{"id":68966,"date":"2018-02-14T11:11:49","date_gmt":"2018-02-14T09:11:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68966"},"modified":"2018-02-14T11:11:49","modified_gmt":"2018-02-14T09:11:49","slug":"viii-r-35-15-zum-termingeschaeft-is-des-par-20-abs-2-satz-1-nr-3-buchst-a-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-35-15-zum-termingeschaeft-is-des-par-20-abs-2-satz-1-nr-3-buchst-a-estg\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;35\/15 &#8211; Zum Termingesch&auml;ft i.S. des &sect; 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.10.2017, VIII R 35\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.241017.VIIIR35.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum Termingesch&auml;ft i.S. des &sect; 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein auf Differenzausgleich gerichtetes Devisentermingesch&auml;ft kann auch vorliegen, wenn das Gegengesch&auml;ft dem Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ft nachfolgt. Jedoch m&uuml;ssen beide Gesch&auml;fte derart miteinander verkn&uuml;pft sein, dass der auf die Realisierung einer positiven oder negativen Differenz aus Er&ouml;ffnungs- und Gegengesch&auml;ft gerichtete Wille der Vertragsbeteiligten ersichtlich ist. Es gen&uuml;gt nicht, dass dem Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ft tats&auml;chlich ein Gegengesch&auml;ft lediglich nachfolgt, das dessen Erf&uuml;llung dient.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG in der im Streitjahr 2011 geltenden Fassung unterfallen keine Fremdw&auml;hrungsgesch&auml;fte, bei denen die Ver&auml;u&szlig;erung fr&uuml;her erfolgt als der Erwerb (sog. Leerverk&auml;ufe).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen, Au&szlig;ensenate Augsburg, vom 10. September 2015&nbsp;&nbsp;15 K 2243\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob vom Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) erlittene Verluste aus Devisengesch&auml;ften gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr (2011) geltenden Fassung (EStG) steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), die im Streitjahr zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden, erkl&auml;rten in ihrer Steuererkl&auml;rung u.a. in der Anlage SO Verluste in H&ouml;he von 10.292&nbsp;EUR, die aus Devisengesch&auml;ften des Kl&auml;gers resultierten. Dieser hatte am 22.&nbsp;Januar 2010 bzw. 28.&nbsp;Juli 2010 jeweils zu einem in der Zukunft liegenden Stichtag (hier: 26.&nbsp;Januar 2011 bzw. 29.&nbsp;Juli 2011) f&uuml;r einen bereits im Zeitpunkt des Vertragsschlusses festgelegten Betrag Devisen (JPY) an das Kreditinstitut ver&auml;u&szlig;ert. Die zum Ausgleich erforderlichen Devisen erwarb er erst sp&auml;ter (hier: 26.&nbsp;Januar 2011 bzw. 7.&nbsp;M&auml;rz 2011) mit Wirkung zum F&auml;lligkeitstag. Die Devisengesch&auml;fte waren als Liefergesch&auml;fte abgeschlossen und abgewickelt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem Einkommensteuerbescheid vom 13.&nbsp;Juni 2012 blieben die Verluste unber&uuml;cksichtigt. Hiergegen wandten sich die Kl&auml;ger mit ihrem Einspruch, in dem sie darlegten, es handele sich um Differenzausgleichsgesch&auml;fte i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Einspruchsverfahrens erlie&szlig; der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) u.a. am 26.&nbsp;April 2013 einen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr, in dem er die streitigen Verluste als solche aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften erfasste. In dem Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer zum 31.&nbsp;Dezember 2011 vom gleichen Tag stellte es einen verbleibenden Verlustvortrag f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG in H&ouml;he von 10.292&nbsp;EUR f&uuml;r den Kl&auml;ger fest. Gegen beide Bescheide legten die Kl&auml;ger Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sodann &auml;nderte das FA seine Auffassung. Es hob &#8211;nach Anh&ouml;rung der Kl&auml;ger&#8211; mit Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;Juli 2013 den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid und den Verlustfeststellungsbescheid vom 26.&nbsp;April 2013 auf und wies den Einspruch der Kl&auml;ger zur&uuml;ck, da die Gesch&auml;fte nicht innerhalb der Spekulationsfrist erfolgt seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 563 ver&ouml;ffentlichtem Urteil vom 10.