{"id":69000,"date":"2018-02-14T11:09:33","date_gmt":"2018-02-14T09:09:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69000"},"modified":"2018-02-14T11:09:33","modified_gmt":"2018-02-14T09:09:33","slug":"i-r-87-09-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-dem-bfh-urteil-vom-22122010-i-r-84-09-zurechnung-des-einkommens-einer-liechtensteinischen-stiftung-keine-unionsrechtlichen-bedenken-gegen-par-15-abs-1-sat-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-87-09-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-dem-bfh-urteil-vom-22122010-i-r-84-09-zurechnung-des-einkommens-einer-liechtensteinischen-stiftung-keine-unionsrechtlichen-bedenken-gegen-par-15-abs-1-sat-3\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;87\/09 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit dem BFH-Urteil vom 22.12.2010 I R 84\/09 &#8211; Zurechnung des Einkommens einer liechtensteinischen Stiftung &#8211; Keine unionsrechtlichen Bedenken gegen &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 AStG a.F. &#8211; Gerechtfertigte Beschr&auml;nkung der EWR-Freiheiten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.12.2010, I R 87\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen inhaltsgleich mit dem BFH-Urteil vom 22.12.2010 I R 84\/09 &#8211; Zurechnung des Einkommens einer liechtensteinischen Stiftung &#8211; Keine unionsrechtlichen Bedenken gegen &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 AStG a.F. &#8211; Gerechtfertigte Beschr&auml;nkung der EWR-Freiheiten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Zwischen den Beteiligten ist die Hinzurechnung des Einkommens der C-Stiftung nach &sect; 15 der im Streitjahr 2001 geltenden Fassung des Gesetzes &uuml;ber die Besteuerung bei Auslandsbeziehungen (Au&szlig;ensteuergesetz &#8211;AStG a.F.&#8211;) streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist neben ihren zwei Geschwistern als Erbin Gesamtrechtsnachfolgerin der im Streitjahr verstorbenen A. A hatte seit 1971 dauerhaft in Monaco gelebt und in Deutschland keinen Wohnsitz unterhalten. Im Jahr 1995 hatte sie die C-Stiftung und die D-Stiftung als Familienstiftungen liechtensteinischen Rechts errichtet, bevor sie im Jahr 1997 nach Deutschland zog. In den Statuten und im Beistatut der C-Stiftung ist als &quot;Stifter&quot; und als &quot;einziges Mitglied des Stiftungsrats&quot; R bezeichnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Alleiniger Beg&uuml;nstigter der C-Stiftung war der j&uuml;ngste Sohn der Stifterin, E. Im Falle seines Ablebens sollten Beg&uuml;nstigte dieser Stiftung seine drei Kinder sein. Im Beistatut war au&szlig;erdem geregelt, dass der Alleinbeg&uuml;nstigte E erst nach Ablauf von zw&ouml;lf Monaten nach dem Ableben der A &uuml;ber seine Beg&uuml;nstigung benachrichtigt werden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beg&uuml;nstigte der D-Stiftung sollten die drei Kinder der A, n&auml;mlich die Kl&auml;gerin, G und E zu gleichen Teilen sein. Das Beistatut enthielt unter Ziffer II. Bedingungen, an die die Auszahlung des Stiftungsverm&ouml;gens an die Beg&uuml;nstigten gekoppelt war. So durften beispielsweise die Beg&uuml;nstigten nicht mehr als ihr Pflichtteilsrecht geltend machen und mussten sie sich mit ihrer Mindesterbberechtigung abfinden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A hatte in ihren Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2000 die Ertr&auml;ge aus der D-Stiftung als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen deklariert, nicht jedoch die Eink&uuml;nfte aus der C-Stiftung. Ab dem 30. Juni 2004 fand bei den Rechtsnachfolgern der verstorbenen A eine Steuerfahndungspr&uuml;fung statt, die auch die Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen der beiden Stiftungen betraf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfasste die Eink&uuml;nfte aus beiden liechtensteinischen Stiftungen bei der Veranlagung der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Streitjahr (2001). Das Finanzgericht (FG) wies die dagegen gerichtete Klage durch den Einzelrichter ab (Hessisches FG, Urteil vom 18. August 2009&nbsp;&nbsp;2 K 955\/09).