{"id":68981,"date":"2018-02-14T11:06:34","date_gmt":"2018-02-14T09:06:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68981"},"modified":"2018-02-14T11:09:18","modified_gmt":"2018-02-14T09:09:18","slug":"vi-b-53-17-unterhaltsaufwendungen-als-aussergewoehnliche-belastung-klaerungsfaehigkeit-einer-rechtsfrage-pflicht-zur-einholung-eines-zweitgutachtens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-53-17-unterhaltsaufwendungen-als-aussergewoehnliche-belastung-klaerungsfaehigkeit-einer-rechtsfrage-pflicht-zur-einholung-eines-zweitgutachtens\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;53\/17 &#8211; Unterhaltsaufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Kl&auml;rungsf&auml;higkeit einer Rechtsfrage &#8211; Pflicht zur Einholung eines Zweitgutachtens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.12.2017, VI B 53\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.081217.VIB53.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Unterhaltsaufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Kl&auml;rungsf&auml;higkeit einer Rechtsfrage &#8211; Pflicht zur Einholung eines Zweitgutachtens<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Es ist in der Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl&auml;rt, dass unverwertbares Verm&ouml;gen bei der Anwendung des &sect; 33a Abs. 1 Satz 3 EStG unber&uuml;cksichtigt zu bleiben hat. Eine generelle Unverwertbarkeit kann dabei nur angenommen werden, wenn aus tats&auml;chlichen oder rechtlichen Gr&uuml;nden eine Verwertung des Verm&ouml;gens ausgeschlossen ist. An der Verwertbarkeit des Verm&ouml;gens kann es daher fehlen, wenn der Unterhaltsempf&auml;nger nicht in der Lage ist, die Verwertung innerhalb einer feststehenden Zeitspanne durch eigenes Handeln herbeizuf&uuml;hren.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Eine Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsf&auml;hig, wenn sie auf der Grundlage der nach &sect; 118 Abs. 2 FGO bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG nicht entscheidungserheblich ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Hat das FG zu einer entscheidungserheblichen Frage bereits ein Sachverst&auml;ndigengutachten eingeholt, ist es nur dann zur Einholung eines Zweitgutachtens verpflichtet, wenn die bisherigen gutachterlichen Stellungnahmen nicht dem Stand der Wissenschaft entsprechen, widerspr&uuml;chlich oder von unsachlichen Erw&auml;gungen getragen sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 13. Dezember 2016 7 K 177\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) oder zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO oder erfordert eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts als Unterfall des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Dabei muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in dem angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Mai 2012 VI&nbsp;B&nbsp;120\/11, BFH\/NV 2012, 1438, und vom 20.&nbsp;Oktober 2015 IV&nbsp;B&nbsp;80\/14, BFH\/NV 2016, 168).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Rechtsfrage ist kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, wenn ihre Beantwortung zu Zweifeln Anlass gibt, so dass mehrere L&ouml;sungen vertretbar sind (BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;November 2015 VII&nbsp;B&nbsp;57\/15, BFH\/NV 2016, 372). Dazu ist auszuf&uuml;hren, ob und in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Rechtsfrage umstritten ist und deshalb eine h&ouml;chstrichterliche Kl&auml;rung &uuml;ber die materiell-rechtliche Beurteilung des Streitfalles hinaus f&uuml;r die Allgemeinheit Bedeutung hat (BFH-Beschl&uuml;sse vom 5.&nbsp;Juni 2013 XI&nbsp;B&nbsp;116\/12, BFH\/NV 2013, 1640, und vom 24.&nbsp;Februar 2014 XI&nbsp;B&nbsp;15\/13, BFH\/NV 2014, 839, jeweils m.w.N.). An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der Rechtsfrage fehlt es demgegen&uuml;ber, wenn sie durch die Rechtsprechung des BFH bereits hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar oder vorgetragen sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung dieser Frage durch den BFH geboten erscheinen lassen (BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Mai 1999 IX&nbsp;B&nbsp;38\/99, BFHE 188, 395, BStBl II 1999, 587). Andererseits reicht der blo&szlig;e Vortrag, der BFH habe eine bestimmte Rechtsfrage noch nicht entschieden, f&uuml;r die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung nicht aus (BFH-Beschl&uuml;sse vom 12.