{"id":68973,"date":"2018-02-14T11:12:09","date_gmt":"2018-02-14T09:12:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68973"},"modified":"2018-02-14T11:12:09","modified_gmt":"2018-02-14T09:12:09","slug":"iii-b-179-16-kindergeld-fuer-behindertes-kind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-179-16-kindergeld-fuer-behindertes-kind\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;179\/16 &#8211; Kindergeld f&uuml;r behindertes Kind"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.11.2017, III B 179\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.271117.IIIB179.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld f&uuml;r behindertes Kind<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Folgt das FG einem Gutachten, in welchem einem Kind bescheinigt wird, dass es wegen seiner Behinderung au&szlig;erstande ist, sich selbst zu unterhalten, obwohl das Gutachten ohne Mitwirkung des Kindes erstellt wurde, so ist nicht allein deshalb die Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung, Divergenz oder Verfahrensfehlern zuzulassen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Beklagten wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 19. Oktober 2016 12 K 4010\/14 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin) ist die Mutter des im November 1992 geborenen N, f&uuml;r den sie zun&auml;chst Kindergeld bezog. Die Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrerin (Familienkasse) hob die Festsetzung ab Februar 2014 auf, weil sie der Ansicht war, dass f&uuml;r N kein Ber&uuml;cksichtigungstatbestand mehr vorliege. Dagegen wandte sich die Kl&auml;gerin mit Einspruch. Sie war der Auffassung, dass N nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes als behindertes Kind zu ber&uuml;cksichtigen sei. Der Rechtsbehelf hatte keinen Erfolg. Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren wurde ein Sachverst&auml;ndiger damit beauftragt, N zu begutachten. Allerdings gelang es ihm bei drei Hausbesuchen nicht, mit N ein Gespr&auml;ch zu f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage dennoch statt. Es war davon &uuml;berzeugt, dass N aufgrund seiner Behinderung im Streitzeitraum (Februar bis November 2014) nicht dazu imstande gewesen sei, sich selbst zu unterhalten. Das Landratsamt habe festgestellt, dass bei N eine dauernde Einbu&szlig;e der k&ouml;rperlichen Beweglichkeit und ein Grad der Behinderung von 40 vorliege. Ab August 2015 sei ein Grad von 60 festgestellt worden. Im Gutachten vom 19.&nbsp;April 2016, das der Sachverst&auml;ndige auf der Grundlage fremdanamnestischer Angaben gemacht habe, sei er zu dem Schluss gekommen, dass bei N neben den k&ouml;rperlichen Beeintr&auml;chtigungen von einer schweren Zwangsst&ouml;rung mit vorwiegenden Zwangshandlungen auszugehen sei; zus&auml;tzlich liege eine schwere Pers&ouml;nlichkeitsst&ouml;rung vor. Der Sachverst&auml;ndige habe sich bei den Hausbesuchen ein pers&ouml;nliches Bild vom Verhalten des N machen k&ouml;nnen, auch wenn dieser sich einem Gespr&auml;ch entzogen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil wendet sich die Familienkasse mit der Nichtzulassungsbeschwerde, mit der sie die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache, die Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung sowie Verfahrensm&auml;ngel geltend macht (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nrn.&nbsp;1 bis 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe die Beweislast f&uuml;r den Nachweis der behinderungsbedingten Unf&auml;higkeit zum Selbstunterhalt dadurch umgangen, dass es fremdanamnestische Angaben bei der Erstellung eines Gutachtens akzeptiert habe. Es sei die Rechtsfrage zu kl&auml;ren, ob solche Angaben so zu behandeln seien, als ob das Kind selbst an der Begutachtung mitgewirkt habe, auch wenn die Feststellungslast bez&uuml;glich der Urs&auml;chlichkeit zu Lasten des Kindergeldberechtigten gehe. Nach der Dienstanweisung zum Kindergeld (DA-KG) f&uuml;hre eine Verweigerung der Begutachtung zur Ablehnung des Kindergeldantrags.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das angefochtene Urteil weiche auch von Rechtsprechung des BFH ab. Hiernach k&ouml;nne die Urs&auml;chlichkeit der Behinderung grunds&auml;tzlich angenommen werden, wenn im Schwerbehindertenausweis das Merkmal &quot;H&quot; eingetragen sei oder der Grad der Behinderung 50 oder mehr betrage und besondere Umst&auml;nde hinzutr&auml;ten, aufgrund derer eine Erwerbst&auml;tigkeit unter den &uuml;blichen Bedingungen des Arbeitsmarktes ausgeschlossen erscheine (BFH-Urteile vom 26.