{"id":68974,"date":"2018-02-14T11:11:54","date_gmt":"2018-02-14T09:11:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68974"},"modified":"2018-02-14T11:11:54","modified_gmt":"2018-02-14T09:11:54","slug":"ix-r-35-15-verstoss-gegen-die-bindungswirkung-par-126-abs-5-fgo-eines-zurueckverweisenden-revisionsurteils-des-bfh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-35-15-verstoss-gegen-die-bindungswirkung-par-126-abs-5-fgo-eines-zurueckverweisenden-revisionsurteils-des-bfh\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;35\/15 &#8211; Versto&szlig; gegen die Bindungswirkung (&sect; 126 Abs. 5 FGO) eines zur&uuml;ckverweisenden Revisionsurteils des BFH"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.11.2017, IX R 35\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.081117.IXR35.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Versto&szlig; gegen die Bindungswirkung (&sect; 126 Abs. 5 FGO) eines zur&uuml;ckverweisenden Revisionsurteils des BFH<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Das FG, an das die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen ist, hat seiner Entscheidung die rechtliche Beurteilung des BFH zugrunde zu legen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Das FG ist nur dann im zweiten Rechtsgang nicht an die rechtliche Beurteilung des BFH gebunden, wenn sich ein anderer Sachverhalt ergibt oder wenn nach der Zur&uuml;ckverweisung durch den BFH eine r&uuml;ckwirkende Gesetzes&auml;nderung oder eine &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung eintritt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 18. Juni 2015 13 K 1276\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist die Besteuerung eines Gewinns aus dem Verkauf von Anteilen an der &#8230; Holding AG (AG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war einer der Gr&uuml;ndungsaktion&auml;re der AG und geh&ouml;rte deren Vorstand ab 1993 an. Das Grundkapital der Gesellschaft betrug bei Gr&uuml;ndung 1&nbsp;Mio.&nbsp;DM. Der Kl&auml;ger war am Grundkapital zun&auml;chst mit 250.000&nbsp;DM (25&nbsp;%) beteiligt. Die AG war nicht an der B&ouml;rse notiert und hatte keine Aktien ausgegeben. Statt der Aktien wurden in unregelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden jeweils Namenszwischenscheine erstellt, die die Mitgliedschaftsrechte auswiesen. Im Sommer 1994 erfolgte eine Kapitalerh&ouml;hung auf 5&nbsp;Mio.&nbsp;DM (eingeteilt in 100&nbsp;000 auf den Inhaber lautende Stammaktien zu je 50&nbsp;DM, verbrieft durch Zwischenscheine), nach der der Kl&auml;ger nur noch mit 1,2&nbsp;Mio.&nbsp;DM (24&nbsp;000&nbsp;Aktien, 24&nbsp;%) beteiligt war. Nach der Kapitalerh&ouml;hung war die Familie B mit insgesamt 35,5&nbsp;% beteiligt, wovon 24&nbsp;% (24&nbsp;000 Aktien, Nennwert 1.200.000&nbsp;DM) von Herrn MB und 11,5&nbsp;% (11&nbsp;500 Aktien, Nennwert 575.000&nbsp;DM) von dessen Schwester KaB gehalten wurden. Letztere hatte das Aktienpaket von ihrem Vater Dr.&nbsp;MaB &uuml;bertragen bekommen, der zum Jahresende 1995 aus dem Aufsichtsrat ausscheiden sollte. Die Beteiligungen waren in zwei Zwischenscheinen vom 30.&nbsp;September 1994 &#8211;lautend auf MB bzw. Dr.&nbsp;MaB&#8211; verbrieft und jeweils vom Kl&auml;ger als Vorstand und Dr.&nbsp;MaB als Aufsichtsratsvorsitzendem unterzeichnet. Der Zwischenschein f&uuml;r MB war diesem mit Schreiben des Kl&auml;gers vom 16.&nbsp;Dezember 1994 &uuml;bersandt worden und ging laut handschriftlichem Vermerk am 27.&nbsp;Dezember 1994 bei ihm ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 22.&nbsp;Dezember 1995 wandte sich der Kl&auml;ger an MB und bot an, das Aktienpaket der Familie B f&uuml;r 55&nbsp;DM pro Aktie k&auml;uflich zu erwerben. Dem Schreiben waren zwei im Wesentlichen gleichlautende, vom Kl&auml;ger entworfene und unterzeichnete Kaufvertragsangebote f&uuml;r die jeweils von MB und KaB gehaltenen Beteiligungen am Aktienkapital beigef&uuml;gt. Das Angebot wurde am 11.