H&ouml;he des nicht angemessenen Teils der Entgelte &#8211;wie bei der Zahlung &uuml;berh&ouml;hter Entgelte der GmbH an den Gesellschafter&#8211; eine ohne f&ouml;rmlichen Aussch&uuml;ttungsbeschluss erfolgte Vorabaussch&uuml;ttung an den Gesellschafter oder eine Entnahme des Gesellschafters vor. Sowohl die Vorabaussch&uuml;ttung als auch die Entnahme beruhen auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis. Die Mitwirkung des Gesellschafters an dem Vertrag zwischen GmbH und nahestehender Person kann darin bestehen, dass er den Vertrag als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer abschlie&szlig;t, als Gesellschafter mit unterzeichnet, dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer eine Anweisung zum Vertragsabschluss erteilt, in sonstiger Weise auf den Vertragsabschluss hinwirkt oder diesem zustimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Durch die Mitwirkung des Gesellschafters bei dem zwischen GmbH und nahestehender Person abgeschlossenen Vertrag verschafft er der ihm nahestehenden Person einen Verm&ouml;gensvorteil und verf&uuml;gt damit &#8211;abgesehen von widerrechtlichen Handlungen&#8211; &uuml;ber seinen k&uuml;nftigen Gewinnaussch&uuml;ttungsanspruch oder &uuml;bt sein aus der Satzung oder einem entsprechenden Gesellschafterbeschluss folgendes Entnahmerecht gegen&uuml;ber der GmbH aus. Dadurch mindert sich in H&ouml;he des Aussch&uuml;ttungsbetrags bzw. in H&ouml;he des Entnahmewerts das k&uuml;nftige Gewinnaussch&uuml;ttungsvolumen der GmbH zu seinen Lasten. Zugleich erm&auml;chtigt der Gesellschafter die GmbH, an die nahestehende Person mit befreiender Wirkung zu leisten (sog. abgek&uuml;rzter Zahlungsweg, vgl. &sect;&nbsp;362 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;185 BGB; Palandt\/Gr&uuml;neberg, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 76.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;362 Rz&nbsp;5; Daragan, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2011, 2079).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das &quot;Nahestehen&quot; einer Person kann auf familienrechtlichen, gesellschaftsrechtlichen, schuldrechtlichen oder auch rein tats&auml;chlichen Beziehungen beruhen (vgl. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Juni 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;54\/05, BFHE 218, 244, BStBl II 2007, 830, unter II.1.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Diese Rechtsgrunds&auml;tze gelten entsprechend, wenn mehrere Gesellschafter an der GmbH beteiligt sind, von denen zumindest einer bei der Vereinbarung zwischen der GmbH und der ihm nahestehenden Person mitgewirkt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit der BFH im Urteil in BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258 eine gemischte freigebige Zuwendung der GmbH an die dem Gesellschafter nahestehende Person f&uuml;r m&ouml;glich gehalten hat, wird an dieser Auffassung f&uuml;r Sachverhalte, in denen die &uuml;berh&ouml;hten Entgelte an die nahestehende Person unter Mitwirkung des Gesellschafters und damit auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage geleistet wurden, nicht mehr festgehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auch in der Literatur wird im Gegensatz zur Finanzverwaltung (gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2012, BStBl I 2012, 331, Tz.&nbsp;2.6.1) zum Teil die Meinung vertreten, dass die Zahlung eines &uuml;berh&ouml;hten vertraglichen Entgelts an eine dem Gesellschafter nahestehende Person keine gemischte freigebige Zuwendung der GmbH i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG ist (vgl. Fischer, in Fischer\/Pahlke\/ Wachter, ErbStG, 6.