{"id":69129,"date":"2018-03-12T17:05:07","date_gmt":"2018-03-12T15:05:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69129"},"modified":"2018-03-12T17:05:07","modified_gmt":"2018-03-12T15:05:07","slug":"viii-b-67-17-aussenpruefung-nach-par-193-abs-1-ao-ivm-par-147a-ao-berechnung-des-schwellenwertes-verfassungsmaessigkeit-keine-unzulaessigkeit-der-aussenpruefung-wegen-hohen-alters-des-steuerpflichtige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-67-17-aussenpruefung-nach-par-193-abs-1-ao-ivm-par-147a-ao-berechnung-des-schwellenwertes-verfassungsmaessigkeit-keine-unzulaessigkeit-der-aussenpruefung-wegen-hohen-alters-des-steuerpflichtige\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;67\/17 &#8211; Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect; 193 Abs. 1 AO i.V.m. &sect; 147a AO &#8211; Berechnung des Schwellenwertes &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &#8211; Keine Unzul&auml;ssigkeit der Au&szlig;enpr&uuml;fung wegen hohen Alters des Steuerpflichtigen &#8211; Erweiterung des AdV-Antrags im Beschwerdeverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.1.2018, VIII B 67\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.110118.VIIIB67.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect; 193 Abs. 1 AO i.V.m. &sect; 147a AO &#8211; Berechnung des Schwellenwertes &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &#8211; Keine Unzul&auml;ssigkeit der Au&szlig;enpr&uuml;fung wegen hohen Alters des Steuerpflichtigen &#8211; Erweiterung des AdV-Antrags im Beschwerdeverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass die gesetzlichen Grundlagen f&uuml;r eine Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect; 193 Abs. 1 AO i.V.m. &sect; 147a AO sowohl formell als auch materiell verfassungsgem&auml;&szlig; sind.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Bei der Berechnung des Schwellenwertes des &sect; 147a Abs. 1 Satz 1 AO sind Kapitaleink&uuml;nfte, die aufgrund eines Antrags auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect; 32d Abs. 6 EStG der tariflichen Besteuerung unterliegen, mit einzubeziehen. Der Abzug der tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten ist gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 9 EStG ausgeschlossen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Bei der Berechnung des Schwellenwertes des &sect; 147a Abs. 1 Satz 1 AO ist zwar ein horizontaler Verlustausgleich innerhalb derselben Einkunftsart m&ouml;glich, jedoch sind weder Verlustvortr&auml;ge noch Verlustr&uuml;cktr&auml;ge aus anderen Jahren noch vertikale Verlustverrechnungen mit anderen Einkunftsarten zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Der Steuerpflichtige kann sich nicht aufgrund seines hohen Alters auf eine Unzul&auml;ssigkeit der Au&szlig;enpr&uuml;fung berufen.<\/p>\n<\/p>\n<p>5. Die &Auml;nderung bzw. Erweiterung eines Antrags auf AdV im Beschwerdeverfahren ist unzul&auml;ssig, wenn dies zu einer wesentlichen Ver&auml;nderung des Streitgegenstands f&uuml;hrt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts vom 22. Mai 2017&nbsp;&nbsp;2 V 22\/17 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Antrag auf Aussetzung der Vollziehung der Anordnung zur Vorlage von Unterlagen in der Anlage zur Pr&uuml;fungsanordnung vom 29. November 2016 wird als unzul&auml;ssig abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die Kosten des Verfahrens hat der Antragsteller zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) wurde in den Kalenderjahren 2011 bis 2014 zusammen mit seiner Ehefrau zur Einkommensteuer veranlagt. In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2011 erkl&auml;rte er u.a. Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von 1.099.306&nbsp;EUR als dem inl&auml;ndischen und in H&ouml;he von 84.237&nbsp;EUR als nicht dem inl&auml;ndischen Steuerabzug unterliegend. Darin enthalten waren Gewinne aus Kapitalertr&auml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H&ouml;he von 679.694&nbsp;EUR. Er stellte einen Antrag auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung f&uuml;r die Kapitalertr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG sowie einen Antrag auf &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG. Zudem beantragte er die Verrechnung von Verlusten nach &sect;&nbsp;23 EStG nach der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2008 geltenden Rechtslage (a.F.). Gewinneink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG wurden vom Antragsteller im Jahr 2011 nicht erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) legte bei der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r 2011 die Eink&uuml;nfte des Antragstellers aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 EStG der tariflichen Einkommensteuer zugrunde, da die G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG zu einer geringeren Steuer f&uuml;hrte. Es erfasste Kapitalertr&auml;ge i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 EStG in H&ouml;he von 506.344&nbsp;EUR und Kapitalertr&auml;ge i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 EStG (ohne Aktien) in H&ouml;he von 679.694&nbsp;EUR, somit in H&ouml;he von insgesamt 1.186.038&nbsp;EUR als tariflich zu besteuernde Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen. Es verrechnete die Kapitalertr&auml;ge i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 EStG (ohne Aktien) in voller H&ouml;he mit den Verlustvortr&auml;gen aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften aus dem Vorjahr i.S. des &sect;&nbsp;23 EStG a.F. Abz&uuml;glich des Sparer-Pauschbetrags in H&ouml;he von 801&nbsp;EUR ergaben sich danach Kapitaleink&uuml;nfte des Antragstellers in H&ouml;he von 505.543&nbsp;EUR. Diese verrechnete das FA mit negativen Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung in H&ouml;he von .