{"id":69166,"date":"2018-03-17T07:59:06","date_gmt":"2018-03-17T05:59:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=69166"},"modified":"2018-03-17T07:59:06","modified_gmt":"2018-03-17T05:59:06","slug":"vi-r-38-16-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-1612018-vi-r-41-16-berichtigungsmoeglichkeit-nach-par-129-ao-bei-abweichen-des-erklaerten-arbeitslohns-von-dem-elektronisch-beigestellten-ar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-38-16-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-1612018-vi-r-41-16-berichtigungsmoeglichkeit-nach-par-129-ao-bei-abweichen-des-erklaerten-arbeitslohns-von-dem-elektronisch-beigestellten-ar\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;38\/16 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 16.1.2018 VI R 41\/16 &#8211; Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 129 AO bei Abweichen des erkl&auml;rten Arbeitslohns von dem elektronisch beigestellten Arbeitslohn"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2018, VI R 38\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2018:U.160118.VIR38.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 16.1.2018 VI R 41\/16 &#8211; Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 129 AO bei Abweichen des erkl&auml;rten Arbeitslohns von dem elektronisch beigestellten Arbeitslohn<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Gleicht das FA bei einer Papiererkl&auml;rung den elektronisch &uuml;bermittelten und der Steuererkl&auml;rung beigestellten Arbeitslohn generell nicht mit dem vom Steuerpflichtigen in der Einkommensteuererkl&auml;rung erkl&auml;rten Arbeitslohn ab und werden die Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit im Einkommensteuerbescheid infolgedessen unzutreffend erfasst, liegt darin keine offenbare Unrichtigkeit i.S. des &sect; 129 AO.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. NV: Stimmen der vom Steuerpflichtigen erkl&auml;rte und der der Einkommensteuererkl&auml;rung beigestellte Arbeitslohn nicht &uuml;berein, hat der Sachbearbeiter regelm&auml;&szlig;ig &#8211;ggf. in weiteren Datenbanken&#8211; zu ermitteln, welches der zutreffende Arbeitslohn ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger werden das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 11. Oktober 2016&nbsp;&nbsp;10 K 1715\/16 E und der Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 2013 des Beklagten vom 24. Februar 2016 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12. Mai 2016 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute und wurden f&uuml;r das Streitjahr (2013) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Der Kl&auml;ger bezog im Streitjahr Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit aus zwei unterschiedlichen Arbeitsverh&auml;ltnissen. Zum einen erhielt er von der in Nordrhein-Westfalen ans&auml;ssigen Firma X&nbsp;GmbH einen Bruttoarbeitslohn in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r den Zeitraum vom &#8230;&nbsp;Februar bis zum &#8230;&nbsp;M&auml;rz 2013, zum anderen bezog er von der in Niedersachsen ans&auml;ssigen Firma Y&nbsp;GmbH einen Bruttoarbeitslohn in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r den Zeitraum vom &#8230;&nbsp;M&auml;rz bis zum &#8230;&nbsp;Dezember 2013.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer handschriftlich ausgef&uuml;llten Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr trugen die Kl&auml;ger auf Seite&nbsp;1 der den Ehemann betreffenden Anlage&nbsp;N den zutreffenden Bruttoarbeitslohn in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR ein. Auf Seite&nbsp;2 erkl&auml;rten sie u.a. Fahrten zu den beiden Arbeitgebern als Werbungskosten. Die Anlage&nbsp;N enth&auml;lt keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine Bearbeitung &#8211;wie z.B. H&auml;kchen oder Durchstreichungen&#8211; durch den Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 7.&nbsp;Oktober 2014 setzte das FA die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr auf 0&nbsp;EUR fest. Dabei ber&uuml;cksichtigte es f&uuml;r den Kl&auml;ger lediglich den bei der Firma X&nbsp;GmbH erzielten Bruttoarbeitslohn in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR nebst der einbehaltenen Lohnsteuer und den hierauf entfallenden Sozialversicherungsbeitr&auml;gen. Denn nur diese Betr&auml;ge wurden vom elektronischen Steuersystem des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der streitigen Steuerfestsetzung automatisch beigestellt. Zudem wurde der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000&nbsp;EUR angesetzt. Der Bescheid wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 24.