&nbsp;Auflage, &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;255b; Geck in Kapp\/ Ebeling, &sect;&nbsp;7 ErbStG, Rz&nbsp;209; Holthusen\/Burgmann, in: Tiedtke, ErbStG, 2009, &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;51; Viskorf\/Haag\/Kerstan, NWB Steuer- und Wirtschaftsrecht 2012, 927; a.A. Meincke, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;74c; G&ouml;tz in Wilms\/Jochum, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;188 f. Stand M&auml;rz 2015; Erkis, DStR 2016, 350; van&nbsp;Lishaut, Zeitschrift f&uuml;r Erbrecht und Verm&ouml;gensnachfolge &#8211;ZEV&#8211; 2016, 19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zahlt die GmbH unter Mitwirkung ihres Gesellschafters &uuml;berh&ouml;hte Entgelte an eine diesem nahestehende Person auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage, ist sie mangels freigebiger Zuwendung auch nicht Schenkerin i.S. des &sect;&nbsp;7&nbsp;Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG. Denn sie leistet die Zahlung, die im abgek&uuml;rzten Zahlungsweg an die nahestehende Person erfolgt, im Hinblick auf die gesellschaftsvertraglichen Rechte des Gesellschafters.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unerheblich ist, dass die Zuwendung des Verm&ouml;gensvorteils auf einer vertraglichen Vereinbarung zwischen der GmbH und der dem Gesellschafter nahestehenden Person beruht und damit in diesem Verh&auml;ltnis auch eine vertragliche Leistungsbeziehung besteht. Denn die Mitwirkung des Gesellschafters ist gerade darauf gerichtet, der nahestehenden Person den Verm&ouml;gensvorteil im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung zukommen zu lassen. Mit dem Vertragsabschluss und der Zahlung der &uuml;berh&ouml;hten Entgelte an die dem Gesellschafter nahestehende Person kommt die GmbH dem Begehren des Gesellschafters nach und erf&uuml;llt dessen Rechte aus dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis auf Vorabaussch&uuml;ttung oder Entnahme. Sie erbringt insoweit neben dem vertraglichen Entgelt an die nahestehende Person zugleich eine Leistung an den Gesellschafter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die durch das Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz vom 7.&nbsp;Dezember 2011 (BGBl I 2011, 2592) in Reaktion auf das BFH-Urteil in BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258 neu eingef&uuml;hrte Regelung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 ErbStG (vgl. BTDrucks 17\/7524, 21) rechtfertigt es nicht, eine GmbH, die &uuml;berh&ouml;hte Entgelte an eine dem Gesellschafter nahestehende Person auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage zahlt, als Schenkerin i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 ErbStG ist bei einer Schenkung durch eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft der Besteuerung das pers&ouml;nliche Verh&auml;ltnis des Erwerbers zu derjenigen unmittelbar oder mittelbar beteiligten nat&uuml;rlichen Person oder Stiftung zugrunde zu legen, durch die sie veranlasst ist. Durch Einf&uuml;hrung dieser Vorschrift sollen H&auml;rten ausger&auml;umt werden, die sich aus der unmittelbaren zivilrechtlichen Betrachtung einer Zuwendung durch eine Kapitalgesellschaft ergeben k&ouml;nnen (vgl. BTDrucks 17\/7524, 21). Diese Zielsetzung gebietet es nicht, eine GmbH abweichend von der zivilrechtlichen Betrachtung als Schenkerin anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG zu Recht entschieden, dass die Mietzinszahlungen der S-GmbH an die Kl&auml;gerin in H&ouml;he des auf der vGA beruhenden unangemessenen Teils keine freigebigen Zuwendungen der S-GmbH an die Kl&auml;gerin sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die S-GmbH handelte unter Mitwirkung des A, der als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer den Mietvertrag unterschrieben hat. Die Mietzinszahlungen stellen in H&ouml;he des unangemessenen Teils Leistungen der S-GmbH an A dar, die auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis beruhen. Insoweit liegen Entnahmen des A bzw. Vorabzahlungen auf den k&uuml;nftigen Gewinnaussch&uuml;ttungsanspruch des A vor, wobei die Zahlungen vereinbarungsgem&auml;&szlig; nicht an A, sondern an dessen Ehefrau, die Kl&auml;gerin, geleistet wurden. Da sowohl eine Vorabaussch&uuml;ttung an A als auch eine Entnahme des A als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis beruhen, kann letztlich dahinstehen, auf welchem der beiden gesellschaftsrechtlichen Vorg&auml;nge im Streitfall die Verschaffung des Verm&ouml;gensvorteils