{"id":69133,"date":"2018-03-12T17:05:12","date_gmt":"2018-03-12T15:05:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69133"},"modified":"2018-03-12T17:05:12","modified_gmt":"2018-03-12T15:05:12","slug":"vi-b-77-17-steuerliche-beruecksichtigung-von-selbst-getragenen-kfz-kosten-bei-der-dienstwagenueberlassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-77-17-steuerliche-beruecksichtigung-von-selbst-getragenen-kfz-kosten-bei-der-dienstwagenueberlassung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;77\/17 &#8211; Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von selbst getragenen Kfz-Kosten bei der Dienstwagen&uuml;berlassung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.1.2018, VI B 77\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:B.150118.VIB77.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von selbst getragenen Kfz-Kosten bei der Dienstwagen&uuml;berlassung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>NV: &Uuml;bersteigen die Eigenleistungen des Arbeitnehmers den privaten Nutzungsvorteil f&uuml;r die au&szlig;erdienstliche Nutzung eines ihm &uuml;berlassenen betrieblichen Kfz des Arbeitgebers, f&uuml;hrt der &uuml;bersteigende Betrag weder zu negativem Arbeitslohn noch zu Werbungskosten. Dies gilt sowohl bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode als auch bei der 1 %-Regelung. Die Rechtslage ist gekl&auml;rt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 26. Mai 2017&nbsp;&nbsp;5 K 1166\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist bei erheblichen Bedenken gegen ihre Zul&auml;ssigkeit jedenfalls unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Dabei muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in dem angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 24.&nbsp;Mai 2012 VI&nbsp;B&nbsp;120\/11, BFH\/NV 2012, 1438, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger werfen allenfalls sinngem&auml;&szlig; die Rechtsfrage auf, ob &quot;Zuzahlungen [eines Arbeitnehmers an den Arbeitgeber f&uuml;r die &Uuml;berlassung eines Dienstwagens auch zur privaten Nutzung] als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit &#8230; zu ber&uuml;cksichtigen sind, auch wenn durch den Arbeitgeber eine Erh&ouml;hung des Bruttogehalts f&uuml;r die M&ouml;glichkeit der Privatnutzung des Kraftfahrzeuges nicht ausgewiesen wurde&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Rechtsfrage ist durch die Rechtsprechung des Senats bereits gekl&auml;rt. Zahlt der Arbeitnehmer an den Arbeitgeber f&uuml;r die au&szlig;erdienstliche Nutzung, d.h. f&uuml;r die Nutzung zu privaten Fahrten und zu Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte, eines betrieblichen Kfz ein Nutzungsentgelt, mindert dies den Wert des geldwerten Vorteils aus der Nutzungs&uuml;berlassung (Senatsurteil vom 30.&nbsp;November 2016 VI&nbsp;R&nbsp;2\/15, BFHE 256, 116, BStBl II 2017, 1014, m.w.N.). Nichts anderes gilt, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen der privaten Nutzung einzelne (individuelle) Kosten des betrieblichen PKW tr&auml;gt (Senatsurteil in BFHE 256, 116, BStBl II 2017, 1014).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;bersteigen die Eigenleistungen des Arbeitnehmers den privaten Nutzungsvorteil, f&uuml;hrt der &uuml;bersteigende Betrag weder zu negativem Arbeitslohn noch zu Werbungskosten (Senatsurteil vom 30.&nbsp;November 2016 VI&nbsp;R&nbsp;49\/14, BFHE 256, 107, BStBl II 2017, 1011). Dies gilt sowohl bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode (Senatsurteil in BFHE 256, 107, BStBl II 2017, 1011) als auch bei der 1&nbsp;%-Regelung nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.V.m. &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG (Senatsurteil in BFHE 256, 116, BStBl II 2017, 1014).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einen weiter gehenden Kl&auml;rungsbedarf haben die Kl&auml;ger mit ihrem Beschwerdevorbringen nicht aufgezeigt. Es ist insbesondere offensichtlich und bedarf keiner Kl&auml;rung in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren, dass nach diesen Grunds&auml;tzen ein Werbungskostenabzug der Zuzahlungen des Arbeitnehmers auch dann nicht in Betracht kommt, wenn die Besteuerung des geldwerten Vorteils aus der Nutzungs&uuml;berlassung auf der Einnahmeseite unterblieben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO zuzulassen. Die Kl&auml;ger haben den ger&uuml;gten Verfahrensfehler der mangelnden Sachaufkl&auml;rung nicht hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die schl&uuml;ssige R&uuml;ge der Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) erfordert Darlegungen dazu, welche Tatsachen das Finanzgericht (FG) h&auml;tte aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer weiteren Sachaufkl&auml;rung voraussichtlich ergeben h&auml;tten, inwiefern eine weitere Aufkl&auml;rung des Sachverhalts auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen und aus welchen Gr&uuml;nden sich dem FG unter Ber&uuml;cksichtigung seines Rechtsstandpunkts die Notwendigkeit einer weiteren Aufkl&auml;rung des Sachverhalts h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 18.&nbsp;Dezember 2007 XI&nbsp;B&nbsp;16\/07, BFH\/NV 2008, 595, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen entspricht das Beschwerdevorbringen nicht. Es ersch&ouml;pft sich in dem Vortrag, das FG habe den &quot;Umstand der Au&szlig;endienstt&auml;tigkeit des Kl&auml;gers&quot; nicht aufgekl&auml;rt. Das FG ist in seinem Urteil jedoch davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger im Au&szlig;endienst t&auml;tig war, wie sich aus dem Tatbestand der Vorentscheidung ausdr&uuml;cklich ergibt. Inwiefern eine weitere Sachverhaltsaufkl&auml;rung auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG erforderlich gewesen w&auml;re und zu einer anderen Sachentscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen, legen die Kl&auml;ger nicht dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung wird abgesehen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.1.2018, VI B 77\/17ECLI:DE:BFH:2018:B.150118.VIB77.17.0 Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von selbst getragenen Kfz-Kosten bei der Dienstwagen&uuml;berlassung Leits&auml;tze NV: &Uuml;bersteigen die Eigenleistungen des Arbeitnehmers den privaten Nutzungsvorteil f&uuml;r die au&szlig;erdienstliche Nutzung eines ihm &uuml;berlassenen betrieblichen Kfz des Arbeitgebers, f&uuml;hrt der &uuml;bersteigende Betrag weder zu negativem Arbeitslohn noch zu Werbungskosten. 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