\/.&nbsp;2.523&nbsp;EUR (aus geschlossenen Immobilienfonds) und .\/.&nbsp;314.280&nbsp;EUR. Nach der Verrechnung des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte mit weiteren Verlustvortr&auml;gen ergab sich ein zu versteuerndes Einkommen in H&ouml;he von 21.823&nbsp;EUR, das dem Splittingtarif zugrunde gelegt wurde, und eine Einkommensteuerfestsetzung in H&ouml;he von 0&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Pr&uuml;fungsanordnung vom 29.&nbsp;November 2016 ordnete das FA unter Verweis auf &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) eine Au&szlig;enpr&uuml;fung betreffend die Einkommensteuer und Umsatzsteuer f&uuml;r die Jahre 2011 bis 2014, die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs nach &sect;&nbsp;10d EStG zum 31.&nbsp;Dezember 2011 bis 31.&nbsp;Dezember 2014 sowie die Schenkungssteuer 2007 an. In der Anlage zur Pr&uuml;fungsanordnung verwies es darauf, dass sich die Summe der positiven Eink&uuml;nfte des Antragstellers gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 bis 7 EStG im Jahr 2011 auf mehr als 500.000&nbsp;EUR belaufen habe, so dass die Voraussetzungen f&uuml;r die Anordnung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;147a AO erf&uuml;llt seien. Zudem forderte es den Antragsteller zur Vorlage zahlreicher Unterlagen auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem hiergegen erhobenen Einspruch vom 22.&nbsp;Dezember 2016 machte der Antragsteller geltend, dass er die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;147a AO in den Jahren 2011 bis 2014 nicht erf&uuml;llt habe. Gleichzeitig stellte er einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) der Pr&uuml;fungsanordnung bis zu einer rechtskr&auml;ftigen Entscheidung im Einspruchsverfahren. Dies lehnte das FA mit Bescheid vom 25.&nbsp;Januar 2017 ab. Mit Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;Februar 2017 wurde der Einspruch gegen die Pr&uuml;fungsanordnung als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Der Antragsteller hat hiergegen Klage beim Finanzgericht (FG) erhoben, die unter dem Aktenzeichen &#8230; anh&auml;ngig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch gegen die Aufforderung zur Vorlage der in der Anlage zur Pr&uuml;fungsanordnung bezeichneten Unterlagen legte der Antragsteller Einspruch ein und beantragte die AdV. Der Einspruch wurde mit Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;April 2017 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die hiergegen erhobene Klage (Aktenzeichen &#8230;) hat das FG mit dem Klageverfahren gegen die Pr&uuml;fungsanordnung (Aktenzeichen &#8230;) verbunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Antrag des Antragstellers auf AdV der Pr&uuml;fungsanordnung vom 29.&nbsp;November 2016 lehnte das FG mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2017, 1236 ver&ouml;ffentlichten Beschluss vom 22.&nbsp;Mai 2017&nbsp;&nbsp;2&nbsp;V&nbsp;22\/17 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG zugelassenen Beschwerde macht der Antragsteller geltend, dass ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Pr&uuml;fungsanordnung vom 29.&nbsp;November 2016 sowie an der in der Anlage getroffenen Anordnung zur Vorlage bestimmter Unterlagen bestehen w&uuml;rden. Da er in dem Pr&uuml;fungszeitraum 2011 bis 2014 weder einen gewerblichen noch einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb unterhalten habe, noch freiberuflich t&auml;tig, noch Steuerpflichtiger i.S. des &sect;&nbsp;147a AO gewesen sei, seien die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO f&uuml;r eine Au&szlig;enpr&uuml;fung nicht gegeben. In keinem der Kalenderjahre 2011 bis 2014 sei der in &sect;&nbsp;147a AO vorgesehene Schwellenwert von 500.000&nbsp;EUR der Summe der positiven (&Uuml;berschuss-)Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 bis 7 EStG &uuml;berschritten worden. Die der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitaleink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 EStG seien entgegen der Auffassung des FG bei der Ermittlung des Schwellenwertes nach &sect;&nbsp;147a AO nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Dies gelte auch dann, wenn die Kapitaleink&uuml;nfte aufgrund der G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG der tariflichen Besteuerung unterworfen w&uuml;rden. Zudem seien im Kalenderjahr 2011 &#8211;unabh&auml;ngig von dem Abzugsverbot des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG&#8211; die tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Denn ma&szlig;geblich f&uuml;r den Schwellenwert nach &sect;&nbsp;147a AO seien nach einem horizontalen Verlustausgleich die Eink&uuml;nfte und nicht die Einnahmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Erstattung der Kapitalertragsteuer f&uuml;hre zu keiner anderen Beurteilung. Dem FA stehe mit dem automatisierten Kontenabruf nach &sect;&nbsp;93b AO ein gegen&uuml;ber der Au&szlig;enpr&uuml;fung milderes Mittel zur Verf&uuml;gung, um eine gleichm&auml;&szlig;ige Festsetzung und Erhebung der Steuern zu gew&auml;hrleisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es best&uuml;nden auch ernstliche Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect;&nbsp;147a AO. Der Schwellenwert in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR sei mit Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) nicht zu vereinbaren. Die Beschr&auml;nkung der Aufbewahrungspflicht auf Steuerpflichtige mit hohen &Uuml;berschusseink&uuml;nften sei willk&uuml;rlich. Es sei zudem verfassungsrechtlich zu beanstanden, dass das Inkrafttreten des &sect;&nbsp;147a AO durch eine Rechtsverordnung, n&auml;mlich durch &sect;&nbsp;5 der Steuerhinterziehungsbek&auml;mpfungsverordnung vom 18.