{"id":69120,"date":"2018-03-12T17:05:17","date_gmt":"2018-03-12T15:05:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69120"},"modified":"2018-03-12T17:05:17","modified_gmt":"2018-03-12T15:05:17","slug":"i-b-27-17-unsubstantiierter-beweisantrag-pruefung-einer-steuerhinterziehung-als-voraussetzung-einer-verlaengerten-festsetzungsfrist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-27-17-unsubstantiierter-beweisantrag-pruefung-einer-steuerhinterziehung-als-voraussetzung-einer-verlaengerten-festsetzungsfrist\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;27\/17 &#8211; Unsubstantiierter Beweisantrag &#8211; Pr&uuml;fung einer Steuerhinterziehung als Voraussetzung einer verl&auml;ngerten Festsetzungsfrist"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.11.2017, I B 27\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.151117.IB27.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Unsubstantiierter Beweisantrag &#8211; Pr&uuml;fung einer Steuerhinterziehung als Voraussetzung einer verl&auml;ngerten Festsetzungsfrist<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Unsubstantiierten Beweisantr&auml;gen eines Beteiligten muss das FG nicht nachgehen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Die Finanzgerichte haben den Tatbestand der Steuerhinterziehung als Voraussetzung einer auf zehn Jahre verl&auml;ngerten Festsetzungsfrist in eigener Zust&auml;ndigkeit nach den Verfahrensvorschriften der AO und der FGO zu pr&uuml;fen. Eine Pflicht zur Aussetzung des Verfahrens bis zur Entscheidung im Strafverfahren besteht nicht.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 7. Februar 2017&nbsp;&nbsp;2 K 3154\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war bis 31.&nbsp;Juli 2007 bei der A&nbsp;GmbH angestellt. F&uuml;r den Verlust seines Arbeitsplatzes erhielt der Kl&auml;ger im August 2007 von der vormaligen Arbeitgeberin eine Abfindungszahlung von &#8230;&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen&uuml;ber dem Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gab der Kl&auml;ger in seiner im Juli 2009 eigereichten Steuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr (2007) an, er sei ab Juni 2007 in X (Vereinigte Arabische Emirate &#8211;VAE&#8211;) wohnhaft gewesen und daher im Hinblick auf die Abfindungszahlung beschr&auml;nkt steuerpflichtig. In der Lohnsteuerbescheinigung war die Abfindung als nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (DBA) steuerfreier Arbeitslohn eingetragen. Mit Bescheid vom 2.&nbsp;Dezember 2009 setzte das FA die Einkommensteuer des Kl&auml;gers in der Weise fest, dass es die Abfindungszahlung nicht in die Bemessungsgrundlage einbezog.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem im Juni 2014 ein Steuerstrafverfahren gegen den Kl&auml;ger eingeleitet worden war, kam das FA zu der Auffassung, dass der Kl&auml;ger seinen inl&auml;ndischen Wohnsitz nach dem 31.&nbsp;Mai 2007 nicht vollst&auml;ndig aufgegeben habe und daher auch im Zeitpunkt der Abfindungszahlung noch unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig gewesen sei. Das FA nahm des Weiteren an, der Kl&auml;ger habe den Tatbestand einer Steuerhinterziehung verwirklicht. Es erlie&szlig; am 5.&nbsp;Oktober 2015 unter Berufung auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) einen ge&auml;nderten Steuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr, in dem es die Abfindungszahlung zur Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer hinzurechnete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage blieb ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen hat sie mit Urteil vom 7.&nbsp;Februar 2017&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;3154\/15 als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt mit seiner Beschwerde, die Revision gegen das FG-Urteil zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Nichtzulassungsbeschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger r&uuml;gt, das FG habe unter Versto&szlig; gegen die richterliche Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) und das Gebot der Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) vom Kl&auml;ger mit Schreiben vom 15.