&nbsp;Januar 1996 von MB und am 8.&nbsp;Januar 1996 von KaB angenommen. Nach den Bestimmungen des Vertrags war der Kaufpreis von 1.320.000&nbsp;DM bzw. 632.500&nbsp;DM mit Annahme des Angebots f&auml;llig. Der jeweilige Zwischenschein war im Gegenzug zu &uuml;bergeben. Handschriftlich erg&auml;nzt wurde, dass der Bilanzgewinn 1995 einen Monat nach Feststellung des Jahresabschlusses, sp&auml;testens am 30.&nbsp;September 1996, anteilig zu verg&uuml;ten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 17.&nbsp;Januar 1996 wandte sich der Kl&auml;ger mit einem Schreiben an die C-Bank und teilte mit, dass er als Vorstand der AG gemeinsam mit deren Aufsichtsr&auml;ten Herrn B&ouml; und Dr.&nbsp;S.-H. das Aktienpaket der Familie B erworben habe. &quot;Konkret&quot; w&uuml;rden die Aktien jeweils von den Frauen erworben. Zur Abwicklung erhalte er von Frau R &#8211;der Lebensgef&auml;hrtin von Herrn B&ouml;&#8211; 646.250&nbsp;DM und Frau Dr.&nbsp;S.-H. 660.000&nbsp;DM. Der Rest des Kaufpreises von 646.250&nbsp;DM werde von ihm f&uuml;r seine Frau &uuml;bernommen, weshalb er um Erh&ouml;hung seines Kreditrahmens bitte. Zur Erl&auml;uterung der Aktienverschiebung f&uuml;gte er eine Tabelle bei, in der als neue Aktion&auml;re lediglich die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) und Frau&nbsp;R mit einer Beteiligung von jeweils 11,75&nbsp;% (11&nbsp;750 Aktien) aufgef&uuml;hrt sind und die Beteiligung des Ehepaars S.-H. von 5&nbsp;% auf 17&nbsp;% erh&ouml;ht wurde, ohne dass eine Aufteilung zwischen den Ehegatten erfolgte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 23.&nbsp;Januar 1996 &uuml;berwies der Kl&auml;ger telegrafisch die vereinbarten Kaufpreise in H&ouml;he von insgesamt 1.952.500&nbsp;DM an MB und KaB, nachdem er zuvor von Frau&nbsp;R und Herrn&nbsp;B&ouml; insgesamt 646.250&nbsp;DM und von Herrn Dr.&nbsp;S.-H. (&quot;Kauf 2&nbsp;% Aktien &#8230;&quot;) und dessen Eltern &#8211;&quot;Kauf 10&nbsp;% Aktien &#8230;&quot;&#8211; insgesamt 660.000&nbsp;DM &uuml;berwiesen bekommen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger beantragte Finanzierung wurde von der C-Bank abgelehnt, worauf sich der Kl&auml;ger an die S-Bank wandte und von dieser einen Kredit erhielt. Mit Fax vom 24.&nbsp;Januar 1996 teilte er der Bank mit, dass er sich nun entschlossen habe, die mit dem Kredit erworbenen Aktien an seine Frau zu verkaufen. Sie werde denselben Preis bezahlen, den auch er bezahlt habe. Gleichzeitig bat er um Einrichtung eines Kontos auf den Namen seiner Frau und &Uuml;bertragung der Aktien und des Kredits auf sie. Er werde den Zwischenschein f&uuml;r sie hinterlegen, sobald dieser auf sie ausgestellt sei. Am 26.&nbsp;Februar 1996 wurde von der Kl&auml;gerin ein Antrag auf Kontoer&ouml;ffnung an die S-Bank &uuml;bersandt. Ein Darlehensvertrag &uuml;ber 650.000&nbsp;DM wurde von ihr am 25.&nbsp;M&auml;rz 1996 geschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 16.&nbsp;Februar 1996 teilte der Kl&auml;ger dem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr.&nbsp;F mit, dass die Aktien der Familie B von den Familien S.-H., Herrn B&ouml; sowie von ihm &uuml;bernommen worden seien, wobei Herr B&ouml; und er die Anteile jeweils durch ihre Frauen h&auml;tten erwerben lassen. Gleichzeitig &uuml;bersandte er die Aktion&auml;rsliste vom 17.&nbsp;Januar 1996, die er auch an die C-Bank gesandt hatte sowie die neu auszustellenden Zwischenscheine mit der Bitte um Gegenzeichnung. Der Name &quot;MaBr&quot; wird weder in dem Schreiben noch in der Aktion&auml;rsliste erw&auml;hnt. Mit Datum vom 16.