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt mit ihrer Revision die Verletzung formellen und materiellen Rechts und beantragt, das angefochtene Urteil und den im Anschluss an die Steuerfahndungspr&uuml;fung erlassenen Einkommensteuerbescheid 2001 sowie die dazu ergangene Einspruchsentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Feststellungen des FG reichen f&uuml;r eine abschlie&szlig;ende Entscheidung nicht aus. Das FG wird im zweiten Rechtsgang die tats&auml;chlichen Feststellungen zum Inhalt der Statuten und Beistatuten der C-Stiftung mit Blick auf das liechtensteinische Recht treffen m&uuml;ssen, die eine Entscheidung erm&ouml;glichen, ob die von der C-Stiftung erwirtschafteten Ertr&auml;ge steuerlich dieser oder unmittelbar der Stifterin A als von ihr erzielte Eink&uuml;nfte zuzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 AStG a.F. wird f&uuml;r Zwecke der Einkommensteuer das Einkommen einer Familienstiftung i.S. des &sect; 15 Abs. 2 AStG a.F., die sowohl ihren Sitz als auch ihre Gesch&auml;ftsleitung im Ausland hat, dem unbeschr&auml;nkt steuerpflichtigen Stifter zugerechnet. Diese Zurechnung setzt voraus, dass die Familienstiftung ein entsprechendes Einkommen im steuerrechtlichen Sinn erzielt (vgl. Senatsbeschluss vom 8. April 2009 I B 223\/08, BFH\/NV 2009, 1437; Senatsurteil vom 5. November 1992 I R 39\/92, BFHE 170, 62, BStBl II 1993, 388). Die Vorschrift regelt nur die Zurechnung des Einkommens, nicht aber die &#8211;vorgelagerte&#8211; Frage der Erzielung von Eink&uuml;nften (vgl. Senatsurteil vom 2. Februar 1994 I R 66\/92, BFHE 173, 404, BStBl II 1994, 727). Die mit der Anwendung des &sect; 15 AStG a.F. einhergehende Durchbrechung der Abschirmwirkung ausl&auml;ndischer Rechtstr&auml;ger tritt somit &#8211;abweichend von der Regelungslage bei einschl&auml;gigen Missbrauchsvermeidungsvorschriften (vgl. &sect;&sect; 7 ff. AStG a.F.), denen sowohl nach ihrem Tatbestand als auch nach ihrer Rechtsfolge spezialgesetzlicher Vorrang zukommt (vgl. z.B. Senatsurteil vom 29. Januar 2008 I R 26\/06, BFHE 220, 392, BStBl II 2008, 978)&#8211; zur&uuml;ck, wenn die betreffenden Eink&uuml;nfte aufgrund allgemeiner Regelungen nicht der Stiftung, sondern einer anderen Person &#8211;dem Stifter&#8211; zuzurechnen sind (ebenso z.B. Bl&uuml;mich\/Vogt, EStG\/KStG\/GewStG, &sect; 15 AStG Rz 1; Schulz in Lademann, EStG, &sect; 15 AStG Rz 7; Wassermeyer, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2009, 191; Wassermeyer in Flick\/Wassermeyer\/Baumhoff, Au&szlig;ensteuerrecht, &sect; 15 AStG Rz 28 zu Stiftungen in Liechtenstein unter Verweis auf das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 15. Juli 1997 VIII R 56\/93, BFHE 183, 518, BStBl II 1998, 152; Rundshagen in Strunk\/Kaminski\/K&ouml;hler, AStG\/DBA, &sect; 15 AStG Rz 23; Wenz\/Linn in Haase, Au&szlig;ensteuergesetz\/Doppelbesteuerungsabkommen, &sect; 15 Rz 32; Schulz, Die Besteuerung ausl&auml;ndischer Familienstiftungen nach dem Au&szlig;ensteuergesetz, 2010, S. 94 ff.; vgl. auch Kirchhain, Die Familienstiftung im Au&szlig;ensteuerrecht, 2010, S. 101 f. sowie derselbe im M&ouml;ssner\/Fuhrmann, Au&szlig;ensteuergesetz, 2. Aufl., &sect; 15 Rz 21; Sch&uuml;tz, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2008, 603; zu &ouml;sterreichischen Stiftungen auch von L&ouml;we, IStR 2005, 577; s. auch Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 16. September 2004 IV A 4 &#8211; S 1928 &#8211; 120\/04, IV A 4 &#8211; S 1928 &#8211; 94\/04, dort Antwort zu Frage 19, Absatz 3). Ob sich an dieser Rechtslage durch die Anf&uuml;gung des &sect; 15 Abs. 6 AStG durch das Jahressteuergesetz 2009 (AStG n.F.) etwas ge&auml;ndert hat, bedarf jedenfalls f&uuml;r das Streitjahr keiner Entscheidung (vgl. &sect; 21 Abs. 18 Satz 1 AStG n.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aufgrund dieser Ausgangslage h&auml;tte das FG pr&uuml;fen m&uuml;ssen, wer wirtschaftlicher Eigent&uuml;mer der von der C-Stiftung gehaltenen Wirtschaftsg&uuml;ter war und wem die damit erzielten Eink&uuml;nfte zuzurechnen sind. Im Allgemeinen kann insbesondere bei Kapitaleink&uuml;nften davon ausgegangen werden, dass der wirtschaftlichen Inhaberschaft einer Forderung die Zurechnung der daraus resultierenden Eink&uuml;nfte folgt (vgl. Senatsurteil vom 20. Januar 1999 I R 69\/97, BFHE 188, 254, BStBl II 1999, 514). Da bei Stiftungen in Liechtenstein der Stiftungsrat regelm&auml;&szlig;ig an die Anweisungen des Stifters gebunden ist (vgl. Wassermeyer in Flick\/Wassermeyer\/Baumhoff, a.a.O., &sect; 