{"id":68985,"date":"2018-02-14T11:06:24","date_gmt":"2018-02-14T09:06:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68985"},"modified":"2018-02-14T11:08:49","modified_gmt":"2018-02-14T09:08:49","slug":"iv-r-33-14-zur-teilbestandskraft-eines-gewinnfeststellungsbescheids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-33-14-zur-teilbestandskraft-eines-gewinnfeststellungsbescheids\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;33\/14 &#8211; Zur Teilbestandskraft eines Gewinnfeststellungsbescheids"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.11.2017, IV R 33\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.301117.IVR33.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Teilbestandskraft eines Gewinnfeststellungsbescheids<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Die Zurechnung von Sonderbetriebsausgaben an einen nicht in den Gewinnfeststellungsbescheid einbezogenen Mitunternehmer kommt nicht in Betracht, wenn der Gewinnfeststellungsbescheid nur hinsichtlich der Feststellung des Sonderbetriebsgewinns angefochten worden ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 7. Mai 2014&nbsp;&nbsp;11 K 346\/07 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Au&szlig;ergerichtliche Kosten der Beigeladenen werden nicht erstattet.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die A-GmbH (Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin &#8211;Kl&auml;gerin&#8211;) ist u.a. Rechtsnachfolgerin der B-GmbH &#038; Co. KG (B-KG) und auch der C-GmbH &#038; Co. KG (C-KG), die an der B-KG im Streitjahr 2004 als alleinige Kommanditistin beteiligt war. Komplement&auml;rin der B-KG war die Beigeladene, die zwischenzeitlich in D-GmbH umfirmiert wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Erkl&auml;rung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Grundlagen f&uuml;r die Einkommensbesteuerung f&uuml;r das Jahr 2004 (Streitjahr) machte die B-KG Zinsen in H&ouml;he von 14.569,86&nbsp;EUR als Sonderbetriebsausgaben geltend und rechnete diese der C-KG zu. Zur Erl&auml;uterung f&uuml;hrte die B-KG in einer der Erkl&auml;rung beigef&uuml;gten Anlage aus, dass es sich dabei um Sonderbetriebsausgaben der mittelbaren Mitunternehmerin, der in den Niederlanden ans&auml;ssigen E-B.V., die zum 31.&nbsp;Dezember 2016 in die Kl&auml;gerin umgewandelt wurde, handele. Neben der C-KG ist in der Erkl&auml;rung nur die Beigeladene (Komplement&auml;rin) als weitere Mitunternehmerin aufgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den geltend gemachten Sonderbetriebsausgaben lag folgender Sachverhalt zu Grunde:<br \/>Eine weitere Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin, die F-B.V., nahm am 29.&nbsp;Dezember 2000 ein Darlehen in H&ouml;he von &#8230; f&uuml;r den Erwerb der Anteile an der G-GmbH von der H-S.A.R.L., einer nahestehenden Person i.S. des &sect;&nbsp;8a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung der Protokollerkl&auml;rung der Bundesregierung zur Vermittlungsempfehlung zum Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz vom 22.&nbsp;Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2840, BStBl I 2004, 14) &#8211;KStG a.F.&#8211; i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 des Au&szlig;ensteuergesetzes auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Anteilserwerb wurde die G-GmbH formwechselnd in eine GmbH &#038; Co. KG umgewandelt und firmierte anschlie&szlig;end unter der Firma I-GmbH &#038; Co. KG (I-KG). Tochtergesellschaft der I-KG war die C-KG, die bereits vor dem Anteilserwerb rechtsformwechselnd von einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft umgewandelt worden war. Deren Tochtergesellschaft, die zuletzt unter der Firma J-GmbH &#038; Co. KG firmierte, gr&uuml;ndete u.a. die B-KG. Im Jahr 2001 wuchs das Verm&ouml;gen der J-GmbH &#038; Co. KG auf die C-KG an, so dass diese im Streitjahr unmittelbar an der B-KG beteiligt war. Im Streitjahr war die Kl&auml;gerin mithin