{"id":68992,"date":"2018-02-14T11:11:46","date_gmt":"2018-02-14T09:11:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68992"},"modified":"2018-02-14T11:11:46","modified_gmt":"2018-02-14T09:11:46","slug":"ix-r-10-17-abzug-nachtraeglicher-schuldzinsen-bei-den-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung-bei-veraeusserung-einer-immobilie-vor-dem-1-januar-1999","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-10-17-abzug-nachtraeglicher-schuldzinsen-bei-den-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung-bei-veraeusserung-einer-immobilie-vor-dem-1-januar-1999\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;10\/17 &#8211; Abzug nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung bei Ver&auml;u&szlig;erung einer Immobilie vor dem 1. Januar 1999"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.10.2017, IX R 10\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.111017.IXR10.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Abzug nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung bei Ver&auml;u&szlig;erung einer Immobilie vor dem 1. Januar 1999<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: Nachtr&auml;gliche Schuldzinsen, die auf Verbindlichkeiten entfallen, die der Finanzierung von Anschaffungskosten einer zur Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung genutzten Immobilie dienten, k&ouml;nnen nicht als (nachtr&auml;gliche) Werbungskosten abgezogen werden, wenn die Immobilie vor dem 1. Januar 1999 ver&auml;u&szlig;ert worden ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 7. Dezember 2016 2 K 177\/15 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten um den Abzug von nachtr&auml;glichen Schuldzinsen aus der Beteiligung an einer Immobiliengesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Ehegatten, die beim Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Streitjahr 2012 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden. Der Kl&auml;ger hatte sich mit 25&nbsp;% an einer GbR beteiligt, deren Zweck das Halten und Vermieten einer Immobilie war. Nach dem Verkauf der Immobilie durch die GbR im Jahr 1994 verblieben Restverbindlichkeiten. Diese konnten nicht aus dem Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s getilgt werden. F&uuml;r die Verbindlichkeiten haftete der Kl&auml;ger zun&auml;chst neben seinen Mitgesellschaftern gesamtschuldnerisch. Die f&uuml;r die Restverbindlichkeiten mithaftenden Mitgesellschafter konnten diese nicht mehr bedienen, so dass nur der Kl&auml;ger als zahlungsf&auml;higer Schuldner verblieb. Im Jahr 2001 &uuml;bernahm der Kl&auml;ger infolge des Ausfalls seiner Mitgesellschafter die Verbindlichkeiten der GbR in H&ouml;he von 5.032.000&nbsp;EUR und wurde f&uuml;r diese in Anspruch genommen. Im Rahmen eines sich anschlie&szlig;enden Rechtstreits mit der Gl&auml;ubigerbank wurde im Mai 2012 ein Vergleich geschlossen. In diesem verpflichtete sich der Kl&auml;ger, einen Betrag in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR &quot;auf die Darlehensforderungen&quot; zu leisten. Dadurch sollten alle Anspr&uuml;che der Gl&auml;ubigerbank abgegolten sein. Die Gesamtforderung der Gl&auml;ubigerbank betrug zu diesem Zeitpunkt 2.704.648&nbsp;EUR, davon Zinsen 620.007&nbsp;EUR. Der Betrag wurde vom Kl&auml;ger wie vereinbart in H&ouml;he von 100.000&nbsp;EUR bis zum 31.&nbsp;Juli&nbsp;2012 und anschlie&szlig;end in j&auml;hrlichen Raten von je 80.000&nbsp;EUR gezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger machte den im Streitjahr 2012 gezahlten Betrag in H&ouml;he von 100.000&nbsp;EUR sowie die f&uuml;r den Rechtsstreit mit der Gl&auml;ubigerbank entstandenen Rechtsanwaltskosten in H&ouml;he von 10.837,87&nbsp;EUR als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung geltend. Im erstmaligen Einkommensteuerbescheid 2012 vom 30.&nbsp;Juli 2014 ber&uuml;cksichtigte das FA diese Aufwendungen nicht. Im nachfolgend von den Kl&auml;gern angestrengten Einspruchsverfahren erkannte das FA den auf die Zinsen entfallenden Teil des geltend gemachten Betrags (22,92&nbsp;% = 22.920&nbsp;EUR) als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung an und erlie&szlig; am 12.