&nbsp;September 2015&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;2243\/13 gab das Finanzgericht (FG) der hiergegen gerichteten Klage statt. Es war der Auffassung, die streitigen Verluste seien von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG erfasst, da die Devisentermingesch&auml;fte auf den Differenzausgleich gerichtet gewesen seien. Unter Ber&uuml;cksichtigung der Besonderheiten des Streitfalls k&ouml;nne die Verbuchung der streitigen Gesch&auml;fte am F&auml;lligkeitstag &uuml;ber die W&auml;hrungskonten des Kl&auml;gers bei wirtschaftlicher Betrachtung als &quot;Bruttoverbuchung&quot; des Differenzausgleichs gew&uuml;rdigt werden, die nicht zu einer Lieferung der Devisen mit anschlie&szlig;endem R&uuml;cktausch i.S. des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG f&uuml;hre. Daf&uuml;r spreche auch, dass diese Gesch&auml;fte nur in H&ouml;he eines eventuellen Verlusts in den dem Kl&auml;ger von dem Kreditinstitut gew&auml;hrten Kreditrahmen einflie&szlig;en sollten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist rechtsfehlerhaft davon ausgegangen, dass die streitigen Verluste gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen auch der Gewinn bei Termingesch&auml;ften, durch die der Steuerpflichtige einen Differenzausgleich oder einen durch den Wert einer ver&auml;nderlichen Bezugsgr&ouml;&szlig;e bestimmten Geldbetrag oder Vorteil erlangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Termingesch&auml;ft ist in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 EStG nicht definiert. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) folgt der Begriff des Termingesch&auml;ftes den Regelungen des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG); Termingesch&auml;fte in diesem Sinne sind nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 WpHG u.a. Festgesch&auml;fte oder Optionsgesch&auml;fte, die zeitlich verz&ouml;gert zu erf&uuml;llen sind und deren Wert sich unmittelbar oder mittelbar vom Preis oder Ma&szlig; eines bestimmten Basiswertes ableitet (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;4\/15, BFHE 250, 75, BStBl II 2015, 835, unter Verweis auf BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Januar 2015 IX&nbsp;R&nbsp;13\/14, BFHE 248, 340, BStBl II 2015, 827).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechend seinem Wortlaut erfasst &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG Termingesch&auml;fte, durch die der Steuerpflichtige einen Differenzausgleich erlangt. Ma&szlig;geblich ist insoweit die Zweckbestimmung des Termingesch&auml;ftes, die von dem anhand objektiver Umst&auml;nde nachvollziehbaren Willen der Vertragsbeteiligten abh&auml;ngt. Erfasst sind demnach Termingesch&auml;fte, die auf die Erzielung eines Differenzausgleiches gerichtet sind, nicht aber Termingesch&auml;fte, die auf die tats&auml;chliche (&quot;physische&quot;) Lieferung des Basiswertes am Ende der Laufzeit gerichtet sind (vgl. BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juli 2016 I&nbsp;R&nbsp;25\/14, BFHE 254, 326, zu &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG 1999 m.w.N.; von Beckerath in Kirchhof, EStG, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;130; Jochum, in: Kirchhof\/ S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;D&nbsp;3&nbsp;3; Jachmann\/Lindenberg in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;648; Hamacher\/Dahm in Korn, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;577; Moritz\/Strohm in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;20 n.F. Rz&nbsp;239).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein auf Differenzausgleich gerichtetes Devisentermingesch&auml;ft liegt vor, wenn die Vertragsbeteiligten ausdr&uuml;cklich oder stillschweigend vereinbaren, dass keine effektive Lieferung, sondern ein Differenzausgleich erfolgen soll. Devisentermingesch&auml;fte k&ouml;nnen auch dann auf einen Differenzausgleich gerichtet sein, wenn sie &auml;u&szlig;erlich in die Form eines Kaufvertrages gekleidet sind (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 18.&nbsp;Januar 2016 IV&nbsp;C&nbsp;1-S&nbsp;2252\/08\/10004:017, 2015\/0468306, BStBl I 2016, 85, Rz&nbsp;38, ebenso BMF-Schreiben vom 9.