mittelbar &uuml;ber ihre Tochtergesellschaft, die I-KG, und ihre Enkelgesellschaft, die C-KG, an der B-KG (Urenkelgesellschaft) beteiligt. Nach dem Streitjahr sind die Urenkelgesellschaft auf die Enkelgesellschaft, diese auf die Tochtergesellschaft und Letztere auf die Kl&auml;gerin jeweils durch Anwachsung (&sect;&nbsp;161 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;3 des Handelsgesetzbuchs i.V.m. &sect;&nbsp;738 des B&uuml;rgerlichen Gesetzesbuchs) verschmolzen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund des Formwechsels der G-GmbH gingen die Beteiligten unter Bezugnahme auf den Umwandlungssteuererlass des Bundesministeriums der Finanzen vom 25.&nbsp;M&auml;rz 1998 IV&nbsp;B&nbsp;7&nbsp;-S&nbsp;1978-21\/98 (BStBl I 1998, 268&nbsp;ff., unter 04.37) davon aus, dass das von der Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin aufgenommene Darlehen f&uuml;r den Erwerb des Kapitalanteils der G-GmbH (im Weiteren Darlehen) nunmehr als Sonderbetriebsverm&ouml;gen und die Zinsen als Sonderbetriebsaufwand zu ber&uuml;cksichtigen seien. Dieser Rechtsauffassung folgend wurde das Darlehen anteilig im Sonderbetriebsverm&ouml;gen der jeweiligen Beteiligungsgesellschaften entsprechend dem Wert der in den Gesellschaften vorhandenen Wirtschaftsg&uuml;ter erfasst. Ein Teil des Darlehens war daher auch im Sonderbetriebsverm&ouml;gen (wohl als mittelbares Sonderbetriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin oder als unmittelbares Sonderbetriebsverm&ouml;gen der I-KG) bei der C-KG erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die C-KG ihre Anteile an der K-GmbH mit steuerlicher Wirkung zum 1.&nbsp;Januar 2002 in die B-KG zum Buchwert eingebracht hatte, ordnete sie einen Teilbetrag des zuvor bei ihr im Sonderbetriebsverm&ouml;gen erfassten Darlehens dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen bei der B-KG zu. Entgegen der schriftlichen Erl&auml;uterung erfasste die B-KG den auf das anteilige Darlehen entfallenden Zinsaufwand in H&ouml;he von 14.569,86&nbsp;EUR nicht als (mittelbaren) Sonderbetriebsaufwand der Kl&auml;gerin, sondern als (unmittelbaren) Sonderbetriebsaufwand der C-KG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Darlehensforderung wurde zwischenzeitlich unter Beteiligung der Kl&auml;gerin, die infolge Rechtsnachfolge Darlehensschuldnerin geworden war, &uuml;ber zwei ebenfalls der X-Gruppe angeh&ouml;rende Zwischengesellschaften mit Vertrag vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2003 an die X Belgien abgetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging davon aus, dass die Darlehenszinsen verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen (vGA) i.S. des &sect;&nbsp;8a KStG a.F. seien. Der Sonderbetriebsausgabenabzug sei daher durch eine au&szlig;erbilanzielle Hinzurechnung zu neutralisieren. Entsprechend dieser Rechtsauffassung erlie&szlig; das FA unter dem 25.&nbsp;April 2006 f&uuml;r das Streitjahr einen Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen (im Weiteren Gewinnfeststellungsbescheid) f&uuml;r die B-KG. Darin stellte es den laufenden (Gesamthands-)Gewinn aus Gewerbebetrieb erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; fest und rechnete diesen ausschlie&szlig;lich der C-KG zu. Daneben stellte es, ebenfalls erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;, eine Verg&uuml;tung auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage (Haftungsverg&uuml;tung) fest und rechnete diese der Beigeladenen zu. Die geltend gemachten Sonderbetriebsausgaben der C-KG ber&uuml;cksichtigte es nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhob die Kl&auml;gerin als Rechtsnachfolgerin der ehemaligen Gesellschafterin, der C-KG, Klage, mit der sie weiterhin den Abzug der anteiligen Darlehenszinsen als Sonderbetriebsausgaben der C-KG begehrte. Eine Umqualifizierung der Zinsaufwendungen in eine vGA k&ouml;nne weder auf &sect;&nbsp;8a Abs.&nbsp;1 noch auf &sect;&nbsp;8a Abs.