&nbsp;Februar 1996 wurde dem Kl&auml;ger von KaB auch eine Kopie des auf ihren Vater lautenden Zwischenscheins &uuml;bermittelt mit dem handschriftlichen Vermerk &quot;in Ersatz des Originals retourniere ich die Kopie des Zwischenscheins K&nbsp;B&quot;. Der MB Ende 1994 vom Kl&auml;ger &uuml;bersandte Zwischenschein vom 30.&nbsp;September 1994 wurde von diesem mit dem Vermerk &quot;Mit besten Gr&uuml;&szlig;en M&nbsp;B&quot; zur&uuml;ckgesandt und vom Kl&auml;ger handschriftlich mit dem Vermerk &quot;entwertet&quot; versehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Folgezeit schloss der Kl&auml;ger mit MaBr eine Vereinbarung, nach der Letzterer 5&nbsp;% des Grundkapitals der AG (5&nbsp;000 Aktien im Nennwert von 50&nbsp;DM je Aktie) zu einem sofort f&auml;lligen Kaufpreis von 55&nbsp;DM je Aktie zuz&uuml;glich anteiligem Bilanzgewinn 1995 (f&auml;llig nach Feststellung des Jahresabschlusses 1995) vom Kl&auml;ger als Verk&auml;ufer erwarb. Ferner wurde festgehalten, dass nach Einziehung der alten Zwischenscheine ein neuer Zwischenschein von der AG auf den Namen des K&auml;ufers ausgestellt werde. Am 26.&nbsp;Februar 1996 &uuml;berwies MaBr 275.000&nbsp;DM an den Kl&auml;ger. Als Verwendungszweck war auf der &Uuml;berweisung &quot;Kaufpreis AG gem.&nbsp;sep. Vereinbarung&quot; angegeben. Eine gleichlautende Vereinbarung wurde auch zwischen MaBr und Frau&nbsp;R geschlossen, so dass MaBr insgesamt eine Beteiligung von 10&nbsp;% erwarb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Kaufvertrag vom 14.&nbsp;M&auml;rz 1996 verkaufte der Kl&auml;ger 9&nbsp;000 Aktien (Nennwert 450.000&nbsp;DM) aus dem Bestand seiner Aktien f&uuml;r insgesamt 1.350.000&nbsp;DM (Kaufpreis pro Aktie 150&nbsp;DM) an Herrn Ha.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Datum vom 28.&nbsp;April 1996 wurde f&uuml;r die Kl&auml;gerin ein Zwischenschein &uuml;ber einen Anteil von 337.500&nbsp;DM am Grundkapital der AG von 5&nbsp;Mio.&nbsp;DM erteilt. Im April 1996 erfolgte eine Kapitalerh&ouml;hung der AG auf 10&nbsp;Mio.&nbsp;DM, an der der Kl&auml;ger mit 24&nbsp;% (1,2&nbsp;Mio.&nbsp;DM) und die Kl&auml;gerin mit 6,75&nbsp;% (337.500&nbsp;DM) teilnahmen. F&uuml;r den Kl&auml;ger wurde am 25.&nbsp;September 1996 ein neuer Zwischenschein &uuml;ber eine Beteiligung von 1.950.000&nbsp;DM ausgestellt, nachdem er zuvor von der AG mit Schreiben vom 4.&nbsp;September 1996 aufgefordert worden war, den obsoleten alten Zwischenschein zur&uuml;ckzugeben bzw. zu erkl&auml;ren, dass dieser nicht mehr auffindbar sei und die Anteile weder abgetreten noch verpf&auml;ndet seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger, zusammen veranlagte Ehegatten, gaben in ihrer im Jahr 1998 f&uuml;r das Streitjahr 1996 gemeinsam eingereichten Einkommensteuererkl&auml;rung im Anhang zur Anlage KSO die zu versteuernden Einnahmen aus Aktien der AG mit 0&nbsp;DM an. Die Einkommensteuer 1996 wurde auf 15.286&nbsp;DM bestandskr&auml;ftig festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer im August 2001 begonnenen Steuerfahndungspr&uuml;fung beim Kl&auml;ger (Bericht vom 15.&nbsp;Oktober 2003) wurden bei Durchsuchungsma&szlig;nahmen gleichlautende auf November 1995 datierte Treuhandvereinbarungen des Kl&auml;gers mit der Kl&auml;gerin, mit Frau&nbsp;R, mit MaBr und mit Frau S.-H. gefunden sowie Best&auml;tigungen der Kl&auml;gerin und des MaBr vom 31.&nbsp;Juli 2001, dass die Treuhandvertr&auml;ge, so wie sie schriftlich abgefasst seien, die m&uuml;ndlichen Vereinbarungen vom November 1995 richtig und vollst&auml;ndig wiederg&auml;ben und in der Folgezeit ab dem Tag der m&uuml;ndlichen Vereinbarung von den Beteiligten auch tats&auml;chlich wie vereinbart vollzogen worden seien. Von MaBr wurde best&auml;tigt, dass die Vereinbarung 11&nbsp;750 Aktien zu einem Kaufpreis von 55&nbsp;DM je Aktie umfasst habe. Auch die Kl&auml;gerin best&auml;tigte, dass von ihr als Treugeberin der Erwerb von 11&nbsp;750 Aktien der AG mit dem Kl&auml;ger als Treuh&auml;nder vereinbart worden sei. Ferner wurden eine weitere f&uuml;r die Kl&auml;gerin entworfene, jedoch von ihr nicht unterzeichnete Best&auml;tigung gleichen Datums gefunden, in der best&auml;tigt werden sollte, dass die Treuhandvereinbarung 6&nbsp;750 Aktien umfasste, sowie eine ebenfalls nicht unterschriebene Best&auml;tigung f&uuml;r Frau S.