{"id":68993,"date":"2018-02-14T11:11:47","date_gmt":"2018-02-14T09:11:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=68993"},"modified":"2018-02-14T11:11:47","modified_gmt":"2018-02-14T09:11:47","slug":"ix-r-2-17-schlichter-aenderungsantrag-nach-einspruchsentscheidung-innerhalb-der-klagefrist-zeitpunkt-der-ueberpruefung-einer-ermessensentscheidung-bei-ermessensreduzierung-auf-null","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-2-17-schlichter-aenderungsantrag-nach-einspruchsentscheidung-innerhalb-der-klagefrist-zeitpunkt-der-ueberpruefung-einer-ermessensentscheidung-bei-ermessensreduzierung-auf-null\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;2\/17 &#8211; Schlichter &Auml;nderungsantrag nach Einspruchsentscheidung innerhalb der Klagefrist &#8211; Zeitpunkt der &Uuml;berpr&uuml;fung einer Ermessensentscheidung bei Ermessensreduzierung auf Null"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.10.2017, IX R 2\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.111017.IXR2.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Schlichter &Auml;nderungsantrag nach Einspruchsentscheidung innerhalb der Klagefrist &#8211; Zeitpunkt der &Uuml;berpr&uuml;fung einer Ermessensentscheidung bei Ermessensreduzierung auf Null<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Ein nach Erlass einer Einspruchsentscheidung, aber innerhalb der Klagefrist gestellter Antrag auf schlichte &Auml;nderung der Steuerfestsetzung nach &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO ist zul&auml;ssig.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die &Auml;nderung nach &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO steht im Ermessen der Finanzbeh&ouml;rde.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. NV: Liegen die materiell-rechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung der Steuerfestsetzung vor, reduziert sich das Ermessen der Finanzbeh&ouml;rde hinsichtlich der &Auml;nderung auf Null.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. NV: Bei Verpflichtungsklagen auf Erlass eines gebundenen Verwaltungsakts kommt es auf die im Zeitpunkt der Entscheidung in der Tatsacheninstanz bestehende Sach- und Rechtslage an. Dies gilt auch bei Ermessensentscheidungen, wenn eine Ermessensreduzierung auf Null vorliegt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 3. November 2016 11 K 2694\/13 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten um die &Auml;nderungsbefugnis nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Abgabenordnung (AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute und werden im Streitjahr 2009 beim Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger ist Eigent&uuml;mer eines Zweifamilienhauses in D. Dieses bestand aus zwei Wohneinheiten. Das Objekt vermietete der Kl&auml;ger bis Ende des Jahres 2004. In den Jahren 2005 und 2006 &uuml;berlie&szlig; der Kl&auml;ger eine der Wohnungen unentgeltlich, w&auml;hrend die andere Wohnung leer stand. Das Objekt blieb in der Folgezeit vollst&auml;ndig unvermietet. Eine geplante Ver&auml;u&szlig;erung des Objekts scheiterte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einkommensteuer des Jahres 2009 setzte das FA zun&auml;chst wegen Nichtabgabe der Einkommensteuererkl&auml;rung unter Sch&auml;tzung der Besteuerungsgrundlagen fest (Einkommensteuerbescheid 2009 vom 25.&nbsp;Oktober 2011). Im Rahmen des Einspruchsverfahrens gegen den Sch&auml;tzungsbescheid reichten die Kl&auml;ger ihre Einkommensteuererkl&auml;rung 2009 ein. Darin machten sie f&uuml;r das Zweifamilienhaus einen Verlust aus Vermietung und Verpachtung in H&ouml;he von .\/.&nbsp;9.863&nbsp;EUR f&uuml;r das gesamte Jahr geltend. Das FA folgte den Angaben der Kl&auml;ger in der Einkommensteuererkl&auml;rung teilweise, wies den Einspruch der Kl&auml;ger jedoch hinsichtlich des Verlusts aus Vermietung und Verpachtung mangels Nachweis einer Vermietungsabsicht und anderer, nicht streitgegenst&auml;ndlicher Punkte durch Einspruchsentscheidung vom 3.