&nbsp;August 2015 einen entsprechend ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2012. Im &Uuml;brigen wies es den Einspruch mit Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;September 2015 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den Kl&auml;gern dagegen erhobene Klage hatte mit Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts (FG) vom 7.&nbsp;Dezember 2016&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;177\/15 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2017, 1257) Erfolg. Auch vergebliche Aufwendungen seien als Werbungskosten abziehbar, wenn der Steuerpflichtige &#8211;nachdem er das Scheitern seiner Investition erkannt habe&#8211; etwas aufwende, um sich aus der vertraglichen Bindung zu l&ouml;sen und damit die Eink&uuml;nfteerzielung zu beenden. Hier sei dem Kl&auml;ger ein Aufwand in H&ouml;he von insgesamt 510.838&nbsp;EUR entstanden, um die H&ouml;he der vergeblich aufgewandten Kosten zu begrenzen. Der als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hige r&uuml;ckst&auml;ndige Zinsaufwand aus dem zur Finanzierung der Herstellungskosten der Immobilie aufgenommenen Darlehen habe sich zu diesem Zeitpunkt auf &uuml;ber 620.000&nbsp;EUR belaufen. Vor diesem Hintergrund bed&uuml;rfe es keiner Pr&uuml;fung, in welchem Verh&auml;ltnis die geleistete Zahlung auf Zinsen oder Darlehensschuld zu verrechnen sei. Die Anrechnung der Zahlung auf die offenen Zinsen entspreche der in &sect;&nbsp;367 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) genannten Tilgungsreihenfolge. Der Zusammenhang der Aufwendungen mit den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung werde auch nicht durch den Umstand &uuml;berlagert, dass die Immobilie vor dem Zeitpunkt des Vergleichs schon ver&auml;u&szlig;ert gewesen sei. Vielmehr bleibe der Veranlassungszusammenhang gerade deshalb bestehen, weil die f&uuml;r die vermieteten Immobilien aufgenommenen Darlehen mit den Erl&ouml;sen aus dem Verkauf der Immobilie nicht h&auml;tten beglichen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision tr&auml;gt das FA vor: Die ge&auml;nderte Rechtsprechung zum nachtr&auml;glichen Schuldzinsenabzug sei auf vor dem Inkrafttreten des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 (StEntlG&nbsp;1999\/2000\/2002) vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 (BGBl I 1999, 402) ver&auml;u&szlig;erte Objekte nicht anzuwenden. Die Entscheidung widerspreche auch dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 27.&nbsp;Juli&nbsp;2015 (BStBl I 2015, 581, Tz.&nbsp;1.2), wonach bei Ver&auml;u&szlig;erung vor 1999 die alte Rechtsprechung und damit das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12.&nbsp;November 1991 IX&nbsp;R&nbsp;15\/90 (BFHE 166, 219, BStBl II 1992, 289) weiter Anwendung finde. Der Sachverhalt sei nicht vergleichbar mit der BFH-Entscheidung vom 21.&nbsp;November 2013 IX&nbsp;R&nbsp;12\/12 (BFH\/NV 2014, 834). Auch habe das FG nicht ber&uuml;cksichtigt, dass nach &sect;&nbsp;366 Abs.&nbsp;2 BGB zun&auml;chst die &auml;ltere Schuld zu tilgen war. Dies sei die Hauptforderung gewesen. Schlie&szlig;lich seien die Aufwendungen allenfalls entsprechend dem Miteigentumsanteil des Kl&auml;gers an der ver&auml;u&szlig;erten Immobilie zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 7.&nbsp;Dezember 2016&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;177\/15 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie halten aufgrund des weiter bestehenden Veranlassungszusammenhangs den Abzug der Aufwendungen als nachtr&auml;gliche Werbungskosten f&uuml;r m&ouml;glich. Dies gelte auch f&uuml;r vor dem 1.&nbsp;Januar 1999 ver&auml;u&szlig;erte Objekte. Aufgewandte Schuldzinsen seien in diesem Fall nach der Ver&auml;u&szlig;erung als vergebliche Werbungskosten abziehbar. Da der Kl&auml;ger die Aufwendungen in vollem Umfang f&uuml;r die Befreiung von der eigenen Verpflichtung zur Darlehensr&uuml;ckzahlung beglichen habe, seien die Aufwendungen auch voll abziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Betr&auml;ge in H&ouml;he von 85.428,87&nbsp;EUR zu Unrecht ber&uuml;cksichtigt (dazu unter 1.). Die Entscheidung des BFH in BFH\/NV 2014, 834 f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis (dazu unter 2.). Auf die &uuml;brigen von den Beteiligten aufgeworfenen Fragen kommt es mangels Entscheidungserheblichkeit nicht mehr an (dazu unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Betr&auml;ge zu Unrecht als nachtr&auml;gliche Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Werbungskosten