&nbsp;Januar 2017 gestellte Beweisantr&auml;ge auf Vernehmung von insgesamt 15&nbsp;Zeugen &uuml;bergangen. Das FG war jedoch auf der Grundlage seiner &#8211;f&uuml;r die Pr&uuml;fung auf Verfahrensm&auml;ngel ma&szlig;geblichen (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;Mai 2017 II&nbsp;R&nbsp;35\/15, BFHE 258, 95, BStBl II 2017, 966)&#8211; materiell-rechtlichen Sichtweise nicht gehalten, den Beweisangeboten nachzugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Den Beweisangeboten des Kl&auml;gers war ein richterlicher Hinweis mit Aufkl&auml;rungsanordnung des FG vom 15.&nbsp;November 2016 vorausgegangen. Darin hat die Berichterstatterin die sp&auml;ter auch im angefochtenen Urteil zum Ausdruck gekommene Rechtsauffassung des FG dargelegt, der zufolge der inl&auml;ndische Besteuerungszugriff auf die Abfindung &#8211;auch unter Beachtung des mit den VAE seinerzeit bestehenden DBA&#8211; dann gegeben w&auml;re, wenn der Kl&auml;ger zum Zeitpunkt der Auszahlung der Abfindung entweder einen Wohnsitz oder seinen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland gehabt h&auml;tte und dass aus Sicht des FG nach gegenw&auml;rtiger Aktenlage beides zu bejahen sei. Der Kl&auml;ger wurde auch darauf hingewiesen, welche tats&auml;chlichen Anforderungen an einen inl&auml;ndischen Wohnsitz zu stellen sind und dass es daf&uuml;r nicht erforderlich sei, dass die inl&auml;ndische Wohnung den Mittelpunkt der Lebensinteressen bilde. Der Kl&auml;ger wurde vom FG aufgefordert, seinen Sachvortrag u.a. zur Aufgabe des inl&auml;ndischen Wohnsitzes und zum gew&ouml;hnlichen Aufenthalt durch Unterlagen oder andere Beweismittel nachzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Darauf hat der Kl&auml;ger in der Weise reagiert, dass er mit dem erw&auml;hnten Schreiben vom 15.&nbsp;Januar 2017 eine Liste von 15&nbsp;Zeugen eingereicht hat, die &#8211;so der Kl&auml;ger&#8211; &quot;befragt werden k&ouml;nnen, wo im Streitjahr 2H\/2007 mein Lebensmittelpunkt gewesen ist&quot;. Das FG hat diesen Beweisantr&auml;gen nicht entsprochen, weil zum einen die Frage des Lebensmittelpunkts unerheblich f&uuml;r eine Aufgabe des inl&auml;ndischen Wohnsitzes sei und zum anderen den Beweisantr&auml;gen eine substantiierte Behauptung von Tatsachen, die der jeweilige Zeuge bekunden solle, fehle; es handele sich um Beweisantr&auml;ge &quot;ins Blaue hinein&quot; bzw. unzul&auml;ssige Ausforschungsbeweise.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat dadurch weder die ihm obliegende Sachaufkl&auml;rungspflicht noch die Grunds&auml;tze zur Beweiserhebung nach &sect;&nbsp;81 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO verletzt. Die Sachaufkl&auml;rungspflicht nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO erfordert, dass das FG Tatsachen und Beweismitteln nachgeht, die sich ihm in Anbetracht der Umst&auml;nde des Einzelfalls h&auml;tten aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Juli 2016 V&nbsp;B&nbsp;4\/16, BFH\/NV 2016, 1740). Es darf substantiierte Beweisantr&auml;ge, die den entscheidungserheblichen Sachverhalt betreffen, grunds&auml;tzlich weder ablehnen noch &uuml;bergehen (BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Dezember 2016 VI&nbsp;B&nbsp;50\/16, BFH\/NV 2017, 598). Demgegen&uuml;ber muss das FG unsubstantiierten Beweisantr&auml;gen nicht nachgehen; eine unzul&auml;ssige Vorwegnahme der Beweisw&uuml;rdigung ist in der Zur&uuml;ckweisung von unsubstantiierten Beweisantr&auml;gen nicht zu sehen. Ein Beweisantrag ist unsubstantiiert, wenn er nicht angibt, welche konkrete Tatsache durch welches Beweismittel nachgewiesen werden soll (BFH-Urteil in BFHE 258, 95, BStBl II 2017, 966).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Grunds&auml;tzen musste das FG den Beweisantr&auml;gen des Kl&auml;gers nicht entsprechen. Denn auf der Grundlage der materiell-rechtlichen Beurteilung des FG war die Frage, ob der Kl&auml;ger in der zweiten Jahresh&auml;lfte 2007 seinen Lebensmittelpunkt im Inland oder in den VAE hatte, nicht entscheidungserheblich. Vor dem Hintergrund des richterlichen Hinweisschreibens vom 15.&nbsp;November 2016, in dem das FG explizit darauf hingewiesen hatte, dass ein Wohnsitz im Inland nicht voraussetze, dass auch der Lebensmittelpunkt im Inland liege, bieten die Ausf&uuml;hrungen im Schreiben des Kl&auml;gers vom 15.