&nbsp;September 2009 (BGBl I 2009, 3046) &#8211;SteuerHBekV&#8211; geregelt worden sei. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 GG m&uuml;sse der Gesetzgeber dies selbst regeln und d&uuml;rfe wesentliche Regelungen nicht auf die Exekutive abw&auml;lzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit sich der Antrag auf AdV im Beschwerdeverfahren auch auf die Aufforderung des Au&szlig;enpr&uuml;fers zur Vorlage von Unterlagen richte, handele es sich entgegen der Auffassung des FA nicht um eine unzul&auml;ssige Erweiterung des Streitgegenstandes. Die Anlage der Pr&uuml;fungsanordnung sei ein rechtlich unselbst&auml;ndiger, untrennbarer Bestandteil der Pr&uuml;fungsanordnung. Der Antrag auf AdV beim FG habe sich auch auf diesen Teil der Pr&uuml;fungsanordnung bezogen. Zudem sei im Beschwerdeverfahren eine &Auml;nderung des urspr&uuml;nglich im finanzgerichtlichen Aussetzungsverfahren gestellten Antrags grunds&auml;tzlich zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich w&uuml;rde es zu einer unbilligen H&auml;rte f&uuml;hren, wenn die Eink&uuml;nfte des im Jahr 1936 geborenen Antragstellers als Privatperson einer Au&szlig;enpr&uuml;fung unterzogen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>den angefochtenen Beschluss der Vorinstanz aufzuheben und die Vollziehung der Pr&uuml;fungsanordnung vom 29.&nbsp;November 2016 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;Februar 2017 und der in der Anlage zur Pr&uuml;fungsanordnung enthaltenen Aufforderung zur Vorlage von Unterlagen in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;April 2017 bis zur rechtskr&auml;ftigen Entscheidung in der Hauptsache auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>den Antrag abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es best&uuml;nden keine ernsthaften Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Pr&uuml;fungsanordnung vom 29.&nbsp;November 2016. Diese sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO rechtm&auml;&szlig;ig, da der Antragsteller zu dem Personenkreis i.S. des &sect;&nbsp;147a AO z&auml;hle. Mit seinen Eink&uuml;nften nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 bis 7 EStG &uuml;berschreite er im Kalenderjahr 2011 die Einkommensgrenze des &sect;&nbsp;147a AO in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR. Entgegen seiner Auffassung seien die Kapitaleink&uuml;nfte in die Berechnung des Schwellenwertes mit einzubeziehen. Die Regelung des &sect;&nbsp;147a AO sei auch verfassungsgem&auml;&szlig;. Die Festlegung des Schwellenwertes versto&szlig;e nicht gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG, sondern diene der Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung (&sect;&nbsp;85 AO). Es sei auch verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Anwendungsregelung zu &sect;&nbsp;147a AO durch Rechtsverordnung geregelt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei dem Antrag auf AdV der Aufforderung zur Abgabe von Unterlagen und Belegen handele es sich um eine unzul&auml;ssige Erweiterung des Streitgegenstandes. Im erstinstanzlichen Verfahren sei dies weder beantragt noch dar&uuml;ber entschieden worden. Zwar k&ouml;nne der Antragsteller seinen Antrag im Beschwerdeverfahren &auml;ndern und erweitern. Unzul&auml;ssig sei es jedoch, den Antrag so wesentlich zu &auml;ndern, dass der Streitgegenstand im Beschwerdeverfahren mit dem erstinstanzlichen Verfahren nicht mehr identisch sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG nach &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zugelassene Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet und daher durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;132 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag auf AdV der Pr&uuml;fungsanordnung vom 29.&nbsp;November 2016 betreffend Einkommensteuer und Umsatzsteuer 2011 bis 2014 sowie die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs nach &sect;&nbsp;10d EStG zum Schluss der Kalenderjahre 2011 bis 2014 ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO soll die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes ausgesetzt werden, wenn ernstliche Zweifel an seiner Rechtm&auml;&szlig;igkeit bestehen oder die Vollziehung f&uuml;r den Betroffenen eine unbillige, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte zur Folge h&auml;tte. Ernstliche Zweifel i.S. des &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO sind zu bejahen, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Steuerbescheids neben f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung der entscheidungserheblichen Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung von Tatfragen bewirken. Die AdV setzt nicht voraus, dass die f&uuml;r die Rechtswidrigkeit sprechenden Gr&uuml;nde &uuml;berwiegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 4.&nbsp;Mai 2017 IV&nbsp;B&nbsp;10\/17, BFH\/NV 2017, 1009, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist es vorliegend nicht ernstlich zweifelhaft, dass die vom FA mit Verf&uuml;gung vom 29.&nbsp;November 2016 angeordnete Au&szlig;enpr&uuml;fung im streitgegenst&auml;ndlichen Umfang rechtm&auml;&szlig;ig ist. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Au&szlig;enpr&uuml;fung waren nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;147a AO gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO ist eine Au&szlig;enpr&uuml;fung zul&auml;ssig bei Steuerpflichtigen, die einen gewerblichen oder land- und forstwirtschaftlichen Betrieb unterhalten, die freiberuflich t&auml;tig sind und bei Steuerpflichtigen i.S. des &sect;&nbsp;147a AO. Bei Letzteren handelt es sich um Steuerpflichtige, bei denen die Summe der positiven Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 bis 7 EStG (&Uuml;berschusseink&uuml;nfte) mehr als 500.000&nbsp;EUR im Kalenderjahr betr&auml;gt (&sect;&nbsp;147a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO). Im Falle der Zusammenveranlagung sind f&uuml;r die Feststellung des &Uuml;berschreitens des Betrags von 500.000&nbsp;EUR die Summe der positiven Eink&uuml;nfte eines jeden Ehegatten oder Lebenspartners ma&szlig;gebend (&sect;&nbsp;147a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Pr&uuml;fungsanordnung des FA vom 29.&nbsp;November 2016 nicht ernsthaft zweifelhaft. Der Antragsteller erzielte im Jahr 2011 gem&auml;&szlig; dem Einkommensteuerbescheid vom 5.&nbsp;Dezember 2016 Kapitaleink&uuml;nfte in H&ouml;he von insgesamt 1.186.038&nbsp;EUR, die aufgrund seines Antrags auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG der tariflichen Besteuerung zugrunde gelegt wurden. Abz&uuml;glich des gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;9 EStG allein zu ber&uuml;cksichtigenden Sparer-Pauschbetrags in H&ouml;he von 801&nbsp;EUR liegen seine Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG somit &uuml;ber dem Schwellenwert des &sect;&nbsp;147a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR, so dass eine Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO zul&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Antrag auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG f&uuml;hrt nach der Rechtsprechung des Senats (Urteile vom 30.&nbsp;November 2016 VIII&nbsp;R&nbsp;11\/14, BFHE 256, 455, BStBl II 2017, 443, Rz&nbsp;47, und vom 29.&nbsp;August 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;5\/15, BFHE 259, 329, BStBl II 2018, 66) dazu, dass die der Abgeltungsteuer unterliegenden positiven Kapitaleink&uuml;nfte unter Verdr&auml;ngung des &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1, 3 und 4 EStG zu Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 bis 5 EStG werden, die dem Tarif des &sect;&nbsp;32a EStG unterliegen. Sie sind danach in die Berechnung des Schwellenwertes des &sect;&nbsp;147a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO mit einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nicht zu entscheiden ist im Streitfall die umstrittene Frage, ob die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG durch den Steuerabzug abgegoltenen Kapitaleink&uuml;nfte zu einer &Uuml;berschreitung des Schwellenwertes des &sect;&nbsp;147a AO f&uuml;hren k&ouml;nnen (bejahend Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;147a AO Rz&nbsp;11; M&auml;rtens in Gosch, AO &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;13; Koenig\/C&ouml;ster, Abgabenordnung, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;7; Geuenich, Neue Wirtschafts-Briefe &#8211;NWB&#8211; 2010, 2300, 2302&nbsp;f.; Di&szlig;ars, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2010, 2085&nbsp;f.; Brinkmann, Die steuerliche Betriebspr&uuml;fung &#8211;StBp&#8211; 2011, 125&nbsp;f.; verneinend Klein\/R&auml;tke, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;6; Grammes, AO -eKommentar, &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;3; Anwendungserlass zur Abgabenordnung zu &sect;&nbsp;147a). Denn aufgrund des Antrags auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG wurden die Kapitaleink&uuml;nfte in die tarifliche Besteuerung mit einbezogen, so dass die abgeltende Wirkung des Steuerabzugs nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG entfallen ist (Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;43 Rz&nbsp;6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Auffassung des Antragstellers sind die tats&auml;chlich entstandenen Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen auch bei einem Antrag auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG nicht zu ber&uuml;cksichtigen (so bereits entschieden durch die Senatsurteile vom 2.&nbsp;Dezember 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;34\/13, BFHE 248, 51, BStBl II 2015, 387, und in BFHE 256, 455, BStBl II 2017, 443). Danach ist auch in Bezug auf den Schwellenwert des &sect;&nbsp;147a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO bei der Ermittlung der H&ouml;he der Kapitaleink&uuml;nfte nur der Sparer-Pauschbetrag in H&ouml;he von 801&nbsp;EUR als Werbungskosten in Abzug zu bringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ein horizontaler Verlustausgleich innerhalb der Kapitaleink&uuml;nfte, der nach der h.M. m&ouml;glich ist (Dr&uuml;en in Tipke\/ Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;147a AO Rz&nbsp;11; Klein\/R&auml;tke, a.a.O., &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;7; Koenig\/C&ouml;ster, a.a.O., &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;7; M&auml;rtens in Gosch, AO &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;15; Geuenich, NWB 2010, 2300, 2302), kommt im vorliegenden Fall nicht in Betracht, da der Antragsteller im Jahr 2011 keine negativen Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 EStG erzielt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Auch