&nbsp;August 2012 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger hatten im Zeitpunkt der Einspruchsentscheidung wegen Einkommensteuer 2009 bereits durch Schreiben vom 25.&nbsp;Juli 2012, beim FA eingegangen am 27.&nbsp;Juli 2012, Unterlagen zum Nachweis ihrer Vermietungsabsicht vorgelegt. Die Einspruchsentscheidung erging dennoch am 3.&nbsp;August 2012. Denn das Schreiben der Kl&auml;ger vom 25.&nbsp;Juli&nbsp;2012 lag dem zust&auml;ndigen Bearbeiter des FA erst am 6.&nbsp;August 2012 vor. Das FA wies die Kl&auml;ger mit Schreiben vom 9.&nbsp;August 2012 darauf hin, dass es die eingereichten und in der Einspruchsentscheidung nicht ber&uuml;cksichtigten Unterlagen nicht als ausreichend f&uuml;r den Nachweis einer Vermietungsabsicht im Streitjahr 2009 ansehe. Die Einspruchsentscheidung bleibe daher bestehen und werde am 6.&nbsp;September&nbsp;2012 bestandskr&auml;ftig, wenn gegen die ergangene Einspruchsentscheidung keine Klage erhoben oder ein Antrag auf schlichte &Auml;nderung gestellt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Darauf stellten die Kl&auml;ger mit Schreiben vom 30.&nbsp;August 2012 einen entsprechenden &Auml;nderungsantrag. Hierzu legten sie weitere Unterlagen zum Nachweis der Vermietungsabsicht vor. Das FA lehnte diesen Antrag durch Bescheid vom 25.&nbsp;September 2012 ab. In dem mit Schreiben vom 18.&nbsp;Oktober 2012 gegen die Ablehnung des &Auml;nderungsantrags angestrengten Einspruchsverfahren legten die Kl&auml;ger nochmals erg&auml;nzende Unterlagen hinsichtlich einer beabsichtigten Vermietung des Objekts vor. Das FA wies dennoch den Einspruch gegen die Ablehnung des Antrags auf schlichte &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2009 mit Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;Juni 2013 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den Kl&auml;gern erhobene Klage, mit der sie nach einer Einschr&auml;nkung des Klagebegehrens in der m&uuml;ndlichen Verhandlung den Verlust aus Vermietung und Verpachtung nur noch zeitanteilig f&uuml;r die Zeit nach dem Scheitern des Verkaufs des Objekts ab dem 1.&nbsp;Mai&nbsp;2009 geltend machten, hatte Erfolg (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; D&uuml;sseldorf vom 3.&nbsp;November 2016&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;2694\/13&nbsp;E, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2017, 709). Die schlichte &Auml;nderung der Steuerfestsetzung f&uuml;r 2009 sei nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1&nbsp;Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO m&ouml;glich gewesen. Der &Auml;nderungsantrag sei innerhalb der Klagefrist gestellt worden. Eine abschlie&szlig;ende Pr&uuml;fung der Vermietungsabsicht sei im Rahmen der Einspruchsentscheidung weder tats&auml;chlich noch rechtlich erfolgt. Dabei k&ouml;nne f&uuml;r das Streitjahr 2009 offenbleiben, ob eine schlichte &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO im Ermessen des FA stehe. Denn selbst wenn man dies annehme, sei das Ermessen des FA auf Null reduziert und die Einkommensteuerfestsetzung 2009 zwingend zu &auml;ndern. Die Vermietungsabsicht berechtige die Kl&auml;ger dazu, ihre Aufwendungen in dem begehrten Umfang als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung geltend zu machen. Die Kl&auml;ger h&auml;tten ernsthafte und nachhaltige Vermietungsbem&uuml;hungen unternommen. Der Kl&auml;ger habe zudem in der m&uuml;ndlichen Verhandlung glaubhaft bekundet, dass er sich ab dem 1.