zugunsten der Kl&auml;gerin beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Da bei einer auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis beruhenden Zahlung &uuml;berh&ouml;hter Entgelte an eine dem Gesellschafter nahestehende Person keine gemischte freigebige Zuwendung der GmbH an die nahestehende Person vorliegt, sieht sich der Senat im Hinblick auf das BFH-Urteil in BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258 zu dem Hinweis veranlasst, dass in diesen F&auml;llen der Gesellschafter selbst Schenker i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG sein kann (vgl. Briese, GmbH-Rundschau 2016, 327; Crezelius, ZEV 2016, 107). Entgegen dem vorgenannten BFH-Urteil kommt abh&auml;ngig von der Ausgestaltung der Rechtsbeziehung zwischen dem Gesellschafter und der nahestehenden Person in diesem Verh&auml;ltnis eine freigebige Zuwendung i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der BFH ging bisher davon aus, dass bei der Zahlung eines &uuml;berh&ouml;hten Entgelts an eine dem Gesellschafter nahestehende Person in H&ouml;he des unangemessenen Teils des Entgelts, der ertragsteuerrechtlich beim Gesellschafter eine vGA darstellt, keine freigebige Zuwendung des Gesellschafters an die nahestehende Person vorliege. In einem solchen Fall fehle es an der f&uuml;r eine freigebige Zuwendung erforderlichen Verm&ouml;gensverschiebung zwischen dem Gesellschafter und der nahestehenden Person (vgl. BFH-Urteil in BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem steht jedoch entgegen, dass der Gesellschafter, soweit die GmbH die Leistung an die nahestehende Person auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage erbringt, entweder &uuml;ber seinen aus &sect;&nbsp;29 GmbHG folgenden k&uuml;nftigen Gewinnaussch&uuml;ttungsanspruch verf&uuml;gt oder eine Entnahme t&auml;tigt. Dadurch mindert sich &#8211;wie bereits ausgef&uuml;hrt&#8211; in H&ouml;he des Aussch&uuml;ttungsbetrags bzw. in H&ouml;he des Entnahmewerts das k&uuml;nftige Gewinnaussch&uuml;ttungsvolumen der GmbH zu Lasten des Gesellschafters. Darin liegt die Verm&ouml;gensminderung des Gesellschafters, die spiegelbildlich bei der nahestehenden Person zu einer Verm&ouml;gensmehrung f&uuml;hrt. Ob tats&auml;chlich eine freigebige Zuwendung i.S. des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG zwischen dem Gesellschafter und der nahestehenden Person vorliegt, h&auml;ngt von der Ausgestaltung der zwischen ihnen bestehenden Rechtsbeziehung ab. Hier sind verschiedene Gestaltungen denkbar (z.B. Schenkungsabrede, Darlehen, Kaufvertrag).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da im Streitfall eine freigebige Zuwendung der S-GmbH an die Kl&auml;gerin besteuert wurde, ist nicht zu entscheiden, ob eine freigebige Zuwendung des A an die Kl&auml;gerin vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.9.2017, II R 32\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.130917.IIR32.16.0 Schenkungsteuer bei Zahlung eines &uuml;berh&ouml;hten Entgelts durch eine GmbH an eine dem Gesellschafter nahestehende Person &#8211; teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 13.9.2017 II R 54\/15 Leits&auml;tze 1. Die Zahlung &uuml;berh&ouml;hter vertraglicher Entgelte durch eine GmbH an eine dem Gesellschafter nahestehende Person ist keine gemischte freigebige Zuwendung der GmbH &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-32-16-schenkungsteuer-bei-zahlung-eines-ueberhoehten-entgelts-durch-eine-gmbh-an-eine-dem-gesellschafter-nahestehende-person-teilweise-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-1392017-ii-r-54-15\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;32\/16 &#8211; Schenkungsteuer bei Zahlung eines &uuml;berh&ouml;hten Entgelts durch eine GmbH an eine dem Gesellschafter nahestehende Person &#8211; teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 13.9.2017 II R 54\/15<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68963","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68963"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68963\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}