-H., mit der best&auml;tigt werden sollte, dass die Treuhandvereinbarung mit ihr 11&nbsp;750 Aktien umfasst habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die als Treuhandvertrag bezeichneten gleichlautenden Schriftst&uuml;cke vom November 1995 enthalten folgende Regelungen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>&quot;Pr&auml;ambel<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>Der Treugeber will sich an der AG, &#8230; beteiligen und diesbez&uuml;glich Aktien im Nennwert von&nbsp;DM 50,- zu einem Kaufpreis von&nbsp;DM 55 je Aktie erwerben. Der Treugeber will aber nicht gegen&uuml;ber dem derzeitigen Inhaber der Aktien in Erscheinung treten und bedient sich deshalb des Treuh&auml;nders zum Erwerb der Aktien. Der Treuh&auml;nder tritt gegen&uuml;ber dem jetzigen Inhaber als Erwerber der Aktien auf und verpflichtet sich gegen&uuml;ber dem Treugeber, die Aktien unverz&uuml;glich nach Erwerb auf ihn zu &uuml;bertragen.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>&sect;&nbsp;1 Treuhand<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>Der Treuh&auml;nder wird s&auml;mtliche Aktien der AG der Familie B erwerben. Dies sind 35.500 St&uuml;ck. Der Kaufpreis wird&nbsp;DM 55 je Aktie betragen. Die Aktien wird der Treuh&auml;nder anteilig f&uuml;r den Treugeber und f&uuml;r weitere Treugeber erwerben und diese treuh&auml;nderisch bis zur anteiligen &Uuml;bertragung auf den Treugeber und die weiteren Treugeber halten.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>&sect;&nbsp;2 Aufwendungsersatz<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>Soweit dem Treuh&auml;nder Aufwendungen im Zusammenhang mit dem in &sect;&nbsp;1 beschriebenen Aktienerwerb entstehen, so kann er diesen gegen&uuml;ber dem Treugeber ersetzt verlangen. Eine dar&uuml;ber hinaus gehende Verg&uuml;tung steht dem Treuh&auml;nder nicht zu.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>&sect;&nbsp;3 Pflichten des Treuh&auml;nders, Freistellung<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>Der Treuh&auml;nder ist verpflichtet, die Aktien unmittelbar nach Erhalt vom jetzigen Inhaber auf den Treugeber zu &uuml;bertragen. Verz&ouml;gert sich die &Uuml;bertragung der Aktien auf den Treugeber aus unvorhersehbaren Gr&uuml;nden, so ist der Treuh&auml;nder verpflichtet, alle Gesellschaftsrechte, insbesondere das Stimmrecht nur gem&auml;&szlig; zuvor einzuholender Weisung des Treugebers auszu&uuml;ben. Die Ertr&auml;ge aus den Aktien sind an den Treugeber abzuf&uuml;hren. Der Treuh&auml;nder ist dem Treugeber zur Auskunft verpflichtet. Der Treugeber stellt den Treuh&auml;nder von allen Verpflichtungen frei, die ihm bei ordnungsgem&auml;&szlig;er F&uuml;hrung der Treuhand aus dem Halten der Aktien entstehen.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>&sect;&nbsp;4 Stimmrechtsvollmacht<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>Der Treuh&auml;nder erteilt hiermit dem Treugeber Vollmacht, das Stimmrecht aus den Aktien bei Hauptversammlungen auszu&uuml;ben. Soweit der Bevollm&auml;chtigte von dieser Vollmacht Gebrauch macht, ist der Treuh&auml;nder von der Aus&uuml;bung des Stimmrechts ausgeschlossen. Die Vollmacht ist unwiderruflich, soweit dieser Vertrag besteht.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>&sect;&nbsp;5 &Uuml;bertragung der Treuh&auml;nderstellung<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>Der Treuh&auml;nder bedarf zur &Uuml;bertragung einzelner oder aller Rechte aus diesem Vertrag der schriftlichen Zustimmung des Treugebers.