&nbsp;Februar 2016 setzte das FA die Einkommensteuer 2013 unter Verweis auf &sect;&nbsp;129 der Abgabenordnung (AO) auf 2.404&nbsp;EUR herauf. In Abweichung zum Ausgangsbescheid erfasste es f&uuml;r den Kl&auml;ger nunmehr auch den bei der Y&nbsp;GmbH erzielten Bruttoarbeitslohn nebst einbehaltener Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeitr&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Einspruch der Kl&auml;ger wies das FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der vom Kl&auml;ger erzielte Arbeitslohn aus dem zweiten Arbeitsverh&auml;ltnis sei versehentlich nicht in die Steuerfestsetzung eingegangen. Der Bearbeiter habe den elektronisch &uuml;bermittelten Arbeitslohn aus dem ersten Arbeitsverh&auml;ltnis mit einem Mausklick aus dem elektronischen Steuersystem des Landes Nordrhein-Westfalen (&quot;&Uuml;bersicht eDaten&quot;) &uuml;bernommen. Die f&uuml;r das zweite Arbeitsverh&auml;ltnis &uuml;bermittelte elektronische Lohnsteuerbescheinigung sei nur in einem &quot;Bundesspeicher&quot; vorhanden gewesen und deshalb im Rahmen der Veranlagung zun&auml;chst nicht ber&uuml;cksichtigt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Anschluss erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1843 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab. Es war im Wesentlichen der Ansicht, die Nichterfassung s&auml;mtlicher in der von der Y&nbsp;GmbH ausgestellten elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesenen Besteuerungsgrundlagen (Bruttoarbeitslohn, einbehaltene Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeitr&auml;ge) beruhe auf einer &quot;&auml;hnlichen offenbaren Unrichtigkeit&quot; i.S. des &sect;&nbsp;129 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/>das FG-Urteil und den &Auml;nderungsbescheid vom 24.&nbsp;Februar 2016 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12.&nbsp;Mai 2016 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;ger ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass das FA befugt war, den bestandskr&auml;ftigen Einkommensteuerbescheid zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO kann die Finanzbeh&ouml;rde Schreibfehler, Rechenfehler und &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeiten, die beim Erlass eines Verwaltungsakts unterlaufen sind, jederzeit berichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Solche offenbare Unrichtigkeiten sind insbesondere mechanische Versehen, beispielsweise Eingabe- oder &Uuml;bertragungsfehler. Dagegen z&auml;hlen zu solchen offenbaren Unrichtigkeiten nicht Fehler bei der Auslegung oder Anwendung einer Rechtsnorm, eine unrichtige Tatsachenw&uuml;rdigung oder die unzutreffende Annahme eines in Wirklichkeit nicht vorliegenden Sachverhalts. Dabei ist &sect;&nbsp;129 AO schon dann nicht anwendbar, wenn auch nur die ernsthafte M&ouml;glichkeit besteht, dass die Nichtbeachtung einer feststehenden Tatsache auf einer fehlerhaften Tatsachenw&uuml;rdigung oder einem sonstigen sachverhaltsbezogenen Denk- oder &Uuml;berlegungsfehler gr&uuml;ndet oder auf mangelnder Sachverhaltsaufkl&auml;rung beruht (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 28.&nbsp;Mai 2015 VI&nbsp;R&nbsp;63\/13, BFH\/NV 2015, 1078, m.w.N.). Diese M&ouml;glichkeit darf allerdings nicht nur theoretischer Natur sein. Vielmehr muss sie sich durch vom Gericht festgestellte Tatsachen belegen lassen. Deuten die Gesamtumst&auml;nde des Falles auf ein mechanisches Versehen hin und liegen keine Anhaltspunkte daf&uuml;r vor, dass der Fehler auf rechtliche oder tats&auml;chliche Erw&auml;gungen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, so kann berichtigt werden (Senatsurteil vom 13.&nbsp;Juni 2012 VI&nbsp;R&nbsp;85\/10, BFHE 238, 295, BStBl II 2013, 5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entsprechend ist nicht jede versehentlich unber&uuml;cksichtigte Tatsache mit einer unvollst&auml;ndigen Sachverhaltsermittlung gleichzusetzen. Eine der Berichtigung entgegenstehende unvollst&auml;ndige Sachverhaltsermittlung ist erst anzunehmen, wenn f&uuml;r die Besteuerung wesentliche Tatsachen nicht durch ein mechanisches Versehen unber&uuml;cksichtigt geblieben sind. Ermittlungsfehler gehen &uuml;ber mechanische Versehen bei der Heranziehung des Sachverhalts zur Steuerfestsetzung hinaus, weil ein Teil des rechtserheblichen Sachverhalts wegen fehlerhaft unterlassener oder unrichtiger Tatsachenaufkl&auml;rung noch nicht bekannt ist. Ist dagegen ohne weitere Pr&uuml;fung erkennbar, dass ein Teil des bekannten Sachverhalts aus Unachtsamkeit bei der Steuerfestsetzung nicht erfasst worden ist, darf diese offenbare Unrichtigkeit zugunsten und zuungunsten des Steuerpflichtigen durch Berichtigung der versehentlich fehlerhaften Steuerfestsetzung korrigiert werden (Senatsurteil vom 26.