&nbsp;Juli 2001 VI&nbsp;R&nbsp;56\/98, BFHE 196, 161, BStBl II 2001, 832, sowie vom 16.&nbsp;April 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;62\/99, BFHE 198, 567, BStBl II 2002, 738). Das FG habe auf diese Rechtsprechung zwar Bezug genommen, es habe jedoch den Rechtssatz aufgestellt, dass es f&uuml;r die Annahme der Urs&auml;chlichkeit der Behinderung ausreiche, dass der Grad der Behinderung 40 betrage und aufgrund fremdanamnestischer Angaben festgestellt sei, dass eine Erwerbst&auml;tigkeit des Kindes unter den &uuml;blichen Bedingungen des Arbeitsmarktes unwahrscheinlich sei. Der Sachverhalt des Streitfalls sei mit denen vergleichbar, die den genannten BFH-Urteilen zugrunde l&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem sei die Revision wegen Verfahrensm&auml;ngeln zuzulassen. Das FG habe seine Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung verletzt (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO). Es habe sich auf das im Klageverfahren erstellte Gutachten gest&uuml;tzt, das auf fremdanamnestischen Angaben beruhe. Sie &#8211;die Familienkasse&#8211; habe darauf hingewiesen, dass eine pers&ouml;nliche Begutachtung erforderlich sei. Enthalte ein Gutachten Unvollst&auml;ndigkeiten, Unklarheiten oder Zweifel, m&uuml;sse das Gericht die Erg&auml;nzung oder Erl&auml;uterung veranlassen und bei schwerwiegenden M&auml;ngeln ein zweites Gutachten einholen. Der Verfahrensfehler sei zugleich ein Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme (&sect;&nbsp;81 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und wird deshalb durch Beschluss verworfen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 1 FGO). Die Beschwerdebegr&uuml;ndung gen&uuml;gt nicht den Darlegungserfordernissen nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz 3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO muss ein Beschwerdef&uuml;hrer schl&uuml;ssig und substantiiert unter Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassungen darlegen, weshalb eine f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. Dazu muss ausgef&uuml;hrt werden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchem Grunde die Beantwortung der Frage zweifelhaft und streitig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 26.&nbsp;April 2017 III&nbsp;B&nbsp;100\/16, BFHE 257, 424, BStBl II 2017, 903).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Familienkasse wendet sich in ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung dagegen, dass das FG sich wegen der Frage, ob N wegen seiner Behinderung zum Selbstunterhalt nicht imstande war, auf ein Gutachten gest&uuml;tzt hat, das ohne aktive Beteiligung des N zustande kam, weil sich dieser einer Begutachtung verweigerte. Sie hat ihre Einw&auml;nde als Rechtsfrage formuliert. Jedoch k&ouml;nnte die Frage, ob ein &uuml;ber ein behindertes Kind erstelltes Gutachten, das sich auf Fremdanamnese st&uuml;tzt, ebenso aussagekr&auml;ftig ist wie ein Gutachten, das unter Mitwirkung des Kindes zustande gekommen ist, in dieser Allgemeinheit nicht in einem Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden. Denn jedes Gericht hat sich im konkreten Einzelfall eine eigene &Uuml;berzeugung dar&uuml;ber zu bilden, ob ein Kind aufgrund einer Behinderung au&szlig;erstande ist, sich selbst zu unterhalten. Das FG hat im Streitfall zu diesem Zweck einen Gutachter eingeschaltet, der aus seinem pers&ouml;nlichen Eindruck und aus den ihm vorliegenden Anamnesen und Unterlagen die Schlussfolgerung zog, dass N nicht imstande sei, sich selbst zu unterhalten. Es ist dem Gutachten trotz der fehlenden Mitwirkung des N gefolgt und hat dies im angefochtenen Urteil eingehend begr&uuml;ndet. Das FG hat keinen allgemeinen Rechtssatz dahingehend aufgestellt, dass ein Gutachten &uuml;ber die Behinderung einer Person, das ohne deren Mitwirkung zustande gekommen ist, ebenso aussagekr&auml;ftig ist wie ein Gutachten, an dem die Person mitgewirkt hat. Eine im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftige und kl&auml;rbare Rechtsfrage hat die Familienkasse in ihrer Revisionsbegr&uuml;ndung nicht aufgeworfen. Die von ihr angesprochene Frage der Feststellungslast stellte sich nicht, weil das FG davon &uuml;berzeugt war, dass N aufgrund seiner Behinderung au&szlig;erstande war, sich selbst zu unterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit ihrem Vorbringen r&uuml;gt die Familienkasse letztlich die Beweisw&uuml;rdigung durch das FG. Die Sachverhaltsw&uuml;rdigung und die Grunds&auml;tze der Beweisw&uuml;rdigung sind jedoch revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen und deshalb der Pr&uuml;fung des BFH im Rahmen einer Nichtzulassungsbeschwerde entzogen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 21.