sind nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Hierzu z&auml;hlen auch Schuldzinsen, soweit diese mit einer Einkunftsart, vorliegend den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung i.S. des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG, im wirtschaftlichen Zusammenhang stehen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein steuerrechtlich anzuerkennender wirtschaftlicher Zusammenhang von Schuldzinsen mit Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung ist nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des erkennenden Senats gegeben, wenn ein objektiver Zusammenhang dieser Aufwendungen mit der &Uuml;berlassung eines Vermietungsobjektes zur Nutzung besteht und subjektiv die Aufwendungen zur F&ouml;rderung dieser Nutzungs&uuml;berlassung gemacht werden. Mit der erstmaligen (d.h. tats&auml;chlichen) Verwendung einer Darlehensvaluta zur Anschaffung, Herstellung oder Modernisierung und Instandsetzung eines Vermietungsobjektes wird die ma&szlig;gebliche Verbindlichkeit diesem Verwendungszweck unterstellt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Urteile vom 8.&nbsp;April 2014 IX&nbsp;R&nbsp;45\/13, BFHE 244, 442, BStBl II 2015, 635; vom 1.&nbsp;Dezember 2015 IX&nbsp;R&nbsp;42\/14, BFHE 252, 379, BStBl II 2016, 332).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Mit Urteilen vom 20.&nbsp;Juni 2012 IX&nbsp;R&nbsp;67\/10 (BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275), in BFHE 244, 442, BStBl II 2015, 635 und in BFHE 252, 379, BStBl II 2016, 332 hat der BFH unter Aufgabe seiner fr&uuml;heren Rechtsprechung zur Frage der Abziehbarkeit nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung entschieden, dass Schuldzinsen auch nach einer Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie grunds&auml;tzlich weiter als nachtr&auml;gliche Werbungskosten abgezogen werden k&ouml;nnen, wenn und soweit die Verbindlichkeiten durch den Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s nicht getilgt werden k&ouml;nnen. Der Senat hat seine Entscheidung, in Abkehr von der bisherigen Rechtsprechung den nachtr&auml;glichen Schuldzinsenabzug auch nach der Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie zuzulassen, im Wesentlichen darauf gest&uuml;tzt, dass mit dem StEntlG 1999\/2000\/2002 die steuerliche Verstrickung von privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen bei Immobilien erheblich erweitert worden sei. Mit der auf zehn Jahre erweiterten Erfassung von Wertsteigerungen bei der Ver&auml;u&szlig;erung von im Privatverm&ouml;gen gehaltenen Grundst&uuml;cken habe der Gesetzgeber eine Grundentscheidung dahin getroffen, dass zur Erzielung von Eink&uuml;nften dienende Wohngrundst&uuml;cke nicht mehr dem privaten, sondern dem steuerlich erheblichen Verm&ouml;gensbereich zuzuordnen seien und ein etwaiger Gewinn oder Verlust aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften der Besteuerung unterfalle. Vor dem Hintergrund dieser gesetzgeberischen Grundentscheidung seien nachtr&auml;gliche Schuldzinsen bei den Gewinn- und &Uuml;berschusseink&uuml;nften gleich zu behandeln und auch nach Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie als Werbungskosten abziehbar, sofern der urspr&uuml;nglich gegebene Zusammenhang zwischen Darlehen und den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung fortbestehe (vgl. BFH-Urteil in BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275, unter II.2.; Jachmann\/Schallmoser, Deutsches Steuerrecht 2011, 1245, 1247&nbsp;f.; Schallmoser, Steuerrecht kurzgefasst 2013, 115&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zugleich hat der Senat in der Entscheidung in BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275 (unter II.2.a) klargestellt, dass bei Ver&auml;u&szlig;erungen vor dem Inkrafttreten des StEntlG 1999\/2000\/2002 die u.a. in den BFH-Entscheidungen vom 21.&nbsp;Dezember 1982 VIII&nbsp;R&nbsp;48\/82 (BFHE 138, 47, BStBl II 1983, 373), vom 7.&nbsp;August 1990 VIII&nbsp;R&nbsp;67\/86 (BFHE 162, 48, Der Betrieb 1991, 23, unter 1.) und vom 25.&nbsp;April 1995 IX&nbsp;R&nbsp;114\/92 (BFH\/NV 1995, 966) ausgef&uuml;hrten Erw&auml;gungen weiterhin G&uuml;ltigkeit haben. Bei Ver&auml;u&szlig;erungen, bei denen die Ver&auml;u&szlig;erung auf einem vor dem 1.