&nbsp;Mai 2009 ernsthaft und nachhaltig um eine Vermietung des Objekts bem&uuml;ht habe. Zudem w&uuml;rden die Vermietungsbem&uuml;hungen des Kl&auml;gers durch Zeugenaussagen best&auml;tigt. Es seien keine Anhaltspunkte daf&uuml;r vorhanden, dass der Kl&auml;ger die Wohnungen unentgeltlich habe &uuml;berlassen wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision bringt das FA u.a. vor: Eine Ermessensentscheidung, wie sie &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO erfordere, sei gerichtlich nach &sect;&nbsp;102 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nur eingeschr&auml;nkt auf Ermessensfehler der Beh&ouml;rde &uuml;berpr&uuml;fbar. Ma&szlig;stab sei die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der letzten Verwaltungsentscheidung. Dies sei die Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;Juni 2013. Sp&auml;tere &Auml;nderungen d&uuml;rften nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden. Hier sei das FG aber erst nach einer mehrst&uuml;ndigen Beweisaufnahme mittels Befragung der erst in der Klageschrift benannten Zeugen zur Bejahung der Vermietungsabsicht gekommen. Bereits die angesetzte Beweisaufnahme in Bezug auf das Jahr 2009 sei untunlich gewesen. Es w&auml;re lediglich zu pr&uuml;fen gewesen, ob die Ablehnung des &Auml;nderungsantrags am 28.&nbsp;Juni 2013 ermessensfehlerhaft gewesen sei. Dazu h&auml;tte es einer Auseinandersetzung mit den Ausf&uuml;hrungen in der angegriffenen Einspruchsentscheidung bedurft. H&auml;tte im Zeitpunkt der Ablehnung des Antrags eine Ermessensreduzierung auf Null vorgelegen, h&auml;tte es einer Beweisaufnahme im gerichtlichen Verfahren nicht bedurft. Eine Best&auml;tigung der Ablehnung des schlichten &Auml;nderungsantrags in der Einspruchsentscheidung sei bei einer nicht &uuml;berzeugend oder ausreichend dargelegten inneren Tatsache immer ermessengerecht. Nur sofern aus den bis zur Einspruchsentscheidung vorgebrachten Nachweisen andere, insoweit zwingende und nicht lediglich vertretbare Schlussfolgerungen zu ziehen seien, sei im Rahmen einer Verpflichtungsklage die Einspruchsentscheidung aufzuheben. Daher k&ouml;nne eine im Klageverfahren durchgef&uuml;hrte Beweisaufnahme in keinem Fall zur Feststellung einer ermessensfehlerhaften Einspruchsentscheidung bez&uuml;glich eines schlichten &Auml;nderungsantrags f&uuml;hren. Der Antrag auf schlichte &Auml;nderung solle keinen zweiten Rechtsweg er&ouml;ffnen. Selbst wenn man eine Beweisaufnahme f&uuml;r angezeigt erachten sollte, seien die Ablehnung des Antrags und die dazu ergangene Einspruchsentscheidung im Lichte der durchgef&uuml;hrten Beweisaufnahme zu w&uuml;rdigen. Dann m&uuml;sse das FA verpflichtet werden, aufgrund der neuen Erkenntnisse aus der Beweisaufnahme den Antrag neu zu verbescheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 3.&nbsp;November 2016&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;2694\/13&nbsp;E betreffend die Einkommensteuer 2009 aufzuheben und die Klage gegen die Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;Juni 2013 sowie die Ablehnung des &Auml;nderungsantrags hinsichtlich Einkommensteuer 2009 vom 25.&nbsp;September 2012 abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist nicht begr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG geht zu Recht davon aus, dass die Entscheidung &uuml;ber einen &Auml;nderungsantrag nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO grunds&auml;tzlich im Ermessen des FA steht (dazu unter 1.). Das FG hat weiter bei der &Uuml;berpr&uuml;fung der Entscheidung des FA zutreffend auf den Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung abgestellt (dazu unter 2.) und auf der Grundlage der von ihm festgestellten Tatsachen zu Recht das Vorliegen einer Ermessensreduzierung auf Null angenommen (dazu unter 3.). Daher hat es zutreffend die Ablehnung des &Auml;nderungsantrags und die dazu ergangene Einspruchsentscheidung des FA aufgehoben und der Klage in dem beantragten Umfang stattgegeben (dazu unter 4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG geht zu Recht davon aus, dass die Entscheidung &uuml;ber einen &Auml;nderungsantrag nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO grunds&auml;tzlich im Ermessen des FA steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a&nbsp;AO darf ein Steuerbescheid, soweit er nicht vorl&auml;ufig oder unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung ergangen ist, nur aufgehoben oder ge&auml;ndert werden, wenn er andere Steuern als Einfuhr- oder Ausfuhrabgaben oder Verbrauchsteuern betrifft, soweit der Steuerpflichtige zustimmt oder seinem Antrag der Sache nach entsprochen wird. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerbescheid durch Einspruchsentscheidung best&auml;tigt oder ge&auml;ndert worden ist. &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO ist ebenfalls anzuwenden, wenn der Steuerpflichtige vor Ablauf der Klagefrist zugestimmt oder den Antrag gestellt hat. Erkl&auml;rungen und Beweismittel, die nach &sect;&nbsp;364b Abs.&nbsp;2 AO in der Einspruchsentscheidung nicht ber&uuml;cksichtigt wurden, d&uuml;rfen hierbei nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO (&quot;darf&quot;) steht die &Auml;nderungsbefugnis im Ermessen des FA (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.&nbsp;M&auml;rz&nbsp;1988 VII&nbsp;R&nbsp;8\/84, BFHE 152, 430, BStBl II 1988, 517, unter III.1., und vom 12.&nbsp;Oktober 1994 XI&nbsp;R&nbsp;75\/93, BFHE 176, 208, BStBl II 1995, 289, unter II.2.; BFH-Beschluss vom 9.&nbsp;Oktober 1992 VI&nbsp;S&nbsp;14\/92, BFHE 169, 197, BStBl II 1993, 13, unter 1.; so auch Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;172&nbsp;AO Rz&nbsp;20,&nbsp;39; v.Wedelst&auml;dt in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;172 Rz&nbsp;112,&nbsp;170; Klein\/R&uuml;sken, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;172 Rz&nbsp;30a, 46; Frotscher in Schwarz\/Pahlke, AO\/FGO, &sect;&nbsp;172&nbsp;AO Rz&nbsp;36; Bartone in K&uuml;hn\/v.Wedelst&auml;dt, 21.&nbsp;Aufl., AO, &sect;&nbsp;172 Rz&nbsp;12; a.A. von&nbsp;Groll in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;172&nbsp;AO Rz&nbsp;56&nbsp;f.). Das Ermessen ist entsprechend dem Zweck der Erm&auml;chtigung auszu&uuml;ben und die Grenzen des Ermessens m&uuml;ssen eingehalten werden (&sect;&nbsp;5 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ermessenaus&uuml;bung ist jedoch durch den Grundsatz der Gleichm&auml;&szlig;igkeit und Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung (&sect;&nbsp;85 AO), nach dem die Finanzbeh&ouml;rde die Steuern nach Ma&szlig;gabe der Gesetze gleichm&auml;&szlig;ig festzusetzen und zu erheben haben, vorbestimmt und damit ggf. auf &quot;Null&quot; reduziert. Damit ist eine Aufhebung oder &Auml;nderung regelm&auml;&szlig;ig zwingend, wenn der Tatbestand der Korrekturvorschrift erf&uuml;llt ist (vgl. Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;172 Rz&nbsp;46; Frotscher in Schwarz\/Pahlke, AO\/FGO, &sect;&nbsp;172&nbsp;AO Rz&nbsp;36; v.Wedelst&auml;dt in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;172 Rz&nbsp;170).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den allgemeinen Regeln tr&auml;gt das FA die objektive Beweislast (Feststellungslast) daf&uuml;r, dass die f&uuml;r die &Auml;nderung des Bescheids erforderlichen tats&auml;chlichen Voraussetzungen vorliegen. Begehrt der Steuerpflichtige die &Auml;nderung, trifft diesen die Feststellungslast. Im Fall eines insoweit ungekl&auml;rten und auch nicht mehr aufkl&auml;rbaren Sachverhalts (&quot;non-liquet&quot;) darf eine &Auml;nderung nicht vorgenommen werden (zur Beweislast vgl. BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Juli&nbsp;2011 X&nbsp;R&nbsp;26\/10, BFHE 234, 239, BStBl II 2012, 856, unter II.5., und vom 19.&nbsp;August&nbsp;2015 X&nbsp;R&nbsp;30\/12, BFH\/NV 2016, 203, unter II.1.b.&nbsp;bb(2)).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach Ma&szlig;gabe dieser Grunds&auml;tze ist das FG zu Recht davon ausgegangen, dass die &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO grunds&auml;tzlich im Ermessen steht und die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung zugunsten des Steuerpflichtigen von diesem darzulegen sind. Ebenfalls ist das FG zutreffend davon ausgegangen, dass bei Vorliegen der Voraussetzungen f&uuml;r eine Herabsetzung der Steuer das Ermessen des FA sich auf Null reduziert und der von dem &Auml;nderungsantrag betroffene Steuerbescheid dann zwingend zu &auml;ndern