{"id":68975,"date":"2018-02-14T11:11:55","date_gmt":"2018-02-14T09:11:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68975"},"modified":"2018-02-14T11:11:55","modified_gmt":"2018-02-14T09:11:55","slug":"ix-r-32-16-dauertestamentsvollstreckung-veranlassung-der-kosten-durch-die-erzielung-von-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-32-16-dauertestamentsvollstreckung-veranlassung-der-kosten-durch-die-erzielung-von-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;32\/16 &#8211; Dauertestamentsvollstreckung &#8211; Veranlassung der Kosten durch die Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.11.2017, IX R 32\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.081117.IXR32.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Dauertestamentsvollstreckung &#8211; Veranlassung der Kosten durch die Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Kosten f&uuml;r eine auf Dauer angelegte Testamentsvollstreckung k&ouml;nnen bei den aus der Verwaltung des Nachlasses erzielten Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung als Werbungskosten abgezogen werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Werden aus der Verwaltung des Nachlasses noch andere Eink&uuml;nfte erzielt, kommt eine Aufteilung der Kosten nach dem anteiligen Zeitaufwand des Testamentsvollstreckers nicht in Betracht, wenn sich der Anspruch des Testamentsvollstreckers nach dem Nachlasswert bemisst.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. F&uuml;r die Aufteilung der einheitlichen Kosten der Testamentsvollstreckung auf verschiedene Einkunftsarten kommt es auf die Zusammensetzung des Nachlasses im jeweiligen Veranlagungszeitraum an.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 14. Dezember 2015&nbsp;&nbsp;10 K 2700\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist Alleinerbin ihrer im Juni 2002 verstorbenen Mutter. Im Nachlass befanden sich zwei vermietete Mehrfamilienh&auml;user und umfangreiches Kapitalverm&ouml;gen. Die Erblasserin hatte Testamentsvollstreckung f&uuml;r die Dauer von 20&nbsp;Jahren angeordnet und bestimmt, dass der Testamentsvollstrecker als Verg&uuml;tung f&uuml;r jedes Jahr 1,5&nbsp;% vom Bruttonachlass erhalten solle. Der Nachlass hatte im Zeitpunkt des Erbfalls einen Bruttowert von &uuml;ber 5&nbsp;Mio.&nbsp;EUR. Davon entfielen 19,33&nbsp;% auf den Grundbesitz und 80,67&nbsp;% auf das Kapitalverm&ouml;gen. Der Testamentsvollstrecker berechnete der Kl&auml;gerin von Anfang an monatlich 5.000&nbsp;EUR zuz&uuml;gl. Umsatzsteuer und bestimmte selbst den Zeitpunkt der F&auml;lligkeit. Dadurch kam es zu unterschiedlich hohen j&auml;hrlichen Belastungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und ihr Ehemann, der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), machten die Verg&uuml;tung des Testamentsvollstreckers als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen und bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung geltend und teilten sie zun&auml;chst (bis 2008) nach dem Verh&auml;ltnis der Nachlasswerte im Zeitpunkt des Erbfalls auf. So verfuhren sie auch im Streitjahr 2009. In ihren Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r 2010 und 2011 machten die Kl&auml;ger 90&nbsp;% der Aufwendungen f&uuml;r die Testamentsvollstreckung bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung geltend (jeweils 45&nbsp;% bei den beiden Objekten).