&nbsp;Januar 2017 &#8211;entgegen dem Vorbringen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung&#8211; keinen Anhalt daf&uuml;r, die Beweisangebote &quot;bei verst&auml;ndiger W&uuml;rdigung&quot; dahin auszulegen, dass sie auch zum Nachweis daf&uuml;r dienen sollten, dass der Kl&auml;ger den bisherigen Familienwohnsitz im Inland Ende Mai 2007 vollst&auml;ndig aufgegeben habe. Dass der Kl&auml;ger bei der Abfassung des Schreibens vom 15.&nbsp;Januar 2017 nicht mehr durch einen Rechtsanwalt oder Steuerberater vertreten war, &auml;ndert daran nichts, weil die Hinweise der Berichterstatterin auch f&uuml;r einen juristischen Laien gut verst&auml;ndlich gewesen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem hat das FG die Beweisantr&auml;ge zu Recht als unsubstantiiert angesehen. Denn der Kl&auml;ger hat sich auf die pauschale Benennung der Zeugen zum Problemkreis des Lebensmittelpunkts beschr&auml;nkt, ohne dass anhand seiner Angaben ersichtlich w&auml;re, aufgrund welcher Wahrnehmungen die angebotenen Zeugen &uuml;ber welche konkreten Sachverhalte Ausk&uuml;nfte h&auml;tten geben k&ouml;nnen (vgl. zu diesem Erfordernis BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;September 2013 XI&nbsp;B&nbsp;75\/12, BFH\/NV 2014, 164).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit der Kl&auml;ger r&uuml;gt, das FG habe sich nicht mit dem Schreiben von Rechtsanw&auml;ltin B zum Scheidungsverfahren des Kl&auml;gers vom &#8230; 2016 befasst, r&auml;umt er selbst ein, dass dieses Schreiben dem FG nicht zur Kenntnis gebracht worden ist; ein Verfahrensmangel scheidet daher aus. Neuer Sachvortrag kann im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde nicht ber&uuml;cksichtigt werden. Dar&uuml;ber hinaus lassen die Ausf&uuml;hrungen in dem Schreiben, denen zufolge sich der Kl&auml;ger im Jahr 2007 von seiner Ehefrau getrennt und nach Beendigung seines Arbeitsverh&auml;ltnisses &quot;mit der erhaltenen Abfindung ins Ausland gegangen&quot; sei, um sich dort eine neue berufliche Existenz aufzubauen, keinen Schluss darauf zu, inwiefern im August 2007 die Voraussetzungen eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes auf Seiten des Kl&auml;gers noch gegeben waren oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Ausf&uuml;hrungen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung war das FG nicht verpflichtet, den Rechtsstreit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 FGO bis zum Abschluss des gegen den Kl&auml;ger laufenden Strafverfahrens wegen Steuerhinterziehung auszusetzen. Vielmehr war das FG gehalten, den Tatbestand der Steuerhinterziehung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 AO als Voraussetzung einer nach &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO auf zehn Jahre verl&auml;ngerten Festsetzungsfrist in eigener Zust&auml;ndigkeit nach den Verfahrensvorschriften der Abgabenordnung und der Finanzgerichtsordnung zu pr&uuml;fen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Oktober 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;27\/10, BFHE 243, 116, BStBl II 2014, 295). Ein verfahrensrechtlicher Vorrang eines Strafverfahrens gegen&uuml;ber dem Verfahren der Steuerfestsetzung besteht nicht. Ein solcher ergibt sich auch nicht aus der strafrechtlichen Unschuldsvermutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die weiteren Einwendungen des Kl&auml;gers zur Beweis- und Sachverhaltsw&uuml;rdigung sowie zur materiell-rechtlichen Beurteilung des Streitfalls durch das FG weisen keine hinreichenden Bez&uuml;ge zu einem der Zulassungsgr&uuml;nde des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO auf und entsprechen daher nicht den Darlegungsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO. Von einer weiter gehenden Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.11.2017, I B 27\/17ECLI:DE:BFH:2017:B.151117.IB27.17.0 Unsubstantiierter Beweisantrag &#8211; Pr&uuml;fung einer Steuerhinterziehung als Voraussetzung einer verl&auml;ngerten Festsetzungsfrist Leits&auml;tze 1. NV: Unsubstantiierten Beweisantr&auml;gen eines Beteiligten muss das FG nicht nachgehen. 2. 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