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>&sect;&nbsp;6 Beendigung des Treuhandverh&auml;ltnisses<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>Das Treuhandverh&auml;ltnis endet, sobald der Treuh&auml;nder die treuh&auml;nderisch gehaltenen Aktien auf den Treugeber &uuml;bertr&auml;gt.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\"><em>Ein Zur&uuml;ckbehaltungsrecht besteht nicht.&quot;<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Pr&uuml;fer kam zu dem Ergebnis, dass das behauptete Treuhandverh&auml;ltnis zwischen dem Kl&auml;ger und der Kl&auml;gerin steuerlich nicht anzuerkennen sei und der Kl&auml;ger daher im Zeitpunkt des zivilrechtlichen Erwerbs der Anteile der Geschwister B die Voraussetzungen der wesentlichen Beteiligung nach &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres 1996 (EStG) erf&uuml;llt habe. Den bei dem Verkauf von 9&nbsp;000 Aktien an Herrn Ha erzielten Gewinn errechnete er mit 890.100&nbsp;DM, wobei er von durchschnittlichen Anschaffungskosten von 51,10&nbsp;DM pro Aktie ausging. Dem damaligen Berater des Kl&auml;gers wurde im Februar 2002 der Entwurf eines Fahndungsberichts &uuml;bermittelt, in welchem die in Rede stehende Anteilsver&auml;u&szlig;erung des Kl&auml;gers enthalten war. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) schloss sich der Ansicht des Pr&uuml;fers an und setzte gegen&uuml;ber den Kl&auml;gern die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr 1996 mit nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;ndertem Einkommensteuerbescheid vom 13.&nbsp;Januar 2004 auf 120.953,25&nbsp;EUR (entspricht 236.564&nbsp;DM) fest. Hierbei setzte es bei den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb des Kl&auml;gers einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von 890.100&nbsp;DM an. F&uuml;r das Streitjahr 1996 wurde kein Steuerstrafverfahren eingeleitet, f&uuml;r die Jahre 1998 und 1999 wurden die eingeleiteten Steuerstrafverfahren gegen den Kl&auml;ger am 8.&nbsp;Dezember 2005 nach &sect;&nbsp;153a Abs.&nbsp;1 der Strafprozessordnung (StPO) gegen eine Auflage in H&ouml;he von 350.000&nbsp;EUR und gegen die Kl&auml;gerin am 12.&nbsp;September 2005 nach &sect;&nbsp;153 StPO eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch der Kl&auml;ger gegen den Einkommensteuerbescheid vom 13.&nbsp;Januar 2004 hatte keinen Erfolg; vielmehr wurde die Einkommensteuer auf 122.258,07&nbsp;EUR (239.116&nbsp;DM) erh&ouml;ht (Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn des Kl&auml;gers 900.000&nbsp;DM).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobene Klage hat das Finanzgericht (FG) abgewiesen. Auf die begr&uuml;ndete Revision der Kl&auml;ger hat der Bundesfinanzhof &#8211;BFH&#8211; (Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 2012 IX&nbsp;R&nbsp;33\/11, BFH\/NV 2013, 1057) dieses Urteil im ersten Rechtsgang aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen. Die finanzgerichtlichen Feststellungen trugen die Annahme einer Festsetzungsfrist von zehn Jahren (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO) wegen Steuerhinterziehung nicht (&sect;&nbsp;370 AO). Die regul&auml;re Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO sei abgelaufen; ihr Ablauf sei nicht nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO gehemmt gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 1891 ver&ouml;ffentlichten Urteil im zweiten Rechtsgang wiederum abgewiesen. Der vom Kl&auml;ger beim Verkauf eines Teils seiner Anteile an der AG am 14.&nbsp;M&auml;rz 1996 erzielte Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von 900.000&nbsp;DM sei zu versteuern, weil er am Kapital wesentlich i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG beteiligt gewesen sei. Im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einkommensteuerbescheids vom 13.