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Kl&auml;ger im Streitjahr 2009 erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;. Dagegen legten die Kl&auml;ger Einspruch ein und begehrten die Ber&uuml;cksichtigung von 90&nbsp;% der Aufwendungen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung. 90&nbsp;% der vom Testamentsvollstrecker aufgewandten Zeit entfielen auf die Verwaltung der Mehrfamilienh&auml;user. In den Streitjahren 2010 und 2011 wich das FA von der Erkl&auml;rung insofern ab, als es die Geb&uuml;hren f&uuml;r die Testamentsvollstreckung nach dem urspr&uuml;nglichen Schl&uuml;ssel verteilte und bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung lediglich 19,33&nbsp;% ber&uuml;cksichtigte. Dagegen legten die Kl&auml;ger Einspr&uuml;che ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Teileinspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;Juli 2014 wies das FA alle drei Einspr&uuml;che als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck vorbehaltlich der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit von &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Die Verg&uuml;tung f&uuml;r die Testamentsvollstreckung f&uuml;hre zu Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung sowie aus Kapitalverm&ouml;gen. Sie sei deshalb aufzuteilen. Der H&ouml;he nach richte sie sich nach dem Wert des Bruttonachlasses im Zeitpunkt des Erbfalls. Ma&szlig;geblich seien deshalb die damaligen Wertverh&auml;ltnisse. Weder komme es auf den Zeitaufwand noch auf die Entwicklung der Nachlasswerte an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die dagegen gerichtete Klage abgewiesen. Aufwendungen, die mit mehreren Einkunftsarten in Zusammenhang st&uuml;nden, seien &quot;nach der Veranlassung der Aufwendungen&quot; zuzuordnen. Bei Anwendung dieses Grundsatzes entfielen 19,33&nbsp;% der Verg&uuml;tung f&uuml;r die Testamentsvollstreckung auf die Vermietungseink&uuml;nfte, denn die Verg&uuml;tung des Testamentsvollstreckers richte sich allein nach dem Wert des Nachlasses und den Wertverh&auml;ltnissen im Zeitpunkt des Erbfalls.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision erheben die Kl&auml;ger die Sachr&uuml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und die Einkommensteuer unter Ab&auml;nderung der angefochtenen Bescheide auf den Betrag festzusetzen, der sich ergibt, wenn jeweils 90&nbsp;% der Gesamtverg&uuml;tung f&uuml;r den Testamentsvollstrecker bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung abgezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben &uuml;bereinstimmend auf die Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die einheitliche Verg&uuml;tung f&uuml;r die Testamentsvollstreckung zu Unrecht nach den Wertverh&auml;ltnissen im Zeitpunkt des Erbfalls aufgeteilt und eine davon abweichende Aufteilung abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ohne Rechtsfehler ist das FG davon ausgegangen, dass die Verg&uuml;tung f&uuml;r eine auf Dauer angelegte Testamentsvollstreckung (&sect;&nbsp;2209 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;) zu Werbungskosten oder Betriebsausgaben bei den aus dem Nachlass erzielten steuerbaren Eink&uuml;nften f&uuml;hren kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) geh&ouml;ren Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Erbfall und dem &Uuml;bergang des Verm&ouml;gens des Erblassers auf den Erben stehen, grunds&auml;tzlich zum steuerlich unbeachtlichen privaten Verm&ouml;gensbereich. Bei den Kosten der Testamentsvollstreckung kommt es auf die Art und den Zweck der T&auml;tigkeit an, die der Testamentsvollstrecker im Einzelfall ausf&uuml;hrt (BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Juni 1978 IV&nbsp;R&nbsp;36\/73, BFHE 125, 175, BStBl II 1978, 499). Aufwendungen f&uuml;r eine auf Auseinandersetzung angelegte Testamentsvollstreckung f&uuml;hren grunds&auml;tzlich nicht zu Betriebsausgaben oder Werbungskosten (vgl. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Januar 1980 VIII&nbsp;R&nbsp;47\/77, BFHE 130, 22, BStBl II 1980, 351). Dagegen stehen die Ma&szlig;nahmen der Verwaltungsvollstreckung mit den aus dem Nachlass zu erzielenden Einnahmen in wirtschaftlichem Zusammenhang und k&ouml;nnen je nach Einkunftsart entweder als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben ber&uuml;cksichtigt werden (BFH-Urteil in BFHE 130, 22, BStBl II 1980, 351).