&nbsp;Oktober 2012 IV&nbsp;C&nbsp;1-S&nbsp;2252\/10\/10013, BStBl I 2012, 953, Rz&nbsp;38). Dies gilt auch bei Abschluss eines Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ftes mit nachfolgendem Gegengesch&auml;ft (vgl. BMF-Schreiben in BStBl I 2016, 85, und in BStBl I 2012, 953, jeweils Rz&nbsp;38). Das Termingesch&auml;ft muss allerdings auf einen Differenzausgleich in Bezug auf ein Gegengesch&auml;ft gerichtet sein, d.h. beide Gesch&auml;fte m&uuml;ssen derart miteinander verkn&uuml;pft sein, dass der auf die Realisierung einer positiven oder negativen Differenz aus Er&ouml;ffnungs- und Gegengesch&auml;ft gerichtete Wille der Vertragsbeteiligten erkennbar ist. Demgegen&uuml;ber gen&uuml;gt es nicht, dass dem Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ft tats&auml;chlich ein Gegengesch&auml;ft lediglich nachfolgt, das dessen Erf&uuml;llung dient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist die tats&auml;chliche und rechtliche W&uuml;rdigung des FG, die Devisengesch&auml;fte seien bei wirtschaftlicher Betrachtung auf den sich nach Verbuchung ergebenden Differenzbetrag aus Er&ouml;ffnungs- und Gegengesch&auml;ft gerichtet gewesen, rechtsfehlerhaft. Es fehlt an einer hinreichenden Verkn&uuml;pfung von Er&ouml;ffnungs- und Gegengesch&auml;ft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r eine solche reicht es nicht aus, dass der Kl&auml;ger die Devisen vor ihrem Erwerb ver&auml;u&szlig;ert hat, ohne zu diesem Zeitpunkt &uuml;ber entsprechende Devisen zur Erf&uuml;llung des Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ftes zu verf&uuml;gen (Leerverkauf). Allein die tats&auml;chliche Notwendigkeit, zur Erf&uuml;llung des Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ftes entsprechende Devisen erwerben zu m&uuml;ssen und dies auch sp&auml;ter tats&auml;chlich zu tun, l&auml;sst nicht erkennen, dass es den Vertragsbeteiligten um die Realisierung einer (positiven oder negativen) Differenz aus Er&ouml;ffnungs- und Gegengesch&auml;ft geht. Eine hinreichende Verkn&uuml;pfung von Er&ouml;ffnungs- und Gegengesch&auml;ft ergibt sich auch nicht daraus, dass das Vorgehen nach den Feststellungen des FG den Vereinbarungen mit dem Kreditinstitut entsprochen hat, nach denen die Devisengesch&auml;fte nur in H&ouml;he eines eventuellen Verlustes in den dem Kl&auml;ger gew&auml;hrten Kreditrahmen einflie&szlig;en sollten. Denn obwohl sich der Kl&auml;ger im Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ft gegen&uuml;ber dem Kreditinstitut zur Lieferung der Devisen auf den F&auml;lligkeitszeitpunkt verpflichtet hatte, stand es ihm frei, in welcher Weise er dieser Verpflichtung nachkommen wollte. Das FG hat nicht festgestellt, dass der Kl&auml;ger in Bezug auf ein entsprechendes Deckungsgesch&auml;ft Beschr&auml;nkungen oder Verpflichtungen unterlag. Er&ouml;ffnungs- und Gegengesch&auml;ft standen demnach unabh&auml;ngig nebeneinander; sie waren nicht auf die Erzielung eines Differenzausgleiches gerichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aus der Entscheidung des I.&nbsp;Senats des BFH in BFHE 254, 326 ergibt sich kein anderes Ergebnis. Soweit der I.&nbsp;Senat f&uuml;r den Fall, dass der Steuerpflichtige mit der Vertragspartei des Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ftes (oder einem Dritten) vor dem F&auml;lligkeitszeitpunkt die Ausf&uuml;hrung eines Gegengesch&auml;ftes vereinbart, dargelegt hat, aus wirtschaftlicher Sicht spiele es keine Rolle, ob der Differenzausgleich &quot;brutto&quot; durch Leistung, d.h. durch Lieferung der Devisen mit anschlie&szlig;endem R&uuml;cktausch, oder &quot;netto&quot; durch Leistung nur der Differenz durch denjenigen, zu dessen Nachteil sich der Devisenkurs entwickelt habe, herbeigef&uuml;hrt werde, ist dies im besonderen Regelungskontext der Verlustausgleichs- und Abzugsbeschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG 1999 zu verstehen. Zudem kann der Entscheidung in Bezug auf &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a EStG nicht entnommen werden, dass Leerverk&auml;ufe stets &#8211;und damit unabh&auml;ngig von einer Verkn&uuml;pfung von Er&ouml;ffnungs- und Gegengesch&auml;ft&#8211; als auf einen Differenzausgleich gerichtet anzusehen sind, wenn das Gegengesch&auml;ft