die im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2011 vorgenommene Verrechnung der Kapitaleink&uuml;nfte mit (Alt-)Verlusten nach &sect;&nbsp;23 EStG a.F. in H&ouml;he von 679.694&nbsp;EUR und mit negativen Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;21 EStG in H&ouml;he von 316.803&nbsp;EUR aus dem Jahr 2011 f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis. Nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;147a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO ist entscheidend f&uuml;r das &Uuml;berschreiten des Schwellenwertes die Summe der positiven Eink&uuml;nfte im Kalenderjahr. Danach sind weder Verlustvortr&auml;ge noch Verlustr&uuml;cktr&auml;ge aus anderen Jahren noch vertikale Verlustverrechnungen mit anderen Einkunftsarten bei der Berechnung des Schwellenwertes nach &sect;&nbsp;147a AO zu ber&uuml;cksichtigen (so auch die h.M. in der Literatur, Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;147a AO Rz&nbsp;11; Klein\/ R&auml;tke, a.a.O., &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;7; Koenig\/C&ouml;ster, a.a.O., &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;7; M&auml;rtens in Gosch, AO &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;15; Brinkmann, StBp 2011, 125&nbsp;f.; Geuenich, NWB 2010, 2300, 2302; s.a. BTDrucks 16\/13106, S.&nbsp;12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es ist auch nicht zu beanstanden, dass das FA die Au&szlig;enpr&uuml;fung &uuml;ber einen Pr&uuml;fungszeitraum von vier Jahren angeordnet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Au&szlig;enpr&uuml;fung kann gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;194 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO mehrere Besteuerungszeitr&auml;ume erfassen. Sie ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;147a AO nicht nur f&uuml;r das Jahr zul&auml;ssig, in dem die in &sect;&nbsp;147a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO bestimmte Grenze erstmals &uuml;berschritten wurde, sondern auch f&uuml;r die f&uuml;nf Folgejahre. Es ist danach unerheblich, ob die &Uuml;berschusseink&uuml;nfte des Antragstellers in den Pr&uuml;fungsjahren 2012 bis 2014 &uuml;ber dem Schwellenwert des &sect;&nbsp;147a AO lagen (so auch Gosch in Gosch, AO &sect;&nbsp;193 Rz&nbsp;61).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Einschr&auml;nkungen des Pr&uuml;fungszeitraums ergeben sich auch nicht aus den Vorgaben der Betriebspr&uuml;fungsordnung (BpO 2000). Gem&auml;&szlig; dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 9.&nbsp;Juni 2015 IV&nbsp;A&nbsp;4-S&nbsp;1450\/15\/10001, 2015\/0058091 (BStBl I 2015, 504) sind F&auml;lle mit bedeutenden Eink&uuml;nften, bei denen die Summe der positiven Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 bis 7 EStG &uuml;ber 500.000&nbsp;EUR liegt, als Gro&szlig;betrieb einzustufen. Die Pr&uuml;fungsanordnung, die einen Vier-Jahres-Zeitraum umschlie&szlig;t, entspricht danach den Vorgaben des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 BpO 2000.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Es ist auch nicht ernstlich zweifelhaft, dass das FA sein Ermessen beim Erlass der Pr&uuml;fungsanordnung fehlerfrei ausge&uuml;bt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&sect;&nbsp;193&nbsp;f. AO r&auml;umen dem FA bez&uuml;glich der Anordnung und des Umfangs der Au&szlig;enpr&uuml;fung ein Ermessen ein. Soweit die Beh&ouml;rden erm&auml;chtigt sind, nach ihrem Ermessen zu entscheiden, hat sich die gerichtliche &Uuml;berpr&uuml;fung darauf zu beschr&auml;nken, ob die gesetzlichen Grenzen des Ermessens &uuml;berschritten sind oder von dem Ermessen in einer dem Zweck der Erm&auml;chtigung nicht entsprechenden Weise Gebrauch gemacht worden ist (&sect;&nbsp;102 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der Rechtsprechung des BFH sind im Rahmen des &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO Au&szlig;enpr&uuml;fungen in den Grenzen des Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzips und des Willk&uuml;rverbots grunds&auml;tzlich unbeschr&auml;nkt zul&auml;ssig (BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;Juli 2014 III&nbsp;B&nbsp;8\/14, BFH\/NV 2014, 1880, m.w.N.). Nach der Auffassung des Gesetzgebers sind auch Steuerpflichtige i.S. des &sect;&nbsp;147a AO, die &Uuml;berschusseink&uuml;nfte von mehr als 500.000&nbsp;EUR erzielen, &quot;pr&uuml;fungsrelevant&quot;. Er vermutet bei diesen Steuerpflichtigen eine erh&ouml;hte Wahrscheinlichkeit, bei einer Au&szlig;enpr&uuml;fung &quot;beachtliche&quot; Mehrergebnisse zu erzielen (vgl. BTDrucks 16\/12852, S.&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Gegensatz zu dem Fall einer nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO angeordneten Pr&uuml;fung, unter die sog. Einkunftsmillion&auml;re vor der Einf&uuml;hrung des &sect;&nbsp;147a AO fielen, kommt es im Fall einer Pr&uuml;fungsanordnung nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO nicht auf die weiteren Voraussetzungen an, ob die f&uuml;r die Besteuerung erheblichen Verh&auml;ltnisse der Aufkl&auml;rung bed&uuml;rfen und eine Pr&uuml;fung an Amtsstelle nach Art und Umfang des zu pr&uuml;fenden Sachverhalts nicht zweckm&auml;&szlig;iger ist (vgl. BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;September 2003 XI&nbsp;B&nbsp;9\/03, juris). Vielmehr h&auml;lt der Gesetzgeber bei den in &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO genannten Steuerpflichtigen &#8211;typisierend&#8211; die Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r das geeignete Mittel, den Sachverhalt