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall war Dauertestamentsvollstreckung angeordnet. Die Aufgabe des Testamentsvollstreckers bestand im Hinblick auf die hier allein streitigen Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung in der ordnungsgem&auml;&szlig;en Verwaltung des Nachlasses (vgl. &sect;&nbsp;2216 Abs.&nbsp;1 BGB). Der Testamentsvollstrecker hatte insofern &auml;hnliche Aufgaben wie ein Hausverwalter. Die daf&uuml;r anfallenden Kosten f&uuml;hren bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu Werbungskosten (ebenso Bl&uuml;mich\/Schallmoser, &sect;&nbsp;21 Rz&nbsp;400 &quot;Hausmeister\/Hausverwalter&quot;; Nacke in Littmann\/ Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;21 Anh&nbsp;2 &quot;Hausverwalter&quot;; von Bornhaupt, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;B850 &quot;Hausverwalter&quot;; G&auml;nger in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;21 EStG Rz&nbsp;201 &quot;Verwaltungskosten&quot;). Soweit dem Hausverwalter auch die Erhaltung der Substanz obliegt, dient dies vor allem der im Vordergrund stehenden Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung. Eine Aufteilung findet insofern nicht statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entsprechendes gilt f&uuml;r die Veranlassung der Verg&uuml;tung durch die Erzielung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen (vgl. von Bornhaupt, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;B738). Auch insofern f&uuml;hren die Geb&uuml;hren f&uuml;r eine Dauertestamentsvollstreckung zu Werbungskosten, die allerdings seit 2009 nicht mehr abgezogen werden d&uuml;rfen (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG). Davon ist das FG ebenfalls zu Recht ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Werbungskosten sind bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie erwachsen sind (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG). Ma&szlig;geblich ist insoweit der Veranlassungszusammenhang. Sind Aufwendungen durch mehrere Einkunftsarten veranlasst, sind sie nach Ma&szlig;gabe ihrer jeweiligen Veranlassung auf die Einkunftsarten aufzuteilen (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Juni 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;76\/05, BFHE 222, 313, BStBl II 2008, 937). Ist eine anteilige Zuordnung nicht m&ouml;glich, sind sie der Einkunftsart zuzuordnen, die im Vordergrund steht und die Beziehungen zu den anderen Eink&uuml;nften verdr&auml;ngt. Ma&szlig;gebend sind insoweit die Gesamtumst&auml;nde des jeweiligen Einzelfalls (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;April 2016 I&nbsp;R&nbsp;61\/14, BFHE 253, 348, BStBl II 2017, 48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze auf den Streitfall ist die einheitliche Verg&uuml;tung f&uuml;r die Testamentsvollstreckung in erster Linie veranlasst durch die H&ouml;he des Verwaltungsverm&ouml;gens, denn danach richtet sich der Anspruch des Testamentsvollstreckers. Ohne Erfolg begehrt die Revision dagegen eine Aufteilung nach dem Zeitaufwand des Testamentsvollstreckers. Es bedarf keiner Entscheidung, ob eine Verg&uuml;tung nach Zeitaufwand der gesetzlichen Regelung entsprechen w&uuml;rde (vgl. M&uuml;nchKommBGB\/Zimmermann, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;2221 Rz&nbsp;17b), denn jedenfalls wird der gesetzliche Anspruch im Streitfall durch die testamentarische Anordnung verdr&auml;ngt, wonach der Verwalter eine Verg&uuml;tung in H&ouml;he von 1,5&nbsp;% des Bruttonachlasses verlangen kann. Eine Aufteilung nach der H&ouml;he der Eink&uuml;nfte ist danach ebenfalls ausgeschlossen. Die Revision hat aber aus anderen Gr&uuml;nden Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nicht zu folgen vermag der Senat dem FG in der Annahme, dass die Aufteilung der einheitlichen