&nbsp;Januar 2013 III&nbsp;B&nbsp;167\/11, BFH\/NV 2013, 754, m.w.N.; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;115 FGO Rz&nbsp;246).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch soweit die Familienkasse eine Abweichung des angefochtenen Urteils von der BFH-Rechtsprechung r&uuml;gt (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO), rechtfertigen ihre Darlegungen nicht die Zulassung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer solchen Abweichungsr&uuml;ge muss der Beschwerdef&uuml;hrer tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen FG-Urteil einerseits und aus der genau bezeichneten Divergenzentscheidung andererseits herausarbeiten und einander gegen&uuml;berstellen, um so die behauptete Abweichung zu verdeutlichen (z.B. Senatsbeschluss in BFHE 257, 424, BStBl II 2017, 903). Au&szlig;erdem muss sich aus der Beschwerdebegr&uuml;ndung ergeben, dass dem Streitfall ein Sachverhalt zugrunde liegt, der mit der Divergenzentscheidung vergleichbar ist und dass es sich um eine identische Rechtsfrage handelt (z.B. Senatsbeschluss vom 30.&nbsp;September 2013 III&nbsp;B&nbsp;20\/12, BFH\/NV 2014, 58).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen gen&uuml;gt das Vorbringen der Familienkasse nicht. Sie hat zum einen auf das BFH-Urteil in BFHE 196, 161, BStBl II 2001, 832 hingewiesen, das ein Kind mit einem Grad der Behinderung von 80 betraf, zum anderen auf das Urteil in BFHE 198, 567, BStBl II 2002, 738, in dem es um ein Kind ging, f&uuml;r das es keine amtliche Feststellung zum Grad der Behinderung gab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall war das FG der &Uuml;berzeugung, dass N aufgrund seiner Behinderung nicht imstande war, sich selbst zu unterhalten, obwohl f&uuml;r ihn ein Grad der Behinderung von (nur) 40 festgestellt worden war. Aus den beiden zitierten BFH-Urteilen geht nicht hervor, dass bei einem Grad der Behinderung von weniger als 50 die Urs&auml;chlichkeit der Behinderung f&uuml;r das Au&szlig;erstandesein zum Selbstunterhalt von vornherein ausscheidet. Eine Divergenz wurde somit nicht dargelegt. Auch die Familienkassen gew&auml;hren in Einzelf&auml;llen bei einem Grad der Behinderung von weniger als 50 Kindergeld (s. A&nbsp;19.2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 DA-KG 2017, BStBl I 2017, 1006).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Schlie&szlig;lich ist dem FG auch kein Verfahrensfehler unterlaufen, insbesondere hat es nicht die Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung verletzt (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO). Es hatte keinen Anlass, ein weiteres Sachverst&auml;ndigengutachten in Auftrag zu geben, da kein Anhaltspunkt daf&uuml;r bestand, dass N bei einem anderen Gutachter seine Mitwirkung nicht verweigern w&uuml;rde. Aus diesem Grund lag auch kein Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme vor (&sect;&nbsp;81 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.11.2017, III B 179\/16ECLI:DE:BFH:2017:B.271117.IIIB179.16.0 Kindergeld f&uuml;r behindertes Kind Leits&auml;tze NV: Folgt das FG einem Gutachten, in welchem einem Kind bescheinigt wird, dass es wegen seiner Behinderung au&szlig;erstande ist, sich selbst zu unterhalten, obwohl das Gutachten ohne Mitwirkung des Kindes erstellt wurde, so ist nicht allein deshalb die Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung, Divergenz &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-179-16-kindergeld-fuer-behindertes-kind\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;179\/16 &#8211; Kindergeld f&uuml;r behindertes Kind<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68973","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68973","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68973"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68973\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68973"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68973"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68973"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}