aufzukl&auml;ren. Sie unterliegen kraft Gesetzes der Au&szlig;enpr&uuml;fung und sind daher verpflichtet, die damit verbundenen Eingriffe zu dulden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch in diesen F&auml;llen reicht es danach aus, dass es nach allgemeinen Erfahrungen nicht au&szlig;erhalb des M&ouml;glichen liegt, dass die betreffenden Eink&uuml;nfte nicht oder nicht ordnungsgem&auml;&szlig; erkl&auml;rt worden sind. Es muss sich nicht um konkrete Anhaltspunkte handeln, die sich aus besonderen Umst&auml;nden des jeweils zu pr&uuml;fenden Einzelfalles ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dieser gesetzlichen Vermutung steht im vorliegenden Fall nicht entgegen, dass es sich bei den Eink&uuml;nften des Antragstellers, die zum &Uuml;berschreiten der Schwellengrenze des &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;147a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO gef&uuml;hrt haben, um Kapitaleink&uuml;nfte handelt, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;1 EStG dem inl&auml;ndischen Steuerabzug unterlagen. Ein konkretes Pr&uuml;fungsbed&uuml;rfnis ergibt sich daraus, dass die Kapitaleink&uuml;nfte aufgrund des Antrags auf G&uuml;nstigerpr&uuml;fung (&sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;6 EStG) den Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;2 EStG hinzugerechnet und der tariflichen Einkommensteuer unterworfen wurden, da dies &#8211;aufgrund der Verrechnung mit hohen negativen Eink&uuml;nften&#8211; zu einer niedrigeren Einkommensteuer f&uuml;hrte. Zudem hat der Antragsteller gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 EStG die &Uuml;berpr&uuml;fung des Steuereinbehalts beantragt, so dass er sich mit seinem eigenen Verhalten in Widerspruch setzt, wenn er anl&auml;sslich der Anordnung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung geltend macht, dass eine &Uuml;berpr&uuml;fung des Kapitalertragsteuerabzugs nicht erforderlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dem FA stand mit dem automatisierten Kontenabrufverfahren nach &sect;&nbsp;93b AO auch kein milderes Mittel zur Verf&uuml;gung. Dieses Verfahren erlaubt keinen Zugriff auf die Inhalte der Konten wie Kontenstand und Kontenbewegung, sondern nur den Zugriff auf sog. Kontenstammdaten, da nur diese in der Datei nach &sect;&nbsp;24c Abs.&nbsp;1 des Kreditwesengesetzes zu speichern sind (Klein\/R&auml;tke, a.a.O., &sect;&nbsp;93b Rz&nbsp;3). Das Kontenabrufverfahren erm&ouml;glicht dem FA somit keine umfassende Pr&uuml;fung des Steuerfalls, die nur durch die Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO gew&auml;hrleistet wird. Die Anordnung der Au&szlig;enpr&uuml;fung ist danach auch verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig im engeren Sinn.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Eine andere Beurteilung ergibt sich auch nicht aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Antragstellers. Die Gew&auml;hrleistung des in &sect;&nbsp;85 AO normierten verfassungsrechtlichen Gebots der Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG, s.u.) w&uuml;rde beeintr&auml;chtigt, wenn sich Steuerpflichtige ab einem bestimmten Alter der &Uuml;berpr&uuml;fung ihrer im Besteuerungsverfahren gemachten Angaben entziehen k&ouml;nnten. Eine Rechtfertigung hierf&uuml;r ist insbesondere dann nicht gegeben, wenn der Steuerpflichtige, wie im vorliegenden Fall der Antragsteller, &uuml;ber ausreichende finanzielle Mittel verf&uuml;gt, um einen Rechtsbeistand mit der Wahrnehmung seiner Interessen im Zusammenhang mit der Au&szlig;enpr&uuml;fung zu beauftragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auch die vom Antragsteller ge&auml;u&szlig;erten verfassungsrechtlichen Bedenken gegen &sect;&nbsp;147a AO f&uuml;hren nicht zur AdV. Zwar k&ouml;nnen auch verfassungsrechtliche Zweifel an der G&uuml;ltigkeit einer dem angefochtenen Verwaltungsakt zugrunde liegenden Norm ernstliche Zweifel i.S. des &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 und 3 FGO begr&uuml;nden (vgl. BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Juli 2016 V&nbsp;B&nbsp;37\/16, BFHE 254, 491, BStBl II 2017, 28). Im vorliegenden Fall hat der Senat bei summarischer Pr&uuml;fung jedoch keine ernstlichen Zweifel daran, dass der durch das Steuerhinterziehungsbek&auml;mpfungsgesetz (StHintBekG) vom 29.&nbsp;Juli 2009 (BGBl I 2009, 2302) in Art.&nbsp;3 eingef&uuml;hrte &sect;&nbsp;147a AO und der in Bezug auf diese Vorschrift erg&auml;nzte &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO formell und materiell verfassungsgem&auml;&szlig; sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat hat keine Bedenken, dass die Regelungen der &sect;&sect;&nbsp;147a, 193 Abs.&nbsp;1 AO formell verfassungsgem&auml;&szlig; zustande gekommen sind. Die Delegation der Bestimmung der erstmaligen Anwendung dieser Vorschriften durch Art.&nbsp;97 &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;2 des Einf&uuml;hrungsgesetzes zur Abgabenordnung (EGAO) auf die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates verst&ouml;&szlig;t bei summarischer Pr&uuml;fung nicht gegen Art.&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und 2 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GG kann durch Gesetz u.a. die Bundesregierung erm&auml;chtigt werden, Rechtsverordnungen zu erlassen. Dabei m&uuml;ssen Inhalt, Zweck und Ausma&szlig; der erteilten Erm&auml;chtigung im Gesetze bestimmt werden. Sinn der Regelung des Art.