&nbsp;Mai 2010 IV&nbsp;B&nbsp;19\/09, BFH\/NV 2010, 1480, und vom 20.&nbsp;April 2000 V&nbsp;B&nbsp;156\/99, BFH\/NV 2000, 1347).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin meint, die Frage, &quot;ob bei einer bestehenden &#8230; Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkung dennoch &#8218;verwertbares Verm&ouml;gen&#8216; vorliegt, wenn diese Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkung nicht an einer Ver&auml;u&szlig;erung des Verm&ouml;gensgegenstandes &#8218;auf Termin&#8216; hindert&quot;, erfordere eine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin legt aber nicht dar, inwiefern die Beantwortung dieser Frage zu Zweifeln Anlass gibt und ob, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Rechtsfrage umstritten ist. Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt insoweit lediglich ihre eigene Rechtsauffassung vor. Sie setzt sich auch nicht hinreichend mit der zu dieser Frage bereits vorliegenden h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung auseinander und zeigt nicht auf, warum eine erneute Entscheidung des BFH geboten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So hat der BFH bereits entschieden, dass unverwertbares Verm&ouml;gen bei der Anwendung des &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) unber&uuml;cksichtigt zu bleiben hat (BFH-Urteile vom 29.&nbsp;Mai 2008 III&nbsp;R&nbsp;48\/05, BFHE 221, 221, BStBl II 2009, 361, und vom 30.&nbsp;Juni 2010 VI&nbsp;R&nbsp;35\/09, BFHE 230, 538, BStBl II 2011, 267). Eine generelle Unverwertbarkeit kann dabei aber nur angenommen werden, wenn aus tats&auml;chlichen oder rechtlichen Gr&uuml;nden eine Verwertung des Verm&ouml;gens ausgeschlossen ist (Senatsurteil in BFHE 230, 538, BStBl II 2011, 267). Aus dem BFH-Urteil in BFHE 221, 221, BStBl II 2009, 361 ergibt sich ferner, dass es an der Verwertbarkeit des Verm&ouml;gens fehlen kann, wenn der Unterhaltsempf&auml;nger nicht in der Lage ist, die Verwertung innerhalb einer feststehenden Zeitspanne durch eigenes Handeln herbeizuf&uuml;hren. Im &Uuml;brigen sind Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkungen von der Rechtsprechung des BFH als wertbeeinflussende Faktoren anerkannt (BFH-Urteil in BFHE 221, 221, BStBl II 2009, 361). Auf der Grundlage der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung kann die von der Kl&auml;gerin aufgeworfene Frage damit bejaht und eindeutig so beantwortet werden, wie es auch das Finanzgericht (FG) getan hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin ist ferner der Auffassung, eine Entscheidung des BFH sei zu der Frage erforderlich, &quot;ob verwertbares Verm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 [Satz&nbsp;3 in der in den Streitjahren geltenden Fassung des] EStG auch dann vorliegt, wenn die Verwertung des Verm&ouml;gens dazu f&uuml;hrt, dass der Verm&ouml;gensgegenstand von dem Unterhaltsverpflichteten wieder zur&uuml;ckgefordert werden kann&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Frage w&auml;re in dem von der Kl&auml;gerin angestrebten Revisionsverfahren allerdings schon nicht kl&auml;rbar. Eine Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsf&auml;hig, wenn sie auf der Grundlage der nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen der Vorinstanz nicht entscheidungserheblich ist (BFH-Beschl&uuml;sse vom 8.&nbsp;April 2004 VII&nbsp;B&nbsp;110\/03, BFH\/NV 2004, 1310; vom 4.&nbsp;November 2009 VI&nbsp;B&nbsp;43\/09, BFH\/NV 2010, 852, und vom 27.&nbsp;September 2010 II&nbsp;B&nbsp;164\/09, BFH\/NV 2011, 193).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vorgenannte Rechtsfrage k&ouml;nnte sich allenfalls unter Zugrundelegung eines vom FG nicht festgestellten Sachverhalts stellen. Denn die tats&auml;chlichen Feststellungen der Vorinstanz, an die der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO auch in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren gebunden w&auml;re, lassen nicht den Schluss auf die Rechtsfolge zu, dass die Kl&auml;gerin als Unterhaltsverpflichtete zur R&uuml;ckforderung der GmbH-Beteiligung berechtigt w&auml;re, falls ihre unterhaltsberechtigte Tochter die GmbH-Beteiligung &quot;auf Termin&quot; ver&auml;u&szlig;ert