&nbsp;6 KStG a.F. gest&uuml;tzt werden, denn diese Regelungen seien europarechtswidrig. Sie f&uuml;hrten zu einer nicht zu rechtfertigenden Benachteiligung des ausl&auml;ndischen &#8211;hier belgischen&#8211; Darlehensgebers, da in Belgien eine dem &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 KStG a.F. vergleichbare Regelung fehle. Letztere stelle zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung nur den Zinsertrag bei einem inl&auml;ndischen Darlehensgeber steuerfrei. Eine solche, vom Sitz des Fremdkapitalgebers abh&auml;ngige, unterschiedliche Behandlungsweise von gebietsans&auml;ssigen gegen&uuml;ber gebietsfremden Gesellschaften stelle einen Versto&szlig; gegen die Niederlassungsfreiheit nach Art.&nbsp;43 i.V.m. Art.&nbsp;48 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &#8211;EGV&#8211; (nunmehr Art.&nbsp;49 i.V.m. Art.&nbsp;54 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union &#8211;AEUV&#8211;) und gegen die Kapitalverkehrsfreiheit nach Art.&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 EGV (nunmehr Art.&nbsp;63 AEUV) dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Rechtsauffassung folgte das Finanzgericht (FG) nicht und wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung von Unions-recht, namentlich die Verletzung der Niederlassungsfreiheit gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;49 i.V.m. Art.&nbsp;54 AEUV (vormals Art.&nbsp;43 i.V.m. Art.&nbsp;48 EGV) sowie der Kapitalverkehrsfreiheit gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;63 AEUV (vormals Art.&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 EGV), durch &sect;&nbsp;8a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, Satz&nbsp;2 und &sect;&nbsp;8a Abs.&nbsp;6 KStG a.F., sowie die Verletzung von &sect;&nbsp;8a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG a.F.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 2004 vom 25.&nbsp;April 2006 dahingehend zu &auml;ndern, dass die au&szlig;erbilanzielle Hinzurechnung einer vGA zum Gesamthandsgewinn der B-KG in H&ouml;he von 14.569,86&nbsp;EUR mit der Folge r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wird, dass bei der C-KG (abziehbare) Sonderbetriebsausgaben in H&ouml;he von 14.569,86&nbsp;EUR festgestellt werden;<br \/>hilfsweise, die Frage der Vereinbarkeit der Regelungen zur Gesellschafter-Fremdfinanzierung (&sect;&nbsp;8a KStG a.F.) mit der durch den AEUV (bzw. im streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum durch den EGV) gesch&uuml;tzten Niederlassungs- und Kapitalverkehrsfreiheit dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union nach Art.&nbsp;267 AEUV vorab zur Entscheidung vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass die von der Kl&auml;gerin an die X Belgien gezahlten Zinsen nicht als Sonderbetriebsausgaben der C-KG in der Gewinnfeststellung der B-KG geltend gemacht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das von der Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin zur Finanzierung des Anteilserwerbs der G-GmbH (nunmehr I-KG) aufgenommene Darlehen stellt kein Sonderbetriebsverm&ouml;gen der C-KG bei der B-KG dar. Mithin sind auch die der Kl&auml;gerin entstandenen Zinsaufwendungen nicht als Sonderbetriebsausgaben der C-KG in dem Gewinnfeststellungsbescheid der B-KG zu erfassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den zutreffenden und den Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG, die zwischen den Beteiligten auch unstreitig sind, hat die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin das hier streitige Darlehen aufgenommen. In diesen Vertrag ist die Kl&auml;gerin als deren Rechtsnachfolgerin eingetreten und ist nunmehr alleinige Schuldnerin der zwischenzeitlich an die X Belgien abgetretenen Darlehensforderung. Die hier streitigen Zinszahlungen sind auch ausschlie&szlig;lich von der Kl&auml;gerin an die X Belgien geleistet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die C-KG ist nicht Schuldnerin