&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 GG ist es, das Parlament darin zu hindern, sich seiner Verantwortung als gesetzgebende K&ouml;rperschaft zu ent&auml;u&szlig;ern. Es soll nicht einen Teil seiner Gesetzgebungsmacht der Exekutive &uuml;bertragen k&ouml;nnen, ohne die Grenzen dieser Befugnis bedacht und diese nach Tendenz und Programm so genau umrissen zu haben, dass schon aus der Erm&auml;chtigung erkennbar und vorhersehbar ist, was dem B&uuml;rger gegen&uuml;ber zul&auml;ssig sein soll. Dar&uuml;ber hinaus wird die Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers im Verh&auml;ltnis zum Verordnungsgeber im Hinblick auf den Vorrang des Gesetzes dann nicht mehr gewahrt, wenn die erteilte Erm&auml;chtigung es dem Adressaten &uuml;berl&auml;sst, nach Belieben von ihr Gebrauch zu machen, und erst dadurch das Gesetz anwendbar wird. In einem solchen Falle w&uuml;rde von einer Gesetzgebungskompetenz nur f&uuml;r die Art und Weise der Regelung, nicht aber f&uuml;r das &quot;ob &uuml;berhaupt&quot; Gebrauch gemacht. Aus allem ergibt sich, dass der Gesetzgeber dem Verordnungsgeber hinreichende normative Anhaltspunkte f&uuml;r seine Entscheidung an die Hand geben muss, ob von einer solchen Verordnungserm&auml;chtigung Gebrauch zu machen ist oder nicht. Sie k&ouml;nnen entweder ausdr&uuml;cklich in der jeweiligen Erm&auml;chtigungsgrundlage festgeschrieben werden oder sich aus dem Gesamtzusammenhang des Gesetzes und dem vom Gesetzgeber verfolgten Zweck, so wie er im Gesetz zum Ausdruck gekommen ist, ergeben (s. hierzu z.B. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 8.&nbsp;Juni 1988&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;9\/85, 2&nbsp;BvL&nbsp;3\/86, BVerfGE 78, 249, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei summarischer Pr&uuml;fung gen&uuml;gt die Verordnungserm&auml;chtigung in Art.&nbsp;97 &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;2 EGAO diesen verfassungsrechtlichen Anforderungen des Art.&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 GG (so auch Klein\/R&auml;tke, a.a.O., &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;3; M&auml;rtens in Gosch, AO &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;9&nbsp;ff.; Di&szlig;ars, BB 2010, 2085&nbsp;f.; zweifelnd Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;147a AO Rz&nbsp;8; Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;193 AO Rz&nbsp;27; Frotscher in Schwarz\/Pahlke, AO\/FGO, &sect;&nbsp;193 Rz&nbsp;31b; Gosch in Gosch, AO &sect;&nbsp;193 Rz&nbsp;5; Kessler\/Eicke, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2009, 1314&nbsp;f.). Aus der Erm&auml;chtigungsnorm und den Gesetzesmaterialien l&auml;sst sich ein hinreichend deutlicher Gesetzeszweck entnehmen, der die erforderlichen normativen Vorgaben f&uuml;r den Verordnungsgeber in Bezug auf die Regelung des Inkrafttretens des Gesetzes zum Ausdruck bringt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;97 &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;2 EGAO bestimmt die Bundesregierung durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates den Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung von &sect;&nbsp;147a AO und &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO i.d.F. des Art.&nbsp;3 StHintBekG. Dies ist durch &sect;&nbsp;5 SteuerHBekV geschehen. Danach gelten die Vorschriften f&uuml;r Besteuerungszeitr&auml;ume, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2009 beginnen. Grund f&uuml;r diese Delegation war das Erfordernis der Abstimmung der einzelnen Regelungskomplexe des StHintBekG durch die Bundesregierung (BTDrucks 16\/12852, S.&nbsp;10&nbsp;f.; 16\/13106, S.&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat damit ausreichend zu erkennen gegeben, dass er dem Verordnungsgeber nicht das &quot;ob &uuml;berhaupt&quot;, sondern lediglich die Bestimmung des konkreten Zeitpunkts des Inkrafttretens der gesetzlichen Regelung &uuml;berl&auml;sst. Er hat dies auch ausreichend damit begr&uuml;ndet, dass dieser Zeitpunkt von der Koordinierung weiterer gesetzlicher Regelungen abh&auml;ngt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Regelung von Aufbewahrungspflichten f&uuml;r Steuerpflichtige mit &Uuml;berschusseink&uuml;nften von mehr als 500.000&nbsp;EUR pro Jahr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;147a AO und die damit verbundene M&ouml;glichkeit zur Vornahme einer Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO verst&ouml;&szlig;t bei summarischer Pr&uuml;fung auch nicht gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG, da sie die Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung sicherstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG verlangt f&uuml;r das Steuerrecht, dass die Steuerpflichtigen durch ein Steuergesetz rechtlich und tats&auml;chlich gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im Belastungserfolg durch die rechtliche Gestaltung des Erhebungsverfahrens prinzipiell verfehlt, kann dies die Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Besteuerungsgrundlage nach sich ziehen (BVerfG-Urteile vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;17\/02, BVerfGE 110, 94, BGBl I 2004, 591, BStBl II 2005, 56; vom 27.&nbsp;Juni 1991&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1493\/89, BVerfGE 84, 239).