Verg&uuml;tung auf die einzelnen Einkunftsarten vorgegeben sei durch die historische Zusammensetzung des Nachlasses im Zeitpunkt des Erbfalls. Zwar verstehen die Kl&auml;gerin und der Testamentsvollstrecker die testamentarische Anordnung &uuml;bereinstimmend so, dass der Anspruch des Testamentsvollstreckers f&uuml;r alle Jahre der H&ouml;he nach begrenzt ist auf den Wert des gesamten Nachlasses im Zeitpunkt des Erbfalls, so dass der Testamentsvollstrecker von einer positiven Entwicklung des Nachlassverm&ouml;gens nicht profitieren kann. Daraus l&auml;sst sich indes nicht ableiten, wie die einheitliche Verg&uuml;tung auf verschiedene Einkunftsarten aufzuteilen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der ma&szlig;gebliche Veranlassungszusammenhang ist nicht statisch zu verstehen. Zu ber&uuml;cksichtigen ist vielmehr die Zusammensetzung des Nachlasses in jedem einzelnen Veranlagungszeitraum. Insofern pr&auml;gt auch die tats&auml;chlich vom Testamentsvollstrecker entfaltete T&auml;tigkeit den Veranlassungszusammenhang (BFH-Urteil in BFHE 125, 175, BStBl II 1978, 499). Es bedarf keiner Entscheidung, ob stets auf die Zusammensetzung des Nachlasses am Ende des jeweiligen Veranlagungszeitraums oder auf seine &uuml;ber den Veranlagungszeitraum gewichtete Zusammensetzung abzustellen ist. Dies h&auml;ngt von den Umst&auml;nden im Einzelfall ab, insbesondere davon, wie h&auml;ufig und in welchem Umfang sich die Zusammensetzung des Nachlasses ge&auml;ndert hat. &Uuml;ber die Zusammensetzung des Nachlasses kann die Kl&auml;gerin dem FA Auskunft erteilen. F&uuml;r den Fall, dass Sie nicht &uuml;ber die dazu n&ouml;tigen Informationen verf&uuml;gt, stehen Ihr gegen den Testamentsvollstrecker entsprechende Informationsanspr&uuml;che zu. Im Hinblick darauf ist eine Sch&auml;tzung untunlich. Abzustellen ist auf die Verkehrswerte des im Nachlass befindlichen Verm&ouml;gens. Soweit diese Werte im Einzelfall nicht sicher genug ermittelt werden k&ouml;nnen, sind (nur) sie zu sch&auml;tzen (&sect;&nbsp;162 der Abgabenordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Gegenansicht widerspricht nicht nur dem Abschnittsprinzip (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;7, &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 EStG), sie kann auch zu rechtlich nicht haltbaren Ergebnissen f&uuml;hren. H&auml;tten sich im Zeitpunkt des Erbfalls nur Immobilien im Nachlass befunden, k&ouml;nnte die einheitliche Verg&uuml;tung nach dieser Ansicht auch dann noch in voller H&ouml;he abgezogen werden, wenn sich sp&auml;ter nur noch Kapitalverm&ouml;gen im Nachlass befindet. Das w&uuml;rde &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG widersprechen. Im umgekehrten Fall w&auml;re der Werbungskostenabzug wegen &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 Satz&nbsp;1 EStG ab 2009 vollst&auml;ndig ausgeschlossen, auch wenn sich im Nachlass nur noch Immobilien befinden. Das widerspr&auml;che dem objektiven Nettoprinzip.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Sein Urteil kann keinen Bestand haben. Die Sache ist nicht spruchreif. Von seinem Standpunkt aus zu Recht hat das FG bisher nicht ermittelt, wie sich der Nachlass in den Streitjahren zusammengesetzt hat. Die erforderlichen tats&auml;chlichen Feststellungen kann der Senat nicht selbst treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.11.2017, IX R 32\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.081117.IXR32.16.0 Dauertestamentsvollstreckung &#8211; Veranlassung der Kosten durch die Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung Leits&auml;tze 1. Kosten f&uuml;r eine auf Dauer angelegte Testamentsvollstreckung k&ouml;nnen bei den aus der Verwaltung des Nachlasses erzielten Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung als Werbungskosten abgezogen werden. 2. 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