der Darlehensforderung und ebenso wenig sind die Darlehenszinsen von dieser an die X Belgien geleistet worden. Entsprechend kann die Darlehensverbindlichkeit auch nicht anteilig dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen der C-KG bei der B-KG zugeordnet werden, ebenso wenig kommt ein Abzug der von der Kl&auml;gerin an die X Belgien geleisteten Darlehenszinsen als Sonderbetriebsausgaben der C-KG in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das Darlehen k&ouml;nnte allenfalls anteilig als (mittelbares) Sonderbetriebsverm&ouml;gen II der Kl&auml;gerin bei der B-KG zu erfassen sein (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12.&nbsp;Oktober 2016 I&nbsp;R&nbsp;92\/12, BFHE 256, 32, zur Zuordnung eines Darlehens, welches von dem Obergesellschafter aufgenommen und der Obergesellschaft zur Finanzierung des Erwerbs einer Beteiligung an einer Untergesellschaft zur Verf&uuml;gung gestellt worden ist, zum mittelbaren Sonderbetriebsverm&ouml;gen II des Obergesellschafters bei der Untergesellschaft). Sollte dies der Fall sein, h&auml;tten die Sonderbetriebsausgaben der Kl&auml;gerin bei der Gewinnermittlung der B-KG (Urenkelgesellschaft der Kl&auml;gerin) erfasst werden m&uuml;ssen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 256, 32, Rz&nbsp;29&nbsp;ff.; zur Erfassung einer Sonderverg&uuml;tung BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Februar 2014 IV&nbsp;R&nbsp;22\/10, BFHE 244, 560, BStBl II 2014, 621, Rz&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ob im Streitjahr eine anteilige Zuordnung des Darlehens zum (mittelbaren) Sonderbetriebsverm&ouml;gen II der Kl&auml;gerin bei der B-KG &uuml;berhaupt in Betracht kommt oder ob auf Grund einer bestehenden Bilanzierungskonkurrenz das Darlehen vorrangig dem (unmittelbaren) Sonderbetriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin bei der I-KG zuzuordnen ist (zur Aufl&ouml;sung einer Bilanzierungskonkurrenz bei Sonderbetriebsverm&ouml;gen BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Mai 2012 IV&nbsp;R&nbsp;34\/09, BFHE 239, 485, BStBl II 2013, 471, Rz&nbsp;31&nbsp;ff.), bedarf im Streitfall jedoch keiner Entscheidung, da eine Zuordnung zum Sonderbetriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin schon deshalb ausscheidet, weil sie nicht als Mitunternehmerin im Gewinnfeststellungsbescheid erfasst worden ist. Mangels Anfechtung des Gewinnfeststellungsbescheids hinsichtlich der Mitunternehmereigenschaft der Kl&auml;gerin ist bestandskr&auml;ftig festgestellt, dass an der B-KG im Streitjahr nur die C-KG (als Kommanditistin) und die Beigeladene (als Komplement&auml;rin) als Mitunternehmer beteiligt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage der Kl&auml;gerin war ausschlie&szlig;lich auf die Feststellung von Sonderbetriebsausgaben der C-KG im Rahmen der Gewinnfeststellung der B-KG gerichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung kann ein Gewinnfeststellungsbescheid eine Vielzahl selbst&auml;ndiger und damit auch selbst&auml;ndig anfechtbarer Feststellungen enthalten, die eigenst&auml;ndig in Bestandskraft erwachsen und deshalb f&uuml;r die in dem n&auml;mlichen Bescheid getroffenen und rechtlich nachgelagerten Feststellungen Bindungswirkung entfalten k&ouml;nnen. Solche selbst&auml;ndigen Regelungen (Feststellungen) sind insbesondere die Qualifikation der Eink&uuml;nfte, das Bestehen einer Mitunternehmerschaft und wer an ihr beteiligt ist, die H&ouml;he des laufenden Gewinns sowie dessen Verteilung auf die Mitunternehmer und die H&ouml;he eines Sondergewinns bzw. einer Sonderverg&uuml;tung. Keine selbst&auml;ndige Feststellung ist hingegen der sich aus den einzelnen Feststellungen ergebende Gesamtgewinn. Insoweit handelt es sich lediglich um eine Rechengr&ouml;&szlig;e, die nicht selbst&auml;ndig anfechtbar ist (vgl. zuletzt BFH-Urteil vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2017 IV&nbsp;R&nbsp;31\/14, BFHE 257, 292, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Klage gegen einen Gewinnfeststellungsbescheid kann deshalb verschiedene Zielsetzungen haben. Welche Besteuerungsgrundlagen der Kl&auml;ger mit seiner Klage angreift und damit zum Streitgegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens gemacht hat, ist durch Auslegung der Klageschrift oder der darin ausdr&uuml;cklich in Bezug genommenen Schriftst&uuml;cke zu ermitteln (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2011 IV&nbsp;R&nbsp;15\/08, BFHE 233, 290, BStBl II 2011, 764, Rz&nbsp;15). In der Auslegung prozessualer Willenserkl&auml;rungen, die im erstinstanzlichen Klageverfahren abgegeben worden sind, ist das Revisionsgericht frei; es ist insoweit nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO an die Auslegung durch die Vorinstanz gebunden (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;Februar 2012 IV&nbsp;R&nbsp;32\/09, und vom 20.&nbsp;November 2014 IV&nbsp;R&nbsp;47\/11, BFHE 248, 144, BStBl II 2015, 532).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Kl&auml;gerin hat sich mit ihrem Klagevorbringen ausschlie&szlig;lich gegen die Nichtanerkennung der von der C-KG geltend gemachten Sonderbetriebsausgaben gewandt und auch in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 7.&nbsp;Mai 2014 ausdr&uuml;cklich beantragt, den angefochtenen Gewinnfeststellungsbescheid dahin zu &auml;ndern, dass bei der C-KG Sonderbetriebsausgaben festzustellen seien. Demgegen&uuml;ber hat die Kl&auml;gerin nicht beantragt, sie als mittelbare Mitunternehmerin i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in die Gewinnfeststellung der B-KG mit einzubeziehen und f&uuml;r sie die hier in Streit stehenden Sonderbetriebsausgaben festzustellen. War die Feststellung der Mitunternehmereigenschaft der Kl&auml;gerin nicht Gegenstand der Anfechtungsklage, ist mit dem Gewinnfeststellungsbescheid 2004 bestandskr&auml;ftig festgestellt worden, dass an der B-KG nur die C-KG (als Kommanditistin) und die Beigeladene (als Komplement&auml;rin) als Mitunternehmer beteiligt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Waren die Darlehenszinsen danach im Gewinnfeststellungsverfahren der B-KG nicht als Sonderbetriebsausgaben der C-KG anzuerkennen und stand der Anerkennung der Darlehenszinsen als Sonderbetriebsausgaben der Kl&auml;gerin als mittelbarer Mitunternehmerin bereits entgegen, dass deren Mitunternehmerstellung in dem insoweit bestandskr&auml;ftigen Gewinnfeststellungsbescheid 2004 nicht festgestellt worden ist, braucht der Senat nicht dar&uuml;ber zu entscheiden, ob die Sonderbetriebsausgaben als vGA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und Satz&nbsp;2 KStG a.F. au&szlig;erbilanziell wieder dem Sondergewinn der C-KG &#8211;nicht, wie das FA und das FG rechtsirrig ausf&uuml;hren, dem Gesamthandsgewinn der B-KG&#8211; zuzurechnen sind. Ebenso wenig muss der Senat dar&uuml;ber entscheiden, ob &sect;&nbsp;8a Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;6 KStG a.F. die Niederlassungsfreiheit nach Art.&nbsp;49 i.V.m. Art.&nbsp;54 AEUV und\/oder die Kapitalverkehrsfreiheit nach Art.&nbsp;63 AEUV verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO. Die au&szlig;ergerichtlichen Kosten der Beigeladenen sind nicht erstattungsf&auml;hig, da es im Streitfall nicht der Billigkeit entspr&auml;che, diese der unterlegenen Kl&auml;gerin aufzuerlegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.11.2017, IV R 33\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.301117.IVR33.14.0 Zur Teilbestandskraft eines Gewinnfeststellungsbescheids Leits&auml;tze NV: Die Zurechnung von Sonderbetriebsausgaben an einen nicht in den Gewinnfeststellungsbescheid einbezogenen Mitunternehmer kommt nicht in Betracht, wenn der Gewinnfeststellungsbescheid nur hinsichtlich der Feststellung des Sonderbetriebsgewinns angefochten worden ist. Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 7. 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