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die Erweiterung der Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;147a AO auf Steuerpflichtige mit hohen &Uuml;berschusseink&uuml;nften nicht offensichtlich verfassungswidrig. Sie war nach der Auffassung des Gesetzgebers erforderlich, da die &Uuml;berpr&uuml;fung dieser Steuerpflichtigen von erheblicher Bedeutung sei und beachtliche Mehrergebnisse aufweise. Vor der Einf&uuml;hrung der Regelung sei eine Au&szlig;enpr&uuml;fung der sog. Einkommensmillion&auml;re nur unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;2 AO m&ouml;glich gewesen und habe einer besonderen Begr&uuml;ndung bedurft. Die Neuregelung diene daher der Sicherung der Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG (BTDrucks 16\/12852, S.&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diese Einsch&auml;tzung des Gesetzgebers ist sachlich gerechtfertigt und keinesfalls willk&uuml;rlich. Der Senat hat daher im Hinblick auf den durch Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG gew&auml;hrleisteten gleichheitsgerechten Gesetzesvollzug keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Regelung des &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;147a AO (so auch Klein\/R&auml;tke, a.a.O., &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;3; M&auml;rtens in Gosch, AO &sect;&nbsp;147a Rz&nbsp;9&nbsp;ff.; Di&szlig;ars, BB 2010, 2085&nbsp;f.; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;147a AO Rz&nbsp;5&nbsp;f.; a.A. Kessler\/Eicke, DB 2009, 1314, 1316).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag auf AdV der Anordnung zur Vorlage von Unterlagen in der Anlage zur Pr&uuml;fungsanordnung vom 29.&nbsp;November 2016 ist wegen &Auml;nderung des Streitgegenstandes im Beschwerdeverfahren nicht zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Es kann offenbleiben, ob das FG im ersten Rechtszug des Aussetzungsverfahrens den Umfang des Antrags auf AdV verkannt hat, da es nur &uuml;ber den Antrag auf AdV der Pr&uuml;fungsanordnung vom 29.&nbsp;November 2016 entschieden hat. Der Beschwerdef&uuml;hrer kann grunds&auml;tzlich im Beschwerdeverfahren seinen Antrag &auml;ndern. Das Beschwerdegericht ist auch nicht auf eine Nachpr&uuml;fung in rechtlicher Hinsicht beschr&auml;nkt. Es hat auch einen neuen Tatsachenvortrag zu ber&uuml;cksichtigen. Jedoch darf dies nicht zu einer so wesentlichen &Auml;nderung f&uuml;hren, dass der Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens nicht mehr mit dem des erstinstanzlichen Verfahrens identisch ist; denn dann w&uuml;rde der auf &Uuml;berpr&uuml;fung einer bereits ergangenen Entscheidung des FG gerichtete Zweck des Beschwerdeverfahrens verfehlt (Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;Juni 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;36\/07, BFH\/NV 2007, 1911; BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;August 1988 VII&nbsp;B&nbsp;76\/88, BFHE 154, 29, BStBl II 1988, 952).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dies ist vorliegend der Fall. Der Antrag auf AdV der Aufforderung zur Vorlage von Unterlagen unterscheidet sich von dem vom FG entschiedenen Antrag &uuml;ber die AdV der Pr&uuml;fungsanordnung grundlegend. Denn die Frage, ob eine Au&szlig;enpr&uuml;fung &uuml;berhaupt angeordnet werden darf, ist von der Frage nach der Rechtm&auml;&szlig;igkeit einzelner Ma&szlig;nahmen im Zuge der Pr&uuml;fung zu unterscheiden (vgl. Senatsurteil vom 8.&nbsp;April 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;61\/06, BFHE 220, 313, BStBl II 2009, 579, m.w.N.). Es ist daher sachgerecht, dass zun&auml;chst das erstinstanzliche Gericht die Frage pr&uuml;ft, ob ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Aufforderung des FA zur Vorlage der in der Anlage bezeichneten Unterlagen bestehen (z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Dezember 2014 X&nbsp;R&nbsp;29\/13, BFH\/NV 2015, 790; Senatsurteil vom 28.&nbsp;Oktober 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;78\/05, BFHE 227, 338, BStBl II 2010, 455). Dies ist auch im Sinne des Antragstellers. Der BFH als Rechtsmittelgericht w&uuml;rde ansonsten die Funktion eines erstinstanzlichen Gerichts &uuml;bernehmen, wozu er nicht befugt ist, da andernfalls eine Instanz &uuml;bergangen w&uuml;rde (BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;August 1988 VII&nbsp;B&nbsp;76\/88, BFHE 154, 29, BStBl II 1988, 952).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">IV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.1.2018, VIII B 67\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.110118.VIIIB67.17.0 Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect; 193 Abs. 1 AO i.V.m. &sect; 147a AO &#8211; Berechnung des Schwellenwertes &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &#8211; Keine Unzul&auml;ssigkeit der Au&szlig;enpr&uuml;fung wegen hohen Alters des Steuerpflichtigen &#8211; Erweiterung des AdV-Antrags im Beschwerdeverfahren Leits&auml;tze 1. Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass die gesetzlichen Grundlagen f&uuml;r eine Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-67-17-aussenpruefung-nach-par-193-abs-1-ao-ivm-par-147a-ao-berechnung-des-schwellenwertes-verfassungsmaessigkeit-keine-unzulaessigkeit-der-aussenpruefung-wegen-hohen-alters-des-steuerpflichtige\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;67\/17 &#8211; Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect; 193 Abs. 1 AO i.V.m. &sect; 147a AO &#8211; Berechnung des Schwellenwertes &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &#8211; Keine Unzul&auml;ssigkeit der Au&szlig;enpr&uuml;fung wegen hohen Alters des Steuerpflichtigen &#8211; Erweiterung des AdV-Antrags im Beschwerdeverfahren<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69129","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69129"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69129\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}