ist. Eine &Auml;nderung hat daher zwingend zu erfolgen, wenn der Steuerpflichtige alle f&uuml;r eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO erforderlichen Tatsachen nachweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat weiter zu Recht auf die im Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung festgestellten Tatsachen abgestellt und nicht die im Zeitpunkt der letzten Verwaltungsentscheidung dem FA vorliegenden Tatsachen als allein ma&szlig;geblich erachtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ma&szlig;geblicher Zeitpunkt f&uuml;r die gerichtliche &Uuml;berpr&uuml;fung einer Ermessensentscheidung des FA durch das FG ist grunds&auml;tzlich der Zeitpunkt der letzten Beh&ouml;rdenentscheidung (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2016 II&nbsp;R&nbsp;17\/14, BFHE 253, 505, BStBl II 2016, 822, unter II.2.b; BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2013 VII&nbsp;B&nbsp;201\/12, BFH\/NV 2013, 972; vom 15.&nbsp;Juli 2015 IX&nbsp;B&nbsp;38\/15, BFH\/NV 2015, 1431, und vom 19.&nbsp;Dezember 2016 XI&nbsp;B&nbsp;57\/16, BFH\/NV 2017, 599, unter II.1.b&nbsp;bb; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;102 FGO Rz&nbsp;7; Gr&auml;ber\/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;102 Rz&nbsp;13; Brandt in Beermann\/Gosch, FGO &sect;&nbsp;101 Rz&nbsp;34 und FGO &sect;&nbsp;102 Rz&nbsp;31). Sp&auml;ter eintretende Umst&auml;nde sind nicht in die Rechtm&auml;&szlig;igkeitspr&uuml;fung der Beh&ouml;rdenentscheidung einzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Verpflichtungsklagen auf Erlass eines gebundenen Verwaltungsakts kommt es hingegen grunds&auml;tzlich auf die im Zeitpunkt der Entscheidung in der Tatsacheninstanz bestehende Sach- und Rechtslage an (vgl. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Juli 1992 VII&nbsp;R&nbsp;28\/91, BFH\/NV 1993, 440, unter 2.b; vom 2.&nbsp;Juni 2005 III&nbsp;R&nbsp;66\/04, BFHE 210, 265, BStBl II 2006, 184, unter II.2.b&nbsp;aa, und vom 14.&nbsp;M&auml;rz&nbsp;2012 XI&nbsp;R&nbsp;33\/09, BFHE 236, 283, BStBl II 2012, 477, unter II.1.c; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts &#8211;BVerwG&#8211; vom 24.&nbsp;Juni&nbsp;2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;C&nbsp;45\/03, BVerwGE 121, 140, unter 1.a, m.w.N.; Lange in HHSp, &sect;&nbsp;101 FGO Rz&nbsp;25&nbsp;f.; Brandis in Tipke\/ Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;101 FGO Rz&nbsp;8; a.A. Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O., &sect;&nbsp;101 Rz&nbsp;6). Dies gilt auch bei Ermessensentscheidungen, wenn &#8211;wie hier&#8211; eine Ermessensreduzierung auf Null vorliegt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 236, 283, BStBl II 2012, 477, unter II.1.c; BVerwG-Urteil vom 21.&nbsp;Januar 1992&nbsp;&nbsp;1&nbsp;C&nbsp;49\/88, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 1992, 1211, unter 2.b&nbsp;bb; Lange in HHSp, &sect;&nbsp;101 FGO Rz&nbsp;25&nbsp;f.; Wernsmann in HHSp, &sect;&nbsp;5 AO Rz&nbsp;235, 242; Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;101 FGO Rz&nbsp;8). Eine solche Verpflichtung kann nur ausgesprochen werden, wenn zu dem Zeitpunkt, in dem die gerichtliche Entscheidung ergeht, ein Anspruch auf die erstrebte Verpflichtung des FA besteht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 236, 283, BStBl II 2012, 477, unter II.1.c; Lange in HHSp, &sect;&nbsp;101 FGO Rz&nbsp;25; Wagner, EFG 2010, 280, 281).