h&auml;tte. Die Rechtsausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin, nach denen sie im Falle der Verwertung der GmbH-Beteiligung durch ihre Tochter zur R&uuml;ckforderung der Beteiligung berechtigt gewesen sei, sind durch den vom FG festgestellten Sachverhalt nicht gedeckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der von der Kl&auml;gerin aufgeworfenen Frage, &quot;ob auch dann &uuml;ber steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollst&auml;ndige Angaben gemacht werden, wenn der betreffende Steuerpflichtige im Rahmen einer Bewertung zu dem Ergebnis gekommen ist, die von ihm abgegebene Bewertung sei zutreffend&quot;, kommt ebenfalls keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin legt nicht dar, inwiefern diese Frage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig sein soll. Sie setzt sich insbesondere nicht mit der Rechtsprechung des BFH zum Vorliegen einer leichtfertigen Steuerverk&uuml;rzung (&sect;&nbsp;378 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) und zur Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO auseinander. Zudem w&auml;re die von der Kl&auml;gerin aufgeworfene Frage in einem Revisionsverfahren auch nicht kl&auml;rbar. Denn das FG hat &#8211;f&uuml;r den Senat bindend (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO)&#8211; festgestellt, es sei der Kl&auml;gerin bewusst gewesen, dass sie die GmbH-Beteiligung ihrer Tochter in ihrer Steuererkl&auml;rung h&auml;tte angeben m&uuml;ssen, und sie h&auml;tte erkennen k&ouml;nnen, dass durch das Verschweigen der Beteiligung Steuern verk&uuml;rzt werden konnten. Das FG hat auch den Vortrag der Kl&auml;gerin, sie habe sich &uuml;ber den Wert der GmbH-Beteiligung in einem Rechtsirrtum befunden, nicht als glaubhaft angesehen. An diese W&uuml;rdigung des Sachverhalts durch die Vorinstanz w&auml;re der Senat in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO ebenfalls gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zuzulassen, soweit sich die Kl&auml;gerin explizit auf offensichtliche Rechtsfehler der finanzgerichtlichen Entscheidung beruft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO ist die Revision zur Sicherung der Rechtseinheit zwar auch dann zuzulassen, wenn die angefochtene Entscheidung des FG in einem Ma&szlig;e fehlerhaft ist, dass das Vertrauen in die Rechtsprechung nur durch eine h&ouml;chstrichterliche Korrektur wiederhergestellt werden k&ouml;nnte (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2010 X&nbsp;B&nbsp;118\/09, BFH\/NV 2010, 1277, m.w.N.). Diese Voraussetzung ist erf&uuml;llt bei einem offensichtlichen materiellen und formellen Rechtsfehler von erheblichem Gewicht, der die Entscheidung der Vorinstanz als willk&uuml;rlich oder greifbar gesetzwidrig erscheinen l&auml;sst. Vorliegen kann dies etwa, wenn das FG eine offensichtlich einschl&auml;gige entscheidungserhebliche Vorschrift &uuml;bersehen hat, das Urteil jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt oder auf einer offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widersprechenden Gesetzesauslegung beruht. Ferner kann ein gravierender Rechtsanwendungsfehler auch vorliegen, wenn das FG bei der Auslegung einer Willenserkl&auml;rung anerkannte Auslegungsgrunds&auml;tze in einem Ma&szlig;e au&szlig;er Acht l&auml;sst, dass seine Entscheidung nicht mehr nachvollziehbar erscheint (BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2014 IX&nbsp;B&nbsp;159\/13, BFH\/NV 2014, 888).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG-Urteil enth&auml;lt solche gravierenden Rechtsfehler entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin nicht. Insbesondere verst&ouml;&szlig;t die Annahme des FG, die Tochter der Kl&auml;gerin habe die GmbH-Beteiligung &quot;auf Termin&quot; ver&auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen, nicht &#8211;wie die Kl&auml;gerin meint&#8211; gegen &quot;elementarste Grunds&auml;tze des Schuldrechts&quot;. Vielmehr hat die Kl&auml;gerin ausweislich des Tatbestandes des FG-Urteils selbst vorgetragen, ihre Tochter habe &quot;sich mit Aufhebung der Treuhandvereinbarung schriftlich verpflichtet, die Anteile nicht innerhalb der Behaltefrist des &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;5&quot; des Erbschaftsteuergesetzes zu ver&auml;u&szlig;ern. Diesen Vortrag der Kl&auml;gerin hat das FG in