vor dem F&auml;lligkeitszeitpunkt des Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ftes ausgef&uuml;hrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist spruchreif. Die Klage ist abzuweisen, da die Verluste auch nicht als solche aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;2, 23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach sind private Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte solche Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte bei anderen (als in &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG genannten) Wirtschaftsg&uuml;tern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung nicht mehr als ein Jahr betr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Regelung unterfallen in ihrer im Streitjahr geltenden Fassung nur private Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte, bei denen die Anschaffung des entsprechenden Wirtschaftsgutes &#8211;anders als im Streitfall&#8211; vor dessen Ver&auml;u&szlig;erung erfolgt (vgl. zur Ma&szlig;geblichkeit der obligatorischen Vertr&auml;ge z.B. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Oktober 2014 IX&nbsp;R&nbsp;55\/13, BFHE 247, 397, BStBl II 2015, 265, zu &sect;&nbsp;23 EStG 1997; vom 8.&nbsp;Dezember 1981 VIII&nbsp;R&nbsp;125\/79, BFHE 135, 426, BStBl II 1982, 618, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ergibt sich nicht nur aus dem Gesetzeswortlaut des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG, der ausdr&uuml;cklich auf den Zeitraum zwischen Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung abstellt, sondern auch aus der Gesetzeshistorie des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 EStG. Der bis zur Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912) geltende &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG a.F., nach dem private Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte auch solche waren, bei denen die Ver&auml;u&szlig;erung der Wirtschaftsg&uuml;ter vor dem Erwerb erfolgt, ist mit der Einf&uuml;hrung der Abgeltungsteuer entfallen. Der Gesetzgeber sah derartige Gesch&auml;fte als von &sect;&nbsp;20 EStG erfasst an (vgl. BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;59). Erst mit dem Gesetz zur Umsetzung der &Auml;nderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Ma&szlig;nahmen gegen Gewinnk&uuml;rzungen und &#8211;verlagerungen vom 20.&nbsp;Dezember 2016 (BGBl I 2016, 3000) wurde &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG erneut in das Gesetz aufgenommen (vgl. &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;31 Satz&nbsp;3 EStG zum zeitlichen Anwendungsbereich), weil &#8211;so die Begr&uuml;ndung&#8211; Fremdw&auml;hrungsgesch&auml;fte, bei denen die Ver&auml;u&szlig;erung fr&uuml;her erfolgt als der Erwerb (Leerverk&auml;ufe), derzeit steuerlich nicht erfasst seien (vgl. BTDrucks 18\/9956, S.&nbsp;10). Mit der Wiederaufnahme der Regelung des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG sollte eine Besteuerungsl&uuml;cke geschlossen werden (vgl. auch Verf&uuml;gung der Oberfinanzdirektion Niedersachsen vom 10.&nbsp;Februar 2016 S&nbsp;2256-194-St&nbsp;234, S&nbsp;2252-421-St&nbsp;231, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.10.2017, VIII R 35\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.241017.VIIIR35.15.0 Zum Termingesch&auml;ft i.S. des &sect; 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a EStG Leits&auml;tze 1. Ein auf Differenzausgleich gerichtetes Devisentermingesch&auml;ft kann auch vorliegen, wenn das Gegengesch&auml;ft dem Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ft nachfolgt. Jedoch m&uuml;ssen beide Gesch&auml;fte derart miteinander verkn&uuml;pft sein, dass der auf die Realisierung einer positiven oder negativen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-35-15-zum-termingeschaeft-is-des-par-20-abs-2-satz-1-nr-3-buchst-a-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;35\/15 &#8211; Zum Termingesch&auml;ft i.S. des &sect; 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68966","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68966","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68966"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68966\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}