{"id":69165,"date":"2018-03-17T07:59:03","date_gmt":"2018-03-17T05:59:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69165"},"modified":"2018-03-17T07:59:03","modified_gmt":"2018-03-17T05:59:03","slug":"vi-r-41-16-berichtigungsmoeglichkeit-nach-par-129-ao-bei-abweichen-des-erklaerten-arbeitslohns-von-dem-elektronisch-beigestellten-arbeitslohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-41-16-berichtigungsmoeglichkeit-nach-par-129-ao-bei-abweichen-des-erklaerten-arbeitslohns-von-dem-elektronisch-beigestellten-arbeitslohn\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;41\/16 &#8211; Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 129 AO bei Abweichen des erkl&auml;rten Arbeitslohns von dem elektronisch beigestellten Arbeitslohn"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2018, VI R 41\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.160118.VIR41.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 129 AO bei Abweichen des erkl&auml;rten Arbeitslohns von dem elektronisch beigestellten Arbeitslohn<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Gleicht das FA bei einer Papiererkl&auml;rung den elektronisch &uuml;bermittelten und der Steuererkl&auml;rung beigestellten Arbeitslohn generell nicht mit dem vom Steuerpflichtigen in der Einkommensteuererkl&auml;rung erkl&auml;rten Arbeitslohn ab und werden die Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit im Einkommensteuerbescheid infolgedessen unzutreffend erfasst, liegt darin keine offenbare Unrichtigkeit i.S. des &sect; 129 AO.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Stimmen der vom Steuerpflichtigen erkl&auml;rte und der der Einkommensteuererkl&auml;rung beigestellte Arbeitslohn nicht &uuml;berein, hat der Sachbearbeiter regelm&auml;&szlig;ig &#8211;ggf. in weiteren Datenbanken&#8211; zu ermitteln, welches der zutreffende Arbeitslohn ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 14. M&auml;rz 2016&nbsp;&nbsp;5 K 1920\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute und wurden f&uuml;r das Streitjahr (2011) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Die Kl&auml;gerin war im Streitjahr vom 1.&nbsp;Januar bis zum 31.&nbsp;August 2011 zun&auml;chst bei der Firma X&nbsp;GmbH und vom 1.&nbsp;September bis zum 31.&nbsp;Dezember 2011 bei der Firma Y GmbH besch&auml;ftigt. Ihre Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr reichten die Kl&auml;ger am 14.&nbsp;Mai 2012 in Maschinenschrift zusammen mit Belegen beim Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein. F&uuml;r die Kl&auml;gerin erkl&auml;rten sie in der Anlage&nbsp;N den Bruttoarbeitslohn zutreffend mit &#8230;&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einkommensteuerbescheid vom 10.&nbsp;Juli 2012 setzte das FA bei den Eink&uuml;nften der Kl&auml;gerin aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit den Bruttoarbeitslohn mit &#8230;&nbsp;EUR an. Der Bescheid wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im November 2013 stellte das FA fest, dass seit dem 22.&nbsp;August 2012 Lohndaten aus dem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis der Kl&auml;gerin bei der Firma X GmbH vorlagen, die in dem Bescheid nicht ber&uuml;cksichtigt worden waren. Die Daten summierten sich mit den im Steuerbescheid &#8211;aus dem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis bei der Firma Y GmbH&#8211; ber&uuml;cksichtigten Daten auf den Betrag, den die Kl&auml;gerin in der Steuererkl&auml;rung angegeben hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; daraufhin am 9.&nbsp;Dezember 2013 einen &#8211;zun&auml;chst auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) gest&uuml;tzten&#8211; &Auml;nderungsbescheid. Grundlage f&uuml;r die &Auml;nderung seien die von der X GmbH nach der Veranlagung &uuml;bermittelten ge&auml;nderten Lohndaten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Einspruch der Kl&auml;ger wies das FA &#8211;nun unter Heranziehung von &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO&#8211; als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der im Anschluss erhobenen Klage statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es war im Wesentlichen der Ansicht, das FA sei zu einer Berichtigung nach &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO nicht befugt gewesen. Denn bei der im Streitfall &#8211;ungepr&uuml;ften&#8211; &Uuml;bernahme\/Beistellung der nicht vollst&auml;ndig &uuml;bermittelten Lohnsteuerdaten in das Veranlagungsprogramm handele es sich weder um einen Schreibfehler oder Rechenfehler noch um eine &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeit. Es liege vielmehr ein Fehler bei der Sachverhaltsermittlung vor, da die Veranlagungsbeamtin bei ihrer Vorgehensweise bewusst und gewollt in Kauf genommen habe, dass ggf. ein unzutreffender Sachverhalt der Veranlagung zugrunde gelegt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass das FA nicht befugt war, den bestandskr&auml;ftigen Einkommensteuerbescheid zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO kann die Finanzbeh&ouml;rde Schreibfehler, Rechenfehler und &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeiten, die beim Erlass eines Verwaltungsakts unterlaufen sind, jederzeit berichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Solche offenbare Unrichtigkeiten sind insbesondere mechanische Versehen, beispielsweise Eingabe- oder &Uuml;bertragungsfehler. Dagegen z&auml;hlen zu solchen offenbaren Unrichtigkeiten nicht Fehler bei der Auslegung oder Anwendung einer Rechtsnorm, eine unrichtige Tatsachenw&uuml;rdigung oder die unzutreffende Annahme eines in Wirklichkeit nicht vorliegenden Sachverhalts. Dabei ist &sect;&nbsp;129 AO schon dann nicht anwendbar, wenn auch nur die ernsthafte M&ouml;glichkeit besteht, dass die Nichtbeachtung einer feststehenden Tatsache auf einer fehlerhaften Tatsachenw&uuml;rdigung oder einem sonstigen sachverhaltsbezogenen Denk- oder &Uuml;berlegungsfehler gr&uuml;ndet oder auf mangelnder Sachverhaltsaufkl&auml;rung beruht (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 28.&nbsp;Mai 2015 VI&nbsp;R&nbsp;63\/13, BFH\/NV 2015, 1078, m.w.N.). Diese M&ouml;glichkeit darf allerdings nicht nur theoretischer Natur sein. Vielmehr muss sie sich durch vom Gericht festgestellte Tatsachen belegen lassen. Deuten die Gesamtumst&auml;nde des Falles auf ein mechanisches Versehen hin und liegen keine Anhaltspunkte daf&uuml;r vor, dass der Fehler auf rechtliche oder tats&auml;chliche Erw&auml;gungen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, so kann berichtigt werden (Senatsurteil vom 13.&nbsp;Juni 2012 VI&nbsp;R&nbsp;85\/10, BFHE 238, 295, BStBl II 2013, 5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entsprechend ist nicht jede versehentlich unber&uuml;cksichtigte Tatsache mit einer unvollst&auml;ndigen Sachverhaltsermittlung gleichzusetzen. Eine der Berichtigung entgegenstehende unvollst&auml;ndige Sachverhaltsermittlung ist erst anzunehmen, wenn f&uuml;r die Besteuerung wesentliche Tatsachen nicht durch ein mechanisches Versehen unber&uuml;cksichtigt geblieben sind. Ermittlungsfehler gehen &uuml;ber mechanische Versehen bei der Heranziehung des Sachverhalts zur Steuerfestsetzung hinaus, weil ein Teil des rechtserheblichen Sachverhalts wegen fehlerhaft unterlassener oder unrichtiger Tatsachenaufkl&auml;rung noch nicht bekannt ist. Ist dagegen ohne weitere Pr&uuml;fung erkennbar, dass ein Teil des bekannten Sachverhalts aus Unachtsamkeit bei der Steuerfestsetzung nicht erfasst worden ist, darf diese offenbare Unrichtigkeit zugunsten und zuungunsten des Steuerpflichtigen durch Berichtigung der versehentlich fehlerhaften Steuerfestsetzung korrigiert werden (Senatsurteil vom 26.&nbsp;April 1989 VI&nbsp;R&nbsp;39\/85, BFH\/NV 1989, 619; Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.&nbsp;November 1997 V&nbsp;R&nbsp;138\/92, BFH\/NV 1998, 419).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Liegt eine offenbare Unrichtigkeit vor, ist die Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO nicht von Verschuldensfragen abh&auml;ngig, weshalb die oberfl&auml;chliche Behandlung eines Steuerfalls grunds&auml;tzlich eine Berichtigung nach dieser Vorschrift nicht hindert (BFH-Urteile vom 28.&nbsp;November 1985 IV&nbsp;R&nbsp;178\/83, BFHE 145, 226, BStBl II 1986, 293; vom 10.&nbsp;September 1987 V&nbsp;R&nbsp;69\/84, BFHE 150, 509, BStBl II 1987, 834; vom 4.&nbsp;November 1992 XI&nbsp;R&nbsp;40\/91, BFH\/NV 1993, 509; vom 11.&nbsp;Juli 2007 XI&nbsp;R&nbsp;17\/05, BFH\/NV 2007, 1810; vom 21.