&nbsp;Januar 1999 rechtswirksam abgeschlossenen Vertrag oder gleichstehenden Rechtsakt erfolgt, ist f&uuml;r Schuldzinsen, die auf die Zeit nach der Ver&auml;u&szlig;erung entfallen, kein nachtr&auml;glicher Werbungskostenabzug bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zul&auml;ssig, auch wenn der Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s nicht zur Schuldendeckung ausgereicht hat (gleicher Ansicht BMF-Schreiben in BStBl I 2015, 581 Tz.&nbsp;1.2; vgl. bereits BFH-Urteil in BFHE 166, 219, BStBl II 1992, 289, m.w.N.; im Ergebnis auch Rode, EFG 2017, 1258).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diesen Grunds&auml;tzen entspricht die angefochtene Entscheidung des FG nicht, so dass sie aufzuheben und die Klage abzuweisen ist. Das FG hat zu Unrecht den Abzug nachtr&auml;glicher Schuldzinsen zugelassen, obwohl die Ver&auml;u&szlig;erung vor dem Inkrafttreten des StEntlG&nbsp;1999\/2000\/2002 erfolgt war. Das Gleiche gilt f&uuml;r die Rechtsanwaltskosten f&uuml;r die Vergleichsverhandlungen mit der Bank, die in gleicher Weise als mit den Zinsen zusammenh&auml;ngende Aufwendungen nach der Ver&auml;u&szlig;erung des Objekts nicht abziehbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;ger k&ouml;nnen sich auch nicht mit Erfolg auf die Entscheidung des Senats in BFH\/NV 2014, 834 berufen. Denn diese betraf einen anderen Sachverhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In der Entscheidung in BFH\/NV 2014, 834 war die Zahlung f&uuml;r die Entlassung eines GbR-Gesellschafters aus der gesellschaftsrechtlichen Haftung gegen&uuml;ber einem Darlehensgl&auml;ubiger aus einem (weiterbestehenden) Immobiliendarlehen der GbR geleistet worden. Die Forderung, die geltend gemacht wurde, bestand aus in diesem Zeitpunkt r&uuml;ckst&auml;ndigen Zinsen, die w&auml;hrend des Zeitraums der Eink&uuml;nfteerzielung entstanden und auch noch vor Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie im Jahr 2005 beglichen worden waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vorliegend geht es nach den Feststellungen des FG jedoch um die Zahlung nachtr&auml;glicher Schuldzinsen, die nach der Ver&auml;u&szlig;erung der Immobilie und damit nach Aufgabe der Einkunftsquelle entstanden und beglichen worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da die Revision bereits aus den dargestellten Gr&uuml;nden Erfolg hat, kann dahingestellt bleiben, ob das FG die Vermutungsregelung des &sect;&nbsp;367 BGB zutreffend angewandt hat, indem es die geleisteten Zahlungen in vollem Umfang als nachtr&auml;gliche Schuldzinsen und nicht als Tilgungsleistungen eingeordnet hat. Denn auch bei einer Einordnung der streitigen Zahlungen als Tilgungsleistung auf die Hauptforderung ist der streitige Betrag nicht als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Ebenso bedarf es mangels Entscheidungserheblichkeit keiner Entscheidung, ob entsprechend den BFH-Urteilen in BFHE 244, 442, BStBl II 2015, 635 (unter II.5.) und in BFHE 252, 379, BStBl II 2016, 332 hinsichtlich der geltend gemachten Betr&auml;ge nur eine quotale Ber&uuml;cksichtigung entsprechend dem (fr&uuml;heren) Gesellschaftsanteil des Kl&auml;gers an der GbR in Betracht gekommen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.10.2017, IX R 10\/17ECLI:DE:BFH:2017:U.111017.IXR10.17.0 Abzug nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung bei Ver&auml;u&szlig;erung einer Immobilie vor dem 1. Januar 1999 Leits&auml;tze NV: Nachtr&auml;gliche Schuldzinsen, die auf Verbindlichkeiten entfallen, die der Finanzierung von Anschaffungskosten einer zur Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung genutzten Immobilie dienten, k&ouml;nnen nicht als (nachtr&auml;gliche) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-10-17-abzug-nachtraeglicher-schuldzinsen-bei-den-einkuenften-aus-vermietung-und-verpachtung-bei-veraeusserung-einer-immobilie-vor-dem-1-januar-1999\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;10\/17 &#8211; Abzug nachtr&auml;glicher Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung bei Ver&auml;u&szlig;erung einer Immobilie vor dem 1. Januar 1999<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68992","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68992","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68992"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68992\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}