den Entscheidungsgr&uuml;nden als wahr unterstellt und ist von einem f&uuml;nfj&auml;hrigen Ver&auml;u&szlig;erungsverbot ausgegangen. Dies l&auml;sst keine greifbare Gesetzwidrigkeit oder gar eine Willk&uuml;rlichkeit der angefochtenen Entscheidung erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dem FG ist auch der ger&uuml;gte Verfahrensfehler i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO nicht unterlaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar kann der Verzicht auf die Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht i.S. des &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO beinhalten, sofern dem FG die erforderliche eigene Sachkunde fehlt (BFH-Beschl&uuml;sse vom 5.&nbsp;Mai 2004 VIII&nbsp;B&nbsp;107\/03, BFH\/NV 2004, 1533, und vom 5.&nbsp;November 2013 VI&nbsp;B&nbsp;86\/13, BFH\/NV 2014, 360).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat das FG seine Sachaufkl&auml;rungspflicht aber nicht verletzt. Es hat entsprechend dem Senatsbeschluss in BFH\/NV 2014, 360 ein Sachverst&auml;ndigengutachten &uuml;ber den Wert der GmbH-Beteiligung eingeholt. Dabei hat es sich mit den &Auml;u&szlig;erungen des Sachverst&auml;ndigen auseinandergesetzt, diese einer eigenen kritischen W&uuml;rdigung unterzogen und daraus den Schluss gezogen, dass der Wert der GmbH-Beteiligung erheblich &uuml;ber dem Betrag gelegen habe, bei dem noch von einem geringen Verm&ouml;gen i.S. von &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG auszugehen sei. Diese Beurteilung ist im Streitfall nicht nur m&ouml;glich, sondern sogar naheliegend, sie leidet weder unter Verfahrensfehlern noch unter einem Versto&szlig; gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass das FG kein weiteres Sachverst&auml;ndigengutachten eingeholt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r die Einholung eines weiteren Gutachtens h&auml;tte nur dann Anlass bestanden, wenn die bisherigen gutachterlichen Stellungnahmen nicht dem Stand der Wissenschaft entsprochen h&auml;tten, widerspr&uuml;chlich oder von unsachlichen Erw&auml;gungen getragen worden w&auml;ren (BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2004, 1533, und vom 31.&nbsp;Oktober 2002 XI&nbsp;B&nbsp;43\/02, BFH\/NV 2003, 626). Derartige Anhaltspunkte sind jedoch nicht erkennbar. Zwar hat die Kl&auml;gerin behauptet, das Gutachten des Sachverst&auml;ndigen entspreche nicht dem Stand der Wissenschaft. Sie hat diese Behauptung aber in keiner Weise substantiiert. Inhaltlich wendet sie sich mit der R&uuml;ge, das FG h&auml;tte ein weiteres Sachverst&auml;ndigengutachten einholen m&uuml;ssen, vielmehr gegen die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung des FG. Auf die R&uuml;ge der fehlerhaften Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung kann ein Verfahrensmangel aber nicht gest&uuml;tzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung wird abgesehen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.12.2017, VI B 53\/17ECLI:DE:BFH:2017:B.081217.VIB53.17.0 Unterhaltsaufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Kl&auml;rungsf&auml;higkeit einer Rechtsfrage &#8211; Pflicht zur Einholung eines Zweitgutachtens Leits&auml;tze 1. NV: Es ist in der Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl&auml;rt, dass unverwertbares Verm&ouml;gen bei der Anwendung des &sect; 33a Abs. 1 Satz 3 EStG unber&uuml;cksichtigt zu bleiben hat. Eine generelle Unverwertbarkeit kann &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-53-17-unterhaltsaufwendungen-als-aussergewoehnliche-belastung-klaerungsfaehigkeit-einer-rechtsfrage-pflicht-zur-einholung-eines-zweitgutachtens\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;B&nbsp;53\/17 &#8211; Unterhaltsaufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Kl&auml;rungsf&auml;higkeit einer Rechtsfrage &#8211; Pflicht zur Einholung eines Zweitgutachtens<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68981","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68981","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68981"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68981\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68981"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68981"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68981"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}