&nbsp;Januar 2010 III&nbsp;R&nbsp;22\/08, BFH\/NV 2010, 1410; vom 7.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;R&nbsp;13\/11, BFH\/NV 2014, 657, und Senatsbeschluss in BFH\/NV 2015, 1078). Anders ist dies erst, wenn sich die Unachtsamkeit bei der Bearbeitung des Falls h&auml;uft und Zweifeln, die sich aufdr&auml;ngen, nicht nachgegangen wird (BFH-Urteil in BFH\/NV 1993, 509).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei Heranziehung dieser Grunds&auml;tze hat das FG zu Recht eine Berichtigung des Einkommensteuerbescheids 2011 nach &sect;&nbsp;129 AO abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin den von ihr im Streitjahr bezogenen Arbeitslohn zutreffend gegen&uuml;ber dem FA erkl&auml;rt. Das FA hat diese Angaben auf Seite&nbsp;1 der Anlage&nbsp;N jedoch &#8211;aus verwaltungs&ouml;konomischen Gr&uuml;nden m&ouml;glicherweise nachvollziehbar&#8211; bewusst nicht in den Blick genommen, weil es allgemein darauf vertraute, dass die vom Arbeitgeber elektronisch &uuml;bermittelten Daten &#8211;wie &uuml;blich&#8211; zutreffend sind und vor Beginn der Bearbeitung der Steuererkl&auml;rung vollst&auml;ndig vom Computersystem der Finanzbeh&ouml;rden &uuml;bernommen werden. Es hat deshalb insbesondere bewusst keinen Abgleich der der Einkommensteuererkl&auml;rung der Kl&auml;ger elektronisch &quot;beigestellten&quot; Daten mit den von diesen erkl&auml;rten Daten vorgenommen. F&uuml;hrt diese vom FA gew&auml;hlte Vorgehensweise bei der Bearbeitung einer Einkommensteuererkl&auml;rung zu einer unzutreffenden Erfassung des Arbeitslohns, stellt dieser Fehler keine einem Schreib- oder Rechenfehler gleichgestellte &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeit und damit kein mechanisches Versehen dar. Durch den bewusst unterlassenen Abgleich der der Steuererkl&auml;rung elektronisch beigestellten Daten mit den vom Steuerpflichtigen erkl&auml;rten Daten liegt insbesondere kein blo&szlig;es &Uuml;bersehen erkl&auml;rter Daten vor, das regelm&auml;&szlig;ig zu einer Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect;&nbsp;129 AO f&uuml;hrt (z.B. Senatsurteile vom 29.&nbsp;M&auml;rz 1985 VI&nbsp;R&nbsp;140\/81, BFHE 144, 118, BStBl II 1985, 569, und in BFH\/NV 1989, 619). Das FA hat vielmehr im Streitfall den zutreffenden Arbeitslohn nicht aufgekl&auml;rt, obwohl der von den Kl&auml;gern erkl&auml;rte Arbeitslohn nicht mit dem elektronisch beigestellten Arbeitslohn &uuml;bereinstimmte. Insoweit liegt ein Ermittlungsfehler des FA vor, der eine sp&auml;tere Berichtigung des infolgedessen aufgetretenen Fehlers ausschlie&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat zudem rechtsfehlerfrei entschieden, dass eine &Auml;nderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO nicht m&ouml;glich ist, was das FA auch nicht in Frage stellt. Der Senat sieht daher insoweit von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2018, VI R 41\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.160118.VIR41.16.0 Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 129 AO bei Abweichen des erkl&auml;rten Arbeitslohns von dem elektronisch beigestellten Arbeitslohn Leits&auml;tze 1. Gleicht das FA bei einer Papiererkl&auml;rung den elektronisch &uuml;bermittelten und der Steuererkl&auml;rung beigestellten Arbeitslohn generell nicht mit dem vom Steuerpflichtigen in der Einkommensteuererkl&auml;rung erkl&auml;rten Arbeitslohn ab und werden die Einnahmen aus &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-41-16-berichtigungsmoeglichkeit-nach-par-129-ao-bei-abweichen-des-erklaerten-arbeitslohns-von-dem-elektronisch-beigestellten-arbeitslohn\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;41\/16 &#8211; Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 129 AO bei Abweichen des erkl&auml;rten Arbeitslohns von dem elektronisch beigestellten Arbeitslohn<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-69165","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69165","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69165"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69165\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69165"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69165"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69165"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}