&nbsp;Januar 2004 sei die vierj&auml;hrige Festsetzungsfrist wegen &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO noch nicht abgelaufen gewesen, so dass es auf die Frage, ob sich die Festsetzungsfrist aufgrund einer Steuerhinterziehung verl&auml;ngere, nicht ankomme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts. Das angefochtene Urteil beruhe insbesondere auf dem Verfahrensmangel, dass sich das FG nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;5 der Finanzgerichtsordnung (FGO) an die rechtliche Beurteilung durch den BFH im Verfahren IX&nbsp;R&nbsp;33\/11 gehalten habe; der BFH habe ausdr&uuml;cklich festgestellt, dass die regul&auml;re Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO abgelaufen und ihr Ablauf nicht nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO gehemmt gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des FG und den Einkommensteuerbescheid 1996 vom 13.&nbsp;Januar 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2007 aufzuheben und die Einkommensteuer auf 15.286&nbsp;DM festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO). Die Vorentscheidung verletzt die Bindungswirkung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;5 FGO) des im ersten Rechtsgang erlassenen Revisionsurteils.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das Gericht, an das die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen ist, hat nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;5 FGO seiner Entscheidung die rechtliche Beurteilung des BFH zugrunde zu legen. Geschieht dies nicht, ohne dass eine Ausnahme von der Bindungswirkung vorliegt, handelt es sich um einen Verfahrensmangel (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 20.&nbsp;Februar 1991 II&nbsp;B&nbsp;85\/90, BFH\/NV 1992, 43; vom 8.&nbsp;Januar 1998 VII&nbsp;B&nbsp;102\/97, BFH\/NV 1998, 729; vom 28.&nbsp;Januar 2008 V&nbsp;B&nbsp;63\/07, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der erkennende Senat hat in seinem Urteil im ersten Rechtsgang (in BFH\/NV 2013, 1057) zur Frage der Ablaufhemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO entschieden. Danach ist die regul&auml;re Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO abgelaufen; ihr Ablauf ist nicht nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO gehemmt gewesen. Daran ist das FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;5 FGO gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat gegen die Bindungswirkung des genannten Revisionsurteils (in BFH\/NV 2013, 1057) versto&szlig;en, indem es unter Annahme einer Hemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;5 AO den Ablauf der regul&auml;ren Festsetzungsfrist verneint hat, so dass einer &Auml;nderung der bestandskr&auml;ftigen Einkommensteuerfestsetzung vom 4.&nbsp;August 1998 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 AO die Festsetzungsverj&auml;hrung nicht entgegengestanden habe. Nach dem Revisionsurteil (in BFH\/NV 2013, 1057) sollte und durfte das FG nur noch pr&uuml;fen, ob die f&uuml;r eine Festsetzungsfrist von zehn Jahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO erforderliche Steuerhinterziehung festgestellt werden kann. Dies hat das FG dahin gestellt sein lassen und damit seiner Entscheidung gerade nicht die rechtliche Beurteilung des BFH zugrunde gelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Bindung entf&auml;llt nur dann, wenn sich im zweiten Rechtsgang ein anderer Sachverhalt ergibt oder wenn nach der Zur&uuml;ckverweisung eine r&uuml;ckwirkende Gesetzes&auml;nderung oder eine &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung eintritt (Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes &#8211;GmS-OGB&#8211; vom 6.