15 AStG Rz 28; Sch&uuml;tz, DB 2008, 603; zu &quot;kontrollierten&quot; Treuhandstiftungen vgl. auch Schulz in Lademann, a.a.O., &sect; 15 AStG Rz 8), kann entgegen der Vorgehensweise des FG nicht unterstellt werden, das von der Stiftung verwaltete Verm&ouml;gen und die daraus erzielten Eink&uuml;nfte seien dieser ohne Weiteres steuerrechtlich zuzurechnen. Das FG hat insbesondere zu den Rechtsfolgen der Statuten und Beistatuten, einschlie&szlig;lich des Inhalts eines etwaigen Mandatsvertrags zu dem als rechtlicher Stifter aufgetretenen R, nach dem insoweit anwendbaren liechtensteinischen Recht bisher keine n&auml;heren Feststellungen getroffen. Es hat sich insoweit auf die Feststellung beschr&auml;nkt, der Einwand der Kl&auml;gerin, die verstorbene Stifterin A habe zu Lebzeiten &uuml;ber die Ertr&auml;ge der D-Stiftung verf&uuml;gen k&ouml;nnen, w&auml;hrend das bei der C-Stiftung nicht der Fall gewesen w&auml;re, gehe &quot;ins Leere&quot;. Gerade die Frage der Gestaltungs- und Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber das Stiftungsverm&ouml;gen ist aber entscheidungserheblich. Auch wenn das FG bei der allgemeinen Darstellung der Besteuerung nach &sect; 15 AStG a.F. davon ausgeht, dass die Besteuerungstatbest&auml;nde von der Familienstiftung verwirklicht wurden, l&auml;sst das keinen R&uuml;ckschluss darauf zu, ob &sect; 15 AStG a.F. &uuml;berhaupt anwendbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dazu erforderlichen Feststellungen zum ausl&auml;ndischen Recht geh&ouml;ren zu den Tatsachenfeststellungen i.S. des &sect; 118 Abs. 2 FGO, die das FG von Amts wegen und unter Beachtung des &sect; 76 Abs. 1 Satz 4 FGO i.V.m. &sect; 90 Abs. 2 der Abgabenordnung sowie der &sect;&sect; 16, 17 AStG a.F. vorzunehmen hat (vgl. &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 293 der Zivilprozessordnung) und die im Revisionsverfahren nicht nachgeholt werden k&ouml;nnen. Dabei hat das FG eine Gesamtw&uuml;rdigung der tats&auml;chlichen und rechtlichen Gesichtspunkte im Streitfall vorzunehmen (vgl. zu den zu w&uuml;rdigenden Aspekten beispielhaft BMF-Schreiben vom 16. September 2004, a.a.O., Antwort zu Frage 19, Absatz 5 f.). Die Art und Weise der Ermittlung ausl&auml;ndischen Rechts steht im pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessen des Gerichts (vgl. dazu Senatsurteil vom 19. Dezember 2007 I R 46\/07, BFH\/NV 2008, 930, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Wenn der Stiftung die Eink&uuml;nfte unmittelbar zuzurechnen sind, wird das FG f&uuml;r die Anwendung des &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 AStG a.F. dar&uuml;ber hinaus pr&uuml;fen m&uuml;ssen, ob sich seine bisherige Rechtsauffassung, dass sich nicht nur der Sitz, sondern auch die Gesch&auml;ftsleitung der Stiftung in Liechtenstein befand, aufrecht halten l&auml;sst. Dazu bedarf es ebenfalls n&auml;herer Feststellungen, die dem Revisionsgericht versagt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich wird das FG die H&ouml;he des zu versteuernden Einkommens im Falle einer unmittelbaren Zurechnung der Eink&uuml;nfte oder einer Zurechnung des Einkommens nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 AStG a.F., unter Ber&uuml;cksichtigung der jeweiligen Ermittlungsvorschriften f&uuml;r nat&uuml;rliche Personen und K&ouml;rperschaften einschlie&szlig;lich etwaiger Verlustabz&uuml;ge, in der verfahrensrechtlichen Grenze des Verb&ouml;serungsverbotes berechnen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Es ist nicht erforderlich, das Verfahren nach Art. 267 Abs. 2, Abs. 3 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2007 Nr. C 306\/01) auszusetzen und wegen der von der Kl&auml;gerin aufgeworfenen Frage der Vereinbarkeit des &sect; 15 AStG a.F. mit dem Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen) dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vorzulegen. Ein Versto&szlig; gegen die Niederlassungsfreiheit oder den freien Kapitalverkehr nach Art. 31 bzw. Art. 40 des EWR-Abkommens liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar beschr&auml;nkt &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 AStG a.F. insbesondere den freien Kapitalverkehr. Die Beschr&auml;nkung der EWR-Freiheiten wird aber gerechtfertigt, wenn es an einem steuerlichen Auskunftsaustausch mit einem anderen EWR-Staat fehlt und deshalb das Interesse der Allgemeinheit, Steuerhinterziehung zu bek&auml;mpfen, und die Notwendigkeit, die Wirksamkeit von Steuerpr&uuml;fungen zu wahren, durch eine hierf&uuml;r geeignete, erforderliche und verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige Regelung in anderer Weise sichergestellt wird (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 28. Oktober 2010 C-72\/09 &quot;&Eacute;tablissements Rimbaud&quot;, IStR 2010, 842; so auch EuGH-Urteil vom 19. November 2009 C-540\/07 &quot;Kommission .