&nbsp;April 1989 VI&nbsp;R&nbsp;39\/85, BFH\/NV 1989, 619; Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.&nbsp;November 1997 V&nbsp;R&nbsp;138\/92, BFH\/NV 1998, 419).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Liegt eine offenbare Unrichtigkeit vor, ist die Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO nicht von Verschuldensfragen abh&auml;ngig, weshalb die oberfl&auml;chliche Behandlung eines Steuerfalls grunds&auml;tzlich eine Berichtigung nach dieser Vorschrift nicht hindert (BFH-Urteile vom 28.&nbsp;November 1985 IV&nbsp;R&nbsp;178\/83, BFHE 145, 226, BStBl II 1986, 293; vom 10.&nbsp;September 1987 V&nbsp;R&nbsp;69\/84, BFHE 150, 509, BStBl II 1987, 834; vom 4.&nbsp;November 1992 XI&nbsp;R&nbsp;40\/91, BFH\/NV 1993, 509; vom 11.&nbsp;Juli 2007 XI&nbsp;R&nbsp;17\/05, BFH\/NV 2007, 1810; vom 21.&nbsp;Januar 2010 III&nbsp;R&nbsp;22\/08, BFH\/NV 2010, 1410; vom 7.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;R&nbsp;13\/11, BFH\/NV 2014, 657, und Senatsbeschluss in BFH\/NV 2015, 1078). Anders ist dies erst, wenn sich die Unachtsamkeit bei der Bearbeitung des Falls h&auml;uft und Zweifeln, die sich aufdr&auml;ngen, nicht nachgegangen wird (BFH-Urteil in BFH\/NV 1993, 509).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG zu Unrecht eine Berichtigung des Einkommensteuerbescheids nach &sect;&nbsp;129 AO bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat der Kl&auml;ger den von ihm im Streitjahr bezogenen Arbeitslohn zutreffend gegen&uuml;ber dem FA erkl&auml;rt. Das FA hat diese Angaben auf Seite&nbsp;1 der Anlage&nbsp;N jedoch nicht in den Blick genommen, sondern hat sich auf die &Uuml;bernahme der im elektronischen Datenverarbeitungssystem des Landes Nordrhein-Westfalen vorhandenen Daten beschr&auml;nkt. Es ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass dies aus m&ouml;glicherweise nachvollziehbaren verwaltungs&ouml;konomischen Gr&uuml;nden erfolgte, weil das FA allgemein darauf vertraute, dass die vom Arbeitgeber elektronisch &uuml;bermittelten Daten &#8211;wie &uuml;blich&#8211; zutreffend sind und vor Beginn der Bearbeitung der Steuererkl&auml;rung vollst&auml;ndig vom Computersystem der Finanzbeh&ouml;rden &uuml;bernommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Feststellungen des FG tragen nicht dessen W&uuml;rdigung, dem Bearbeiter sei &quot;offensichtlich gar nicht bewusst &#8230; [gewesen], dass der Kl&auml;ger aus zwei Arbeitsverh&auml;ltnissen Arbeitslohn bezogen hat&quot;. Denn dieser hat trotz Eintragungen von Fahrten zu zwei unterschiedlichen Arbeitgebern sowie weiteren Werbungskosten den h&ouml;heren Arbeitnehmer-Pauschbetrag angesetzt. Dass der Bearbeiter im Streitfall ausnahmsweise einen ansonsten durchgef&uuml;hrten Abgleich der der Einkommensteuererkl&auml;rung elektronisch &quot;beigestellten&quot; Daten mit den von den Kl&auml;gern erkl&auml;rten Daten nur versehentlich unterlassen hat, macht das FA selbst nicht geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;hrt diese vom FA gew&auml;hlte Vorgehensweise bei der Bearbeitung einer Einkommensteuererkl&auml;rung zu einer unzutreffenden Erfassung des Arbeitslohns, stellt dieser Fehler keine einem Schreib- oder Rechenfehler gleichgestellte &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeit und damit kein mechanisches Versehen dar. Durch den bewusst unterlassenen Abgleich der der Steuererkl&auml;rung elektronisch beigestellten Daten mit den vom Steuerpflichtigen erkl&auml;rten Daten liegt insbesondere kein blo&szlig;es &Uuml;bersehen erkl&auml;rter Daten vor, das regelm&auml;&szlig;ig zu einer Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect;&nbsp;129 AO f&uuml;hrt (z.B. Senatsurteile vom 29.&nbsp;M&auml;rz 1985 VI&nbsp;R&nbsp;140\/81, BFHE 144, 118, BStBl II 1985, 569, und in BFH\/NV 1989, 619). Das FA hat vielmehr im Streitfall den zutreffenden Arbeitslohn nicht aufgekl&auml;rt, obwohl der von den Kl&auml;gern erkl&auml;rte Arbeitslohn nicht mit dem elektronisch beigestellten Arbeitslohn &uuml;bereinstimmte. Insoweit liegt ein Ermittlungsfehler des FA vor, der eine sp&auml;tere Berichtigung des infolgedessen aufgetretenen Fehlers ausschlie&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.1.2018, VI R 38\/16ECLI:DE:BFH:2018:U.160118.VIR38.16.0 Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 16.1.2018 VI R 41\/16 &#8211; Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect; 129 AO bei Abweichen des erkl&auml;rten Arbeitslohns von dem elektronisch beigestellten Arbeitslohn Leits&auml;tze 1. 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