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat zu Recht alle in der m&uuml;ndlichen Verhandlung festgestellten Umst&auml;nde f&uuml;r die &Uuml;berpr&uuml;fung der Ablehnung des &Auml;nderungsantrags und der dazugeh&ouml;rigen Einspruchsentscheidung herangezogen. So hat es f&uuml;r die Annahme einer Ermessensreduzierung auf Null auf das &quot;Ergebnis der Beweisaufnahme&quot; abgestellt, die &quot;glaubhaften&quot; Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers in der m&uuml;ndlichen Verhandlung herangezogen und die Aussagen der Zeugen A und B gew&uuml;rdigt. Auch hat es auf die &quot;seitens des Senats festgestellten Mietverh&auml;ltnisse&quot; abgestellt. Damit hat das FG f&uuml;r die Annahme einer Ermessensreduzierung auf Null nicht auf den Zeitpunkt der letzten Beh&ouml;rdenentscheidung abgestellt, sondern den Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auf der Grundlage der &#8211;nicht mit einer Verfahrensr&uuml;ge angegriffenen und daher den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden&#8211; Feststellungen des FG geht dieses zu Recht von einer Ermessenreduzierung auf Null und damit einer bindenden Verpflichtung des FA zur &Auml;nderung aus. Da das FG die Voraussetzungen f&uuml;r den Werbungskostenabzug im Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung und damit f&uuml;r den anteiligen Ansatz der negativen Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung auf der Grundlage von &sect;&nbsp;9, &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes bejaht hat, sind damit alle f&uuml;r eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO erforderlichen Tatsachen nachgewiesen und damit eine &Auml;nderung zwingend durchzuf&uuml;hren. Denn im Fall einer Ermessensreduzierung auf Null ist der Ermessensspielraum so eingeengt, dass nur eine Entscheidung ermessensgerecht ist (so u.a. Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;102 FGO Rz&nbsp;1d; Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O., &sect;&nbsp;102 Rz&nbsp;15&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist spruchreif. Stuft das Gericht eine Ermessensentscheidung des FA als fehlerhaft ein, darf es nur im Fall einer Ermessensreduzierung auf Null eine eigene Sachentscheidung treffen. Ansonsten ist es gehalten, sich auf eine Aufhebung der Beh&ouml;rdenentscheidung zu beschr&auml;nken (vgl. BFH-Urteile vom 10.&nbsp;Oktober 2001 XI&nbsp;R&nbsp;52\/00, BFHE 196, 572, BStBl II 2002, 201; vom 9.&nbsp;Februar 2009 III&nbsp;R&nbsp;20\/07, juris, unter II.3.a; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;102&nbsp;FGO Rz&nbsp;1d). Da der Einkommensteuerbescheid 2009 vom 25.&nbsp;Oktober 2011 i.d.F der Einspruchsentscheidung vom 3.&nbsp;August 2012 nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO nach den Feststellungen des FG zu &auml;ndern ist, hat das FG die Ablehnung des &Auml;nderungsantrags vom 25.&nbsp;September 2012 und die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;Juni 2013 zu Recht aufgehoben und der Klage in dem beantragten Umfang stattgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135&nbsp;Abs.&nbsp;2&nbsp;FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.10.2017, IX R 2\/17ECLI:DE:BFH:2017:U.111017.IXR2.17.0 Schlichter &Auml;nderungsantrag nach Einspruchsentscheidung innerhalb der Klagefrist &#8211; Zeitpunkt der &Uuml;berpr&uuml;fung einer Ermessensentscheidung bei Ermessensreduzierung auf Null Leits&auml;tze 1. NV: Ein nach Erlass einer Einspruchsentscheidung, aber innerhalb der Klagefrist gestellter Antrag auf schlichte &Auml;nderung der Steuerfestsetzung nach &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-2-17-schlichter-aenderungsantrag-nach-einspruchsentscheidung-innerhalb-der-klagefrist-zeitpunkt-der-ueberpruefung-einer-ermessensentscheidung-bei-ermessensreduzierung-auf-null\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;2\/17 &#8211; Schlichter &Auml;nderungsantrag nach Einspruchsentscheidung innerhalb der Klagefrist &#8211; Zeitpunkt der &Uuml;berpr&uuml;fung einer Ermessensentscheidung bei Ermessensreduzierung auf Null<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-68993","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68993","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68993"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68993\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68993"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68993"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68993"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}