\/. Italien&quot;, IStR 2009, 853). Ein solcher Sachverhalt liegt im Streitfall vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr bestand mit Liechtenstein kein Amtshilfeabkommen in Steuersachen und auch kein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung mit einer gleichwertigen Auskunftsregelung. Insoweit weist das FA berechtigterweise darauf hin, dass es sich nicht auf einen Nachweis durch den Steuerpflichtigen verweisen lassen muss, wenn es dessen Angaben nicht im Wege der Amtshilfe &uuml;berpr&uuml;fen kann. Das mit Liechtenstein am 2. September 2009 abgeschlossene Abkommen &uuml;ber die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch in Steuersachen (BGBl II 2010, 951) wirkt nach dessen Art. 13 Abs. 2 nicht auf das Streitjahr zur&uuml;ck. Angesichts dessen hat der erkennende Senat keine Zweifel an der Vereinbarkeit des &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 AStG a.F. mit dem EWR-Abkommen (vgl. zur fehlenden Vorlageverpflichtung bei offenkundiger Rechtslage erg&auml;nzend EuGH-Urteil vom 6. Oktober 1982 Rs. 283\/81 &quot;C.I.L.F.I.T.&quot;, Slg. 1982, 3415).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auch der von der Kl&auml;gerin erhobene Einwand, die Vorschrift sei jedenfalls dann nicht anwendbar, wenn die Stiftung vor der Wohnsitzverlegung nach Deutschland errichtet wurde, ist unbeachtlich. F&uuml;r die Anwendung des &sect; 15 AStG a.F. und seine Vereinbarkeit mit dem EWR-Abkommen kommt es auf das tats&auml;chliche Vorliegen einer &quot;Steuer- oder Kapitalflucht&quot; aus Deutschland nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Aufgrund der Notwendigkeit einer Zur&uuml;ckverweisung des Rechtsstreits an das FG bedarf es keiner Entscheidung, ob das angefochtene Urteil auf den von der Kl&auml;gerin ger&uuml;gten weiteren verfahrensrechtlichen M&auml;ngeln beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Sache wird gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO an den zust&auml;ndigen voll besetzten Senat und nicht an den Einzelrichter zur&uuml;ckverwiesen, da die Sache besondere Schwierigkeiten tats&auml;chlicher und rechtlicher Art aufweist (&sect; 6 Abs. 1 Nr. 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.12.2010, I R 87\/09 Im Wesentlichen inhaltsgleich mit dem BFH-Urteil vom 22.12.2010 I R 84\/09 &#8211; Zurechnung des Einkommens einer liechtensteinischen Stiftung &#8211; Keine unionsrechtlichen Bedenken gegen &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 AStG a.F. &#8211; Gerechtfertigte Beschr&auml;nkung der EWR-Freiheiten Tatbestand 1&nbsp; I. Zwischen den Beteiligten ist die Hinzurechnung des Einkommens der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-87-09-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-dem-bfh-urteil-vom-22122010-i-r-84-09-zurechnung-des-einkommens-einer-liechtensteinischen-stiftung-keine-unionsrechtlichen-bedenken-gegen-par-15-abs-1-sat-3\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;87\/09 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit dem BFH-Urteil vom 22.12.2010 I R 84\/09 &#8211; Zurechnung des Einkommens einer liechtensteinischen Stiftung &#8211; Keine unionsrechtlichen Bedenken gegen &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 AStG a.F. &#8211; Gerechtfertigte Beschr&auml;nkung der EWR-Freiheiten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69000","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69000","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69000"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69000\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69000"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69000"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69000"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}