&nbsp;Februar 1973 GmS-OGB 1\/72, BFHE 109, 206). Derartige Ausnahmef&auml;lle liegen im Streitfall nicht vor. Insbesondere hat sich nicht aufgrund neuer Feststellungen des FG im zweiten Rechtsgang der Sachverhalt ge&auml;ndert. Die Tatsache, dass der Fahndungspr&uuml;fer dem Berater des Kl&auml;gers im Februar 2002 den Entwurf eines Berichts &uuml;bermittelt hatte, in welchem die Anteilsver&auml;u&szlig;erung des Kl&auml;gers von M&auml;rz 1996 dargestellt war (s. Einspruchsentscheidung des FA vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2007, Seite&nbsp;17, letzter Absatz), stand bereits im ersten Rechtsgang fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Grunds&auml;tzlich im selben Umfang wie das FG ist auch der erkennende Senat an die dem zur&uuml;ckverweisenden Urteil zugrunde liegende Rechtsauffassung gebunden (sog. Selbstbindung des Revisionsgerichts im zweiten Rechtsgang; vgl. z.B. GmS-OGB-Beschluss in BFHE 109, 206, und Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 4.&nbsp;Oktober 1973 GrS&nbsp;8\/70, BFHE 110, 322, BStBl II 1974, 12). Diese Bindung ist unabh&auml;ngig davon, ob das Urteil formell- oder materiell-rechtlich richtig ist (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1980 I&nbsp;B&nbsp;11\/80, BFHE 130, 17, BStBl II 1980, 334; vom 2.&nbsp;Mai 1997 I&nbsp;B&nbsp;117\/96, BFH\/NV 1998, 18). Das angefochtene Urteil des FG ist daher aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist nicht spruchreif. Da die regul&auml;re Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO abgelaufen ist, durfte der &Auml;nderungsbescheid vom 13.&nbsp;Januar 2004 nur ergehen, wenn die Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO wegen einer Steuerhinterziehung des Kl&auml;gers und\/oder der Kl&auml;gerin auf zehn Jahre verl&auml;ngert war. Auch im Fall der Zusammenveranlagung von Ehegatten ist die Frage, ob Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten ist, f&uuml;r jeden Ehegatten gesondert zu pr&uuml;fen (BFH-Urteile vom 25.&nbsp;April 2006 X&nbsp;R&nbsp;42\/05, BFHE 212, 421, BStBl II 2007, 220; vom 17.&nbsp;November 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;68\/13, BFHE 252, 210, BStBl II 2016, 571). Im dritten Rechtsgang wird das FG die fehlenden Feststellungen hinsichtlich einer etwaigen Steuerhinterziehung des Kl&auml;gers und\/oder der Kl&auml;gerin nachzuholen haben. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird hierzu auf die Ausf&uuml;hrungen im Senatsurteil in BFH\/NV 2013, 1057, unter II.2. verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.11.2017, IX R 35\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.081117.IXR35.15.0 Versto&szlig; gegen die Bindungswirkung (&sect; 126 Abs. 5 FGO) eines zur&uuml;ckverweisenden Revisionsurteils des BFH Leits&auml;tze 1. NV: Das FG, an das die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen ist, hat seiner Entscheidung die rechtliche Beurteilung des BFH zugrunde zu legen. 2. NV: Das FG ist nur dann &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-35-15-verstoss-gegen-die-bindungswirkung-par-126-abs-5-fgo-eines-zurueckverweisenden-revisionsurteils-des-bfh\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;35\/15 &#8211; Versto&szlig; gegen die Bindungswirkung (&sect; 126 Abs. 5 FGO) eines zur&uuml;ckverweisenden Revisionsurteils des BFH<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68974","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68974","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68974"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68974\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68974"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68974"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68974"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}